causasportnews.com – 16/2026, 16. Februar 2026

(causasportnews / red. / 16. Februar 2026) An den Olympischen Spielen in Italien werden auch Heldinnen und Helden geboren. Allen voran der Schweizer Überflieger dieses Anlasses, der 24jährige Schweizer Franjo von Allmen, der dreimal zu Wettbewerben antrat und dreimal Olympia-Gold gewann. Bei den Frauen holte die Italienerin Federica Brignone, die in diesem Jahr 36 Jahre alt wird, zu einem Doppelschlag aus und siegte zweimal, im Super-G und im Riesenslalom. «Un miracolo» (ein Wunder), schrien italienische Reporter in die Mikrophone, als sich die Tochter der ehemaligen Skirennfahrerin Maria Rosa Quario und des Skilehrers Daniele Brignone nach dem Super-G auch gleich noch die Goldmedaille im Riesenslalom sicherte. Tatsächlich waren diese Leistungen der erfahrenen Athletin ausserordentlich, und in gewisser Hinsicht geradezu heldenhaft. Vor weniger als einem Jahr stürzte die im Aostatal lebende «Tigerin», wie sie auch genannt wird, anlässlich der italienischen Meisterschaft schwer und verletzte sich gravierend. Und jetzt ist sie zweifache Olympia-Siegerin!
Apropos Helm: Federica Brignone will ihrem Ruf als «Tigerin» auch visuell gerecht werden und trägt in den Rennen einen Aufsehen erregenden «Tigerhelm». Entworfen wurde dieser Helm vom Schweizer Designer André Marty, der immer wieder mit ausgefallenen Kopfschützen, die vor allem von Motorrad-Sportlern getragen werden, auf sich aufmerksam macht. Offensichtlich hat der «Tigerhelm» der «Tigerin» Glück gebracht.
Ein blamables Ende nahm hingegen eine Helm-Manifestation des ukrainischen Skeletonfahrers Wladislaw Heraskewitsch. Auf seiner Wettkampf-Kopfbedeckung wurden die Gesichter von über 20 Sportlerinnen und Sportlern aus der Ukraine, die Opfer des russischen Angriffskrieges wurden, wiedergegeben. Eine Hommage an die getöteten Athletinnen und Athleten, wie der Skeletonfahrer sagte. Für das Internationale Olympische Komitee (IOK) ist die Geste auf dem Helm eine unzulässige, politische Manifestation. Es untersagte die Teilnahme von Wladislaw Heraskewitsch an den olympischen Skeleton-Wettbewerben. Ein derartiger «Helm der Erinnerung» oder ein «Helm zum Gedächtnis» als Hommage an die umgebrachten ukrainischen Athletinnen und Athleten in offiziellen Trainings und im Wettkampf zu tragen gehe nicht, meinte das IOK als Schirmherr der Spiele von Mailand und Cortina. Das Internationale Sport-Schiedsgericht (TAS, Tribunal Arbitral du Sport) bestätigte die Entscheidung des IOK, was nicht weiter verwundert, gilt doch das TAS als verlängerter, juristischer Arm des IOK und ist für eine tendenziöse Rechtsprechung bekannt. Zwischenzeitlich erregt ein olympischer Nebenkriegsschauplatz für Aufsehen: Der Südtiroler Snowboarder Roland Fischnaller startete mit einem Helm, auf dem mehrere Flaggen, auch die russische, zu sehen war! Das IOK tolerierte dies. Russische Flaggen auf Helmen sind offensichtlich unpolitisch und in Ordnung, die Porträts der von den Russen getöteten ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern nicht. Das parteiische und inkonsequente Verhalten des IOK ärgert und nervt die Sport-Welt einmal mehr. Es ist allerdings offensichtlich, dass der internationale Sport Russland in wohl nicht allzu ferner Zeit wieder die Teilnahme an olympischen Wettbewerben ermöglichen will. Russinnen und Russen können bereits an den aktuellen olympischen Spielen unter neutralem Label antreten. Russische Flaggen dürfen an den Spielen in Italien nicht gezeigt und die russische Hymne darf im Falle eines Sieges durch russische Athletinnen und Athleten nicht gespielt werden. Wohl nicht mehr lange.









