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Melbourne und Wengen – das Wochenende der «Quittungen»

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(causasportnews / red. / 16. Januar 2022) Es war das Wochenende der «Quittungen» – im australischen Melbourne und im schweizerischen Wengen. Nach nervenaufreibenden Tagen sowie einem politischen und juristischen Hickhack fiel kurz vor dem offiziellen Beginn des Australian Open der Entscheid in der «Causa Novak Djokovic». Der Serbe, die Welt-Nummer-Eins im Männer-Tennis, musste nach einem endgültigen Entscheid des angerufenen Bundesgerichts in Melbourne die Heimreise antreten. Er hat den «Krieg» gegen den Insel-Kontinenten verloren (causasportnews vom 11. Januar 2022) und letztlich die «Quittung» für seine Geisteshaltung und sein sonstiges Verhalten bekommen. Der Vorgang wurde hochstilisiert zum Kampf eines Impf-Verweigerers, der zum Anführer der Querdenker und Impf-Querulanten wurde, gegen einen Staat, der seinen Einreise-Regularien im Zuge von «Corona» zum Durchbruch verhelfen wollte; und dies letztlich auch tat. Novak Djokovic bekam zu spüren, dass im Sport der Schiedsrichter die Regeln anwendet, im staatlichen Umfeld jedoch der Staat. Allerdings hätte das tagelange Tauziehen um den Verbleib des Spielers in «down under» oder seine Ausweisung aus Australien nach Tagen durchaus vermieden werden können, wenn Staat und Justiz nicht derart wankelmütig agiert hätten. Es hätte ihm zu Beginn des Theaters die Einreise definitiv verwehrt werden müssen. Dass sich der 35jährige Serbe als Nicht-Geimpfter den Zugang zum prestigeträchtigen Australian Open quasi durch die Hintertüre sichern wollte, war von ihm mehr als mutig. Australien ist für eine konsequente Einreisepolitik bekannt, was jeder Tourist weiss, der schon einmal nach «down under» gelangen wollte. In der Zeit von «Corona» und den klaren Vorgaben Australiens war es eine offensichtliche Fehl-Spekulation von Novak Djokovic, sich auf dieses juristische «Vorspiel» zum Australian Open einzulassen, bei dem er nun auf der Strecke blieb. Er hat einen selbst heraufbeschworenen «Krieg» verloren gegen ein Land, das sich nicht selten ähnlich wie das standfeste «gallische Dorf» aus Asterix und Obelix gebärdet; aber der Weltuntergang gestaltet sich definitiv anders. Dieses Ende einer Affäre ist für den Top-Sportler, der wohl auch künftig eher nur mit Mühe wieder in Australien wird spielen können, bzw. dürfen, nicht nur negativ. Was wäre gewesen, wenn der Serbe bei einer Teilnahme am Australian Open 2022 das Turnier nicht gewonnen hätte? Wäre die Rod Laver-Arena in Melbourne zum Schauplatz eines Stellvertreter-Krieges der Fans geworden? Dass Novak Djokovic die Wegweisung aus Australien letztlich akzeptiert hat (es blieb ihm auch nichts anderes übrig), hat ihn wohl auch vor weiterem Schaden bewahrt. Es entspricht zweifelsfrei auch nicht gerade dem Wunschdenken der Sponsoren des Sportlers, wenn sie mit einen Impfverweigerer und Querdenker paktieren. Deshalb hat die Nummer Eins die Ausreise aus Australien im Zuge einer Schaden-Minderung ziemlich kleinlaut angetreten.

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Die «Quittung» für die unglaubwürdige «Corona»-Politik in der Schweiz haben auch der Schweizer Abfahrts-Star Beat Feuz im Speziellen und die Schweizer Ski-Nation im Allgemeinen erhalten. Seit Monaten wird in Helvetien, oft auch mit dem bereits erwähnten gallischen Dorf verglichen, «Corona» höchstens noch halbherzig bekämpft. Die Regierung hat den Kampf gegen das Virus längst aufgegeben, ist in der Causa «Pandemiebekämpfung» abgetaucht und setzt die Bevölkerung der Seuche praktisch schutzlos aus – ohne das auch ehrlich zu sagen. «Durchseuchung» heisst das Heilmittel, das aber vermutlich nur in Dark-Räumen der Phantasien existiert. Es wird zwar an «Corona»-Bekämpfungs-Szenarien gewerkelt, doch das ist nichts anderes als ein Mitwirken an der Herstellung von neuen Kleidern im Sinne der Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern. Damit wird seitens des Staates und der Politik lediglich ein Plecebo-Effekt erzielt. Zwar existieren in der Schweiz Schutzkonzepte und werden entsprechende Regularien erlassen, doch sind deren Durchsetzung und der entsprechende Durchsetzungs-Wille nicht mehr als ein Scherz. Beziehungsweise hat sich der Staat bei der Virus-Bekämpfung der «laissez-faire-Politik» verschrieben. Geradezu gruslig waren die Bilder, die anlässlich der Weltcup-Skirennen vor einer Woche in Adelboden und nun in Wengen zu sehen waren. Weder Zuschauende noch Sportler hielten sich an irgendwelche Schutzvorgaben. «Corona» war im Berner Oberland wie ausgeblendet. Krisenbewältigung durch Ignorantentum, wäre man geneigt zu sagen. Das führte dann allerdings dazu, dass die Schweiz für diese Haltung die sportliche «Quittung» bekam. Wären die Schweizer so konsequent wie die Australier im «Fall Novak Djokovic», hätte der Österreicher Vincent Kriechmayr zum Lauberhorn-Klassiker wegen nicht erfüllter Vorgaben im Zuge von «Corona» zum Abfahrtsrennen gar nicht zugelassen werden dürfen. Weil man es in der Schweiz bezüglich «Corona» aber eben locker nimmt, ging der Österreicher ebenso locker an den Start und gewann den Klassiker – vor dem einheimischen Top-Favoriten Beat Feuz. Genau dieser Sieger sollte verhindert werden, jammerten die helvetischen Medien nach dem Abfahrts-Spektakel vor der berühmten Eiger-Nordwand. Aber eben: Wer sich nicht an die eigenen Regeln hält, darf sich nicht darüber beklagen, wenn ein anderer davon profitiert. Im Fussball würde eine solche Situation als klassisches «Eigentor» qualifiziert.

Novak Djokovic auf dem Weg in die Rod Laver-Arena?

So sehen die Medien den «Fall Novak Djokovic» («Tages-Anzeiger», Zürich)

(causasportnews / Red. / 11. Januar 2022) Nicht überraschend hat Novak Djokovic im Kampf gegen die Australischen Einreisebehörden, der zum Fight der Weltranglisten Nummer Eins gegen einen ganzen Kontinent emporstilisiert worden ist, einen Teilsieg errungen. Ob damit der Weg in die Rod Laver-Arena in Melbourne definitiv geebnet ist, wird sich weisen. Der Entscheid von Richter Anthony Kelly, der geurteilt hat, dass der Tennis-Star in Australien einreisen, bzw. im Land und auf dem Kontinent verbleiben dürfe, ist schwierig zu beurteilen und zu gewichten, vor allem, weil den Aussenstehenden die Fall-Details verborgen bleiben, obwohl dank der Digitalisierung einiges kommuniziert worden ist, so etwa die Statements der Anwälte des Spielers. Vielmehr dürfte mit der Entscheidung die juristische Binsenwahrheit bestätigt worden sein, dass von einem Gericht lediglich eine Entscheidung erwartet werden darf, nicht aber etwa Gerechtigkeit, Satisfaktion, persönliche oder politische Genugtuung, usw. Unweigerlich wird in dieser «Causa», die doch etliche Ungereimtheiten aufweist, gewahr, was sonst vor allem in Italien als Bonmot kursiert, nämlich, dass es keine mutigen Richter, die noch am Leben sind, geben würde. Es ist in etwa auszumalen, was Richter Anthony Kelly bei einem anderslautenden Entscheid aufgrund des Kesseltreibens gegen die Einreisebehörden und Australien zu gewärtigen hätte. Wahrscheinlich schieben sich nun die Justiz und die Politik die «heisse Kartoffel Novak Djokovic» gegenseitig zu. Einwanderungsminister Alex Hawke, der die Teilnahme des bald 35jährigen Serben an dem am kommenden Montag beginnenden Turnier mit seinem «Veto» gegen den richterlichen Entscheid noch verhindern kann, gilt als gradlinig und furchtlos. On verra! Wie der Vorgang auch enden wird: Es wird in dieser grotesken Geschichte, welche die Welt-Medien derzeit beherrscht und auf Trab hält, nur Verlierer geben. Ein solcher Verlierer wird ebenfalls Novak Djokovic sein, auch wenn er den «Krieg» gegen die Justiz und die Polit-Behörden in «down under» – oder eben gegen den ganzen Kontinent – letztlich gewinnen sollte und in der kommenden Woche in der Rod Laver-Arena einziehen wird. Aber immerhin hat er eine «Schlacht» gewonnen…

Derzeit ist nur eines sicher in dieser unsäglichen Geschichte: Affaire à suivre.

Kollateralschaden nach dem ZDF-Aus für Urs Meier?

(causasportnews / red. / 10. Januar 2022) Als ob «Corona» und die Deutsche Nationalmannschaft 2021 nicht schon für genug Ärger, Frustration und Schäden gesorgt hätten. Nun wird auch noch der Rausschmiss des langjährigen TV-Experten und ehemaligen Top-Schiedsrichters Urs Meier zum Juristenfutter. Der Sender ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen), für den der 62jährige Schweizer seit 2005 als Fussball-Experte tätig war, wird von diesem wegen Vertragsbruchs verklagt. Es geht offenbar um eine fünfstellige Summe. Nach der Sichtweise des ausgebooteten, ehemaligen Schiedsrichters ist er ein Opfer der 2020 um ein Jahr verschobenen Fussball-Europameisterschaft geworden. Vor der Austragung des Turniers erhielt Urs Meier vom ZDF die Mitteilung, dass man anlässlich der Berichterstattung zur Europameisterschaft auf seine Dienste verzichten wolle. An seiner Stelle wurde der ehemalige, 48jährige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe eingesetzt, der derzeit gegen den Deutschen Fussball-Bund (DFB) wegen der Alterslimite für Schiedsrichter im Rechtsstreit liegt (causasportnews vom 22. September 2021)…

Obwohl es offensichtlich keinen schriftlichen Vertrag zwischen dem Sender und dem Schweizer gab, spricht Urs Meier von Vertragsbruch, da auch mündliche Verträge zu halten seien (was grundsätzlich richtig ist). Das ZDF verneint allerdings generell das Vorliegen eines Vertrages und bestreitet ein unkorrektes Verhalten im Zuge des Schiedsrichter-Expertenwechsels vor der Europameisterschaft im vergangenen Jahr. So wird Urs Meier nun vor Gericht das behauptete Bestehen eines Vertrages zu beweisen haben und dass dieser, falls ein solcher vorlag, unkorrekterweise vom ZDF beendet worden ist. Die Forderung des Schweizers, im weitesten Sinn macht er «entgangene Gewinne» geltend, weil er wegen der von seiner Seite eingeplanten ZDF-Einsätze, die dann eben nicht stattfanden, anderweitige Erwerbsmöglichkeiten nicht (mehr) habe wahrnehmen können, ist unter die Kategorie «Kollateralschäden» einzuordnen. Über den Ausgang des bevorstehenden Verfahrens kann nur spekuliert werden. Auch drüber, weshalb sich der Sender überhaupt von dem in die Jahre gekommenen Ex-Schiedsrichter getrennt hat. Da die Zusammenarbeit vor der Europameisterschaft erfolgte, kann wohl nicht von einer «Rachekündigung» gesprochen werden, weil die Eidgenossen an der Europameisterschaft einen weit bessern Lauf aufwiesen als die Deutschen! Oder hatte man in Deutschland aus Fussball-Frustration genug vom Schweizer Urs Meir? Vielleicht war es nach über 15 Jahren des Zusammenwirkens aber einfach an der Zeit, einen personellen Wechsel in dieser ZDF-«Experten-Causa» vorzunehmen.

Dass es mitunter schmerzhaft sein kann, nach langer Zeit des Zusammenwirkens aussortiert zu werden, hat in Deutschland im vergangenen Jahr etwa auch ein anderer Vertreter der Unterhaltungsbranche zu spüren bekommen. So beendete der Sender RTL die Zusammenarbeit im Rahmen von «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) mit dem Jury-Mitglied Dieter Bohlen nach fast 20 Jahren. Jene Trennung, die der ehemalige Sänger und Musiker nicht auf sich sitzen lassen will und ebenfalls Juristenfutter abgibt, wurde unumgänglich und liess sich leicht erklären: Die menschenverachtende und rüpelhafte Art des früheren, 68jährigen Gruppen-Mitglieds von Modern Talking passte nicht einmal mehr zum allgemein mehr als bescheidenen Niveau des Kölner Privatsenders. Einmal ist halt einfach fertig lustig.

Novak Djokovic – oder der Schmetterlingseffekt im Sport

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(causasportnews / red. / 7. Januar 2022) Vor allem auch deshalb, weil derzeit in der Welt und auch im Sport nicht allzuviel Nennenswertes, oder höchstens Unerfreuliches, geschieht, werden in Zeiten von «Corona» Bagatellen zu Ereignissen, welche die Menschheit in Atem halten.

So will der aktuell beste Tennisspieler der Welt, Novak Djokovic, am Australian Open teilnehmen, scheiterte mit diesem Ansinnen (einstweilen) bereits bei der Einreise nach «down under». Weil er offensichtlich die in Australien als streng geltenden Einreisevorgaben, die in der Regel konsequent gehandhabt werden, nicht erfüllt, wurde ihm bei der Einreise in Melbourne kurzerhand das Visum entzogen. Der bald 35jährige Serbe wartet in einem Hotel auf ein Gerichtsurteil, das am Montag ergehen und darüber befinden soll, ob die Weltranglisten Nummer Eins wieder abgeschoben wird oder spielen darf. Novak Djokovic gehört, um es gelinde auszudrücken, zu den «Corona»-Impfgegnern. Das erleichtert das Einreisprozedere in Australien wohl nicht gerade. Wievielmal er schon vom Virus befallen war, weiss niemand, und der Serbe findet «Corona» auch nicht so schlimm, deshalb trommelte er im Sommer 2020 Gleichgesinnte aus der Tennis-Szene zusammen und zog die «Adria Tour» auf, die im viralen Desaster endete. Jedenfalls muss sich, wer sich so verhält, in Australien damit rechnen, zumindest bezüglich Einreisevorgaben nicht gerade bevorzugt behandelt zu werden, auch wenn er der Beste seines Faches ist.

Wenn die Welt-Nummer Eins von einer Behörde im Zuge von «Corona» gestoppt wird, bevor er einen Tennisball spielen kann, wird das heute zum Welt-Thema. Der Schmetterlingseffekt liegt auf der Hand (der besagt, dass durch den Flügelschlag eines Schmetterlings letztlich ein Tornado entstehen kann). Müssig anzufügen, dass sich vor dem Hotel, in dem Novak Djokovic darauf wartet, ob er am weltbekannten Open teilnehmen darf oder ob er aus Australien abgeschoben wird, Proteste und Kundgebungen für den Serben stattfinden. Getreu nach dem Motto: Lob der Schuldigen, Tadel der Unschuldigen, werden vor allem die australischen Einreisebehörden und die Regierung unter Beschuss genommen. Es werden zudem Politiker auf höchster Eben in Serbien, in Sachen Verwendung des Sportes für ihre Zwecke nicht unerprobt, in Stellung gebracht, welche den «Fall Novak Djokovic» zum Anlass nehmen, die australische Regierung anzupöbeln und zu verunglimpfen; und natürlich um national motivierten Druck auszuüben. Serbien sei Novak und Novak sei Serbien, verlautet etwa vom Balkan. Entsprechend wütet der demonstrierende Mob in der Heimat des Spielers, und der Vater von Novak Djokovic zeigt mit seiner Äusserung, der Fall seines Sohnes sei mit dem Leiden Jesu Christi bei der Kreuzigung zu vergleichen, welche Dimensionen der Hetze erreicht sind. So wird versucht, den an sich simplen Einreisevorgang bezüglich des Sportlers als Angriff gegen das Land und die Nation der Serben emporzustilisieren. Der Sport gibt bekanntlich immer wieder eine Plattform ab für gelebten Nationalismus. Der Weg zum Krieg ist dann manchmal nicht mehr weit. Honduras und El Salvador bekriegten sich 1969 bekanntlich nach einem Fussballspiel. Zumindest ist mit der «Causa Novak Djokovic» wieder einmal belegt, dass die «Schmetterlingstheorie» eben mehr als nur eine Theorie ist und auch im Sport gilt.

Der Ball liegt nun also im konkreten Fall beim zuständigen Gericht in Melbourne. Selbstverständlich würde dem Top-Athleten die Teilnahme am prestige-trächtigen Turnier in Australien gegönnt. Im Falle der Ausweisung dürfte ihm in jedem Fall eines erspart bleiben: Ein Spiessrutenlauf auf dem Tennis Court in «down under». Die Australier sind nämlich nicht nur konsequent, sondern durchaus auch nachtragend…

Zermatter Kantenläufer, Gratwanderer und ein bekannter Eiskletterer

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(causasportnews / red. / 2. Januar 2022) Die Lage um «Omikron» verschlimmert sich weltweit. Bald sind die Feiertage überstanden, die meisten Gäste aus den Kurorten und Wintersportgebieten in den Alpenländern abgereist, die Kinder wieder in die Schulbetriebe und die Arbeitsfähigen in die üblichen Prozesse integriert, falls es «Corona» zulässt. Verzeichnet der mondäne Nobelort Zermatt im Walliser Mattertal über die Feier- und Festtage, wie heuer, eine Frequenzspitze von 35 000 Gästen, werden es bald nur noch weniger als 10 000 Personen sein, welche sich am Fusse des Matterhorns weitgehend im Schnee tummeln. Das Beispiel von Zermatt ist selbstverständlich in dieser zugespitzten «Corona»-Zeit nicht willkürlich erwähnt worden. Der Kurort sorgte im Zusammenhang mit «Corona» erst vor ein paar Wochen für Schlagzeilen; nicht wegen des Wintersports und unvorsichtiger Gäste, jedoch wegen eines Sportlers, der, mit seinem Bruder, weltweit als «Corona»-Leugner und militanter Gegner aller Massnahmen gegen das Virus für Schlagzeilen sorgte. Ivan und Patrik Aufdenblatten führ(t)en in Zermatt das Restaurant «Walliserkanne». Dieses Lokal wurde im Oktober mit Getöse polizeilich geschlossen, nachdem die Zertifikatspflicht eingeführt wurde, die beiden Brüder sich aber um jede Massnahme zur Bekämpfung von «Corona» foutierten. Als «Corona»-Gegner und -Leugner erlangten sie einen weltweiten Bekanntheitsgrad, vor allem deshalb, weil sich bei der Schliessung des Lokals wildwestähnliche Szenen abspielten (causasportnews vom 3. November 2021) und die Bilder davon, den digitalen Medien sei’s gedankt, um die Welt gingen. Ivan und Patrik Aufdenblatten und ihre Eltern verbrachten ein paar Tage in Untersuchungshaft, die ganz Situation lief insofern aus dem Ruder und eskalierte, weil die streitbaren Wirte im Rahmen von «Corona» nun in die Justizmaschinerie gerieten. Ivan Aufdenblatten beleidigte Beamte, drohte mit Waffengebrauch, leugnete das Virus auch unter intensivster Verwendung der sozialen Medien, verhöhnt Staat und «Corona»-Opfer und verballhornte die Wissenschaft. Der «Walliser Bote» (30. Dezember 2021) nannte ihn eine «Ikone der Schwurbler». Weniger aktiv und querulatorisch verhielt und verhält sich Patrik Aufdenblatten. Bereits als der «Krieg» um die Schliessung der «Walliserkanne» in Zermatt manifest wurde, sickerte durch, dass es sich bei einem der Wirte um den auch international bekannten Eiskletterer Patrik Aufdenblatten handelt. Wie sein Bruder Ivan wettert zwar auch er gegen den Staat und seine Repräsentanten, die ganz grossen digitalen Auftritte überlässt Patrik auch jetzt immer noch seinem Bruder Ivan. Die rebellischen Brüder und Wirte sind sie in fast jeder Hinsicht Kantenläufer und Gratwanderer. Patrik Aufdenblatten, der begabte Eiskletterer, ist jedoch zumindest noch ein einigermassen talentierter Sportler. Die «Walliserkanne» an der belebten Zermatter Bahnhofstrasse mit dem rebellischen Wirtepaar wurde jedenfalls im Zuge von «Corona» innert kürzester Zeit etwa so bekannt und berüchtigt wie die touristische «Corona-Hölle» Ischgl in Tirol.

Asterix an den Olympischen Spielen in Peking!

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(causasportnews / red. / 31. Dezember 2021) Wir befinden uns im Jahre 2022 n. Chr. Die ganze Welt ist von «Corona» befallen. Die ganze Welt? Eine Stadt in China hört nicht auf, gegen die globale Seuche Widerstand zu leisten und «Corona» zu besiegen, um das wichtigste Sportfest des Jahres 2022, das am 4. Februar beginnen wird, nicht zu gefährden. Peking wird es auch allenfalls dank der Unterstützung von Asterix richten, aber auch dank Obelix, der notfalls von Miraculix den Zaubertrank verabreicht erhält, um alles, was Olympia gefährden könnte, zu besiegen.

Geht es um «Corona», erlebt die Welt derzeit einen Höhepunkt der besonders dramatischen Art: Die Fallzahlen waren noch nie so hoch, und die «Omikron»-Variante überbietet alles in punkto Aggressivität und Ansteckungspotential des mutierten Virus. In den Medien erscheinen im Moment mehrheitlich Meldungen, welche sich mit an «Corona» erkrankte Sportlerinnen und Sportler befassen oder wegen des Virus’ abgesagte Sportveranstaltungen und wegen der Seuche nicht mehr funktionsfähige Teams und Mannschaften thematisieren. «Corona» hat den Sport und das Sportgeschehen flächendeckend erreicht und erwischt. Wie ein Impakt setzt die Seuche auch die Protagonisten des Sports ausser Gefecht. Der Sport findet nicht mehr in «Blasen» statt; er ist Teil der realen Welt geworden. «Corona» ist mitten unter uns und bedrängt jede keimfreie Zone. Längst müsste das öffentliche und teils auch das private Leben massiv eingeschränkt werden, um der Pandemie letztlich Einhalt zu gebieten. Doch die Politik hat vor dem Faktum kapituliert. Die Regierungen, die den Kampf gegen das Virus führen müssten, befinden sich im Resignations-Modus. Es regiert «Corona», und die Regierenden sind abgetaucht oder im Jahresendurlaub; sie lassen diejenigen, die sie vor «Corona» schützen sollten, im Stich. Die Länder werden derzeit regiert oder eben nicht regiert, bzw. geführt oder nicht geführt wie schlecht gemanagte Unternehmen. So ist es seit zwei Jahren; nun erlebt die Welt einen noch nie erlebten, dramatischen Höhepunkt der Krise. Es dürfte alles noch schlimmer werden. Unter der Geissel der Seuche wird der organisierte Sport vor allem auf höchster Ebene durchgeseucht. Wettbewerbsverzerrungen hin oder her. Oft ist es nur noch Zufall, welche Sportlerinnen und Sportler an welchen Sportveranstaltungen teilnehmen (können). Sie, die sie «Corona» nicht entfliehen konnten, befinden sich in der Isolation, in der Quarantäne oder im selbstgewählten oder erzwungenen Abseits.

Nun steht Olympia vor der Türe. In rund vier Wochen soll es in Peking losgehen (4. Februar – 20. Februar 2022). In Anbetracht der globalen Gesamtlage dürfte dieser Anlass selbstverständlich nicht durchgeführt werden. Jedoch wird er, gehauen oder gestochen, abgehalten; da ist sich die Welt so sicher wie (für einmal unisono) einig. Das kommunistische Regime des bevölkerungsreichsten Landes in Ostasien kann (weil der Weltsport eine gewaltige Prestige-Plattform abgibt, das federführende Internationale Olympische Komitee (IOK) will (vor allem aus pekuniären Gründen). Da ist es irrelevant, welche(r) Sportler(in) wegen «Corona» teilnimmt oder nicht. Wichtig ist die Durchführung des Anlasses, der ohne Rücksicht auf Gesamt- oder Individualinteressen durchgedrückt wird. Obwohl nicht mehr möglich, werden die Spiele in einer (vermeintlichen) «Blase» abgehalten, die nun definitiv geplatzt ist. Peking (die Stadt ist Ausrichterin des Anlasses) und das IOK werden alles dafür tun, um im Februar den Sport in der (Pseudo-)»Blase» zu ermöglichen. Wenn es dann doch nicht gelingen sollte, dem Eindringling, dem «Corona»-Virus, genug energisch die Stirne zu bieten, stehen die abwehrerprobten Asterix und Obelix bereit; notfalls hilft Miraculix mit etwas Zaubertrank nach. Für einmal spinnen jedenfalls offensichtlich die Falschen…

Das Jahr 2022 steht vor der Türe. Die Welt und der Sport werden auch im neuen Jahr mit «Corona» mit allen noch denkbaren Mutationen leben müssen. Die Redaktion von «causasportnews» wünscht allen Leserinnen und Lesern für 2022 natürlich nur das Beste sowie eine notwendige Portion Zukunftsoptimismus und die Gabe, anzunehmen, was nicht abzuwenden ist – und die Gelassenheit, sich darauf einzustellen!

Der Spengler Cup 2021 in Davos fällt «Omikron « zum Opfer

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(causasportnews / red. / 27. Dezember 2021) Immer mehr tangiert «Corona» den Sport, der weitgehend in «Blasen» abgehalten werden soll, jedoch von den Fakten immer intensiver beeinträchtigt wird. Die Seuche befällt nun auch intensivst Sportlerinnen und Sportler, die in der «Blase Sport» für Spiel und Spass sorgen sollten. Die Protagonisten des Sports, die Athletinnen und Athleten, fallen aus, Sport-Mannschaften können immer seltener konform zusammengestellt werden, und mit dem Publikum, das auch irgendwie den Sportbetrieb beleben soll, ist es ebenfalls nicht einfacher geworden (cusasportnews vom 23. Dezember 2021). Nun hat es einen der berühmtesten und auch international bekanntesten Sportanlässe erwischt, den Eishockey-Spengler Cup in Davos. Dieser hätte zwischen Weihnachten und Neujahr im Landwassertal durchgeführt werden sollen, vor unmittelbarem Publikum und mit Millionen Eishockey-Fans weltweit an den TV-Schirmen; der Anlass weist auch global einen gigantischen Beachtungsgrad auf. Doch nun machen den Organisatoren des Turniers, das traditionell am Silvester mit dem Finalspiel beendet wird, «Corona» und wohl vor allem die mutierte Variante «Omikron» einen dicken Strich durch die Rechnung. Innert weniger Tage waren im Umfeld des gastgebenden Klubs (HC Davos) und im Team der Davoser 17 «Corona»-Fälle zu vermelden, weshalb die Bündner (Gesundheits-)Behörden dem HC Davos einen Tag vor Beginn des Turniers (26. Dezember 2021) die Durchführungs-Erlaubnis entzogen. Wegen Fallhäufung im Umfeld des HC Davos waren die epidemiologischen Voraussetzungen für die Durchführung des Grossanlasses nicht mehr gegeben, verlautete seitens der kantonalen Behörden. Mit dem Verbot des Turniers soll ein möglicher «Omikron»-Ausbruch verhindert und der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus in dieser Gegend des Kantons Graubünden Rechnung getragen werden, hiess es. Funktionäre und Sportler waren teils schon auf dem Weg nach Davos, als die Absage publik wurde. Damit wird es nach 2020 zum zweiten Mal nacheinander nichts mit Spitzen-Eishockey in den Bündner Bergen zum Jahresende. Die Absage wiegt sportlich schwer, nicht zuletzt deshalb, weil in diesen Tagen jeweils die Augen der Sport-Welt nach Davos gerichtet sind; vor allem auch mangels Sport-Alternativen zu dieser Zeit. Der organisierende Klub HC Davos hätte sich das Ende des Jubiläumsjahres 2021 natürlich anders vorgestellt. Der Traditionsklub ist vor 100 Jahren gegründet worden, und mit dem Turnier wird die Klub-Kasse jeweils fast zur Hälfte alimentiert. Die finanziellen Folgen der Turnier-Absage wiegen allerdings nicht allzu schwer. Da das Turnier unter einem staatlichen «Schutzschirm» steht, werden Bund und Kanton Graubünden den Verlust im Rahmen des 11 Millionen-Franken-Budgets ausgleichen und das finanzielle Füllhorn über dem Berg-Städtchen im Landwassertal wohl grosszügig ausschütten. Die Fans des Eishockeysports und die Freunde des HC Davos können sich derweil mit der Lektüre einer soeben erschienenen Publikation zum HC Davos über die eishockeylose Zeit zum Jahresende hinwegtrösten (Daniel Derungs, HCD 1921 – 2021, Die Geschichte des Hockey Clubs Davos: Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Perspektiven; vgl. dazu auch die Buchbesprechung in: Causa Sport 3/2021, 435 f.).

PS Auch das World Economic Forum (WEF), das an gleicher Stätte im Januar 2022 hätte durchgeführt werden sollen, ist «Corona» zum Opfer gefallen und wird (einstweilen) auf den Sommer verschoben.

Der Sport im «Omikron»-Würgegriff

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(causasportnews / red. / 23. Dezember 20921) Das war vorauszusehen, doch (fast) niemand wollte und will es wahrhaben: Die «Omikron»-Mutation von «Corona» wütet in Europa, und ein Ende ist nicht abzusehen. Im Gegenteil. In den Ballungsgebieten, wie Zürich, geht nach Experten-Schätzungen bald ein Drittel der «Corona»-Ansteckungen auf das Konto dieser höchst ansteckenden Virus-Mutation. Weil die Fest- und Feiertage bevorstehenden und die Entscheidträger keine «Festfreuden-Verderber» sein wollen und mit Blick auf die an sich dramatische Lage den Ball flach zu halten gewillt sind, wird das Leben durch Entscheide aus der Politik (noch) nicht eingeschränkt, obwohl dies aufgrund der katastrophalen Situation längst geschehen müsste. Das Leben pulsiert beinahe wie immer, es wird eifrig versucht, «Corona»-Massnahmen zu umgehen, Tests zu manipulieren, und die Schweiz übt sich darin, Touristinnen und Touristen aus England zu hofieren, aus dem Land im Katastrophen-Modus, in welchem die bisher gefährlichste aller «Corona»-Varianten dominiert. Kein Virologe zweifelt, dass es nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel knüppeldick kommen wird. Ebenso sicher ist es, dass bis dann mit an sich dringlich notwendigen Massnahmen zugewartet wird. Spätestens anfangs Januar 2022 wird das öffentliche und private Leben dann massiv heruntergefahren.

«Omikron» nimmt auch den Sport immer mehr in den Würgegriff.  Die Zahl der Individual-Sportlerinnen und Sportler (so etwa Granit Xhaka, Niklas Süle, Lara Gut-Behrami, Belinda Bencic) die an «Corona» erkrankt sind, nimmt rasant zu, und in Mannschaftssportarten können Sportveranstaltungen nicht mehr störungsfrei ausgetragen werden, weil etwa Teams mangels einsatzfähigen Personals nicht mehr vorgabekonform zusammengestellt werden können (HC Ambri-Piotta, Genève-Servette HC; die NHL-Professionals, die wegen «Corona» auf eine Turnier-Teilnahme an Olympia in Peking verzichten). Längst hat man aufgehört, die «Omikron-Fälle» zu zählen.

In Anbetracht der katastrophalen Lage auch im Zuge der «Omikron»-Mutation sind Einzelschicksale aus dem Sport aus den täglichen Schlagzeilen verschwunden. Zum Beispiel Joshua Kimmich, der sich zuerst als Impfverweigerer einen Namen machte, dann positiv auf das «Corona»-Virus getestet wurde und nun offenbar derart an Folgeschäden leidet, dass er das Fussballspielen mindestens bis Ende des Jahres vergessen kann. Er wird dann, sobald er wieder einsatzfähig sein wird, so oder so vor leeren Zuschauerrängen auftreten. Die Deutsche Bundesliga, der Deutschen liebstes Kind, hat soeben die Order aus der Politik erhalten, die Partien künftig ohne Publikum auszutragen. Weitere Massnahmen und vor allem Einschränkungen des sportlichen Lebens werden in den zentraleuropäischen Ländern folgen.

Nur bezüglich des grössten sportlichen Anlasses im kommenden Jahr, der vom 4. bis zum 20. Februar 2022 in Peking über Schnee und Eis gehen soll, herrscht vornehmes Schweigen. Darüber, ob der Anlass in rund 5 Wochen in der chinesischen Metropole, nur etwas mehr als 1000 Kilometer von Wuhan entfernt, ausgetragen werden kann, verlautet gar nichts, etwa auch nicht seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOK). Wetten, dass die Spiele trotz immer bedrohlich werdender Weltlage zufolge «Corona» (nur ausserhalb Chinas selbstverständlich), plan- und termingerecht durchgeführt werden? Geht es um Sport, resultiert eine Abwägung zwischen Wirtschaft und der ehemals schönsten Nebensache der Welt, die, ähnlich wie «Corona» und mit Blick auf «Omikron», längst zur Hauptsache mutiert ist, immer so, dass der Sport gegenüber der Gesundheit der Menschheit prävaliert. Wäre es anders, hätten schon längst die medizinischen Fachleute die Bekämpfung von Krise und Virus übernommen.  

Ein Hauen und Stechen im Münchner Nobelklub

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(causasportnes / red. / 26. November 2021) Gar nicht nobel ging es anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung des FC Bayern München am Donnerstagabend dieser Woche zu und her. Statt Einigkeit und Frieden herrschte das Chaos, und es geschah das, was die graue Eminenz im Klub, Uli Hoeness, als «einmalig» im FC Bayern München bezeichnete. Vordergründig ging es um Katar,  «Corona» (Joshua Kimmich) sowie um Geld und Geist, unmittelbar aber um einen Aufstand der Fan-Basis gegen das Fussball-Establishments, der zu einem veritablen Hauen und Stechen ausartete. Das gab es in der Tat noch nie: Johlende und pöbelnde Mitglieder, niedergeschriene und verbal niedergemachte Klub-Funktionäre, wüste Beschimpfungen hüben und drüben. Die Versammlung des FC Bayern wurde zum Kampfplatz zweier unversöhnlicher Parteien im Revolutions-Modus. Es zeigte sich, dass in München das bisherige Zwei-Klassensystem in diesem kommerziellen Sport-Segment nicht mehr zu halten sein wird. Das Klub-Management musste in diesen Stunden die Realität akzeptieren und erkennen, dass es sich in den letzten Jahren zu stark von der Basis entfernt hatte – kommerziell und ideell. Die Erinnerungen an die letzten Tage der DDR kamen hoch, als eine künstlich am Leben gehaltene Organisation, geführt von einer dem Volk entrückten Funktionärs-Kaste, irreparabel zusammenkrachte. Die «Bornholmer Strasse» mutierte gleichsam zur Münchner «Säbener Strasse». Im FC Bayern München wird es nie mehr so sein, wie es einmal war («mia san mia»).

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Antrag des Vereins-Mitglieds und Juristen Michael Ott, der die Behandlung des Streitthemas «Verlängerung des Sponsoring-Deals FC Bayern – Qatar Airways» gegenüber der renitenten Klub-Führung vor Gericht erzwingen wollte (causasportnews vom 23. November 2021). Dort scheiterte er allerdings zuletzt wenige Stunden vor Beginn der Versammlung auch am Landgericht München, entfesselte jedoch mit seinen Antragsbestrebungen die Revolutionskräfte im Klub und läutete damit den Untergang der bisherigen Führungskultur im Klub ein. Ungewollt zu Hilfe eilten ihm dabei die teils unsensiblen Top-Funktionäre des FC Bayern München, die immer noch nicht erkannt hatten, dass ihnen die Führung des Klubs nur anvertraut ist und dieser nicht als Individual-Spielwiese zu betrachten ist. Zum Begehren von Antragsteller Michael Ott meinte zwar das Landgericht München (und setzte den Klub formell ins Recht), dass zur Behandlung des Themas «Qatar Airways» die Hauptversammlung nicht zuständig sei (sondern das Klub-Präsidium), doch war das für die Mitglieder und Fans das Zeichen zum Sturm auf die Münchner Fussball-Götter. Die Normen sprachen nach den Entscheiden der von Michael Ott angerufenen Gerichte für den Klub, die Fakten letztlich für die Mitglieder.

Ball auch juristisch flach halten im FC Bayern München

(causasportnews / red. / 22. November 2021) Es wäre übertrieben zu sagen, der FC Bayern München weise derzeit sportlich einen Super-Lauf auf. Trotz des Messias’ auf der Trainerbank. Aber gegen den FC Augsburg aus dem eigenen Bundesland darf man ja auch mal verlieren. Dennoch, die Bayern führen die Bundesliga-Tabelle immer noch an, wenn auch mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf Borussia Dortmund. Ob das auch mit den Kader-Absenzen zu tun hat? Absenzen auch deshalb, weil sich einige Top-Akteure, die sich partout nicht impfen lassen wollen, immer wieder in die «Corona Quarantäne» begeben (müssen)?- In dieser Frage hielt sich das Bayern-Management bis vor kurzer Zeit bedeckt. Ball flach halten, wird das in der Kicker-Branche genannt. Jetzt ist den Bossen des Münchner Nobel-Klubs aber der Geduldsfaden gerissen. Nachdem bilaterales Einwirken auf renitente Spieler und stundenlange Einzelgespräche nicht gefruchtet haben und die Pleite in Augsburg wohl doch Auswirkungen bis nach München zeitigt, hat die Klub-Führung ein Machtwort gesprochen: Wer als ungeimpfter Fussball-Professional (Arbeitnehmer) in «Quarantäne» muss und deshalb dem Klub (Arbeitgeber) nicht zur Verfügung steht, soll künftig für die Zeit der Abwesenheit kein Salär mehr beziehen können. Joshua Kimmich, Serge Gnabry & Co. verstehen wohl nur die Sprache des Geldes. Selbstverständlich rufen solche Massnahmen die Juristen auf den Plan. Deutsche Arbeitsrechtler sind der Meinung, dass die verschuldete Hinderung an der Erbringung der Arbeitsleistung zur Lohneinstellung führen darf. So wäre es auch in der Schweiz: Muss ein Sportler, der sich weigert, sich impfen zu lassen, in Quarantäne, also verschuldeterweise an der Erbringung seiner Arbeitsleistung verhindert ist, muss mit pekuniären Konsequenzen rechnen. Wenn die Leistung auf dem Platz nicht mehr stimmt, erträgt es keinen Spass – auch nicht wenn es um «Corona» oder die Impf-Thematik geht.

Auch in einer anderen «Causa» im Umfeld des FC Bayern München könnte es sein, dass der bis anhin flach gehaltene Ball doch noch an Fahrt gewinnt: Ein Mitglied des Vereins FC Bayern München hat fristgerecht zu Handen der Bayern-Hauptversammlung diese Woche einen Antrag eingereicht, wonach die Aktiengesellschaft des Vereins gezwungen werden soll, den bisherigen, lukrativen Sponsoring-Deal mit der Fluggesellschaft Qatar Airways nicht mehr zu verlängern (causasportnews vom 15. November 2021). Was die Münchner Klub-Oberen mit diesem Antrag zu tun gedenken, ist unklar; sie halten sich bedeckt. Auf die Nachfrage des Antragsstellers auf Zulassung des Antrags haben die Chefs an der Münchner Säbener Strasse bisher geschwiegen. Es wird vermutet, dass eben auch hier der Ball (juristisch) flach gehalten werden soll. In der Versammlung und mit entsprechender Stimmungsmache vor Ort ist es wohl einfach(er), den Antrag zu killen, vermutet der Antragsteller und Jurist. Er hat deshalb einstweiligen Rechtsschutz am zuständigen Gericht in München verlangt. Auf diese Weise soll das Bayern-Management schon vor der Hauptversammlung gezwungen werden, in dieser vor allem politisch heiklen Debatte Farbe zu bekennen. Das würde zweifelsfrei die Chancen vergrössern, dass der Antrag auf jeden Fall zugelassen wird und darüber einigermassen neutral befunden werden könnte. Affaire à suivre…