causasportnews.com – 94/2026, 10. Oktober 2026

(causasportnews / red. / 10. Oktober 2026) Seit Wochen hält die Geschichte um ein angeblich gefälschtes Covid-Zertifikat von Granit Xhaka die (Sport-)Welt in Atem (causasportnews berichtete verschiedentlich darüber). Nun ist der Vorgang mit einem Strafbefehl der Luzerner Staatsanwaltschaft beendet worden. Der Captain a.D. der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft ist wegen Erschleichens einer falschen Beurkundung (Art. 253 des Strafgesetzbuches, StGB) zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 3000 Franken verurteilt worden. Die Strafe bleibt ausgesetzt, wenn sich der 24jährige Nationalspieler während zwei Jahren nichts zuschulde kommen lässt. Granit Xhaka akzeptiert gemäss eigenen Angaben die strafrechtliche Verurteilung, die aber (noch) nicht rechtskräftig ist. Der vom Spieler offenbar akzeptierte Strafbefehl bedeutet jedenfalls das Ende einer wirren Geschichte um ein Covid-Zertifikat.
Auch der vom Spieler eingestandene Verstoss von Art. 253 des Strafgesetzbuches hinterlässt Fragezeichen. Vor etwas mehr als zwei Wochen hatte Granit Xhaka öffentlich erklärt, er habe sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen, jedoch ein gefälschtes Zertifikat erworben. Zu Beginn der Affäre meldeten diverse Medien, das in Luzern geführte Verfahren habe die mögliche Erschleichung einer falschen Beurkundung, bzw. eine Urkundenfälschung zum Gegenstand. Gleichzeitig wurde die Information verbreitet, das umstrittene Zertifikat stamme von einer Luzerner Ärztin. Wie oft, wenn derartige Räubergeschichten die Runde machen, sind irgendwann sog. Kommunikationsexperten mit von der Partie. In der «Causa Granit Xhaka» verbreitete der vom Fussballer beigezogene Kommunikationsspezialist die Falschmeldung, Granit Xhaka sei geimpft worden; dafür gebe es eine ärztliche Bestätigung. Danach räumte der Spieler allerdings ein, er habe sich eines Impfbetrugs schuldig gemacht. Aktuell erklärte der zwischenzeitlich nicht mehr eingesetzte Captain der Schweizer Nationalmannschaft ein, der Strafbefehl sei die Folge (s)eines Fehlers. Das alles führt zur Konklusion, dass Granit Xhaka nun wegen eines gefälschten Covid-Zertifikats verurteilt worden ist.
Aufgrund dieser Ausgangslage ist die Stellungnahme des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) zum Entscheid der Luzerner Staatsanwaltschaft nichts anderes als ein Bekenntnis, das mehr als nur ein Stirnerunzeln hinterlässt. Die kleinen Hausjuristen im Haus des Schweizer Fussballs in Muri bei Bern sprechen davon, dass die Angelegenheit nun juristisch abgeschlossen sei. Was ist, wenn Granit Xhaka auf seinen Entscheid, den Strafbefehl akzeptieren zu wollen, zurückkommt? Aufgrund der wirren Vorgeschichte in dieser Angelegenheit scheint auch dies möglich zu sein. Die SFV-Spitze will nun mit Granit Xhaka Gespräche führen; dabei dürfte es um die Funktion des Verurteilten als Captain des Schweizer Nationalteams gehen. Hierzu bildet die SFV-«Schwatzbude» in Muri bei Bern zweifellos den richtigen Rahmen.









