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Hauptsache Geld

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(causasportnews / red. / 18. Februar 2021) Was wäre der Weltfussballverband FIFA ohne die alle vier Jahre stattfindende Weltmeisterschaftsendrunde der Männer? Was der Europäische Fussballverband UEFA ohne die Goldesel Champions League und Europa League? Es wären wohl zwei einfache Vereine, die in bescheidenen Mietobjekten hausen müssten, und nicht so, wie die FIFA im eigenen Fussball-Tempel am Zürcher Sonnenberg und die UEFA in einem Glaspalast in Nyon an bester Lage am Genfersee.

Deshalb wird im Moment unter dem Einfluss von COVID-19 und allen Mutationen alles getan, um in Europa die Geldmaschinen «Champions League» und «Euro League» am Leben zu erhalten. Die umfassend-globalen Fussballer verfügen über ein wenig mehr Zeit, bis die nächste WM-Endrunde im kommenden Winter in Katar über die Bühne bzw. den Kunstrasen gehen soll. Das führt im Zeitalter von «Corona» auch zu Absurditäten, welche im Moment zwar weitgehend goutiert werden, aber mittel- und langfristig zum Bumerang werden könnten. Das Motto «Hauptsache Geld» ist durchaus geeignet, das so gehandhabte «Produkt Fussball» künftig zu entwerten. Aber wer schaut im organisierten Fussball schon in die Zukunft, wenn mit dem aktuell vorhandenen Geld möglichst schöne Begleitklänge zur biederen Fussballkost ertönen sollen? Ohne den europäischen Fussball marschieren die Klubs, die kontinental mitspielen dürfen, innert kürzester Zeit am Bettelstab. Immerhin hat der FC Liverpool für den Gewinn der letzten Champions League von der UEFA mehr als 100 Millionen Euro kassiert.

Glücklicherweise findet der Fussball derzeit weitgehend ohne Zuschauer statt. Und da «Corona» zwar pandemische Ausmasse angenommen hat, jedoch national bekämpft wird, bzw. bekämpft werden sollte, kommt den internationalen Wettbewerben der UEFA das nationale Krisen-Element entgegen. Die UEFA zwingt ihre Klubs, die Heimspiele, je nach allgemeiner Pandemie-Lage, auch fernab von zu Hause auszutragen. Dabei müssen unter Umständen tausende von Kilometern geflogen werden. Liverpool reist nach Budapest statt nach Leipzig, Benfica Lissabon spielt gegen Arsenal London in Rom, und Molde aus Norwegen trägt sein Heimspiel gegen Hoffenheim in Villarreal aus. Fussball-Internationalität pur also mit nationalen Eigenheiten bei unterschiedlichen «Corona»-Lagen in den verschiedenen Ländern. Das funktioniert alles bestens, solange die Zuschauer vom Spielbetrieb ausgeschlossen bleiben. Wo gespielt wird, ist egal. Hauptsache, die TV-Übertragungen können stattfinden. Der Ausschluss der oft problematischen Zuschauer, insbesondere der «Hooligans», hat auch Vorteile und drückt die gewaltigen Kosten für die Sicherheit in den Stadien und drum herum. Da wird die rasante Mobilität, die es an sich bei der Bekämpfung von «Corona» einzudämmen gilt, schnell einmal zur erlaubten Ausnahme – welche eben die berühmte Regel bestätigt. Die Devise: «Ja nicht reisen!», gilt im Spitzensport selbstverständlich nicht. Der Fussball darf sich schon ein wenig eines Sonderstatus’ erfreuen. Die vor kurzem von Fussball-Funktionären geforderte Sonderbehandlung von Fussballspielern bei den «Corona»-Schutzimpfungen löste allerdings einen Sturm der Empörung aus. Die Impfung kam für den Spieler des FC Bayern München, Thomas Müller, eh zu spät. In Katar fing das Münchner Sportidol vor dem Final zur Klub-Weltmeisterschaft die Infektion ein; wenigstens beim individuellen Rücktransport im Privatflieger funktionierte die Sonderbehandlung des Sportes dann glücklicherweise wieder (vgl. auch causasportnews vom 15. Februar 2021).

Nach heutiger Einschätzung steht der Austragung der Europameisterschaft an elf oder zwölf Standorten in Europa im Juni/Juli nichts mehr im Wege. Die Ausschliessung des «Stör- und Belastungsfaktors Zuschauer» erleichtert vieles. Die Erträge aus einer Europameisterschaft sind für die UEFA (und ihre Klubs) geradezu so wichtig wie die Impfung gegen das Virus, mit der man die Pandemie glaubt total bekämpfen zu können. Schön wäre es – nicht nur für den Sport, der dann allerdings der Sonderbehandlung verlustig gehen würde.

Der Sport vor einem Rechteverwertungs-Kollaps?

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(causasportnews / red. / 27. Dezember 2020) Es gibt sicher Attraktiveres im Sport als Fussballspiele vor wenigen oder gar keinen Zuschauern. Seit «Corona» wie ein Impakt auch über die Sportwelt hereingebrochen ist, wird in den Ligen der Welt und im Nationalmannschafts-Fussball fleissig weitergespielt – «Geisterspiele» prägen das Geschehen. Nach bald einem Jahr «COVID-19» und droht dem Sport eine empfindliche Störung in der Wertschöpfungskette – was etwa sinkende Einnahmen durch die Sport-Rechteverwertung bedeutet. Es ist evident, dass bspw. ein Fussballspiel in einem leeren Stadion kein umfassend vermarktbares Event mehr ist, sondern eben nur noch ein simples Fussballspiel. Das Interesse an diesen Veranstaltungen scheint nun immer mehr nachzulassen; das wiederum schlägt sich negativ auf die Erträge aus der Rechteverwertung nieder, denn schwindendes Fan-Interesse am so produzierten «Produkt Fussball» bedeutet letztlich mangelnde Nachfrage seitens der Werbewirtschaft. Sinkendes Publikumsinteresse an den durch «Corona» geprägten Sport bedeutet aber nicht nur nachlassende Erträge aus der Rechteverwertung; wer hat im Moment schon Lust, sich mit dem Gedanken zu befassen, für die nächste Saison (wieder) eine Jahres-Zuschauerkarte zu erwerben? Manch eine Liga hätte den Sportbetrieb aufgrund der Krise längst eingestellt, wenn es nicht um laufende Rechteverwertungserlöse gehen würde. Bestehende Verträge mit Verwertern sind zu erfüllen – oder, wie es simplifiziert gesagt werden könnte: «Ohne Spiel kein Geld».

Diese Entwicklung hat nun bereits die beiden französischen obersten Ligen ins Schlingern gebracht; immerhin ist der Spitzenfussball des aktuellen Fussball-Weltmeisters betroffen. Die Unternehmung «Mediapro», die Rechteinhaberin der beiden oberen Ligen, ist zahlungsunfähig und hat die erworbenen Liga-Rechte zurückgeben müssen. Wie sich dieser Zusammenbruch der Rechteinhaberin auswirken wird (und wer die Rechte allenfalls übernehmen wird), lässt sich im Moment nicht sagen. Vertraglich hatte «Mediapro» ab 2020 bis 2024 jährlich 800 Millionen Euro zugesagt. Was in Frankreich nun Tatsache geworden ist, könnte sich auch im nationalen und globalen Top-Fussball ereignen – falls «Corona» weiterhin die Ausübung des organisierten Sportes in der Form vor «COVID-19» verunmöglichen sollte. Lediglich hinter vorgehaltener Hand wird in Funktionärskreisen das Szenario «Kollaps» der Rechteverwertung diskutiert – zumindest der «Kollaps light». Sollten sich die Verhältnisse nicht bald normalisieren, könnte dies auch massiven, wirtschaftlichen Einfluss auf die im kommenden Jahr (vom 11. Juni bis 11. Juli 2021) vorgesehene Fussball-Europameisterschaft an elf Standorten (!) haben. Bemerkenswerterweise ist zu diesem Thema seitens der Europäischen Fussball-Union (UEFA) derzeit nichts zu vernehmen. Der unter dem Einfluss von «Corona» nur noch rudimentär stattfindende Sport hat selbstverständlich nicht nur Auswirkungen auf das wirtschaftliche Niveau in der Rechteverwertung (so ist z.B. vielerorts das in vielen Klubs einträgliche Merchandising praktisch zum Erliegen gekommen). Unbesorgt, was die Vermarktung des Filet-Stücks im internationalen Fussball angeht, zeigt sich derzeit der Weltfussballverband (FIFA). Dass bei länger anhaltender Pandemie auch die WM-Endrunde 2022 in Katar bzw. deren wirtschaftliche Verwertung gefährdet sein könnte, ist dem Verband offenbar (noch) kein Gedanke wert. Das Interesse schon an WM-Ausscheidungsspielen ohne Zuschauer könnte bald einmal einen massiven Knick erleiden.

Erleichterung bei den Sportverbänden und -organisationen: Konzernverantwortungs-Initiative scheitert an den Kantonen

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(causasportnews / red. / 30. November 2020) Erleichterung bei den Sportverbänden und -organisationen in der Schweiz: Die sog. «Konzernverantwortungs-Initiative», die allenfalls auch diese Gebilde getroffen hätte (vgl. dazu causasportnews vom 6. November 2020), ist zwar knapp vom Stimmvolk (mit dem Volksmehr) gutgeheissen worden, jedoch am Ständemehr (Mehrheit der Kantone) gescheitert. Auch wenn sich nun die Initianten als schlechte Verlierer zeigen und zukunftsgerichtet umgehend eine Änderung der Volksabstimmungs-Modalitäten verlangen (analog den USA, als die Demokraten nach der Wahl von Donald Trump im Jahr 2016 das Elektoren-System und die Bedeutung der Bundesstaaten in Frage stellten), dürfen sich die «Sieger» sagen: Sieg ist Sieg – so, wie ein Weltmeistertitel eben auch ein WM-Titel ist, der nach einem vierwöchigen Turnier erst in der Final-Verlängerung errungen worden ist.

Es war vorauszusehen, dass die Initiative, welche zuletzt schwerpunktmässig in einen Schlagabtausch zwischen «links» und «rechts» ausartete, höchstens knapp angenommen würde (konkret fehlten der Initiative nur knapp 6 000 Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von allerdings auch nur 47 %). Die Initianten verbuchten einen Achtungserfolg, weil sich etwa die Katholische Kirche dem initialen Bestreben anschloss und flugs alle Kirchenmitglieder, welche sich gegen den Vorstoss aussprachen, als Un-Christen abqualifizierte. Auch das Argument, dass jeder Gegner der Initiative sich auf der «falschen» moralischen Seite befinde, zeigte offensichtlich Wirkung. Diese und weitere «heiligen» und «unheiligen Allianzen» sowie das professionelle und konzentrierte Auftreten von NGO’s, die massiv Gelder in diesen politischen Kampf gegen das Wirtschafts-Establishment investierten, brachten die Wirtschaft und das Lager der Gegner der Initiative an den Rand eines Abstimmungs-Debakels. Dieses Engagement kirchlicher, karitativer und sonstiger Vereinigungen auf der «moralisch richtigen Seite» weist allerdings auch eine Kehrseite auf: Dass meist steuerbefreite Organisationen ihre (Spenden-)Gelder in politische Kämpfe investieren, dürfte nicht ohne Folgen bleiben (so haben sich etwa die Spender des «Fastenopfers» der Schweizer Katholikinnen und Katholiken allenfalls darüber gewundert haben, dass das «Fastenopfer» an vorderster Front für die Initiative eintrat!). Seit der «Konzernverantwortungs-Initiative» ist jedenfalls klar geworden, dass dem Establishment künftig aus diesen Kreisen bei entsprechenden, politischen Vorstössen professionell organisierte sowie industriell und kommerziell aufbereitete Gegenwehr drohen wird.

Niemand wird bestreiten wollen, dass sich auch Konzerne und Verbände ausserhalb der Schweiz (menschenrechts-)konform zu verhalten haben. Tun sie dies nicht, sind die notwendigen, betriebs-internen Sicherungsmechanismen zu aktivieren, falls sie nicht schon eingesetzt werden. Mit juristischer Repression vor Schweizer Gerichten für Taten im Ausland wäre keine Besserung zu erzielen gewesen.

Was die Initiative und das Abstimmungsresultat vom Sonntag belegt haben: Es kann nicht von einem wie auch immer interpretierbaren «Graben» in der Schweiz gesprochen werden. Vielmehr ist das Resultat das Ergebnis der derzeitigen, hiesigen Kräfteverhältnisse. Oder eben: Ein weiteres Resultat im Kampf «links» gegen «rechts» – oder «gut» gegen «böse» – wie derzeit in den USA.

Nochmals zum «Ständemehr», das aufgrund des Abstimmungsresultats mehr als in die Kritik geraten ist: Dieses abzuschaffen wäre etwa auf der gleichen Ebene anzusiedeln, wie wenn die USA den Präsidenten nur noch nach Mehrheitsgrundsätzen wählen und die Bedeutung der Gliedstaaten auf diese Weise relativieren würden. In der Schweiz hätte die Abkehr von diesem System mit einer Schwächung des Föderalismus’ vor allem für die wirtschaftlich starken Kantone einen massiven Vorteil: Der Finanzausgleich, mit dem etwa Bern und weite Teile der Westschweiz massiv unterstützt werden, wäre dann auch vom Tisch. Vielleicht sind die Tage des herkömmlichen Bundesstaates  gezählt. Aus staatsrechtlicher Sicht ist das allerdings ein eher unwahrscheinliches Szenario: Notwendig wäre dann in einer Abstimmung das Ständemehr…

«Konzernverantwortungs-Initiative»: Die Krux mit dem «Unternehmens»-Begriff

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(causasportnews / red. / 6. November 2020) Es ist fast wie im amerikanischen Wahl-Krimi: Lange schien alles klar, jetzt, in der Akut-Phase, ist alles offen. So sieht es auch bei der ebenfalls international beachteten «Konzernverantwortungs-Initiative» aus, über die das Schweizer Stimm-Volk am 29. November 2020 befinden wird. Die Initiative verlangt, dass künftig Unternehmen mit Sitz in der Schweiz bei Nichteinhaltung der Menschenrechte und Umweltstandards im Ausland in der Schweiz zur Verantwortung gezogen werden, also auch gerichtlich belangt werden können. Aufgeschreckt u.a. durch eine Meldung von «causasportnews» (vgl. causasportnews vom 28. Oktober 2020) sahen sich die Initianten nun genötigt, aus ihrer Sicht bezüglich Begrifflichkeit im Initiativ-Text für Klarheit zu sorgen. Nämlich insofern, was den Terminus des «Unternehmens» anbelangt. Die Initiative verlangt unmissverständlich (einzig) von «Unternehmen», dass sie sich entsprechend korrekt im Ausland verhalten sollen und gegenteiligen Falles in der Schweiz zur Rechenschaft gezogen werden können. Im Bericht von «causasportnews» vom 28. Oktober 2020 ist explizit auf das Beispiel des Weltfussballverbandes FIFA hingewiesen worden, der im eigenen Regelwerk eine Bestimmung vorsieht, die in die mit der «Konzernverantwortungs-Initiative» vorgegebene Richtung zielt, auch wenn die Normierung von Art. 3 der FIFA-Statuten einigen Interpretationsspielraum zulässt. So haben sich die Initianten der «Konzernverantwortungs-Initiative» nun bemüssigt gesehen, sich zu artikulieren, wie sie den «Unternehmens»-Begriff verstehen. Darunter seien natürlich auch internationale Verbände und Stiftungen mit Sitz in der Schweiz gemeint – also auch etwa das Internationale Olympische Komitee (IOK), die FIFA (ungeachtet von Art. 3 der Statuten), die UEFA (Europäischer Fussballverband) oder die IIHF (Internationaler Eishockeyverband) alles Vereine nach Schweizerischem Recht.

Bei genauer Betrachtung des Initiativtextes und der begleitenden Erörterungen sieht die Sachlage aber wohl etwas anders aus. So können etwa Vereine grundsätzlich nicht als «Unternehmen» bezeichnet werden, auch wenn sie gemäss Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) mit wirtschaftlichen Mitteln nicht-wirtschaftliche Zwecke verfolgen, was vereinsrechtlich durchaus zulässig ist (Art. 61 Abs. 2 ZGB). Der «Unternehmens»-Begriff ist an sich klar auf Kapitalgesellschaften fokussiert, nicht jedoch auf juristische Personen ohne wirtschaftliche Zweckverfolgung. Dieser Umstand, bzw. dieser nun aufgeflammte Diskussionspunkt, könnte dazu führen, dass Befürworter der Initiative im letzten Moment noch ins Nein-Lager wechseln. Ob diese Unsicherheit, wie der Begriff des «Unternehmens» zu qualifizieren ist, dann den Gesetzgebungsprozess in der ausgedehnten Form, wie dies nun die Initianten sehen, «überlebt», steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Aber vielleicht wird die Initiative in der Abstimmung am Monatsende eh «gebodigt», und es erübrigen sich dann alle Mutmassungen. Die jetzt aufgebrachte Unklarheit könnte selbstverständlich auch das Abstimmungsverhalten der Schweizerinnen und Schweizer positiv oder negativ beeinflussen. Grundsätzlich gehen die Prognosen derzeit in die Richtung, dass die Initiative angenommen wird. Aber mit den Auguren ist es oft so eine Sache. Sie sind eben erst im amerikanischen Präsidenten-Wahlkampf eines besseren (oder schlechteren) belehrt worden.

Swiss Football League: Ins Ziel gezittert

(causasportnews / red. / 15. August 2020) Nun hat es auch die Schweiz geschafft und die Professional-Fussballmeisterschaft 2019/2020 zu Ende gebracht (zum Vergleich: In Deutschland hat die Bundesliga ihren Betrieb 2019/2020 schon Ende Juni abgeschlossen). Glücklich zu Ende gebracht, wäre eine übertriebene Qualifikation – es war eher ein glückhafter Abschluss einer Meisterschaft, deren vorzeitiger Abbruch immer wieder im Raum stand, als „Corona“-Fälle in den Umfeldern von Klubs die Weiterführung des Wettbewerbs bedrohten. Vor allem, nachdem COVID-19 im FC Zürich eingeschlagen hatte und sich Spieler und Staff infizierten, wurde die Lage kritisch; sogar der Präsident des FC Zürich zählte zu den „Corona“-Opfern. Weil der FC Zürich danach teils mit Rumpf-Mannschaften antrat, war schnell einmal von Wettbewerbsverzerrungen die Rede. Zu Unrecht allerdings: Die Bedrohungslage und die erschwerten Bedingungen waren für alle Klubs der Swiss Football League (SFL) gleich. Allerdings hätte die Liga einen zweiten „Fall FC Zürich“ nicht ertragen. So zitterte sich die SFL letztlich glücklich und glückhaft ins Ziel. Ein Meisterschaftsabbruch hätte wohl einen wirtschaftlichen Kollaps etlicher Klubs bewirkt. Wird nun Bilanz gezogen, bilden die wirtschaftlichen Folgen dieses Meisterschafts-Endes die Hauptsorgen der Klubs und der SFL. In Anbetracht der allgemein gestiegenen Infektionszahlen mag an den Neustart der Meisterschaft 2020/21 im Moment schon gar niemand denken…

Es hat sich in den letzten Wochen gezeigt, wie wichtig der „Faktor Zuschauer“ ist – „Geisterspiele“ und Spiele mit begrenzten Zuschauerzahlen sind zwar möglich, aber auf den Fussball gemünzt nur eine Notlösung. Ohne oder mit wenig Publikum ist ein Fussballspiel eben nur noch ein Spiel. Dass der BSC Young Boys zum dritten Mal hintereinander Schweizer Fussball-Meister geworden ist, interessiert im Moment nur marginal. Wenigstens sind die Berner keine „Zufalls-Meister“. Auch so gesehen kann im „Corona“-Jahr 2020 nicht von einer Wettbewerbsverzerrung, bedingt durch COVID-19“, gesprochen werden. Am Wochenende des 11. bis zum 13. September 2020 soll der Startschuss zur Meisterschaft 2020/2021 erfolgen. Die Vorfreude hierauf hält sich in Grenzen. Das Championnat muss Ende Mai 2021 beendet werden. Danach steht international die um ein Jahr verschobene Europameisterschaft an mehreren Standorten auf dem Programm. Diese Veranstaltung wirkt derzeit in den Köpfen der Menschen wie ein Phantom, das man am liebsten ungeschehen machen oder verscheuchen möchte.

Juristische „Wundertüte TAS“ belässt Manchester City im CL-Rennen

© TAS

(causasportnews / red. / 15. Juli 2020) Nur für Träumer war es ein Problem, als der englische Top-Klub Manchester City vom Europäischen Fussballverband (UEFA) wegen Verletzung des „Financial Fairplay“ eine zweijährige Europacup-Sperre kassierte und mit 30 Millionen Euro gebüsst wurde (vgl. auch causasportnews vom 17. Februar 2020). Vor allem der Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben mutete für den von Pep Guardiola trainierten Klub vordergründig verheerend an. Nur vordergründig. Nach dem Schuldspruch durch die UEFA und der Ausfällung der Busse war es nicht nur Insidern klar, dass das von den Engländern angerufene Sport-Schiedsgericht in Lausanne (Tribunal Arbitral du Sport, TAS) zumindest die Fussball-Sperre aufheben würde. Das Gericht, als juristische „Wundertüte“ ohne grossen juristischen Wert bekannt, wurde seinem parteiischen Ruf gerecht und hob die Sperre gegen Manchester City auf. Auf den ersten Blick mutet es allerdings sonderbar an, dass der Sportgerichtshof, dem das Schweizerische Bundesgericht seit Jahren völlig ungerechtfertigt den Status eines ordentlichen Gerichtes einräumt, die UEFA ins Unrecht versetzte. Normalerweise liegt die Verfahrens-Erfolgsquote an diesem „Gericht“ für Sportverbände bei gegen 100%. In diesem Fall schien das TAS seine Linientreue verloren zu haben und belässt Manchester City zum Leidwesen der UEFA weiterhin im CL-Rennen. Allerdings wird der Klub weitgehend von Arabern alimentiert, und diese sind im Weltsport zwischenzeitlich mindestens so wichtig geworden wie die Fussball-Verbände. Sich auf diese Weise mit den Investoren aus den Emiraten anzulegen und diese zu verärgern, war ein klares „No-Go“ für das opportunistische TAS. Und weil Geld in den Emiraten keine Rolle spielt, erkannte das Sport-Schiedsgericht, dass Manchester City zwar ein bisschen gegen das „Financial Fairplay“ der UEFA verstossen habe, dieses Fehlverhalten aber mit einer Zahlung von 10 Millionen Euro abgegolten sei. Dieser Betrag wird der Klub mit einem Lächeln aus der Portokasse beglichen. Wichtig ist für die Engländer, dass sie in der Champions League weiterhin dabei sein werden. Zumindest in diesem Fall entscheid das TAS nachvollziehbar nicht als juristische „Wundertüte“; Erklärung siehe oben. Ein Nebenaspekt bleibt im Zuge der „Causa Manchester“ offensichtlich: Die seit jeher umstrittene „Financial Fairplay“-Regelung der UEFA ist mit dieser Entscheidung als das entlarvt worden, was sie ist: Als Scherz!

Virtuelles Gefahrenpotential

Home of FIFA, Zürich, © Ed Coyle

(causasportnews / red. / 27. Juni 2020) Im Zeitalter von „Corona“ sind Exzesse aller Art nicht zu verhindern. Insbesondere haben in dieser speziellen Situation ebenfalls die Stunden der Ignoranten und Dilettanten geschlagen (vgl. dazu auch etwa causasportnews vom 25. Juni 2020). Auch der Unverbesserlichen und Uneinsichtigen. So erlebt es derzeit beispielsweise der amtierende FIFA-Präsident Gianni Infantino, von dem seit Monaten kaum mehr etwas zu vernehmen ist; es sei denn im Zusammenhang mit dem Gerangel um den Schweizerischen Bundesanwalt, Michael Lauber, mit dem sich Gianni Infantino wohl im Zusammenhang mit Fussballvorgängen, die von den höchsten Schweizer Ermittlern untersucht werden, zwei- oder dreimal getroffen haben soll. Weder der Bundesanwalt noch der FIFA-Präsident wissen das genau; insbesondere auch nicht, was an diesen Treffen besprochen worden sein soll. Diesbezüglich hat Gianni Infantino kürzlich per FIFA-Mediendienst seine Integrität unterstreichen lassen. Aber sonst herrscht in dieser „Corona“-Zeit Ruhe in der FIFA-Zentrale auf dem „Sonnenberg“ in Zürich. Den Weltfussball dirigiert der Präsident aus dem Wallis zurückgezogen vom Präsidialbüro im „Home of FIFA“ aus. Mit dem Rückzug aus dem öffentlichen Leben können Gefahren aller Art abgewehrt und Probleme ausgesessen werden. Verkehrt wird miteinander, soweit notwendig, digital oder virtuell. Und das wiederum kann gefährlich werden. Video-und Telefon-Konferenzen, auf elektronischem Weg abgehaltene Versammlungen und weitere Möglichkeiten der indirekten Kommunikation beeinflussen das Verhalten der Mitmenschen. Sich etwa im Rahmen einer Versammlung offen zu äussern, verlangt nicht selten Mut. Bei realer Präsenz von Mitwirkenden ändert sich das Debattier- und Beschlussfassungsverhalten. So erklärt sich der Umstand, weshalb in Versammlungen die nicht offene Beschlussfassung zum unkalkulierbaren Faktor wird.

Und so hat es eben nun der FIFA-Präsident erlebt. Das strategische Organ der FIFA, der fast 40 Köpfe umfassende FIFA-Rat, hat sich in einer virtuellen Rats-Sitzung in wesentlichen Punkten gegen Gianni Infantino gewandt. Dabei wurde klar, was schon lange vermutet wird: Der Rückhalt des Schweizer Präsidenten schwindet. An der auf elektronischem Weg durchgeführten Abstimmung wandten sich die Vertreter aus den Kernmärkten des Fussballs, Europa und Südamerika, klar gegen vom Präsidenten unterbreitete Vorschläge. So musste er, der Uneinsichtige, etwa zur Kenntnis nehmen, dass der Terminierung der von ihm aufgeblähten und von den Top-Klubs ungeliebten FIFA-Klub-Weltmeisterschaft massive Opposition erwächst. Statt Ende dieses Jahres soll der Klub-Anlass frühestens im kommenden Jahr stattfinden. „Es könnte 2021 sein, 2022 oder 2023. Alles ist offen“, sagte der FIFA-Präsident nichtssagend. Ohne WM keine Vermarktungs- und Sponsorengelder. Das ist letztlich das Faktum. Schlecht angekommen im FIFA-Rat ist auch das Verhalten von Gianni Infantino bezüglich der Treffen mit Bundesanwalt Michael Lauber. Obwohl er nicht mehr weiss, wieviele Gespräche es waren und was dabei besprochen wurde, sagt er, dass solche Treffen wichtig, legitim und legal seien.-

Naja, „schau’n mer mal“, hätte sich hierzu Franz Beckenbauer früher schlicht und ergreifend geäussert. Auch im Fall von Ignoranten, Dilettanten und Uneinsichtigen. Eng könnte es nun dennoch sowohl für Michael Lauber als auch für Gianni Infantino werden. Falls demnächst Strafverfahren eröffnet werden sollten, wären beide Protagonisten mit Bezug zum Wallis wohl weg vom Fenster bzw. würden ihre Posten verlieren. Eine positive Meldung für Gianni Infantino war zum persönlichen Trost in der Causa Michel Platini zu vernehmen: Im Zusammenhang mit der Strafuntersuchung gegen den ehemaligen FIFA-Präsident Joseph Blatter ist das Verfahren auf den 65jährign Franzosen ausgeweitet worden. Damit dürfte für Gianni Infantino ein ernsthafter Gegenkandidat um das FIFA-Präsidium ausser Traktanden gefallen sein, falls er nicht vorher gestürzt wird. Allerdings werden derzeit auch andere, valable Namen von Kandidaten genannt, welche die Nachfolge von Gianni Infantino antreten könnten.

Der aktive Sport im „Ruhe-Modus“

(causasportnews / red. / 17. März 2020) Nach den rigorosen Anordnungen der Regierungen in ganz Europa gegen die weitere Ausbreitung des „Coronavirus“ befindet sich auch der Sport gezwungenermassen im „Ruhe-Modus“. Die (letzten) Absagen von Sportveranstaltungen jagen sich. Das „Gibraltar open“ der „Snooker“-Spieler ist soeben einigermassen regulär zu Ende gegangen; wenn auch mit wenig Enthusiasmus. Der Sport in der „Neuen Zürcher Zeitung“ („NZZ“) findet nur noch unter der Überschrift „Coronavirus“ statt. Der aktive Sport ist an sich sogar „tot“ und findet höchstens noch im Rahmen der Sportpolitik statt, die einmal mehr beweist, in welcher Parallelwelt Sportfunktionäre leben. Die UEFA eiert seit geraumer Zeit herum und ziert sich mit der Absage der an 12 Austragungsorten stattfindenden Fussball-Europameisterschaft 2020, die selbstverständlich vom 12. Juni bis zum 12. Juli 2020 nicht stattfinden wird. Schlimmer liegen die Verhältnisse nur noch beim Internationalen Olympischen Komitee (IOK), welches sich aus dilettantischen und wohl vor allem aus pekuniären Gründen nicht dazu durchringen kann, für klare Verhältnisse zu sorgen und die Olympischen Sommerspiele vom 24. Juli bis 9. August in Tokio bisher nicht abgesagt hat. Fleissig agiert hingegen der Weltfussballverband FIFA, dieses Jahr glücklicherweise ohne Turniere und Wettbewerbe (mit Ausnahme der kaum jemanden interessierenden Klub-WM im Dezember), und sagt Sitzungen und Versammlungen kontinuierlich ab. Das Meeting des FIFA-Rates Ende dieser Woche ist ebenso verschoben wie die Vereinsversammlung der FIFA, die am 5. Juni in Addis Abeba hätte stattfinden sollen. Der sog. „Kongress“ ist nun auf den 18. September verschoben worden. Diese Annullation von (noch weiteren) Sitzungen im Rahmen der FIFA hat auch eine gute Seite: Der ungeliebte FIFA-Präsident Gianni Infantino profitiert von abgesagten Sitzungen und Versammlungen. Keine Zusammenkünfte – keine für ihn ungelegenen oder gefährlichen Beschlüsse. Besser kann der Machterhalt für ihn im Moment gar nicht funktionieren.

In der aktuell schwierigen Situation macht der Sport nicht durchwegs eine gute Figur, auch etwa der Breitensport nicht. Trotz Anordnung der Schweizer Regierung am vergangenen Freitag, dass alle Wintersportorte ihre Betriebe einstellen müssten, foutierten sich einige Wintersportstationen, vor allem in der Innerschweiz, um diese angeordnete Massnahme. Es war auch eine Art Ohnmacht der Regierung vor den faktischen Verhältnissen. Das renitente Verhalten der Innerschweizer mag auch damit zusammenhängen, dass der Schweizer Bundesrat bei der Bewältigung dieser Krise vor allem aufgrund von zu spät erfolgten Anordnungen und fehlender „Leadership“ ein tristes Bild abgibt und deshalb der Respekt der Bevölkerung ihm gegenüber an einem kleinen Ort zu orten ist. Es kommt hinzu, dass nun die Armee die grösste Mobilmachung seit dem 2. Weltkrieg erlebt und nun zur Unterstützung der zivilen Einsatzkräfte eingesetzt wird – angeordnet vom selben Bundesrat, dessen Mitglieder teils Parteien angehören, die sich seit Jahrzehnten als militante Bekämpfer eben dieser Armee hervorgetan haben! Solches Verhalten ist für eine Landesregierung, in der Tat eine träge Kollegialbehörde, wenig vertrauensbildend. Auch wenn die „NZZ“ alles unternimmt, um die Schweizer Regierung in die Nähe potentieller Heiliger zu rücken. „Der Bundesrat beweist in der Krise Führungsstärke“, schrieb das Blatt am Wochenende auf der Frontseite. Was leider kein Scherz war. Mit rührigen Worten rüffelt der Chefredaktor der „NZZ“ heute das ihm sonst so lieb gewordenen Europa und schaut mit verklärtem Blick in Richtung Bern: Die europäischen Regierungen hätten bei der Bekämpfung des „Coronavirus“ wertvolle Zeit verstreichen lassen, ist von der „alten Tante“ von der Zürcher Falkenstrasse zu vernehmen. Und säuselt: „Erst später greifen sie wie jetzt der Schweizer Bundesrat zu drakonischen Massnahmen“, schreibt der Journalist, der wohl merken musste, dass die von ihm gehätschelte EU vielleicht eher ein Schönwetter-Gebilde ist. Lob der Schuldigen – Tadel der Unschuldigen heisst das Motto jedenfalls bei der „NZZ“. Dass die Schweiz im internationalen Vergleich vom Virus am meisten befallen ist, wird selbstverständlich ausgeblendet. Die Zeitung mit rasant in den Keller sinkenden Auflage (wen wundert’s?) hat es sich wohl auf die Fahne geschrieben, die dem Blatt ergebenen und der so genannten freiheitlichen Partei angehörenden Mitglieder der Landesregierung wenigstens medial zu stärken. „Fake News“, wird das heute genannt; auch deshalb wütet derzeit ein spezieller Mensch im „Weissen Haus“. Und der Beweis ist durch die „NZZ“ erbracht, dass auch der Journalismus nicht nur bei der Beurteilung dieser Krise in einer Parallelwelt agiert. Eine intelligente, sportliche Note setzte hingegen der souverän und effizient wirkende österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz in dieser schwierigen Zeit, in der die Welt praktisch still steht: Er führt sein Land, die Realitäten ausgewogen im Auge behaltend, auch mit einer Portion Optimismus durch das Wellental und versteht es, die notwendige Solidarität im Land zu beschwören. So redet er sportlich mitreissend und überzeugend nicht von Österreicherinnen und Österreichern, sondern vom „Team Österreich“. Plattitüden, wie sie die jetzt regelrecht abgetauchte deutsche Bundeskanzlerin regelmässig von sich gibt, vermeidet er geflissentlich. Politisches Talent im Blut zu haben erleichtert das Regieren eben ungemein.

Manchester City-Ausschluss: Am Schluss wohl eine „Win-win-Situation“

Ozzy Delany

(causasportnews / red. / 17. Februar 2020) „Manchester City für zwei Spielzeiten aus den UEFA-Klubwettbewerben ausgeschlossen“. Solche und ähnliche Schlagzeilen sorgten vor dem letzten Wochenende für zumindest grosses Erstaunen. Da hat es der Europäisch Fussball-Verband (UEFA) gewagt, einen „Krösus“ im internationalen Fussball auszuschliessen. Auf den ersten Blick scheint es, als habe sich die UEFA von der wirtschaftlichen Macht aus den Vereinigten Arabischen Emiraten unbeeindruckt gezeigt und im Gegenteil mit dem Verdikt Entschlossenheit demonstriert, Verfehlungen gegen das „Financial Fair Play“ ungeachtet der (pekuniären) Machtverhältnisse hart zu sanktionieren. Relativierung tut allerdings not. In der Tat ist die Entscheidung des Verbandes (im Augenblick) schnörkellos hart – vor allem der zweijährig Ausschluss des Klubs von Josep Guardiola, dem exzentrischen Star-Trainer, trifft den Klub ins Herz. Die zusätzliche 30 Millionen Euro Busse wird die von den VAR alimentierten Engländer nicht gross stören; apropos Finanzen: Manchester City verfügt wohl unter Transfer-Gesichtspunkten weltweit über das teuerste Klub-Spielerkader. Und dieses soll nun auf europäischer Eben zwei Jahre lang nur zuschauen…

Zumindest der Sachverhalt, den die UEFA unter sanktionsrechtlichen Gesichtspunkten geprüft hat, schein klar erstellt zu sein: Bereits 2018 hat das Deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ Dokumente veröffentlicht, die zu belegen schienen, dass aus den VAR rund 70 Millionen Euro ohne Nachvollziehbarkeit bezüglich des Rechtsgrundes und im Rahmen von angeblichen Sponsoringaktivitäten bezahlt worden sein sollen. Verschleierung werden derartige Aktivitäten in der (juristischen) Fachsprache genannt. Oder Umgehung, im konkreten Fall der Financial Fair Play-Regelung der UEFA (vgl. dazu grundsätzlich Urs Scherrer / Remus Muresan / Kai Ludwig, Sportrecht, Eine Begriffserläuterung, 3. Aufl., 2014, 133 f.). Diese will eine Chancengleichheit der Klubs im Wettbewerb durch ausgeglichene Einnahmen-und Ausgabenaktivitäten gewährleisten (es soll von den Klubs grundsätzlich nicht mehr ausgegeben als eingenommen werden); neben dem „Fairplay“ auf dem Spielfeld geht es demnach um das allgemein in allen Bereichen des Sportes beschworene „Fairplay“, hier neben den Fussballplätzen. Dagegen hat nach Auffassung der UEFA der englische Top-Klub verstossen, oder, wie es in einer dürren Medienmitteilung heisst: „Ernsthaft Verletzungen des Financial Fair Play-Reglements“ begangen . Konkret sollen die Engländer also mit VAR-Support Sponsoringvereinbarungen frisiert haben.

Selbstverständlich ist in der „Causa Manchester United“ das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der Klub hat unmittelbar nach Bekanntwerden des Verdiktes aus Nyon angekündigt, die UEFA-Entscheidung am Internationalen Sport-Schiedsgerichtshof (Tribunal Arbitral du Sport; TAS) in Lausanne anzufechten. Dieses institutionalisierte Sport-Schiedsgericht ist weder für hochstehende Juristerei noch für besonderen Mut bekannt. Die Gerichtsinstanz, welche bezüglich ergangener Entscheide vom Schweizerischen Bundesgericht regelmässig geschützt wird, urteilt oft opportunistisch und (sport-)politisch. Das weiss auch Manchester City. Und es würde erstaunen, wenn der UEFA-Entscheid vom Freitag letztlich Bestand haben würde. Das TAS wird wohl den Ausschluss der Engländer zu deren Gunsten korrigieren und dafür die Busse erhöhen (was kaum jemanden schmerzen wird). Das wäre dann für die wirtschaftliche Macht des Sports und unter (sport-)politischen Gesichtspunkten eine „Win-win-Situation“ für alle Betroffenen. Die UEFA müsst sich jedenfalls dann nicht vorwerfen lassen, der eh umstrittenen Regelung nicht mit Härte zum Durchbruch verholfen zu haben. Schliesslich hat dann eine Gerichtsinstanz korrigiert…

Anachronismus prägt das Klub-WM-Projekt der FIFA

euro-447214_1280(causasportnews / red. / 19. Dezember 2019) Derzeit findet in Doha (Katar) die sog. „Klub-Weltmeisterschaft“ (Klub-WM) im Fussball mit sieben teilnehmenden Mannschaften statt. Doch kaum jemand schaut hin. Den Medien sind die Resultate dieses Wettbewerbs höchstens Kurzmeldungen wert. Am Samstag stehen sich im Final der FC Liverpool und CF Monterrey (Mexiko) gegenüber. Jetzt will der organisierende Weltverband FIFA den Wettbewerb zur Geldmaschine machen. Derzeit messen sich die Kontinentalbesten und machen unter sich den „Klub-Weltmeister“ aus. Ab übernächstem Jahr soll alles besser werden. Im Sommer 2021 treten in China 24 Klubs an, die um den WM-Pokal der Klubs spielen sollen. Bis dann wird auch ein neues Marketingkonzept für den Wettbewerb greifen, wie die FIFA mitteilt; heute läuft die Eingabefrist für an der Rechtevermarktung des Wettbewerbs interessierte Agenturen ab. Die FIFA erblickt in diesem Wettbewerb der Klubs auf höchster Ebene ein gewaltiges Potenzial. Realisten und Experten jedwelcher Couleur sehen es nicht so rosig. Vor allem ist im Zusammenhang mit diesem Wettbewerb ein Anachronismus nicht zu übersehen:

Die Klub-Weltmeisterschaft wird seit 2000 sinnigerweise vom Weltfussballverband FIFA durchgeführt. Jedoch ist der Klub-Fussball traditionell, historisch und auch vereinsrechtlich bedingt eine Domäne der Konföderationen. Diese sind selbständige Sektionen (Vereine gemäss Art 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches) der FIFA (ebenfalls ein Verein). Der wichtigste und einträglichste Wettbewerb im organisierten Fussball ist heute die Champions League, die von der europäischen Fussballkonföderation UEFA organisiert wird. Mitglieder der FIFA sind jedoch einzig und alleine 211 nationalen Verbände, was e contrario bedeutet, dass der Klubfussball keine Angelegenheit der FIFA ist. Das ist vielleicht ein stichhaltiges Argument der UEFA, welche sich grundsätzlich gegen den vorgesehenen, aufgeblähten Wettbewerb der FIFA stemmt und mit der „neuen“ Klub-WM eine wirtschaftliche Abwertung der Champions League befürchtet. Deshalb herrscht zwischen FIFA und UEFA im Moment in dieser Hinsicht auch „dicke Luft“. Der Weltfussballverband sieht in der Vermarktung des immer attraktiver werdenden Klubfussballs insbesondere auf europäischer Ebene eine Nische und will am Kuchen, welcher dieses Segment bietet, teilhaben. Die Krux bei diesem Projekt dürfte allerdings sein, dass für die Sportkonsumentinnen und –konsumenten ein erweiterter Klub-Wettbewerb auf globaler Ebene bei weitem nicht das Interesse finden dürfte wie etwa die Champions League der UEFA. Ein Finalspiel zwischen dem FC Liverpool und CF Monterrey ist kaum mit der Attraktivität einer Finalpaarung in der Champions League zu vergleichen. Es ist letztlich eben nicht davon auszugehen, dass im Rahmen der geplanten, künftigen Klub-Weltmeisterschaft jeweils (nur attraktive) europäische Klubs in den Final vordringen.