Archiv für den Monat April 2017

Courant normal: Verbrechen statt Terrorismus

(causasportnews / red. / 26. April 2017) Seit Gewissheit darüber herrscht, dass die Attacke gegen den Bus der Fussballmannschaft von Borussia Dortmund am Dienstagabend des 11. April 2017 ein Verbrechen war, jedoch kein terroristischer Anschlag international tätiger Aktivisten auf den Sport, herrscht so etwas wie Erleichterung innerhalb und ausserhalb der Sportwelt. An „gewöhnliche“ Verbrechen Weiterlesen

Nachtreten gegen Cristiano Ronaldo

hand-819279_1920(causasportnews / red. / 24. April 2017) Obwohl die (alte) Geschichte kaum Wellen geschlagen und den Betroffenen auf dem internationalen Fussball-Parkett alles andere als gelähmt hat, legt das Deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ nach der schmerzhaften Niederlage des FC Bayern gegen Cristiano Ronaldos Real Madrid im Champions League-Viertelfinale in der neusten Nummer (17/22. 4. 2017) nochmals nach: Die Vergewaltigungsbehauptung Weiterlesen

100% Festlaune – 0% Alkohol

blume_rimuss2.jpg(causasportnews / red. / 21. April 2017) Dass, wo auch immer, Gelder veruntreut werden, kommt vor. In der Regel wird zwecks Eigengebrauchs delinquiert. Im Zusammenhang mit dem Sport ist es allerdings nicht selten so, dass Gelder in Unternehmungen abgezweigt werden und diese Mittel dann in den Sport fliessen. Der Sport bietet eine Bekanntheits-Plattform, und der Fussball-Präsident, von dem ein grosses, finanzielles Engagement erwartet wird, kann diesen Erwartungen nicht selten nur gerecht werden, indem er sich die erforderlichen Mittel auf unlauterem Wege beschafft. Oder der Mäzen verdankt den (gesuchten) Beachtungsgrad seiner finanziellen Grosszügigkeit, obwohl er über die versprochenen Mittel schlicht nicht verfügt. So manches Sportmärchen mit entsprechender Publizität ist mit Getöse von der ungeschminkten Realität zum Platzen gebracht worden. Weiterlesen

Deutscher Klubfussball im Elend: Ronaldo-Trauma und Borussia-Schockstarre

C7(causasportnews / red. / 20. April 1017) Für die erfolgsverwöhnten Deutschen Fussballklubs bedeuteten die Viertelsfinal-Spiele in der Champions League Endstation aller Triumph-Träume. Mit insgesamt 12 Gegentoren in vier Spielen schieden Bayern München und Borussia Dortmund aus dem prestigeträchtigsten internationalen Klubwettbewerb aus. Waren nach dem Anschlag auf die Mannschaft der in einer Schockstarre befindlichen Borussen die Niederlagen gegen Monaco noch nachvollziehbar – obwohl es für Borussia Dortmund wohl auch unter „Normalbedingungen“ schwierig geworden wäre, gegen die Monegassen zu reüssieren -, präsentierte sich die Ausgangslage für Bayern München wesentlich anders. Weiterlesen

Fussball-WM-Endrunde der Männer erstmals in drei Ländern?

Zürich-FIFA_US(causasportnews / red. / 11. April 2017) Die Vergabe der Fussball-WM-Endrunde neu durch den Kongress (Verbands-Parlament, Generalversammlung) des Weltfussballverbandes FIFA statt durch die Exekutive bildete ein Kernstück der FIFA-Reformen. Nun wird die Generalversammlung der FIFA im Mai in Bahrain in der Causa „WM-Vergabe“ bereits gefordert sein. Gemäss der Traktandenliste des Kongresses will die FIFA die Weichen für eine WM-Endrunde-Austragung gleich in drei Ländern stellen. Dies ist an sich schon eine kleine Sensation, die jedoch bei Betrachtung der Kandidaten-Namen noch überraschendere Dimensionen annimmt. Weiterlesen

NBA-Professional kassiert Millionen-Entschädigung

(causasportnews / red. / 10. April 2017) Für einmal kassiert ein hochbezahlter Sport-Professional nicht auf Grund seiner sportlichen Leistungen, sondern weil ihm Unrecht widerfahren ist. Auf diese Zahlung von vier Millionen US-Dollar hätte der Schweizer DSC_0337NBA-Spieler Thabo Sefolosha zweifellos gerne verzichtet, denn die Geschichte, die zu dieser Schadenersatzleistung durch die Stadt New York geführt hat, mutet in jeder Hinsicht speziell an. –

Der 32jährige Spieler der Atlanta Hawks erlebte es in Begleitung von Mit-Spielern vor einem Auswärtsspiel in einem New Yorker Nachtklub hautnah, wie das Etablissement nach einer Messerstecherei von der Polizei geräumt wurde und diese dabei relativ unzimperlich mit Betroffenen umging. Thabo Sefolosha, Sohn einer Schweizerin und eines Südafrikanischen Vaters, geriet dabei in einen Wortwechsel mit einem Polizisten; dann wurde der über zwei Meter grosse Basketball-Star von den Beamten unsanft zu Boden gedrückt und verhaftet. Weiterlesen

Frauen am Teheraner Marathon nur als Zuschauerinnen zugelassen

(causasportnews / red. / 9. April 2017) Marathon-Läufe gibt es immer wieder und überall auf der Welt, doch der erstmals durchgeführte Teheraner Marathon von vorgestern fand unter speziellen Vorzeichen statt: Frauen wurden nicht zugelassen, durften aber den Männern beim Rennen über 42,195 Kilometer zuschauen und ihnen applaudieren – oder den „Ersatz-Marathon“ über zehn Kilometer (!) im Asadi-Stadion unter Ausschluss männlichen Publikums bestreiten…

Dass Sportveranstaltungen im Iran geschlechtergetrennt durchgeführt werden, ist an sich nichts Neues. Weshalb plötzlich die Negativ-Meldungen um den Globus gingen, Frauen würden in der iranischen Metropole zum Rennen über die klassische Marathon-Distanz nicht zugelassen, ist nicht genau nachvollziehbar. Von Diskriminierung, Verletzung des religionsneutralen Sportprinzips und von politischer und islamischer Einflussnahme durch die Regierung in Teheran war die Rede. Sportminister Massud Solanifar bekräftigte jedoch, ein Marathon mit Männern und Frauen im gleichen Startfeld sei gar nie geplant gewesen. Davon wollten verschiedene Frauen nichts wissen und gaben zumindest ihrem Erstaunen und ihrer Enttäuschung darüber Ausdruck, dass sich der Sport auf diese Weise dem islamischen Diktat beuge. Die erste, geschlechts-getrennte Lauf-Veranstaltung in Teheran über die Marathon-Distanz dürfte kaum eine gezielte Diskriminierung der Frauen gewesen sein, sondern ein Abbild der in diesem Land herrschenden, vom praktizierten Islam beherrschten Lebensumstände. Diese werden im Iran so verstanden, dass Frauen und Männer zwar zusammen Sport treiben dürfen; joggende Pärchen sind etwa in Teheran keine Seltenheit. Frauen dürfen aber beispielsweise keine Wettkämpfe von Männern in Sportstadien und Sporthallen besuchen.

Offenbar beabsichtigte der Iranische Leichtathletikverband ursprünglich, Frauen zum Marathon zuzulassen, falls sie sich dabei an die islamische Kleiderordnung halten würden. Letztlich dürfte sich aber die strikte dem Islam zugeneigte Regierung mit einem Startverbot für Frauen durchgesetzt haben. Keine Chance auf ein Visum hatten 28 amerikanische Läufer, die in Teheran starten wollten. So nahmen schliesslich rund 700 Männer den Teheraner Marathon in Angriff, unter ihnen ungefähr 200 Ausländer. Das Rennen verlief unspektakulär, der Name des Siegers blieb Nebensache.