Goldbarren und Golduhren – «im Sinne der Korruption»

causasportnews.com – 11/2026, 3. Februar 2026

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(causasportnews / red. / 3. Februar 2026) Wenn der ehemalige Jura-Professor der Universität Basel, Mark Pieth, seine Stimme erhebt, wird er in jedem Fall gehört. So war es, als er kürzlich öffentlich die Fussball-Fans aufforderte, den Spielen der WM-Endrunde im kommenden Sommer in den USA fernzubleiben. Die Reaktionen auf diesen professoralen Ratschlag waren heftig; das Thema ging um die Welt (auch causasportnews berichtete darüber, vgl. causasportnews vom 25. Januar 2026). Auch der ehemalige FIFA-Präsident, Joseph S. Blatter, der im kommenden Monat 90 Jahre alt wird, äusserte sich zur Situation und zur zweifelsfrei unglücklichen Vergabe der WM-Endrunde an die Vereinigten Staaten (zudem an Mexiko und an Kanada), die im Juni 2018 in Moskau (!) erfolgte. Der immer noch kämpferische, ehemalige oberste Funktionär des Welt-Fussballverbandes (FIFA) nimmt mit seiner Kritik insbesondere den aktuellen FIFA-Präsidenten, Gianni Infantino, ins Visier. Die beiden Walliser, Joseph Blatter (aus Visp) und Gianni Infantino (aus Brig), sind sich spinnefeind, was mit dem (teils auch von den USA erzwungenen) Abgang des Vispers Joseph Blatter als FIFA-Präsident zu tun hat, der 2016 von … Gianni Infantino «beerbt» wurde. «Wieso kritisiert niemand die USA?», hat der Zürcher «Tages-Anzeiger» den seither verbitterten Walliser Joseph Blatter gefragt. «Weil es sich keiner mit Trump verderben will», so die lakonische Antwort des Ex-Präsidenten des Weltverbandes («Tages-Anzeiger» vom 30. Januar 2026).

Seit zehn Jahren nehmen die FIFA und der aktuelle FIFA-Präsident offenbar jede Gelegenheit wahr, um den 2016 quasi zwangsweise, vor allem auf Druck der USA, abgesetzten, damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter mit Gerichtsprozessen zu überziehen. Die Erfolgsquote der FIFA ist allerdings gering bis gleich null. Im Gegenzug trommelt Joseph Blatter insbesondere gegen seinen Nachfolger auf dem FIFA-Thron. Wie jetzt die Themen «WM-Endrunde in den USA», «Donald Trump», «Lage in den Staaten» bedauert Joseph Blatter die Aktualität im Allgemeinen. Negativ sei, legt er im Interview dar, dass heute die FIFA «nur noch aus dem Präsidenten» bestehe. Die Liaison von Gianni Infantino und Donald Trump bezeichnet er als «unmögliche Verbindung», eine übertriebene Darstellung Gianni Infantinos von Unterwürfigkeit. Für die Vergabe des «FIFA-Friedenspreises» an Donald Trump hat Joseph Blatter nur eine Qualifikation übrig: «Das ist schlimm».  Und weiter: «Ich hätte ihm sicher keinen Friedenspreis überreicht. Ich hätte ihm auch nicht den WM-Pokal überreicht. Nein! So eine Spinnerei!». Ob Gianni Infantino nur ein «Handlanger» des US-Präsidenten sei? «So weit würde ich nicht gleich gehen», meint der bald 90jährige Ex-Funktionär. «In der Kirche würde man ihn wohl als Apostel bezeichnen». Auf die Endrunde in Katar (2022) angesprochen, die auch zu massivster Kritik führte, meint Joseph Blatter: «Was in den USA passiert, in Minneapolis, wo Menschen auf offener Strasse erschossen werden, das ist schlimmer als alles, was je in Katar passiert ist.»

Was denn Gianni Infantino für Joseph Blatter sei, fragte der «Tages-Anzeiger» weiter. «Er ist für mich ein einst abgewiesener Kandidat für die Rechtsabteilung bei der FIFA» und spricht damit die nicht gerade herausragende Juristen-Karriere seines Nachfolgers als FIFA-Präsident an. «Auf gut Glück wurde er dann UEFA-Generalsekretär.» Es mit den USA und mit Donald Trump «nicht verderben» zu wollen, sieht Joseph Blatter als grosses Problem dieser Zeit an. Er nennt das Scheitern der Schweizer Landesregierung im Rahmen der Zollverhandlungen mit der Trump-Administration «schlimm». Die Vertreter des helvetischen Wirtschafts-Establishments, welche die Verhandlungen letztlich geführt haben, hätten am Schluss Applaus erhalten. Offenbar sei es notwendig, bei Donald Trump mit Goldbarren und Golduhren anzurücken, um etwas zu erreichen, meint Joseph Blatter, das sei jedoch «im Sinne der Korruption» und konkret kein Ruhmesblatt für die Schweizer Wirtschaft gewesen. «Immerhin kamen sie danach im Schweizer Fernsehen», mokierte sich Joseph Blatter, als er auf diese Vorgehensweise von Wirtschaftsgrössen aus der Schweiz im «Weissen Haus» angesprochen wurde.

PS: Joseph Blatter hatte man oft korruptes Verhalten vorgeworfen. Doch dafür ist der Walliser weder je verurteilt noch bestraft worden…

Simon Ammanns Olympia-Traum ist ausgeträumt

causasportnews.com – 10/2026, 10. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 30. Januar 2026) Wie war das schon mal mit Ikarus, der sich aufmachte, das Unerreichbare zu erreichen, das Unsichtbare zu sehen und das Unfassbare zu fassen? Plötzlich war es dann zuviel, als er sich der Sonne zu stark näherte und seine Flügel schmolzen. Das Ende ist bekannt.- Wie war es mit Simon Ammann, dem heute 44jährigen Weltklasse-Skispringer, der 2002 und 2010 mit seinen Flügen vier Olympische Goldmedaillen holte und so das erreichte, was noch nie zuvor und danach einem Schweizer gelang? «Flieg, Simi, flieeeeeg», brüllte ein Reporter 2002 in Salt Lake City ins Mikrophon, als der bübische Toggenburger seinen zweiten Golf-Flug absolvierte und die Sportwelt sowie die Schweiz in Ekstase versetzte. Unbeschadet, ja kalkuliert und wohl-dosiert erreichte Simon Ammann das, was Ikarus letztlich vergönnt blieb. Der Traum vom Fliegen nahm beim Naturburschen aus der Ostschweiz ein glückliches Ende; und das gleich zweimal. Was 2002 in Salt Lake City begann, wiederholte Simon Ammann acht Jahre später in Vancouver. Vier goldene Medaillen – das war schlicht unfassbar.

Im Moment schaut die Welt in Richtung Italien. Vom 6. bis 22. Februar werden in Milano und in Cortina d’ Ampezzo die Olympischen Winterspiele durchgeführt. Ohne Simon Ammann allerdings. Es wäre wohl vermessen gewesen, damit zu kalkulieren, dass der Toggenburger in Italien weiteres Olympia-Gold gewinnen könnte. Aber wer weiss…

175 Athletinnen und Athleten aus der Schweiz sind für die Spiele selektioniert worden. Simon Ammann wird die Grossveranstaltung nicht vor Ort miterleben können und sich mit TV-Übertragungen genügen müssen. Sieben Mal war er an Olympia dabei. Nun wird es ihm verwehrt, zumindest einen Teilnahmerekord zu brechen und etwa mit der grandiosen Deutschen Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gleichzuziehen. Simon Ammann hat die sportlichen Kriterien für eine Olympia-Selektion knapp verpasst. Die Selektionäre gaben dem 19jährigen Springer-Talent Felix Trunz den Vorzug. «Was erlauben Trunz», titelte die Zeitung «Blick» in Anlehnung an den legendären Wutausbruch damals von Giovanni Trapattoni i.S. Thomas Strunz. Dieses Jung-Talent soll in Italien Erfahrungen für die Zukunft auf Welt-Niveau sammeln. Das mag richtig sein, doch die Mehrheit der Schweiz hätte wiederum gerne Simon Ammann noch einmal und vielleicht letztmals fliegen sehen. Hätte man ihn aus Dankbarkeit, in Anerkennung seiner grossen Erfolge, aus psychologischen Gründen für Olympia selektionieren sollen? Das wäre wohl zumindest nicht falsch gewesen. Simon Ammann bleibt in der Selektions-Niederlage ein grosser Sportler und hadert nicht damit, dass den Selektionären das Fingerspitzengefühl fehlt. Schon gar nicht hätte er allenfalls juristische Schritte ins Auge gefasst, um eine Selektion für die achte Teilnahme an den Spielen auf diese Weise zu erzwingen. Der 44jährige Überflieger, der in Salt Lake City und Vancouver Sportgeschichte schrieb, findet sich mit der Selektionsentscheidung klaglos, ohne Protest und ohne instrumentalisiertes Mediengetöse ab. Das dürfte ihm nicht so schwerfallen, wenn er Äusserungen wie diese von den selektionierenden Funktionären hört. Da sagte doch der Schweizer Delegationsleiter, Ralph Stöckli, den Medienvertreterinnen und -vertretern wörtlich: «Es ist nicht mehr zeitgemäss, den Erfolg einer ganzen Delegation an der Anzahl Medaillen zu messen.» (z.B. NZZ vom 28. Januar 2026). Der vierfache Gold-Medaillen-Gewinner Simon Ammann dürfte eine solche Äusserung verwundert zur Kenntnis nehmen. Und so wohl den Selektionsentscheid gegen ihn verstehen…

Simon Ammann hat seine Olympia-Träume gelebt und akzeptiert, dass diese nun definitiv ausgeträumt sind.

Das Sport-Glamour-Paar und die alltäglichen, menschlichen Probleme

causasportnews.com – 9/2026, 28. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 28. Januar 2026) Sie waren das Sport-Glamour-Paar schlechthin. Die ehemalige Tennis-Queen Ana Ivanovic und der Fussball-Weltmeister von 2014, Sebastian Schweinsteiger. Sie galten als geschaffen füreinander, heirateten 2016, die Medien berichteten von einer «Märchen-Hochzeit». Die Öffentlichkeit fühlte sich an die Österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916) erinnert, die festhielt: «Ehen werden im Himmel geschlossen.». Drei Söhne erblickten in der Folge das Licht der Welt. Nichts und niemand schien diese Ehe gefährden zu können, und die Öffentlichkeit nahm Mass an dieser Musterfamilie. Doch Ende des letzten Jahres wurde bekannt, dass diese Ehe, die im Sportler(innen)-Himmel geschlossen wurde, das Schicksal erlitt, wie es auch ganz gewöhnliche Menschen auf dieser Erde erleben: Die Scheidung nach neunjähriger Ehe! Oder wie Marie von Ebner-Eschenbach ihre oben zitierte Erkenntnis bezüglich der im Himmel geschlossenen Ehen fortsetzte: «aber, dass sie gut geraten, darauf wird dort nicht gesehen.». Derzeit regelt das einstige Sport-Glamour-Paar am Münchner Scheidungsgericht insbesondere das, was nach dem Ende einer Ehe, der Kinder entsprangen, zu regeln ist. Rundherum herrscht Erleichterung, weil kein Raum für ein «Rosenkrieg» bleibt. Geld ist genug da; dieser Umstand trägt im konkreten Fall dazu bei, dass die 38jährige Ana Ivanovic und der 41jährige Sebastian Schweinsteiger weiterhin als Influencer und in der Werbung schönes Geld verdienen (können). Die Öffentlichkeit kann am Leben der beiden über die sozialen Medien weiterhin teilhaben. Die Kinder gehören nun ebenfalls zur Business-Einheit des Paares, das seit ein paar Monaten getrennte Wege geht.

Da die Kinder sportlicher Eltern prädestiniert sind, in die Fussstapfen von Mama und Papa zu treten, vor allem, wenn diese im Tennis (Mutter Ana Ivanovic) und im Fussball (Vater Sebastian Schweinsteiger) zu den Besten der Welt gehörten, sind im konkreten Fall neue Marketing-Pfade beschritten worden. Das Geschäftsmodell der Eltern könnte auch für die Kinder des scheidungswilligen Paares, Luka, Leon und Theo, eine Weiterführung finden. Wie die Regenbogenpresse im Zusammenhang mit den Nebenfolgen der Scheidung i.S. Ana Ivanovic – Sebastian Schweinsteiger zu berichten wusste (so etwa die «BUNTE» vom 11. Dezember 2025), liess der Fussball-Weltmeister von 2016 die Namen seiner Söhne als Marken schützen. Ob dereinst Fussbälle der Marke «Luka», oder Tennis-Filzbälle der Marke «Leon» auf der ganzen Welt gespielt werden von Menschen in «Theo»-Trainings- oder Wettkampf-Bekleidung? On verra.

Die Ehescheidung des Paares könnte als Vorgang, wie er sich in der Prominenten-Szene immer wieder ereignet und den Protagonistinnen und Protagonisten trotz 2016 im Himmel geschlossener Ehe menschliche, irdische Züge verleiht, bezeichnet werden. Die Beliebtheit von Sebastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic in der Öffentlichkeit ist übrigens derart, dass der Bruch dieser Beziehung durchwegs bedauert wird. Ein eher seltenes Phänomen, in einer Welt, in der Neid und Missgunst allgemein prävalieren.

Professoraler Rat für die Fans mit Blick auf die Fussball-WM-Endrunde 2026: «Bleibt weg von den USA»

causasportnews.com – 8/2026, 25. Januar 2026

(causasportnews / red. / 25. Januar 2026) Erleichterung, aber auch Verärgerung in der Schweiz: Glücklicherweise ist das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos Geschichte. Höhepunkt dieses fragwürdigen Anlasses in der Bündner Alpenwelt war der Auftritt des US-Präsidenten Donald Trump. Der bald 80jährige, mächtigste Politiker der Welt, der sich die Bühne WEF nicht entgehen lassen wollte und sich zu diesem Anlass selber einlud, sprach rund eineinhalb Stunden, redete teils wirr und widersprüchlich, stiess Drohungen aus und beleidigte flegelhaft Freund und Feind. Analysen seiner Rede ergaben ein erbärmliches Bild des US-Präsidenten; Falschbehauptungen mussten zuhauf registriert und teils nachträglich korrigiert werden. Ziemlich übel bekamen die Schweiz sowie Regierungsmitglieder ihr Fett ab. Die Bundesräte, Land und Leute wurden vom selbsternannten, grössten Politiker aller Zeiten mit krass egomanischen Zügen beleidigt und öffentlich vorgeführt. Die Betroffenen nahmen es mit Fassung, zumal dieser WEF-Zirkus niveaumässig immer tiefer sinkt. Die «Muppet Show» in diesem noch jungen Jahr mit dem Gaststar aus Amerika, Donald Trump, könnte einen absoluten Tiefpunkt im Rahmen des WEF erreicht haben, der kaum Zukunftshoffnungen für das Forum in Davos belässt (vgl. auch causasportnews vom 23. Januar 2026). Gemessen an den Reaktionen aus der Schweizer Bevölkerung wäre es eine Wohltat, wenn diese unsägliche WEF-«Schwatzbude» der Schweiz künftig den Rücken kehren würde. Nachdem sich die als Stiftung organisierte Veranstaltung mit Blick auf das zu Ende gegangene Forum vom Gründer und Organisator des Anlasses, Klaus Schwab, getrennt hat, täte dem Anlass nun auch eine räumliche Veränderung gut.

Natürlich war in Davos auch FIFA-Präsident Gianni Infantino dabei, der «es» im Moment offenbar nicht mehr ohne den US-Präsidenten kann. Das hat auch mit der bevorstehenden Fussball-WM-Endrunde in den USA, in Mexiko und in Kanada zu tun, sodann mit der überbordenden Eitelkeit und dem anbiedernden Charakter des Präsidenten des Welt-Fussballverbandes (vgl. auch causasportnews vom 30. Dezember 2025). Der am 11. Juni 2026 beginnenden WM-Endrunde schaut die Welt einigermassen besorgt und mit wenig Vorfreude entgegen. Aufgrund der Verhältnisse in den USA und in der Welt rät der Strafrechtsexperte Mark Pieth, der an der Universität in Basel lehrte, den Fans, die einen Besuch der WM-Endrunde in Amerika erwägen, in einem Interview mit dem Zürcher «Tages – Anzeiger» (23. Januar 2026): «Bleibt weg von den USA». Amerika sei zu einem Unrechtsstaat geworden, den man gar keine WM ausrichten lassen sollte, sagt der aus dem Kanton Graubünden stammende, emeritierte Rechtsprofessor. Diese Einschätzung ist bspw. auch mit Blick auf das gewalttätige Klima in Amerika nachvollziehbar. Bedenklich findet Mark Pieth die Haltung der USA zu Rechtsfragen, dessen oberster Repräsentant sage: «Das internationale Recht interessiert uns nicht.». Obwohl es am besten wäre, wenn Mannschaften der WM fernbleiben würden, ist sich der 73jährige Mark Pieth bewusst, dass ein solcher Schritt nicht praktikabel sei. Ein Boykott der WM wäre realistischerweise nicht durchzusetzen. «Der Boykott ist ein Mittel, das kaum funktioniert.». «Es wäre nur schon gut, zuerst einmal überhaupt den Mund aufzumachen.». Doch dass derzeit Menschen aus 39 Ländern mit US-Einreiseverboten belegt seien, errege Besorgnis. Bei der Einreise in die USA müssten Schweizer Fans damit rechnen, in den nächsten Flieger gesetzt und nach Hause geschickt zu werden. Mark Pieth weist im Gespräch mit der Zeitung darauf hin, dass die WM-Vergaben der FIFA grundsätzlich mehr als problematisch seien. Das sei schon mit der WM-Endrunde in Katar 2022 der Fall gewesen (schwierige Menschenrechtssituation, Verletzte und Tote auf den WM-Baustellen, Ausbeutung von Arbeitskräften, usw.). Das Schlimmste stehe der (Fussball-)Welt allerdings noch bevor: Die WM-Endrunde 2034 in Saudiarabien. Diese Vergabepolitik der FIFA hänge auch mit dem Naturell des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zusammen, der sich im Kreis des katarischen Emirs, des saudischen Kronprinzen oder jetzt eben im Umfeld von Donald Trump wohlfühle: «Gianni Infantino macht den Bückling vor ihnen und hofiert sie (…). Auch Blatter hatte keine Berührungsängste. Aber jetzt ist es krass. Infantino spielt auf dieser Klaviatur virtuos. Denken wir an seine Vergabe eines Friedenspreises (…). Man hat das Gefühl, der sei ein Komiker», sagt Mark Pieth.

Nachtrag: Vor der WM-Endrunde 2018 in Russland konnten «es» Wladimir Putin und Gianni Infantino gut miteinander. Russland trat im Februar 2022 die bis heute andauernde, völkerrechtswidrige sog. «Militärische Spezialoperation» gegen die Ukraine los.

Die «Muppet Show» – aus Amerika über Davos nach Mexiko, Kanada und USA

causasportnews.com – 7/2026, 23. Januar 2026

(causasportnews / red. / 23. Januar 2026) Seit einem Jahr ist die berühmte «Muppet Show» in Amerika nach langer TV-Abstinenz wieder ein Thema, und das nicht nur an den Bildschirmen, sondern real im «Weissen Haus». Von dort aus wirbelt US-Präsident Donald Trump die Welt durcheinander, stiftet Unfrieden (deshalb wurde es wohl nichts mit dem Friedens-Nobelpreis), lebt seine kriegerischen Neigungen aus und praktiziert überbordenden, nationalen Egoismus in infantiler Manier. Auch wenn das Geschehen in den USA ab und zu durchwegs besorgniserregende Züge annimmt, ist die Welt gut beraten, diesen vom amerikanischen Volk gewollten Zauber nicht allzu ernst zu nehmen. Spätestens am 20. Januar 2029 ist auch dieser Spuk vorbei.

Die «Muppet Show» mit dem bald 80jährigen Amerikaner und seinen Claqueuren rundherum wird wohl realistischerweise, und falls nicht vorher etwas geschieht, also noch knapp drei Jahre dauern. Soeben hat die Show ein vielbeachtetes Auslandgastspiel erlebt. Am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos pöbelte der US-Präsident was das Zeug hielt und inszenierte seine trotzig-flegelhafte Politik. Die Schweizer «Gastgeber» begingen zwei Fehler, nämlich erstens diesen «Politiker», der sich an das WEF selber einlud, nicht von der Schweiz ferngehalten zu haben, und zweitens, nachdem der drohende Schaden nicht mehr abwendbar war, den Mann aus dem «Weissen Haus» ernst zu nehmen und die Beleidigungen unter anderem gegenüber der Schweiz und einzelner Regierungsmitglieder einfach stoisch zu ertragen. Donald Trumps Erdendasein als mächtigsten Mann dieses Planeten ist auszuhalten, wenn diese Neuauflage der «Muppet Show» als das genommen wird, was sie ist: Eine Unterhaltungsshow. Wahrscheinlich wird man nach Beendigung der Präsidentschaft von Donald Trump etwa das gleiche Fazit ziehen wie die beiden vom Zuschauer-Balkon aus nörgelnden, keifenden und destruktiven Alten, Charles Waldorf und Herbert Statler, in der «Muppet Show». Dann dürfte der eine der beiden Alten den andern Alten nach dem Ende der in seinen Augen geradezu grusligen Show fragen: «Wie fandest Du die Show?». Antwort: «Toll». Der andere: « Du fandest ja auch Trump toll.».

Die «Muppet Show»-Karawane ist nun wieder nach USA zurückgekehrt und wird ihr Unwesen von dort aus weitertreiben. The Muppet Show must go on. Politisch wird sich einstweilen im gelobten Land der Einwanderer nicht viel ändern. Aus sportlicher Sicht ist der Fokus nun in Richtung Fussball-WM-Endrunde in den USA, in Kanada und in Mexiko gerichtet. Am 11. Juni soll das fussballerische Grossereignis in Mexiko beginnen und am 19. Juli mit dem Finalspiel in den USA enden. Aufgrund des derzeitigen üblen nationalen und internationalen Hauens und Stechens, inszeniert durch Donald Trump und die ganze Trump-Administration, sieht die Welt dem WM-Ereignis eher mit gemischten Gefühlen entgegen. Vorfreude wäre anders geartet. Doch soll sich die Welt durch diesen geschichtlichen Impakt nicht aus der Ruhe bringen lassen. So ist es sicher der falsche Weg, einen Boykott der WM-Endrunde zu erwägen, wie es zwei deutsche CDU-Politiker wegen des derzeitigen, unwürdigen Gerangels um Grönland fordern. Dass ausgerechnet aus Deutschland eine solche Verhaltensvariante in den Raum gestellt wird, erstaunt, gehört doch Deutschland mit glorreicher Fussball-Vergangenheit zu den Titel-Favoriten; und US-Präsident Donald Trump, der ein paar Tage vor dem Beginn der WM-Finalrunde ins Greisenalter von 80 Jahren übertritt, verfügt immerhin über deutsche Wurzeln!

Boykotte waren noch nie ein wirksames Heilmittel, auch nicht gegen Pest und Cholera. Die Fussballwelt soll die Kröte des Turnier-Austragungslandes USA einfach schlucken und belustigend mitverfolgen, wie sich Charles Waldorf und Herbert Statler in den Personen des hochbetagten Donald Trump und seines Temporär-Freundes und Mitläufers Gianni Infantino aus den Zuschauerrängen über ihre eigene Bedeutungslosigkeit nicht nur im Rahmen der Fussball-WM-Endrunde 2026 ärgern. Den beiden wäre zuzurufen, wie dies der Bär «Baloo» bereits im «Dschungelbuch» als Dauer-Rezept vorgeschlagen hat: «Versucht’s doch mit Gemütlichkeit».

Viola Amherds nachhaltiges Gesellinnenstück zur Sportorganisationsförderung

causasportnews.com – 6/2026, 21. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 21. Januar 2026) Die Bilanz ihres Wirkens war durchzogen, als Bundesrätin Viola Amherd als Regierungsmitglied vor ziemlich genau einem Jahr ihren Dienst als Sport- und Verteidigungsministerin per Ende März 2025 quittierte. Als Vorsteherin des Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) agierte die heute 63jährige Walliserin eher glücklos; das Beschaffungsgeschäft von 36 Kampfjets «F – 35» fliegt der Ex-Verteidigungsministerin auch nach Beendigung ihrer Tätigkeit in der Landesregierung vor bald einem Jahr regelrecht um die Ohren. Der Vorgang «Kampfjets» wird die Schweiz auch noch in den nächsten Jahren bewegen. Viola Amherd hat sich als Mitglied der Landesregierung nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das gilt auch mit Blick auf den organisierten Sport, mit dem die Ministerin einigermassen Mühe hatte. Ihr Gesellinnenstück lieferte die Juristin im Rahmen der nachhaltigen Sportorganisationsförderung ab. Viola Amherd verstand ihr Wirken im Sport insbesondere als Kampfplatz für die Sache der Frau. So entstand unter ihrer Ägide im Sportförderungsgesetz von 2011 eine Regulierung, die es in sich hat. Art. 32 des Gesetzes bildet die Basis für eine Bestimmung, die in der Sportförderungsverordnung, Art. 72d lit. b. Ziff. 3, konkretisiert wurde und die Vertretung der beiden (sic!) Geschlechter im Sport-Dachverband «Swiss Olympic» und seiner Mitgliedsverbände bestimmt: Im Leitungsorgan des Dachverbandes und der Mitgliedsverbände von «Swiss Olympic» müssen beide Geschlechter zu je mindestens 40 Prozent vertreten sein. Geschieht dies nicht, erfolgen teils massive Leistungskürzungen. Seit diese Bestimmung gilt (anfangs 2025) beherrscht die Sinnfrage bezüglich dieser Regelung, die auch «Lex Amherd» genannt wird, die Diskussionen. Letztlich geht es um viel Geld, denn der Bund überweist «Swiss Olympic» fast 40 Millionen Schweizer Franken jährlich, die grösstenteils an die Mitgliedsverbände des Dachverbandes weitergeleitet werden. Oder eben nicht oder nur zu Teilen, falls die eingeführte Geschlechterquote nicht eingehalten wird. Zu betonen ist, dass es konkret nicht um eine Frauen-, sondern um eine Geschlechterquote geht. Im angebrochenen Jahr wird alles noch viel komplexer, denn diese Quote als Vorgabe hat inzwischen die Breitensportvereine erreicht, gemeinhin als «Dorfvereine» oder Kleinstvereine bezeichnet. In deren Statuten müssen die Geschlechterquoten festgeschrieben werden, sonst könnten dereinst Kürzungen der Gelder aus dem «Jugend + Sport»-Topf drohen.

Frauen- oder eben auch Geschlechterquoten können zwar vorgeschrieben werden, doch harzt es in der Praxis meistens bei der Umsetzung. Es ist bereits eine Herausforderung im Ehrenamt, die Vakanzen in den Vorständen und übrigen Funktionen in den Vereinen zu besetzen. Die zwingende Forderung, Frauen in Sport-Leitungsgremien zu berufen, ist eine Sache, jedoch stellt sich dann oft die praktische Frage: Woher Frauen nehmen und nicht abwerben bzw. stehlen?

Wieweit die Vorgaben gemäss der gesetzlichen Regelung konkret erfüllt werden, ist kaum exakt nachprüfbar. Sportrechtsspezialist Jean Brogle schätzt, dass die 40%-Quote durch Frauen realistischerweise in den kommenden Jahren nicht erfüllt werden oder erfüllt werden können. «Insbesondere in typischen oder traditionellen Männer-Sportarten, wie Schwingen oder Kampfsportarten, dürften Frauen für die Einsitznahme in Leitungsgremien in Sportvereinen und -verbänden schwierig zu finden sein», vermutet Rechtsanwalt Brogle. «Es geht bei der Besetzung der Vorstandsposten in erster Linie um die Qualifikation und die Persönlichkeit der Person sowie die Bereitschaft, sich (ehrenamtlich) zu engagieren», konstatiert Brogle nüchtern. Mühe bei der Erfüllung der Geschlechterquote haben selbst populäre Verbände oder Vereine in den Domänen Fussball, Eishockey, Schneesport oder Tennis. Obwohl die Geschlechterquoten gemäss Gesetz nicht erfüllt würden, seien konkrete Leistungskürzungen bisher nicht bekannt geworden. «Unabdingbar ist jedoch, dass die Geschlechterquote in den Statuten der Verbände oder der Mitgliedsvereine festgeschrieben sind oder eine schlüssige Begründung mit Massnahmen zur Zielerreichung geliefert werden», sagt Sportrechtler Jean Brogle. «Swiss Olympic» setzt bei diesem brisanten Thema «Geschlechterquote» offenbar auf das Motivationsmittel «Zuckerbrot und Peitsche»: Die Mitgliedsverbände, welche die Geschlechterregelung eingeführt haben und brav befolgen, erhielten vom Schweizerischen Dachverband «Swiss Olympic» je einen Sonderbonus von 14’000 Franken…

Wie sieht nun die Rechtslage aus, sollte es bei der Befolgung oder Nicht-Befolgung der Sportförderungsgesetz-Regelung zu juristischen Auseinandersetzungen kommen? Jean Brogle sieht in dieser Hinsicht durchaus Kollisions-Potenzial der gesetzlichen Geschlechterquote in der Sportförderung in Bezug auf die verfassungsmässig garantierten Vereinigungsfreiheit (Art. 23 BV). «Dass die Schweiz keine Verfassungsgerichtsbarkeit kennt, hilft hier in dieser Frage», resümiert Brogle. «Gesetz ist Gesetz, auch wenn dadurch die Verfassung verletzt oder geritzt werden sollte», meint der erfahrene Sportjurist.

Heisse Fussball-News aus dem kalten Norden

causasportnews.com – 5/2026, 19. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 19. Januar 2026) Geht es um sexuelle Integrität im (organisierten) Sport, wird bisweilen das Trainer-Sportler(in)-Klischee bemüht: Der Trainer kommt den von ihm trainierten jungen Sportlerinnen oder Sportlern zu Nahe oder versteigt sich sogar zu Belästigungen. Der renommierte Hamburger SV (HSV), zuletzt in der Saison 2024/25 nach siebenjähriger Zweitklassigkeit in die Bundesliga aufgestiegen, beweist nun allerdings, dass auch andere Konstellationen im Reich der Triebe möglich sind.

Man werde sich von dem zuvor über den grünen Klee gelobten Sportvorstand Stefan Kuntz trennen, kommunizierte der HSV zum Jahreswechsel 2025/26. Der 63jährige Fussball-Manager verlasse den Klub «aus familiären Gründen», hiess es in einer Medienmitteilung. Das hörte sich so gut wie seltsam an, da in den letzten Monaten stets von einer Vertragsverlängerung zwischen Stefan Kuntz und dem Klub an der Alster die Rede war. Vor allem die Medien glaubten nicht so recht an diese Fakten-Darstellung aus dem familiären Bereich. Mit Recht, wie sich zeigen sollte. Schon bald wurde die Mutmassung erhärtet, es gehe um sexuelle Belästigungen zum Nachteil von mindestens zwei Mitarbeiterinnen des HSV, wie verschiedentlich berichtet wurde. Mit der Angabe familiärer Gründe sollte dem Sportvorstand ein ehrenvoller Abgang ermöglicht werden. Dieses Unterfangen ging also böse daneben, und die Öffentlichkeit erfuhr, wenn auch nicht aufgrund klarer Fakten, Heisses aus dem kalten Norden Deutschlands. Bis heute ist allerdings unklar, was sich im Hamburger «Volksparkstadion» und allenfalls in der Umgebung der Sportstätte an Unappetitlichem genau ereignet hatte. Stefan Kuntz bestritt schon einmal alle Gerüchte bezüglich des Belästigungsvorwurfs und nannte sie «unwahr». Was allerdings unwahr sein soll, ist ein grosses Geheimnis. Zupfte der Sportmanager Frauen an den Höschen oder erfolgten gar Griffe unter deren Röcke? – Nobody knows, zumindest bis jetzt nicht. Nachdem sich der HSV des sportlich erfolgreichen Sportvorstands entledigt hatte, traten, wie das heute üblich ist, auf beiden Seiten Anwälte auf den Plan und verbesserten die Gesamtsituation bezüglich des Geschehenen auch nicht markant. Im Gegenteil. Stefan Kuntz soll übrigens bereits im Dezember des vergangenen Jahres eine Anzeige wegen Stalking aufgegeben haben. Diese ist allerdings bereits wieder zurückgezogen worden, doch die Klärung der Umstände wird dennoch fortgesetzt. Eine solche Anzeige ist offenbar von Amtes wegen zu behandeln. Nun vertritt eine auf Medienrecht spezialisierte Anwaltskanzlei den Sportvorstand; im HSV soll in dieser Causa ein Heer von Juristen im Einsatz sein. Dies alles geschieht nur deshalb, weil unklar ist, was unter dem Terminus «sexuelle Belästigung» konkret verstanden werden soll. Wetten, dass auch dieses Geheimnis zeitnah gelüftet wird? Da nichts so fein gesponnen ist wie gewünscht, kommt alles, wenn auch nur scheibchenweise, ans Licht der Sonne. So funktioniert heute die Trilogie von Sport, Medien und Voyeurismus.

Olympia in der Schweiz – oder es steht jeder Tag ein Dummer auf…

causasportnews.com – 4/2026, 15. Januar 2025

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(causasportnews / red. / 15. Januar 2026) Nach 1928 und 1948 sollen in der Schweiz in zwölf Jahren wieder Olympische und Paralympische Spiele stattfinden; nicht wie anlässlich der beiden letzten Austragungen einzig in St. Moritz, sondern 2038 dezentral und im ganzen Land. Was wie eine Phantasterei einiger Unverbesserlicher erscheint, soll Tatsache werden, wie die Swiss Olympic-Präsidentin Ruth Metzler soeben der Öffentlichkeit mitteilte.  Ein «breit abgestützter Verein» (mit der Bezeichnung «Verein Switzerland 2038») bildet die Trägerschaft des Olympia-Projektes, das für die Initianten optimistisch erscheint, jedoch kaum zu realisieren ist.

Nach der neusten Olympia-Idee sollen die rund 120 Wettkämpfe in diversen Regionen der Schweiz ausgetragen werden. Das Vorhaben basiert auf bestehenden Sportstätten und wird von zehn Kantonen sowie 14 Gemeinden unterstützt. Die Eröffnungsfeier soll in Lausanne, nota bene am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), stattfinden; das IOK organisiert die Olympischen Spiele und ist Inhaberin aller Rechte an den Olympia-Wettbewerben. Womit die erste Klippe bei der Vergabe der Olympischen Spiele thematisiert und auch umschifft wäre. Üblicherweise und bis dato werden diese an Städte als Austragungsorte vergeben und nicht an Länder. Die Spiele in der Schweiz im Jahr 2038 würden also als Unikat von einem ganzen Land ausgerichtet. Als das Projekt «Olympia 2038» von der ehemaligen Bundesrätin Ruth Metzler vorgestellt wurde, erfolgten umgehend Schlussfolgerungen dergestalt, dass es dem IOK schwerfallen würde, überhaupt noch Austragungsorte für die Spiele zu finden. Die Vergangenheit zeigt, dass Olympische Spiele in Städten und Regionen kaum mehr auf ungeteilte Freude stossen. Fehlende Nachhaltigkeit, problematische, ökologische Erwägungen, überteuerte Projekte, usw. wurden contra «Olympische Spiele» ins Feld geführt. Böse Zungen behaupten, mit der Vergabe Olympischer Spiele sei es wie mit dummen Menschen: Jeden Tag würde zwar mindestens ein «Dummer» aufstehen, man müsse ihn nur finden. Das IOK hat diesen «Dummen» wohl gefunden: Die Schweiz, welche letztlich diese «Heimspiele» des IOK für den milliarden-schweren Verein mit Sitz in Lausanne organisieren und bezahlen soll.

Bezüglich des Olympia-Projektes 2038 muss als einschneidender Negativpunkt vorgebracht werden, dass die Schweiz (nicht ein Austragungsort oder eine Region) mit dem IOK augenwischerisch in einen «privilegierten Dialog», treten kann, was bedeutet: Wenn die Schweiz die Spiele will und die Voraussetzungen erfüllt, bekommt sie diese auch, ungeachtet anderer und weiterer Bewerbungen. Zu den Folgen vgl. das oben Gesagte.

Wenn die Schweiz die Bewerbung für 2038 konsequent anstrebt, wird sie die Spiele also erhalten und das IOK wohl von einer grossen Sorge befreien, nämlich keinen Austragungsort oder eine Austragungsstadt für die in zwölf Jahren stattfindenden Spiele zu finden (die am 6. Februar 2026 beginnenden Olympischen Winterspiele in Mailand und in Cortina d’Ampezzo weichen vom ursprünglichen Vergabemodus ab; so wäre es dann relativ exzessiv auch 2038). Olympia 2038 wären also «Heimspiele» des IOK, finanziert und organisiert von der Schweiz! Weshalb nun noch die Finanzen anzusprechen wären. Hierzu werden die «Olympia-Macher» aus der Schweiz wenig konkret. Letztlich müsste der Bund wohl über 200 Millionen Franken aufwerfen; es wird mit Gesamtkosten von 2,2 Milliarden Franken gerechnet. Da in der Bundeskasse Ebbe herrscht, dürfte das Projekt 2038 schon aus diesem Grund ein Papiertiger bleiben. Bekanntlich fallen solche Projekte bei der Bevölkerung regelmässig durch, vor allem, wenn es um nicht verfügbare Finanzen geht.

Star-Koch mit Hang zur Dekadenz setzt Klagegrund gegen die FIFA

causasportnews.com – 3/2026, 10. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 10. Januar 2026) Kaum jemand kennt den Star-Koch Nusret Gökce unter diesem Namen. Jedoch ist er vielen, vor allem Fussball-affinen Fans, unter dem Spitz- oder Künstlernamen «Salt Bae» («Salz-Schatz») bekannt. Der bald 43jährige türkische Gastronom und gelernter Metzger sorgte vor allem für Schlagzeilen, als er dem französischen Top-Spieler Franck Ribéry im Jahr 2029 in Dubai ein mit Blattgold angereichertes Ribeye-Steak servierte (vgl. auch causasportnews vom 24. November 2025; Causa Sport 2019, 112); 1200 Euro soll diese Extravaganz gekostet haben. Dank oder wegen sozialer Medien ging das Bild dieses kulinarischen Exzesses um die Welt. Nusret Gökce sorgte mit dekadenter Luxus-Gastronomie immer wieder für Schlagzeilen. Er war stets bestrebt, die Nähe zu prominenten Menschen, vor allem aus der Sport-Szene, zu suchen. So kam es auch, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino im Umfeld von «Salt Bae» gesichtet wurde, wie gepostete Fotoaufnahmen belegen.

Einigermassen verwundert nahm die Fussball-Welt anlässlich des WM-Finals am 18. Dezember 2022 in Katar (Weltmeister wurde Argentinien nach einem Finalsieg über Frankreich), zur Kenntnis, dass der zwischenzeitlich als Koch mit Hang zur kulinarischen Extravaganz bekannte Nusret Gökce im Rahmen der Siegerehrung den WM-Pokal in die Höhe stemmte und andeutete, diesen mit Salz zu bestreuen. Offensichtlich hatte es «Salt Bae» trickreich geschafft, nach dem WM-Finalspiel, das er auf Einladung des FIFA-Präsidenten im VIP-Bereich besuchte, auf das Spielfeld zu gelangen und bei den Sieges-Feierlichkeiten mitzuwirken. Er liess sich für ihn werbeträchtig sogar mit Lionel Messi ablichten. Diese Selbstinszenierung im WM-Finaltaumel fand dann die FIFA weniger lustig und recherchierte, wie dieses «Ambush Marketing» durch Nusret Gökce möglich wurde und dieser auf das Spielfeld gelangen konnte. Ersan Gökay, ein Deutscher FIFA-Mitarbeiter mit Wohnsitz in der Schweiz, soll von «Salt Bae» übertölpelt worden sein, damit sich dieser unter die feiernden Argentinier mischen konnte. Der Weltverband sanktionierte den Mitarbeiter danach arbeitsrechtlich. Dieser wurde depressiv, und die Ärzte schrieben ihn arbeitsunfähig. Schliesslich erhielt Ersan Gökay die Kündigung, weil die FIFA an seiner Arbeitsunfähigkeit zweifelte, was der Mitarbeiter vehement bestritt. Es kam, wie es in solchen Fällen kommen muss: Der letztlich ausserordentlicherweise gekündigte Mitarbeiter, der sich in diesem Fall als «Bauernopfer» sieht und seine Loyalität zur FIFA betont, zieht nun vor Gericht, wie der Weltverband entsprechende Medienberichte bestätigte. Demnächst wird sich das Zürcher Arbeitsgericht mit der Klage von Ersan Gökay gegen die FIFA wegen dieser in den Augen des Klägers ungerechtfertigten Entlassung befassen müssen. Beide Parteien, Ersan Gökay und die FIFA, sind wohl letztlich Opfer des eitlen Star-Kochs Nusret Gökce geworden. Oder auch diese anfängliche Freundschaft des FIFA-Präsidenten mit den umstrittenen türkischen Gastronomen «Salt Bae» hat nun ihren Preis.

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

causasportnews.com – 2/2026, 7. Januar 2026

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(causasportnews / red. / 7. Januar 2026) Politik und Sport weisen insbesondere zwei Parallelen auf: In beiden Domänen wird geschwätzt, was das Zeug hält. In der Politik ist dies etwa gleich verheerend wie im Sport; der einzige Unterschied zwischen Politik und Sport ist evident: Im Sport wird auch noch etwas getan, zumindest, und in der Regel weit mehr, i.S. von «disportare» (lateinisch, übersetzt: sich zerstreuen). Der erste Nachkriegs-Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer (1876 – 1967), brachte es einst auf den Punkt, indem er zum Thema «Meinungsänderungen» in der Politik einmal gesagt haben soll: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?». Der charismatische Politiker, der am 5. Januar 2026 vor 150 Jahren geboren wurde und der durchaus selbstironische Züge aufwies, sprach dadurch vor allem das Windfahnen-Gebaren in der Politik an; er nahm sich selber nicht aus. Wer heute A sagt, darf morgen also durchaus B sagen. In diesem Zusammenhang soll sich der gebürtige Kölner komplementär auch einmal so artikuliert haben: «Es kann mich niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.».

Diese Worte Konrad Adenauers zur Meinungsänderung in der Politik erlebten eine Aktualität in einem Vorgang im Schweizer Fussball dieser Tage. Es ging um den renommierten Klub der Stadt Zürich, den FC Zürich (FCZ). Der 1896 gegründete Verein hat seine besten Tage längst hinter sich. Derzeit müht er sich in der obersten Spielklasse (Super League) ab, und seine Haupt-Ambition scheint zu sein, den Stadt-Rivalen Grasshopper Club Zürich, hinter sich zu lassen; was derzeit der Fall ist. Trainer und Sportchefs kommen und gehen im FCZ, und gegangen ist im letzten Dezember nach relativ kurzem Gastspiel als Sportchef, Milos Malenovic. Nicht nur bei der FCZ-Anhängerschaft hat man sich die Augen gerieben, als vom aktuellen Präsidenten des FC Zürich, Ancillo Canepa, im Herbst 2023 eben Milos Malenovic als Sportchef installiert wurde. Nicht nur, weil der gebürtige Serbe Spielervermittler ist und sich in seiner Funktion als Sportchef des FCZ permanent in Interessenkonflikten befand, wurde diese Personalie im Zürcher Stadtklub zum Rohrkrepierer. Der Präsident des FC Zürich war nach dem Abgang von Sportchef Milos Malenovic bestrebt, möglichst rasch einen neuen Sportchef präsentieren zu können. Weil ein Fehler erst ein Fehler ist, wenn man ihn zweimal begeht, engagierte Ancillo Canepa als neuen Sportchef des FCZ den … Spielervermittler Dino Lamberti! Bezüglich dieses Namens muss man wissen, dass im FC Zürich eine («schwarze») Liste geführt wird mit Namen von Personen, die im Fussball-Business engagiert sind, im Zürcher Klub aber als personae non gratae gelten. Weshalb Dino Lamberti den Sprung auf diese Liste schaffte, ist bekannt. Der 51jährige Spielervermittler mit italienischen Wurzeln und der FCZ gerieten vor Jahren wegen eines Spielers aneinander. Nie mehr ein Geschäft mit Dino Lamberti – so lautete danach das «Credo» des Stadt-Klubs. Wahrscheinlich hat sich nun der FCZ-Präsident Ancillo Canepa in der Not an den rührigen und besonnenen Spielervermittler erinnert – und ihn flugs, trotz «schwarzer Liste der personae non gratae», für den FC Zürich engagiert. Wahrscheinlich frisst der Teufel in der Not eben doch die sprichwörtlichen Fliegen. Oder der oft hilflos wirkende Präsident des Stadt-Klubs hat sich eben an die legendäre Äusserung von Konrad Adenauer erinnert, eben: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?». Oder nahm Ancillo Canepa lediglich eine Lagebeurteilung, wie sie im Militär gang und gäbe ist, vor: «Neue Lage, neue Lagebeurteilung»? Es könnten nun Wetten abgeschlossen werden, ob Dino Lamberti für den FCZ auch noch im Frühjahr tätig ist…