Zoff im DFB – und kein Ende des Hauens und Stechens

(causasportnews / red. / 11. Mai 2021) Er ist im September 2019 angetreten, um in dem von Streit, Machtkämpfen und der unsäglicher Sport-Politik in den letzten Jahren arg durchgeschüttelten, grössten Fussballverein der Welt, dem Deutschen Fussball-Bund (DFB), eine neue Führungs- und Organisationskultur zu schaffen. Derzeit ist es allerding unsicher, ob sich der rührige Unternehmer aus Freiburg im Breisgau, Fritz Keller, überhaupt nur schon zwei Jahre an der DFB-Spitze wird halten können. Derzeit ist in der Präsidialetage jedenfalls ein veritables Hauen und Stechen im Gang. Sportpolitik kommt vor dem Sport, und jeglicher Fehler und jede Ungeschicklichkeit des 64jährigen Präsidenten wird von den Gegnern des Freiburgers nach allen Kunst des klassischen Verbands-Funktionärstums ausgenützt. Frist Keller gilt als hemdsärmlig, der zwar sein Herz oft auf der Zunge trägt, aber nie als «Apparatschik» bezeichnet werden konnte. Als solcher gilt hingegen der DFB-Vizepräsident Dr. iur. Rainer Koch, der seine Funktionärskarriere im DFB 1996 mit der Einsitznahme in das Sportgericht des DFB begann. DFB-Präsidenten gehen und kommen – Rainer Koch bleibt. So könnte man die Positionierung des ehemaligen Münchner Richters als Langzeit-Vize des DFB zusammenfassen. Niemand weiss eigentlich, weshalb es der 62jährige Vollblut-Politiker nie ganz an die Spitze des Verbandes geschafft hat. Oder wollte er es so? Frei nach dem Motto: «Es ist mir egal, wer unter mir DFB-Präsident ist.». Es waren doch schon einige DFB-Präsidenten, welche Rainer Koch bis jetzt überlebt hat. Das könnt sich nun allerding ändern; und eben mit dem aktuellen DFB-Präsidenten Fritz Keller zusammenhängen, ein gradliniger Mann, der nicht dafür bekannt ist, sich verzwergen zu lassen und nicht aus dem traditionellen Funktionärs-Milieu stammt. Das nun in Machtkampf zwischen Fritz Keller und Rainer Koch ausgebrochen ist, hat sich der DFB-Präsident allerdings selber zuzuschreiben. Seinen Vize verglich er mit dem berüchtigten Volksgerichtshof-Präsidenten Roland Freisler. Mit diesem Vergleich hat Fritz Keller wohl in ein Wespennest gestochen und sich quasi eigenhändig zum Abschuss freigegeben. Aber eben, der DFB-Präsident ist nicht bekannt dafür, den Kopf in den Sand zu stecken. Ein Vergleich Rainer Koch – Roland Freisler – das geht natürlich beim DFB nicht. Fritz Keller hat sich für seine verbale Entgleisung zwar lauwarm entschuldigt, aktuell kämpft er aber gegen den mit allen Wassern gewaschenen Sport-Politiker Rainer Koch um den Verbleib an der DFB-Spitze. Er tut dies mit anwaltlichem Beistand und verlangt von der Ethikkommission des DFB einen Persilschein. Wie der Machtkampf zwischen dem Unternehmer Fritz Keller und dem Sportpolitiker Rainer Koch ausgehen wird, ist ungewiss. Gegen Rainer Koch spricht, dass er im Moment im Rahmen des DFB in eine dubiose Berater-Vertragsgeschichte verwickelt ist. Unklar ist derzeit aber auch das in dieser «Causa» wohl Wesentlichste: Was hat Fritz Keller letztlich dazu getrieben, seinen Vize mit dem berüchtigten Nazi-Richter Roland Freisler zu vergleichen? Hier steckt wohl mehr dahinter als eine Beschimpfung oder eine verbale Entgleisung, die natürlich in keinem Fall zu rechtfertigen ist. Wenn schon die deutsche Nationalmannschaft derzeit auf dem Spielfeld keine Strick zerreisst, ist wenigsten an der DFB-Spitze für öffentlich-wirksamen Zoff und Macht-Klamauk gesorgt. Affaire à suivre also (auch hier).

Die Spiel-, Spass-, Sport- und Freizeitgesellschaft entdeckt das Konventionelle




Wandern boomt. Wer allerdings beispielsweise eine der weltweit längsten Hängebrücken der Welt zwischen Grächen und Zermatt im Kanton Wallis begehen will, muss sich das Vergnügen mit einem steilen Aufstieg verdienen (Bild: Urs Scherrer).

(causasportnews / red. / 9. Mai 2021) Die weltweite «Corona»-Pandemie verändert nicht nur die Welt an sich, sondern beeinflusst auch das Verhalten der Spiel-, Spass-, Sport- und Freizeitgesellschaft im Allgemeinen. Wer hätte gedacht, dass innerhalb von nicht einmal zwei Jahren im Ranking der beliebtesten Freizeit- und Sportaktivitäten nicht etwa eine Trend-Sportart, sondern das konventionelle Wandern Platz 1 belegen würde! Wandern und Bergwandern boomen, gefolgt von Radfahren und Biken, Joggen, Skifahren sowie Schwimmen. Seit «Corona» die Welt beherrscht, stehen für viele Menschen zudem das Kraft- und Fitnesstraining sowie Yoga und Pilates im Zentrum der Freizeit- und Sportaktivitäten. Das kann einer Studie des schweizerischen Sportobservatoriums entnommen werden; die Untersuchung ist vom Bundesamt für Sport (BASPO) in Auftrag gegeben worden. Dass das Wandern und Bergwandern zu den beliebtesten Sportarten zählen, überrascht, vor allem in Zeiten der Pandemie mit den erzwungenen Einschränkungen, kaum. Gewandert werden kann mit wenig Aufwand; notwendig ist lediglich eine relativ einfache und günstig zu erwerbende Ausrüstung. Hinzu kommt, dass das Wandern zwischenzeitlich unangefochten als Sportart qualifiziert wird – ein nicht zu unterschätzender, psychologischer Aspekt.

Nicht nur eine Trendwende im Zuge von «Corona» bedeutet der Umstand, dass vor allem im Freizeitsport eine Abkehr von Mannschaftssportarten festzustellen ist. Die nun beliebt gewordenen Sportarten lassen sich jedenfalls individuell, so quasi nach Lust und Laune und überdies unabhängig betreiben.

Apropos (Wander-)Lust: Das Schreckensgespenst «Wandern» innerhalb der familiär verordneten Wochenend-Aktivitäten hat seine Negativ-Seite offensichtlich verloren. Das hängt allerding wohl auch mit der schwindenden Bedeutung des Familienlebens an sich zusammen; das Phänomen war schon vor Ausbruch der Pandemie festzustellen.

Dass die Sportvereine als traditionelle Institutionen seit eineinhalb Jahren massiv an Bedeutung verlieren, scheint evident zu sein. Erhebungen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) haben ergeben, dass den deutschen Sportvereinen seit Beginn der Pandemie über eine Million Mitglieder abgesprungen sind. Das dürfte in der Schweiz trendmässig grundsätzlich nicht anders sein. Hier lassen sich allerding aufgrund der Strukturen des organisierten Sportes verlässliche Zahlen schwieriger erheben. Auch der Umstand, dass sich Sportvereine gemäss Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) nicht in jedem Fall in das Handelsregister eintragen lassen müssen, vermittelt auch nicht gerade eine überblickbare Transparenz mit Blick auf verlässliches Zahlenmaterial.

Ein Opfer des Juristen-Geschwätzes

Home of FIFA, Zürich, © Ed Coyle

(causasportnews / red. / 5. Mai 2021) Es darf als notorische Tatsache qualifiziert werden, dass sich Juristinnen und Juristen (fast) aller Art und in den meisten Funktionen auf einem speziellen Jahrmarkt der Eitelkeit bewegen. Diese Menschen finden sich in der Regel unwiderstehlich und schwingen, je nach Standpunkt, den sie zu vertreten haben, gerne die Moralkeule für ihre Auftraggeber und sich selber. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die Jurisprudenz eine Wertungs-Wissenschaft ist und nicht etwa mit Mathematik gleichgesetzt werden kann; dort ergeben 2 + 2 immer 4. Demut und Selbstkritik sind jedenfalls keine übermenschliche Tugenden, mit der sich Juristinnen und Juristen zu stark bekleckern würden. Mit allem hängt letztlich zusammen, dass sie sich gerne vor Ihrer Klientschaft oder vor Auftraggebern aufzuplustern pflegen. Und das vor allem in der Öffentlichkeit. Fragen Medienschaffende Juristinnen und Juristen nach ihren Meinungen, ist das für diese Gattung ein wahres Glücksgefühl, das bis zur Ekstase ausgekostet wird. Das Gefühl, von der Öffentlichkeit begehrt zu werden, lässt jedes andere Glücksgefühl marginal werden. Ist zudem die Plattform «Sport» betroffen, akzentuieren sich diese Eigenheiten insbesondere noch. Es ist fast wie bei den Sponsoren: Diese wären oft so unbedeutend wie die abgestellten Fahrräder in China, die ab und zu am Bahnhof in Peking umstürzen. Denn Sponsoren im Sport und deren Vertreterinnen und Vertreter werden fast so intensiv beachtet wie der Sport selber.

Schwatzhaftigkeit und Profilierungssucht sind soeben dem ausserordentlichen Staatsanwalt des Bundes, Stefan Keller, zum Verhängnis geworden. Dieser fiel nach seiner Bestellung als Ermittler insbesondere gegen den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino durch ein ausserordentliches Mitteilungsbedürfnis auf; für die Arbeit bleib dann offenbar kaum mehr Zeit, denn seit Monaten herrscht bezüglich der juristischen Aktivitäten des Ermittlers aus dem beschaulichen Kanton Nidwalden Schweigen. Soeben hat ihn die Beschwerdekammer des schweizerischen Bundesstrafgerichts ins «offside» befördert, das heisst in der Juristen-Sprache: Stefan Keller hat in der «Causa Gianni Infantino» in den Ausstand zu treten. Zum Verhängnis geworden sind dem Ermittler gemäss Begründung des Entscheids Aussagen in Medienmitteilungen und in einer juristischen Fachzeitschrift. Si tacuisses philosophus mansisses (hättest Du geschwiegen, wärst Du ein Philosoph geblieben) also, wäre man hier geneigt zu sagen. Zum Philosophieren wird Stefan Keller nun viel Zeit haben. Durch seine Kommunikationsbeflissenheit verschafft er dem FIFA-Präsidenten, der selber Jurist ist, zudem etwas Luft. Die bisherigen Ermittlungsarbeiten des nun abgesägten Untersuchungsrichters bleiben auch nach dem angeordneten Ausstand von Stefan Keller gültig.

Diese unschöne Konstellation im Segment «Juristerei» befeuert die negative Grundhaltung des Publikums gegenüber der Juristen-Zunft. Und die Vorurteile gegenüber einer Berufsgattung, für die beispielsweise Selbst-Reflexion so oder so ein Fremdwort darstellt. Einkehr, Demut und Selbstkritik sind Lebens-Attribute, welche für Juristinnen und Juristen offensichtlich erst nach dem Tod eine gewisse Bedeutung erlangen. Oder wie es ein Jurist retrospektiv auf seinen Grabstein eingravieren liess: «Er war Jurist und auch sonst bescheidenen Geistes.».

(PS: Der Schreibende gehört der Juristen-Zunft an)

Vom «Wert» der Fussball-Trainer

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(causasportnews / red. / 4. Mai 2021) «Geld schiesst keine Tore» (nach Dietmar Hopp, Eigentümer von TSG 1899 Hoffenheim); Trainer schiessen Tore natürlich auch nicht. Dennoch stehen Dietmar Hopp (immer) und Fussballtrainer im Allgemeinen im sportlich-kommerziellen «Fadenkreuz». Insbesondere zwei Fussball-Lehrer machen zur Zeit Schlagzeilen: Zum einen Hansi Flick, der sich der Strafaufgabe beim FC Bayern-München entledigen will und um Vertragsauflösung ersucht hat (dem Wunsch ist entsprochen worden); zum andern Julian Nagelsmann, der den Job von Hansi Flick in München übernehmen wird. Weshalb diese Trainer-Rochade für Schlagzeilen sorgt? Der Trainer vom RB Leipzig ist für nicht weniger als 25 Millionen Euro aus dem laufenden, befristeten Arbeitsvertrag beim Red Bull-Klub herausgekauft worden.

Wirtschaftlich kein Problem natürlich für den FC Bayern-München. Für Hansi Flick, der wohl Nachfolger seines früheren Chefs Joachim Löw als Trainer der deutschen Nationalmannschaft werden dürfte, gestaltet sich der Vertragsauskauf delikater. Dass ein Klub-Trainer von einem Sportverband aus einem Vertrag herausgekauft werden soll, mutet in vielerlei Hinsicht speziell an. Ein Verband soll das generierte Geld schliesslich für die Sportförderung einsetzen.

In der «Causa Julian Nagelsmann» hat die Höhe der Vertragsauskaufssumme für Diskussionen gesorgt. Nicht in München; der Nobel-Klub verfügt über unermesslich gewaltige, wirtschaftliche Potenz. Über den sportlichen Wert des so zu Stande gekommenen Engagements des 33jährigen Julian Nagelsmann, der bis jetzt keine Titel hat erringen können, divergieren die Meinungen allerdings – in München und auch sonst in Deutschland. Trainer schiessen eben auch keine Tore, aber sie können, vor allem, wenn es um diesen Job bei Bayern-München geht, als Heilsbringer in der Not gehandelt und qualifiziert werden. Das «Prinzip Hoffnung» ist beim Münchner Klub ausgeprägt und bildetet ein Dauerbrenner. Mehr als ein paar wenige Jahre bleibt kaum ein Fussball-Lehrer an der Säbener Strasse. Das wird auch bei Julian Nagelsmann, der im katholischen München als wahrer, neuer Messias gehandelt wird, nicht anders sein. Heilsbringer verfügen immer über einen (besonderen) Wert.

Weshalb aber Vertragsauskäufe, wie sie sonst nur beim kickenden Personal in der Fussballbranche üblich ist? Das hängt damit zusammen, dass Trainer, wie Fussballspieler, befristete Arbeitsverträge abschliessen (müssen). Will ein Trainer während eines laufenden Arbeitsvertrages aus dem laufenden Kontrakt aussteigen, ist von einem neuen Arbeitgeber (Klub) eine Vertragsbeendigungs-Entschädigung zu bezahlen; die Höhe dieser Entschädigung orientiert sich in der Regel an der befristeten Vertragslaufzeit. Es stellt sich nun überhaupt die Frage, weshalb Fussballtrainer mit meistens mehrjährigen, befristeten Arbeitsverträgen ausgestattet werden. Als Hauptargument wird hierfür vor allem der Vertrauensbeweis eines Klubs dem Trainer gegenüber genannt. Dieser schlägt sich in der Vertragsdauer nieder. Was natürlich abwegig ist. Es gibt an sich keine plausiblen Gründe, um mit Trainern nicht unbefristete Arbeitsverträge abzuschliessen. Sicherheit gibt es in diesem Business so oder so nicht. Trainer werden auch während einer laufenden Saison entlassen und eingestellt – nicht nur beim FC Sion im Wallis.

Sind also die horrenden Summen, die neuerdings bei Vertragsauskäufen im Trainer-Business bezahlt werden, gerechtfertigt? Es stellt sich also die Frage nach dem Wert von Fussball-Trainern. Dass die Diskussion jetzt entflammt ist, hängt wohl einzig mit den beiden Personalien Julian Nagelsmann und Hansi Flick zusammen. Dieser Wert von Trainern, die oft auswechselbar wie Glühbirnen sind, darf nicht allzu hoch eingestuft werden. Es sind immer noch die Spieler/innen, welche auf dem Platz Tore schiessen und Tore verhindern. Dem Trainer kommt zweifelsfrei eine wichtige Bedeutung zu, wie der «Fall Hansi Flick» zeigt. Sein Können konnte er erst richtig als Fussball-Dirigent im FC Bayern-München unter Beweis stellen. Apropos Dirigenten: Die «Wert»-Frage stellt sich auch ab und zu in den Opernhäusern dieser Welt, wenn die Bedeutung eines Dirigenten für ein Orchester hinterfragt wird. Bezüglich Trainer und Dirigenten kursiert dann auch oft das «Bonmot», dass in beiden Segmenten auch Schimpansen das Szepter übernehmen könnten. Das ist natürlich masslos übertrieben, aber, um etwa die deutsche Fussball-Nationalmannschaft mit diesen hochkarätigen Spielern führen zu können, kämen wohl 1000 Trainer-Kandidaten in Frage. Geradezu belustigend ist das Argument, ein hochbezahlter Trainer, der mit Millionen aus einem Vertrag herausgekauft werden musste, geniesse beim spielenden Personal einen höheren Stellenwert.

So bleibt dann wohl bezüglich der Frage, wie es sich mit dem «Wert» eines Fussballtrainers verhält, das eingangs erwähnte Fazit: «Ein Trainer schiesst keine Tore». Der Klamauk, der nun um Trainer, welche teuer aus Verträgen herausgekauft werden (müssen), veranstaltet wird, ist schlicht ein Teil des Entertainment-Segmentes «Fussball».

UEFA und (Sport-)Politik im Clinch

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(causasportnews / red. / 30. April 2021) Es mutete alles ein wenig eigenartig an, als der Europäische Fussballverband UEFA vor ein paar Tagen verkündete, die «Allianz»-Arena in München sei als Austragungsort für die am 11. Juni 2021 beginnende Fussball-Europameisterschaft 2021 genehm. Dieses Statement war wenig erstaunlich; auf Erstaunen stiess hingegen die angeblich getroffene Einigung zwischen den Münchner Verantwortlichen und der UEFA mit dem Inhalt, die Standortbestätigung für München seitens des Kontinentalverbandes sei nur deswegen erfolgt, weil der Deutsche Fussball-Bund (DFB) in Absprache mit den politischen Behörden in Deutschland eine Zuschauer-Zusage für mindestens 14’500 Zuschauer/innen abgegeben habe (vgl. auch causasportnews vom 25. April 2021). Nun widerspricht die Politik heftig, und das unbefangene Publikum fragt sich, was nun effektiv bezüglich der in der «Allianz»-Arena zugelassenen Zuschauer vereinbart worden ist – oder eben nicht.

Die Situation und die Umstände ähneln den derzeitigen Gesprächen bezüglich eines (angedachten) Rahmenabkommens der Schweiz mit der Europäischen Union. Hier weiss wohl niemand, was tatsächlich in den letzten Jahren besprochen, abgemacht oder vereinbart worden sein soll. Fazit: Schuld ist immer die andere Partei. Wahrscheinlich wurden in diesem Komplex noch nie soviele Mentalreservationen (was soviel wie Scheinerklärungen bedeutet) abgegeben wie in der «Causa Schweiz-EU» bezüglich des vieldiskutierten Abkommens, das einem Potemkinschen Dorf ähnelt und wohl nie abgeschlossen werden wird. Glücklicherweise spricht in der Schweiz nun alles vom «Plan B», wohlwissend, dass das Alphabet schliesslich noch ein paar weitere Buchstaben übrig lässt. Das wundert alles nicht sonderlich, sprechen hier doch Politiker mit Politikern; und das geht selten gut aus, zumal auf der Seite der EU nun sogar EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in die «Verhandlungen», oder wie man diesen Vorgang auch immer nennen soll, eingegriffen hat. Diese hat sich wohl noch nicht vom Schock erholt, dass sie von Recep Tayyip Erdogan bei ihrem Türkei-Besuch geschlechterverachtend auf’s Sofa geschickt worden ist. Nach vielen Tagen des Reflektierens hat die hölzern auftretende Politikerin mit medizinischem Tiefgang wenigstens die Sprache wieder gefunden und sich wohl zwischenzeitlich an Loriots Sofa-Szenen erinnert. Vielleicht war es aber nur eine Spät-Reaktion nach der Klatsche des türkischen Präsidenten, gegen die es nur ein probates Mittel gegeben hätte: Aufstehen und den Raum unter Protest verlassen – und sich nicht Tage später medial über das erlittene Unrecht beklagen.

In der Sache des Euro-Austragungsortes sind zwar formell auf der Seite des Fussballs keine Politiker involviert, aber immerhin Fussball-Funktionäre, denen gemeinhin Geist und Gehabe von Politikerinnen und Politikern nachgesagt wird. Wie dem auch sei. Allerdings ist nun eher davon auszugehen und auch glaubhafter, dass Deutschland bezüglich der Anzahl Zuschauer, die gemäss Wunsch der UEFA in der «Allianz»-Arena Platz nehmen sollen, über den DFB gegenüber der UEFA diesbezüglich keine verbindlichen Zusagen gemacht hat. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter sieht die Lage jedenfalls anders als der wichtigste Verband Europas: «Ich freue mich, dass die UEFA eingesehen hat, dass München auch ohne Zuschauergarantien ein attraktiver Standort ist», sagte er im Nachgang zur Erklärung des Kontinentalverbandes. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel beteuert, dass es keine Garantien in dieser Hinsicht gegeben habe. Das wirkt alles nachvollziehbar. Zumindest glaubhafter als die Verlautbarungen aus der UEFA-Zentrale in Nyon am Genfersee. Wahrscheinlich dürfte die Variante bezüglich des Austragungsortes München sein, dass sich die UEFA eine Europameisterschaft ohne die «Allianz»-Arena und die Weltmeister von 2014 schlicht nicht leisten kann. Deutschland ist eine Grossmacht im Fussball. So wurde dann seitens der UEFA die vermeintliche «Zusicherung» ins Feld geführt. Hierfür war wohl einfach der Wunsch der Vater des Gedankens. Und ein wichtiger Grundsatz in der (Sport-)Politik lautet: Kein Gesichtsverlust!

Superliga-Gründerklubs geben sich unbeugsam

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(causasportnews / red. / 28. April 2021) Zwar ist es insbesondere dem Europäischen Fussballverband (UEFA) gelungen, die Klub-Sezessionsbestrebungen mit Blick auf eine eigenständige, europäische Superliga (ESL, European Super League) niederzuschlagen (causasportnews vom 22. April 2021). Zwar bröckelte die Front renommierter Klubs der ESL nach dem Bekanntwerden der Revolution im organisierten Fussball rasch, doch ganz vom Tisch scheint das Thema nicht zu sein. Die UEFA hat es verstanden, die Fans gegen die angeblich geldgierigen Klubs, welche sich vom Solidaritätsgedanken der Verbände lösen wollten, aufzubringen und die abtrünnigen Klubs zu Feindbildern zu stempeln. Kapitalisten mit Hang zu Solidarität sind immer noch beliebter als (reiche) Klubs, welche sich von den Idealen des heiligen Martin entfernt haben; Teilen ist weniger das Ding der Begüterten. Aber insbesondere wohlhabende Klub-Exponenten innerhalb des organisierten Verbandsfussballs sind immer umstritten. Der Hass auf den TSG Hoffenheim-Präsidenten Dietmar Hopp («Geld schiesst keine Tore») zum Beispiel ist ebenso sprichwörtlich wie rational unbegründbar. Wer sich den Erfolg im Fussball erkaufen will, real oder vermeintlich, wird zur Zielscheibe des Fussball-Proletariats. Mit der Sezession begüterter Klubs, welche allerdings teils von Schuldenbergen beinahe erdrückt werden, kam dennoch zuviel des kumulierten Fussball-Kapitals zusammen. Das bedeutete das einstweilige Scheitern der ESL in der ursprünglich angedachten Form. Allerdings dürfte diese kapitalistische Revolution im Fussball Spuren hinterlassen. Der Kampf um Solidarität wird weitergehen. Das weiss auch die UEFA, deren Präsident den in der ESL verbliebenen Klubs (Real Madrid, FC Barcelona, AC Milan und Juventus Turin) erneut mit Konsequenzen, auch juristischer Art, gedroht hat. Geforderte Verlautbarungen dieser vier unbeugsamen Klubs, die ESL als «beerdigt» zu erklären, blieben bis zur Stunde aus. Das letzte Wort, ob es künftig weiterhin nur eine ESL im Schosse der UEFA geben wird (im Rahmen der bestehenden Champions League, die soeben reformiert, sprich weiter aufgebläht worden ist) oder ob sich die Klubs dereinst in einer eigenen ESL organisieren wollen, wird noch lange nicht gesprochen sein. Als ganz unrealistisch dürfte die Sezession im Spitzenfussball zumindest auf lange Sicht jedenfalls nicht qualifiziert werden.

Fussball-EM-Spielorte: Da waren’s nur noch zehn…

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(causasportnews / red. / 25. April 2021) Selbstbewusst und fordernd hat UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gedroht, dass als Austragungsorte für die am 11. Juni 2021 beginnende Fussball-Europameisterschaft nur Städte in Frage kämen, in denen zu den Spielen auch Zuschauer zugelassen seien (vgl. auch causasportnews vom 17. April 2021). Diesbezüglich sind nun vom Europäischen Kontinentalverband die letzten Entscheidungen bezüglich der Austragungsorte gefällt worden. Dublin und Bilbao fallen definitiv weg; sie konnten offensichtlich die im Zuge von «Corona» von der UEFA geforderten Zuschauergarantien nicht ausreichend erfüllen. Da waren es also nur noch zehn (Austragungsorte).

Besonders erstaunt nach dieser finalen Flurbereinigung der Austragungsstätten ist, dass München offensichtlich für die UEFA genügende Publikums-Zusicherungen für die «Allianz»-Arena abgeben konnte. In Deutschland wird das öffentliche Leben derzeit zufolge der sich verschlimmernden Pandemielage zwar ziemlich rigoros heruntergefahren. Aber es ist den Verantwortlichen des  Deutschen Fussball-Bundes (DFB) offenbar gelungen, die UEFA zu überzeugen, dass sich pro Spiel immerhin 14’500 Personen im Stadion aufhalten dürfen. Da hat aktuell vorab die Politik vor den Forderungen aus dem Sport und der Wirtschaft kapituliert. Auch wenn diese «Zuschauergarantie» für München juristisch hieb- und stichfest sein sollte (was nicht ganz eindeutig zu sein scheint, da die UEFA lediglich von «realistischen» Szenarien gesprochen hat), müsste wohl bei Verschlimmerung der Pandemie-Lage damit gerechnet werden, dass in der «Allianz»-Arena auch «Geisterspiele» ausgetragen werden müssten. Wie heisst es jeweils auch so schön in der Sport-Politik: «Neue Lage, neue Lagebeurteilung».

Während die Rahmenbedingungen mit Blick auf das kontinentale Fussball-Ereignis des Jahres nun einigermassen klar scheinen, wird der andere Grossanlass im fernen Japan im zweiten «Corona»-Jahr zur Zitterpartie. Tokio erlebt derzeit eine vierte «Corona»-Welle mit massiv steigenden Fallzahlen. Es mehren sich aus allen Lagern die Forderungen, die Olympischen Sommerspiele in der japanischen Metropole gänzlich abzusagen. In jedem Fall sind zu diesem Grossevent keine ausländischen Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen.

Fussball-«Klassenkampf» dank der Fans (einstweilen) entschieden

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(causasportnews / red. / 22. April 2021) Seit nicht einmal einer Woche ist die Absonderungsliga mit dem sinnlichen Titel «European Super League» (ESL) der Fussball-Schocker des Jahres – oder sogar des Jahrzehnts. Zwölf europäische Top-Klubs haben den Aufstand gewagt und die Sezession vom organisierten Klubfussball der Verbände geprobt. Es bleibt beim Versuch: Der «Klassenkampf» der grosskapitalistischen Klubs, welche sich von jeglicher Fussball-Solidarität verabschieden wollten, ist zu Gunsten des sportlichen Proletariats ausgegangen – das Kapital hat eine Abfuhr erlebt; die Fans, das fussballerische Proletariat in den kapitalistischen Klubs, gaben den Ausschlag dafür, dass «arm» gegen «reich» obsiegte. Einmal mehr zeigte es sich, dass die «Kraft von der Strasse» auch im Sport-Klassenkampf den Ausschlag über Sieg und Niederlage geben kann.

Kaum ein Insider der Fussball-Szene hat das Bestreben der renommierten Klubs, sich vom Verbandsfussball zu verabschieden, wirklich ernst genommen. Das blieb den Medien, die sich ob des Themas regelrecht ereiferten und diesen Vorgang kommentierten, als ginge es um den Beitritt der Schweiz zur oder um den Austritt des Vereinigten Königsreichs aus der Europäischen Union, durchwegs verborgen. Wahrscheinlich war alles nur ein Test, um die Reaktionen auf Pläne, die durchaus einmal in die manifest gewordene Richtung gehen könnten, abzufühlen. Hätte das Projekt eine profunde, zielstrebige und insbesondere realitäts-ausgerichtete Umsetzung erfahren, wäre es nicht bereits nach ein paar Tagen seit Bekanntgabe der Pläne wieder eingestampft worden. Dass der Versuchs-Ballon nicht einmal eine Woche wie ein Damoklesschwert über dem Klubfussball schweben sollte, war wohl ein Teil des Marketings. Dafür spricht vor allem, dass sich die Protagonisten des kapitalistischen Projektes umgehend reumütig vor den mobilisierten Fans, die derzeit eh vom unmittelbaren Fussball ausgeschlossen sind, in den Staub geworfen und letztere um Verzeihung gebeten haben. Zu vieles bei diesem Wellenschlag schien geplant und alles andere als zufällig. Juristisch wäre die angedachte Liga zweifelsfrei nicht zu stoppen gewesen. Das schweizerische Kartellrecht hätte den in der Schweiz domizilierten Verbänden UEFA und FIFA den juristischen Dolchstoss versetzt. Bei derartigen Auswirkungen von Sport-Monopolbetrieben verstehen eidgenössische Behörden und Gerichte keinen Spass.

Die Niederlage des Kapitals bei diesem Aufstand des Klub-Proletariats war vorgezeichnet und von den Initianten der ESL wohl auch so einkalkuliert worden. Es sollte letztlich (nur) ein Zeichen gesetzt und sensibilisiert werden. Das ist gelungen. Die abtrünnigswilligen Klubs stemmten sich auf diese Weise wohl gegen die Verbände, vor allem gegen die UEFA, welche die internationalen Klub-Wettbewerbe immer mehr aufbläht und (wirtschaftliche) Solidarität über sportliche Leistungen zu stellen gewillt ist. Auch die FIFA könnte die Lehre aus dem Geschehenen ziehen und sich durchaus überlegen, ob die für den Weltfussballverband systemfremde «Klub-Weltmeisterschaft» in der Tat weitere, teilnehmende Klubs erträgt.

Sicher zu Unrecht ist gegenüber den sezessionswilligen Klubs der Vorwurf des pekuniär-egoistischen Verhaltens erhoben worden. Selbstverständlich geht es im kommerziellen Fussball immer um Finanzielles. Das leben die Verbands-Funktionäre, die sich selber ungeniert die Taschen füllen, durchwegs vor. Solidarität im Klubfussball fordern und sich individuell, insbesondere pekuniär, ideal positionieren, ist ein Modell, das in der Politik seit jeher verbreitet ist. Beispielsweise in der ehemaligen «DDR». Da liessen es sich Erich Honecker und seine roten Brüder in der SED und im Staatsrat gut gehen, während ein Grossteil des Volkes noch nie eine Banane von nahem gesehen hatte. Kommunismus predigen und Kapitalismus geniessen ist eben auch eine Eigenheit des Klassenkampfes, der in den letzten Tage im Fussball-Business in spezieller Art ausgetragen und vom Klub-Proletariat gewonnen wurde. Das Kapital hat eine wohl ausgewogen kalkulierte Niederlage erlitten. Doch, wie faltete Uli Hoeness damals die Fans der Bayern zusammen: «Was glaubt ihr eigentlich, wer euch alle finanziert?».

«Was erlauben Hansi?» – Folgt «Hansi» auf «Jogi»?

© Marco Verch

(causasportnews / red. / 19. April 2021) Die deutsche Fussball-Welt ist konsterniert. Wohl erstmals in der Geschichte des organisierten Sportes verspürt ein Top-Trainer in diesem wichtigen Fussball-Land keine Lust mehr, seinen noch zwei Jahre dauernden Arbeitsvertrag zu erfüllen; dieser hat nunmehr lediglich eineinhalb Jahre gedauert. Die Titelflut, die der Trainer dem FC Bayern München in der kurzen Zeit seines Schaffens beschert hat, ist beispiellos. Doch jetzt reicht es ihm nach kurzer, erfolgreicher Tätigkeit. Hansi Flick hat am Wochenende angekündigt, nach Saisonabschluss die Bayern verlassen und aus dem laufenden und bis 2023 dauernden Vertrag aussteigen zu wollen. Noch ist es ein Wunsch. Der 56jährige Erfolgstrainer kennt die Rechtslage. Weshalb er vorzeitig seine Zelte in München abbrechen möchte, weiss derzeit niemand. Vermutungen existieren zuhauf. Oder hat der Mann einen «Flick» ab, dass er auf geschätzte sieben Millionen Euro pro Jahr verzichten will? Die Welt des FC Bayern steht Kopf, und es wird an der Münchner Säbener Strasse schon einmal die einseitige Kommunikation durch den hockkarätigen Fussball-Trainer, der als einer der Co-Baumeister des WM-Titels 2014 für Deutschland gilt, verurteilt. Mehr fällt den Klub-Verantwortlichen zum «Thema Hansi Flick» derzeit nicht ein. Im FC Bayern ticken die Uhren eh anders als anderswo. Vorpreschen geht gar nicht. Nicht ein Trainer hat bei den Bayern zu bestimmen, wann Schluss ist, sondern eben der Klub («Mia san mia»). Oder mit dem ehemaligen Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni könnte die derzeitige Situation aus der Sicht der im Moment lethargischen Klubführung so zusammengefasst werden: «Was erlauben Hansi?».

Kein Zweifel herrscht darüber, dass der FC Bayern Hansi Flick ziehen lassen wird, auch wenn die Umstände in der «Causa Flick» anders sind als üblich. Jetzt hat der Baumeister des deutschen WM-Erfolgs vor sieben Jahren eigenständig seinen Rücktrittswunsch geäussert; und dieser wird zweifelsfrei erhört werden, sobald sich die Klubleitung von der Ankündigung erholt hat. Klar ist natürlich, dass sich sogar in München nur einer der weltbesten Trainer einen solchen Schritt erlauben kann. Trainer sein im FC Bayern ist grundsätzlich etwas für Liebhaber. Geht es um diesen Klub, erträgt es keinen Spass – nur das Spiel der Münchner. Und wenn sich für einen Erfolgs-Trainer auch mit einem laufenden Arbeitsvertrag anderweitige Optionen öffnen, ist er gut beraten, den Abgang in München selber zu bestimmen. Ob Hansi Flick mit seiner Ankündigung den ersten Schritt in Richtung Bundestrainer-Amt vollzogen hat? Wird «Hansi» auf «Jogi» folgen? «Schau’n mer mal», würde ein Bayern-Urgestein, Franz Beckenbauer, dazu sagen.

Prozessniederlage zweier aufstiegswilliger Volleyballklubs

Photo by Wendy Wei on Pexels.com

(causasportnews / red. / 18. April 2021) Ein «Pandemie-Prozess» zweier Damen-Volleyballklubs gegen den nationalen Dachverband («Swiss Volley») ist mit einer Verfahrensniederlage der Gesuchsteller zu Ende gegangen: Das Regionalgericht Bern-Mitteland hat die beantragten vorsorglichen Massnahmen, die von zwei Klubs sowie acht Volleyball-Spielerinnen, welche sich dem Verfahren auf Seite der Gesuchsteller angeschlossen hatten, abgewiesen. Bereits anfangs Februar waren die Gesuchsteller mit verlangten superprovisorischen Massnahmen (solche werden, falls erlassen, ohne Anhörung der Gegenpartei angeordnet) abgeblitzt (vgl. auch causasportnews vom 1. Februar 2021). Das Gericht vertrat die Meinung, dass mit dem Gesuch zu lange zugewartet worden sei und verweigerte deshalb superprovisorische Anordnungen. In einem weiteren Verfahrensschritt sollte dann auch dem Verband das rechtliche Gehör gewährt und über allfällige, vorsorgliche Massnahmen befunden werden.

Gegenstand des Verfahrens war die Auf- und Abstiegsregelung des Verbandes, welche Ende des letzten Jahres im Zuge von «Corona» bezüglich der Spielsaison 2020/21 beschlossen worden war. Die Verbands-Reglementsänderungen wollten die gesuchstellenden B-Klubs, einer von ihnen ist der bekannte Klub «Volero Zürich» des begüterten und ebenso streitbaren Geschäftsmannes Stav Jacobi, sowie mehrere Volleyball-Spielerinnen nicht akzeptieren. Auf dem Rechtsweg versuchten sie die Ausserkraftsetzung der beschlossenen Reglementsbestimmungen, welche die Aufstiegsmöglichkeiten der Klubs zunichte gemacht hatten, zu erwirken. In der laufenden «Pandemie-Saison», so die Gesuchsteller, sollte die Möglichkeit gewahrt bleiben, sportlich um den Aufstieg zu spielen; dies sah der Verband im Zuge der derzeitigen Pandemie als unrealistisch und als nicht gangbare Option an. Erwartungsgemäss scheiterten die Gesuchsteller nun definitiv vor der sportrechts-erprobten Berner Gerichtsinstanz, nachdem auch die Gegenpartei («Swiss Volley») ihren Standpunkt einbringen konnte. «Causa Sport» (ww.causasport.org) wird auf das Verfahren zurückkommen.