causasportnews.com – 26/2026, 15. März 2026

(causasportnews / red. / 15. März 2026) Am Energydrink «Red Bull» scheiden sich die Geister. Eine gigantische Marketing-Maschinerie hält das Geschäft der Bullen-Macher aus Fuschl am See im Salzburger Flachgau am Laufen. Geht es «Red Bull» (wirtschaftlich) gut, geht es auch dem Sport gut, denn gewaltige Mittel werden vom Konzern, der vom 2022 verstorbenen Marketing-Genie Dietrich Mateschitz in die Milliarden-Sphäre getrieben worden ist, u.a., jedoch schwergewichtig in den Sport gepumpt. Ob im Formel 1-Rennsport mit eigenem Team («Red Bull Racing»), in verschiedenen Fussballklubs (FC Red Bull Salzburg), am «Hundschopf» im Rahmen des Lauberhorn-Abfahrtsrennens, bei der «Mausefalle» auf der Kitzbüheler «Streif» oder bei waghalsigen Klippenspringen in aller Welt – «Red Bull» ist dabei, und verleiht offenbar in der Tat «Flüügel»…
Man mag «Red Bull» und auch andere Energydrinks, oder man mag das Produkt nicht, aus welchen Gründen auch immer. «Red Bull» polarisiert jedenfalls. Untersuchungen pro und contra «Red Bull» jagen sich seit Jahren. Tatsache ist offenbar, dass ein Drittel der Schweizer Knaben und ein Viertel der Mädchen im Alter von 15 Jahren mindestens einmal pro Woche zu einem Energydrink greift. Ob der übermässige Konsum von «Red Bull» bei Jugendlichen gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, ist umstritten. Hoher Blutdruck, Schlaflosigkeit, Übergewicht, Karies, usw. sollen auf übermässigen Konsum von Softgetränken mit Koffein zurückzuführen sein. Der Koffeingehalt in Softgetränken ist längst zum Politikum geworden. Der Schweizer Bundesparlamentarier Benjamin Roduit will deshalb den Verkauf von Energydrinks mit einem Koffeingehalt von über 150 Milligramm pro Liter an Personen unter 16 Jahren verbieten lassen. Gegen ein Verbot tritt die Schweizer Landesregierung ein. Ein abschliessendes Urteil über die gesundheitlichen Auswirkungen von Energydrinks mit hohem Koffeingehalt sei wissenschaftlich nicht belegt und müsse zudem als «schwerwiegenden Eingriff» in die Wirtschaftsfreiheit qualifiziert werden, verlautete aus Bern. Statt beim Koffein in Getränken will die Regierung beim Zucker ansetzen. Das kalorienreiche Süssungsmittel kennt in der Schweiz, im Gegensatz zu verschiedenen, europäischen Ländern, keine Obergrenze.
Sodann wäre noch das Reizwort «Taurin» zu thematisieren. Die Energydrinks enthalten neben Koffein ein veritables Mass an «Taurin», eine Aminosäure zur Sicherstellung von Organfunktionen und als Proteinlieferant. «Taurin» ist entscheidend für die optimale Herzfunktion, für das Funktionieren des Nervensystems, den Fettstoffwechsel, usw. Für Erwachsene ist «Turin» kein essentieller Nährstoff. Diese Aminosäure wird jedoch durchwegs den Energydrinks zugesetzt. Beim Konsum von derartigen Getränken sind die Erwartungen der Verbraucher oft hochgeschraubt. Dank ihnen herrscht der Glaube an Fitness und Langlebigkeit (vgl. dazu auch den ausführlichen Beitrag «Weder fitter noch verjüngter: Studie stutzt Taurin-Fans die Flügel», Sonntags-Zeitung, Zürich, vom 8. März 2026). «Red Bull» bewirkt wohl nicht zuletzt einen «Placebo»-Effekt und beinhaltet ein ansehnliches Mentalitäts-Potential. Das liegt wohl auf dieser Linie, dass «Red Bull» eben das Gefühl vermittelt, durch den Konsum des Softgetränks fühle man sich sportlich(er), fit(ter) und bleibe ewig jung. Es hat wohl eben doch etwas am Slogan mit der Verleihung von «Flüügeln»; oder die logische Konsequenz wird auch in diesem Bereich bestätigt: «quod erat demonstrandum» (was zu beweisen war).









