Hintergründe des «Falles Patrick Fischer» als «Damoklesschwerter» über der Eishockey-WM 2026

causasportnews.com – 43/2026, 12. Mai 2026

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(causasportnews / red. / 12. Mai 2026) Wenn in wenigen Tagen, am 15. Mai 2026, die Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz beginn, wird der in den letzten Wochen heiss diskutierte «Fall Patrick Fischer» in den Hintergrund treten. Das ist nachvollziehbar, doch auch wenn der Sport an diesem Turnier, das am 31. Mai zu Ende gehen wird, im Vordergrund steht, schwebt die Fälschungsgeschichte um das Covid-Zertifikat des langjährigen, erfolgreichen Schweizer Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer wie ein Schatten über der Veranstaltung. Der zwischenzeitlich von seinem Amt als Nationalcoach entbundene, 50jährige Ex-Trainer der Schweizer Nationalmannschaft fälschte vor den Olympischen Spielen in Peking (2022) ein Covid-Zertifikat. Weil sich der Nationaltrainer, der das Schweizer Team von 2015 bis 2026 führte und in dieser Zeit mit ihm drei Vize-Weltmeistertitel errang, gegenüber einem Journalisten des Schweizer Fernsehens bezüglich seiner Verfehlung verplapperte, ist die «Causa Patrick Fischer» zum medialen Dauerbrenner geworden. Juristisch fand der Fall mit einem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern einen Abschluss.

Bekannt ist bis jetzt geworden, dass der Journalist, gegenüber dem sich Patrick Fischer wahrheitsgemäss wegen des Strafbescheids (Urkundenfälschung) geäussert hatte, bei der Staatsanwaltschaft Luzern vorstellig wurde und diese bewog, den von ihr erlassenen Strafbefehl gegen Patrick Fischer herauszugeben. Die Covid-Zertifikats-Fälschung nahm im Kanton Graubünden ihren Anfang. Die Behörden gingen dort gegen eine kriminelle Gruppe vor, die während der Corona-Pandemie Impfungen und gefälschte Zertifikate organisiert hatte. Weil Patrick Fischer im Kanton Graubünden keinen Wohnsitz hat, übergaben die Bündner den Fall an die Kollegen in Luzern. In seinem Wohnsitzkanton erfolgte die rechtskräftige Verurteilung von Patrick Fischer durch den Strafbefehl.

Weil der langjährige Nationalcoach dem TV-Journalisten Pascal Schmitz die Covid-Fälschungsgeschichte und die Verurteilung wegen Urkundenfälschung erzählte, verlangte der Medienschaffende, der in den Augen der Öffentlichkeit teils als «Petzer» gilt und vom Schweizer Fernsehen zwischenzeitlich vom Bildschirm abgezogen wurde, Einsicht in den rechtskräftigen Strafbefehl. Diese wurde ihm gewährt, wobei folgendes zu berücksichtigen ist: Es stellt sich die Frage, ob ein öffentliches Interesse an dieser Vorgehensweise, Herausgabe des Strafbefehls aufgrund des öffentlichen Interesses, besteht. Wird ein derartiges Gesuch gestellt, erfolgt eine Interessenabwägung zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und den Schutzinteressen der betroffenen Person. Im Dunkeln liegen die Erwägungen der Luzerner Staatsanwaltschaft, weshalb beim Einsichtsgesuch in den Strafbefehl ein öffentliches Interesse angenommen wurde. Dazu erfolgte bis jetzt keine Stellungnahme. Es wird wohl letztlich ein Gericht darüber zu befinden haben, aufgrund welcher Überlegungen und gestützt auf welche Rechtsquellen die Herausgabe des Strafbefehls wegen öffentlichen Interesses angeordnet wurde.

Patrick Fischer ist als Nationalcoach der Schweizer Nationalmannschaft abgelöst worden; übernommen hat Jan Cadieux. Zurück zur strafrechtlichen Sanktion zum Nachteil von Patrick Fischer: Es wird mit einer gewissen Spannung zu verfolgen sein, wie das öffentliche Interesse am Strafbefehl in der «Causa Patrick Fischer» begründet werden soll. Diese und andere Fragen werden auch die bevorstehende Eishockey-WM (vom 15. Bis 31. Mai) überdauern. Die Hintergründe des «Falles Patrick Fischer» werden auch während des Turniers in der Schweiz als grosse Unbekannte im Dunkeln bleiben und als «Damoklesschwerter» über der Gross-Veranstaltung hängen.

Der 11. Juni 2026, nicht nur ein «Tag des Fussballs»

causasportnews.com – 42/2026, 9. Mai 2026

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(causasportnews / red. / 9. Mai 2026) Für die meisten sportbegeisterten Menschen ist der 11. Juni 206 ein besonders wichtiger Tag, der leicht einzuordnen ist. An diesem Datum beginnt in Mexiko, in Kanada und in den Vereinigten Staaten die Fussball-WM-Endrunde 2026. Allerdings gibt es trotz Fussball-Weltmeisterschaft auch ein Leben ausserhalb des Fussballs – und neben dem Fussball. So ist der 11. Juni 2026 etwa für die Schneesportlerinnen und -sportler ein ebenso wichtiger Tag wie für die Fussballer. In Belgrad wird dann der Kongress des Internationalen Skiverbandes (FIS; Fédération Internationale de Ski), eines Verbandes nach Schweizerischem Vereinsrecht mit Domizil in Oberhofen am Thunersee, abgehalten. Der FIS-Kongress (die Vereinsversammlung, das höchste Organ des Verbandes) ist dieses Jahres aus einem Grund äusserst interessant: An dieser Mitgliederversammlung des Ski-Weltverbandes wird nämlich entschieden, ob der 2021 zum Präsidenten gewählte Johan Eliasch für weitere vier Jahre Vorsitzender der globalen, prestige-trächtigen Schneesport-Organisation bleiben kann, oder ob einer der vier Gegenkandidatinnen oder -kandidaten übernehmen wird. Der 64jährige schwedisch-britische Doppelbürger Johan Eliasch ist nach einer gegen den damaligen Swiss-Ski-Präsidenten Urs Lehmann gewonnen Wahl vor fünf Jahren angetreten, um die FIS zu erneuern und das wirtschaftliche Potential des Ski-Weltverbandes besser auszuschöpfen. Die Erwartungen hat der Milliardär, einer der reichsten Briten, der u.a. mit der Skimarke «Head» verbandelt ist, nicht einmal ansatzweise erfüllt. Dem unbeliebten Macher werden etwa Interessenkollisionen, intransparentes Handeln und Führen, einsame und undurchsichtige Entscheide in finanziellen Vorgängen, seine undurchsichtige Rolle beim Sportartikelkonzern «Head», usw. vorgeworfen. Kurz: Der amtierende Präsident hat das Vertrauen vieler Verbände der FIS verloren. Dennoch will er sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen und zur Wiederwahl für die nächsten vier Jahre stellen. Das ist allerdings nur möglich, wenn der im Skizirkus ungeliebt gewordene, amtierende Präsident von einem Landesverband nominiert wird und im Besitze eines Passes des entsprechenden Landes ist. Weder der Schwedische noch der Britische Verband wollen nun aber Johan Eliasch nochmals für eine Amtszeit als FIS-Präsident portieren. Der clevere und erfinderische Geschäftsmann Johan Eliasch wäre nun aber nicht Johan Eliasch, wenn er diesen Kampf um das FIS-Präsidium ohne erbitterter Gegenwehr aufgeben würde. Von Monaco bis Armenien soll der begüterte Brite geweibelt sein, bis er schliesslich einen Verband gefunden hatte, der ihn unterstützt und ihm die Staatsbürgerschaft verleiht: Georgien. Für viele Exponenten der FIS-Nationalverbände ist dies ein plumpes Schlupfloch, das der amtierende FIS-Präsident nun offenbar gefunden hat, um sein Wirken an der FIS-Spitze zu perpetuieren. Am 11. Juni wird es sich zeigen, ob nach erfolgter Präsidentschaftswahl der aktuelle FIS-Präsident auch der neue Mann für die kommenden Jahre sein wird. Vier Gegenkandidatinnen und -kandidaten wollen jedenfalls verhindern, dass Johan Eliasch weiterhin und in den nächsten vier Jahren die Nummer 1 im Schneesport bleibt. Kandidatinnen für das Präsidium des Ski-Weltverbandes sind die Britin (!) Victoria Gosling und die Dänin Anna Harboe Falkenberg sowie der Amerikaner Dexter Paine und der Liechtensteiner Alexander Ospelt. Markant bei dieser Kandidatinnen- und Kandidaten-Auswahl ist der Umstand, dass die Briten nun nicht (mehr) Johan Eliasch, sondern dessen Landsfrau Victoria Gosling unterstützen wollen.

Ob Johan Eliasch die Wiederwahl schaffen wird oder nicht ist schwierig vorher zu sagen. Der Kampf um die Macht im Schneesport ist jedenfalls lanciert. In diesem Punkt wird die Sport-Öffentlichkeit am 11. Juni wohl so gespannt nach Belgrad in Richtung FIS-Kongress schauen wie die Fussballer zum WM-Start nach Mexiko-City, um den Kick-off zur Fussball-WM-Endrunde zwischen dem Heim-Team Mexiko und Südafrika mitzuerleben.

Feuer und Eis – der Frühling macht’s möglich

causasportnews.com – 42/2026, 5. Mai 2026

Group of football fans holding red flares and cheering in stadium stands

(causasportnews / red. / 5. Mai 2026) Der Frühling macht’s möglich. Nicht nur, dass er die Gefühlswelt der Menschen durcheinanderwirbelt; sondern auch, weil er den Sport in einem dialektischen Umfeld erscheinen lässt. Der Sport versinnbildlicht die Einheit der Gegensätze, und steht etwa für Feuer und Eis – vor allem, wenn es um den Mannschaftssport geht.

Erstens zum Eis: Es ist kein Zufall, dass im Frühling nach den harten Wintermonaten im Eishockey die Phase der Entscheidungen ansteht. Im Schweizer Eishockey lief letztlich nach einem nervenaufreibenden Playoff-Finalspiel zwischen dem Rekord-Schweizer Meister HC Davos und dem HC Fribourg-Gottéron, der erstmals in seiner Klubgeschichte, die 1937 begann, im entscheidenden Moment alles für die kampfstarke Mannschaft aus der Zähringer-Stadt. Dabei wurde eine Region (um Freiburg / Fribourg) sowie eine Stadt (Freiburg im Üechtland / Fribourg) nicht nur in einen temporären Freudentaumel, sondern geradezu in eine nachhaltige Ekstase versetzt. Der sportliche Erfolg der Eishockeyaner sprengt derzeit und nach dem Gewinn der Eishockey-Meisterschaft alle Grenzen. Vergessen sind, zumindest einstweilen, die alltäglichen, wirtschaftlichen Sorge und Nöte. Der Titel sorgt in einer nicht einfachen Zeit in und um die Zähringer-Stadt für neue Energie, stärkt das Selbstbewusstsein und fördert das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in das umfassende Können der Menschen. Gestärkt wird insbesondere auch das Wir-Gefühl in einer teils von Sorgen geplagten und verunsicherten Bevölkerung. So soll und kann dann niemand mehr sagen, Erfolge im Sport seien reiner Selbstzweck. Der Sport kann zur Initialzündung für einen Neuaufbruch werden. Im Siegestaumel versank die Zähringer-Stadt dank des Erfolgs der Eishockeyaner von HC Fribourg-Gottéron in einem Meer von Pyros und Feuerwerk. Feuer und Eis verschmolzen.

Zweitens zum Fussball: Da steigt eine Mannschaft, der Provinzverein FC Thun, in die höchste Schweizer Spielklasse auf und lässt sich aktuell gleich als Fussballmeister 2025/26 feiern! Diese fussballerische Sensation, die zumindest auch ein bisschen die gesamte Professional-Liga beschämt, könnte in etwa so bezeichnet werden: Der grosse Coup des kleinen FC Thun. Die ausserordentliche, sportliche Leistung der Mannschaft von Trainer Mauro Lustrinelli kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Der Berner Klub schaffte das Unmögliche zudem mit relativ wenig Geld. Der FC Thun soll über das zweitkleinste Budget der Professional-Liga verfügen. Womit das Bonmot widerlegt wäre, nämlich, dass nur Geld die Tore schiesst. So wie die Eishockeyaner in Freiburg hat der FC Thun einen gewaltigen, gesellschaftlichen Aufbruch bewirkt. Der Meistertitel im Berner Oberland ist wie ein Schmiermittel für das Selbstbewusstsein der sonst eher zurückhaltenden Berner Oberländer. Die Feierlichkeiten und Festivitäten in der grössten Garnisonsstadt der Schweizer Armee am beschaulichen Thunersee dauerten endlos und waren intensiv: Thun im Glück und «on fire», wurde dieser Zustand genannt.

Was in der Schweiz möglich ist, ereignet sich in diesen Tagen auch in Deutschland. Nach dem Abstieg vor drei Jahren in die 2. Bundesliga hat der Traditionsverein Schalke 04 e.V. nun den Aufstieg in die höchste Bundesliga-Klasse nach einem Sieg über Fortuna Düsseldorf 1895 e.V. geschafft. Der Aufstieg als Sieg für das Ruhrgebiet, feierten Politiker, Wirtschaftsführer und die Sportprominenz das Fussball-Wunder, welches das Eis im Alltag der Metropolregion Rhein – Ruhr schmelzen liess. Längst vergessen ist der Fauxpas der Moderatorin Carmen Thomas, die im «Aktuellen Sportstudio» 1973 von «Schalke 05» sprach. Zwischen Realität (04) und Imagination (05) lag schliesslich auch nur ein Jahr. Der Aufstieg des Kämpfer-Teams aus dem Ruhrgebiet, das sich mit gewaltigen, wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert sieht, impfte der Region ein kaum mehr vorhandenes Selbstbewusstsein ein. Wie sagten es die Fans in Gelsenkirchen nach der heissen Aufstiegstat der Mannschaft: «In Gelsenkirchen gibt es die Katholische Kirche, die Protestantische Kirche und für die Schalker Anhängerschaft das Fussballstadion in Gelsenkirchen, die «Arena AufSchalke». Die Trilogie des Mystischen im Ruhrgebiet also.

Tristesse in Italien: Verpasste WM-Qualifikation, Funktionärs Elend und ein unappetitlicher Prostitutionsring

causasportnews.com – 41/2026, 3. Mai 2026

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(causasportnews / red. / 3. Mai 2026) In Italien, im Land der Lebens- und Gaumenfreuden sowie weiterer, lebenswerter Vorzüge, herrscht Tristesse, wie die Franzosen diese Situation benennen würden. Vor allem im Spitzenfussball muss die Lage als besonders dramatisch bezeichnet werden. Zum dritten Mal in Folge hat es die Nationalmannschaft Italiens nicht geschafft, sich für eine WM-Endrunde zu qualifizieren. Dies, obwohl das WM-Teilnehmerfeld mit Blick auf die am 11. Juni in Kanada, in den USA und in Mexiko beginnende Fussball-WM-Endrunde auf 48 Nationalteams (vorher 32 Mannschaften) aufgestockt wurde. Die «Squadra Azzurra» wird das bis zum 19. Juli dauernde Turnier an den Fernsehschirmen mitverfolgen müssen. Seit dem definitiven Ausscheiden der einst gefürchteten Star-Kicker aus dem Land, das die Welt wegen der ausserordentlichen Kultur und der exzellenten Küche und auch wegen der sportlichen Sonderleistungen, die immer wieder von Italienerinnen und Italienern in vielerlei Disziplinen erbracht werden, liebt, herrscht derzeit auch ausserhalb des Vatikans und im Sinne des Matthäus-Evangeliums ein veritables Heulen und Zähneknirschen. Der letzte Strohhalm, an dem sich Italien mit Blick auf die in fünf Wochen beginnende Fussball-WM-Endrunde festhält, ist wohl weniger als ein Hoffnungsschimmer. Vor allem Amerika, eine Nation, die derzeit völlig durch den Wind geht, hat nach dem Scheitern der Italiener in der WM-Qualifikation das Gerücht gestreut, die «Azzurri», weil eh attraktiver und beliebter, könnten im WM-Endrunden-Turnier den Platz von US-Kriegsgegner Iran einnehmen. Dieser unsinnige Vorschlag aus Amerika ist zweifelsfrei eher ein Akt der psychologischen Kriegsführung, in welcher die USA unbestrittenermassen Weltmeister sind; hier war wohl vor allem der Wunsch Vater des Gedankens.

Dass die Schmach der Nicht-Qualifikation der Mannschaft Italiens Folgen haben würde, war vorauszusehen. Seit das Unabänderliche nicht mehr abwendbar ist, wird die Schuldfrage am sportlichen Malaise in Italien ebenso engagiert wie emotional gestellt. Ins Kreuzfeuer der Kritik sind vor allem die Sportfunktionäre geraten. Unter diesen hat ein geradezu übles Hauen und Stechen eingesetzt, zumal diese für die erneut missratenen WM-Qualifikation herzlich wenig können. Die Spieler sind als Sündenböcke eher nicht geeignet, weil auch die Hoffnung im Fussball zuletzt stirbt und die nächste Qualifikationschance für ein grosses Turnier gepackt werden soll.

Apropos Fussballspieler: Als ob das Obgenannte nicht genug des Elends abgeben würde, hat kürzlich die bekannte Tageszeitung «Gazzetta dello Sport» eine süffisante  Bombe platzen lassen: In Mailand soll ein grosses Prostitutionsnetzwerk zerschlagen worden sein, ein offenbar eher unappetitliches System aus wirtschaftlicher und körperlicher Potenz (Sex) sowie mit gewaltigem Einfluss in vielen Lebens- und Gesellschaftsbereichen. Speziell unschön ist an diesem Escort-Ring, dass etliche Frauen zu sexuellen Handlungen gezwungen worden sein sollen. Mittendrin und nicht nur dabei sollen sich Dutzende von Professional-Fussballspielern in diesem Netzwerk verlustiert haben. In den Unterlagen der Mailänder Ermittler sollen die Namen bekannter Fussballspieler, etwa der Klubs von Inter Mailand, der AC Milan, Juventus Turin, Lazio Roma, Como, Turin, Verona, usw., aber auch der Nationalmannschaft, aufgeführt sein. Auch Sportler aus anderen Bereichen, etwa aus dem Eishockey und aus dem Motorsport, sollen die Dienste der Prostitutionsring-Betreiber genutzt haben. Zur Ehrenrettung der Fussballer sei erwähnt, dass diese offenbar tendenziell im Umfeld des Netzwerkes bewegt haben und weniger stringent vom Angebot sexueller Dienstleistungen profitiert hätten. Der Kauf und Verkauf solcher Dienstleistungen ist übrigens in Italien nicht verboten. Die Spieler, die sich in diesem Netzwerk, wie und mit wem auch immer, vergnügt haben, können wohl etwa die gleiche Konklusion ziehen wie einige der Spieler der «Squadra Azzura», die allenfalls (auch und eventuell teilweise) in den Mailänder Skandal verwickelt sind: «Haben wir nichts gewonnen, so haben wir doch lustig gelebt».

(Quellen: Media-Agenturen, Gazetta dello Sport, Neue Zürcher Zeitung)

Kaum eine Gefährdung des Weltcup-Speedprojekts in Zermatt durch eine Einsprache

causasportnews.com – 40/2026, 30. April 2026

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(causasportnews / red. / 30. April 2026) Der Traum eines länderübergreifenden Weltcup-Speedprojekts in Zermatt (mit den betroffenen Ländern Italien und Schweiz) ist längst geplatzt, doch der Traum von Weltcuprennen im mondänen Kurort Zermatt im hinteren Mattertal ist alles andere als ausgeträumt. Die Zermatter, die dafür bekannt sind, ihre Ziele in der Regel konsequent zu verfolgen, setzen nun auf eine nationale Lösung und beabsichtigen, vor der Kulisse des Berges der Berge, dem Matterhorn, ab 2028 Weltcup-Speedrennen auf der Piste «Gifthittli-Schweigmatten» durchzuführen, wie der «Walliser Bote» berichtete (24. April 2026). Auf Teilen dieser Piste, die zum Skigebiet von Zermatt gehört, wurde bis 1967 das legendäre «Gornergrat-Derby» ausgetragen. Seither dienen das Gebiet und die Piste der touristischen Nutzung im weltberühmten Winter- und Sommersport-Mekka.

Um die vorgesehene, rund 3,5 Kilometer lange Strecke in einen weltcup-tauglichen Zustand zu versetzen, sind bei der Pistenführung und in infrastruktureller Hinsicht  diverse bauliche Anpassungen sowie Terrain-Verbreiterungen notwendig. So muss eine Querung der Galerie der Gornergratbahn bewerkstelligt werden, und eine funktional bedingte Brückenkonstruktion soll spektakuläre Sprünge der Speed-Fahrerinnen und -Fahrer ermöglichen. Änderungen sind auch mit Blick auf eine erforderliche, künstliche Beschneiung unabdingbar. Zur Schaffung von Sturzräumen und mit Blick auf die Erstellung von Sicherheitsnetzen müssen zudem 8300 Quadratmeter Wald zusätzlich gerodet werden. Entsprechend wurden durch die Gemeinde Zermatt tiefgreifende Auflagen erlassen. Diesbezüglich entstand keine Opposition. Danach wurde die 30-tägige öffentliche Planauflage in die Wege geleitet. Innerhalb der gesetzten Frist (20. April 2026) ging bei der Gemeinde Zermatt nun eine Einsprache ein; noch nicht bekannt ist, um wen es sich beim Einsprecher oder der Einsprecherin handelt. Diese Einsprache kann nun im Rahmen von Einspracheverhandlungen bereinigt werden. Die Gemeinde geht tendenziell davon aus, dass durch die erfolgte Einsprache das Weltcup-Projekt eine leichte zeitliche Verzögerungen erfahren könnte, der gesetzte Weltcup-«Fahrplan» jedoch nicht gefährdet ist. Die Weltcuprennen in Zermatt sollen erstmals in der zweiten Hälfte des Monats März 2028 ausgetragen werden.

Fussball(er)-Eigentor in der Diskussion um die Zuwanderungsbregrenzungs-Initiative?

causasportnews.com – 39/2026, 29. April 2026

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(causasportnews / red. / 29. April 2026) Seit geraumer Zeit tobt der Abstimmungskampf um die Zuwanderungsbegrenzung. Bis 2050 soll die Bevölkerungszahl in der Schweiz auf zehn Millionen Menschen gedeckelt werden. Im Vorfeld der Abstimmung ist vor allem ein unsportlicher Wettstreit um Ideologien entbrannt. Rechtsorientierte votieren tendenziell für diese Initiative, auch als «Nachhaltigkeitsinitiative» bezeichnet,  die aus Kreisen der Schweizerischen Volkspartei (SVP) lanciert wurde und über die das Schweizer Stimmvolk am 14. Juni befinden wird. Linke stemmen sich schon aus Prinzip gegen dieses Unterfangen; vor allem, weil dieses Thema primär ein «SVP-Begehren» ist. Zu den Linken gehören gemäss Untersuchungen schwergewichtig auch die Journalisten, auch wenn sie für milliarden-schwere Verlagshäuser tätig sind. Je näher der Abstimmungs-Sonntag rückt, desto vehementer prallen die Ideologien von rechts und von links aufeinander. So wartete die Boulevard-Zeitung «Blick» (25. April 2026) mit dieser Schlagzeile auf: «Fussball-Boss zeigt SVP die Rote Karte». In einem Artikel, beginnend auf der Frontseite der Zeitung, bejammert der CEO der Schweizer Professional-Fussball-Liga (Swiss Football League), Claudius Schäfer, die Zukunft des Fussballs in der Schweiz bei Annahme der Initiative. Der Berner Fussball-Manager sieht bei der Annahme der Initiative die Rekrutierung von Fussball-Fachpersonal, wie Trainer und Spieler, aus dem EU-Raum gefährdet. Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit müsse im Falle der Annahme der Initiative als «massiv erschwert» qualifiziert werden, lässt sich Claudius Schäfer zitieren. SVP-Nationalrat Lars Guggisberg kann die Befürchtung des Liga-CEO überhaupt nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, meint er. Unter anderem könnten bei allfälligen Einreisebeschränkungen für Fussballspieler die Schweizer Nachwuchs-Akteure wieder gezielt gefördert werden. In der Tat darf der aktuelle Stellenwert des Schweizer Fussballs im Gesamten und im internationalen Kontext nicht überschätzt werden. In der Professional-Liga steht der Provinzklub und Aufsteiger FC Thun derzeit mit einem satten Punktepolster vor dem Gewinn des Schweizer Meistertitels; in der sog. «Ausbildungsliga» («Challenge League») wird der FC Vaduz aus dem benachbarten Fürstentum Liechtenstein (!) heuer wohl den direkten Aufstieg in die Swiss Football League schaffen. So würde eine Zuwanderungsbegrenzung für den Schweizer Fussball wohl gar keine fussballerischen Qualitätseinbussen nach sich ziehen. Oder so gesehen: Die Abstimmungshilfe gegen die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» durch den CEO der Swiss Football League in Zusammenarbeit mit dem «Blick» muss wohl als klassisches Eigentor gewertet werden. Das sehen übrigens auch die Leserinnen und Leser des «Blick» (27. April 2026) so, die auf der «Leser»-Seite, einem verlängerten «Stammtisch», ausnahmslos gegen das Ansinnen von Liga-CEO Claudius Schäfer wettern («so ein Quatsch»; «also viel schlechter kann das Niveau nicht mehr werden»; «es wäre … sowieso schöner, wenn man anhand der Aufstellung erkennen könnte, dass es sich um einen Schweizer Klub handelt»; «vor dem Fussball kommen die Eidgenossen, die fühlen sich nicht mehr wohl in dieser Schweiz»; usw.). Die Prognosen für den Abstimmungs-Sonntag vom 14. Juni 2026 sind offen. Vorlagen mit SVP-Rückenwind haben es naturgemäss schwerer als etwa solche aus dem linken Lager. Konkret dürfte sich der Support der Links-Medien jedoch nicht stark negativ auf das Abstimmungsresultat auswirken. Siehe die Reaktionen der Leserinnen und Leser des «Blick» auf die Befürchtungen von Liga-CEO Claudius Schäfer. Aber auch das ist ein Phänomen: Grundsätzlich kann nur gut sein, was nicht von der SVP ausgeht.

Skurriles um die WM-Teilnahme Irans in den USA

causasportnews.com – 38/2026, 26. April 2026

Italian fans cheering with flags and scarves while Iranian fans cry and look upset at the stadium.

(causasportnews / red. / 26. April 2026) So widersprüchlich und bizarr sich der Krieg zwischen den USA und dem Iran entwickelt, verläuft das Hin und Her bezüglich der Teilnahme der Nationalmannschaft Irans an der am 11. Juni in den USA, In Kanada und in Mexiko beginnenden Fussball-WM-Endrunde. Das für das WM-Turnier qualifizierte Team Irans muss in drei Vorrundenspielen gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten antreten; sinnigerweise in den USA…Eine unglaubliche Ausgangslage: Das von den USA angegriffene Land Iran soll im Lande des Aggressors drei WM-Vorrundenspiele bestreiten! FIFA-Präsident Gianni Infantino, der das Gesuch des Iran abgelehnt hat, in Mexiko spielen zu dürfen (vgl. causasportnews vom 15. April 2026) bekräftigt derzeit gegenüber den Medien, wenn auch wankelmütig und unsicher, dass Iran «auf jeden Fall» zur WM komme. Er betont dabei, wie wichtig die Teilnahme des durch die USA angegriffenen Landes Iran sei. Er unterstreicht: «Die iranische Mannschaft kommt ganz sicher.». Dieses Statement weist allerdings mehrere Unsicherheitskomponenten als Klärungen auf, was durchaus mit der sprunghaften Haltung des US-Präsidenten Donald Trump auch in dieser Angelegenheit zusammenhängen mag. Im letztenen Monat hatte dieser bekräftig, die Mannschaft Irans sei an der WM-Endrunde willkommen. Jedoch äussert er sich nun dahingehend, dass er es nicht für angemessen halte, dass das Nationalteam Irans anwesend sei – zum eigenen Schutz und der eigenen Sicherheit. Der Schwurbler im «Weissen Haus» wird zwischenzeitlich erkannt haben, dass Amerika für die Sicherheit des Nationalteams des Irans zumindest mitverantwortlich sein wird, falls die Equipe auf amerikanischem Boden antritt, bzw. antreten muss. Nicht mehr so sicher wie auch schon äussert sich der FIFA-Präsident zu diesem Thema, der zwischenzeitlich realisiert haben dürfte, dass der Weltverband primär für die Sicherheit auch der Nationalmannschaft des Irans, inklusive Betreuer und Staff, während der WM-Endrunde haftet, aber auch für die Zuschauer und für die allenfalls aus dem Iran anreisende Fans. Ob Iran letztlich in den USA antreten wird, dürfte vom Sicherheitsrat des angegriffenen Landes in Abstimmung mit der Regierung entschieden werden.

Offensichtlich wird dem US-Präsidenten die Teilnahme des Irans doch ein wenig zu riskant. Donald Trump lässt im Moment, wie verschiedene Medien berichten, die Möglichkeit sondieren, dass der Iran am WM-Endrunden-Turnier durch das Nationalteam Italiens ersetzt wird. Gianni Infantino bekräftigt zwar: «Die Mannschaft des Irans kommt ganz sicher». Eine glaubwürdige, finale Äusserung würde sich allerdings anders anhören. Was Donald Trump will, könnte für den FIFA-Präsidenten einem Befehl gleichkommen, zumal der US-Präsident so widersprüchlich agiert wie Gianni Infantino wankelmütig wird, wenn es um seinen erklärten «Freund» und dem (ersten) Träger des FIFA-Friedenspreises geht. Dass das nicht für die WM-Endrunde qualifizierte Italien die qualifizierte Equipe Irans ersetzt, ist an sich unmöglich, doch wenn Donald Trump und Gianni Infantino im Spiel sind, ist eine solches, skurriles Szenario wohl durchaus denkbar. Der FIFA-Präsident hätte es in der Hand, nun durch ein Machtwort für Klarheit in diesem bizarren Vorspiel mit Blick auf die WM-Endrunde zu sorgen. Doch Gianni Infantino ist eine derart wankelmütige Figur, dass von ihm keine finale Klärung dieses Trauerspiels um die Teilnahme des Irans in den USA erwartet werden darf. Dafür kümmert sich der 56jährige Schweizer mit italienischen Wurzeln um für den Weltfussball irrelevante Details und verkündet diese grossmäulig, als hätte er soeben als erster Mensch den Mars betreten: Erstmals soll es während des Finalspiels an einer Fussball-WM-Endrunde eine Halbzeit-Show geben! Diese soll am 19. Juli im Met-Life Stadium in New Jersey über den Rasen gehen. Dort soll die Popband «Coldplay» mit Frontmann Chris Martin für Stimmung zwischen den beiden Halbzeiten sorgen. Gianni Infantino freut sich auf die «Grösste Show der Welt», wie er sagt. Schön, dass sich der Walliser mit derartigen Nebensächlichkeiten beschäftigen kann…

Eishockey-«Aufreger» um entlassenen Nationalmannschafts-Coach dauert an

causasportnews.com – 37/2026, 21. April 2026

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(causasportnews / red. / 21. April 2026) Man wäre geneigt zu sagen, so wie es das Publikum auch zu beurteilen scheint: «Nun lasst es mal gut sein». Gemeint ist die zur Staatsaffäre emporstilisierte Tat um den erfolgreichen, aber vor einigen Tagen in Ungnade gefallenen und entlassenen Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, Patrick Fischer. Der Coach, der mit der Nationalmannschaft dreimal Vize-Weltmeister wurde, hat eine unverzeihliche und unentschuldbare Dummheit begangen, indem er sich zwecks Teilnahme an den Olympischen Spielen 2022 in Peking ein gefälschtes Covid-Zertifikat beschaffte. Er wollte ohne die erforderliche Covid-Impfung seine Mannschaft an Olympia begleiten, was auch geschah. Niemand, auch nicht die Chinesen, entdeckten den Schwindel. Später wurde Patrick Fischer wegen dieser Urkundenfälschung per Strafbefehl sanktioniert und mit einer hohen Busse belegt. Auch eine Verkehrsregelverletzung zog eine Bestrafung nach sich. Der Strafbefehl erging im Jahr 2023 – und (offenbar) niemand wusste davon. Mitte März dieses Jahres äusserte sich Patrick Fischer gegenüber einem Journalisten des Schweizer Fernsehens dergestalt, dass er vor Olympia eine Urkundenfälschung begangen habe und deswegen per Strafbefehl sanktioniert worden sei. Diese «Beichte» geschah während eines Mittagessens zwischen dem Coach und dem TV-Mitarbeiter. Der Journalist machte die Angelegenheit flugs publik. Die Folge davon: Patrick Fischer wurde letztlich vom Verband entlassen und darf die Eishockey-Nationalmannschaft an der in der Schweiz stattfindenden Weltmeisterschaft in den letzten beiden Mai-Wochen nicht mehr betreuen. Seit Patrick Fischers Verfehlung bekannt geworden ist, steht die Sport-Nation Schweiz «Kopf». Die Tat des Ex-Nationaltrainers ist unentschuldbar; seine Ablösung in dieser Funktion vertretbar bis notwendig, aber die geschürte, öffentliche Empörung müsste nun ein Ende haben, meint des Volkes Stimme, der «Boulevard». Ist sie aber nicht, wobei sich etwa diese Frage stellen:

Weshalb hat der Schweizerische Verband (Swiss Ice Hockey Federation, SIHF) vor den Olympischen Spielen 2022 u.a. das Covid-Zertifikat seines wichtigsten Angestellten Patrick Fischer nicht überprüft? Schon damals war bekannt, dass der Nationaltrainer ein Impfskeptiker war. Hier hätte der Verband seine Führungsaufgaben wahrnehmen müssen. Wäre diese «Affäre Patrick Fischer» ohne diesen Führungsfehler zu verhindern gewesen? In diesem Zusammenhang bleibt zu sagen, dass der damalige Präsident des Verbandes eine umstrittene Persönlichkeit war und bald einmal seinen Posten verlor. Dem aktuellen Verbandspräsidenten können diesbezüglich keine Vorwürfe gemacht werden. Eher einem Verzweiflungsakt kommt der soeben kommunizierte Schritt des Verbandes gleich. Der «Fischer-Skandal» wird im Auftrag des Verbandes von einer renommierten Anwaltskanzlei (sic!) aus Zürich «unabhängig» aufgearbeitet. Nicht nur ein Anwalt dieser Kanzlei ist allerdings seit Jahren im professionellen Eishockey-Business tätig. Das zum Thema «Unabhängigkeit von Anwälten». Was letztlich mit dem Ergebnis dieser von der SIHF in Auftrag gegebenen Untersuchung, mit der wohl zehntausende von Franken in den Sand gesetzt werden, bewirkt werden soll, weiss wohl nicht einmal die Swiss Ice Hockey Federation.

Einigermassen speziell mutet die Rolle des TV-Journalisten an, der sich nach dem Mittagessen mit Patrick Fischer flugs an die Veröffentlichung dieser brisanten Geschichte gemacht hat. Vertrauensmissbrauch oder journalistisch gebotene Verpflichtung, einen solchen «Primeur» an die Öffentlichkeit zu bringen? Diese Frage wird derzeit von Experten aller Art, von Publizistik-Professoren, von Medienethikern, usw. geradezu seziert, so etwa in der «Sonntags-Zeitung», Zürich vom 19. April 2026 («Hat SRF das Vertrauen von Patrick Fischer missbraucht?»). In der gleichen Zeitung vom gleichen Datum findet sich dann zwei Seiten nach dem obgenannten Bericht ein Inserat (!) der «Schweizer Medien». «Es gibt gute und schlechte Nachrichten: Die mit und die ohne Faktencheck. Glaubwürdigkeit wirkt besser. Stärken Sie die Glaubwürdigkeit Ihrer Marke». Nun, so sei es denn. Die Lehre aus der Geschichte: Man überlege es sich als Sportler, Funktionär, usw., zweimal, was bei einem Lunch oder bei einem Dinner mit einem Journalisten besprochen werden soll. Und: Vertrauen gegenüber Medienschaffenden ist gut, Misstrauen ist besser.

Spätestens am 15. Mai, wenn der Start zur Eishockey-WM in der Schweiz erfolgt, sollte die «Causa Patrick Fischer» jedoch in jedem Fall der Vergangenheit angehören. An der Bande der Schweizer Nationalmannschaft steht dann bekanntlich Patrick Fischers Nachfolger, Jan Cadieux. Resultatmässig kann es dann für die Schweizer wohl kaum besser kommen als mit Patrick Fischer an der Bande. Aber die Ethik muss natürlich, wie sonst im Leben, auch im Sport prävalieren.

Im Tempo des gehetzten Affen auf den Mount Everest

causasportnews.com – 36/2026, 17. April 2026

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(causasportnews / red. / 17. April 2026) Die Facetten des Sportes sind manchmal speziell, um es einfach auszudrücken. Demnächst werden zwei Extremalpinsportler, der Schweizer Karl Egloff und der Amerikaner Tyler Andrews, im Basislager des Mount Everest auf ungefähr 5300 Meter über Meer die Gelegenheit beim Schopf packen, um möglichst schnell und ohne Sauerstoffhilfe auf den Gipfel des höchsten Berges der Welt (8848 M. ü. M.) und zurück zu stürmen. Angesagt ist ein Weltrekordversuch der beiden Extrembergsportler, in «fastest known time» (FKT), wie dies im Jargon heisst. Vor einem Jahr massen sich Karl Egloff und Tyler Andrews, als sie versuchten, das ehrgeizige FKT-Unterfangen am Mount Everest zu realisieren. Im Tempo des gehetzten Affen machten sich der 45jährige Schweizer und der zehn Jahre jüngere Amerikaner daran, den für sie begehrenswerten Speed-Weltrekord aufzustellen. 2025 lag in der Everest-Region ungewöhnlich viel Schnee. Das Wetter war zudem permanent schlecht, und es wehten am höchsten Berg der Welt starke Winde. Retrospektiv qualifiziert Karl Egloff das Projekt, an dem er und sein Rivale gescheitert sind, als hoffnungslos. Nun soll alles anders werden. Die Voraussetzungen scheinen heuer gut zu sein, um den Weltrekord am berühmtesten Berg der Welt zu knacken. Der Schweizer ist überzeugt, den Gipfelsturm und den Weg zurück ins Basislager des Everest in weniger als 24 Stunden bewältigen zu können. Guten Mutes ist der ausgebildete Bergführer mit Ecuadorianischen Wurzeln, dass er seinen Widersacher aus den USA im Wettlauf zum Mount Everest schlagen kann, obwohl Tyler Andrews zehn Jahre jünger ist als der Schweizer. Diesmal will der Speed-Bergsportler seine Akklimatisationsbestrebungen verbessern. Zu Hause in einem Zelt hat er etwa während mehr als 200 Stunden die Verhältnisse im Everest-Basislager simuliert.

Karl Egloffs Traum ist simpel einfach: Er strebt an, am höchsten Gipfel eines jeden Kontinents, den «Seven Summits», die FKT zu halten. Diesen Speed-Rekord realisierte er bisher an vier Gipfeln auf vier Kontinenten. Nebst dem Rekord am Mount Everest fehlen ihm noch die Carstensz-Pyramide in Ozeanien (4884 M. ü. M.) und der Mount Vinson in der Antarktis (4892 M. ü. M.). Jetzt steht erst einmal die Herausforderung am Mount Everest im Vordergrund. Am Berg der Berge könnte sich, wie im vergangenen Jahr, ein Duell auf Messers Schneide zwischen Tyler Andrews und Karl Egloff ergeben. Der 45jährige Bergsteiger lässt jedoch keine Zweifel offen, dass er an den Sieg im Speed-Wettkampf am Everest glaubt. Die beiden letzten Berg-Spitzen sollen dann aber noch im Verlaufe dieses Jahres die «Seven Summit»-Sammlung von Karl Egloff komplettieren. Für den Schweizer sind Speed-Bergbesteigungen primär Wettkämpf gegen sich selbst, Tyler Andrews Hauptmotivation ist bei diesem Tun die Erzielung von Weltrekorden. Kritische Stimmen zu diesen Wettläufen in der extremen Bergwelt blenden beide Top-Sportler aus. Schon gar nicht wird die Sinnfrage gestellt. Das muss selbstverständlich auch nicht sein. Citius, altius, fortius (schneller, höher, stärker) eben.

Iran muss an der WM-Endrunde im Lande der Kriegstreiber USA antreten

causasportnews.com – 35/2026, 15. April 2026

Flags of Mexico, Iran, and the United States hanging in a stadium with a crowd in the background

(causasportnews / red. / 15. April 2026) Die Situation ist unmöglich, aber sie lässt sich offensichtlich nicht ändern: Die Nationalmannschaft des Iran muss anlässlich der Fussball-WM-Endrunde, die ab 11. Juni in den USA, in Mexiko und in Kanada stattfinden wird, in den USA antreten. Der Fussball-Weltverband (FIFA) hat, wie erwartet (vgl. auch causasportnews vom 9. April 2026), entschieden, dass das Ansinnen der Iraner, nicht im Land der Kriegstreiber USA (sondern in Mexiko) antreten zu dürfen, abgelehnt wird. Somit muss der Iran, welcher derzeit die amerikanische und israelische Kriegsmaschinerie abzuwehren hat, in dem Land, das den wohl völkerrechtswidrigen Krieg begonnen hat, Fussball spielen. Eine nach Meinung von Experten stossende Konstellation. Natürlich ist dies ein weiterer Akt der Demütigung des Irans durch die USA. Es wird interessant zu verfolgen sein, wie und ob die Nationalmannschaft Irans die drei Vorrundenspiele auf amerikanischem Boden effektiv bestreiten wird. Die Entscheidung der FIFA hat übrigens die Verbandspräsidentin Mexikos, Claudia Sheinbaum, bekanntgegeben, und nicht etwa der untergetauchte FIFA-Präsident Gianni Infantino, der am Tropf des amerikanischen Präsidenten hängt und allgemein opportunistisch bestrebt ist, es allen recht zu machen. Die FIFA begründet die Ablehnung des Gesuchs des Irans, in Mexiko und nicht in den USA spielen zu können, mit einem «enormen logistischen Aufwand», der mit einer Verlegung der Spiele von den USA nach Mexiko verbunden wäre. Das ist allerdings wohl nichts anderes als ein verspäteter Aprilscherz. Wer offenbar, wie die FIFA, nicht in der Lage und fähig ist, im Rahmen einer Fussball-WM-Endrunde mit 48 teilnehmenden Mannschaften drei Spiele von 104 Matches zu verlegen, ist wohl absolut unfähig, einen solchen Anlass zu organisieren und durchzuführen.

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist jedoch noch nicht gesprochen. Die FIFA-Entscheidung könnte erstens beispielsweise in Wiedererwägung gezogen werden, da Verbandsbeschlüsse eines Schweizer Vereins (das ist die FIFA) nicht in Rechtskraft erwachsen; und zweitens liessen sie sich gerichtlich anfechten. Falls der Fussballverband Irans beispielsweise an das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) in Lausanne gelangen würde, müssten einem solchen Verlegungsbegehren gute Verfahrenschancen eingeräumt werden. Dass der Iran im Land, das den Iran derart brutal und offensichtlich völkerrechtswidrig attackiert hat, nun dreimal genau dort im Rahmen der WM-Endrunde anzutreten hat, ist wohl unzumutbar. Eine entsprechende TAS-Entscheidung hätte auch den Vorteil für den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, dass nicht er persönlich, sondern eben ein Gericht die Entscheidung in der «Causa Iran» gegen das Austragungsland USA treffen würde. Der FIFA-Präsident könnte sich weiterhin der Gunst des US-Präsidenten sicher sein…