causasportnews.com – 11/2026, 3. Februar 2026

(causasportnews / red. / 3. Februar 2026) Wenn der ehemalige Jura-Professor der Universität Basel, Mark Pieth, seine Stimme erhebt, wird er in jedem Fall gehört. So war es, als er kürzlich öffentlich die Fussball-Fans aufforderte, den Spielen der WM-Endrunde im kommenden Sommer in den USA fernzubleiben. Die Reaktionen auf diesen professoralen Ratschlag waren heftig; das Thema ging um die Welt (auch causasportnews berichtete darüber, vgl. causasportnews vom 25. Januar 2026). Auch der ehemalige FIFA-Präsident, Joseph S. Blatter, der im kommenden Monat 90 Jahre alt wird, äusserte sich zur Situation und zur zweifelsfrei unglücklichen Vergabe der WM-Endrunde an die Vereinigten Staaten (zudem an Mexiko und an Kanada), die im Juni 2018 in Moskau (!) erfolgte. Der immer noch kämpferische, ehemalige oberste Funktionär des Welt-Fussballverbandes (FIFA) nimmt mit seiner Kritik insbesondere den aktuellen FIFA-Präsidenten, Gianni Infantino, ins Visier. Die beiden Walliser, Joseph Blatter (aus Visp) und Gianni Infantino (aus Brig), sind sich spinnefeind, was mit dem (teils auch von den USA erzwungenen) Abgang des Vispers Joseph Blatter als FIFA-Präsident zu tun hat, der 2016 von … Gianni Infantino «beerbt» wurde. «Wieso kritisiert niemand die USA?», hat der Zürcher «Tages-Anzeiger» den seither verbitterten Walliser Joseph Blatter gefragt. «Weil es sich keiner mit Trump verderben will», so die lakonische Antwort des Ex-Präsidenten des Weltverbandes («Tages-Anzeiger» vom 30. Januar 2026).
Seit zehn Jahren nehmen die FIFA und der aktuelle FIFA-Präsident offenbar jede Gelegenheit wahr, um den 2016 quasi zwangsweise, vor allem auf Druck der USA, abgesetzten, damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter mit Gerichtsprozessen zu überziehen. Die Erfolgsquote der FIFA ist allerdings gering bis gleich null. Im Gegenzug trommelt Joseph Blatter insbesondere gegen seinen Nachfolger auf dem FIFA-Thron. Wie jetzt die Themen «WM-Endrunde in den USA», «Donald Trump», «Lage in den Staaten» bedauert Joseph Blatter die Aktualität im Allgemeinen. Negativ sei, legt er im Interview dar, dass heute die FIFA «nur noch aus dem Präsidenten» bestehe. Die Liaison von Gianni Infantino und Donald Trump bezeichnet er als «unmögliche Verbindung», eine übertriebene Darstellung Gianni Infantinos von Unterwürfigkeit. Für die Vergabe des «FIFA-Friedenspreises» an Donald Trump hat Joseph Blatter nur eine Qualifikation übrig: «Das ist schlimm». Und weiter: «Ich hätte ihm sicher keinen Friedenspreis überreicht. Ich hätte ihm auch nicht den WM-Pokal überreicht. Nein! So eine Spinnerei!». Ob Gianni Infantino nur ein «Handlanger» des US-Präsidenten sei? «So weit würde ich nicht gleich gehen», meint der bald 90jährige Ex-Funktionär. «In der Kirche würde man ihn wohl als Apostel bezeichnen». Auf die Endrunde in Katar (2022) angesprochen, die auch zu massivster Kritik führte, meint Joseph Blatter: «Was in den USA passiert, in Minneapolis, wo Menschen auf offener Strasse erschossen werden, das ist schlimmer als alles, was je in Katar passiert ist.»
Was denn Gianni Infantino für Joseph Blatter sei, fragte der «Tages-Anzeiger» weiter. «Er ist für mich ein einst abgewiesener Kandidat für die Rechtsabteilung bei der FIFA» und spricht damit die nicht gerade herausragende Juristen-Karriere seines Nachfolgers als FIFA-Präsident an. «Auf gut Glück wurde er dann UEFA-Generalsekretär.» Es mit den USA und mit Donald Trump «nicht verderben» zu wollen, sieht Joseph Blatter als grosses Problem dieser Zeit an. Er nennt das Scheitern der Schweizer Landesregierung im Rahmen der Zollverhandlungen mit der Trump-Administration «schlimm». Die Vertreter des helvetischen Wirtschafts-Establishments, welche die Verhandlungen letztlich geführt haben, hätten am Schluss Applaus erhalten. Offenbar sei es notwendig, bei Donald Trump mit Goldbarren und Golduhren anzurücken, um etwas zu erreichen, meint Joseph Blatter, das sei jedoch «im Sinne der Korruption» und konkret kein Ruhmesblatt für die Schweizer Wirtschaft gewesen. «Immerhin kamen sie danach im Schweizer Fernsehen», mokierte sich Joseph Blatter, als er auf diese Vorgehensweise von Wirtschaftsgrössen aus der Schweiz im «Weissen Haus» angesprochen wurde.
PS: Joseph Blatter hatte man oft korruptes Verhalten vorgeworfen. Doch dafür ist der Walliser weder je verurteilt noch bestraft worden…









