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«Tour de Suisse 2022»: Ende gut, (fast) alles gut

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(causasportnews / red. / 20. Juni 2022) Noch vor wenigen Tagen war es eine reale Gefahr, dass die «Tour de Suisse 2022» nicht würde zu Ende geführt werden können. Etwa ein Drittel des Teilnehmerfeldes wurde durch das «Corona» eliminiert. Weil das Virus nicht nur unter den Fahrern wütete, sondern auch der Begleittross von ihm befallen wurde, musste das Schlimmste befürchtet werden: Ein Rennabbruch (vgl. auch causasportnews vom 19. Juni 2022). Dass es nicht soweit kam, war so unerklärlich wie der Umstand, dass die Schweizer Rundfahrt plötzlich doch noch bis zum Ende durchgezittert werden konnte. Das lag vielleicht daran, dass die «Tour de Suisse» am Wochenende im Ausland, im Fürstentum Liechtenstein, beendet wurde. Der Brite Geraint Thomas liess sich in Vaduz als sicherer Gesamtsieger feiern. Ende gut, und, trotz «Corona», (fast) alles gut, könnte ein aktuelles Fazit gezogen werden. Die im internationalen Verhältnis bescheidene Tour, die 2020 wegen «Corona» nicht durchgeführt werden konnte, ist nun nicht mehr viel mehr als Geschichte. Nicht nur die Randsport-Community hat den Fokus bereits auf das berühmteste und auch härteste Radrennen auf dem Planeten gerichtet: Auf die «Tour de France 2022», die am 1. Juli 2022 in Kopenhagen beginnen soll. Die «grande boucle» soll zum Radsport-Leckerbissen dieses Jahres werden, doch hängt das «Corona»-Damoklesschwert bedrohlich über der Tour. Die steigenden Fallzahlen in weiten Teilen Europas haben die Organisatoren der «Tour de France» dazu bewogen, die Massnahmen im Kampf gegen das Virus mit allen seinen Mutationen zu verstärken. Das Damoklesschwert «Corona» wird ab 1. Juli 2022 über dem Peloton schweben, verbunden mit der Hoffnung, dass es bis zum Ende der Tour am 24. Juli in Paris nicht plötzlich heruntersausen möge…

13. Februar: Der Tag des Glücks und der Abrechnungen – ein grosser Tag für die direkte Demokratie

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(causasportnews / red. / 14. Februar 2022) Der 13. Februar 2022 war ein goldener Tag für den Schweizer Skisport – und für die direkte Demokratie in der Schweiz: Marco Odermatt wurde in Peking auf eindrückliche Weise Riesenslalom-Olympiasieger. Womit widerlegt worden ist, ein 13. bedeute zugleich Unglück. Im Gegenteil. Glück brachte dieser Sonntag, der 13. auch der direkten Schweizerischen Demokratie. Insbesondere dem im Vorfeld der Volksabstimmung vieldiskutierte «Medienpaket» (causasportnews vom 30. Januar 2022) wurde eine regelrechte Abfuhr erteilt: Rund 55 Prozent der Stimmenden sagten Nein zur Staatsförderung der Medien. Mit diesem klaren Ergebnis und mit den für die Regierung und das Parlament weiteren Niederlagen an diesem denkwürdigen Sonntag bestätigte sich die lateinische Sentenz in dieser säkularen Demokratie: «vox populi vox dei» (Volkes Stimme ist Gottes Stimme). Die Medienförderung durch Staatshilfe ist kein Staatsauftrag, entscheid das Volk und manifestierte wohl, dass die Nachfrage für derartige Medien kaum mehr besteht. Kontrolle durch Mittel des zu Kontrollierenden ist abwegig. Aber, wer weiss, von welchen Intuitionen sich die Stimmenden leiten liessen. Vielleicht war es auch nur ein Votum gegen eine Presse, die mit den Regierenden paktiert und irrigerweise dennoch den «Qualitätsjournalismus» predigt. Es war wohl auch eine Missfallenskundgebung gegen das (vom Volk gewählte!) Parlament und die Landesregierung, welche die Medien mit Staatsmitteln fördern wollten und sich gegenseitig Pfründe, Vorteile und Annehmlichkeiten zuschanzen. Kein Parlaments-oder Regierungs-Mitglied wandte sich im Vorfeld der Abstimmung gegen das Medienförderungs-Paket. Das hätten die Medien nicht verziehen…Die Niederlagen am Abstimmungs-Sonntag verschlug den Parlamentarierinnen und Parlamentariern die Sprache und raubten ihnen die Stimmen. Der sonst redselige, allerdings meist schwurbelnde Bundesrat ging nach den Abstimmungspleiten schon einmal auf Tauchstation, allen voran die für die wichtigsten Vorlagen zuständigen Mitglieder der Landesregierung, Simonetta Sommaruga (SP) und Finanzminister Ueli Maurer (SVP). Die sonst salbungsvoll auftretende, linke Medienministerin Simonetta Sommaruga wirkte am Wahlabend mehr hilflos statt, wie sonst in der Regel, peinlich.  Kurz angebunden schwadronierte und lamentierte sie, nach Argumenten ringend, herum. Die brutale Abstimmungs-Niederlagen von Regierung und Parlament waren wohl auch eine Generalabrechnung des Volkes gegenüber den beiden Staatsgewalten für das desaströse Reagieren in der «Corona»-Krise. Parlament und Regierung machten zwar in der Krise nicht alles falsch, aber kaum etwas richtig und führten das Volk ins Desaster; und förderten damit die Staatsverdrossenheit, die sich sogar in permanenten Gewaltexzessen äussert. Jedenfalls ist, gemessen an den Abstimmungsergebnissen vom Sonntag, das Vertrauen in das Parlament und die Landesregierung nahe beim Gefrierpunkt.

Aber auch die Medien selber, die durch das Medienpaket mit Staatsgeldern ihre Gewinne optimieren sollten, agierten im Vorfeld der Abstimmung durchsichtig und täuschend. Den letzten Sargnagel gegen die vorgesehene Medienförderung setzte, natürlich ungewollt und zufälligerweise, mit einem authentischen Votum der Top- Manager des Ringier-Konzerns, der massiv von der Medienförderung profitiert hätte, Marc Walder: Geradezu trunken von Selbstüberschätzung, Grössenwahn und Arroganz prahlte der nicht gerade als grosses Licht bekannte, ehemalige Tennis-Professional, damit, wie die Medien-Produkte aus seinem Konzern im Gleichschritt mit Regierung und Parlament marschieren würden. Da war es wohl jeder Stimmbürgerin und jedem Stimmbürger klar, dass es brandgefährlich wäre, von Staatsseite her diese Symbiose von Politik und Medien noch pekuniär zu stützen. Gewonnen hat am Sonntag, dem 13. Februar 2022, also die direkte Demokratie. Das Referendums-System in der Schweiz ist eine letzte Sicherung, um auf Abwege geratene Parlaments- und Regierungsmitglieder wirksam einzugrenzen. Die vernichtenden Niederlagen von Regierung und Parlament wiesen den wichtigen, positiven Aspekt auf, dass es auch in Zukunft Sinn macht, letztlich das Volk direkt entscheiden zu lassen.

Olympische Winterspiele in windiger Kälte, in Isolation und in der Polit-Falle

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(causasportnews / red. / 8. Februar 2022) Nach ein paar Wettkampftagen lässt sich eine erste Bilanz der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking ziehen. Fazit: Freude, Begeisterung und Feststimmung würden sich wohl anders äussern. Die Wettkämpfe in der nicht gerade als pittoresk anmutenden Landschaft Chinas werden programmgemäss abgespult, und die Akteure, Funktionäre und die wenigen Zuschauenden, die sich in der «Corona-Blase» von Peking und Umgebung bewegen, sehnen offensichtlich vor allem das Ende dieser Gross-Veranstaltung am 20. Februar herbei. Noch selten spielte der Zufall eine derartige Rolle, wie bei diesen Spielen. Aufgrund der «Corona»-Pandemie führt der Zufall, ein Ereignis ohne kausale Erklärung, weitgehend Regie, wer an den Wettkämpfen teilnehmen kann oder nicht. Bezüglich Ausgang der Wettkämpfe spielen die Windverhältnisse eine massgebende Rolle. Die Teilnehmenden mimen zwar nicht gerade eine Hungersnot und den Ausnahmezustand, sie bewegen sich im Rahmen der Spiele jedoch am unteren Ende der Zumutbarkeits-Skala. Natürlich, im Winter herrscht Kälte, und auch der Wind kann ein Dauerbegleiter sein. Die Sportlerinnen und Sportler müssen zufolge der Pandemie, die ihren Ursprung wohl rund 1000 Kilometer von Peking entfernt haben soll, ihr Wettkampfleben in Isolation und Entbehrung ertragen. Kurz: Die Olympischen Winterspiele in China sind, wie die ersten Wettkampf-Tage gezeigt haben, das Ergebnis einer Fehl-Vergabe. Allerdings ist es evident, dass auch künftig derartige Veranstaltungen weitgehend an «spezielle» Destinationen vergeben werden.  Die Vergabe von grossen Sportanlässen, so auch die am Ende dieses Jahres stattfindende Fussball-Weltmeisterschafts-Endrunde in Katar, sind von politischen Mechanismen und von Interdependenzen zwischen Sport, Wirtschaft und Politik geprägt. Apropos Politik: Olympische Spiele bieten der Politik immer auch eine spezielle Plattform. Leider. Der aktuelle Anlass verhindert wohl einstweilen einen Krieg (zwischen Russland und der Ukraine); dem «Olympischen Frieden» sei’s gedankt. Sport ist bekanntlich oft ein Krieg ohne Waffen. Schon anlässlich der Eröffnungsfeier wurde zumindest eine neue Form des «Kalten Krieges» zelebriert. Russlands Präsident Wladimir Putin fand sich pünktlich zum Beginn von Olympia beim Chinesischen Machthaber Xi Jinping ein. Ein starkes Zeichen der kommunistischen Verbrüderung gegenüber dem Westen anlässlich der Eröffnung der Veranstaltung. Die Westmächte glänzten durch Abwesenheit. Was wohl als politisches Eigentor in dieser Situation zu werten ist. Oder der Westen ist in die Polit-Falle geraten. Oder wie es der ebenfalls abwesende Präsident Frankreichs, Emmanuel Macron, sagen würde, wenn er es dürfte: «Les absents ont toujours tort» (Die Abwesenden haben immer Unrecht). Wenigstens ein bisschen Reisediplomatie im Zuge der Ukraine-Krise hat der Deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz an den Tag gelegt. Er flog zwar in die falsche Richtung, nach Washington statt nach Peking, landete aber immerhin beim angeblich wichtigsten Mann der Welt, dem US-Präsidenten Joe Biden.

Vor Olympia Peking: Präzise Fragen – nichtssagende Antworten

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(causasportnews / red. / 3. Februar 2022) Die Olympischen Spiele in Peking beginnen in wenigen Stunden. Die Veranstaltung findet zwar in einer «Blase» statt, zu der nur «Corona»-resistente Sportlerinnen und Sportler Einlass erhalten. Die Ungewissheit ist gross, welche für die Wettkämpfe selektionierten Athletinnen und Athleten letztlich zugelassen werden. War es bei früheren Veranstaltungen das «Doping»-Damoklesschwert, das über dem grössten und bedeutendsten Sportanlass der Welt hing, ist es nun die Angst vor dem Virus, das jeden Traum vom Olympiasieg zum Albtraum mutieren lässt. Olympia ist mit Blick auf das Publikum, das in Peking nur selektiv zugelassen wird, auch immer ein Jahrmarkt der Eitelkeit; aber auch eine Bühne, in der sich Prominente, Stars und Sternchen anderer Branchen sowie Politikerinnen und Politiker aus aller Welt neben den Wettkampfstätten tummeln. Aus diversen Gründen fällt es der Politik aufgrund des Austragungsortes schwer, den Anlass für eigene Zwecke zu nutzen oder den Teilnehmenden vor Ort die Aufwartung zu machen. In Peking teilnehmen oder nicht teilnehmen? China durch Absenz für was auch immer abstrafen? Vielleicht nur ein paar Stunden in der Kapitale des kommunistischen Staates an diesem oder jenem Wettbewerb dabei sein? – Solche und ähnliche Fragen werden von den Medien derzeit weltweit gestellt. Zum Beispiel an die Adresse des neuen Deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz, der mit seiner spontanen, gewinnenden und humorvollen Art den Spielen gut tun würde. Doch der Hamburger ziert sich. Auf die Frage eines Journalisten des Zweiten Deutschen Fernsehens, ob er in Peking dabei sein werde, kam die sybillinische Antwort wie aus der Kanone geschossen: «Ich habe keine Reisepläne». Eine solche Frage würde sich an sich präzise mit «Ja» oder «Nein» beantworten lassen. Doch der amtierende Bundeskanzler ist offensichtlich in Loriots (Vicco von Bülows) Fussstapfen getreten. Dieser hätte im Blindtest zweifelsfrei herausgefunden, dass die Antwort auf die Frage, ob der Bundeskanzler in Peking dabei sein werde (was an sich einfach eben mit «Ja» oder «Nein» zu beantworten ist), von einem Politiker mit juristischer Grundausbildung stammen müsse: Die Antwort kam nämlich rasch, war präzise und nichtssagend…

Wenigstens die Rahmenbedingungen der Olympischen Spiele in Peking, auf die sich nur das Internationale Olympische Komitee (IOK) dank Milliardeneinnahmen so richtig freut, geben Gründe dafür ab, dass die Veranstaltung vom 4. bis zum 20. Februar 2022 Herz und Geist nicht nur der Teilnehmenden erfüllen wird.

Vorfreude auf Olympia in Peking

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(causasportnews / red. / 28. Januar 2022) Es wäre wohl übertrieben zu behaupten, mit Blick auf die in der kommenden Woche in Peking beginnenden Olympischen Winterspiele herrsche so etwas wie Vorfreude, wie das für einen der grössten Sportanlässe der Welt folgerichtig wäre. Die Athletinnen und Athleten, welche nicht wegen «Corona» den Anlass in aller Welt an den Bildschirmen verfolgen müssen, sind bereits in China oder (bald) auf dem Weg dorthin; so spät als möglich an- und so rasch als möglich wieder abreisen, lautet die Devise – das ist natürlich im Sinne des Olympischen Grundgedankens. Wer nach Peking fliegt, hat die Gelegenheit, sich vor Ort vom Virus, dessen Ursprung in Wuhan, rund 1000 Kilometer von Peking entfernt, vermutet wird, zu schützen. Apropos Virus: Hierüber und über den vermuteten Ausbruch der Pandemie im Grossreich wird global der Mantel des Schweigens ausgebreitet.

Positiv wirkt sich bei der ganzen Sachlage das immer noch ungeschriebene Gesetz aus, das seinen Ursprung im antiken Griechenland hat: Während der Olympischen Spiele ruhen kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Ländern der Teilnehmenden. Das bedeutet, dass der insbesondere sport-affine Wladimir Putin die Ukraine zumindest während der Dauer der Spiele im Lande seiner kommunistischen Kollegen in China nicht überfallen wird.

Die ganzen Umstände mit und um «Corona» ermöglichen es der Politik, sich mit Blick auf die Winter-Wettkämpfe diplomatisch zu verhalten. Die Pandemie nimmt beispielsweise die Schweizer Regierung zum Anlass, bzw. Vorwand, um kein Regierungsmitglied an die Spiele entsenden zu müssen, wie das sonst Tradition hat. Der vielbeschworenen Trennung von Sport und Politik zum Trotz. Kein Zwiespalt also für die mutigen, an Olympia abwesenden Politikerinnen und Politiker, um sich nicht mit dem Thema Menschenrechtssituation in China befassen und sich hierzu erklären zu müssen. Dass kein Schweizer Regierungsmitglied nach Peking reist, hat nur Vorteile; nicht nur Umweltschutzgründe sind hier anzufügen, wenn die umweltbelastende und kostenintensive Reise eines Bundesrats-Mitglieds mit dem Regierungs-Jet unterbleibt. Vor allem ist es ermutigend, wenn für einmal der Missbrauch des Sports als Plattform für publizitätssüchtige Politikerinnen und Politiker wegfällt; aufgrund der unerfreulichen Umstände allerdings. Dem Chinesischen Regime wird das Wegbleiben Schweizer Regierungsmitglieder etwa so schmerzhaft auffallen, wie wenn am Bahnhof in Peking ein Fahrrad umfällt. Jetzt herrscht erst mal weltweite Vorfreude auf die Spiele, die vor allem aus ökonomischen Gründen durchgezwängt werden. Kluge Köpfe, die es auch ausserhalb der Medizin gibt, haben die Pandemie zudem eh als beendet erklärt. Weil Politikerinnen und Politiker immer recht haben, darf sich die Vorfreude auf die Olympischen Spiele nun sogar zur uneingeschränkten Freude mutieren. Was echte Mutationen sind, hat uns schliesslich die Pandemie gelehrt.

Segen und Fluch des Individual-Sponsorings

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(causasportnews / red. / 25. Januar 2022) In der schnelllebigen Sportwelt ist die «Affäre Novak Djokovic» längst in den Hintergrund getreten. Unaufgeregt plätschert derzeit das «Australian Open» vor sich her, das nach dem vorzeitigen Abgang der Weltranglisten-Nummer Eins der Hauptattraktion beraubt wurde. Nun schaut man in die Zukunft auch vor allem in Richtung der weiteren, bedeutenden Turniere auf dem Planeten. Im Vordergrund steht die Frage, wann und an welchen Wettkämpfen der 35jährige Serbe als erklärter Impfverweigerer und Verschwörungstheoretiker in diesem Jahr wird teilnehmen können, falls «Corona» weiterhin die Welt im Griff hält und er es ablehnt, sich impfen zu lassen. Das ist die sportliche Seite.

Das juristische, politische Gerangel um Novak Djokovic vor dem prestige-trächtigen Tennis-Turnier in «down under» hat vor allem eine wirtschaftliche Komponente manifest werden lassen. Im Sport geht es eben, wie hinlänglich bekannt, vor allem auch ums Geld, das in verschiedensten Facetten das Thema ist. Auch bezüglich Sponsoring. Not amused über die Eskapaden des serbischen Top-Sportlers sind beispielsweise etwa seine Sponsoren. Die «Causa Novak Djokovic» führt insbesondere vor Augen, welche Problematik individuelles Sponsoring mit sich bringt. Es kann für einen Sportler (oder eine Sportlerin) und für den Sponsor ein Segen sei, wenn sich eine entsprechende Werbe-Partnerschaft realisiert. Diese beinhaltet aber das Risiko, dass der gesponserte Sportler kraft seines Verhaltens oder seiner Auftritte zur «Hypothek» für den Sponsor wird, der es unter Umständen eher nicht (mehr) gerne sieht, wenn das beworbene Produkt oder die beworbene Dienstleistung mit dem renitent-schwurbelnden Sportler (oder Sportlerin) in intensivem Zusammenhang steht. Evident ist, dass Individual-Kooperationen im Sponsoring stets Risiken beinhalten, welche z.B. in Mannschafts-Sportarten als nicht einmal latent vorhanden zu qualifizieren sind (in einer gesponserten Fussball-Mannschaft spielt der einzelne Akteur bezüglich Sponsoring nicht eine derartige Bedeutung wie in einer Individual-Sportart).

So verwundert es nicht, dass nach den nicht gerade image-fördernden Eskapaden von Novak Djokovic (seine) Sponsoren von Weltruf murren und den Serben zum Rapport antreten lassen oder das eingegangene Sponsoring hinterfragen, so etwa «Lacoste» (der Bekleidungskonzern gehört zur Genfer Gruppe Maus Frères) oder der Luxus-Uhrenhersteller «Hublot» mit Sitz in Nyon am Genfersee (er gehört zum französischen LVMH-Konzern). Weitere Unternehmen, wie «Head» (Tennis-Rackets), «Peugeot» (Mobilitäts-Industriekonzern), «Asics» (Sport-Schuhe) oder «Raiffeisen International» (Österreichische Bank) sorgen dafür, dass der 35jährige Tennis-Krösus jährlich etwa 30 Millionen Dollar an Werbegeldern einstreichen kann. Sie alle halten den Ball im Moment i.S. Marketing mit Novak Djokovic mehr als flach.

Teils ist auch schon die Frage gestellt worden, ob sich ein Sponsor Entgleisungen, wie nun von der Welt-Nummer-Eins praktiziert, gefallen lassen muss oder ein Sponsoring- Engagement in einem solchen Fall vorzeitig aus wichtigem Grund, wie praktisch jedes Vertragsverhältnis, ausserordentlicherweise (vorzeitig) ohne Folgen beendet werden darf. Das ist unter juristischen Gesichtspunkten wohl eher nicht möglich. Vielmehr sind dies eben die Tücken eines Individual-Sponsorings, und ein Geldgeber muss in dieser Sparte eher damit rechnen, dass sein Einzel-Webepartner für ihn problematisch oder untragbar werden könnte. Nicht jeder Sportler ist in Gottes Namen ein Roger Federer, der, im Moment sportlich inaktiv, werblich jedoch hyperaktiv, wohl selber kaum mehr weiss, für welche Produkte, Unternehmen und Dienstleistungen er wirbt. Für einen Sponsor ist eine solche Konstellation ideal, denn er hat kaum einen Image-Schaden zu befürchten, sollte der Sportler einmal den Weg von Irrungen und Wirrungen beschreiten oder vom konventionellen Weg abkommen. Wie delikat Individual-Sponsoring sein kann, belegt die Werbe-Angelegenheit V-Zug und Martina Hingis. Weil die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin 2008 in den Netzten der Dopingfahnder hängen blieb (es war ein lapidares Vergehen), distanzierte sich V-Zug sofort und öffentlich von der Gesponserten. Das trug den Zuger Haushaltmaschinen-Bauern viel Kritik ein. Von einem Sponsor wird auch etwas Treue zum Sportler erwartet, vor allem dann, wenn sich dessen Verfehlung als marginal erweist.

Mehr dazu in «Causa Sport» 1/2022; erscheint am 30. April 2022 – causasport.org

Melbourne und Wengen – das Wochenende der «Quittungen»

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(causasportnews / red. / 16. Januar 2022) Es war das Wochenende der «Quittungen» – im australischen Melbourne und im schweizerischen Wengen. Nach nervenaufreibenden Tagen sowie einem politischen und juristischen Hickhack fiel kurz vor dem offiziellen Beginn des Australian Open der Entscheid in der «Causa Novak Djokovic». Der Serbe, die Welt-Nummer-Eins im Männer-Tennis, musste nach einem endgültigen Entscheid des angerufenen Bundesgerichts in Melbourne die Heimreise antreten. Er hat den «Krieg» gegen den Insel-Kontinenten verloren (causasportnews vom 11. Januar 2022) und letztlich die «Quittung» für seine Geisteshaltung und sein sonstiges Verhalten bekommen. Der Vorgang wurde hochstilisiert zum Kampf eines Impf-Verweigerers, der zum Anführer der Querdenker und Impf-Querulanten wurde, gegen einen Staat, der seinen Einreise-Regularien im Zuge von «Corona» zum Durchbruch verhelfen wollte; und dies letztlich auch tat. Novak Djokovic bekam zu spüren, dass im Sport der Schiedsrichter die Regeln anwendet, im staatlichen Umfeld jedoch der Staat. Allerdings hätte das tagelange Tauziehen um den Verbleib des Spielers in «down under» oder seine Ausweisung aus Australien nach Tagen durchaus vermieden werden können, wenn Staat und Justiz nicht derart wankelmütig agiert hätten. Es hätte ihm zu Beginn des Theaters die Einreise definitiv verwehrt werden müssen. Dass sich der 35jährige Serbe als Nicht-Geimpfter den Zugang zum prestigeträchtigen Australian Open quasi durch die Hintertüre sichern wollte, war von ihm mehr als mutig. Australien ist für eine konsequente Einreisepolitik bekannt, was jeder Tourist weiss, der schon einmal nach «down under» gelangen wollte. In der Zeit von «Corona» und den klaren Vorgaben Australiens war es eine offensichtliche Fehl-Spekulation von Novak Djokovic, sich auf dieses juristische «Vorspiel» zum Australian Open einzulassen, bei dem er nun auf der Strecke blieb. Er hat einen selbst heraufbeschworenen «Krieg» verloren gegen ein Land, das sich nicht selten ähnlich wie das standfeste «gallische Dorf» aus Asterix und Obelix gebärdet; aber der Weltuntergang gestaltet sich definitiv anders. Dieses Ende einer Affäre ist für den Top-Sportler, der wohl auch künftig eher nur mit Mühe wieder in Australien wird spielen können, bzw. dürfen, nicht nur negativ. Was wäre gewesen, wenn der Serbe bei einer Teilnahme am Australian Open 2022 das Turnier nicht gewonnen hätte? Wäre die Rod Laver-Arena in Melbourne zum Schauplatz eines Stellvertreter-Krieges der Fans geworden? Dass Novak Djokovic die Wegweisung aus Australien letztlich akzeptiert hat (es blieb ihm auch nichts anderes übrig), hat ihn wohl auch vor weiterem Schaden bewahrt. Es entspricht zweifelsfrei auch nicht gerade dem Wunschdenken der Sponsoren des Sportlers, wenn sie mit einen Impfverweigerer und Querdenker paktieren. Deshalb hat die Nummer Eins die Ausreise aus Australien im Zuge einer Schaden-Minderung ziemlich kleinlaut angetreten.

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Die «Quittung» für die unglaubwürdige «Corona»-Politik in der Schweiz haben auch der Schweizer Abfahrts-Star Beat Feuz im Speziellen und die Schweizer Ski-Nation im Allgemeinen erhalten. Seit Monaten wird in Helvetien, oft auch mit dem bereits erwähnten gallischen Dorf verglichen, «Corona» höchstens noch halbherzig bekämpft. Die Regierung hat den Kampf gegen das Virus längst aufgegeben, ist in der Causa «Pandemiebekämpfung» abgetaucht und setzt die Bevölkerung der Seuche praktisch schutzlos aus – ohne das auch ehrlich zu sagen. «Durchseuchung» heisst das Heilmittel, das aber vermutlich nur in Dark-Räumen der Phantasien existiert. Es wird zwar an «Corona»-Bekämpfungs-Szenarien gewerkelt, doch das ist nichts anderes als ein Mitwirken an der Herstellung von neuen Kleidern im Sinne der Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern. Damit wird seitens des Staates und der Politik lediglich ein Plecebo-Effekt erzielt. Zwar existieren in der Schweiz Schutzkonzepte und werden entsprechende Regularien erlassen, doch sind deren Durchsetzung und der entsprechende Durchsetzungs-Wille nicht mehr als ein Scherz. Beziehungsweise hat sich der Staat bei der Virus-Bekämpfung der «laissez-faire-Politik» verschrieben. Geradezu gruslig waren die Bilder, die anlässlich der Weltcup-Skirennen vor einer Woche in Adelboden und nun in Wengen zu sehen waren. Weder Zuschauende noch Sportler hielten sich an irgendwelche Schutzvorgaben. «Corona» war im Berner Oberland wie ausgeblendet. Krisenbewältigung durch Ignorantentum, wäre man geneigt zu sagen. Das führte dann allerdings dazu, dass die Schweiz für diese Haltung die sportliche «Quittung» bekam. Wären die Schweizer so konsequent wie die Australier im «Fall Novak Djokovic», hätte der Österreicher Vincent Kriechmayr zum Lauberhorn-Klassiker wegen nicht erfüllter Vorgaben im Zuge von «Corona» zum Abfahrtsrennen gar nicht zugelassen werden dürfen. Weil man es in der Schweiz bezüglich «Corona» aber eben locker nimmt, ging der Österreicher ebenso locker an den Start und gewann den Klassiker – vor dem einheimischen Top-Favoriten Beat Feuz. Genau dieser Sieger sollte verhindert werden, jammerten die helvetischen Medien nach dem Abfahrts-Spektakel vor der berühmten Eiger-Nordwand. Aber eben: Wer sich nicht an die eigenen Regeln hält, darf sich nicht darüber beklagen, wenn ein anderer davon profitiert. Im Fussball würde eine solche Situation als klassisches «Eigentor» qualifiziert.

Novak Djokovic auf dem Weg in die Rod Laver-Arena?

So sehen die Medien den «Fall Novak Djokovic» («Tages-Anzeiger», Zürich)

(causasportnews / Red. / 11. Januar 2022) Nicht überraschend hat Novak Djokovic im Kampf gegen die Australischen Einreisebehörden, der zum Fight der Weltranglisten Nummer Eins gegen einen ganzen Kontinent emporstilisiert worden ist, einen Teilsieg errungen. Ob damit der Weg in die Rod Laver-Arena in Melbourne definitiv geebnet ist, wird sich weisen. Der Entscheid von Richter Anthony Kelly, der geurteilt hat, dass der Tennis-Star in Australien einreisen, bzw. im Land und auf dem Kontinent verbleiben dürfe, ist schwierig zu beurteilen und zu gewichten, vor allem, weil den Aussenstehenden die Fall-Details verborgen bleiben, obwohl dank der Digitalisierung einiges kommuniziert worden ist, so etwa die Statements der Anwälte des Spielers. Vielmehr dürfte mit der Entscheidung die juristische Binsenwahrheit bestätigt worden sein, dass von einem Gericht lediglich eine Entscheidung erwartet werden darf, nicht aber etwa Gerechtigkeit, Satisfaktion, persönliche oder politische Genugtuung, usw. Unweigerlich wird in dieser «Causa», die doch etliche Ungereimtheiten aufweist, gewahr, was sonst vor allem in Italien als Bonmot kursiert, nämlich, dass es keine mutigen Richter, die noch am Leben sind, geben würde. Es ist in etwa auszumalen, was Richter Anthony Kelly bei einem anderslautenden Entscheid aufgrund des Kesseltreibens gegen die Einreisebehörden und Australien zu gewärtigen hätte. Wahrscheinlich schieben sich nun die Justiz und die Politik die «heisse Kartoffel Novak Djokovic» gegenseitig zu. Einwanderungsminister Alex Hawke, der die Teilnahme des bald 35jährigen Serben an dem am kommenden Montag beginnenden Turnier mit seinem «Veto» gegen den richterlichen Entscheid noch verhindern kann, gilt als gradlinig und furchtlos. On verra! Wie der Vorgang auch enden wird: Es wird in dieser grotesken Geschichte, welche die Welt-Medien derzeit beherrscht und auf Trab hält, nur Verlierer geben. Ein solcher Verlierer wird ebenfalls Novak Djokovic sein, auch wenn er den «Krieg» gegen die Justiz und die Polit-Behörden in «down under» – oder eben gegen den ganzen Kontinent – letztlich gewinnen sollte und in der kommenden Woche in der Rod Laver-Arena einziehen wird. Aber immerhin hat er eine «Schlacht» gewonnen…

Derzeit ist nur eines sicher in dieser unsäglichen Geschichte: Affaire à suivre.

Kollateralschaden nach dem ZDF-Aus für Urs Meier?

(causasportnews / red. / 10. Januar 2022) Als ob «Corona» und die Deutsche Nationalmannschaft 2021 nicht schon für genug Ärger, Frustration und Schäden gesorgt hätten. Nun wird auch noch der Rausschmiss des langjährigen TV-Experten und ehemaligen Top-Schiedsrichters Urs Meier zum Juristenfutter. Der Sender ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen), für den der 62jährige Schweizer seit 2005 als Fussball-Experte tätig war, wird von diesem wegen Vertragsbruchs verklagt. Es geht offenbar um eine fünfstellige Summe. Nach der Sichtweise des ausgebooteten, ehemaligen Schiedsrichters ist er ein Opfer der 2020 um ein Jahr verschobenen Fussball-Europameisterschaft geworden. Vor der Austragung des Turniers erhielt Urs Meier vom ZDF die Mitteilung, dass man anlässlich der Berichterstattung zur Europameisterschaft auf seine Dienste verzichten wolle. An seiner Stelle wurde der ehemalige, 48jährige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe eingesetzt, der derzeit gegen den Deutschen Fussball-Bund (DFB) wegen der Alterslimite für Schiedsrichter im Rechtsstreit liegt (causasportnews vom 22. September 2021)…

Obwohl es offensichtlich keinen schriftlichen Vertrag zwischen dem Sender und dem Schweizer gab, spricht Urs Meier von Vertragsbruch, da auch mündliche Verträge zu halten seien (was grundsätzlich richtig ist). Das ZDF verneint allerdings generell das Vorliegen eines Vertrages und bestreitet ein unkorrektes Verhalten im Zuge des Schiedsrichter-Expertenwechsels vor der Europameisterschaft im vergangenen Jahr. So wird Urs Meier nun vor Gericht das behauptete Bestehen eines Vertrages zu beweisen haben und dass dieser, falls ein solcher vorlag, unkorrekterweise vom ZDF beendet worden ist. Die Forderung des Schweizers, im weitesten Sinn macht er «entgangene Gewinne» geltend, weil er wegen der von seiner Seite eingeplanten ZDF-Einsätze, die dann eben nicht stattfanden, anderweitige Erwerbsmöglichkeiten nicht (mehr) habe wahrnehmen können, ist unter die Kategorie «Kollateralschäden» einzuordnen. Über den Ausgang des bevorstehenden Verfahrens kann nur spekuliert werden. Auch drüber, weshalb sich der Sender überhaupt von dem in die Jahre gekommenen Ex-Schiedsrichter getrennt hat. Da die Zusammenarbeit vor der Europameisterschaft erfolgte, kann wohl nicht von einer «Rachekündigung» gesprochen werden, weil die Eidgenossen an der Europameisterschaft einen weit bessern Lauf aufwiesen als die Deutschen! Oder hatte man in Deutschland aus Fussball-Frustration genug vom Schweizer Urs Meir? Vielleicht war es nach über 15 Jahren des Zusammenwirkens aber einfach an der Zeit, einen personellen Wechsel in dieser ZDF-«Experten-Causa» vorzunehmen.

Dass es mitunter schmerzhaft sein kann, nach langer Zeit des Zusammenwirkens aussortiert zu werden, hat in Deutschland im vergangenen Jahr etwa auch ein anderer Vertreter der Unterhaltungsbranche zu spüren bekommen. So beendete der Sender RTL die Zusammenarbeit im Rahmen von «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) mit dem Jury-Mitglied Dieter Bohlen nach fast 20 Jahren. Jene Trennung, die der ehemalige Sänger und Musiker nicht auf sich sitzen lassen will und ebenfalls Juristenfutter abgibt, wurde unumgänglich und liess sich leicht erklären: Die menschenverachtende und rüpelhafte Art des früheren, 68jährigen Gruppen-Mitglieds von Modern Talking passte nicht einmal mehr zum allgemein mehr als bescheidenen Niveau des Kölner Privatsenders. Einmal ist halt einfach fertig lustig.

Novak Djokovic – oder der Schmetterlingseffekt im Sport

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(causasportnews / red. / 7. Januar 2022) Vor allem auch deshalb, weil derzeit in der Welt und auch im Sport nicht allzuviel Nennenswertes, oder höchstens Unerfreuliches, geschieht, werden in Zeiten von «Corona» Bagatellen zu Ereignissen, welche die Menschheit in Atem halten.

So will der aktuell beste Tennisspieler der Welt, Novak Djokovic, am Australian Open teilnehmen, scheiterte mit diesem Ansinnen (einstweilen) bereits bei der Einreise nach «down under». Weil er offensichtlich die in Australien als streng geltenden Einreisevorgaben, die in der Regel konsequent gehandhabt werden, nicht erfüllt, wurde ihm bei der Einreise in Melbourne kurzerhand das Visum entzogen. Der bald 35jährige Serbe wartet in einem Hotel auf ein Gerichtsurteil, das am Montag ergehen und darüber befinden soll, ob die Weltranglisten Nummer Eins wieder abgeschoben wird oder spielen darf. Novak Djokovic gehört, um es gelinde auszudrücken, zu den «Corona»-Impfgegnern. Das erleichtert das Einreisprozedere in Australien wohl nicht gerade. Wievielmal er schon vom Virus befallen war, weiss niemand, und der Serbe findet «Corona» auch nicht so schlimm, deshalb trommelte er im Sommer 2020 Gleichgesinnte aus der Tennis-Szene zusammen und zog die «Adria Tour» auf, die im viralen Desaster endete. Jedenfalls muss sich, wer sich so verhält, in Australien damit rechnen, zumindest bezüglich Einreisevorgaben nicht gerade bevorzugt behandelt zu werden, auch wenn er der Beste seines Faches ist.

Wenn die Welt-Nummer Eins von einer Behörde im Zuge von «Corona» gestoppt wird, bevor er einen Tennisball spielen kann, wird das heute zum Welt-Thema. Der Schmetterlingseffekt liegt auf der Hand (der besagt, dass durch den Flügelschlag eines Schmetterlings letztlich ein Tornado entstehen kann). Müssig anzufügen, dass sich vor dem Hotel, in dem Novak Djokovic darauf wartet, ob er am weltbekannten Open teilnehmen darf oder ob er aus Australien abgeschoben wird, Proteste und Kundgebungen für den Serben stattfinden. Getreu nach dem Motto: Lob der Schuldigen, Tadel der Unschuldigen, werden vor allem die australischen Einreisebehörden und die Regierung unter Beschuss genommen. Es werden zudem Politiker auf höchster Eben in Serbien, in Sachen Verwendung des Sportes für ihre Zwecke nicht unerprobt, in Stellung gebracht, welche den «Fall Novak Djokovic» zum Anlass nehmen, die australische Regierung anzupöbeln und zu verunglimpfen; und natürlich um national motivierten Druck auszuüben. Serbien sei Novak und Novak sei Serbien, verlautet etwa vom Balkan. Entsprechend wütet der demonstrierende Mob in der Heimat des Spielers, und der Vater von Novak Djokovic zeigt mit seiner Äusserung, der Fall seines Sohnes sei mit dem Leiden Jesu Christi bei der Kreuzigung zu vergleichen, welche Dimensionen der Hetze erreicht sind. So wird versucht, den an sich simplen Einreisevorgang bezüglich des Sportlers als Angriff gegen das Land und die Nation der Serben emporzustilisieren. Der Sport gibt bekanntlich immer wieder eine Plattform ab für gelebten Nationalismus. Der Weg zum Krieg ist dann manchmal nicht mehr weit. Honduras und El Salvador bekriegten sich 1969 bekanntlich nach einem Fussballspiel. Zumindest ist mit der «Causa Novak Djokovic» wieder einmal belegt, dass die «Schmetterlingstheorie» eben mehr als nur eine Theorie ist und auch im Sport gilt.

Der Ball liegt nun also im konkreten Fall beim zuständigen Gericht in Melbourne. Selbstverständlich würde dem Top-Athleten die Teilnahme am prestige-trächtigen Turnier in Australien gegönnt. Im Falle der Ausweisung dürfte ihm in jedem Fall eines erspart bleiben: Ein Spiessrutenlauf auf dem Tennis Court in «down under». Die Australier sind nämlich nicht nur konsequent, sondern durchaus auch nachtragend…