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Die hehre Parallelwelt des Internationalen Olympischen Komitees (IOK)

(causasportnews / red. / 24. April 2022) Es war schon lange so und hat sich jetzt wegen des von Russland losgetretenen Zerstörungs- und Vernichtungskrieges, der nun seit genau zwei Monaten tobt, akzentuiert: Das Internationale Olympische Komitee (IOK), ein Verein nach schweizerischem Recht (Art. 60 ff. des Zivilgesetzbuches, ZGB) und mit weitgehend im Greisenalter befindlichen natürlichen Personen als Mitglieder, pocht auf seine Vollautonomie. So hat sich das IOK zu Beginn des russischen Gemetzels in der Ukraine noch dafür ausgesprochen, russische und weissrussische Sportlerinnen weltweit vom organisierten Sport auszuschliessen. Aber Konsequenz im eigenen Haus ist nicht die Stärke des derzeit etwas mehr als 100 Personen zählenden Gremiums, das aus Männern und Frauen besteht, über deren vor allem geistige Fitness immer wieder räsoniert wird. Es ist eine Funktionärskaste, die sich an den Honigtöpfen des organisierten Sportes gütlich tut und für den Sport und seine Ideale mehr Fluch als Segen ist. Die wackeren Frauen und Männer leben ein Funktionärsleben, wie es für den Sport schlechter nicht sein könnte; jedoch ist das IOK eine Gruppierung, die sich unantastbar und über allem erhaben in der Welt des Sportes bewegt und vor allem davon profitiert. Nirgends im Sport sind die Abhängigkeiten und Verfilzungen derart, wie im Verein IOK, der sich grundsätzlich in einer Parallelwelt bewegt. Vor allem die Politik soll sich aus den IOK-Belangen heraushalten, sobald der absolute Machtanspruch und die Autonomie im Allgemeinen negativ tangiert werden könnte.

Für die Schweiz ist es eine immer wieder erklärte Ehre, dem IOK einen feudalen (Vereins-)Sitz im beschaulichen Lausanne zu gewähren. 2015 erklärte der damalige Sportminister Ueli Maurer anlässlich der 100 Jahr-Feier seit der Sitznahme des IOK in der Schweiz: «Ich danke Thomas Bach für alles, was er für den Sport tut».- Weder dieses Statement des immer noch in der Landesregierung dahinvegetierenden, im IOK-Mitglieds-Alter stehenden Ministers an sich noch dessen Inhalt nahm irgendein vernünftiger Mensch ernst. Seit langem ist bekannt, dass der Deutsche Thomas Bach und seine Gefolgsleute vor allem ihr persönliches Wohl im Auge haben. Vom Filz in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft profitieren, sich jedoch sonst in der selbsterbauten Parallelwelt nicht behelligen lassen – das ist die Philosophie des IOK in Lausanne. Dieses hält zusammen wie Pech und Schwefel, und ein derartiger «Korpsgeist» wie in der Lausanner Gruppierung findet sich nicht einmal bei amerikanischen Feuerwehrleuten. Nun hat sich die aktuelle Schweizer Sportministerin erlaubt, das Sport-Komitee aufzufordern, Funktionäre aus Russland und aus Weissrussland aus dem organisierten Sport fernzuhalten. Da das Begehren seitens der Schweizer Regierung von über 30 weiteren Sportministerinnen und -ministern unterstützt wurde, musste das IOK Farbe bekennen und tat dies so, wie erwartet. Natürlich, so IOK-Präsident und Putin-Versteher Thomas Bach, werde das IOK keine Funktionäre aus Russland und Weissrussland ausschliessen (vgl. auch causasportnews vom 19. April 2022). Die IOK-Funktionäre seien keine Vertreter eines Landes, sondern würden ihre Funktion im IOK unabhängig, eben als natürliche Personen, wahrnehmen. So brüskierte das IOK nicht nur die Schweiz und unmittelbar die unbedarfte Sportministerin Viola Amherd, die seit der Abfuhr aus Lausanne vor Schreck verstummt ist. Zwischenzeitlich machen sich Politikerinnen und Politiker Sorgen um den Reputationsschaden, welcher der Schweiz aktuell vom IOK in dieser «Causa» in einer Brutalität, die zur Kriegsführung Russlands passt, zugefügt worden ist. Die Reaktion von Thomas Bach und seinem Clan ist weit mehr als eine monierte Einmischung der Politik in die Belange des Sportes und des IOK. Am liebsten würde man in der Schweiz jetzt das IOK in ein anderes Land wünschen, zumindest ins Pfefferland. Doch, das ist nicht so einfach. Einen privaten Verein wird man auch in der Schweiz nicht so leicht los, und das IOK hat es sich in der Schweiz auch wohlig eingerichtet. Die Parallelwelt in Lausanne ist stringenter als jedes Dogma der katholischen Kirche und in allen Belangen von Staat, Gesellschaft, und Wirtschaft und überdies ideologisch breit abgestützt. Dazu gehört auch die Justiz. So konnte sich der Weltsport, dirigiert durch das IOK, in der Schweiz eine relativ autonome, weltweit geltende und respektierte Gerichtsbarkeit einrichten. Durch die Schaffung des vom IOK mittelbar finanzierten Internationalen Sport-Schiedsgerichts (Tribunal Arbitral du Sport, TAS), zufälligerweise auch in Lausanne domiziliert, verfügt der Weltsport über eine quasi-eigene Gerichtsbarkeit, weitgehend unbehelligt von staatlichen Gerichten (so auch vom Bundesgericht, das TAS-Urteile im Extremfall aufheben kann, aber in seinen Opportunitäts-Entscheiden im Zusammenhang mit dem TAS immer wieder die Unabhängigkeit des Schiedsgerichts unterstreicht). Zufälligerweise hat auch das Schweizerische Bundesgericht seinen Sitz in … Lausanne. Ein Schelm, der Böses denkt!

IOK windet sich mit Formalien aus der Kriegs-Verantwortung

(causasportnews / red. / 19. April 2022) Die(se) Reaktion war zu erwarten, doch dass sie so schnell kommen würde, verwunderte doch. Kurz vor dem Osterwochenende wurde bekannt, dass die Schweizer Sportministerin Viola Amherd auch im Namen von mehr als 30 Sportministerinnen und -minister vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK) verlangte, die weltumspannende Sportorganisation möge sich nun doch von Funktionären des Sports aus Russland und Weissrussland trennen, bzw. diese aus dem globalen Funktionärssport ausschliessen (causasportnews vom 18. April 2022). Das IOK kam offensichtlich unter Druck und konnte das Problem völlig ungewohnt für einmal nicht aussitzen. Aus der IOK-Zentrale in Lausanne verlautete umgehend offiziell, dass russische und weissrussische Sport-Funktionäre weiterhin im Weltsport mittun dürfen. Ganz im Gegensatz zu den Sportlerinnen und Sportlern, die grundsätzlich vom internationalen Sport über die entsprechenden Verbände ausgeschlossen sind. Was die Mitglieder des Vereins IOK mit Sitz in Lausanne betrifft, kommt dem Präsidenten der Organisation, dem Deutschen Thomas Bach, die Vereinsstruktur des IOK entgegen. Mitglieder dieser Organisation sind 148 natürliche Personen, davon 103 stimmberechtigte Mitglieder. Deshalb, so der mit allen Wassern gewaschene IOK-Präsident und Jurist, bestehe kein Grund, sich von russischen und weissrussischen Funktionären zu trennen oder diese auszuschliessen, da sie als natürliche Personen nicht ihr Land vertreten würden. Recht hat natürlich der 68-jährige Deutsche, dem u.a. eine Nähe zum russischen Führer Wladimir Putin nachgesagt wird, in formaler Hinsicht. Thomas Bach kann etwa als Frank-Walter Steinmeier des Sports bezeichnet werden; beide Deutschen spielen mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands eine etwa gleich opportunistische, dubiose Rolle. Die für die Sportministerinnen und -minister geradezu brüskierende Antwort aus der IOK-Zentrale in Lausanne passt zum ehemaligen Fechtsportler Thomas Bach, der sich den Funktionärs-, Polit- und Wirtschafts-Filz immer wieder zu Nutzen macht. Die Stellungnahme des IOK trägt die Handschrift des Juristen Thomas Bach, der sich aus dieser heiklen «Causa» mit Struktur-Formalien bezüglich des IOK herauswindet. Wie wenn die Sportlerinnen und Sportler aus den beiden genannten Ländern, die derzeit vom aktiven Sport ausgeschlossen sind, ihr Land vertreten würden…

Etwas anders sieht die (Rechts-)Lage bei den Funktionären der internationalen Sportverbände aus. Diese müssten von den jeweiligen Verbänden ausgeschlossen werden, was selbstverständlich möglich wäre. Gemäss Schweizerischem Vereinsrecht können Funktionäre als Verbandsorgane jederzeit abberufen werden. Wenn ein sog. «wichtiger Grund» gegeben ist, besteht das Abberufungsrecht von Gesetzes wegen und ist somit zwingend (Art. 65 Abs. 2 des Zivilgesetzbuches, ZGB). Dass die Sportverbände nicht gewillt sind, Organe abzuberufen oder Verbandsmitglieder auszuschliessen, hat der FIFA-Kongress Ende März in Katar gezeigt: Weder war die Abberufung eines russischen oder weissrussischen Vereinsorgans ein Thema, noch hatte sich die Vereinsversammlung des Weltfussballverbandes mit irgendwelchen Ausschliessungsanträgen gegen Russland oder Weissrussland zu befassen (Mitglieder der FIFA sind die Fussball-Landesverbände).

Mit dieser Verlautbarung des IOK wird manifest, dass im Weltsport die Athletinnen und Athleten weitgehend von ihren sportlichen Aktivitäten ausgeschlossen sind, die Sport-Funktionäre aus Russland und Weissrussland jedoch weiterhin ihr Unwesen treiben können – ähnlich wie die russischen (und auch ukrainischen) Oligarchen ausserhalb des kriegsführenden Russlands.

Den «sauberen» Sport weiterhin «clean» halten!

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(causasportnews / red. / 18. April 2022) Seit bald zwei Monaten tobt der russische Zerstörungs- und Vernichtungskrieg gegen die Ukraine. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Facetten dieses Krieges sind vielfältig und scheusslich. Das geschundene Land verhält sich so, wie es die Menschheit im Kampf von David gegen Goliath am liebsten sieht. Wenn die Ukraine, in welchen Belangen auch immer, punktet, nimmt dies die westliche Welt mit Genugtuung zur Kenntnis. So etwa aktuell in der Disziplin «Schiffchen versenken». Seit die Ukrainer das Flaggschiff der Russen, die «Moskau», auf den Meeresboden geschickt haben, hat dieser Coup zumindest die Moral des sich mit allen Mitteln wehrenden Volkes gestärkt. Der Krieg verläuft sonst «sauber», wie es die russische Propaganda die Welt glauben lassen will: Alles andere ist nur ukrainische und westliche Propaganda, verlautet es regelmässig aus dem Kreml.

Für den Sport ist das Wort «sauber» von geradezu magischer und existentieller Bedeutung. «Sauber» ist nicht nur der Lieblingsbegriff der Dopingbekämpfer. Der Sport hat immer und überall «sauber» zu sein! Fair, makellos rein, wie eine keusche Braut, an die zwar niemand mehr so richtig glaubt. So verhält es sich mit Russland. Es ist eine Nation, die hinter dem Krieg und seinem obersten Kriegstreiber steht. Was die «Sauberkeit» des Sportes in zweierlei Hinsicht bedroht. Da sind auf der einen Seite die Sporttreibenden, die man einigermassen umfassend aus der Sportwelt verbannt hat. Wer sonst, wie Schweinefleisch für Muslime, «unsauber» ist, hat im organisierten, aktiven Sport nichts verloren. Durch die Teilnahme von Russinnen und Russen am Sportbetrieb verliert der Sport seine Unschuld, er riskiert seine stets beschworene, zentrale ethische Maxime. Im Umgehungsfall treten diese Sporttreibenden aus dem Aggressionsland nicht mehr als Vertreterinnen und Vertreter Russlands auf, sondern sie verstecken sich allenfalls hinter der quasi-neutralen, olympischen Flagge des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), oder sie formieren sich als Team des Russischen Olympischen Komitee (ROC); wie unlängst an den Olympischen Spielen in Peking im russischen Freundesland China (es war natürlich alles nur Zufall, dass der Krieg gegen die Ukraine nur vier Tage nach Beendigung der Spiele in Peking losgetreten wurde; wie damals, 2014, als die Annexion der Krim erfolgte, die drei Tage vor Abschluss der Olympischen Spiele im Russischen Sotschi ihren Anfang nahm). Der Monat Februar hat es offenbar in sich: Am 23. Februar 2014 begann die Annexion der Krim, am 24. Februar 2022 der Angriff auf die Ukraine…

Der aktive Sport ist also zu einem grossen Teil von russischen Athletinnen und Athleten gesäubert worden, was rechtlich absolut zulässig ist. Schwieriger verhält es sich mit den russischen Sportfunktionären, die weltweit (weiterhin) im organisierten Sport aktiv sind. Zwar hat das IOK nach Kriegsbeginn dazu aufgerufen, russische und auch weissrussische Funktionäre aus dem Sport zu verbannen. Geschehen ist allerdings bisher nichts. Die Verflechtungen und der üble «Filz» sowie die flächendeckende Korruption sind im organisierten Sport so schwierig auszumerzen wie in den Staaten vorwiegend in Europa. Der oberste Olympionike, der Deutsche Thomas Bach, wird sich – trotz gegenteiliger Beteuerungen – davor hüten, den Krebs des «Unsauberen» im Sport auf dieser Ebene zu zerschlagen. Das hat nun die Schweizerische Sport- und Verteidigungsministerin (!), Viola Amherd, dazu bewogen, einen Brief an den IOK-Präsidenten zu verfassen und ihn energisch (sic!) aufzufordern, die von mehr als 30 europäischen Sportministerinnen und -ministern mitgetragene Deklaration zum Ausschluss von russischen und weissrussischen Funktionären im Sport voranzutreiben. Thomas Bach, selber als nicht gerade interessenkonfliktsfrei bekannt, wird sich hüten, die im Sport tätigen Funktionäre aus Russland und Belarus nur schon zur Demission aufzufordern. Zu stark reichen deren Verbindungen zum Kreml. Dabei wäre alles doch so einfach: Da die meisten und wichtigsten internationalen Sportverbände und das IOK als Vereine nach schweizerischem Recht, ihre Sitze in der Schweiz haben, würde ein Blick in das Zivilgesetzbuch (ZGB) zur Wahrung des «sauberen» Sportes auch auf der Funktionärsebene genügen. So heisst es in Art. 65 ZGB, dass die Vereinsversammlung (das oberstes Organ im Verein) die Aufsicht über die Tätigkeit der Organe (wichtige Funktionäre, etc.) hat «und kann sie jederzeit abberufen». Beispiel Alexander Djukow: Der Gazprom-Russe sitzt frisch und fröhlich weiterhin in der UEFA-Exekutive. Gazprom ist zwar aus dem europäischen Fussball eliminiert worden, der Putin-Anhänger in der Regierung des Europäischen Verbandes dirigiert aber weiterhin den europäischen Fussball von Nyon aus mit. Der Verein IOK und die Verbände müssten also nur wollen und der Sport wäre von Funktionärinnen und Funktionären russischer Nationalität gesäubert. Das ist natürlich alles eine schöne (Rechts-)Theorie. Mit den Sportfunktionären verhält es sich nämlich wie mit den Oligarchen, welche die Vorzüge der westlichen Welt geniessen und so vor allem sich selber nur Gutes tun.

Asterix an den Olympischen Spielen in Peking!

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(causasportnews / red. / 31. Dezember 2021) Wir befinden uns im Jahre 2022 n. Chr. Die ganze Welt ist von «Corona» befallen. Die ganze Welt? Eine Stadt in China hört nicht auf, gegen die globale Seuche Widerstand zu leisten und «Corona» zu besiegen, um das wichtigste Sportfest des Jahres 2022, das am 4. Februar beginnen wird, nicht zu gefährden. Peking wird es auch allenfalls dank der Unterstützung von Asterix richten, aber auch dank Obelix, der notfalls von Miraculix den Zaubertrank verabreicht erhält, um alles, was Olympia gefährden könnte, zu besiegen.

Geht es um «Corona», erlebt die Welt derzeit einen Höhepunkt der besonders dramatischen Art: Die Fallzahlen waren noch nie so hoch, und die «Omikron»-Variante überbietet alles in punkto Aggressivität und Ansteckungspotential des mutierten Virus. In den Medien erscheinen im Moment mehrheitlich Meldungen, welche sich mit an «Corona» erkrankte Sportlerinnen und Sportler befassen oder wegen des Virus’ abgesagte Sportveranstaltungen und wegen der Seuche nicht mehr funktionsfähige Teams und Mannschaften thematisieren. «Corona» hat den Sport und das Sportgeschehen flächendeckend erreicht und erwischt. Wie ein Impakt setzt die Seuche auch die Protagonisten des Sports ausser Gefecht. Der Sport findet nicht mehr in «Blasen» statt; er ist Teil der realen Welt geworden. «Corona» ist mitten unter uns und bedrängt jede keimfreie Zone. Längst müsste das öffentliche und teils auch das private Leben massiv eingeschränkt werden, um der Pandemie letztlich Einhalt zu gebieten. Doch die Politik hat vor dem Faktum kapituliert. Die Regierungen, die den Kampf gegen das Virus führen müssten, befinden sich im Resignations-Modus. Es regiert «Corona», und die Regierenden sind abgetaucht oder im Jahresendurlaub; sie lassen diejenigen, die sie vor «Corona» schützen sollten, im Stich. Die Länder werden derzeit regiert oder eben nicht regiert, bzw. geführt oder nicht geführt wie schlecht gemanagte Unternehmen. So ist es seit zwei Jahren; nun erlebt die Welt einen noch nie erlebten, dramatischen Höhepunkt der Krise. Es dürfte alles noch schlimmer werden. Unter der Geissel der Seuche wird der organisierte Sport vor allem auf höchster Ebene durchgeseucht. Wettbewerbsverzerrungen hin oder her. Oft ist es nur noch Zufall, welche Sportlerinnen und Sportler an welchen Sportveranstaltungen teilnehmen (können). Sie, die sie «Corona» nicht entfliehen konnten, befinden sich in der Isolation, in der Quarantäne oder im selbstgewählten oder erzwungenen Abseits.

Nun steht Olympia vor der Türe. In rund vier Wochen soll es in Peking losgehen (4. Februar – 20. Februar 2022). In Anbetracht der globalen Gesamtlage dürfte dieser Anlass selbstverständlich nicht durchgeführt werden. Jedoch wird er, gehauen oder gestochen, abgehalten; da ist sich die Welt so sicher wie (für einmal unisono) einig. Das kommunistische Regime des bevölkerungsreichsten Landes in Ostasien kann (weil der Weltsport eine gewaltige Prestige-Plattform abgibt, das federführende Internationale Olympische Komitee (IOK) will (vor allem aus pekuniären Gründen). Da ist es irrelevant, welche(r) Sportler(in) wegen «Corona» teilnimmt oder nicht. Wichtig ist die Durchführung des Anlasses, der ohne Rücksicht auf Gesamt- oder Individualinteressen durchgedrückt wird. Obwohl nicht mehr möglich, werden die Spiele in einer (vermeintlichen) «Blase» abgehalten, die nun definitiv geplatzt ist. Peking (die Stadt ist Ausrichterin des Anlasses) und das IOK werden alles dafür tun, um im Februar den Sport in der (Pseudo-)»Blase» zu ermöglichen. Wenn es dann doch nicht gelingen sollte, dem Eindringling, dem «Corona»-Virus, genug energisch die Stirne zu bieten, stehen die abwehrerprobten Asterix und Obelix bereit; notfalls hilft Miraculix mit etwas Zaubertrank nach. Für einmal spinnen jedenfalls offensichtlich die Falschen…

Das Jahr 2022 steht vor der Türe. Die Welt und der Sport werden auch im neuen Jahr mit «Corona» mit allen noch denkbaren Mutationen leben müssen. Die Redaktion von «causasportnews» wünscht allen Leserinnen und Lesern für 2022 natürlich nur das Beste sowie eine notwendige Portion Zukunftsoptimismus und die Gabe, anzunehmen, was nicht abzuwenden ist – und die Gelassenheit, sich darauf einzustellen!

Ein Kommunikations-Super-GAU als Folge reiterlichen Fehlverhaltens

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(causasportnews / red. / 13. August 2021) Damit musste die deutsche Fünfkämpferin Annika Schleu nach ihrem Horror-Ritt anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio (vgl. auch causasportnews vom 9. August 2021) rechnen: In den «Social Media» schlägt ihr auch Tage nach dem Vorfall blanker Hass entgegen. Der Versuch, die Sachlage zu beschönigen, hat sich zu einem Total-Fiasko ausgeweitet.

Die 31jährige Reiterin hatte, aufgehetzt von Nationaltrainerin Kim Raisner, ihr Pferd mit der Gerte (Reitstock) traktiert und brutal geschlagen; die Trainerin schlug noch mit der Faust zu. Es nützte alles nichts, und der Traum von der olympischen Goldmedaille platzte umgehend auf dem Rücken der malträtierten Kreatur. Umgehend nach der Tat prasselte ein «Shitstorm» auf die Athletin nieder. Zwischenzeitlich hat sich Annika Schleu so geäussert, auf moderne Kommunikationsmittel zu verzichten, und dass es ihr wichtiger sei, sich öffentlich nicht mehr diesem Hass aussetzen zu müssen als über die sozialen Medien Sponsoren-Arbeit zu leisten.

Es wäre wohl gescheiter gewesen, bei dieser Faktenlage für einmal «sorry» zu sagen. Stattdessen lässt sich die Deutsche in den Medien so zitieren: «Ich bin mir wirklich keiner Tierquälerei bewusst.». Und zur Komplettierung des Kommunikations-Super-GAU’s: «Ich habe das Pferd nicht extrem hart behandelt, ich hatte eine Gerte dabei, die vorher kontrolliert wurde. Genauso wie bei den Sporen.». Diese Aussage ist etwa so dümmlich, wie wenn man sich nach einem Autounfall unter Alkoholeinfluss ungefähr so äussern würde: «Der genossene Alkohol erfüllte alle Zertifizierungsvorgaben und wurde unter Berücksichtigung biologisch-relevanter Vorgaben produziert.». Die Reiterin gesteht einzig ein, dass es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, den Ritt vorzeitig abzubrechen. Der «Fall Annika Schleu» hat neben der tierquälerischen Dimension des Vorgangs auch aufgezeigt, dass die Wirkung der sozialen Medien nicht unterschätzt werden darf. Und dass es durchaus Sinn machen kann, zu einem Fehler zu stehen, um des Volkes Zorn nicht noch zusätzlich zu schüren.

Die Olympische Flamme in Tokio ist erloschen

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(causasportnews / red. / 9. August 2021) «Hoffnung, Solidarität und Frieden» beschwor IOK-Präsident Dr. Thomas Bach die Welt zum Ende der Olympischen Sommerspiele in Tokio. Nichts davon, dass das die «besten Spiele waren, welche die Welt je gesehen hat» oder ähnliche Floskeln gab der oberste Olympische Schirmherr im praktisch leeren Nationalstadion in der japanischen Metropole anlässlich der Schlussfeier von sich. Bei der Zeremonie nach mehr als zwei Wochen Sport am laufenden Band atmeten die in Tokio Anwesenden und die ganze (Sport-)Welt auf: Glücklicherweise sind die Spiele nun zu Ende; ein Sportfest der Weltjugend sieht eben wohl anders aus, als das, was in Japan ablief. Die «Blase», in welcher der Gross-Anlass stattfand, hielt zwar bis zum Schluss: Aber die Olympischen Spiele 2021 wurden erfolgreich durchgezittert – dank Politik (in Japan) und Sport-Politik (seitens des IOK). Wegen «Corona» wird diese Veranstaltung, auch «Corona»-Spiele genannt, zufolge des Publikums-Ausschlusses wohl als einer der denkwürdigsten Gross-Anlässe in die Sportgeschichte eingehen. Es waren zweifellos etliche herausragende, Leistungen der Athletinnen zu verzeichnen, doch absolute, sportliche Höhepunkt prägten diesen Anlass nicht. Dafür wird anderes nachhaltig in Erinnerung bleiben, so die vereitelte Entführung der weissrussischen Athletin Kristina Timanowskaja, die den Häschern des Diktators Alexander Lukaschenko durch die Flucht nach Polen entkam. Kaum vergessen werden dürfte auch das Polit-Statement der schwarzen Amerikanerin Raven Saunders auf dem Podest. Die Manifestation gegen jede Form von Unterdrückung auf dieser Welt brachte das IOK, das seine apolitische Grundhaltung immer wieder, meist unglaubwürdig, zu unterstreichen versucht, in Nöte. Weniger Aufmerksamkeit erregte hingegen die Olympia-Mannschaft Russlands, die wegen des Russland-Ausschlusses von den Spielen als Mannschaft «Russisches Olympisches Komitee» (ROK) in Japan dabei war; auch (Sport-)Politik macht eben erfinderisch. Umgehungs-Tatbestände kennt offensichtlich auch der organisierte Welt-Sport.

Kaum vergessen wird die Welt das Drama um die moderne Fünfkämpferin Annika Schleu (Deutschland). Nicht einmal die vom IOK gesteuerte Television konnte verhindern, dass rund um den Erdball ein Reit-Drama schockierte: Auf Goldmedaillen-Kurs malträtierte die 31jährige Deutsche das ihr für den Parcours zugeloste, bockende Pferd «Saint Boy» unter Tränen derart, dass sich der Medaillen-Traum der Fünfkämpferin im Nu auflöste. Die unsensible Reiterin schlug das Pferd, das einfach nicht wollte, brutal und wurde von der Bundestrainerin Kim Raisner («hau mal richtig drauf») noch «scharf» gemacht; die Trainerin versetzte der bemitleidenswerten Kreatur zusätzlich einen Faust-Hieb. Es wird sich weisen, ob dieser Vorfall in der Endphase von Olympia 2021 das Ende dieser tierquälerischen Sportart einleutete. Wahrscheinlich nicht – angebracht wäre es. Dumm nur für das IOK, dass die ganze Welt zusehen musste, was mit dem «Sportgerät Pferd» alles so angestellt wird. Meist geschieht dies im Verborgenen (vgl. dazu auch den Tierquälerei-Fall aus dem Pferdesport in der Schweiz: Causa Sport 1/2021, 82 ff.), doch nun entlädt sich über der im wahrsten Sinne des Wortes dämlichen Sportlerin ein Shitstorm; ihre Brutalo-Trainerin wurde sofort gesperrt, wegen des nahenden Ende der Olympischen Spiele allerdings nur für ein paar Stunden…

Schlechter erging es zuvor dem Sportdirektor des Deutschen Radfahrer-Bundes, Patrick Moster, der seinen Schützling im Einzel-Zeitfahren unzulässig, rassistisch anfeuerte: «Hol die Kameltreiber!». Der Funktionär wurde zügig aus Tokio verbannt; weiter Sanktionen hat er zu gewärtigen. Fazit nach den Vorfällen mit Annika Schleu und Patrick Moster: Worte sind einschneidender als Taten. Oder müssen sich Annika Schleu und Kim Raisner doch noch vor dem Strafrichter wegen Tierquälerei verantworten? Verdient hätten sie es.

Absage der Olympischen Sommerspiele in letzter Minute?

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(causasportnews / red. / 21. Juli 2021) Zum Glück für das Internationale Olympische Komitee (IOK) ist Japans Premierminister Yoshihide Suga mit seinen bald 73 Jahren auch nicht mehr der Jüngste. Sonst könnte es durchaus sein, dass der seit September des letzten Jahres als Regierungschef tätige Liberal-Demokrat die kurz vor der Eröffnung stehenden Olympischen Sommerspiele in Tokio abblasen würde. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen im Olympia-Tross und der sich allgemein verschlechternden «Corona»-Lage wäre diese Entscheidung folgerichtig. Das Volk hat Angst und verlangt quasi in letzter Minute immer lauter eine Absage der bereits um ein Jahr verschobenen Wettkämpfe in der japanischen Metropole. Nun werden auch Stimmen aus den Kreisen der Organisation immer lauter, den Anlass, der eigentlich nur noch vom IOK gewollt ist, in letzter Minute abzusagen und die bald 100’000 Sportlerinnen und Sportler, Funktionäre und Medienschaffende wieder auszufliegen. IOK-Präsident Thomas Bach ist derzeit in Japan der meistgehasste Mann. Doch die durchwegs als höflich geltenden Japanerinnen und Japaner geben sich zurückhaltend. Dass der deutsche Funktionär die Spiele einzig aus wirtschaftlichen Gründen durchdrücken will, wird ihm im Land der aufgehenden Sonne nicht nachgesehen. Wäre der Premierminister nicht schon bald im Greisenalter, und müsste seine Partei (für ihn) nochmals zur Wahl antreten, würde sich Yoshihide Saga zweifellos dem Diktat der Strasse beugen. Doch damit ist (einstweilen) nicht zu rechnen. Der rührige Nachfolger des «Treibers» der Spiele von Tokio, Shinzo Abe, kann jegliches politisches Kalkül ausblenden und des Volkes Willen mit Blick auf die eigene politische und persönliche Zukunft ignorieren. Irgendwelche Interessenvertretungen sind für ihn irrelevant geworden, getreu nach der für Politikerinnen und Politiker nicht genug hochzuhaltenden Lebensweisheit, die einmal vom Mathematiker und Ökonom Helmar Nahr geprägt worden ist: «Interessenvertreter sind Leute, die in unserem Namen ihre Interessen vertreten.». Zum Glück also für Olympia und Japan, muss Yoshihide Suga bei allen seinen Entscheidungen nur noch sein persönliches Wohl im Auge behalten. Es sei denn, die Pandemie schlage in den nächsten Tagen Kapriolen. Dann lässt sich der opportunistisch motivierte Durchführungsplan des  Sport-Wahnsinns in Tokio immer noch ändern – oder stoppen…

Die «Corona-Spiele» in Tokio in den Entscheidungsfallen

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(causasportnews / red. / 20. Juli 2021) Die Fussball-Europameisterschaft ist vor etwas mehr als einer Woche glücklich beendet bzw. bis zum Abschluss durchgezittert worden. «Corona» schwebte wie ein Damoklesschwert über der Veranstaltung, und der organisierende Kontinentalverband UEFA zwang letztlich die Austragungsorte dazu, sekundiert von Impf-Unwilligen, Querulanten und Querdenkern, die Stadien zu öffnen – zuletzt das «Wembley»-Stadion in London. Der «Corona»-Ignorant, Boris Johnson, glaubte, dank 60’000 Engländerinnen und Engländern, der Mannschaft von der Insel auf diese Weise zu Europameister-Ehren verhelfen zu können. Wie bekannt, ohne finalen Erfolg. Der nicht gerade mit intelligenter Weitsicht gesegnete Polit-Haudegen, der im Zuge seiner «Corona»-Ignoranz alle Schutz- und Vorsichtsmassnahmen auf der Insel über Bord geworfen hat(te), befindet sich derzeit wieder einmal selber in Quarantäne; seine Infektion hat er schon vor Monaten eingezogen.

Nur knapp zwei Wochen nach dem Europameisterschafts-Erfolg Italiens steht der zweite Sport-Grossanlass dieses Jahres vor der Türe: Die Olympischen Spiele in Tokio. Diese sollen ohne Zuschauerinnen und Zuschauer durchgeführt werden. «Corona» wütet allerdings unvermindert im Lande der aufgehenden Sonne und wird immer schlimmer. Trotzdem verlangt IOK-Präsident Thomas Bach nun Spiele mit Publikum. Ohne Zuschauerinnen und Zuschauer sind Sportanlässe weniger lustig als jedes Begräbnis. Es könnte jedoch durchaus sein, dass die höflichen Japaner zuletzt vor der Geldmaschinerie IOK und den geldgierigen Funktionären einknicken werden, denn «Tokio» muss stattfinden! Das wäre ihnen teils wohl auch willkommen, denn wegen der Publikums-Sperre gehen ihnen gewaltige Zuschauer-Einnahmen verloren. Nach Tokio werden, Stand heute, lediglich 100’000 Sportlerinnen und Sportler, Funktionäre und Medienschaffende reisen. Wegen «Corona» verkommen die Sommerspiele zu einer Einheit der Gegensätze. Thomas Bach möchte aus finanziellen Gründen Publikum in den Sportstätten; Premier-Minister Yoshihide Suga will aus politischen Gründen die Spiele durchführen, steht aber unter dem Druck seines (Wahl-)Volkes, das den Grossanlass aus Angst vor «Corona» am liebsten gar nicht möchte; gleichzeitig ist er ein Opfer seiner Prestige-Gehabe: Wie würde Japan dastehen, wenn die Spiele nicht stattfinden und in einem halben Jahr im Lande des Rivalen China die Olympischen Winterspiele eröffnet werden! Eine verzwickte Situation also, bestückt mit diversen Entscheidungsfallen, vor allem für die bemitleidenswerten Japaner, die kaum mehr anders können, als wohl zu guter Letzt auch noch die Sportstätten für das Publikum zu öffnen. Darauf, dass die Gross-Veranstaltung am Wochenende nicht beginnen wird, wettet niemand (mehr) einen Rappen. Schliesslich soll Japan mit den Spielen auch Stärke demonstrieren und die Nation das Fukushima-Trauma überwinden; exakt von dort aus wurde das Olympische Feuer nach Tokio getragen – das sagt alles. Ob der interdisziplinäre Anlass zum stets beschworenen, grandiosen Sportfest 2021 für die Menschheit auf diesem Globus werden wird, dürfte sich bald weisen. Wahrscheinlicher ist, dass die im letzten Jahr um ein Jahr verschobenen Sommerspiele als «Corona-Spiele», die aus verschiedenen Gründen durchgezwängt werden müssen, in die Sport-Geschichte eingehen werden. Libido, gepaart mit Kalkül, statt Ratio, könnte die allgemeine Lage kurz vor Beginn des Grossanlasses zusammengefasst werden.

Fussball-EM-Spielorte: Da waren’s nur noch zehn…

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(causasportnews / red. / 25. April 2021) Selbstbewusst und fordernd hat UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gedroht, dass als Austragungsorte für die am 11. Juni 2021 beginnende Fussball-Europameisterschaft nur Städte in Frage kämen, in denen zu den Spielen auch Zuschauer zugelassen seien (vgl. auch causasportnews vom 17. April 2021). Diesbezüglich sind nun vom Europäischen Kontinentalverband die letzten Entscheidungen bezüglich der Austragungsorte gefällt worden. Dublin und Bilbao fallen definitiv weg; sie konnten offensichtlich die im Zuge von «Corona» von der UEFA geforderten Zuschauergarantien nicht ausreichend erfüllen. Da waren es also nur noch zehn (Austragungsorte).

Besonders erstaunt nach dieser finalen Flurbereinigung der Austragungsstätten ist, dass München offensichtlich für die UEFA genügende Publikums-Zusicherungen für die «Allianz»-Arena abgeben konnte. In Deutschland wird das öffentliche Leben derzeit zufolge der sich verschlimmernden Pandemielage zwar ziemlich rigoros heruntergefahren. Aber es ist den Verantwortlichen des  Deutschen Fussball-Bundes (DFB) offenbar gelungen, die UEFA zu überzeugen, dass sich pro Spiel immerhin 14’500 Personen im Stadion aufhalten dürfen. Da hat aktuell vorab die Politik vor den Forderungen aus dem Sport und der Wirtschaft kapituliert. Auch wenn diese «Zuschauergarantie» für München juristisch hieb- und stichfest sein sollte (was nicht ganz eindeutig zu sein scheint, da die UEFA lediglich von «realistischen» Szenarien gesprochen hat), müsste wohl bei Verschlimmerung der Pandemie-Lage damit gerechnet werden, dass in der «Allianz»-Arena auch «Geisterspiele» ausgetragen werden müssten. Wie heisst es jeweils auch so schön in der Sport-Politik: «Neue Lage, neue Lagebeurteilung».

Während die Rahmenbedingungen mit Blick auf das kontinentale Fussball-Ereignis des Jahres nun einigermassen klar scheinen, wird der andere Grossanlass im fernen Japan im zweiten «Corona»-Jahr zur Zitterpartie. Tokio erlebt derzeit eine vierte «Corona»-Welle mit massiv steigenden Fallzahlen. Es mehren sich aus allen Lagern die Forderungen, die Olympischen Sommerspiele in der japanischen Metropole gänzlich abzusagen. In jedem Fall sind zu diesem Grossevent keine ausländischen Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen.

Impf-Diplomatie des IOK brüskiert Japan

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(causasportnewes / red. / 14. März 2021) In rund vier Monaten sollen die 2020 um ein Jahr verschobenen Sommerspiele in Tokio beginnen (vom 23. Juli bis zum 8. August), doch ist im Moment immer noch unklar und unsicher, ob der polysportive Grossanlass in der japanischen Metropole überhaupt stattfinden wird. Könnte Japan über die Durchführung befinden, würden die Spiele wohl abgesagt. Allerdings entscheidet nicht Japan, sondern letztlich das Internationale Olympische Komitee (IOK), das den grössten Sportanlass der Welt aus wirtschaftlichen Gründen wohl durchsetzen wird. Auch wenn IOK-Präsident Thomas Bach im Zuge der Verschiebung der Spiele in Tokio im letzten Jahr erklärt hat, dass es in Tokio keine Sport-Wettkämpfe ohne Publikum geben würde. Doch was kümmert den IOK-Präsidenten, frei nach Konrad Adenauer, heute das Geschwätz von gestern? Gemeint war ja eh, dass es nicht verboten sei, klüger zu werden… Vor allem dürften Thomas Bach und seine meist greisen IOK-Mitglieder realisiert haben, dass auch das IOK ohne Spiele wirtschaftlich wohl mehr als schwierigen Zeiten entgegenblicken würde. Im Zeitalter der (neuen) Medien und der fortgeschrittenen Digitalisierung lassen sich, wie Beispiele zuhauf zeigen, Sportveranstaltungen locker auch ohne Zuschauende durchführen. Mehr noch: Ohne Publikum wird alles viel einfacher und kostengünstiger, auch wenn der Olympische Sport nicht gerade ein akutes, kosten-intensives Hooligan-Problem aufweist. Wegen «Corona» sind mit Blick auf den Beginn der Spiele am 23. Juli 2021 allerdings noch ein paar Klippen zu meistern. Schliesslich müssen Sporttreibende, Funktionäre und Medienschaffende aus aller Welt nach Asien gekarrt werden. Dem Thema «Impfung» kommt dabei zentrale Bedeutung zu. Auch diesbezüglich hat der ehemalige Fechter aus dem putzigen Tauberbischofsheim in Baden-Württemberg, und Jurist Thomas Bach vorgesorgt. Dank ausgeklügelter Impf-Diplomatie ist es dem IOK-Präsidenten gelungen, das Olympische Komitee Chinas dazu zu bewegen, den Impfstoff für die Teilnehmer/innen an den Spielen in Tokio anzubieten. Die Chinesen haben dieser Problemlösung wohl mit Freude zugestimmt; sie liefern schliesslich aus Philanthropismus auch Impfstoff in alle Welt, vor allem in ärmere Länder, die es den scheinbaren Verursachern der Pandemie alles damit zusammenhängende Negative nachsehen werden. Der nicht gerade als überaus empathisch einzuschätzende IOK-Präsident hat mit diesem Durchschlag des gordischen «Corona»-Knotens die Keule des klassischen Sport-Funktionärs geschwungen. Das «freundliche» Angebot aus China, wie der Deal nun dargestellt wird, zeigt für den 67jährigen Deutschen die «Kraft der olympischen Familie». «Familie» verfängt immer, so wie etwa Kinder- und Tiersendungen im Fernsehen. Man hilft sich, mag sich und impft sich gegenseitig. Die IOK-Spitze kungelt also ausgerechnet mit dem Land, das für die Pandemie verantwortlich zu sein scheint. Es ist ein wenig so wie mit dem Pyromanen, der nach der Entfachung der Feuersbrunst als Feuerwehrmann die gelegten Brände zu bekämpfen hilft. Weil IOK-Präsident Thomas Bach eben ein Funktionär alter Schule ist und den Zeitgeist längst ausgeblendet hat, brüskiert er auf diese Weise die an sich höflichen, disziplinierten Japaner. Dass sich diese und die Chinesen nicht wahnsinnig mögen, ist ein nicht erst seit gestern bekanntes Faktum. Die Japaner gelten jedoch eben als höfliche Zeitgenossen und werden diese Schmach wohl schlucken wie die berühmte Kröte. Was bedeutet, dass die Spiele wohl durchgeführt und die Teilnehmenden mit chinesischem Impfstoff immunisiert werden. Es wäre ja auch gelacht, wenn die Spiele von Tokio nur wegen der Pandemie abgesagt würden und China ein halbes Jahr später im eigenen Land (zweifellos) die Olympischen Winterspiele mit Pauken und Trompeten austragen würde. Das verstehen die Japaner sehr wohl und lassen sich deshalb auf diese Weise vom IOK verzwergen.