Es ist WM-Endrunde – auch das Finale der Peinlichkeiten

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Auch die WM-Endrunde 2018 ist vor dilettantischen Trittbrettfahrern nicht gefeit…

(causasportnews / red. / 22. Juni 2018) Stell Dir vor, es ist WM-Endrunde und diese verläuft ohne Peinlichkeiten… Unvorstellbar. Insbesondere die Werbung beweist derzeit, dass sie bisweilen nicht nur originell ist, sondern federführende Protagonisten auch veritable Dilettanten sind. Fast niemand lässt sich derzeit die Chance entgehen, sich im Rahmen der WM-Endrunde in Russland werblich und auch sonst in Szene zu setzen. Staubtrockene Unternehmen zeigen sich auf einmal von der lustigen Seite, wie etwa die Grossbank „Credit Suisse“, welche die Schweizer Nationalspieler in einen Russisch-Kurs schickte. Das Geldinstitut, das der Schweizer Nationalmannschaft nahe steht, hat offenbar aus dem Flop im Jahr 2014 anlässlich der WM-Endrunde in Brasilien gelernt, als sich der damalige Schweizer Nationalmannschaftsspieler Admir Mehmedi darüber echauffierte, dass er sich in Brasilien kaum verständigen könne, weil er kein Spanisch spreche. Auf einem Fan-Trikot wurde Serbien in geografischen Umrissen wiedergegeben – und unberücksichtigt gelassen, dass Kosovo zwischenzeitlich nicht mehr zu Serbien gehört. In einem Werbespot verwechselte eine Airline Kiew mit Moskau. Dümmliche Aktionen, wie diejenige eines Kreditkartenunternehmens, welche für ein Tor von Lionel Messi oder Neymar da Silva jeweils 10 000 Mahlzeiten im Rahmen des UNO-Welternährungsprogrammes spendieren wollte, wurde nach Protesten zurückgezogen; es wurde kritisiert, dass Weiterlesen

Dem «Zwergewerfen» folgt das «Managereinbuchten»

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Diese Art von Zwerg darf (wohl) noch herumgeworfen werden…

(causasportnews / red. / 20. Juni 2018) Nichts kann einfältig genug oder ausreichend menschenverachtend sein, um nicht in den Dunstkreis des Sportes gerückt zu werden. Vor allem in den USA – wen wundert’s – galt bspw. das „Zwergewerfen“, auch „Zwergenweitwurf“ genannt, lange als spektakuläre und boomende „Sportart“ ausserhalb der Schausteller-Szene. Im Hollywoodfilm „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio erlebte dieses für uns derbe Vergnügen vor rund fünf Jahren eine Kino-Renaissance. Entweder vergnügten sich die habgierigen Banker mit Prostituierten oder ergötzten sich eben am „Zwergewerfen“, das aber auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nun als mit der Menschenwürde unvereinbar verpönt ist. Zwischenzeitlich werden kaum mehr Zwerge geworfen, doch die Habgier der Banker und Wirtschaftskapitäne anderer Branchen ist geblieben. Mit entsprechenden Folgen. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass nicht ein Wirtschaftsführer verhaftet würde – und davon ist teilweise, zumindest jeweils indirekt, auch der Sport betroffen. Zum Beispiel Weiterlesen

Doppel(s)pass

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Bildrechte: Justus Blümer / flickr

(causasportnews / red. / 20. Juni 2018) Seit bald einer Woche plätschert die Endrunde der Fussball-WM in Russland dahin – glücklicherweise erfolgt die Turnieraufstockung von 32 auf 48 Mannschaften erst in acht Jahren. Grosse sportliche Höhepunkte der Gruppenspiele in Russland sind bis anhin nicht auszumachen; als Ausnahme darf das spektakuläre Spiel Portugal gegen Spanien bezeichnet werden. Oder die überraschende Niederlage von Titelverteidiger Deutschland gegen Mexiko, was in Deutschland derzeit mehr Emotionen frei setzt als das herrschende Zuwanderungschaos. Nach der Auftakt-Pleite im ersten Gruppenspiel betreibt Fussball-Deutschland derzeit vor allem feinfühlige und kreative mentale Aufbauarbeit für die von den Mexikanern kalt geduschte Mannschaft von Joachim Löw. Der Bundestrainer wird Weiterlesen

Keine Überraschungen am FIFA-Kongress: WM 2026 wird auf dem amerikanischen Kontinent ausgetragen

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Unmittelbar vor Beginn der WM 2018 vergibt der FIFA-Kongress die WM 2026 an Kanada, Mexiko und die USA.

(causasportnews / rem. / 13. Juni 2018) Nun ist es also «offiziell»: Die Endrunde der FIFA-Fussballweltmeisterschaft 2026™ wird von Kanada, Mexiko und den USA gemeinsam ausgerichtet werden. Die Bewerbung «United 2026» erhielt am heutigen FIFA-Kongress in Moskau 134 von 200 abgegebenen Stimmen und damit deutlich mehr als das erforderliche Mehr von 101 Stimmen. Für die Bewerbung des einzigen Konkurrenten, Marokko, votierten lediglich 65 Mitglieder des FIFA-Kongresses, der zum ersten Mal über eine WM-Vergabe entschied (zuvor war hierfür stets das FIFA-Exekutivorgan zuständig gewesen).

Dieses Resultat war nun nicht wirklich eine Überraschung – es hatte sich zuletzt immer mehr abgezeichnet, dass die zwar charmante, aber im Vergleich erheblich weniger «gewichtige» Bewerbung Marokkos kaum ernsthafte Chancen haben dürfte. Der vor Kurzem veröffentlichte Bericht der FIFA Task Force zur Evaluierung der Bewerbungen hatte «United 2026» klar höher bewertet als die marokkanische Bewerbung. Und auch während den jeweils 15-minütigen Präsentationen der Bewerber während des FIFA-Kongresses war die «Übermacht» der Bewerbung vom amerikanischen Kontinent unübersehbar. Zwar arbeiteten beide «Bids» (auch) mit professionellen und eindrücklichen audiovisuellen Präsentationen, doch wurde schnell klar, wer sich im Vorfeld die höher qualifizierten PR-Profis leisten konnte: «Football brings us together for sport – but makes us friends for life.» Bei der «United 2026» Präsentation sass jeder Satz.

Hat darüber hinaus Geld eine Rolle gespielt? Es wäre naiv, diese Frage kategorisch zu verneinen. Die prognostizierten Einnahmen Weiterlesen

Abstimmungsschlappen für Polit- und Sport-Nostalgiker

(causasportnews / red. / 11. Juni 2018) Wird das Schweizer Stimmvolk zu einer Abstimmung gerufen (was alle paar Monate der Abstimmung neinFall ist), beinhaltet diese direkte Form der Demokratie oft Überraschungen. In der Regel lässt sich aber der Ausgang von Abstimmungen ziemlich genau prognostizieren. Am Wochenende erfolgten zwei Abstimmungen, die direkt oder indirekt den Sport zum Gegenstand hatten. In beiden Fällen mussten Polit-und Sport-Nostalgiker Schlappen einstecken.

Schlappe 1: Gegen das Geldspielgesetz, das nun an die Stelle des Lotteriegesetzes (in dem auch die Sportwetten geregelt wurden) sowie des Spielbankengesetzes tritt und das bis anhin herrschende Chaos im Glücks- bzw. Geldspielbereich beseitigt, wurde von Jung-Parteien das Referendum ergriffen, weshalb die Schweizer Stimmbevölkerung zur Abstimmung gerufen wurde. Weiterlesen

FIFA im (juristischen) Kampf gegen unlautere Ticketanbieter

Zürich-FIFA_US (causasportnews / red. / 6. Juni 2018) Im Kampf gegen unlautere Ticketvertreiber mit Blick auf die in der kommenden Woche beginnende Endrunde der Fussball-WM in Russland hat der Weltfussballverband FIFA gegen eine Schweizer Ticket-Unternehmung rigorose Schritte eingeleitet und bei der Staatsanwaltschaft Genf eine Strafanzeige wegen Verletzung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb eingereicht. Gemäss Informationen seitens der FIFA soll die „viagogo AG“ mit Sitz in Genf unzulässigerweise Tickets für die Spiele in Russland verkaufen und vertreiben, ohne hierfür autorisiert zu sein. Da der Unternehmung die Berechtigung zum entsprechenden Ticketinggeschäft fehle, verhalte sie sich unlauter, was nun strafrechtliche Konsequenzen haben soll. Der Weltverband sieht im unkontrollierten Tickethandel, wie er durch „viagogo AG“ durchgeführt wird, eine ernsthafte Gefahr für den ordnungsgemässen, straff organisierten Ablauf der Spiele in Russland; überdies müsse darin mangels Kontrollierbarkeit des Ticketings ein enormes Sicherheitsrisiko gesehen werden, verlautete aus der FIFA-Zentrale in Zürich. Gegen den Wildwuchs im Ticketinggeschäft rund um die WM-Endrunde hat die FIFA gegen die selbe Unternehmung bereits Ende des letzten Jahres in Deutschland rechtliche Schritte eingeleitet und gegen „viagogo AG“ einen Entscheid am Landgericht Hamburg erwirkt (Beschluss des Landgerichts Hamburg vom 2. November 2017; 411 HKO 119/17, wiedergegeben in Causa Sport 1/2018, 76 f.). Das Gericht qualifizierte die Aktivitäten des Schweizer Unternehmens als „Wettbewerbsverstoss“. Die FIFA hat Tickets, die nicht über den offiziellen Kanal (FIFA.com/tickets) erworben werden, als ungültig erklärt. Dazu gehören auch Tickets, die über „viagogo AG“ vertrieben werden.

Ein Zürcher Bezirksgericht spricht Klartext: Krimineller wusste, was er tat

judge-gavel-14619651834Zl(1) (causasportnews / red. / 4. Juni 2018) Im Kampf gegen die Kriminalität im Umfeld des Sports hat das Bezirksgericht Winterthur für klare Verhältnisse und ein wegweisendes Urteil gesorgt: Ein 22jähriger Kochlehrling, welcher als gewaltbereit einzustufen ist, wurde wegen versuchter Tötung mit Eventualvorsatz mit einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren belegt. Nach einem Spiel des FC Winterthur gegen den FC Zürich vor rund einem Jahr (als der FC Zürich noch nicht in der obersten Spielklasse engagiert war) warf der Mann im Bahnhof Winterthur vom Parkdeck über dem Perron aus rund zehn Metern Höhe einen Schachtdeckel auf Fans des FC Zürich, die sich nach dem Spiel in Winterthur wieder nach Zürich begeben wollten. Dabei wurde ein 28jähriger Mann schwer verletzt. Ob der Täter der organisierten Hooligan-Szene zuzurechnen ist, blieb auch nach durchgeführter Verhandlung am Bezirksgericht Winterthur unklar. Weiterlesen