causasportnews.com – 70/2026, 31. Juli 2026

(causasportnews / red. / 31. Juli 2026) Das frühe Ausscheiden der deutschen Fussball-Nationalmannschaft aus dem WM-Turnier in diesem Sommer in Übersee hat den Deutschen nicht nur auf die Moral geschlagen. Sportlich war die Niederlage des Teams von Julian Nagelsmann gegen Paraguay ein Super-GAU; für die deutschen Brauereien gilt dies ebenso, wie verschiedene Unternehmen dieser Branche bestätigen. Bereits die Europameisterschaft vor zwei Jahren im eigenen Land, die für Fussball-Deutschland zum Flop wurde, schlug sich negativ auf den Bierabsatz nieder. Die Situation nach der WM-Endrunde ist nachvollziehbar wie ein bisschen «Flasche leer», würde wohl Kult-Trainer Giovanni Trapattoni, u.a. von 1994 bis 1995 und von 1996 bis 1998 beim FC Bayern München in der «Bier-Hochburg» tätig, bilanzieren.
Die Weltmeisterschafts-Endrunde in Kanada, in den USA und in Mexiko verstärkte in Anbetracht der schwachen, sportlichen Leistungen der Nationalmannschaft Deutschlands diesen negativen Trend auf weniger Lust am an sich beliebten Gerstensaft. Die nun feststellbaren, sinkenden Absatz- und Umsatzzahlen beim Bierkonsum kommen nicht völlig unerwartet oder überraschend. Im Vergleich zu 2010 sei der deutsche Bier-Markt immerhin um einen Viertel eingebrochen, vermeldete die Zürcher «Sonntags-Zeitung» (12. Juli 2026) unter Berufung auf Erhebungs-Material des Statistischen Deutschen Bundesamtes. Brauereien geben derzeit und bereits vor der WM-Endrunde ganz auf oder schliessen einzelne Standorte. In der Branche wird von «Marktbereinigung» gesprochen. Vor allem müssten aktuell Überkapazitäten abgebaut werden. Bis 2030, in vier Jahren hat die deutsche Nationalmannschaft anlässlich der nächsten WM-Endrunde, dann in Marokko, in Portugal sowie im Land des aktuellen Fussball-Weltmeisters Spanien, Gelegenheit, dank ausserordentlicher, sportlicher Leistungen den Bierkonsum anzukurbeln; es sei denn, der «Klopp-Effekt» ist bis dann bereits verpufft. Andernfalls dürfte die verkaufte Biermenge um nochmals fünf bis zehn Prozent schrumpfen. Die Zahl der Brauereien in Deutschland sinkt bereits seit 2020. Allein im Jahr 2024 waren rund 50 Braustätten zur Produktionsaufgabe gezwungen. Die Lust auf Bier nimmt auch demographisch bedingt ab. Ursache dafür ist die Überalterung der Gesellschaft. Rentnerinnen und Rentner trinken weniger Alkohol als ausgeh- und partyfreudige Junge. Ein weiteres Problem beim rückläufigen Bierabsatz sehen Fachleute im Wandel in der Gastronomie. Die wirtschaftlichen Probleme der Konsumentinnen und Konsumenten, welche üblicherweise Restaurants und allgemein gastronomische Betriebe frequentieren, wirken sich ebenfalls negativ auf die Lust am Bier beim Essen aus. Oder Gäste in Restaurants halten sich zurück und trinken vielleicht zum Essen nur noch ein Bier und nicht mehr zwei oder drei oder mehr Biere wie noch vor wenigen Jahren. Die Teuerung in der Gastronomie hinterlässt markante Spuren im Konsumverhalten der Menschen, die bis anhin in den Gastronomie-Betrieben das Geld mit vollen Händen ausgegeben haben. Tendenziell wird aus Kostengründen auch mehr zu Hause als in Gaststätten gegessen und getrunken. Das Bier aus dem Supermarkt ist zudem durchwegs weit günstiger als das Bier in Restaurants. Bei dieser Betrachtung darf allerdings nicht ausser Acht gelassen werden, dass alkoholfreie Biere beliebt sind wie noch nie. Dies zur Genugtuung von Organisationen, die das Alkohol-Suchtverhalten bekämpfen.
Eine Hoffnung bleibt: Der Fussball möge wieder Spitzenwerte erreichen – und die Lust am Bier orientiere sich daran…
(Quelle: «Sonntags-Zeitung», Zürich, 12. Juli 2026)









