causasportnews.com – 46/2026, 21. Mai 2026

(causasportnews / red. 21. Mai 2026) Mitten in der sommerlichen Wetterlage stellt sich die organisierte, globale Wintersportszene die Frage, wer anlässlich des Kongresses der International Ski and Snowboard Federation (FIS) am 11. Juni 2026 in Belgrad zur Präsidentin oder zum Präsidenten gewählt werden soll. Mit Blick auf die Besetzung des höchsten Amtes im Weltverband bahnt sich zumindest Überraschendes an. Johan Eliasch, seit 2021 im Amt, wird – Stand heute – die Wiederwahl kaum mehr schaffen. Die Opposition gegen den Amtsinhaber wird jedenfalls zusehends stärker (vgl. auch causasportnews vom 9. Mai 2026). Kritisiert wird die Amtsführung des britisch-schwedischen Geschäftsmanns, der auch federführend beim Ski-Hersteller «Head» tätig ist. Der 64jährige Präsident sei mit seiner Art unmöglich geworden, wird nicht nur hinter vorgehaltener Hand moniert. Geht es ums Geld, hört auch im internationalen Skisport der Spass auf. Seit Milliardär Johan Eliasch Präsident des Verbandes ist, wurde das Vermögen der FIS immer mehr heruntergefahren. Dies provoziert die Anti-Eliasch-Haltung der Nationalverbände und auch der Athletinnen und Athleten. So findet auch der wohl beste Skifahrer der Gegenwart, der Schweizer Marco Odermatt, dass ein Wechsel an der Spitze des Weltverbandes unumgänglich sei. Der schwedisch-britische Doppelbürger hat es offensichtlich auch mit diesen Landesverbänden verscherzt, denn weder die Briten noch die Schweden wollen den aktuellen Präsidenten anlässlich der Erneuerungswahl unterstützen. Dieser versuchte es mit einem «Buebetrickli», indem er Georgien dazu veranlassen konnte, ihn zum Staatsbürger zu machen, bzw. ihn mit einem Georgischen Pass auszustatten, und für das Präsidentenamt zu nominieren. Dieser zwar geglückte Winkelzug kommt in der internationalen Ski-Community aber gar nicht gut an. Vor allem der Umstand, dass weder die Briten noch die Schweden hinter Johan Eliasch stehen, lässt den Geschäftsmann und Sportfunktionär in einem zumindest speziellen Licht erscheinen.
Es braucht kaum hellseherische Fähigkeiten, um festzuhalten, dass die Zeit des amtierenden FIS-Präsidenten an der Spitze des Weltverbandes abgelaufen ist. Sogar die «Neue Zürcher Zeitung» («NZZ»), nicht gerade für knallige Schlagzeilen bekannt, titelte (am 18. Mai 2026): «Die Luft für Johan Eliasch wird dünner». Wer soll also das leicht havarierte Verbands-Schiff wieder auf Kurs bringen? Zwei Frauen und zwei Männer stehen bereit und werden sich am 11. Juni am FIS-Kongress in Belgrad zur Wahl stellen und den amtierenden Präsidenten herausfordern. Derzeit scheint der Liechtensteiner Alexander Ospelt in der Favoritenposition zu sein. Der promovierte Jurist und Inhaber einer Rechtsanwaltskanzlei und Treuhandgesellschaft befindet sich mit 66 Jahren in einem idealen Funktionärsalter. Bis 2023 war Alexander Ospelt Präsident des Liechtensteinischen Skiverbandes; seit 2024 ist er Mitglied des FIS-Vorstandes. Das Verbandswesen kennt er somit aus eigener Erfahrung. In der Präsidentenwahl am 11. Juni sieht der Schweizer Verband (Swiss Ski) eine grosse «Chance auf Veränderung und auf eine Wende zum Guten» im Weltverband. Das Ziel unter Gleichgesinnten sei es, sich hinter der aussichtsreichsten Kandidatur zu vereinen und Johan Eliasch aus dem Amt zu drängen, heisst es beim Schweizer Verband. Eine Palastrevolution der Unzufriedenen scheiterte 2022, sodass der amtierende Präsident damals in einer regulären Wahl noch einmal durchkam. Nun scheint die Zeit von Johan Eliasch an der Spitze der FIS jedoch abgelaufen zu sein.









