causasportnews.com – 24/2026, 9. März 2026

(causasportnews / red. / 9. März 2026) Des Schweizers liebste Wochenendbetätigung ist das Wählen und Abstimmen. Noch immer. Offenbar sind sich Frau und Herr Schweizer bewusst, dass Wahlen und Abstimmungen als Ausflüsse der direkten Demokratie Privilegien sind, die in vielen Ländern dieser Welt nicht praktiziert werden können. Am vergangenen Wochenende war es wieder einmal soweit. Die Schweizerinnen und Schweizer waren aufgerufen, zu teils bedeutenden Vorlagen Ja oder Nein zu sagen. Ein Relikt aus alter Zeit, die sog. «Heiratsstrafe» im Steuerwesen, wurde an den Abstimmungs-Urnen versenkt. Das Schweizerische Bundesgericht qualifizierte dieses Steuermodell, bei dem Ehegatten gemeinschaftlich besteuert werden, schon vor Jahrzehnten als rechtswidrig. Nun war der «Souverän» (das Volk) aufgerufen, diesem System den Todesstoss zu versetzen. Eine weitere Abstimmungs-Vorlage betraf die Gebühren der Schweizerischen Radio und Fernsehgesellschaft (SRG). Diese sollten gemäss Initianten aus dem bürgerlichen Lager von heute 335 Franken auf 200 Franken pro Haushalt reduziert werden; Unternehmen wären ganz von der Gebührenabgabe an das Staatsmedium befreit worden. Es war von vornherein klar, dass diese Abstimmung für das bürgerliche Lager kaum zu gewinnen war, nicht zuletzt deshalb, weil die SRG ziemlich linkslastig ist und im Vorfeld der Abstimmung ein regelrechter «Klassenkampf» tobte, in dem auch die zumindest rot angesengte Führung der SRG alles tat, um ihre fetten Apanagen auch künftig zu sichern. Die Diskussionen um den medialen «»Service public» und den Kernauftrag der SRG dürften nach diesem Abstimmungswochenende lauer werden. Auf der Seite der rechtslastigen Initianten kämpfte der Zürcher Nationalrat und Inhaber einer Privatbank, Thomas Matter (SVP), einen geradezu heroischen Kampf – allerdings ohne finales Erfolgserlebnis. Zwar folgten fast 40% der Bevölkerung den Initianten der SRG-Initiative, die sich aber letztlich mit dieser Abstimmungsniederlage abfinden mussten. Thomas Matter ist ein senkrechter, bürgerlicher Politiker, und – für Politiker eher atypisch – äusserst gradlinig und unerschrocken. Die Schweiz mit ihren angestammten Werten ist dem bald 60jährigen Freizeit-Politiker der Schweizerischen Volkspartei alles, seine Heimatverbundenheit ist geradezu sprichwörtlich. Die Unabhängigkeit, die dem im Raum Zürich wohnenden Basler jegliche Freiräume im Denken und Handeln belässt, verdankt der Unternehmer und Politiker seiner Bank, die den sinnigen Namen «Helvetische Bank AG» trägt.
So geht der unaufgeregt wirkende, aber äusserst engagierte Thomas Matter keinem Kampf aus dem Wege (Motto: «Wer nicht kämpft hat eh verloren»), auch nicht im Sport. Kürzlich legte sich der Zürcher mit Basler Wurzeln mit der Club-Leitung des FC Zürich (FCZ) an. Der heimatverbundene Thomas Matter monierte öffentlich, dass Schweizer Nachwuchsspieler im FCZ diskriminiert würden. Die Schweizer seien «fremd im eigenen Land, im eigenen Sportverein», sagte er gegenüber den Medien. Und weiter: «Mittlerweile ist bei der Einsatzplanung nicht mehr so entscheidend, was ein Nachwuchsspieler auf dem Feld leistet, sondern, woher er kommt». Ein Schweizer sei von Teamkollegen nachweislich als «Scheiss-Schweizer» bezeichnet worden, äusserte sich Thomas Matter; es soll sich um den Neffen des politisierenden Unternehmers gehandelt haben. Der FCZ reagierte mit einer Strafanzeige gegen Thomas Matter wegen übler Nachrede und Verleumdung, die aber, kurz vor der Abstimmung über die «SRG-Initiative», zurückgezogen wurde. Der Club, seit geraumer Zeit und aktuell mit seiner ersten Mannschaft im sportlichen Elend der zweiten Tabellenhälfte herumdümpelnd, habe wohl die Aussichtslosigkeit des juristischen Unterfangens eingesehen, wird Thomas Matter in den Medien zitiert. Der 60jährige Kämpfer an allen Fronten hätte im Strafverfahren sogar auf seine parlamentarische Immunität verzichtet. So erschien dem FCZ das Festhalten an der Strafanzeige juristisch doch einigermassen riskant. Eine wohl realistische Einschätzung, und dass sich der Klub nun aktuell auf den Abstiegskampf rüstet, ist zumindest nicht unvernünftig. Weshalb denn nicht gleich? – Wäre man geneigt zu fragen. Dass Strafverfolgungsorgane mit derartigem Unfug belastet werden, ist jedenfalls einigermassen unverständlich. Das allgemeine Chaos in diesem einst renommierten Fussballclub der Stadt Zürich macht allerdings auch dies verständlich.









