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Bestätigung der Rechtswidrigkeit der Sanktionen nach Bridge-WM 2013

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Bild: Silsor

(causasportnews / red. / 17. November 2017) Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat im Fall der beiden deutschen Bridge-Spieler, die im Nachgang der Bridge-Weltmeisterschaft 2013 wegen behaupteter unerlaubter Spielmanipulationen mit langjährigen Sperren belegt worden waren, das Urteil der Vorinstanz (Landgericht Köln) weitestgehend bestätigt. Im Ergebnis bleibt es demnach bei den zentralen Feststellungen des Kölner Gerichts, dass die gegen die Bridge-Spieler verhängten Sanktionen rechtswidrig und damit nichtig waren (siehe zum Urteil des LG Köln causasportnews vom 19. Juni 2017 sowie Causa Sport 2017, 141 ff.).

Die beiden Spieler hatten als Paar an der Bridge-WM 2013 teilgenommen und waren letztlich sogar Weltmeister in der Kategorie Senioren geworden. Da einer von den beiden Spielern während den relevanten Partien auffallend oft gehustet hatte, kamen die Disziplinarorgane des Bridge-Weltverbandes WBF zum Schluss, dass die beiden Spieler mittels eines „Husten-Codes“ unerlaubt kommuniziert und damit in unzulässiger Weise das Spiel manipuliert hätten. Das LG Köln hingegen erblickte in Bezug auf die verbandsinternen Verfahren sowohl zahlreiche sachverhaltliche als auch rechtliche Mängel und erklärte die Sanktionen für rechtswidrig. Das OLG Düsseldorf hat die entsprechenden Feststellungen nun – im Rahmen eines Berufungsverfahrens, das durch den Deutschen Bridge-Verband DBV angestrengt worden war – offenbar weitestgehend bestätigt (Urteil vom 15. November 2017; Az. VI U 8/17).

Polizeiliche Abklärungsmängel nach Fan-Exzessen

technology-2408300_1920 (causasportnews / red. / 15. November 2017) Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die Bundesrepublik Deutschland verurteilt, weil die Polizei im Zusammenhang mit einem Einsatz gegen gewalttätige Fussballfans ihren Untersuchungs- und Aufklärungspflichten nicht genügend nachgekommen ist (Beschwerde Nr. 47274/15, Urteil des EGMR vom 9. November 2017). Das entsprechende Verfahren war auf Vorfälle aus dem Jahr 2007 zurückzuführen, als es im Rahmen eines Erstligaspiels im Dezember zu Ausschreitungen zwischen rivalisierenden Anhängern der beteiligten Mannschaften gekommen war. Weiterlesen

Et tu Josephe?!

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Anfassen verboten – mag ein Hintern auch noch so attraktiv sein…

(causasportnews / red. / 13. November 2017) Man mag gar nicht mehr hinhören, doch nun hat die «Weinstein-Welle» auch den Sport erfasst. Der Vorwurf richtet sich an den ehemaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter. „Et tu Josephe“ (auch du Joseph), also, hätte es in der Antike geheissen. Der in die Jahre gekommene Walliser soll der US-Fussballerin Hope Solo anlässlich einer FIFA-Gala vor fünf Jahren an den Po gegriffen haben (ohne ihr Einverständnis, versteht sich). Um diesbezüglich keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Falls dem so gewesen sein sollte, wäre dies natürlich nicht akzeptabel. Aber ein Vorwurf nach fünf Jahren? Und als Beschuldigung, die sich nicht wird verifizieren lassen? Und gerade von Hope Solo? „Si tacuisses philosophus mansisses“ (hättest du geschwiegen, wärst du ein(e) Philosoph(in) geblieben), muss man auch hier festhalten; auf Lateinisch lässt sich eben immer noch vieles schnörkellos und klar sagen. Wer Fehlverhalten anzuprangern hat, soll das umgehend tun – nicht nach Jahren jedenfalls. Doch ganz so schwarz und weiss sind die Verhältnisse, gerade in dieser etwas „schlüpfrigen“ Zone, nicht (immer). Denn  Weiterlesen

Der Sportverband als Geschädigter

dollar-2584746_1920(causasportnews / red. / 10. November 2017) Die erledigten und laufenden Verfahren in USA gegen Fussball-Funktionäre führen teils zu überraschenden, juristischen Ergebnissen. So etwa im Fall des ehemaligen Generalsekretärs des Verbandes der Cayman-Inseln, Costas Takkas. Dieser gehörte zu den Personen, die im Mai 2015 in Zürich verhaftet und von der Schweiz nach Amerika ausgeliefert worden waren. Dass nun der Funktionär aus Südamerika in New York zu einer 15monatigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, überrascht weniger, als die richterliche Entscheidung, wonach Costas Takkas dem Verband 3 Millionen Dollar Schadenersatz zu bezahlen hat. Weiterlesen

Fälle „Constantin sen. und jun.“ weiterhin unentschieden

(causasportnews / red. / 9. November 2017) Die Attacken des Präsidenten des FC Sion, Christian Constantin, und seines Sohnes, Barthélémy Constantin, gegenüber dem ehemaligen Schweizer Nationaltrainer und heutigen TV-Kommentator Rolf Fringer sind zwar von der Verbandsjustiz geahndet worden (vgl. auch Causa Sport News vom 12. Oktober 2017), sie sind allerdings noch nicht rechtskräftig entschieden. Sowohl Vater als auch Sohn Constantin haben gegen die ausgefällten Sanktionen rekurriert; bis zu einer Entscheidung der Rekurskammer der Swiss Football League (SFL) dürfte noch Weiterlesen

Olympische Spiele in der Schweiz: Bauen an einem „Luftschloss“

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Olympische Spiele in der Schweiz? Die Hoffnung stirbt zuletzt…

(causasportnews / red. / 7. November 2017) Kaum eine Stadt oder eine Region in Mitteleuropa kann sich mehr für die Austragung Olympischer Spiele erwärmen, doch in der Schweiz soll (wieder einmal) alles anders sein als anderswo. Die Metropole Sitten/Sion ist angetreten, um das Unmögliche möglich zu machen: Die Winter-Spiele 2026 sollen ins Wallis geholt werden (Causa Sport News, 8. März 2017). Ins Wallis? Nicht ganz. Die Kantone Waadt, Freiburg, Bern und Graubünden sollen die Träume der Walliser verwirklichen helfen. Auch wenn die Schneeverhältnisse in rund zehn Jahren wohl noch prekärer als heute sein werden, obwohl klar ist, dass Olympische Spiele alles andere als nachhaltig sind und von einer Schweizer Kandidaturstadt auch nicht zu finanzieren sind, wird am „Luftschloss Olympische Spiele Sion 2016“ kräftig weiter gebaut. Apropos Kosten: Weiterlesen

Verwirrendes und Verwirrliches um Sport-Lichtgestalt

night-2177769_1280_Leuchturm  (causasportnews / red. / 6. November 2017) Insbesondere zwei aktuelle Sport-Lichtgestalten kannte bzw. kennt Deutschland: Zum einen ist dies Franz Beckenbauer, zwischenzeitlich von „Kaiser Franz“ zum Buhmann und Geächteten geworden; zum andern der Wimbledon-Sieger von 1985, Boris Becker. Auch dieser „Promi“ aus dem Norden befindet sich derzeit im freien Fall, und männiglich fragt sich, ob „Bobele“, wie er vor allem von der Boulevard-Presse trotz aller persönlicher Widerwärtigkeiten immer noch liebevoll genannt wird, nicht bereits unten angelangt ist. Weiterlesen