causasportnews.com – 18/2026, 23. Februar 2026
(causasportnews / red. / 23. Februar 2026) Spätestens seit sich der amtierende Präsident des Fussball-Weltverbandes (FIFA), Gianni Infantino, im Vorfeld der Fussball-WM-Endrunde 2022 in einem bizarren Auftritt vor den Medien geoutet hatte, er fühle sich als Arbeitsimmigrant, als Homosexueller, als Behinderter, als Afrikaner, als Katarer, als Araber, hat er den Spitznamen «Präsident Peinlich» auf sicher. Diesen Namen verwenden natürlich nur Kritiker des bald 56jährigen Wallisers sowie Menschen, die «es» mit dem FIFA-Präsidenten nicht verderben wollen. Insbesondere Letztere brauchen für den Namen «Präsident Peinlich» das abgeschwächte Kürzel «PP»; auch in der FIFA-Zentrale in Zürich soll diese Bezeichnung mit der angemessenen Diskretion herumgeistern. Die letzte, bekannt gewordene Peinlichkeit des Italo-Schweizers auf dem Präsidententhron des Weltfussballs ist die Kommunikation bezüglich einer Partnerschaft der FIFA mit dem von US-Präsident initiierten «Friedensrat». Wetten, dass «PP» auch in diesem Gremium des Herrschers im «Weissen Haus» Einsitz nehmen wird, der ebenso als «Präsident Peinlich» qualifiziert werden könnte, wenn dieser Platz eben nicht schon von Gianni Infantino besetzt worden wäre. Nur peinlich ist auch die offensichtliche Freundschaft (oder was?) zwischen Donald Trump und Gianni Infantino, die im Dezember in der Vergabe des «FIFA-Friedenspreises» durch den FIFA-Präsidenten an den US-Präsidenten gipfelte. Vorher wurde die Nicht-Verleihung des Nobel-Friedenspreises an den US-Präsidenten zum Desaster; der von Gianni Infantino übergebene «FIFA-Friedenspreis» diente Donald Trump zum Jahresende 2025 zumindest als «Trostpreis».
Die Peinlichkeiten um Gianni Infantino erfahren aktuell eine Fortsetzung. Er ist nun effektiv nicht nur das, als was er sich vor der WM-Endrunde in Katar gefühlt hat, sondern darf sich nun auch als Staatsbürger des Libanons glücklich schätzen. Zwar besitzt der seit 2016 im Amt als FIFA-Präsident befindliche Walliser aus Brig (Gianni Infantino ist am 26. Februar 2016, also genau vor zehn Jahren, zum Nachfolger von Joseph Blatter gewählt worden) die Staatsbürgerschaften Italiens und der Schweiz. Jetzt ist er auch noch Libanese, wie u.a. die «Neue Zürcher Zeitung» und weitere Medien in den letzten Tagen berichteten. Die Frau des FIFA-Präsidenten ist Libanesin. «Ich bin sehr stolz und glücklich, endlich meinen libanesischen Pass zu erhalten», wurde Gianni Infantino in den Medien zitiert («Überschrift in der ‘NZZ’ vom 19. Februar 2026: «Gianni Infantino, der perfekte Libanese»). Aber offenbar war es für den Erwerb der libanesischen Staatsbürgerschaft nicht genug, mit einer Libanesin verheiratet zu sein. Gemäss verschiedenen Berichten soll der FIFA-Präsident dem Land, über dem permanent die Pleitegeier kreisen, ein neues Fussballstadion, finanziert von der FIFA, versprochen haben. Nicht alle Libanesen scheinen sich über die Verleihung dieser Staatsbürgerschaft zu freuen, nicht zuletzt deshalb nicht, weil im Zusammenhang mit Gianni Infantino eben auch Negatives herumgeistert. So schrieb die «NZZ»: «Während Infantino in Europa wegen Korruptionsvorwürfen und der Nähe zu Donald Trump in Verruf geraten ist, feiert Libanons Fussballverband die Einbürgerung des FIFA-Präsidenten als ‘Schritt in die richtige Richtung einer besseren Fussballzukunft für Libanon’». («NZZ» vom 18. Februar 2026). Das wollte «PP» offenbar nicht auf sich sitzen lassen, zumal er nie gesagt hatte, er fühle sich korrupt oder ähnlich. Im Gegenteil. In der «NZZ» vom 20. Februar 2026 rückte die Zeitung folgendes «Korrigendum» ins Blatt: «Korruptionsvorwürfe gegen Gianni Infantino sind nicht bewiesen und die NZZ bedauert, dass mit diesem Satz der Eindruck erweckt wurde, dass die Vorwürfe zuträfen.» Merke: Die Sprache und deren Pflege ist das höchste Gut bei der «Neuen Zürcher Zeitung» – da ist auch der Komma-Fehler in oben wiedergegebenem Korrigendum nur eine effektive Marginalie…










