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Olympia 2021 auf der Kippe

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(causasportnews / red. / 19. Mai 2021) Der Termin für den Beginn der geplanten Olympischen Spiele vom 23. Juli bis zum 8. August in Tokio rückt näher und näher. Ebenso wächst der Widerstand gegen den grössten Sportanlass der Welt in diesem Jahr im ganzen Land. Obwohl die Wettkämpfe ohne ausländische Gäste ausgetragen werden sollen, beginnt das Volk immer mehr zu rebellieren. Auch Vereinigungen, welche nicht einfach ignoriert werden können, verlangen nun eine Absage des Anlasses, wie jetzt der einflussreiche Ärzteverband in Tokio. In Japan präsentieren sich die Auswirkungen des «Corona»-Virus dramatisch, obwohl der japanischen Bevölkerung durchwegs Disziplin attestiert werden kann, auch wenn es um die Bekämpfung des Virus geht. Jedoch haben hohe Fallzahlen, laue Impferfolge und überbelegte Spitäler dazu geführt, dass eine Absage des Anlasses immer mehr befürwortet wird. Immer mehr Politikerinnen und vor allem Politiker distanzieren sich von den Spielen im Land der aufgehenden Sonne. Ob die Wettkämpfe, deren Durchführung im Moment auf der Kippe steht, letztlich durchgedrückt werden oder nicht, wird letztlich von der Politik abhängen; der Einfluss des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) wird letztlich kaum ausschlaggebend sein. Wenn sich die Politik vollends auf die Seite des fordernden Volkes geschlagen haben wird, sind die Spiele nicht mehr zu halten. Dass das geschehen könnte, ist nicht unwahrscheinlich. In Japan gilt die Polit-Kaste als noch windiger als etwa in Europa. Wer in Japan wiedergewählt werden will, unterschätze die Macht des Volkes nicht! Und sich gegen die Meinung des Volkes zu stellen, bedeutet politischer Selbstmord.

Apropos Politik: Derzeit machen Äusserungen des Unternehmers Dr. Markus Elsässer zur aktuellen, politischen Lage die Runde. In knapp zwei Minuten erklärt er, wie es sich heute mit dem Mittelmass in der Politik und mit dem angefeindeten Unternehmertum verhält. Neben der Politik bekommen auch die Medien als willfährige Multiplikatoren einer desolaten Politik ihr Fett ab, weshalb das Statement des 65jährigen Düsseldorfers medial geflissentlich ignoriert wird. Was hier knapp und knackig gesagt wird, eben so, wie es ist, vermag das Spannungsfeld zwischen Politik und Sport in Japan im Zeitalter von «Corona» mit Blick auf die vorgesehen Olympischen Spiele aufzeigen.

Olympia im Allgemeinen, und nicht nur die Frage bezüglich der Durchführung oder Nicht-Durchführung der Spiele im Sommer, gerät auch allgemein immer mehr in eine Negativ-Spirale. Bezüglich der mehr als zum Modewort gewordenen «Nachhaltigkeit» jagen sich auch mit Blick auf die grassierende Pandemie Einschätzungen, Analysen und Studien. Dabei geht es um weit mehr als um die Sinnfrage, etwa, wie es zu rechtfertigen ist, dass für einen Event von gut zwei Wochen hunderttausende von Menschen um den Globus herumfliegen. «Corona» befeuert vor allem derartige Fragestellungen, ist es doch evident, dass die Mobilität der Massen Pandemien, wie die jetzige, massiv begünstig (was derzeit aber vor allem etwa in Deutschland ignoriert wird, geht es doch jetzt dann um die Themen «Urlaub» und «Reisen» rund um die Welt; diesbezüglich verstehen die Deutschen keinen Spass! Jeder Politiker wird sich hüten, dieses Thema kritisch einzuschätzen). Bezüglich Nachhaltigkeit schneidet Olympia grundsätzlich schlecht ab. Untersuchungen an der Universität in Lausanne haben ergeben, dass die derzeitige Art, Grossveranstaltungen zu vergeben, zu planen und auszurichten systematisch zu negativen Folgen für Städte und deren Bewohnende führen, heisst es in der Studie, in der ökonomische, ökologische und soziale Faktoren gewichtet wurden. Aus dieser Sicht der Nachhaltigkeit wäre die Absage der Spiele in Tokio kein Schaden – wohl insbesondere für das IOK in wirtschaftlicher Hinsicht natürlich schon.

Fussball-EM-Spielorte: Da waren’s nur noch zehn…

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(causasportnews / red. / 25. April 2021) Selbstbewusst und fordernd hat UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gedroht, dass als Austragungsorte für die am 11. Juni 2021 beginnende Fussball-Europameisterschaft nur Städte in Frage kämen, in denen zu den Spielen auch Zuschauer zugelassen seien (vgl. auch causasportnews vom 17. April 2021). Diesbezüglich sind nun vom Europäischen Kontinentalverband die letzten Entscheidungen bezüglich der Austragungsorte gefällt worden. Dublin und Bilbao fallen definitiv weg; sie konnten offensichtlich die im Zuge von «Corona» von der UEFA geforderten Zuschauergarantien nicht ausreichend erfüllen. Da waren es also nur noch zehn (Austragungsorte).

Besonders erstaunt nach dieser finalen Flurbereinigung der Austragungsstätten ist, dass München offensichtlich für die UEFA genügende Publikums-Zusicherungen für die «Allianz»-Arena abgeben konnte. In Deutschland wird das öffentliche Leben derzeit zufolge der sich verschlimmernden Pandemielage zwar ziemlich rigoros heruntergefahren. Aber es ist den Verantwortlichen des  Deutschen Fussball-Bundes (DFB) offenbar gelungen, die UEFA zu überzeugen, dass sich pro Spiel immerhin 14’500 Personen im Stadion aufhalten dürfen. Da hat aktuell vorab die Politik vor den Forderungen aus dem Sport und der Wirtschaft kapituliert. Auch wenn diese «Zuschauergarantie» für München juristisch hieb- und stichfest sein sollte (was nicht ganz eindeutig zu sein scheint, da die UEFA lediglich von «realistischen» Szenarien gesprochen hat), müsste wohl bei Verschlimmerung der Pandemie-Lage damit gerechnet werden, dass in der «Allianz»-Arena auch «Geisterspiele» ausgetragen werden müssten. Wie heisst es jeweils auch so schön in der Sport-Politik: «Neue Lage, neue Lagebeurteilung».

Während die Rahmenbedingungen mit Blick auf das kontinentale Fussball-Ereignis des Jahres nun einigermassen klar scheinen, wird der andere Grossanlass im fernen Japan im zweiten «Corona»-Jahr zur Zitterpartie. Tokio erlebt derzeit eine vierte «Corona»-Welle mit massiv steigenden Fallzahlen. Es mehren sich aus allen Lagern die Forderungen, die Olympischen Sommerspiele in der japanischen Metropole gänzlich abzusagen. In jedem Fall sind zu diesem Grossevent keine ausländischen Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen.

Impf-Diplomatie des IOK brüskiert Japan

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(causasportnewes / red. / 14. März 2021) In rund vier Monaten sollen die 2020 um ein Jahr verschobenen Sommerspiele in Tokio beginnen (vom 23. Juli bis zum 8. August), doch ist im Moment immer noch unklar und unsicher, ob der polysportive Grossanlass in der japanischen Metropole überhaupt stattfinden wird. Könnte Japan über die Durchführung befinden, würden die Spiele wohl abgesagt. Allerdings entscheidet nicht Japan, sondern letztlich das Internationale Olympische Komitee (IOK), das den grössten Sportanlass der Welt aus wirtschaftlichen Gründen wohl durchsetzen wird. Auch wenn IOK-Präsident Thomas Bach im Zuge der Verschiebung der Spiele in Tokio im letzten Jahr erklärt hat, dass es in Tokio keine Sport-Wettkämpfe ohne Publikum geben würde. Doch was kümmert den IOK-Präsidenten, frei nach Konrad Adenauer, heute das Geschwätz von gestern? Gemeint war ja eh, dass es nicht verboten sei, klüger zu werden… Vor allem dürften Thomas Bach und seine meist greisen IOK-Mitglieder realisiert haben, dass auch das IOK ohne Spiele wirtschaftlich wohl mehr als schwierigen Zeiten entgegenblicken würde. Im Zeitalter der (neuen) Medien und der fortgeschrittenen Digitalisierung lassen sich, wie Beispiele zuhauf zeigen, Sportveranstaltungen locker auch ohne Zuschauende durchführen. Mehr noch: Ohne Publikum wird alles viel einfacher und kostengünstiger, auch wenn der Olympische Sport nicht gerade ein akutes, kosten-intensives Hooligan-Problem aufweist. Wegen «Corona» sind mit Blick auf den Beginn der Spiele am 23. Juli 2021 allerdings noch ein paar Klippen zu meistern. Schliesslich müssen Sporttreibende, Funktionäre und Medienschaffende aus aller Welt nach Asien gekarrt werden. Dem Thema «Impfung» kommt dabei zentrale Bedeutung zu. Auch diesbezüglich hat der ehemalige Fechter aus dem putzigen Tauberbischofsheim in Baden-Württemberg, und Jurist Thomas Bach vorgesorgt. Dank ausgeklügelter Impf-Diplomatie ist es dem IOK-Präsidenten gelungen, das Olympische Komitee Chinas dazu zu bewegen, den Impfstoff für die Teilnehmer/innen an den Spielen in Tokio anzubieten. Die Chinesen haben dieser Problemlösung wohl mit Freude zugestimmt; sie liefern schliesslich aus Philanthropismus auch Impfstoff in alle Welt, vor allem in ärmere Länder, die es den scheinbaren Verursachern der Pandemie alles damit zusammenhängende Negative nachsehen werden. Der nicht gerade als überaus empathisch einzuschätzende IOK-Präsident hat mit diesem Durchschlag des gordischen «Corona»-Knotens die Keule des klassischen Sport-Funktionärs geschwungen. Das «freundliche» Angebot aus China, wie der Deal nun dargestellt wird, zeigt für den 67jährigen Deutschen die «Kraft der olympischen Familie». «Familie» verfängt immer, so wie etwa Kinder- und Tiersendungen im Fernsehen. Man hilft sich, mag sich und impft sich gegenseitig. Die IOK-Spitze kungelt also ausgerechnet mit dem Land, das für die Pandemie verantwortlich zu sein scheint. Es ist ein wenig so wie mit dem Pyromanen, der nach der Entfachung der Feuersbrunst als Feuerwehrmann die gelegten Brände zu bekämpfen hilft. Weil IOK-Präsident Thomas Bach eben ein Funktionär alter Schule ist und den Zeitgeist längst ausgeblendet hat, brüskiert er auf diese Weise die an sich höflichen, disziplinierten Japaner. Dass sich diese und die Chinesen nicht wahnsinnig mögen, ist ein nicht erst seit gestern bekanntes Faktum. Die Japaner gelten jedoch eben als höfliche Zeitgenossen und werden diese Schmach wohl schlucken wie die berühmte Kröte. Was bedeutet, dass die Spiele wohl durchgeführt und die Teilnehmenden mit chinesischem Impfstoff immunisiert werden. Es wäre ja auch gelacht, wenn die Spiele von Tokio nur wegen der Pandemie abgesagt würden und China ein halbes Jahr später im eigenen Land (zweifellos) die Olympischen Winterspiele mit Pauken und Trompeten austragen würde. Das verstehen die Japaner sehr wohl und lassen sich deshalb auf diese Weise vom IOK verzwergen.

Beginn der Olympischen Sommerspiele in einem halben Jahr

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(causasportnews / red. /  23. Januar 2021) Wegen «Corona» und dem mutierenden, weltweit grassierenden Virus findet der organisierte Sport derzeit mehrheitlich in (auch löchrigen) Blasen statt. Der Fussball und das Eishockey mogeln sich von Veranstaltung zu Veranstaltung durch, mit jenen Akteuren, die sich im Moment nicht gerade in Quarantäne befinden; die Tennis-Welt zittert sich mit Hängen und Würgen dem Australian Open entgegen; und der Skisport verläuft einigermassen planmässig: Die teils sinnlosen Rasereien und die daraus resultierenden Schwerverletzten schaut eh kaum jemand mehr vor Ort an. Die erste Hilfe für verletzte Rennfahrerinnen und Rennfahrer sowie die Abtransporte mit Helikoptern ist bekanntlich telegener. In dieser Phase machen die Olympier Mut. Genau in einem halben Jahr sollen die um ein Jahr verschobenen Olympischen Sommerspiele in Tokio eröffnet werden. Nein, sie werden eröffnet! So sieht es jedenfalls der oberste Olympia-Boss, der deutsche IOK-Präsident, Dr. Thomas Bach, ein ehemaliger Fechter und Rechtsanwalt aus Tauberbischofsheim. Der behäbige Sport-Funktionär mit Tendenz zu Realitätsverlust äussert sich zwar in letzter Zeit nur (noch) selten aus seiner geschützten Sport-Organisations-Werkstatt am Sitz des IOK in Lausanne. Aber, wenn er spricht, dann hat das Hand und Fuss. Wie jetzt. Es gebe überhaupt keinen Grund, die Spiele in Japan abzusagen. Ein bisschen relativiert er diese Aussage dann doch. «Es gibt keinen Grund zu glauben, dass die Olympischen Spiele in Tokio nicht am 23. Juli 2021 im Olympiastadion von Tokio eröffnet werden», lässt er sich zitieren. Der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen, deshalb ist an der Einschätzung des Funktionärs-Fossils aus Deutschland nicht im geringsten zu zweifeln. Auch Thomas Bach selber glaubt an das, was er sagt. Für Tokio 2021 gebe es keinen «Plan B», bestätigt denn auch der bald 70jährige Alt-Fechter. Glücklicherweise hat das Alphabet nach dem B noch ein paar weitere Buchstaben.

In Japan selber werden Olympische-Geisterspiele im Sommer (derzeit) nicht ausgeschlossen, obwohl sich das Land diese Grossveranstaltung zwischenzeitlich ins «Pfefferland» wünscht. Fernseh- und Digital-Vermarktung geht auch ohne Publikum. Wirtschaft und Sportbusiness sollen irgendwie am Leben erhalten bleiben. Nur Ministerpräsident Yoshihide Suga ist im Moment noch nicht auf Volkskurs und spricht den Olympioniken nach dem Mund. Die Spiele würden als Beweis dafür dienen, dass die Menschheit das Coronavirus besiegt hat, schwadroniert der wankelmütige, bejahrte Politiker herum. Den Glauben bemüht er nicht. Schliesslich ist er auch nicht promovierter Jurist «utriusque» (auch des Kirchenrechts, das u.a. den Glauben reguliert) wie Thomas Bach.

Tokio verliert den „Olympia-Macher“

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(causasportnews / red. 31. August 2020) Vor fast genau sieben Jahren erhielt Tokio den Zuschlag für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2020. Diese mussten bekanntlich in diesem Frühjahr wegen der weltweit grassierenden „Corona“-Pandemie verschoben werden und sollen nun im kommenden Sommer stattfinden. Doch an die Austragung von „Olympia 2021“ in der japanischen Metropole glaubt kaum mehr jemand; auch die japanische Bevölkerung wäre offenbar nicht unglücklich, wenn das kostspielige Projekt definitiv begraben würde (causasportnews vom 27. August 2020). Eine weitere Verschiebung der Spiele würde es nicht geben, hat der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), Dr. Thomas Bach, bei Bekanntgabe des Verschiebungs-Entscheides erklärt. Nur ein Wunder, also das zügige Abklingen der Pandemie, könnte die Spiele von Tokio im kommenden Jahr noch retten. Die Austragungs-Verantwortlichen in Japan und in der IOK-Zentrale in Lausanne haben mit dem erwarteten Rücktritt des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe einen argen Dämpfer erhalten. Der Politiker, der sich seit acht Jahren im Amt befindet, hat, nicht unerwartet, aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Damit verlieren die vorgesehenen Spiele im kommenden Sommer den eigentlichen „Olympia-Macher“ im Austragungsland, wie der Ministerpräsident auch immer wieder genannt wurde. Die Olympischen Sommerspiele 2021 zu Grabe zu tragen wird nun eine Aufgabe der Nachfolgerin oder des Nachfolgers von Shinzo Abe werden. Ausser, das Wunder (vgl. oben) würde doch noch Tatsache…

Olympia 2021 in Tokio: 2021 oder gar nicht?

(causasportnews / red. / 27. August 2020) Mit gequältem Gesichtsausdruck und als ob ihm ein schwergewichtiger Sumo-Ringer auf den Füssen stehen würde, teilte Japans Premierminister Shinzo Abe vor genau fünf Monaten der Stadt Tokio, seinem Land und der Welt mit, dass „Olympia Tokio 2020“ genau ein Jahr später stattfinden würde. Lange liessen sich im Frühjahr das Internationale Olympische Komitee (IOK) und die japanische Metropole Zeit, um die längst überfällige Entscheidung bezüglich Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr zu kommunizieren. Als im März der „Corona“-Tsunami die Welt mit voller Wucht erfasste, liess sich das „Projekt Tokio 2020“ trotz Beteuerungen und Durchhalteparolen seitens des IOK nicht mehr halten. IOK-Präsident Thomas Bach legte damals erläuternd nach und erklärte überdies, dass Olympische Spiele ohne Zuschauer undenkbar seien (vgl. dazu auch causasportnews vom 23. Juli 2020).

Statt vom 23. Juli bis 8. August 2020 soll nun also das grösste Sportfest der Welt vom 23. Juli bis 8. August 2021 stattfinden. Doch daran mögen, obwohl es bis zur in Aussicht gestellten Eröffnung der Spiele am 23. Juli 2021 kaum mehr ein Jahr dauert, immer weniger Menschen glauben; COVID-19 hat den Globus fest im Griff – und ein Ende des epidemischen Spuks ist nicht in Sicht. Der japanischen Bevölkerung ist die Lust auf Olympia längst abhanden gekommen. Im Juli sprachen sich gemäss Umfragen weniger als 25 Prozent der Bevölkerung für eine Verschiebung der Gross-Veranstaltung auf den Sommer 2021 aus. Gegen 40 Prozent traten für eine weitere Verschiebung ein, und fast ebensoviele Japanerinnen und Japaner sprachen sich für eine endgültige Absage der Sommerspiele in der 10 Millionen-Metropole aus. Der langjährige Premierminister Shinzo Abe dürfte man kaum mehr am eingangs wiedergegebenen Statement gemessen werden: Er kämpft seit geraumer Zeit mit gesundheitlichen Problemen, und es käme keiner Überraschung gleich, wenn bald einmal sein Nachfolger auch die Spiele von 2021 als abgesagt erklären würde. Realistischerweise wird sich die Menschheit auf diesem Planeten wohl auf eine Langzeit-Pandemie einrichten müssen. Grosse Sportveranstaltungen werden nicht mehr so, wie vor „Corona“ üblich, auszutragen sein. Das gilt wohl auch für die vom 21. November bis 18. Dezember 2022 vorgesehene WM-Endrunde der Fussballer in Katar und weitere, bedeutende Sport-Grossanlässe.

Die Last, Olympische Spiele austragen zu müssen

(causasportnews / red. / 23. Juli 2020) Am kommenden Wochenende hätten die XXXII. Olympischen Sommerspiele in Tokio beginnen sollen. Wie seit Ende März bekannt, wird der grösste Sportanlass der Welt allerdings nicht stattfinden. „Corona“ verunmöglicht es. In Abstimmung mit dem Austragungsort und der Regierung Japans hat das Internationale Olympische Komitee (IOK) entschieden, die nun verschobenen Spiele genau in einem Jahr durchzuführen. Nachdem nun aber die Entwicklungen mit COVID-19 nicht absehbar sind und niemand weiss, wie lange diese Pandemie die globale Welt im Griff haben wird, wackelt auch der Austragungstermin im Sommer 2021. Vor allem die kürzlich getätigte Aussage des IOK-Präsidenten Thomas Bach, dass Olympia-„Geisterspiele“, also Wettkämpfe ohne Zuschauer/innen, nicht denkbar seien, macht hellhörig und lässt einiges vermuten. Hinzu kommt, dass sich in Japan die öffentliche Meinung unter dem Druck der sich verschärfenden Pandemie contra die Spiele gewendet hat. War es bei der Vergabe des Anlasses an Tokio vor allem für Japan eine Ehre, nach 1964 jetzt wiederum Olympische Sommerspiele austragen zu dürfen, würde man die Veranstaltung im kommenden Jahr bereits jetzt gerne ganz ungeschehen machen. Statt Freude mit Blick auf den Anlass tritt die spürbare Last, Olympia 2021 austragen zu müssen. An Stelle des Olympia-Fiebers also Pandemie-Angst. Aber vielleicht wird es so oder so nicht soweit kommen und die Spiele werden definitiv abgesagt. Oder sie würden in einer abgespeckten Form durchgeführt. Die täglich steigenden Infektionszahlen sind im Moment die Hauptsorge der Japaner. So ist Olympia 2021 in weite Ferne gerückt; und doch belastend nahe. Das IOK gibt sich bedeckt, bis wann bezüglich der Austragung der Spiele 2021 ein Entscheid gefällt werden müsste. Im Moment ist alles möglich. Am wahrscheinlichsten scheint die Variante, dass die Olympischen Sommerspiele in Tokio gemäss derzeitiger Lage nicht stattfinden werden, es sei denn, das heimtückische Virus würde demnächst, wie es weitsichtige Menschen, wie US-Präsident Donald Trump, glauben, bald einmal quasi über Nacht verschwinden.

Olympische Spiele gelten als grösster Sportanlass der Welt. Doch im Zusammenhang mit dem geplanten Austragungsort Tokio im kommenden Jahr rückt auch der zweitgrösste Sportanlass der Welt in den Fokus nicht nur der sport-interessierten Öffentlichkeit: Sogar in Fussballkreisen herrscht je länger desto mehr nur noch verhaltener Optimismus vor, was die Durchführung der Fussball-Weltmeisterschafts-Endrunde 2022 in Katar betrifft. Vielleicht kann auf diese Weise der gordische Knoten im Zusammenhang mit dem üblicherweise grössten Fussballfest auf diesem Planeten durchschlagen werden. In diesem Fussball-WM-Endrunde-Projekt steckt seit dem Vergabeentscheid des Weltfussballverbandes (FIFA) im Jahr 2010 in Zürich der „Wurm“ drin. Ginge „Katar 2022“ nicht über die Bühne, würde dies in den Augen der meisten Menschen kein Schaden bedeuten. Apropos Schaden: Verschiebungen oder Absagen von Grossanlässen können zu Schäden aller Art führen. Im Moment sind Veranstaltungs-Ausfallversicherer daran, Rückstellungen für allfällige, derart versicherte Schäden vorzunehmen.

„Olympischer Friede“ einmal anders

(causasportnews / red. / 26. März 2020) Weit vor Christi Geburt schlossen im alten Griechenland die permanent verfeindeten Stämme den „Olympischen Frieden“, um die ungestörte Durchführung der Olympischen Spiele zu sichern. Das wird von Historikern angenommen; die nicht vollends gesicherte Überlieferung besagt dies jedenfalls (vgl. dazu Horst Hilpert, Die Olympische Bewegung und der Friede, Die Olympischen Spiele der Antike und Moderne im Rechtsvergleich, Schriftenreihe Causa Sport, Bd. 9, 2014, 131 ff.). Heute ist es umgekehrt. Finden einschneidende Kriege statt, ruht Olympia, wie etwa in der Moderne fünf Mal während der beiden Weltkriege. Nun fallen wegen der weltweiten „Corona“-Pandemie die Olympischen Spiele in Tokio, die am 24. Juli hätten beginnen sollen, aus. Das hat das Internationale Olympische Komitee in Lausanne (IOK) (endlich) entschieden. Die Entscheidung musste jetzt überstürzt und unter Druck gefällt werden, nachdem sich das IOK, das wichtigste Gremium des Weltsports, lange Zeit zierte, das Unausweichliche noch zu formalisieren und zu Ende zu bringen (vgl. auch causaportnews vom 22. März 2020). Noch vor zwei Wochen wurde das Olympische Feuer im Heiligen Hain zu Olympia in Griechenland mit etwas weniger Getöse als sonst entzündet. Das IOK zierte sich noch am vergangenen Wochenende und stellte einen Entscheid betreffend Tokio für in etwa vier Wochen in Aussicht. Unter dem Druck insbesondere von Athletinnen und Athleten, von politischen Organisationen, Regierungen und der Medien rund um den Erdball und nachdem Kanada und Australien mitgeteilt hatten, in Tokio nicht teilzunehmen zu wollen, wurde für tot erklärt, was sich längst in einem Todeskampf befunden hatte: „Corona“ hat auch den grössten Sportanlass der Welt in die Knie gezwungen. Aus wirtschaftlichen Gründen verschob das IOK, ein Gremium von weitgehend älteren Herren, das in Anlehnung an ein amerikanisches Filmdrama („Der Club der toten Dichter“) auch der „Club der schein-toten Funktionäre“ genannt wird, den Giga-Sportanlass mit 33 Disziplinen (einstweilen) um ein Jahr. Eine Absage hätte für den Verein Internationales Olympisches Komitee wohl den Todesstoss bedeutet. Zu gigantisch wurde „Tokio 2020“ in jeder Hinsicht aufgezogen, weshalb eine Absagte im Moment verhindert werden muss(te). Bei Verschiebungen solcher Grossanlässe stirbt die Hoffnung zuletzt. Für die bejahrten Männer um den IOK-Präsidenten, den Deutschen Dr. Thomas Bach, wurde die Luft immer dünner und der Entscheidungsdruck immer grösser. Der Präsident, ein Sport-Funktionär ältester Schule und mit dem Charisma einer Tontaube ausgestattet, fürchtet nichts mehr als den Verlust des höchsten Amtes im Weltsport. Deshalb wird ausgesessen, was ausgesessen werden kann, und eine Scheinwelt in Schwung gehalten, an die er als einziger selber glaubt. In der Regel will er in seinem Parallel-Universum nur das Beste, vor allem für sich und seine Machtposition, und erreicht meistens das Gegenteil, nicht zuletzt deshalb, weil für ihn Begriffe wie „Sensorium“ oder „Empathie“ Fremdwörter sind. Mit dem unabwendbaren Verschiebungs-Entscheid rettete sich Thomas Bach und den organisierten Weltsport ins kommende Jahr – einstweilen wenigstens. Um in der Sprache der Fechter, zu deren Aktiven der 66jährige Jurist und Olympiasieger von 1976 aus der Fecht-Hochburg Tauberbischofsheim gehört, zu sprechen: Thomas Bach, der Herr über die fünf olympischen Ringe, geht in die Verlängerung und hofft, nun im kommenden Jahr den entscheidenden Treffer zu setzen, das heisst, Tokio zu revitalisieren. Noch nie erhielt das „Prinzip Hoffnung“ im organisierten Weltsport derart zentrale Bedeutung.

Nicht nur wegen „Corona“ steht auch der höchste Funktionär der Disziplin „Fussball“ unter Druck. Gianni Infantino, seit Anfang dieses Jahres nach der Eliminierung aller Widerstände gegen seine Person ebenfalls IOK-Mitglied, der eine Ausdehnung und Neupositionierung der Klub-Weltmeisterschaft für das kommende Jahr angekündigt hatte, zeigt sich im Moment demütig. Weniger Spiele und weniger Turniere soll es künftig geben, erklärte er soeben, nachdem er das Teilnehmerfeld für Fussball-WM-Endrunden erweitert und die an sich ungeliebte Klub-Weltmeisterschaft aufgebläht hatte. Letztere wird nun im kommenden Jahr gar nicht gespielt. Und das Schlimmste an der Sache: Die Sponsoren- und TV-Gelder werden künftig auch im Fussball spärlicher fliessen. Blöd, wenn man seinem Wahlgremium mehr Geld versprochen hat.

Fazit für den Weltsport: Vor „Corona“ kapitulieren im Moment auch die Mächtigsten.

Heben (lassen) und nehmen – mehr als ein Skandal in der Schwerathletik

(causasportnews / red. / 6. Januar 2010). Wenn der deutsche Journalist und Autor Hans-Joachim Seppelt an die Öffentlichkeit tritt, ist zumindest Authentizität garantiert – anders etwa, als wenn die selbsternannten „Qualitätsjournalisten“, wie etwa des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, mit ellenlangen Berichten aufwarten, die sich ab und zu auch als Fake-Reportagen erweisen können (siehe z.B. der „Fall Relotius“). Der 57 Jahre alte Berliner hat natürlich auch die Vorteile der Visualität auf seiner Seite; (ungeschminkte) Bilder „lügen“ jedenfalls eher nicht. Wie am Sonntagabend im deutschen, öffentlich-rechtlichen Sender ARD, als Hans-Joachim Seppelt und Kollegen mit brisanten Neuigkeiten aus der organisierten Sportwelt aufwarteten. „Geheimsache Doping – der Herr der Heber“, wurde die ARD-Doku betitelt. Im Fokus der erschütternden Enthüllungen stand der Präsident des Internationalen Gewichtheber-Verbandes (International Weightlifting Federation, IWF), Tamás Aján, ein Ungare; zufälligerweise hat dieser Weltverband seinen Sitz in Budapest. Nach den ARD-Recherchen könnte man das lapidare Fazit ziehen: Dieser Weltverband ist mehr als nur ein „Sauladen“, in dem Sportbetrügereien gedeckt werden, ein gigantisches, weltumspannendes Doping-Netzwerk (sogar „Kinder-Doping“!) betrieben wird, Verbandsgelder versickern, bestochen und Vetternwirtschaft betrieben wird und der Präsident seine treuen Vasallen um sich schart. Im Fokus steht dabei der über 80jährige Top-Funktionär dieser Kraftsport-Gilde, eben der „Herr der Heber“, der den Weltverband in einer patriarchalischen Form führt und beherrscht, wie man es heute kaum mehr für möglich halten würde (für ihn und andere Verbandsprotagonisten gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung). Offensichtlich ist die Sportart, über deren Sinn durchaus auch eine Debatte geführt werden könnte, prädestiniert für derartiges Tun. Eigenartig mutet allerdings der Umstand an, dass sich bspw. das Internationale Olympische Komitee (IOK) mit dem (Deutschen) Präsidenten Thomas Bach an der Spitze einen Deut um die frivole Welt der Gewichtheber/innn schert. Im Gegenteil: Munter sprudeln die Gelder des Olympischen Sportes, insbesondere aus der Rechteverwertung, in Millionenhöhe auch in die Kassen der Heber – oder sollten es zumindest. Indessen wurden Belege präsentiert, dass Zahlungen etwa auf Konten der Schweizer Grossbank UBS in Zürich, die 2008 mit Staatsgeldern vor dem Kollaps bewahrt werden musste und sich stark im Sport-Sponsoring engagiert, verschoben wurden; diese Konten bildeten aber dann eher keinen Bestanteil der Verbandsbuchhaltung. Eigentlich ein sonderbarer Umstand, dass solche Aktivitäten aus Bankensicht „compliance-konform“ sein sollen – ein eigenartiges Geschäftsgebaren ist dies alleweil. Geradezu erschüttert zeigte sich der Basler Strafrechtsprofessor und Anti-Korruptionsexperte Mark Pieth ob der Vorgänge im Weltverband. Er hat für die ARD einen strafrechtlichen Befund verfasst und sieht in den Aktivitäten des IWF-Präsidenten und seiner Entourage sogar ein dreisteres Vorgehen als etwa (wohl vor einigen Jahren) im Weltfussballverband FIFA. Er macht einen Anfangsverdacht mit Blick auf zahlreiche Delikte aus, wie Falschbeurkundung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Veruntreuung. Gemäss seiner Einschätzung müssten zumindest auch die Schweizer Strafverfolgungsbehörden tätig werden (der Schweizer Verband als Mitglied der IWF hat den Sitz in Basel, die IWF gehört zudem dem Olympischen Sport an, der von Lausanne aus organisiert und dirigiert wird, der IWF-Präsident ist überdies Ehrenmitglied der Olympioniken!). Da Offizialdelikte im Raum stehen, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Verbandsfunktionärs-erprobten Schweizer Strafverfolgungsbehörden zuschlagen…Affaire à suivre also.

Der höchste Sportler im politischen Machtgefüge

(causasportnews / red. / 2. Juli 2019) Der organisierte Sport ist apolitisch – oder hat es zumindest zu sein. Das war aber wohl nicht die Triebfeder des höchsten Sportfunktionärs der Welt, Dr. Thomas Bach, der anlässlich des G20-Gipfels in Osaka der versammelten Polit-Prominenz die vereinende Rolle der Olympischen Spiele erklärte und beschwor. Der Auftritt des IOK-Präsidenten in Japan war vorgezeichnet, finden in Tokio doch die nächsten Olympischen Sommerspiele (vom 24. Juli bis zum 9. August 2020) statt. Thomas Bach, der gewiefte Rhetoriker, brilliante Taktiker und ein eigentliches Funktionärs-Fossil aus dem Land der Dichter, Denker und Fechter, wusste, wie die Botschaft des Sportes in Politiker(innen)-Kreisen ankommen würde und punktete bei den Polit-Kolleginnen und Kolleginnen in Osaka wacker. Seine Äusserungen ähnelten in den wichtigsten Punkten den Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels. Die Olympische Charta wird sich demnach noch mehr zum Kommunistischen Manifest des Sportes mausern. So betonte der IOK-Präsident die hehre, völkerverbindende Wirkung des Sportes – genau, wie es der ehemalige Präsident des Weltfussballverbandes FIFA, Joseph Blatter, in seinen besten Funktionärs-Jahren getan hatte; mit einem Fussballspiel konnte er allerdings den Konflikt zwischen Israeli und Palästinensern doch nicht lösen. Und mit dem Friedens-Nobelpreis wollte es dann doch nicht klappen. Keine Diskriminierung. Jede(r) respektiert jede(n). Der Sport läuft für alle nach den gleichen Regeln ab. Der Spitzensport verwirklicht zudem die höchsten Ideale. Im Sport sind alle gleich – und alle haben sich selbstverständlich lieb; der „Fall Caster Semenya“ ist ja auch noch nicht abschliessend entschieden (vgl. dazu causasportnews vom 4. Juni 2019). Ob soviel Kommunismus im kommerziellen Sport hätten sich Marx/Engels wohl bestens bestätigt gefühlt. Sportler/innen aller Länder vereinigt euch also und betrügt nächstes Jahr nicht zuviel in Tokio, könnte der Olympischen Vorbild-Familie, wie sie vom obersten Olympioniken beschworen wird, mit Überzeugung zugerufen werden.