Der Fussball-Weltverband FIFA in Geiselhaft der USA

causasportnews.com – 33/2026, 9. April 2026

US soccer player in blue jersey dribbling the ball while Iranian player in white jersey defends

(causasportnews / red. / 9. April 2026) In ziemlich genau zwei Monaten, am 11. Juni 2026, soll also die vom Fussball-Weltverband organisierte und zu verantwortende WM-Endrunde in den USA, in Mexiko und in Kanada beginnen. 48 National-Mannschaften haben sich für das Turnier nach neuem Teilnahme-Modus qualifiziert, soviele Teams, wie noch nie zuvor für eine WM-Endrunde. Der FIFA (Fédération Internationale de Football Association), einem  privaten Verein nach Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches mit Sitz in Zürich, gehören 211 Mitgliedsverbände; fast ein Viertel der nationalen Verbände wird am Turnier, an dem der Weltmeister 2026 erkoren werden soll, in Übersee teilnehmen.

Es mag die Vorfreude etwas dämpfen, dass diese bevorstehende  Weltmeisterschaftsendrunde in wenigen Wochen u.a. in den Vereinigten Staaten ausgetragen werden soll. USA – das müsste aktuell wohl nicht unbedingt sein. Das Land benimmt sich im Moment und wieder einmal wie von Sinnen, entfesselt Kriege, sät Unfrieden auf der Welt und bringt die Welt- und Wirtschaftsordnung durcheinander. Angeführt werden die Vereinigten Staaten von einem «an die Macht gestolperten Showmaster aus dem Unterschichtenfernsehen. Er ist ein Produkt der TV-Ära, in der Entertainment das ganze Leben bedeutet. Binnen kurzem ist er auch ein Funktionär der Kapitalmärkte geworden», wie sich der Deutsche Star-Philosoph Peter Sloterdijk in der «Neuen Zürcher Zeitung» (28. März 2026) zitieren lässt. Der US-Präsident beschimpft, droht, flegelt herum, bekriegt willkürlich Feinde und Ex-Freunde, setzt Macht und Gewalt an Stelle des Rechts, rastet aus, und stösst zwischendurch, wie er grossmundig ankündigt, das «Tor zur Hölle» auf und ähnliches. Völkerrechtliche Regeln in seinem Kosmos nicht. Soeben wollte der mächtigste Mann der Welt den Iran in die «Steinzeit» zurückbomben, in «auslöschen», bevor er dieses Unterfangen nun doch verschoben hat. In diesen Schlamassel ist derzeit die ganze Welt verstrickt. Und da soll Vorfreude mit Blick auf die WM-Endrunde in Nordamerika aufkommen!

Eines ist klar: Das am 11. Juni 2026 beginnende Turnier wird wie geplant stattfinden. Genau genommen hat die WM-Endrunde mit den Vereinigten Staaten gar nichts und mit dem unberechenbaren Präsidenten, den die Amerikanerinnen und Amerikaner Ende 2024 zum zweiten Mal auf den Schild hoben, noch weniger zu tun. Es ist dies die Veranstaltung eines privaten Vereins aus der Schweiz, der FIFA, der den Mitgliedsverbänden der USA, Kanadas und Mexikos die Durchführung der WM-Endrunde übertragen hat. Die FIFA hat vergeben, die drei Verbände, denen die Durchführung der Veranstaltung übertragen worden ist, organisieren den Event und verantworten diesen zusammen mit dem Weltverband. Die FIFA ist Rechteinhaberin des Turniers und trifft alle Entscheidungen im Zusammenhang mit der Durchführung. Nachdem alle 48 Nationalmannschaften, welche im Juni/Juli um den WM-Titel spielen werden, bekannt sind, ergibt sich aufgrund der aktuellen, geopolitischen Lage eine doch spezielle Konstellation. Iran ist für das Turnier qualifiziert! Die spielberechtigten Equipen haben an der WM-Endrunde gemäss FIFA-Regularien teilzunehmen; so eben auch der Iran. Spielberechtigung ist gleichbedeutend mit Spielverpflichtung. Die Ausgangslage hierfür ist allerdings mehr als delikat: Der Verband Irans muss an der WM-Endrunde und an den vorgesehenen Spielorten in den USA teilnehmen; verweigert der Verband die Teilnahme, kann er verbandsintern sanktioniert werden. Dabei ist es irrelevant, dass die USA derzeit und wohl einstweilen gegen den Iran, dessen Fussball-Nationalmannschaft für die WM-Endrunde qualifiziert ist, einen wohl völkerrechtswidrigen Krieg führen. Sportrechtlich unbedeutend ist es zudem, dass die USA, dessen Nationalverband die WM-Endrunde mitausrichtet, den Iran, angeführt von «Bastarden und Halunken», in Schutt und Asche legen, auslöschen und in die Steinzeit bomben wollen (Original-Ton des US-Präsidenten). Den Iran trifft grundsätzlich die vereinsrechtliche Verpflichtung, als qualifizierte Mannschaft an der WM-Endrunde anzutreten und auch Spiele in Amerika, also im Land des Kriegsgegners, bestreiten zu müssen (eine Reminiszenz am Rande: Selbstverständlich dürfen die kriegsführenden USA mit ihrer Nationalmannschaft am Turnier teilnehmen). Das alles ist unter den gegebenen Umständen einigermassen unzumutbar, und derzeit ist unklar, ob die Mannschaft Irans in den USA wirklich antreten wird. Iran möchte nachvollziehbar eher nicht und würde die Austragung dieser Spiele statt auf amerikanischem Boden vorzugsweise in Kanada oder in Mexiko befürworten. Der US-Präsident bekundet – zynischerweise – keine Mühe damit, dass die Nationalmannschaft des Irans in den USA antreten soll; schliesslich ist Amerika der Aggressor. Letztlich berührt ihn dieses Thema aber so wenig, wie wenn ein Fahrrad am Bahnhof in Peking umstürzt. Der Umstand, dass Sport und Politik nichts miteinander zu tun haben, ist auf einer anderen Ebene anzusiedeln. Nochmals: Die WM-Endrunde ist eine Angelegenheit eines privaten Vereins (FIFA), welche die USA in kaum einer Art und Weise, höchstens territorital, berührt. Womit auch klar ist, dass der US-Präsident bezüglich dieses Events im eigenen Land aussen vor ist. Er ist bedeutungslos und hat sich diesbezüglich weder zu äussern noch einzumischen, auch wenn er das anders einschätzen mag.

Dass die Mannschaft des Irans auf dem Staatsgebiet der Vereinigten Staaten spielen soll, ist selbstverständlich ein geradezu unhaltbarer Zustand. Oder juristisch: Dem Iran ist es nicht zumutbar, dass er gemäss Regularien (durch den Turnierkalender) gezwungen wird, in den USA zu spielen. Schliesslich will der unberechenbare US-Präsident den Iran ausradieren, auslöschen, wie er permanent betont. Würde dies – ganz oder ansatzweise – geschehen, wäre es für die Nationalmannschaft Irans ziemlich unmöglich, in den USA anzutreten… Falls es mit dem Ausradieren und Auslöschen des Irans durch die USA doch nichts werden sollte, kommt die FIFA ins Spiel. Sie hätte es in der Hand, mit Blick auf den Ablauf der WM-Endrunde für klare und faire, sportliche Verhältnisse zu sorgen. Der Weltverband hätte in Anbetracht der chaotischen Weltlage bezüglich der WM-Endrunde Optionen: Er könnte sie abzusagen, verschieben, oder was auch immer, die Spielorte ändern. Ein gewaltiger Vorteil bietet das Schweizer Vereinsrecht. Beschlüsse der zuständigen Verbandsorgane erwachsen nicht in materielle Rechtskraft und lassen sich bei Bedarf ändern, der Situation anpassen. Doch eben, die WM-Endrunde wird wie vorgesehen und geplant stattfinden. Mit allen Mitteln hat vor allem der FIFA-Präsident den Anlass in den USA in die «Generalkompetenz» des US-Präsidenten hineinkatapultiert. Mit der Vergabe u.a. des «FIFA-Friedenspreises» an den US-Herrscher und Kriegsführer im «Weissen Haus» Ende des letzten Jahres hat sich die FIFA in eine unsägliche Abhängigkeit US-Politik begeben. Der FIFA-Präsident hat damit die Autonomie des Weltverbandes total ausgehöhlt und sich jeglicher Entscheidungsfreiheit bezüglich der Austragung sowie mit Blick auf Austragungsmodalitäten des WM-Endrunden-Turniers beraubt. Konkret wäre es letztlich angebracht und adäquat, dass die Nationalmannschaft des Irans ihre WM-Endrunden-Spiele nicht in den USA austragen muss! Die FIFA ist allerdings in Anbetracht der Abhängigkeiten zu den USA offensichtlich nicht einmal mehr im Stande, eine solche Entscheidung zu fällen und durchzusetzen. Ein Vereinsbeschluss im Rahmen der FIFA würde genügen, und wäre etwa gleichzusetzen mit einem «deus ex machina», der die geordnete und korrekte Durchführung der WM-Endrunde in diesem Jahr garantieren könnte (nochmals apropos Beschlüsse von Vereinen und Verbänden: Diese können immer korrigiert, geändert werden). Aktuell befindet sich der Weltverband am Gängelband der USA. Bezüglich dieser delikaten Thematik ist der aktuelle FIFA-Präsident, der den US-Präsidenten mehrmals als seinen «besten Freund» – oder haben wir hier etwas überhört oder falsch verstanden? – nicht nur des Fussballs bezeichnet haben soll (2018 im Vorfeld und anlässlich der WM-Endrunde in Russland war dies der Kriegsführer im Kreml! Selbstverständlich längst, bevor dann Russland am 24. Februar 2022 den völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine begann), weder willens noch in der Lage, den anstehenden Fussball-Grossanlass geordnet, seriös, fair und vereinsrechtskonform durchzuführen. Dass die FIFA gemäss eigenen Statuten die Menschenrechte respektieren soll, erscheint als reine Marginalie.

Wer sich in Geiselhaft befindet, kann gar nichts mehr – nicht einmal mehr eine Entscheidung zum Wohle des Sports fällen, konkret, dass der grösste Fussball-Anlass der Welt in diesem Jahr nicht in der Kloake der Weltpolitik und kriegerischer Auseinandersetzungen versinkt. Was bei dieser Konstellation offenbar unbeachtet bleibt ist der Umstand, dass für die konforme Durchführung dieses Anlasses in den USA, in Kanada und in Mexiko einzig und alleine die FIFA verantwortlich ist, die WM-Endrunde ist eine Angelegenheit des Schweizer Vereins FIFA. Den aktuellen FIFA-Präsidenten trifft durch seine Anbiederungen gegenüber dem Herrscher im «Weissen Haus», dem an sich die WM-Endrunde im eigenen Land relativ gleichgültig ist, und durch sein devotes Verhalten allenfalls auch eine persönliche Verantwortung (Art. 55 Abs. 3 des ZGB).

FC Barcelona – sportlich top, wirtschaftlich (k)ein Flop

causasportnews.com – 32/2026, 6. April 2026

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(causasportnews / red. / 6. April 2026) Darüber, ob der FC Barcelona eine permanente Erfolgsgeschichte abgibt oder nicht, erübrigt sich jede Diskussion. Soeben haben die Blau-Roten aus der Katalonischen Hauptstadt auswärts das wichtige Spiel gegen Atlético Madrid gewonnen und demnach wohl definitiv den Grundstein für den Meisterschafts-Vollerfolg 2025/26 gelegt. Der FC Barcelona führt die Tabelle der ersten Division Spaniens, der er seit 1929 angehört, überlegen vor Real Madrid, den «Königlichen» aus der Landeshauptstadt, an. Die Prestigekämpfe zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid sind das Sahnehäubchen im spanischen Fussball. Der sportlich erfolgreiche Klub aus der wohlhabenden Region Katalonien mit der Metropole Barcelona strebt permanent nach Höherem. Sportlich ist er top, wirtschaftlich (k)ein Flop. In den letzten Tagen machen heterogene Zahlen die Runde, welche Hühnerhaut erzeugen. Der Klub legt geradezu schwindelerregende Zahlen vor: Der Jahresumsatz beträgt aktuell bald eine Milliarde Euro. Hinter Real Madrid (!) ist der FC Barcelona der zweitumsatzstärkste Klub der Welt, wie die «Neue Zürcher Zeitung» errechnet hat. Trotz des Gewalts-Umsatzes wachsen die Schulden an und sollen sich derzeit auf 2,5 Milliarden Euro belaufen. Soeben haben die rund 100 000 Vereins-Mitglieder den längst zur Legende gewordenen Joan Laporta mit einer Zweidrittelmehrheit wiederum zum Präsidenten des Klubs gewählt. Er soll die Schuld abbauen, ohne die sportliche Substanz der «Blau-Roten» zu beeinträchtigen. Ein seit Jahren aufgeschobener Stadion-Neubau soll zeitnah den Weg aus der Schuldenwirtschaft ebnen. 1,5 Milliarden Euro an Krediten für den Bau des neuen Stadions sollen gesprochen worden sein. Mit dem neuen Stadion will der Klub pro Jahr baldmöglichst 400 Millionen Euro generieren; aktuell sind es 150 Millionen Euro. Das Milliardengeschäft Fussball, mit Gewinnen und Kosten, blüht wohl nirgends derart spektakulär wie in Barcelona, obwohl der Rivale Real Madrid als wirtschaftlich interessantester Klub der Welt gilt. Die Madrilenen haben die Jahres-Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro längst geknackt.

Die sportliche Erfolgsgeschichte des FC Barcelona hat einen einfachen Grund, welche die Schuldenthematik relativiert: Etwa die Hälfte des Kaders der 1. Mannschaft ist im eigenen Klub ausgebildet worden, auch wenn der Verein sportlich immer wieder mit spektakulären Verpflichtungen von sich Reden macht(e), z.B. mit Lionel Messi, der eben im Klub die Jugend-Akademie durchlief und später im FC Barcelona auch schon einmal Jahres-Saläre im dreistelligen Millionenbereich kassierte – und diese Salarierung sportlich rechtfertigte.

Alles in allem ist der FC Barcelona eine einmalige, spektakuläre Erfolgsgeschichte in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Das war schon so, als der Schweizer Hans Gamper 1899 mit ein paar Gesinnungsgenossen den Klub gründete. Der Winterthurer Geschäftsmann, 1877 geboren, darf als schillernde Persönlichkeit qualifiziert werden. Er war Geschäftsmann, Fussballpionier, Publizist, Politiker, verliess die Schweiz als Hans Gamper, und machte sich in Barcelona schliesslich einen Namen als Joan Gamper. Sein Stammverein in der Schweiz war der FC Excelsior Zürich, der letztlich im FC Zürich aufging. Auch im FC Basel war Hans Gamper aktiv. Die Historie will es, dass sowohl der FC Basel und auch der FC Barcelona die Klubfarben blau und (granat)rot aufweisen. Irgendwie zur Dramatik des Fussballs passt das Ende des Schweizers Hans Gamper. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1929 verarmt, politisch verfolgt und tief depressiv beendete der einst erfolgreiche Geschäftsmann und Fussballpionier in Barcelona sein Leben im Alter von 52 Jahren selbstbestimmt. Jeweils am 30. Juli eines jeden Jahres gedenkt der FC Barcelona dem Schweizer Gründer des Klubs, der auf dem berühmten Montjuic-Friedhof nach einem ruhelosen Leben seine letzte Ruhestätte fand.

Rad-WM-Todessturz von Muriel Furrer war ein tragischer Rennunfall

causasportnews.com – 31/2026, 2. April 2026

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(causasportnews / red. / 2. April 2026) Anlässlich des Rad-WM-Rennens 2024 in Zürich verstarb die 18jährige Schweizerin Muriel Furrer auf tragische Art und Weise. Im Rennen der U-19-Juniorinnen kam die Nachwuchshoffnung auf nasser Strasse oberhalb von Küsnacht am Zürichsee von der Strasse ab und stürzte in einen Wald. Während eineinhalb Stunden blieb die Fahrerin mit einem Schädel-Hirn-Trauma unentdeckt im Unterholz liegen, wurde schliesslich per Rettungshelikopter ins Universitätsspital nach Zürich geflogen und dort notoperiert. Am 27. September 2024 erlag sie den schweren Verletzungen. Nebst der gesamten Tragik nach dem Sturz im Wald ob Küsnacht bewegte der Umstand mehr als nur die Radsport-Welt, dass der Unfall von Muriel Furrer von niemandem wahrgenommen wurde. Die verunglückte Fahrerin lag unentdeckt eineinhalb Stunden im Unterholz des Waldes, was Mutmassungen befeuerte, dass mit einer umgehenden Bergung und mit einem raschen Transport der Fahrerin ins Spital deren Leben allenfalls hätte gerettet werden können. So stellten sich rasch Fragen, ob allenfalls Dritteinwirkungen und Pflichtverletzungen ins Kalkül einbezogen werden müssten. Die Zürcher Staatsanwaltschaft klärte das Unfallgeschehen minutiös ab und kam nun nach rund eineinhalbjährigen Untersuchungen und Ermittlungen zum Schluss, dass beim Todessturz von Muriel Furrer anlässlich des besagten Rennens von einem Rennunfall auszugehen sei. Wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich soeben mitteilte, gibt es keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Drittverhalten oder auf ein Mitverschulden des WM-Veranstalters. Auch bei anderen Rennteilnehmerinnen und Drittpersonen habe sich kein strafrechtlich relevantes Verhalten ergeben. Als die Rennfahrerin schliesslich im Unterholz entdeckt worden sei, seien innerhalb weniger Minuten Rettungskräfte am Unfallort eingetroffen und hätten mit der medizinischen Erstversorgung begonnen.  Nach erfolgter Bergung sei die schwerverletzte Radsportlerin unverzüglich ins Spital geflogen worden, wo eine Notoperation vorgenommen worden sei. Muriel Furrer habe diese Eingriffe zufolge der schweren Schädelverletzungen nicht überlebt und sei am 27. September 2024 im Universitätsspital verstorben. Sowohl anlässlich des Unfalls, im Zuge der medizinischen Erstversorgung und bei der erfolgten Bergung hätten sich keine strafrechtlich relevanten Pflichtverletzungen ergeben, auch nicht bei der Spital-Behandlung der verunglückten Sportlerin. Dies bedeutet, dass der tragische Todessturz der hoffnungsvollen Schweizer Radsportlerin ohne strafrechtliche Folgen bleiben wird; die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchungen und Ermittlungen jedenfalls vollständig und vollumfänglich eingestellt. Der Rennunfall von Muriel Furrer anlässlich der Rad-Weltmeisterschaft wird deshalb als tragischer Unglücksfall, bei dem niemand eine Schuld trägt, in die WM-Geschichte eingehen.

Laufschuhmarke «On»: Der Renner oder bald zum Davonlaufen?

causasportnews.com – 30/2026, 29. März 2026

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(causasportnews / red. / 29. März 2026) Das Sportartikel-Unternehmerin «On», bricht vor allem dank der Laufschuh-Sparte einige Rekorde, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. 2025 knackte die Schweizer Unternehmung erstmals die Umsatzmarke von drei Millionen Franken. Wie sich letztlich das Geschäftsjahr 2026 präsentieren wird, steht natürlich noch in den Sternen. Die Zollpolitik der US-Regierung und der schwache Dollar werden wohl den Abschluss 2026 von «On» massiv negativ beeinflussen, weil der Absatzmarkt in den USA für die Schweizer Marke nicht leichter geworden ist. Es kommt hinzu, dass sich die Unternehmung im härter gewordenen Konkurrenzkampf vor allem dem amerikanischen Sportartikel-Giganten «Nike» stellen muss. Die Amerikaner wollen vor allem an «On» verlorene Marktanteile raschmöglichst zurückholen. Immerhin heisst und bedeutet «Nike» (aus dem Griechischen) «Sieg», die sprachliche Bedeutung von «On» scheint eher unklar zu sein; geht es um einen sichtbaren Bereich, um das Dasein im Vordergrund oder ist die Bezeichnung «On» ebenso, wie «Nike», dem Algriechischen entlehnt und meint schlicht das «Sein»? Zumindest, was das Geschäftsjahr 2025 anbelangt, ist «On» zweifelsfrei ein Renner, vieles um die Marke ist allerdings nebulös. Zu denken geben müsste den «On»-Machern beispielsweise die werbliche Erfolgsquote im Spitzensport. An der kürzlich abgehaltenen Hallen-Leichtathletik-WM holte nur ein von «On» ausgerüsteter und gesponserter Athlet aus Spanien eine mickrige Bronze-Medaille. Zwar ist «On» aufgrund der Sportartikel-Bezeichnung nicht zum fächendeckenden Erfolg im (Spitzen-)Sport verdammt wie die Amerikaner von «Nike», aber ein bisschen mehr dürfte es schon sein. Der sportliche Triumph ist allerdings nicht das einzige Absatzkriterium in der umkämpften Branche. Entscheidend dürfte mit Blick auf das Konsumentinnen- und Konsumentenverhalten sein, dass derzeit in der kriegs-geschwängerten Welt eher Sparen als Geldausgeben angesagt ist. «On» ist schliesslich keine Billigmarke, produziert kostengünstig in Asien und sichert sich Gewaltsmargen im Absatz. Die potentiellen Käuferinnen und Käufer der «On»-Produkte, dürften sich vor allem auch fragen, was besser ist an «On» als an den etablierten Marken wie eben «Nike», «Adidas», «Puma» sowie andere, traditionelle Produkte-Hersteller. Nur «Lifestyle» alleine genügt heute nicht mehr, um Produkte teuer, erfolgreich abzusetzen.

Natürlich ist «On», zumindest derzeit, keine (Laufschuh-)Marke zum Davonlaufen, ob sie aber im Sportartikelmarkt der Renner bleiben wird, dürfte sich bald weisen. Eher Fragen als Antworten ergeben sich derzeit bei der Betrachtung der Unternehmensstruktur der Schweizer Unternehmung. Der bisherige, alleinige CEO des Unternehmens, der Deutsche Martin Hoffmann (2025 mit rund 10 Millionen Schweizer Franken saläriert), der «On» verlässt und sich nach eigenen Aussagen künftig «philanthropischen Projekten» widmen will (war das bis jetzt bei «On» nicht seine Hauptaufgabe?), ist ein eher unerwarteter Abgang. Neu werden zwei Mitgründer von «On» «Co-Ceo», Caspar Copetti und David Allemann. Sie werden neu zusammen operative Leiter des Unternehmens und gehören auch dem Verwaltungsrat von «on» an; eigentlich eine betriebswirtschaftliche «Erbsünde». Unklar ist die unternehmerische Rolle (spielt er diese noch?) bei «On» von Olivier Bernhard (ehemaliger Duathlet und Triathlet), ebenso die Aufgaben der zurückgetretenen Tennis-Ikone Roger Federer, der seit 2019 Miteigentümer und Markenbotschafter von «On» ist und seit einiger Zeit tendenziell im rückwertigen Dienst des Unternehmens tätig zu sein scheint. Die ganzen Umstrukturierungen und organisatorischen Neuerungen bei «On» dürften auch mit einer kürzlich erzielten Einigung von «On» mit dem Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) zusammenhängen, wonach «On» auf den Laufschuhen das Schweizer Kreuz verwenden darf, wogegen Roberto Martullo, der Eigentümer der legendären Sportschuh-Unternehmung «Künzli» und Schwiegersohn von Christoph Blocher, klagen will. Es geht um komplexe Auslegungsfragen des Markenschutzgesetzes («Swissness-Bestimmung»), eine Normierung, die als äusserst glitschiges, juristisches Terrain bei der Verwendung des Schweizer Kreuzes gerade bei Sportschuhen gilt. «causasportnews» wird demnächst auf diesen Komplex zurückkommen.

FIFA führt Trainerinnen-Quote ein – Gianni Infantino nun bald auch noch «weiblich»?

causasportnews.com – 29/2026, 27. März 2026

(causasportnews / red. / 27. März 2026) Vor der Weltmeisterschafts-Endrunde 2022 in Katar holte FIFA-Präsident Gianni Infantino zu einem irritierenden Rundumschlag vor den Medien aus aller Welt aus. Er fühle sich katarisch, arabisch, afrikanisch, als Gastarbeiter, behindert, homosexuell, usw. Seine Äusserungen konnte niemand richtig einordnen; wahrscheinlich hatte er «es» richtig gedacht. Männiglich fragte sich allerdings, ob beim Präsidenten des Fussball-Weltverbandes noch alles in Ordnung sei. Nun legt der Walliser nach und setzt sich vehement für die Sache der Frau im organisierten Fussball ein. Die FIFA wird bei den Frauenturnieren des Weltverbandes eine Trainerinnen-Quote einführen. Bereits anlässlich der nächsten Frauen-WM im kommenden Jahr in Brasilien muss entweder der Chef-Coach oder dessen Assistenz bei jeder Mannschaft weiblich sein. Bereits im kommenden Herbst soll die nun vom Weltverband beschlossene Regelung im Nachwuchsbereich, bei der Weltmeisterschaft der U20-Juniorinnen im September in Polen, Anwendung finden. Die FIFA hat zudem entschieden, dass mindestens ein Mitglied der medizinischen Abteilung jeder Mannschaft weiblich zu sein hat. Auf der Bank müssen zudem mindestens zwei Frauen als Mitglieder des offiziellen Stabs sitzen. Zur Statistik: Bei der Frauen-WM 2023 in Australien und in Neuseeland waren 12 der 32 Teamchefs weiblich.

Für den FIFA-Präsidenten ist diese Frauenquote erfreulich und zwingend. Eine solche  Regelung sei «das absolute Minimum», lässt er sich zitieren. Und: «Wenn es nach mir ginge, wäre ich noch weiter gegangen», meinte der soeben 56 Jahre alt gewordene oberste «Gralshüter» des organisierten Weltfussballs. Die Frage, ob er sich nun auch «weiblich» fühle, liess der FIFA-Präsident offen. Wäre dem so, wäre wohl zumindest eine Brücke zu einer Art FIFA-Co-Präsidium geschlagen, mit Gianni Infantino als Präsident und gefühlter Präsidentin. Was bei den Gewerkschaften und bei den organisierten Sozialdemokraten insbesondere in Europa möglich ist, sollte an sich auch im Verein «FIFA» mit Sitz in Zürich möglich sein. Vielleicht hängt die nun beschlossene Geschlechterquote auch mit dem (vereins-)rechtlichen Bezug der FIFA zur Schweiz zusammen. Seit das Modell der Geschlechterquote im organisierten Sport im Sportförderungsgesetz vom 23. Mai 2022, in Kraft seit 1. Oktober 2012, verankert ist, sehen sich Sportvereine und -verbände vermehrt geradezu genötigt, Geschlechterquoten im Sport-Organisationsgefüge vorzusehen, teils auf «Teufel komm’ raus» (vgl. auch «causasportnews» vom 10. Februar 2025: «Geschlechterquote im organisierten Sport: Frauen woher nehmen und nicht stehlen?»).

Keine Dispensation vom Schwimmunterricht – Privatinteressen haben zurückzustehen

causasportnews.com – 28/2026, 22. März 2026

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(causasportnews / red. / 22. März 2026) Die Vorzüge und Vorteile des Schwimmens und des Schwimmsportes sind grundsätzlich unbestritten. Der Schwimmsport gilt als wichtiges Element der körperlichen Ertüchtigung. Schwimmen wird zudem den Sicherheitsaspekten gerecht und fördert die gesellschaftliche Integration. Deshalb zählt der Schwimmunterricht im Rahmen des obligatorischen Schulunterrichts zum elementaren Teil der schulischen Ausbildung. Das Schweizerische Bundesgericht hat in einem am 10. Februar 2026 gefällten und vor einigen Tagen bekannt gewordenen Urteil festgehalten, dass das öffentliche Interesse am obligatorischen Schwimmunterricht stärker zu gewichten sei als private, auch religiös motivierte Aspekte. Nebst den sportlichen Elementen bei der Beurteilung des Wertes des Schwimmsportes sind oft auch anderweitige Aspekte von Bedeutung. Dort, wo sich Menschen zur Ausübung des Schwimmsportes aufhalten (Schwimmbäder, Fluss- und Seeufer, usw.), werden für viele Menschen, oft je nach Weltanschauung, die Toleranzschwellen überschritten: Die Zurschaustellung halbnackter oder nackter Körper, das ungehemmte Praktizieren von freizügigen, teils auch sexuellen Handlungen durch Badegäste, usw. können teils das sittliche und religiöse Empfinden strapazieren.

Aus Glaubensgründen ersuchten im Jahr 2022 im Kanton Uri die Eltern eines Knaben (Jahrgang 2016) die zuständige Schulbehörde um Befreiung ihres Sohnes vom obligatorischen Schwimmunterricht. Ins Feld geführt wurden Gründe der Sittlichkeit und das Argument, aus religiösen Gründen sei ihnen als Mitglieder der palmarianischen Kirche die Teilnahme des Sohnes der Familie am obligatorischen Schwimmunterricht aus religiösen Gründen nicht gestattet. Insbesondere brachten sie vor, in Schwimmbädern und ähnlichen Orten seien unanständige, sittlich krasse Zurschaustellungen üblich. Werde diese religiös motivierte Norm durch Angehörige der Kirche nicht eingehalten, sei dies als «Todsünde» zu qualifizieren. Werde diese «Todsünde» mehrfach begangen, drohe die Exkommunikation des betroffenen Angehörigen der palmarianischen Glaubensgemeinschaft (im Zentrum des palmarianischen Glaubens steht die Gottesmutter Maria. Die palmarianische Kirche mit derzeit etwa 1000 Anhängern hatte sich 1968 von der katholischen Kirche abgespalten. Deren Oberhaupt ist ein ernannter Papst, derzeit Papst Petrus III., bürgerlich der Schweizer Joseph Odermatt).

Nachdem die zuständige Schulbehörde des Kantons Uri das Dispensationsgesuch der Eltern des Knaben abgelehnt hatten, bestätigten die obersten Kantonsbehörden diese Entscheidung. Die Eltern gelangten deshalb an das Schweizerische Bundesgericht, das entschied, dass die verweigerte Dispensation vom Schwimmunterricht mit der in Art. 15 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV) garantierten Glaubens- und Gewissensfreiheit in Einklang stehe. Gestützt auf Art. 36 BV (Einschränkungsbestimmung der Verfassung) hielt das Gericht fest, dass die verweigerte Dispensation mit der Glaubens- und Gewissensfreiheit zu vereinbaren sei; Privatinteressen, auch religiös motivierte Interessen, hätten zurückzustehen. Der obligatorische Schwimmunterricht erfülle für alle Kinder – unabhängig von religiösen Aspekten – eine sozialisierende Funktion.

Das Bundesgericht wies die Beschwerde der Eltern des Knaben mit Urteil vom 10. Februar 2026 ab (2C_300/2023). «Causa Sport» (www.causasport.org) wird in der Ausgabe 1/2026 auf diese Entscheidung zurückkommen.

Der globale Sport im Würgegriff des Kriegs-Wahnsinns

causasportnews.com – 27/2026, 20. März 2026

(causasportnews / red. / 20. März 2026) «Wo wird eigentlich kein Krieg geführt?», fragte das kleine Mädchen im Religionsunterricht den Lehrer. «Wohl nirgends im Diesseits», antwortete dieser beinahe resignierend, und fügte nachdenklich hinzu: «Deshalb ist es so wichtig, sich mit dem Jenseits zu befassen.».

In der Tat ist die derzeitige Lage auf dieser Welt mehr als nur deprimierend. Es herrscht Krieg, soweit das Auge reicht. Und ein Ende dieses Wahnsinns, der nach den Attacken der USA und Israels im entfesselten Krieg gegen den Iran in weite Ferne gerückt ist, lässt sich nicht ausmachen; wobei im Sinne der Ausgewogenheit zu sagen ist, dass auch der Iran für diese Gewalteskalation und den entfachten «Flächenbrand» im Nahen Osten Verantwortung trägt. Ein Ende der kriegerischen Ereignisse «around the world» scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Alles ist noch viel schlimmer, weil sich die Menschheit geradezu an Kriege gewöhnt hat, vgl. die Aggression Russlands gegen die Ukraine, die bald die zeitliche Dimension des zweiten Weltkriegs erreicht haben wird. Nach über vier Kriegsjahren ist das Leid, das vor allem die Menschen in der Ukraine tagtäglich trifft, allgegenwärtig, doch hat sich die Menschheit irgendwie mit diesem Wahnsinn arrangiert. Im Fokus steht derzeit und aktuell vor allem der «Lautsprecher» im «Weissen Haus» in Washington, dessen Unberechenbarkeit und Egoismus Konflikte noch und noch anheizt und der eine neue Dimension des «Wilden Westens» geschaffen hat . Die globale Bilanz, die derzeit zu ziehen ist, nämlich, dass das (Völker-)Recht abgedankt hat und durch die Macht der Mächtigen und Egomanen ersetzt worden ist, könnte die Menschen, die guten Willens sind, in zumindest mentale Bedrängnis treiben.

Was soll denn noch der Sport in diesem Weltchaos? Wer will sich in diesem globalen Wirrwarr noch zerstreuen wollen? Sport, das ist allgemein bekannt, darin enthalten ist das lateinischen Wort «disportare», deutsch: sich zerstreuen, vergnügen, unterhalten. Ist uns in dieser irren Welt überhaupt danach zumute? Offenbar doch noch. Gerade in einer solchen tristen Zeit bilden «lucida intervalla» (lichte, also unbelastete und fröhliche Momente) wohl ein Lebenselixier. Doch der Sport bekommt derzeit auch sein Fett ab; er muss sich den kriegerischen Verhältnissen auf dieser Welt anpassen. Oder sogar: Der globale Sport befindet sich im Würgegriff des Kriegs-Wahnsinns und in Geiselhaft der Kriegstreiber, weitgehend alte, uneinsichtige und in ihren Fähigkeiten limitierte Erdenbürger, die auf diesem Planeten nichts mehr zu verlieren haben.

Zum Beispiel der globale Formel 1-Zirkus. Wegen des Krieges im Nahen Osten wird es in diesem Jahr, Stand heute, mindestens zwei Formel 1-Grand-Prix’ weniger geben. Die Rennen in Bahrein (12. April) und Jeddah in Saudi-Arabien (19. April) können wegen der kritischen Lage und aus Sicherheitsgründen nicht ausgetragen werden. Erstmals in der Geschichte des Automobilrennsports werden Grand-Prix’s wegen kriegerischer Ereignisse abgesagt. Gemäss TV-Verträgen mit den Rechteinhabern sind pro Jahr 22 Rennen garantiert. 24 Rennen sollten 2026 ausgetragen werden; nun sind es noch 22 Rennen.

Klarheit herrscht also in der Formel 1. Unsicherheit jedoch mit Blick auf die am 11. Juni 2026 beginnende Fussball-WM-Endrunde in den USA, in Kanada und in Mexiko. Die Mannschaft des Irans hat sich für dieses Turnier qualifiziert und sollte mindestens drei Spiele in den Vereinigten Staaten austragen. Natürlich ist es möglich, gegeneinander Krieg zu führen und dennoch sportliche Wettkämpfe gegeneinander auszutragen, doch das dürfte dann doch im Sinne Loriots doch relativ sinnlos sein. Derzeit stellen sich Fragen, wie: Soll der Iran in den USA spielen oder wäre es opportun, dieses Turnier im Lande des Kriegsgegners zu boykottieren? Müssten die in den USA vorgesehenen Spiele der Nationalmannschaft Irans sinnvollerweise nicht in den Mit-Ausrichterländern Mexiko oder Kanada ausgetragen werden? Ist es für den Iran zumutbar, in den USA überhaupt anzutreten? Es sind dies Fragen, die der Fussball-Weltverband FIFA längst beantworten sollte. Das Chaos auf dieser Welt scheint jedoch dem sonst geschwätzigen und profilierungssüchtigen FIFA-Präsidenten die Sprache verschlagen zu haben. Oder er hat wohl noch nicht begriffen, dass die Vorfreude auf die Fussball-WM-Endrunde nicht per Knopfdruck bewirkt werden kann. «Disportare» ist wohl ein grosses Wort im Sport. Aber, schon die alten Griechen haben es auf den Punkt gebracht: Erga logon chalepotera (zu deutsch: Taten sind schwieriger als Worte). Oder es herrscht derzeit sogar die grosse Sprachlosigkeit des vom US-Präsidenten abhängigen FIFA-Präsidenten.

Sportlicher, fitter, verjüngter – mit oder ohne «Flüügel» von «Red Bull»?

causasportnews.com – 26/2026, 15. März 2026

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(causasportnews / red. / 15. März 2026) Am Energydrink «Red Bull» scheiden sich die Geister. Eine gigantische Marketing-Maschinerie hält das Geschäft der Bullen-Macher aus Fuschl am See im Salzburger Flachgau am Laufen. Geht es «Red Bull» (wirtschaftlich) gut, geht es auch dem Sport gut, denn gewaltige Mittel werden vom Konzern, der vom 2022 verstorbenen Marketing-Genie Dietrich Mateschitz in die Milliarden-Sphäre getrieben worden ist, u.a., jedoch schwergewichtig in den Sport gepumpt. Ob im Formel 1-Rennsport mit eigenem Team («Red Bull Racing»), in verschiedenen Fussballklubs (FC Red Bull Salzburg), am «Hundschopf» im Rahmen des Lauberhorn-Abfahrtsrennens, bei der «Mausefalle» auf der Kitzbüheler «Streif» oder bei waghalsigen Klippenspringen in aller Welt – «Red Bull» ist dabei, und verleiht offenbar in der Tat «Flüügel»…

Man mag «Red Bull» und auch andere Energydrinks, oder man mag das Produkt nicht, aus welchen Gründen auch immer. «Red Bull» polarisiert jedenfalls. Untersuchungen pro und contra «Red Bull» jagen sich seit Jahren. Tatsache ist offenbar, dass ein Drittel der Schweizer Knaben und ein Viertel der Mädchen im Alter von 15 Jahren mindestens einmal pro Woche zu einem Energydrink greift. Ob der übermässige Konsum von «Red Bull» bei Jugendlichen gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, ist umstritten. Hoher Blutdruck, Schlaflosigkeit, Übergewicht, Karies, usw. sollen auf übermässigen Konsum von Softgetränken mit Koffein zurückzuführen sein. Der Koffeingehalt in Softgetränken ist längst zum Politikum geworden. Der Schweizer Bundesparlamentarier Benjamin Roduit will deshalb den Verkauf von Energydrinks mit einem Koffeingehalt von über 150 Milligramm pro Liter an Personen unter 16 Jahren verbieten lassen. Gegen ein Verbot tritt die Schweizer Landesregierung ein. Ein abschliessendes Urteil über die gesundheitlichen Auswirkungen von Energydrinks mit hohem Koffeingehalt sei wissenschaftlich nicht belegt und müsse zudem als «schwerwiegenden Eingriff» in die Wirtschaftsfreiheit qualifiziert werden, verlautete aus Bern. Statt beim Koffein in Getränken will die Regierung beim Zucker ansetzen. Das kalorienreiche Süssungsmittel kennt in der Schweiz, im Gegensatz zu verschiedenen, europäischen Ländern, keine Obergrenze.

Sodann wäre noch das Reizwort «Taurin» zu thematisieren. Die Energydrinks enthalten neben Koffein ein veritables Mass an «Taurin», eine Aminosäure zur Sicherstellung von Organfunktionen und als Proteinlieferant. «Taurin» ist entscheidend für die optimale Herzfunktion, für das Funktionieren des Nervensystems, den Fettstoffwechsel, usw. Für Erwachsene ist «Turin» kein essentieller Nährstoff. Diese Aminosäure wird jedoch durchwegs den Energydrinks zugesetzt. Beim Konsum von derartigen Getränken sind die Erwartungen der Verbraucher oft hochgeschraubt. Dank ihnen herrscht der Glaube an Fitness und Langlebigkeit (vgl. dazu auch den ausführlichen Beitrag «Weder fitter noch verjüngter: Studie stutzt Taurin-Fans die Flügel», Sonntags-Zeitung, Zürich, vom 8. März 2026). «Red Bull» bewirkt wohl nicht zuletzt einen «Placebo»-Effekt und beinhaltet ein ansehnliches Mentalitäts-Potential. Das liegt wohl auf dieser Linie, dass «Red Bull» eben das Gefühl vermittelt, durch den Konsum des Softgetränks fühle man sich sportlich(er), fit(ter) und bleibe ewig jung. Es hat wohl eben doch etwas am Slogan mit der Verleihung von «Flüügeln»; oder die logische Konsequenz wird auch in diesem Bereich bestätigt: «quod erat demonstrandum» (was zu beweisen war).

Verursachte eine Höhentrainingsmaske den Tod von Sivert Guttorm Bakken?

causasportnews.com – 25/2026, 14. März 2026

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(causasportnews / red. / 14. März 2026) Man ist sich allerhand gewohnt, wenn Sport und Medizin aufeinandertreffen oder zusammen in ein Spannungsfeld treten. Dass der Medizin durchaus eine wichtige Funktion im Breiten- und im Spitzensport zuzugestehen ist, steht ausser Frage und muss an dieser Stelle nicht weiter thematisiert werden. Doch der Sport ist auch dafür bekannt, von der Medizin als Experimentierfeld gebraucht und für Manipulationen missbraucht zu werden. Dabei geht es nicht immer nur um Leistungsbeeinflussungen. Vor allem stehen Leistungssteigerungen im Fokus, und im Vordergrund steht die Anwendung von Massnahmen, wie diese im Zusammenhang mit der Doping-Thematik bekannt sind. Diesbezüglich und auch anderweitig scheint dem Einfallsreichtum von Ärztinnen und Ärzten sowie Forscherinnen und Forschern keine Grenzen gesetzt zu sein. Beispiele hierzu existieren zuhauf. Es sei nur an das flächendeckende Doping im ehemaligen DDR-Leistungssport oder an das Staatsdoping in Russland (ca. 2011 bis 2026) erinnert.

Derzeit fragt sich die Welt, welche Rolle der Forscher Prof. Bent Rönnestad von der Universität in Lillehammer (Norwegen) beim Tod des norwegischen Biathleten Sivert Guttorm Bakken spielt oder gespielt hat. Der Top-Sportler, der einen Tag vor Weihnachten im 28. Lebensjahr in einem Hotelzimmer im italienischen Lavazè tot aufgefunden worden ist, starb unter mysteriösen Umständen. Er soll bei seinem Tod eine Höhentrainingsmaske getragen haben. Diese sei auf einen Höhenwert von 7000 Meter über Meer eingestellt worden. Mit diesen Spezialmasken kann die Sauerstoffzufuhr eingeschränkt werden, und es lassen sich die Verhältnisse eines Höhentrainings simulieren. Die Todesursache in der «Causa Sivert Guttorm Bakken» wird derzeit abgeklärt. Die Familie des verstorbenen Athleten, der zwei Tage vor seinem Tod noch ein Weltcup-Rennen bestritten hatte, haben Anwälte zur Interessenwahrung und zur Überwachung der Eruierung der Todesursache eingeschaltet. Sicher ist, dass die Verwendung derartiger Masken nicht unumstritten ist. Unklar ist vor allem, welche Gesundheitsrisiken damit verbunden sind. Im äusserst erfolgreichen norwegischen Winter-Sport sollen die Masken relativ häufig eingesetzt werden. Gemäss Medienberichten soll der Biathlon-Entwicklungschef Anders Brun Hennum kurz nach dem Tod von Sivert Guttorm Bakken sich in diesem Sinne geäussert haben, die Trainingsmasken gehörten zum fixen Equipment des norwegischen Teams. Diese Aussage ist zwischenzeitlich relativiert worden; die Verwendung der Spezialmasken gehöre zur Eigenverantwortung der Athletinnen und Athleten, verlautet nun offiziell. Als Hauptverantwortlicher für das Thema «Spezialmasken» ist zwischenzeitlich der Forscher Bent Rönnestad ausgemacht worden. Er soll jedenfalls dem Team Norwegens die Höhenmasken vermittelt haben. Der Forscher der Universität Lillehammer war auch Berater beim Olympischen Komitee Norwegens. Im Moment kursieren im Zusammenhang mit dem Versterben des Top-Biathleten Gerüchte aller Art. Man hofft, nach Bekanntwerden der Todesursache mehr bezüglich Verantwortlichkeiten und Verschulden eruieren zu können. Oder war der mysteriöse Tod ein tragischer Unglücksfall, welcher der Eigenverantwortung des Athleten zugeschrieben werden müsste?

SRG-Halbierungsinitiative abgelehnt, FC Zürich zieht Strafanzeige zurück

causasportnews.com – 24/2026, 9. März 2026

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(causasportnews / red. / 9. März 2026) Des Schweizers liebste Wochenendbetätigung ist das Wählen und Abstimmen. Noch immer. Offenbar sind sich Frau und Herr Schweizer bewusst, dass Wahlen und Abstimmungen als Ausflüsse der direkten Demokratie Privilegien sind, die in vielen Ländern dieser Welt nicht praktiziert werden können. Am vergangenen Wochenende war es wieder einmal soweit. Die Schweizerinnen und Schweizer waren aufgerufen, zu teils bedeutenden Vorlagen Ja oder Nein zu sagen. Ein Relikt aus alter Zeit, die sog. «Heiratsstrafe» im Steuerwesen, wurde an den Abstimmungs-Urnen versenkt. Das Schweizerische Bundesgericht qualifizierte dieses Steuermodell, bei dem Ehegatten gemeinschaftlich besteuert werden, schon vor Jahrzehnten als rechtswidrig. Nun war der «Souverän» (das Volk) aufgerufen, diesem System den Todesstoss zu versetzen. Eine weitere Abstimmungs-Vorlage betraf die Gebühren der Schweizerischen Radio und Fernsehgesellschaft (SRG). Diese sollten gemäss Initianten aus dem bürgerlichen Lager von heute 335 Franken auf 200 Franken pro Haushalt reduziert werden; Unternehmen wären ganz von der Gebührenabgabe an das Staatsmedium befreit worden. Es war von vornherein klar, dass diese Abstimmung für das bürgerliche Lager kaum zu gewinnen war, nicht zuletzt deshalb, weil die SRG ziemlich linkslastig ist und im Vorfeld der Abstimmung ein regelrechter «Klassenkampf» tobte, in dem auch die zumindest rot angesengte Führung der SRG alles tat, um ihre fetten Apanagen auch künftig zu sichern. Die Diskussionen um den medialen «»Service public» und den Kernauftrag der SRG dürften nach diesem Abstimmungswochenende lauer werden. Auf der Seite der rechtslastigen Initianten kämpfte der Zürcher Nationalrat und Inhaber einer Privatbank, Thomas Matter (SVP), einen geradezu heroischen Kampf – allerdings ohne finales Erfolgserlebnis. Zwar folgten fast 40% der Bevölkerung den Initianten der SRG-Initiative, die sich aber letztlich mit dieser Abstimmungsniederlage abfinden mussten. Thomas Matter ist ein senkrechter, bürgerlicher Politiker, und – für Politiker eher atypisch – äusserst gradlinig und unerschrocken. Die Schweiz mit ihren angestammten Werten ist dem bald 60jährigen Freizeit-Politiker der Schweizerischen Volkspartei alles, seine Heimatverbundenheit ist geradezu sprichwörtlich. Die Unabhängigkeit, die dem im Raum Zürich wohnenden Basler jegliche Freiräume im Denken und Handeln belässt, verdankt der Unternehmer und Politiker seiner Bank, die den sinnigen Namen «Helvetische Bank AG» trägt.

So geht der unaufgeregt wirkende, aber äusserst engagierte Thomas Matter keinem Kampf aus dem Wege (Motto: «Wer nicht kämpft hat eh verloren»), auch nicht im Sport. Kürzlich legte sich der Zürcher mit Basler Wurzeln mit der Club-Leitung des FC Zürich (FCZ) an. Der heimatverbundene Thomas Matter monierte öffentlich, dass Schweizer Nachwuchsspieler im FCZ diskriminiert würden. Die Schweizer seien «fremd im eigenen Land, im eigenen Sportverein», sagte er gegenüber den Medien. Und weiter: «Mittlerweile ist bei der Einsatzplanung nicht mehr so entscheidend, was ein Nachwuchsspieler auf dem Feld leistet, sondern, woher er kommt». Ein Schweizer sei von Teamkollegen nachweislich als «Scheiss-Schweizer» bezeichnet worden, äusserte sich Thomas Matter; es soll sich um den Neffen des politisierenden Unternehmers gehandelt haben. Der FCZ reagierte mit einer Strafanzeige gegen Thomas Matter wegen übler Nachrede und Verleumdung, die aber, kurz vor der Abstimmung über die «SRG-Initiative», zurückgezogen wurde. Der Club, seit geraumer Zeit und aktuell mit seiner ersten Mannschaft im sportlichen Elend der zweiten Tabellenhälfte herumdümpelnd, habe wohl die Aussichtslosigkeit des juristischen Unterfangens eingesehen, wird Thomas Matter in den Medien zitiert. Der 60jährige Kämpfer an allen Fronten hätte im Strafverfahren sogar auf seine parlamentarische Immunität verzichtet. So erschien dem FCZ das Festhalten an der Strafanzeige juristisch doch einigermassen riskant. Eine wohl realistische Einschätzung, und dass sich der Klub nun aktuell auf den Abstiegskampf rüstet, ist zumindest nicht unvernünftig. Weshalb denn nicht gleich? – Wäre man geneigt zu fragen. Dass Strafverfolgungsorgane mit derartigem Unfug belastet werden, ist jedenfalls einigermassen unverständlich. Das allgemeine Chaos in diesem einst renommierten Fussballclub der Stadt Zürich macht allerdings auch dies verständlich.