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Schwimmer Sun Yang bleibt bis 2024 gesperrt

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(causasportnews / red. / 26. April 2022) Der Chinesische Superstar im Schwimmen, Sun Yang, bleibt bis Mitte 2024 gesperrt. Dies ist nach einem Entscheid des Schweizerischen Bundesgerichts definitiv, das eine Beschwerde des 30jährigen Erfolgsathleten gegen ein Urteil des Internationalen Sport-Schiedsgerichts (TAS) vom 22. Juni 2021 abwies. Das TAS fällte gegen Sun Yang eine Doping-Sperre von vier Jahren und drei Monaten aus wegen Verletzung der Dopingregeln des Internationalen Schwimmverbandes (FINA).

Die Sanktionsgeschichte um Sun Yang ist nicht frei von Turbulenzen: Das TAS sanktionierte den Chinesen mit Entscheid vom 28. Februar 2020 mit einer Aufsehen erregenden, achtjährigen Sperre. Ein dagegen erhobenes Revisionsgesuch von Sun Yang hiess das Bundesgericht im Dezember 2020 gut und hob das TAS-Urteil auf. Das höchste Schweizer Gericht erkannte, dass der vorsitzende Richter am TAS befangen (!) gewesen sei und das Schiedsgericht, in anderer Besetzung, nochmals entscheiden müsse. Dies geschah, und das Schiedsgericht reduzierte in der Folge die Sperre um fast die Hälfte. Diesmal fand die TAS-Entscheidung vom 22. Juni 2021, einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele erlassen, nun auch Gnade vor dem Bundesgericht in Lausanne. Das Schiedsgerichts-Urteil verstosse nicht gegen grundlegende Prinzipien der Rechtsordnung («ordre public»), verlautete aus Lausanne; auch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Schwimmers liege nicht vor. Einer freien, richterlichen Kontrolle konnte das TAS-Urteil nicht unterzogen werden; es entscheid mit beschränkter Kognition. Nicht eingetreten ist das Bundesgericht auf die Rüge des sanktionierten Athleten, dass diese gesetzlich beschränkte Überprüfungsbefugnis des Bundesgerichts bei Beschwerden gegen TAS-Urteile mit internationalen Bezugspunkten (wie in diesem Fall) das Recht auf eine wirksame Beschwerde im Sinne von Art. 13 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verletze (Art. 13 EMRK, Recht auf wirksame Beschwerde).

Die jüngste Entscheidung des Bundesgerichts in der «Causa Sun Yang» bewegt nicht mehr derart wie das Gerangel vor den Olympischen Spielen 2021 vom 23. Juli bis 8. August 2021 in Tokio. Damals versuchte der Schwimmer mit allen, auch juristischen Mitteln, jedoch letztlich vergeblich, den Start in Tokio durchzudrücken (causasportnews vom 8. Juli 2021).

(Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 14. Februar 2022 (4A_406/2021)

Die hehre Parallelwelt des Internationalen Olympischen Komitees (IOK)

(causasportnews / red. / 24. April 2022) Es war schon lange so und hat sich jetzt wegen des von Russland losgetretenen Zerstörungs- und Vernichtungskrieges, der nun seit genau zwei Monaten tobt, akzentuiert: Das Internationale Olympische Komitee (IOK), ein Verein nach schweizerischem Recht (Art. 60 ff. des Zivilgesetzbuches, ZGB) und mit weitgehend im Greisenalter befindlichen natürlichen Personen als Mitglieder, pocht auf seine Vollautonomie. So hat sich das IOK zu Beginn des russischen Gemetzels in der Ukraine noch dafür ausgesprochen, russische und weissrussische Sportlerinnen weltweit vom organisierten Sport auszuschliessen. Aber Konsequenz im eigenen Haus ist nicht die Stärke des derzeit etwas mehr als 100 Personen zählenden Gremiums, das aus Männern und Frauen besteht, über deren vor allem geistige Fitness immer wieder räsoniert wird. Es ist eine Funktionärskaste, die sich an den Honigtöpfen des organisierten Sportes gütlich tut und für den Sport und seine Ideale mehr Fluch als Segen ist. Die wackeren Frauen und Männer leben ein Funktionärsleben, wie es für den Sport schlechter nicht sein könnte; jedoch ist das IOK eine Gruppierung, die sich unantastbar und über allem erhaben in der Welt des Sportes bewegt und vor allem davon profitiert. Nirgends im Sport sind die Abhängigkeiten und Verfilzungen derart, wie im Verein IOK, der sich grundsätzlich in einer Parallelwelt bewegt. Vor allem die Politik soll sich aus den IOK-Belangen heraushalten, sobald der absolute Machtanspruch und die Autonomie im Allgemeinen negativ tangiert werden könnte.

Für die Schweiz ist es eine immer wieder erklärte Ehre, dem IOK einen feudalen (Vereins-)Sitz im beschaulichen Lausanne zu gewähren. 2015 erklärte der damalige Sportminister Ueli Maurer anlässlich der 100 Jahr-Feier seit der Sitznahme des IOK in der Schweiz: «Ich danke Thomas Bach für alles, was er für den Sport tut».- Weder dieses Statement des immer noch in der Landesregierung dahinvegetierenden, im IOK-Mitglieds-Alter stehenden Ministers an sich noch dessen Inhalt nahm irgendein vernünftiger Mensch ernst. Seit langem ist bekannt, dass der Deutsche Thomas Bach und seine Gefolgsleute vor allem ihr persönliches Wohl im Auge haben. Vom Filz in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft profitieren, sich jedoch sonst in der selbsterbauten Parallelwelt nicht behelligen lassen – das ist die Philosophie des IOK in Lausanne. Dieses hält zusammen wie Pech und Schwefel, und ein derartiger «Korpsgeist» wie in der Lausanner Gruppierung findet sich nicht einmal bei amerikanischen Feuerwehrleuten. Nun hat sich die aktuelle Schweizer Sportministerin erlaubt, das Sport-Komitee aufzufordern, Funktionäre aus Russland und aus Weissrussland aus dem organisierten Sport fernzuhalten. Da das Begehren seitens der Schweizer Regierung von über 30 weiteren Sportministerinnen und -ministern unterstützt wurde, musste das IOK Farbe bekennen und tat dies so, wie erwartet. Natürlich, so IOK-Präsident und Putin-Versteher Thomas Bach, werde das IOK keine Funktionäre aus Russland und Weissrussland ausschliessen (vgl. auch causasportnews vom 19. April 2022). Die IOK-Funktionäre seien keine Vertreter eines Landes, sondern würden ihre Funktion im IOK unabhängig, eben als natürliche Personen, wahrnehmen. So brüskierte das IOK nicht nur die Schweiz und unmittelbar die unbedarfte Sportministerin Viola Amherd, die seit der Abfuhr aus Lausanne vor Schreck verstummt ist. Zwischenzeitlich machen sich Politikerinnen und Politiker Sorgen um den Reputationsschaden, welcher der Schweiz aktuell vom IOK in dieser «Causa» in einer Brutalität, die zur Kriegsführung Russlands passt, zugefügt worden ist. Die Reaktion von Thomas Bach und seinem Clan ist weit mehr als eine monierte Einmischung der Politik in die Belange des Sportes und des IOK. Am liebsten würde man in der Schweiz jetzt das IOK in ein anderes Land wünschen, zumindest ins Pfefferland. Doch, das ist nicht so einfach. Einen privaten Verein wird man auch in der Schweiz nicht so leicht los, und das IOK hat es sich in der Schweiz auch wohlig eingerichtet. Die Parallelwelt in Lausanne ist stringenter als jedes Dogma der katholischen Kirche und in allen Belangen von Staat, Gesellschaft, und Wirtschaft und überdies ideologisch breit abgestützt. Dazu gehört auch die Justiz. So konnte sich der Weltsport, dirigiert durch das IOK, in der Schweiz eine relativ autonome, weltweit geltende und respektierte Gerichtsbarkeit einrichten. Durch die Schaffung des vom IOK mittelbar finanzierten Internationalen Sport-Schiedsgerichts (Tribunal Arbitral du Sport, TAS), zufälligerweise auch in Lausanne domiziliert, verfügt der Weltsport über eine quasi-eigene Gerichtsbarkeit, weitgehend unbehelligt von staatlichen Gerichten (so auch vom Bundesgericht, das TAS-Urteile im Extremfall aufheben kann, aber in seinen Opportunitäts-Entscheiden im Zusammenhang mit dem TAS immer wieder die Unabhängigkeit des Schiedsgerichts unterstreicht). Zufälligerweise hat auch das Schweizerische Bundesgericht seinen Sitz in … Lausanne. Ein Schelm, der Böses denkt!

IOK windet sich mit Formalien aus der Kriegs-Verantwortung

(causasportnews / red. / 19. April 2022) Die(se) Reaktion war zu erwarten, doch dass sie so schnell kommen würde, verwunderte doch. Kurz vor dem Osterwochenende wurde bekannt, dass die Schweizer Sportministerin Viola Amherd auch im Namen von mehr als 30 Sportministerinnen und -minister vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK) verlangte, die weltumspannende Sportorganisation möge sich nun doch von Funktionären des Sports aus Russland und Weissrussland trennen, bzw. diese aus dem globalen Funktionärssport ausschliessen (causasportnews vom 18. April 2022). Das IOK kam offensichtlich unter Druck und konnte das Problem völlig ungewohnt für einmal nicht aussitzen. Aus der IOK-Zentrale in Lausanne verlautete umgehend offiziell, dass russische und weissrussische Sport-Funktionäre weiterhin im Weltsport mittun dürfen. Ganz im Gegensatz zu den Sportlerinnen und Sportlern, die grundsätzlich vom internationalen Sport über die entsprechenden Verbände ausgeschlossen sind. Was die Mitglieder des Vereins IOK mit Sitz in Lausanne betrifft, kommt dem Präsidenten der Organisation, dem Deutschen Thomas Bach, die Vereinsstruktur des IOK entgegen. Mitglieder dieser Organisation sind 148 natürliche Personen, davon 103 stimmberechtigte Mitglieder. Deshalb, so der mit allen Wassern gewaschene IOK-Präsident und Jurist, bestehe kein Grund, sich von russischen und weissrussischen Funktionären zu trennen oder diese auszuschliessen, da sie als natürliche Personen nicht ihr Land vertreten würden. Recht hat natürlich der 68-jährige Deutsche, dem u.a. eine Nähe zum russischen Führer Wladimir Putin nachgesagt wird, in formaler Hinsicht. Thomas Bach kann etwa als Frank-Walter Steinmeier des Sports bezeichnet werden; beide Deutschen spielen mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands eine etwa gleich opportunistische, dubiose Rolle. Die für die Sportministerinnen und -minister geradezu brüskierende Antwort aus der IOK-Zentrale in Lausanne passt zum ehemaligen Fechtsportler Thomas Bach, der sich den Funktionärs-, Polit- und Wirtschafts-Filz immer wieder zu Nutzen macht. Die Stellungnahme des IOK trägt die Handschrift des Juristen Thomas Bach, der sich aus dieser heiklen «Causa» mit Struktur-Formalien bezüglich des IOK herauswindet. Wie wenn die Sportlerinnen und Sportler aus den beiden genannten Ländern, die derzeit vom aktiven Sport ausgeschlossen sind, ihr Land vertreten würden…

Etwas anders sieht die (Rechts-)Lage bei den Funktionären der internationalen Sportverbände aus. Diese müssten von den jeweiligen Verbänden ausgeschlossen werden, was selbstverständlich möglich wäre. Gemäss Schweizerischem Vereinsrecht können Funktionäre als Verbandsorgane jederzeit abberufen werden. Wenn ein sog. «wichtiger Grund» gegeben ist, besteht das Abberufungsrecht von Gesetzes wegen und ist somit zwingend (Art. 65 Abs. 2 des Zivilgesetzbuches, ZGB). Dass die Sportverbände nicht gewillt sind, Organe abzuberufen oder Verbandsmitglieder auszuschliessen, hat der FIFA-Kongress Ende März in Katar gezeigt: Weder war die Abberufung eines russischen oder weissrussischen Vereinsorgans ein Thema, noch hatte sich die Vereinsversammlung des Weltfussballverbandes mit irgendwelchen Ausschliessungsanträgen gegen Russland oder Weissrussland zu befassen (Mitglieder der FIFA sind die Fussball-Landesverbände).

Mit dieser Verlautbarung des IOK wird manifest, dass im Weltsport die Athletinnen und Athleten weitgehend von ihren sportlichen Aktivitäten ausgeschlossen sind, die Sport-Funktionäre aus Russland und Weissrussland jedoch weiterhin ihr Unwesen treiben können – ähnlich wie die russischen (und auch ukrainischen) Oligarchen ausserhalb des kriegsführenden Russlands.

Den «sauberen» Sport weiterhin «clean» halten!

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(causasportnews / red. / 18. April 2022) Seit bald zwei Monaten tobt der russische Zerstörungs- und Vernichtungskrieg gegen die Ukraine. Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Facetten dieses Krieges sind vielfältig und scheusslich. Das geschundene Land verhält sich so, wie es die Menschheit im Kampf von David gegen Goliath am liebsten sieht. Wenn die Ukraine, in welchen Belangen auch immer, punktet, nimmt dies die westliche Welt mit Genugtuung zur Kenntnis. So etwa aktuell in der Disziplin «Schiffchen versenken». Seit die Ukrainer das Flaggschiff der Russen, die «Moskau», auf den Meeresboden geschickt haben, hat dieser Coup zumindest die Moral des sich mit allen Mitteln wehrenden Volkes gestärkt. Der Krieg verläuft sonst «sauber», wie es die russische Propaganda die Welt glauben lassen will: Alles andere ist nur ukrainische und westliche Propaganda, verlautet es regelmässig aus dem Kreml.

Für den Sport ist das Wort «sauber» von geradezu magischer und existentieller Bedeutung. «Sauber» ist nicht nur der Lieblingsbegriff der Dopingbekämpfer. Der Sport hat immer und überall «sauber» zu sein! Fair, makellos rein, wie eine keusche Braut, an die zwar niemand mehr so richtig glaubt. So verhält es sich mit Russland. Es ist eine Nation, die hinter dem Krieg und seinem obersten Kriegstreiber steht. Was die «Sauberkeit» des Sportes in zweierlei Hinsicht bedroht. Da sind auf der einen Seite die Sporttreibenden, die man einigermassen umfassend aus der Sportwelt verbannt hat. Wer sonst, wie Schweinefleisch für Muslime, «unsauber» ist, hat im organisierten, aktiven Sport nichts verloren. Durch die Teilnahme von Russinnen und Russen am Sportbetrieb verliert der Sport seine Unschuld, er riskiert seine stets beschworene, zentrale ethische Maxime. Im Umgehungsfall treten diese Sporttreibenden aus dem Aggressionsland nicht mehr als Vertreterinnen und Vertreter Russlands auf, sondern sie verstecken sich allenfalls hinter der quasi-neutralen, olympischen Flagge des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), oder sie formieren sich als Team des Russischen Olympischen Komitee (ROC); wie unlängst an den Olympischen Spielen in Peking im russischen Freundesland China (es war natürlich alles nur Zufall, dass der Krieg gegen die Ukraine nur vier Tage nach Beendigung der Spiele in Peking losgetreten wurde; wie damals, 2014, als die Annexion der Krim erfolgte, die drei Tage vor Abschluss der Olympischen Spiele im Russischen Sotschi ihren Anfang nahm). Der Monat Februar hat es offenbar in sich: Am 23. Februar 2014 begann die Annexion der Krim, am 24. Februar 2022 der Angriff auf die Ukraine…

Der aktive Sport ist also zu einem grossen Teil von russischen Athletinnen und Athleten gesäubert worden, was rechtlich absolut zulässig ist. Schwieriger verhält es sich mit den russischen Sportfunktionären, die weltweit (weiterhin) im organisierten Sport aktiv sind. Zwar hat das IOK nach Kriegsbeginn dazu aufgerufen, russische und auch weissrussische Funktionäre aus dem Sport zu verbannen. Geschehen ist allerdings bisher nichts. Die Verflechtungen und der üble «Filz» sowie die flächendeckende Korruption sind im organisierten Sport so schwierig auszumerzen wie in den Staaten vorwiegend in Europa. Der oberste Olympionike, der Deutsche Thomas Bach, wird sich – trotz gegenteiliger Beteuerungen – davor hüten, den Krebs des «Unsauberen» im Sport auf dieser Ebene zu zerschlagen. Das hat nun die Schweizerische Sport- und Verteidigungsministerin (!), Viola Amherd, dazu bewogen, einen Brief an den IOK-Präsidenten zu verfassen und ihn energisch (sic!) aufzufordern, die von mehr als 30 europäischen Sportministerinnen und -ministern mitgetragene Deklaration zum Ausschluss von russischen und weissrussischen Funktionären im Sport voranzutreiben. Thomas Bach, selber als nicht gerade interessenkonfliktsfrei bekannt, wird sich hüten, die im Sport tätigen Funktionäre aus Russland und Belarus nur schon zur Demission aufzufordern. Zu stark reichen deren Verbindungen zum Kreml. Dabei wäre alles doch so einfach: Da die meisten und wichtigsten internationalen Sportverbände und das IOK als Vereine nach schweizerischem Recht, ihre Sitze in der Schweiz haben, würde ein Blick in das Zivilgesetzbuch (ZGB) zur Wahrung des «sauberen» Sportes auch auf der Funktionärsebene genügen. So heisst es in Art. 65 ZGB, dass die Vereinsversammlung (das oberstes Organ im Verein) die Aufsicht über die Tätigkeit der Organe (wichtige Funktionäre, etc.) hat «und kann sie jederzeit abberufen». Beispiel Alexander Djukow: Der Gazprom-Russe sitzt frisch und fröhlich weiterhin in der UEFA-Exekutive. Gazprom ist zwar aus dem europäischen Fussball eliminiert worden, der Putin-Anhänger in der Regierung des Europäischen Verbandes dirigiert aber weiterhin den europäischen Fussball von Nyon aus mit. Der Verein IOK und die Verbände müssten also nur wollen und der Sport wäre von Funktionärinnen und Funktionären russischer Nationalität gesäubert. Das ist natürlich alles eine schöne (Rechts-)Theorie. Mit den Sportfunktionären verhält es sich nämlich wie mit den Oligarchen, welche die Vorzüge der westlichen Welt geniessen und so vor allem sich selber nur Gutes tun.

Mit Schweizer Präzision zur 15. Olympia-Medaille

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(causasportnews / red. / 9. März 2022) «Wir wollen 15 Medaillen holen». – Das war die Kampfansage der Schweizerischen Olympia-Delegation vor Beginn der Winterspiele vom 4. – 20. Februar in Peking. Dieses Ziel ist nun nach Beendigung des Grossanlasses exakt erreicht worden, gleichsam mit Schweizer Präzision also. Der Internationale Skiverband (FIS) hat der Skicross-Bronzemedaillen-Gewinnerin Fanny Smith nach einem Tauziehen im Rechtsbehelfsverfahren die bronzene Auszeichnung im Skicross zugesprochen und die Disqualifikation der bald 30jährigen Athletin aufgehoben. Die Schweizerin, so die FIS-Berufungskommission, habe im Wettkampf die Deutsche Daniela Maier nicht behindert. Das Verdikt der Kampfrichter fiel nach dem Lauf in Peking überraschend aus. Vor allem auch deshalb, weil die Schweizer Mannschaft den Jury-Entscheid als von Gott gewollt hinnahmen und erklärte, das Verdikt sei sportlich zu akzeptieren. So liess sich Daniela Maier als glückliche Bronze-Medaillen-Gewinnerin feiern. Sie wusste gar nicht, wie ihr geschah, denn die meisten Betrachter vor Ort sahen in der Aktion von Fanny Smith nie und nimmer eine absichtliche Behinderung der Gegnerin; «Sidekick» wurde diese vermeintlich unsportliche Aktion benannt. Nachdem die Schweizer Team-Verantwortlichen regelrecht dazu geprügelt werden mussten, nach dem Disqualifikationsentscheid die Rechtslage zu checken, ist der Athletin nun doch Genugtuung widerfahren und wurde dem Schweizer Team der Prognose-Volltreffer mit Blick auf Olympia ermöglicht. Wenigstens einstweilen. Im Moment prüfen die Deutschen, ob gegen den FIS-Entscheid der Internationale Schiedsgerichtshof (TAS) angerufen werden soll. Eine zugesprochene Medaille wieder abzugeben ist nicht nur für die betroffene Athletin hart. Ziemliche Schweizer Prognose-Präzision also im Moment, könnte diese Situation aktuell bezeichnet werden.

Die Ohnmacht gegenüber dem Krieg

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(causaportnews / red. / 7. März 2022) Seit mehr als zehn Tagen bekriegt Russland die Ukraine. Die aktuelle Situation ist desaströs. Die Aggression Russlands bewegt die ganz Welt; «Corona» ist trotz erneut steigender Zahlen wie weggeblasen. Der Wettkampf-Sport interessiert allgemein nur noch marginal; er wird allenfalls national oder regional beachtet. Die aktuellen Paralympics werden als das entlarvt, was sie seit jeher waren: Eine mundiale Pseudo-Sport-Veranstaltung, welche Menschen mit Beeinträchtigungen ins Abseits stellt. Deshalb gilt der «Olympische Friede» für die Paralympics, die derzeit in Peking durchgeführt werden, nicht. Doch der Sport war für totalitäre Herrschaften seit jeher von Bedeutung; und ist es immer noch. So war es 1936, als der «Führer» die Nation in Garmisch-Partenkirchen und in Berlin auf die Perpetuierung sportlicher Auseinandersetzung auf den Schlachtfeldern der Welt trimmte, gemäss Devise: Totaler Krieg. So ist es auch jetzt wieder: Kaum waren die Olympischen Winterspiele im russischen Sotchi 2014 vorbei, begann Russland mit der Annexion der Krim. Die Winter-Wettkämpfe am Schwarzen Meer gingen mit Bezug auf Russland auch unrühmlich als «Doping-Spiele» nicht nur in die Sportgeschichte ein. 2018 versammelte sich dann die Fussball-Welt zur Weltmeisterschafts-Endrunde – in Russland! Das Land mit seinem totalitären Regime sah sich durch die Sportwelt in seinen Bestrebungen bestätigt. Jetzt, nach Abschluss der Olympischen Winterspiele am 20. Februar 2022, setzte Russland vier Tage später zum Überfall auf die Ukraine an. Es tobt seither ein sinnloser, zerstörerischer und menschenverachtender Kampf, angezettelt von einem dem Totalitarismus zugeneigten Herrscher, der allerdings von einem Terror-Regime und Sympathisanten innerhalb und ausserhalb Russlands getragen wird. Dazu gehören auch die West-Sozialdemokraten und kommunistisch ausgerichteten Russland-Orientierten und Supporter. Diese demonstrieren derzeit vor allem in Westeuropa für den Frieden, aber nicht etwa gegen den russischen Feldzug; eben ideologie-neutral ad pacem. Die gleichen Kreise sind dafür verantwortlich, dass die Armeen in Westeuropa nun nicht mehr abwehrtauglich, geschweige denn angriffsfähig sind. Nun wird die beschönigende Mär vom «Kaputtsparen» bezüglich der Streitkräfte herumgeboten. Es wurde jedoch durch Friedensromantiker und Lifestylesozilisten einzig und alleine die Wehrbereitschaft des Westens zerstört. Der Ukraine wird nach wie vor Hilfsbereitschaft seitens des Westens vorgegaukelt; es ist das Schlimmste für ein Land, das bekriegt wird, wenn von ausserhalb das «Prinzip Hoffnung» suggeriert wird und keine Taten folgen. Ausser schönen Worten ist vom Westen in Sachen Unterstützung der im Stich gelassenen Ukraine gar nichts zu sehen und zu erwarten. Den Flüchtlingen wird geholfen – und denen, welche die Ukraine nicht verlassen können oder wollen? Der Westen ist sack-schwach, ebenso die USA, die sich vornehm zurückhalten. So hat Russland bezüglich westlicher Aktivitäten auf der Seit der Ukraine gar nichts zu befürchten; wahrscheinlich wird aber auch die Wehrkraft der Russen massiv überschätzt: Sie verfügen allerdings über brutale Waffen und scheuen sich auch nicht, einen Atom-Schlag zu riskieren. Zwar wird in der westlichen Welt wacker Solidarität mit der Ukraine beschworen; aber ausser Sanktionen gegen Russland, die auch wichtig sind, kommt gar nichts. Die russischen Oligarchen im Westen feiern weiter ihre Feste und bringen alles, was ihnen lieb und teuer war und ist, in Sicherheit. Wladimir Putin und seine Mit-Streiter brauchen sich um die in den letzten Jahren aus Russland geschafften Vermögenswerte nicht zu sorgen. Auffällig ruhig verhalten sich die «Grünen», welche der Öko-Katastrophe, die von Russland mit dem Angriff heraufbeschworen wird, wort- und tatenlos zuschauen.

Zufolge der Interdependenzen zwischen Sport und Politik ist die weltweite Isolation des Sportes von eminenter Wichtigkeit. Diese funktioniert einigermassen, obwohl Russland-treue Länder und feige Sport-Funktionäre (immer) noch zum Herrscher im Kreml halten. Der SPD-Mann Gerhard Schröder verkörpert mit seiner Haltung etwa auch den Prototypen des opportunistischen Sportfunktionärs. Schuld an allem beim renitenten Putin-Freund soll jedoch u.a. der Weinkonsum sein, wie einigen Medin zu entnehmen ist. Deshalb wehrt sich wohl auch die eine oder andere Ex-Frau des Ex-Kanzlers für den in Deutschland zur persona non grata mutierten Russen-Freund; Züge des «Führers» seien bei Putin nicht zu erkennen, noch weniger sei das immer noch eingeschriebene SPD-Mitglied als dessen Sympathisant zu qualifizieren. Derweil wird in dieser Phase der Ohnmacht gegenüber dem von Russland geführten Krieg der Hass gegen die Aggressoren im Westen immer markanter. Melanie Molitor etwa, die Mutter der Tennis-Legende Martin Hingis, die am Zürichsee eine Tennisschul betreibt, forderte Eltern dazu auf, ihr Kinder nicht mehr zum Tennisunterricht zu ihr zu schicken, falls sie russischer Nationalität seien. Die 65jährige, gebürtig Tschechin erlebte 1968 den Einmarsch der Warschauer Pakt-Truppen in ihre Heimat. Seither macht die Mutter von Martina Hingis keinen Hehl aus ihrer Verachtung gegenüber allem Russischen. Allerdings ist sie auch keine glühende Ukraine-Verehrerin, denn immerhin marschierten damals auch ukrainische Truppen in die ehemalige Tschechoslowakei ein…

Die (Sport-)Welt in Schockstarre

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(causasportnews / red / 3. März 2022) Wieder einmal geht ein Gespenst um in Europa. Es ist aktuell das Gespenst des Krieges, der vor über einer Woche von Russland entfesselt wurde und jetzt mit dem Angriff auf ein Atomkraftwerk in der Ukraine eine neue Eskalationsstufe erreicht hat. Russland ist zu allem fähig und wird nicht davor zurückschrecken, auch zum Preis der Selbstzerstörung, nicht nur die westliche Welt in Asche und Trümmer zu legen. Die Welt ist ratlos, wie dieser Aggression, die ein modernes Abbild dessen ist, was sich 1939 auf dem Kontinent und danach sukzessive in der Welt ereignet hat, begegnet werden könnte. Nachdem nun die Bedrohung auch Europa erfasst hat und der von Russland angezettelte Krieg keine innerstaatliche Angelegenheit des Angreifers und des Angegriffenen mehr ist, dürfte es abzusehen sein, dass dem mundialen Terror nur noch mit Gewalt beizukommen ist. Wer Gewalt sät, wird die Folgen dieses Tuns zu spüren bekommen. Das sieht nicht nur die Bibel so. Oder anders: Das Gespenst, das nun umgeht in Europa, ist in seiner Entfaltung durch diejenigen Kreise begünstigt worden, die sich das alles, auch das aktuelle Gespenst in Europa, so nicht vorgestellt haben und nun sogar kleinlaut und contre coeur verkünden müssen, Aufrüstung tue not – Frieden lässt sich bedauerlicherweise nicht dadurch realisieren, dass sich die Bedrohten zur Bildung von Lichterketten treffen und Abrüstung auf Kosten der Wehrbereitschaft erzwungen wird.

Die Ursache des aktuellen Übels ist beileibe nicht nur auf ein terroristisches Regime und auf einen einzigen Mann zurückzuführen, wie das dem Kommunismus nahe Kreise weltweit suggerieren. Eine Individualperson ist auch nicht in der Lage, eine solche Katastrophe anzurichten. Es braucht Regime-Treue, Sympathisanten, Claqueure, Parasiten und Gesinnungsgenossen und -täter innerhalb und ausserhalb einer kriegsführenden Nation. Diese bilden den Nährboden, vom dem aktuell die Gewalt aus Russland ausgeht. Es sind die Gesinnungsaktivisten aus Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur, die sich aktuell vom Anführer im Kreml partout nicht einmal klar distanzieren wollen: Der Herrscher in Weissrussland, die von Russland durch permanenten Geldsegen bei Laune gehaltenen Regierungen, die Oligarchen, die ihre zusammengestohlenen Vermögen in der ganzen Welt verstecken (oder, um ihre Haut und die Privilegien im Westen weiterhin geniessen zu können, ihre Fussballklubs geradezu verschenken, wie etwa Roman Abramovich), es sind Stars und Künstler (wie diese Woche Anna Netrebko), es sind Sport-Funktionäre, wie Thomas Bach (IOK) oder Gianni Infantino (FIFA) oder der Ex-IIHF-Präsident René Fasel. Ein besonders penibles Bild bietet, nicht unerwartet, der ehemalige Deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ab, der von seinem SPD-Gesinnungsgenossen und aktuellen Bundeskanzler Olaf Scholz im staatlichen Fernsehen soeben geradezu angefleht wurde, sich vom Kreml-Herrscher und Kriegstreiber zu distanzieren und seine Partei-Mitgliedschaft abzugeben. Das macht er natürlich nicht, wobei ihm wohl zu Gute zu halten ist, dass er das Russen-Geld sicherlich braucht, um die pekuniären Folgen seiner vier gescheiterten Ehen zu mildern. Damit hängt wohl auch zusammen, dass sich der Schweizer Ringier-Medien-Konzern Gerhard Schröder immer noch als Berater (sic!) hält. Auf jährlich eine Million an Honoraren will der lustige Ex-Kanzler nicht einfach verzichten. Die Ringier-Medien, ideologisch pseudo-sozialistisch ausgerichtet, brüsten sich in der Schweiz damit, die Regierung am Gängelband zu führen. Staat, opportunistische und kungelnde Medien, zwielichtige Gestalten aus Wirtschaft und Politik bilden seit geraumer Zeit unheilige Allianzen. Apropos Sozialdemokratie: Diese verhält sich in Europa auffallend ruhig und zurückhaltend, wenn es um den Krieg, den Russland führt, geht. Ist ja auch alles mehr als peinlich, dass die Genossinnen und Genossen miterleben müssen, was ihre Genossinnen und Genossen derzeit in Russland und in der Ukraine so alles anstellen. Nach wie vor vereinen sich Gesinnungsgenossinnen und -genossen aller Länder. Die Sozialisten und die Linken im Allgemeinen äussern sich dann auch nicht entschieden gegen den von Russland angezettelten Krieg, sondern sie treten unverbindlich und feige lapidar für den Frieden ein. «Sprachregelung» wird so etwas genannt. Es ist eben Krieg, und man geht hin. Die Vorstellung, es sei Krieg und keiner würde hingehen, wäre zu ideal.

Die Welt befindet sich nach über einer Woche Krieg in Schockstarre und wird wohl bald eine Ausdehnung von Krieg, Leid und Elend erleben. Nach wie vor hält die zuvor nicht einmal ansatzweise feststellbare Solidarität der zivilisierten Staatengemeinschaft gegenüber dem Aggressor an. Nach einem Hin und Her werden die nun in Peking ausgetragenen Paralympics ohne die Mannschaften Russlands und Weissrusslands stattfinden. Na dann auf geht’s, nach Peking, ins Land des anderen idealisierten Kommunismus’. Der «Olympische Frieden» galt auch nur für die «richtigen» Winterspiele 2022. Nüchtern betrachtet lähmt der Krieg durchwegs den Sport, vor allem in seinen internationalen Dimensionen. Und das ist gut so, würden nicht nur die altbekannten Kreise sagen.

Sport-Agenda diktiert Krieg und Frieden

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(causasportnewes / red. / 25. Februar 2022) Noch keine Woche ist es her, seit das Olympische Feuer in Peking erloschen ist; und schon herrscht ein grausamer Krieg in Europa. Was kalkulierbar und evident war, wurde leider traurige Tatsache: Die Sport-Agenda diktiert Krieg und Frieden. Es war zwar nicht selbstverständlich, dass Wladimir Putin das eherne Gesetz, dass während den Olympischen Spiele kriegerische Handlungen zu ruhen haben, befolgen würde. Der Diktator und Kriegstreiber ist so unberechenbar wie jede Medaillen-Prognose. In den letzten Tagen war die Welt hauptsächlich damit beschäftigt zu eruieren, was der Kreml-Herrscher mit seinen abstrusen Äusserungen und wirren Gedankengängen wohl meinen könnte; das aufgedunsene Gesicht des ehemaligen KGB-Agenten liess schlimmes erahnen. Nicht mehr die Fakten zählten, sondern das Kaffeesatz-Lesen in den Niederungen diktatorischer Gefilde. Es wiederholt sich heute die Geschichte in Europa, die sich letztmals in dieser drastischen Form am 1. April 1932 zutrug, als der irre «Führer» am 1. September 1939 Polen überfiel und damit einen Flächenbrand in Europa und in der Welt entfachte. Wie damals, schaut heute die Welt tat- und machtlos zu. Hilflos und gedemütigt nahmen in den letzten Tagen Politikerinnen und Politiker jeglicher Schattierung am langen Tisch des selbstgefälligen Diktators im Kreml Platz und liessen sich verzwergen, vorführen und zu Polit-Clowns degradieren. So war es auch vor und im Jahr 1939. Schwache Politikerinnen und Politiker ermöglichen das Wirken von Diktatoren jedwelcher Schattierung. Die Politik im Westen gibt in der «Causa Russland» ein jämmerliches Bild ab. Es gibt, wie in solchen Situationen, offenbar kein Mittel gegen Aggressoren, die zur Erfüllung ihrer angeblichen Missionen Leichenberge und menschliches Elend in Kauf nehmen. Uneinige, schwache, egoistische und wankelmütige Politikerinnen und Politiker auf der ganzen, westlichen Welt begünstigen, dass nun nach rund 80 Jahren ein tragischer Russland-Feldzug in umgekehrter Richtung stattfindet. Idealverstecke, um nicht Farbe bekennen zu müssen, bilden wirtschaftliche Interessen, mangelnde Courage, Unfähigkeit, Feigheit und teils auch das Verschanzen hinter Neutralitätsduseleien (wie in der Schweiz). Im Gegensatz zum Drama, das 1939 seinen Anfang nahm und bis 1945 die Welt beherrschte, kann heute nicht einmal mehr auf potentielle Stauffenberg’s gesetzt werden. Mit der russischen Aggression wird, ein schwacher Trost, die Grundweisheit, dass jede Generation einen Krieg durchzustehen hat, bestätigt. Boykotte scheinen heute das einzige Mittel zu sein, um der russischen Aggression entgegenzuhalten; dabei wird konkret das Volk bestraft, nicht aber der Diktator. Eine andere Grundweisheit ist allerdings, dass Diktaturen ihre Legitimation vor allem auch in kommunistischen Demokratien kraft des durch Mehrheiten geschaffenen positiven Rechts erhalten. Recht und Moral finden dann allerdings auf zwei verschiedenen Ebenen statt.

Wie sehr sich Russland doch in kurzer Zeit verändert hat! Vor knapp vier Jahren stand im prächtigen Land der grösste und beste Sportanlass, den sich die Welt vorstellen kann, vor der Türe; bzw. putzte sich Russland für das Ereignis, das dann vor allem propagandistisch genutzt und ge- oder missbraucht wurde, heraus. Vier Jahre vor der Fussball-WM-Endrunde 2018 trug die «Olympische Familie» ihre Wettkämpfe in Sotschi aus; die Krim-Annexion im selben Jahr 2014 ist heute weit weg. Wegen Staatsdopings wurde Russland danach im Weltsport kaltgestellt, aber eigentlich doch nicht so ganz. Als Nationalmannschaft nahm die russische Mannschaft etwa an den vor knapp einer Woche beendeten Winterspielen in Peking nicht teil. Das als politisch agierende, wankelmütige Internationale Olympische Komitee (IOK), ein Verein mit Sitz in der Schweiz, liess das Land dann doch zu, unter dem (Umgehungs-)Titel «Team ROC» (Russian Olympic Committee). Gradlinigkeit und konsequentes Handeln sind nicht gerade die Attribute des IOK. Deshalb wird der Sport mit seinen schwachen und mutlosen Funktionären und Protagonisten nicht zum sportlichen Gegenschlag gegenüber den russischen Aggressoren antreten. Die Binsenweisheit, dass die Sport-Agenda Krieg und Frieden diktiert, scheint weit weg zu sein. Oder doch nicht? Etwas Hoffnung belässt im Moment der Europäische Fussballverband (UEFA). Er will Russland den vielbeachteten Champions League-Final vom 28. Mai 2022 in St. Petersburg in Russland entziehen. Ein Land, das einen ungerechtfertigten, brutalen Offensiv-Krieg führt, soll also nicht noch mit der Austragung eines der grössten Sportanlässe belohnt werden! Der Sport und die Sportpolitik könn(t)en bewirken, die russische Aggression wenigstens ein bisschen zu bekämpfen. Wladimir Putin trägt allerdings nur zufälligerweise den fast identischen Namen wie Grigori Rasputin

«Medaillenspiegel» lügen nicht…

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(causasportnews / red. / 23. Februar 2022) Nach Abschluss der Olympischen Winterspiele in Peking nehmen die Nachbearbeitung der Wettkämpfe breiten Raum ein. Im Vordergrund steht dabei der «Medaillenspiegel» (relevant ist die Anzahl der goldenen Auszeichnungen), der mit Blick auf die 109 Medaillensätze Interessantes vermittelt: Die mit Abstand erfolgreichste Nation ist Norwegen mit insgesamt 37 Medaillen (16 goldene Auszeichnungen); Deutschland belegte den zweiten Platz (27 Medaillen; 12 Goldmedaillen). Österreich rangiert auf Platz sieben (18 Medaillen; 7 Goldmedaillen), einen Rang vor der Schweiz (14 Medaillen; 7 Goldmedaillen); die Schweiz platzierte sich knapp vor dem Team Russlands (ROC, 32 Medaillen; 6 Goldmedaillen). «Medaillenspiegel» lügen nicht, oder höchstens ein wenig.

Erklärtes Ziel der Schweiz war es, in Peking 15 Medaillen zu gewinnen. Es hätte durchaus einen Prognosen-Volltreffer absetzen können, doch wurde der Gewinn der 15. Medaille auf unglückliche Art und Weise vergeigt. Fanny Smith, die ambitionierte Freestyle-Sportlerin, wurde regelrecht um die Früchte ihrer Arbeit im Schnee gebracht. Erst Tage nach dem Verdikt wurde seitens Swiss Ski Rekurs beim Internationalen Skiverband (FIS) eingelegt. Es ist nicht auszuschliessen, dass dereinst der Internationale Sport-Schiedsgerichtshof in Lausanne (TAS) darüber befinden wird, ob der Schweiz im «Medaillenspiegel» von Peking noch die 15. Medaille gutgeschrieben wird. Apropos Schweiz: Die 14 Medaillen (davon 7 goldene Auszeichnungen) wurden ausschliesslich im Skisport errungen. Was bedeutet: Die Schweiz ist ausserhalb des Skisports zur «tote» Wintersport-Nation geworden. Früher waren etwa die Bob-Fahrer, die Langläufer und Skispringer sichere Medaillenwerte. Davon ist nichts mehr übrig geblieben. Aus dem «Medaillenspiegel» kann herausgelesen werden, dass der Wintersport in der Schweiz nur noch auf den Skipisten stattfindet. Was zudem auffällt: In Peking gelangten 109 Medaillensätze zur Verteilung, sieben mehr als 2018 in Pyeongchang (in Sapporo 1972 waren es lediglich 35 Wettbewerbe). Im Vergleich zu Sapporo (1972) mit 10 gewonnenen Medaillen in 35 Wettkämpfen hat sich die Schweiz in Peking mit 14 Medaillen in 109 Wettkämpfen gesamthaft und verhältnismässig massiv verschlechtert. Durchwegs Konstanz weist Norwegen auf: Die Nordländer führen die Wertungen Anzahl Medaillen (37), Medaillen pro Athlet/in (84; 0,440), Medaillen pro Einwohner (5,511 Einwohner in Millionen; 6,71 pro eine Million Einwohner) an. Nur nach dem Bruttoinlandprodukt liegt Slowenien an der Spitze…, vor Norwegen. Nochmals zur Schweiz: Mit total 15 Medaillen waren die Wettkämpfe in Südkorea 2018 die erfolgreichsten Winterspiele für das Skisportland im Herzen Europas. 1972 gewannen die Eidgenossinnen und Eidgenossen 10 Medaillen. Die Peking-Wertung Medaillen pro Einwohner gewinnt Norwegen vor Slowenien, Österreich, Schweden und der Schweiz. Die Wertung Anzahl Medaillen geht an Norwegen (37 Medaillen). Danach folgt das Team Russland (32 Medaillen), auf Platz drei kommt Deutschland mit 27 Medaillen.

Olympia 2022 ist Geschichte – nun bangt die Welt

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(causasportnews / red. / 20. Februar 2022) Die Welt atmet auf und bangt dennoch. Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking sind Geschichte. Der unter dem Damoklesschwert von «Corona» durchgezitterte Grossanlass konnte einigermassen unbeschadet zu Ende geführt werden. Flächendeckende Freude kaum jedoch während der zwei Wettkampf-Wochen kaum je auf. Zu stark dominierte neben der Pandemie die Sorge um den sog. «Ukraine-Konflikt». Wie voraussehbar (causasportnews vom 28. Januar 2022), hielt der «Olympische Friede» durch und durch, und es war an sich klar, dass Wladimir Putin seinem chinesischen Pendant Xi Jinping diesen Propaganda-Anlass nicht durch einen Krieg mit der Ukraine während der Wettkämpfe verderben wollte; das war schon evident, als der russische Machthaber zur Eröffnungsfeier nach Peking reiste und vor der sonst abwesenden Polit-Prominenz aus aller Welt Präsenz markierte (causasportnews vom 8. Februar 2022). Dass das Ruhen kriegerischer Auseinandersetzungen während Olympia nicht nur eine Legende ist, demonstrierten zwei Freestyler kurz vor dem Abschluss der Wettkämpfe, als sich der zweitplatzierte Ukrainer Oleksandr Abramenko und der Bronze-Medaillengewinner Ilya Burov nach getaner Arbeit im Schnee umarmten und herzten. Logisch, dass diese Geste zwischen zwei Sportlern einen Eklat auslösten. Zu stark dominiert nun erneut und verstärkt die Angst, was die Russen mit den zusammengesetzten Truppen an der Grenze zur Ukraine jetzt wohl anstellen würden. Die verbreiteten Angst-Psychosen und Hysterien des Westens sowie die glücklicherweise bis jetzt nicht Tatsache gewordenen Prophezeiungen (vor allem seitens der USA unter Führung eines deroutierten Präsidenten) über einen Einmarsch der Russen in der Ukraine belassen dem Kreml-Herrscher an sich nur eine Option, um dem Desaster ohne Gesichtsverlust zu entkommen. Die auf diese Weise ungewollt, jedoch naiverweise zu Kriegstreibern gewordenen West-Politiker haben wohl die gesicherte, historische Erkenntnis geradezu ausgeblendet, dass Despoten und Diktatoren nicht den Krieg lieben, aber den Kriegszustand. Zudem haben wir noch die «Corona»-Pandemie, von den Politikern zwar umfassend als beendet erklärt, zumindest verdrängt – trotz Fallzahlen in schwindelerregender Höhe. Die groteske Geschichte hierzu lieferte der Schweizer Bundespräsident und gelernte Arzt Ignazio Cassis, der vor kurzem die Pandemie für beendet und besiegt erklärte, einen Tag später aber kleinlaut verkünden musste, nun selbst vom Infekt befallen zu sein. Sagte es und verschwand in die Isolation.

Weil die Zukunfts-Perspektiven für die Welt in vielerlei Hinsicht nicht gerade als rosig zu qualifizieren sind, sei noch ein kurzer Rückblick der etwas anderen Art auf den Grossanlass in China gestattet. Die Spiele wurden überschattet von lediglich drei richtigen Doping-Fällen. Zwei Ukrainerinnen (!) und Hossein Saveh Shemshaki aus dem Iran blieben in den Fängen der Dopingfahnder hängen. Tragisch und skurril mutet der nach wie vor schwelende Dopingfall der 15jährigen Russin (!) Kamila Walijewa an, die das öffentliche Trommelfeuer um ihre Person nicht ertrug und im Eiskunstlauf-Wettbewerb in Peking brutal abstürzte. Nicht auszudenken, wenn die junge Russin noch eine Medaille gewonnen hätte. Russland zum letzten: Die Mannschaft aus dem Reiche Wladimir Putins trat in Peking nicht als nationale, russische Delegation auf, sondern unter der Bezeichnung «ROC» (Russisches Olympisches Komitee). Wegen der Dopingskandale um Russland nach den Olympischen Winterspielen im russischen (!) Sotschi 2014 darf Russland derzeit nicht mehr als Nationalmannschaft an Anlässen, wie den Olympischen Spielen, teilnehmen. Der Doping-Bann könnte sich verlängern, falls sich in der Affäre um Kamila Walijewa einmal ergeben sollte, dass in Russland nach wie vor Staatsdoping praktiziert wird.

Nun, wie heisst es so schön im Sport: Positive Erinnerungen bewahren, aber immer optimistisch in die Zukunft schauen! Mit Blick auf den nächsten grossen Sportanlass in diesem Jahr ist eine gehörige Portion Optimismus unabdingbar. Dass die Fussball-Weltmeisterschaftsendrunde im Winter dieses Jahres in Katar vor allem den Präsidenten sowie den Finanzchef des Weltverbandes FIFA erfreuen wird, ist zumindest eine herausragende, sportliche Zukunftsperspektive…