causasportnews.com – 96/2026, 17. Oktober 2026

(causasportnews / red. / 17. Oktober 2026) Einen US-Präsidenten Donald Trump wird die Welt noch etwas mehr als zwei Jahre zu ertragen haben; noch einschneidender wird es sich wohl mit dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino verhalten, der am 18. März 2027 vom FIFA-Kongress, der Vereinsversammlung des Welt-Fussballverbandes, für weitere vier Jahre zum obersten Funktionär der FIFA gewählt werden dürfte. Danach wird der ungeliebte FIFA-Präsident zweifelsfrei einen Weg finden, um seine Präsidentschaft weiter und bis ins Unendliche zu verlängern. Dies ist eben das Schöne an den Schweizer Vereinen (die FIFA ist ein Verband in der Rechtsform eines Vereins, Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB), deren Statuten können fast nach Lust und Laune oder zumindest nach Gutdünken angepasst und abgeändert werden.
Seit Gianni Infantino gleich nach Beendigung der WM-Endrunde 2026 seine unsägliche Investoren-Idee wie ein Kaninchen aus seinem Hut zauberte und es in magischer Art und Weise gleich wieder verschwinden liess, ist die Luft für den 56jährigen Berufs-Sportfunktionär mit Blick auf den weiteren Verbleib des Weltbürgers mit Schweizerischem, Italienischem und Libanesischem Pass auf dem FIFA-Thron zwar dünner geworden, aber doch nicht so, dass es ihm deswegen die Luft zum Atmen genommen hätte. Im Gegenteil. Bis zum 18. November haben die Gegner Gelegenheit, einen valablen Antipoden zu Gianni Infantino nominieren zu lassen. Ein solcher Gegenkandidat ist ernsthaft nicht auszumachen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hüllt sich plötzlich in Schweigen, die Norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness, eine durchaus valable Gegenkandidatin zu Gianni Infantino, ist wohl in dieser «Männerdomäne Fussball» ziemlich chancenlos, und ins Feld getragene Kandidaturen, wie diejenige des «immer wieder Kandidaten» Ramon Vega oder des «Schweigers» Luis Figo, sind wohl eher nicht geeignet, schon die erste Hürde im Präsidentschafts-«Hütchenspiel» überspringen zu können.
Gianni Infantino ist trotz Widerständen mit seinem Wahlkampf «a la bonne route». Er agiert geschickt und lässt alle Angriffe gegen ihn und seine erneute Kandidatur abprallen. Die hilft auch die derzeitig noch anhaltende Geschlossenheit vor allem der nationalen Verbände der Europäischen Konföderation (UEFA), des «Concacaf» (Dachverband von Nord- und Mittelamerika) und der Konföderation Asiens (AFC) wenig. Mit den Stimmen der kleinen Länder, bzw. Nationalverbänden (unterstützt wird der Präsident beispielsweise von allen FIFA-Mitgliedern Afrikas) wird Gianni Infantino seine Wiederwahl wohl ziemlich sicher schaffen. Signifikant war Gianni Infantinos kürzlicher Auftritt vor dem 37köpfigen FIFA-Council (die Exekutive des Weltverbandes) in Zürich. Vorab entschuldigte sich der Präsident für die Intransparenz im Investment-Projekt und seine Verwicklungen in den gescheiterten Gründungsvorgang der Unternehmung «FIFA Forward Enterprise». Weil es sich diesbezüglich auch um ein laufendes Verfahren handle, könne er hier keine Details nennen. Wie gewohnt, widerstand Gianni Infantino allen Versuchen, von seinen Gegnern nachhaltig «gegrillt» zu werden. Erfolgreich wäre dies auch nur bei ausreichender «Unterhitze», die nicht auszumachen war und ist. Im «Home of FIFA» wird es weiterhin ein bisschen qualmen und rauchen; ein Vollbrand dürfte hingegen abzuwenden sein (vgl. auch die Illustration zur Meldung in «causasportnews» vom 14. Oktober 2026). Zur Abkühlung des aufgeheizten «Klimas» im Vorfeld des Wahlgeschäfts vom 18. März 2027 in Rabat besann sich der Präsident einmal mehr auf seine magischen Fähigkeiten. Vor der Council-Sitzung in Zürich schlug Gianni Infantino vor, allen 211 FIFA-Mitgliedern im Sinne von Erhöhungen der Zuschüsse neu 25 Millionen Dollar statt wie bisher 10 Millionen Dollar auszuzahlen. Dagegen opponierte niemand, auch wenn solche Zahlungen an die Mitglieder eines Vereins mehr als problematisch sind…Hingegen wurde das Thema «FIFA-Friedenspreis» auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Gefahr, dass der amtierende FIFA-Präsident und Friedensstifter Gianni Infantino den Preis erneut seinem amerikanischen Freund und anerkannten Welt-Friedensengel Donald Trump übergeben könnte, scheint real eher nicht zu bestehen.









