causasportnews.com – 75/2026, 16. August 2026

(causasportnews / red. / 16. August 2026) Auch aus der Welt des Sports kennt man die berührenden «Tellerwäscherinnen und Tellerwäscher» -Geschichten. Der Aufstieg einer Person, die sich aus ärmlichsten Verhältnissen hocharbeitet oder emporkämpft und es zu Wohlstand, Erfolg und Reichtum durch eigene Anstrengungen bringt, fasziniert noch immer und immer wieder. In unseren Breitengraden ist das durchwegs das Strickmuster des «american dream». Nein, was einer der besten Tennis-Professionals erreicht hat und wie er zu sportlichem Ruhm und materiellem Wohlstand kam, war keine Geschichte, welche einer «Tellerwäscher-Karriere» ähnelt. Der aus einem bürgerlichen Umfeld stammende Basler Roger Federer, der Ende 2022 im Alter von knapp über 40 Jahren, vom aktiven Sport zurücktrat, pulverisierte im und mit dem Tennis alle Rekorde, auch die pekuniären. Auch nach der Beendigung seiner Aktiv-Karriere ist der ehemalige Top-Sportler werblich und durch sein Engagement in verschiedenen Wirtschaftsbereichen omnipräsent. Durch sein Investment bei «On»-Laufschuhen und dem Einstieg in dieses Unternehmen, an dem Roger Federer 2,5 % der «On»-Aktien für 50 Millionen US-Dollar zeichnete, schaffte der Basler den Sprung in die Liga der Milliardäre. Nun ist der Schweizer nach übereinstimmenden Medienberichten wieder zum einfachen Millionär geworden, zumindest temporär. Der Grund dafür ist der Börsen-Einbruch der «On»-Aktien um mehr als 20 %. Durch diesen Börsen-Verlust von errechneten 52 Millionen US-Dollar ist das Milliarden-Vermögen der Tennis-Ikone offenbar unter die Grenze von einer Milliarde Dollar gefallen. Laut dem amerikanischen Wirtschafts-Magazin «Forbes» beträgt das Vermögen des ehemaligen Tennis-Stars nun aktuell und nach dem Taucher der «On»-Aktien «nur» noch 952 Millionen Dollar. Der Grund für diese Börsen-Baisse der Schweizer Unternehmung sind erwartete höhere Umsätze, die jedoch ausblieben.
Um «On» tobt im Moment ein Schutzrechte-Streit mit Brisanz. Es geht um «Swissness» und um die Frage, ob die Schuhe, die von der Schweizer Unternehmung im Ausland produziert werden, mit dem Schweizerkreuz versehen werden dürfen. Das Eidgenössische Institut für geistiges Eigentum (IGE; das Kompetenzzentrum der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu Themenbereichen, wie Marken, Patente, Urheberrechte, Schutzrechte, usw.) wendet seit Frühjahr 2026 diese Praxis an. Seither darf das Schweizerkreuz auch für Swissness-Angaben wie «Swiss Design» oder «Swiss Engineering» verwendet werden, auch wenn die Herstellung von Produkten mit diesen Angaben zu 100% im Ausland erfolgt. Vor allem Konkurrenten der nach kurzer Zeit zur Kult-Marke gewordenen Schuhe sprechen offen von einer die Laufschuh-Unternehmung mit dem Marketing-Zugpferd Roger Federer ungerechtfertigterweise begünstigenden IGE-Praxisänderung. Gesprochen wird in diesem Zusammenhang von einer «Lex On». Schweizer Konkurrenten der Laufschuhe wollen diese Praxis des IGE bekämpfen, notfalls mit gerichtlichen Schritten. Auch der Schweizerische Gewerbeverband verlangt, dass die Lockerung der Swissness-Regeln des IGE rückgängig gemacht werden. Gemäss dem Institut für Marketing & Consumer an der Hochschule St. Gallen nehmen Konsumenten auf dem Globus das Schweizer Kreuz als Herkunfts- und Qualitätszeichen für ein ganzes Produkt wahr. Nicht nur diese Einschätzung führt zur Folgerung, dass diese «Lex On»-Praxis des IGE eher nicht Bestand haben wird. Mit dem Börsen-Taucher von «On» hat dieser Streit bezüglich der geänderten Swissness-Praxis des IGE in Bern jedoch nichts zu tun; es geht dort einzig und alleine um enttäuschte Umsatz-Erwartungen. Selbstverständlich kann die «On»-Aktie auch wieder zulegen, und den Abstieg von Roger Federer aus der Milliarden-Liga ungeschehen machen.
Apropos «On»: Die Unternehmung soll im Moment nahe an der Verpflichtung des Top-Stürmers von Real Madrid, Kylian Mbappé, sein. Ein solcher Marketing-Coup würde «On» werblich gleich ins oberste Fussball-Segment katapultieren.









