causasportnews.com – 79/2026, 29. August 2026

(causasportnews / red. / 29. August 2026) Im 90. Lebensjahr ist der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne («Kühne + Nagel») am 24. August 2026 in Schindellegi im Schweizer Kanton Schwyz verstorben. Mit ihm ist einer der bedeutendsten Wirtschaftskapitäne Europas von Bord gegangen. Der Patriarch und Vollblut-Unternehmer konventioneller Schule hat zwar den grössten Teil seines Lebens in der Schweiz, im steuergünstigen Kanton Schwyz, verbracht, hielt jedoch aus Grundsatzüberlegungen an der Deutschen Staatsbürgerschaft fest und blieb zeitlebens eng mit seiner Heimatstadt Hamburg verbunden. Seit Jahren spielte der zurückhaltende Unternehmer in der «Milliarden-Liga» der globalen Wirtschaft mit, machte nie einen Hehl daraus, dass ihm der Wohnsitz Schindellegi auch wegen Steueraspekten behage; das Klotzen und Kleckern lag ihm jedoch immer fern. Der eingefleischte Hamburger war unermesslich reich, fiel aber durch persönliche Bescheidenheit auf und konnte es sich leisten, eine Investition in Projekte des Wirtschafts-Gamblers René Benko über eine halbe Milliarde Euro abschreiben zu müssen. Er habe sich von diesem Mann «um den Finger wickeln» lassen, gestand der allgemein disziplinierte und bis ins hohe Alter hart arbeitende Unternehmer freimütig ein. Klaus-Michael Kühne, ein Patron alter Schule, hinterlässt seine Gattin und ein geschätztes Vermögen von mehr als 40 Milliarden Euro. Die langjährige Ehe von Christine und Klaus-Michael Kühne blieb kinderlos. Der Hanseat aus Hamburg wäre sich untreu geworden, wenn er keine unternehmerische Nachlassregelung über seinen Tod hinaus getroffen und nicht über die weiteren Verwendungszwecke für sein immenses Vermögen bestimmt hätte.
Apropos Hamburg. Mit seiner Heimatstadt blieb der Verstorbene während des ganzen Lebens in vielerlei Hinsicht verbunden. Ohne Klaus-Michael Kühne würde es die weltberühmte Elbphilharmonie in Hamburg nicht geben. Dem sportaffinen Unternehmer ist es wohl auch zu verdanken, dass der Fussballklub «Hamburger SV» (HSV) in dieser Form noch immer existiert. Seit Jahren durfte die Klubleitung des HSV jeweils in Schindellegi anklopfen, wenn es finanzielle Löcher zu stopfen oder neue Spieler zu finanzieren gab. Es ergab sich mehr als nur einmal, dass Klaus-Michael Kühne mit dem temporären Kauf der Namensrechte am Volksparkstadion den HSV vor dem wirtschaftlichen Untergang bewahrte. Man vermutet in Hamburger Wirtschaftskreisen, dass der grosszügige Sport-Mäzen gesamthaft bei Weitem mehr als 100 Millionen Euro in seinen Lieblingsklub pumpte. Ein Klacks natürlich etwa zum Verlust, den er mit dem Investment in die Projekte von René Benko erlitten hat. Zwischenzeitlich hat sich der HSV vom grosszügigen Sportförderer in pekuniärer Hinsicht emanzipiert. «Betteltouren» der HSV-Verantwortlichen nach Schindellegi zum bekennenden HSV-Fan waren seit geraumer Zeit nicht mehr notwendig, auch wenn die Namensrechte am Volksparkstadion bis Ende 2029 immer noch dem Unternehmer in der Schweiz, bzw. nun seinen Nachfolgern, gehören. Zuletzt wurde Klaus-Michael Kühne Ende 2015 an einem Spiel seines geliebten HSV gesehen. Der Klub kam immer mehr auf eigene Beine zu stehen. Er wies beispielsweise 2025 mehr Netto-Vermögen (36 Millionen Euro) als Netto-Verbindlichkeiten (22 Millionen Euro) aus.
Wenn es um Opern oder Fussball ging, galt der Hamburger Unternehmer als grosszügig und jederzeit ansprechbar. Auch wenn Klaus-Michael Kühne in den letzten Jahren seines Lebens finanziell nicht mehr als «Lebensversicherung» des HSV galt, wirkte seine latente Präsenz auch für den Klub beruhigend. Nun ist der Hanseat abgetreten. Der HSV wird dem Verstorbenen auch künftig mehr als nur ein ehrendes Andenken bewahren.









