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Ein Hauen und Stechen im Münchner Nobelklub

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(causasportnes / red. / 26. November 2021) Gar nicht nobel ging es anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung des FC Bayern München am Donnerstagabend dieser Woche zu und her. Statt Einigkeit und Frieden herrschte das Chaos, und es geschah das, was die graue Eminenz im Klub, Uli Hoeness, als «einmalig» im FC Bayern München bezeichnete. Vordergründig ging es um Katar,  «Corona» (Joshua Kimmich) sowie um Geld und Geist, unmittelbar aber um einen Aufstand der Fan-Basis gegen das Fussball-Establishments, der zu einem veritablen Hauen und Stechen ausartete. Das gab es in der Tat noch nie: Johlende und pöbelnde Mitglieder, niedergeschriene und verbal niedergemachte Klub-Funktionäre, wüste Beschimpfungen hüben und drüben. Die Versammlung des FC Bayern wurde zum Kampfplatz zweier unversöhnlicher Parteien im Revolutions-Modus. Es zeigte sich, dass in München das bisherige Zwei-Klassensystem in diesem kommerziellen Sport-Segment nicht mehr zu halten sein wird. Das Klub-Management musste in diesen Stunden die Realität akzeptieren und erkennen, dass es sich in den letzten Jahren zu stark von der Basis entfernt hatte – kommerziell und ideell. Die Erinnerungen an die letzten Tage der DDR kamen hoch, als eine künstlich am Leben gehaltene Organisation, geführt von einer dem Volk entrückten Funktionärs-Kaste, irreparabel zusammenkrachte. Die «Bornholmer Strasse» mutierte gleichsam zur Münchner «Säbener Strasse». Im FC Bayern München wird es nie mehr so sein, wie es einmal war («mia san mia»).

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Antrag des Vereins-Mitglieds und Juristen Michael Ott, der die Behandlung des Streitthemas «Verlängerung des Sponsoring-Deals FC Bayern – Qatar Airways» gegenüber der renitenten Klub-Führung vor Gericht erzwingen wollte (causasportnews vom 23. November 2021). Dort scheiterte er allerdings zuletzt wenige Stunden vor Beginn der Versammlung auch am Landgericht München, entfesselte jedoch mit seinen Antragsbestrebungen die Revolutionskräfte im Klub und läutete damit den Untergang der bisherigen Führungskultur im Klub ein. Ungewollt zu Hilfe eilten ihm dabei die teils unsensiblen Top-Funktionäre des FC Bayern München, die immer noch nicht erkannt hatten, dass ihnen die Führung des Klubs nur anvertraut ist und dieser nicht als Individual-Spielwiese zu betrachten ist. Zum Begehren von Antragsteller Michael Ott meinte zwar das Landgericht München (und setzte den Klub formell ins Recht), dass zur Behandlung des Themas «Qatar Airways» die Hauptversammlung nicht zuständig sei (sondern das Klub-Präsidium), doch war das für die Mitglieder und Fans das Zeichen zum Sturm auf die Münchner Fussball-Götter. Die Normen sprachen nach den Entscheiden der von Michael Ott angerufenen Gerichte für den Klub, die Fakten letztlich für die Mitglieder.

Ball auch juristisch flach halten im FC Bayern München

(causasportnews / red. / 22. November 2021) Es wäre übertrieben zu sagen, der FC Bayern München weise derzeit sportlich einen Super-Lauf auf. Trotz des Messias’ auf der Trainerbank. Aber gegen den FC Augsburg aus dem eigenen Bundesland darf man ja auch mal verlieren. Dennoch, die Bayern führen die Bundesliga-Tabelle immer noch an, wenn auch mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf Borussia Dortmund. Ob das auch mit den Kader-Absenzen zu tun hat? Absenzen auch deshalb, weil sich einige Top-Akteure, die sich partout nicht impfen lassen wollen, immer wieder in die «Corona Quarantäne» begeben (müssen)?- In dieser Frage hielt sich das Bayern-Management bis vor kurzer Zeit bedeckt. Ball flach halten, wird das in der Kicker-Branche genannt. Jetzt ist den Bossen des Münchner Nobel-Klubs aber der Geduldsfaden gerissen. Nachdem bilaterales Einwirken auf renitente Spieler und stundenlange Einzelgespräche nicht gefruchtet haben und die Pleite in Augsburg wohl doch Auswirkungen bis nach München zeitigt, hat die Klub-Führung ein Machtwort gesprochen: Wer als ungeimpfter Fussball-Professional (Arbeitnehmer) in «Quarantäne» muss und deshalb dem Klub (Arbeitgeber) nicht zur Verfügung steht, soll künftig für die Zeit der Abwesenheit kein Salär mehr beziehen können. Joshua Kimmich, Serge Gnabry & Co. verstehen wohl nur die Sprache des Geldes. Selbstverständlich rufen solche Massnahmen die Juristen auf den Plan. Deutsche Arbeitsrechtler sind der Meinung, dass die verschuldete Hinderung an der Erbringung der Arbeitsleistung zur Lohneinstellung führen darf. So wäre es auch in der Schweiz: Muss ein Sportler, der sich weigert, sich impfen zu lassen, in Quarantäne, also verschuldeterweise an der Erbringung seiner Arbeitsleistung verhindert ist, muss mit pekuniären Konsequenzen rechnen. Wenn die Leistung auf dem Platz nicht mehr stimmt, erträgt es keinen Spass – auch nicht wenn es um «Corona» oder die Impf-Thematik geht.

Auch in einer anderen «Causa» im Umfeld des FC Bayern München könnte es sein, dass der bis anhin flach gehaltene Ball doch noch an Fahrt gewinnt: Ein Mitglied des Vereins FC Bayern München hat fristgerecht zu Handen der Bayern-Hauptversammlung diese Woche einen Antrag eingereicht, wonach die Aktiengesellschaft des Vereins gezwungen werden soll, den bisherigen, lukrativen Sponsoring-Deal mit der Fluggesellschaft Qatar Airways nicht mehr zu verlängern (causasportnews vom 15. November 2021). Was die Münchner Klub-Oberen mit diesem Antrag zu tun gedenken, ist unklar; sie halten sich bedeckt. Auf die Nachfrage des Antragsstellers auf Zulassung des Antrags haben die Chefs an der Münchner Säbener Strasse bisher geschwiegen. Es wird vermutet, dass eben auch hier der Ball (juristisch) flach gehalten werden soll. In der Versammlung und mit entsprechender Stimmungsmache vor Ort ist es wohl einfach(er), den Antrag zu killen, vermutet der Antragsteller und Jurist. Er hat deshalb einstweiligen Rechtsschutz am zuständigen Gericht in München verlangt. Auf diese Weise soll das Bayern-Management schon vor der Hauptversammlung gezwungen werden, in dieser vor allem politisch heiklen Debatte Farbe zu bekennen. Das würde zweifelsfrei die Chancen vergrössern, dass der Antrag auf jeden Fall zugelassen wird und darüber einigermassen neutral befunden werden könnte. Affaire à suivre…

Impfverweigerer wie Risikosportler/innen?

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(causasportnews / red. / 13. November 2021) Das Thema musste kommen und beherrscht derzeit eine wichtige Diskussion mit versicherungsrechtlichen Aspekten rund um «Corona»: Wie sollen Impfverweigerer (oder Esoteriker, Querdenker, Querulanten, usw.) seitens des Versicherungsrechts beurteilt und behandelt werden, wenn sie an COVID erkranken und dadurch (teils massive) Gesundheitskosten verursachen? Einen ebenso interessanten wie diskutablen Ansatz liefert der Ökonomie-Professor Marius Brülhart. Er stellt das durchwegs hochgehaltene «Verursacherprinzip» auch bei dieser Thematik in den Raum. Es sei, so der Wissenschaftler, nun einmal eine Tatsache, dass Ungeimpfte ein viel grösseres Risiko aufweisen würden, im Spital zu landen. Die entsprechenden Kosten, oder Teile davon, sollten von diesen nicht-geimpften Personen deshalb selber getragen werden.

Die Idee für seine Theorie stützt Marius Brülhart auf die Versicherungspraxis bei Unfällen im Zusammenhang mit der Ausübung von Risikosportarten (Skifahren abseits der Pisten, Motocross, Autorennen, Extremsportarten, Kampfsport). Wer Wagnisse und Risiken eingeht, muss damit rechnen, dass Versicherungsleistungen gekürzt werden. Dass Politiker/innen diesen Gedankenspielen, die der Ökonom als «Diskussionsanstoss» verstanden haben will, nichts abgewinnen können, ist evident. Diese nutzen die Pandemie, wie die Fakten belegen, für ihre politischen Ziele aus, statt sie zu bekämpfen. Selbstverständlich sollen die Gesundheitskosten in diesem Bereich und bei derartigen Konstellationen sozialisiert werden. Was die Schlagwörter dreschenden Politiker/innen ausser Acht lassen: Dieses Risiko lässt sich über Zusatzversicherungen abdecken.

Kein Wunder, dass insbesondere die Politik diese Idee von Marius Brülhart ablehnt. Dass nun die gemäss Lifestyle-Gesellschaft ebenso Kosten verursachende «Risiko-Menschen», Unsportliche, Übergewichtige, Alkoholiker und Drogensüchtige, zum Vergleich herangezogen werden, um die Idee des Ökonomen zu killen, verwundert nicht. Dass die Haltung, sich nicht impfen zu lassen, aus freien Stücken gefasst wird und die totale Freiheit einen Preis hat, scheinen Politiker/innen offensichtlich nicht zu verstehen. Ebenso ist diesen Schwätzerinnen und Schwätzern der Umstand, dass das Risiko bei Impfverweigerern mit Zusatzversicherungen abgedeckt werden könnte, offensichtlich nicht bekannt. Die Prämien würden aber dann wohl, wie es sich im Sozialismus geziemt, selbstverständlich zu Lasten der Gesellschaft gehen. Die Freiheit des Einzelnen soll zumindest von der Allgemeinheit finanziert werden.

Eiskletterer auf Abwegen

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(causasportnews / red. / 3. November 2021) Dass die Gesetze im Kanton Wallis meist etwas anders gelebt werden als anderswo in der Schweiz, ist eine notorische Tatsache. Dass allerdings bei Gesetzesverletzungen die Dinge aus dem Ruder laufen und sich Szenen wie im Wilden Westen ereignen, kommt auch in diesem Kanton nicht alle Tage vor. Und nun ausgerechnet im Nobelkurort Zermatt, am Fuss des berühmtesten Berges der Alpen, dem Matterhorn. An der durch Zermatt führenden Fussgängermeile, in der höchstens Elektro-Transportwagen und Pferdekutschen gestattet und geduldet sind, liegt ein bekannter und beliebter Gastro-Hotspot: Die «Walliserkanne». Diese wird, bzw. wurde bis zum Wochenende, von einem Brüderpaar geführt. Das an sich wäre noch keine Meldung wert, doch ist der Restaurationsbetrieb nun urplötzlich weltweit in die Schlagzeilen geraten. Der Grund dafür ist, dass die Wirte seit Monaten offensichtlich bewusst gegen die Covid-Verordnung verstossen. Bewirtet wurden Gäste unter Missachtung der Vorschriften zur Bekämpfung von «Corona». Weil die Gebrüder weiter bockten und die Zertifikatspflicht verletzten, wurden die Behörden nun, nach langem Zuwarten, aktiv und schlossen den Betrieb. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Die beiden Betreiber des Restaurants foutierten sich allerdings darum und machten weiter. So wurde das Treiben von bewaffneten Einheiten der Polizei gestoppt, die Brüder und deren Eltern in Polizeigewahrsam genommen. Im Nobelkurort spielten sich eben Szenen wie in einem Wildwestfilm ab; die Aktion, so die Behörden, sei nicht «gewaltfrei» verlaufen. Wen wundert’s. Speziell war vor allem, dass der Eingang zum Restaurant zur Duchsetzung der Schliessungsanordnung von den Behörden mit Steinen verbarrikadiert wurde. Der Vorgang, der also in jeder Hinsicht polysportiven Charakter aufweist, ist auch noch aus einem anderen, echt sportlichen Fokus von Interesse. Bei einem der Wirte soll es sich um einen bekannten und erfolgreichen Eiskletterer, der im Zuge der Pandemie auf Abwege geraten ist, handeln; «causasportnews» ist sein Name bekannt.

Weniger das Wallis, aber vielmehr die «Üsserschwiz» (Ausserschweiz), wie die Kantonsbewohner des Wallis, die Heimat des abgetretenen und des aktuellen FIFA-Präsidenten (Josef Blatter und Gianni Infantino), die übrige Schweiz nennen, ist wegen des in aller Welt bekannten gewordenen Geschehnisses schockiert. Besonnene Geister im berühmten Kurort befürchten einen irreparablen Image-Schaden. Ischgl hängt wie ein Damoklesschwert über dem pittoresken Bergdorf am Fusse des Matterhorns. Es sei im Kurort wegen der unappetitlichen Vorfälle schon zu Stornierungen gekommen. Das provokante Treiben der Wirte der «Walliserkanne» ist schon seit Monaten bekannt. Immer mehr wurden das Restaurant und das Dorf zum Treffpunkt auch militanter Impf-Gegner. Die nicht ganz gewaltfreie Schliessung des Restaurants und die Verhaftung des Wirte-Brüderpaars hat nun eine weitherum wahrgenommene Eskalationsstufe bewirkt. Ob der Walliser Kurort nun Einbussen befürchtet? Bei «Zermatt Tourismus» hält man sich bedeckt. Die Anfragen von «causasportnews» zum Vorgang und zum Eissportler wurden nicht beantwortet, bzw. nimmt «Zermatt Tourismus» dazu keine Stellung.

Fussball: Am Schluss war «Corona» wie weggeblasen

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(causasportnews / red. / 7. September 2021) «Corona» ist im Sport nach wie vor allgegenwärtig. Nach den beiden grossen Sport-Anlässen in diesem Sommer, der Fussball-Europameisterschaft sowie der  Olympischen Sommerspiele in Tokio, Veranstaltungen, die in mehr oder weniger kompakten und wenig durchlässigen «Blasen» stattfanden, hat sich in letzter Zeit trotz steigender Infektionszahlen die Lage geändert. Auch der Sport hat mit «COVID-19» irgendwie zu leben gelernt. Das Thema «Impfen» steht dabei im Vordergrund, und das Volk soll derzeit motiviert werden, sich impfen zu lassen. Für Pro Impf-Bestrebungen werden Motivations-Spritzen aller Art (ein)gesetzt. Thüringer Würste werden als Köder ebenso ausgeworfen wie Natural-Geschenke aller Art und Geldprämien. Vor allem werden auch Sportlerinnen und Sportler in Motivations-Kampagnen für’s Impfen involviert, wobei, neben den überzeugten Impf-Willigen, die einen nicht wollen und die andern nicht können. Somit wären wir beim Fussball angelengt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Schweizer Nationalmannschaft angefragt, ob sie für eine Pro-Impf-Kampagne zur Verfügung stehen würde. «Jein», hiess es in einer ersten Stellungnahme aus dem Nationalmannschafts-Hauptquartier in Bern. Im Prinzip würden die Fussballer zur Verfügung stehen, doch sei dies nur im Rahmen einer bezahlten (Werbe)-Aktion denkbar. Womit die Diskussionen um Geld, Geist und Moral entfacht waren. Während die Diskussionen um das Thema, ob die hochbezahlten Kicker für eine (bezahlte) Impf-Werbeaktion zur Verfügung stehen sollten, in den Medien und an den wieder besser zugänglichen Stammtischen tobten, half «Kommissar Zufall», um den gordischen Knoten zu durchschlagen. Bekannt ist, dass nicht alle Kaderspieler des Schweizer Nationalteams «impfwillig» sind, bzw. gehören diese teils zu den Impf-Gegnern. So der Captain der helvetischen Kicker, Granit Xhaka – sein Vorname hat allerdings nur ansatzweise mit seinen Charaktereigenschaften zu tun. Noch tobte die Auseinandersetzung um die Involvierung der Nationalmannschaft im Rahmen der besagten Pro-Impf-Kampagne, als bekannt wurde, dass eben dieser Impf-Verweigerer Granit Xhaka zweimal positiv auf das «Corona»-Virus getestet wurde. So war dann auch diese Diskussion um eine Kampagnen-Partnerschaft mit dem Nationalteam mit einem Schlag beendet. Zum WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Italien traten die Eidgenossen mit einer gegenüber dem Europameisterschafts-Turnier stark veränderten Mannschaft an. Und siehe da, auch ohne Granit Xhaka knüpften die Schweizer an die grandiosen Leistungen der Fussball-Europameisterschaft an, als immerhin Weltmeister Frankreich aus dem Turnier gespielt wurde. Gegen den frisch gebackenen Europameister Italien resultierte ein herausragendes 0:0; Torhüter Yann Sommer, der einen Penalty der Italiener unschädlich machte, und seine Kollegen sorgten dafür, dass auf einmal nur noch der Sport im Zentrum des Interesses stand. «Les absents ont toujours tort» (die Abwesenden haben immer Unrecht), mussten sich Granit Xhaka und Gesinnungsgenossen wohl eingestehen. Das Thema «Impf-Verweigerung» und überhaupt «Corona» war plötzlich inexistent geworden; die erneut dramatisch werdende Pandemie quasi wie weggeblasen dank der überzeugenden Leistung der Schweizer Fussballer gegen Italien. Klar, der Sport findet derzeit kaum mehr in «Blasen» statt – der Kampf gegen das Virus ist aufgegeben worden, und man hat mit ihm zu leben gelernt, sich mit ihm arrangiert…

(mehr zu diesem Thema in der nächsten Ausgabe von «Causa Sport», 2/2021, www.causasport.org, «Vom ‘Bubble’-Sport ins Sport-Chaos»)

Von der «La Ola-» zur «Delta-Welle»

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(causasportnews / red. / 27. August 2021) Die Fussball-Europameisterschaft vom Sommer dieses Jahres ist in der schnelllebigen Zeit längst Geschichte, wirkt aber immer noch nach. Es wird vor allem in den Medien analysiert, kommentiert und beleuchtet – die Nachhaltigkeits-Thematik steht im Zentrum. So auch etwa in der kirchlichen Presse. Was bewegt die Kirche, sich zu einem solchen Turnier zu äussern? Ein wichtiger Grund dürfte darin zu sehen sein, dass Sport und Kirche mehrere Parallelitäten aufweisen. Und teils eine Schicksalsgemeinschaft bilden. Wie sagte es doch einst der frühere, renommierte deutsche Bundesverfassungsrichter und Sportrechtler Prof. Udo Steiner: «Wenn die Medien vielbeachtete Schlagzeilen produzieren wollen, müssen sie über den Weltfussballverband FIFA oder die katholische Kirche schreiben.». Negativ-Themen im Zusammenhang mit dem Sport und der Kirche sind für das Publikum stets von grossem Interesse. Wie sich die Kirche (bzw. ein Vertreter dieser Gemeinschaft) gegenüber dem Sport, insbesondere dem Fussballsport, verhält, manifestiert ein Beitrag («König Fussball und Corona») in der Zeitschrift «franziskus» (Ausgabe 3/2021, 21), dem Publikationsorgan des Franziskaner-Ordens. Im Zentrum der Betrachtung von Br. Andreas Murk (Kloster Schwarzenberg / Deutschland) steht die Thematik Fussball und «Corona». Der zweifelsfrei gläubige Ordensbruder verfolgte nach eigenem Bekenntnis «etwas ungläubig die zumeist gut gefüllten Stadien» der Europameisterschaft. Im Text, der während der Europameisterschaft entstanden ist, fragt er sich besorgt: «Kommt nach der «La Ola-Welle» die ‘Delta-Welle’ mit voller Wucht?». Der Gottes-Mann lag mit seiner Befürchtung richtig, wie es sich nun herausstellt. Mit Blick auf die Organisatoren des Turniers, denen die Stadien offensichtlich gar nicht voll genug sein konnten, zitiert der Kloster-Bruder Horst Seehofer: «Ich halte diese Position der UEFA für absolut verantwortungslos.». Bekanntlich blieb es bei diesem Lippenbekenntnis. Bei Betrachtung der Verhältnisse um «König Fussball» ortet Andreas Murk massive Privilegien des Sports im Vergleich zu anderen Lebens- und Tätigkeitsbereichen. Gleichzeitig weist er auf Parallelen zwischen Sport und Kirche hin, um dann dieses Fazit zu ziehen: «Der Wille zur Aufklärung» scheine im Sport mit seinen ebenfalls vielen, neuen und älteren, nicht aufgearbeiteter Skandalen «oft nicht grösser zu sein als bei der viel-gescholtenen römisch-katholischen Kirche». Um dann letztlich festzuhalten, dass der skandalträchtige Fussball durchwegs «glimpflicher» davonkomme als die immer wieder von Turbulenzen erfasste katholische Kirche. Dennoch stellt er fest, dass man aus der Kirche austreten, dem Fussball aber nicht entsagen könne. «Aus dem Fussball kann und braucht man nicht austreten». Will offenbar heissen: «König Fussball» beherrscht die Welt – auch in den Zeiten von «Corona». Dass Andreas Murks Leidenschaft primär der Kirche gehört, ist nachvollziehbar. Er wird jedoch gemäss eigenem «Credo» insbesondere auch künftig zu den Fussball-Konsumenten gehören, wenn auch «durchaus mit gewissen Enttäuschungen», wie er schreibt.  

Quarantäne-Training für Fussball-Professionals ist kein Homeoffice

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(causasportnews / red. / 6. August 2021) Das Quarantäne-Training eines Berufs-Fussballspielers zu Hause ist nicht einer Homeoffice-Betätigung gleichzusetzen. Das hat das Landgericht Münster in Westfalen entschieden. Das Land Nordrhein-Westfalen muss deshalb dem SC Paderborn 07 das Salär für einen Professional erstatten, das der damalige Erstligist vor rund einem Jahr während einer behördlich angeordneten Quarantäne für diese Zeit an den Spieler bezahlt hatte. Der Entscheid soll nun noch vom Oberlandesgericht Hamm überprüft werden.

Nach einem positiven «Corona»-Befund eines Spielers des SC Paderborn 07 wurde für einige Akteure des Klubs eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet. Gestützt auf das Infektionsschutzgesetz (IfSG) hat der SC Paderborn 07 die Erstattung des für diese Zeit bezahlten Salärs an den Spieler gefordert. Der den Vorgang für das Land Nordrhein-Westfalen bearbeitende Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster lehnte die Kostenübernahme jedoch ab. Argumentiert wurde, der Spieler in Quarantäne hätte auch zu Hause trainieren und somit seine Arbeitsleistung erbringen können. Ähnlich wie beim Homeoffice bestehe daher kein Erstattungsanspruch (bei der Tätigkeit im Homeoffice kann der Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbringen). Der Klub klagte in der Folge gegen das Land Nordrhein-Westfalen und obsiegte. Das Gericht vertrat, wie der Klub als Arbeitgeber, die Auffassung, für einen Fussball-Spieler sei während einer Quarantäne kein geordnetes Training möglich. Joggen, die übliche Absolvierung eines Trainings in Kleingruppen oder eine Kontrolle des Trainings durch den Arbeitgeber seien in der Quarantäne ausgeschlossen. Schlicht, dem Fussballer sei in dieser Zeit die Erbringung der Arbeitsleistung für den Klub (Arbeitgeber) nicht möglich gewesen. Gemäss § 56 IfSG ist jedem Arbeitnehmer, der in Quarantäne geschickt wird und so seine Arbeitsleistung nicht erbringen kann, das Gehalt, das vorab durch den Arbeitgeber zu bezahlen ist, diesem von der öffentlichen Hand zurück zu erstatten. Im konkreten Fall sind es rund 10 000 Euro, die das Land Nordrhein-Westfalen an den SC Paderborn 07 zu bezahlen hat. Das Urteil könnte, falls es vom Oberlandesgericht in Hamm geschützt wird, durchaus Signalwirkung haben. Betroffen sein könnten nach dieser Entscheidung allerding auch Fussball-Profis, bzw. deren Klubs, mit weit höheren Salären. Ein Wermutstropfen mit Blick auf die gesetzliche Regelung und die Entschädigung-Usanzen im Berufs-Fussball: Eine Erstattungs-Obergrenze fehlt im IfSG…

Olympische Spiel 2021 in der «Halbzeit»

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(causasportnews / red. / 2. August 2021) Die um ein Jahr verschobenen Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio sind in der «Halbzeit angelangt. Am meisten beschäftigte bis jetzt die Thematik, ob es gelingen würde, die Veranstaltung, wie geplant, bis zum 8. August 2021 programmgemäss durchzuführen und zu diesem Datum zu beenden. Trotz «Corona». Es braucht im Moment keine hellseherischen Fähigkeiten (mehr), um die Behauptung aufzustellen: Es wird gelingen. In der Sportblase in Tokio haben sich Sportler/innen, Funktionäre, Medienschaffende und kaum Publikum mit der Pandemie arrangiert; arrangieren müssen. Reich an sportlichen Höhepunkten waren diese Spiele bisher nicht. Sie bewegen sich im Rahmen des Erwarteten. China und die USA liegen im aktuellen Medaillenspiegel klar vorne. In Tokio werden 33 Medaillensätze mehr vergeben (insgesamt 339) als noch vor fünf Jahren in Rio (306 Sätze). Japan wird den entsprechenden Prestigekampf mit China, im Land, in dem in einem halben Jahr die Olympischen Winterspiele (Peking) beginnen werden, wohl verlieren. Japan kann jedoch mit der Durchführung der Sommerspiele wenigstens insofern das Gesicht wahren, als der sport-politische Super-GAU abgewendet werden konnte, Tokio absagen zu müssen und China nur ein paar Monate später die Sportwelt in Peking empfangen würde…

Die Verschiebung der Olympischen Sommerspiele um ein Jahr (die Veranstaltung in der japanischen Metropole hätte ursprünglich vom 23. Juli bis 8. August 2020 durchgeführt werden sollen, lässt unter anderem Begriffliches offen. Die derzeit durchgeführten Wettkämpfe tragen, auch aus markenrechtlichen und vermarktungstechnischen Gründen, die Bezeichnung «Olympische Spiele 2020», ausgetragen 2021. Apropos Bezeichnungen: Einmal mehr herrscht bezüglich der Benennung der aktuellen Spiele in Japan ein Begriffswirrwarr: Sogar Medienschaffende verwenden immer wieder die Bezeichnung «Olympiade», wenn sie aktuell von den Olympischen Spielen in Tokio berichten. «Olympiade» bedeutet allerdings ein Zeitraum, und zwar derjenige zwischen zwei Olympischen Spielen. Die Bezeichnung «Olympia» schliesslich wird regelmässig auch gleichgesetzt mit dem Begriff «Olympische Spiele». An sich bedeutet «Olympia» allerdings der Austragungsort der Olympischen Spiele auf dem Peloponnes in Griechenland. Der Austragungsort der Spiele in der Antike lag unmittelbar neben dem Heiligtum des Göttervaters Zeus, des obersten olympischen Gottes. Die Olympischen Spiel der Neuzeit werden regelmässig seit 1896 ausgetragen.

Absage der Olympischen Sommerspiele in letzter Minute?

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(causasportnews / red. / 21. Juli 2021) Zum Glück für das Internationale Olympische Komitee (IOK) ist Japans Premierminister Yoshihide Suga mit seinen bald 73 Jahren auch nicht mehr der Jüngste. Sonst könnte es durchaus sein, dass der seit September des letzten Jahres als Regierungschef tätige Liberal-Demokrat die kurz vor der Eröffnung stehenden Olympischen Sommerspiele in Tokio abblasen würde. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen im Olympia-Tross und der sich allgemein verschlechternden «Corona»-Lage wäre diese Entscheidung folgerichtig. Das Volk hat Angst und verlangt quasi in letzter Minute immer lauter eine Absage der bereits um ein Jahr verschobenen Wettkämpfe in der japanischen Metropole. Nun werden auch Stimmen aus den Kreisen der Organisation immer lauter, den Anlass, der eigentlich nur noch vom IOK gewollt ist, in letzter Minute abzusagen und die bald 100’000 Sportlerinnen und Sportler, Funktionäre und Medienschaffende wieder auszufliegen. IOK-Präsident Thomas Bach ist derzeit in Japan der meistgehasste Mann. Doch die durchwegs als höflich geltenden Japanerinnen und Japaner geben sich zurückhaltend. Dass der deutsche Funktionär die Spiele einzig aus wirtschaftlichen Gründen durchdrücken will, wird ihm im Land der aufgehenden Sonne nicht nachgesehen. Wäre der Premierminister nicht schon bald im Greisenalter, und müsste seine Partei (für ihn) nochmals zur Wahl antreten, würde sich Yoshihide Saga zweifellos dem Diktat der Strasse beugen. Doch damit ist (einstweilen) nicht zu rechnen. Der rührige Nachfolger des «Treibers» der Spiele von Tokio, Shinzo Abe, kann jegliches politisches Kalkül ausblenden und des Volkes Willen mit Blick auf die eigene politische und persönliche Zukunft ignorieren. Irgendwelche Interessenvertretungen sind für ihn irrelevant geworden, getreu nach der für Politikerinnen und Politiker nicht genug hochzuhaltenden Lebensweisheit, die einmal vom Mathematiker und Ökonom Helmar Nahr geprägt worden ist: «Interessenvertreter sind Leute, die in unserem Namen ihre Interessen vertreten.». Zum Glück also für Olympia und Japan, muss Yoshihide Suga bei allen seinen Entscheidungen nur noch sein persönliches Wohl im Auge behalten. Es sei denn, die Pandemie schlage in den nächsten Tagen Kapriolen. Dann lässt sich der opportunistisch motivierte Durchführungsplan des  Sport-Wahnsinns in Tokio immer noch ändern – oder stoppen…

Die «Corona-Spiele» in Tokio in den Entscheidungsfallen

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(causasportnews / red. / 20. Juli 2021) Die Fussball-Europameisterschaft ist vor etwas mehr als einer Woche glücklich beendet bzw. bis zum Abschluss durchgezittert worden. «Corona» schwebte wie ein Damoklesschwert über der Veranstaltung, und der organisierende Kontinentalverband UEFA zwang letztlich die Austragungsorte dazu, sekundiert von Impf-Unwilligen, Querulanten und Querdenkern, die Stadien zu öffnen – zuletzt das «Wembley»-Stadion in London. Der «Corona»-Ignorant, Boris Johnson, glaubte, dank 60’000 Engländerinnen und Engländern, der Mannschaft von der Insel auf diese Weise zu Europameister-Ehren verhelfen zu können. Wie bekannt, ohne finalen Erfolg. Der nicht gerade mit intelligenter Weitsicht gesegnete Polit-Haudegen, der im Zuge seiner «Corona»-Ignoranz alle Schutz- und Vorsichtsmassnahmen auf der Insel über Bord geworfen hat(te), befindet sich derzeit wieder einmal selber in Quarantäne; seine Infektion hat er schon vor Monaten eingezogen.

Nur knapp zwei Wochen nach dem Europameisterschafts-Erfolg Italiens steht der zweite Sport-Grossanlass dieses Jahres vor der Türe: Die Olympischen Spiele in Tokio. Diese sollen ohne Zuschauerinnen und Zuschauer durchgeführt werden. «Corona» wütet allerdings unvermindert im Lande der aufgehenden Sonne und wird immer schlimmer. Trotzdem verlangt IOK-Präsident Thomas Bach nun Spiele mit Publikum. Ohne Zuschauerinnen und Zuschauer sind Sportanlässe weniger lustig als jedes Begräbnis. Es könnte jedoch durchaus sein, dass die höflichen Japaner zuletzt vor der Geldmaschinerie IOK und den geldgierigen Funktionären einknicken werden, denn «Tokio» muss stattfinden! Das wäre ihnen teils wohl auch willkommen, denn wegen der Publikums-Sperre gehen ihnen gewaltige Zuschauer-Einnahmen verloren. Nach Tokio werden, Stand heute, lediglich 100’000 Sportlerinnen und Sportler, Funktionäre und Medienschaffende reisen. Wegen «Corona» verkommen die Sommerspiele zu einer Einheit der Gegensätze. Thomas Bach möchte aus finanziellen Gründen Publikum in den Sportstätten; Premier-Minister Yoshihide Suga will aus politischen Gründen die Spiele durchführen, steht aber unter dem Druck seines (Wahl-)Volkes, das den Grossanlass aus Angst vor «Corona» am liebsten gar nicht möchte; gleichzeitig ist er ein Opfer seiner Prestige-Gehabe: Wie würde Japan dastehen, wenn die Spiele nicht stattfinden und in einem halben Jahr im Lande des Rivalen China die Olympischen Winterspiele eröffnet werden! Eine verzwickte Situation also, bestückt mit diversen Entscheidungsfallen, vor allem für die bemitleidenswerten Japaner, die kaum mehr anders können, als wohl zu guter Letzt auch noch die Sportstätten für das Publikum zu öffnen. Darauf, dass die Gross-Veranstaltung am Wochenende nicht beginnen wird, wettet niemand (mehr) einen Rappen. Schliesslich soll Japan mit den Spielen auch Stärke demonstrieren und die Nation das Fukushima-Trauma überwinden; exakt von dort aus wurde das Olympische Feuer nach Tokio getragen – das sagt alles. Ob der interdisziplinäre Anlass zum stets beschworenen, grandiosen Sportfest 2021 für die Menschheit auf diesem Globus werden wird, dürfte sich bald weisen. Wahrscheinlicher ist, dass die im letzten Jahr um ein Jahr verschobenen Sommerspiele als «Corona-Spiele», die aus verschiedenen Gründen durchgezwängt werden müssen, in die Sport-Geschichte eingehen werden. Libido, gepaart mit Kalkül, statt Ratio, könnte die allgemeine Lage kurz vor Beginn des Grossanlasses zusammengefasst werden.