Archiv für den Monat März 2017

Wenn der Sport politisch wird…

(causasportnews / red. / 29. März 2017) Der organisierte Sport rühmt sich mit Recht, apolitisch zu sein. Praktisch in allen Vereins- und Verbandssatzungen ist erwähnt, dass die betreffende Organisation u.a. politisch neutral sei. Zu oft ist der Sport in der Vergangenheit aber etwa politisch benutzt oder missbraucht worden; erinnert sei an Hitler-Deutschland, das den Sport propagandistisch nutzte oder an die ehemaligen Ostblock-Staaten, in denen der Sport als Zeichen von Stärke und Überlegenheit gegenüber der restlichen Welt eingesetzt wurde, was auch mit Lug (Propaganda) und Trug (Dopingmassnahmen und –mittel) durchgesetzt worden ist. Heute ist der Sport auch nicht davor gefeit, auf (ideologische) Linie gebracht zu werden, wie derzeit in der Türkei. Wer nicht ins Bild der derzeit dominierenden politischen Strömung passt, hat in allen Lebensbereichen Konsequenzen zu gewärtigen. Dabei spielen Namen und in der Vergangenheit erzielte Erfolge keine Rolle.

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Galatasaray Istanbul: Einzelne Spieler im Bannstrahl des Erdogan-Regimes

So soeben geschehen im Fussball: Nach einem klubinternen Hin und Her wurde den ehemaligen Fussballstars Hakan Sükür und Arif Erdem im Vorzeigeklub Galatasaray Istanbul die Mitgliedschaft entzogen. Weiterlesen

Übergriffe im US-Turnsport zementieren Clichés

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(causasportnews / red. / 28. März 2017) Was haben die katholische Kirche und der organisierte Turnsport gemeinsam? – Beide Bereiche werden immer wieder in Verbindung mit Missbrauchs-Skandalen gebracht. Die katholische Kirche etwa dann, wenn es um Übergriffe von Geistlichen auf (männliche) Jugendliche geht; dieses Phänomen wird dann gemeinhin als „Messdiener-Syndrom“ bezeichnet. Und der Turnsport, Weiterlesen

„Sommermärchen 2006“ weiterhin ein Aufklärungsmärchen

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(causasportnews / red. / 26. März 2017) Als vor bald zwei Jahren das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in einem gross aufgemachten Bericht behauptete, der WM-Endrundenzuschlag 2006 an Deutschland sei auf Grund von Schmiergeldzahlungen an Mitglieder des FIFA-Beschlussgremiums (damaliges Exekutivkomitee) erfolgt, wird dieses Thema immer wieder befeuert, vor allem deshalb, weil insbesondere bis dato nicht bewiesen werden konnte, was mit einer Zahlung von 6,7 Millionen Euro, über die seit längerer Zeit diskutiert und spekuliert wird, bezweckt worden sein soll (Causa Sport News berichtete verschiedentlich darüber). Obwohl das Hamburger Blatt kontinuierlich nachlegte, konnte die Wahrheit bisher nicht eruiert werden. Und eine Schlüsselfigur Weiterlesen

Ehemaliger DFB-Präsident Zwanziger scheitert mit Schadenersatzforderung in erster Instanz

(causasportnews / red. / 23. März 2017) Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger ist in erster Instanz mit einer Schadenersatzklage gegen das Bundesland Hessen gescheitert ( Landgericht Frankfurt, Az. 2-04 O 328/16). Gegen Theo Zwanziger (und weitere ehemalige DFB-Funktionäre) führt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung in Zusammenhang mit der Bewerbung für die Fussball-Weltmeisterschafts-Endrunde 2006 in Deutschland. Im Vorfeld dieser WM wurden bekanntlich vom DFB 6,7 Millionen Euro an den Weltverband FIFA bezahlt und unter dem Titel „Beitrag WM-Gala“ beim DFB verbucht. Allerdings hat die besagte WM-Gala nie stattgefunden, und die Staatsanwaltschaft geht zwischenzeitlich dem Verdacht nach, dass der damalige WM-Organisationschef Weiterlesen

Die Rache eines Pferdepflegers und andere Unappetitlichkeiten

horse-47607_1280(causasportnews / red. / 23. März 2017) Pferdesportaktivitäten rufen oft gemischte Gefühle hervor. Pferde werden getrieben (Flachrennen), über horrend-hohe Hindernisse gejagt (Springreiten), abgerichtet (Dressur) oder harten Belastungsproben (Endurance) ausgesetzt. Das „Sportgerät Pferd“ ist dem Willen des Menschen grundsätzlich vollumfänglich ausgesetzt; der Tierschutz greift zweifelsfrei zu wenig. Der Mensch ist in diesem Sport geneigt, ein Pferd an die Leistungsgrenze zu bringen. Weiterlesen

Sport wie eine „Oscar“-Verleihung

(causasportnewes / red. / 20. März 2017) Was haben der Sport und eine „Oscar“-Verleihung gemeinsam? – Manchmal ist das Drumherum interessanter als der Event selber. Eine Sportveranstaltung kann ebenso langweilig sein wie eine „Oscar“-Verleihung. Und was nebenbei geschieht ist nicht selten weit spektakulärer als der Hauptanlass. Ermüdendes aus der Welt des Sports liesse sich zuhauf aufzählen, und George Clooney, Weiterlesen

Klärendes zum Kopftuchverbot (auch) im Sport

(causasportnews / red. / 20. März 2017) Das Tragen von Kopftüchern sorgt seit Jahren für Diskussionen und Streitigkeiten; Kopftuch-Tragverbote beschäftigen auch die Gerichte immer wieder. Ob in der Arbeitswelt, in der Öffentlichkeit oder bei der Sportausübung: Kopftuchverbote lassen vor allem auch die Emotionen hochgehen. Meistens geht es dabei einerseits um die Religionsfreiheit; anderseits sind jeweils auch Rechte zu berücksichtigen, welche die Religionsfreiheit einzuschränken im Stande sind. Der Gerichtshof der Europäischen Union (EUGH) hat sich nun gleich in zwei Fällen zu Kopftuchverboten in der Arbeitswelt äussern müssen. Die Urteile sind mit Blick auf den organisierten Sport nicht ganz unbedeutend, obwohl die beiden Vorabentscheidungen des Gerichtshofs keine direkte präjudizielle Wirkung auf den Sport haben und für Nicht-EU-Mitgliedsstaaten, welche etwa die entsprechenden Gleichbehandlungs-Richtlinien nicht übernommen haben, nicht direkt von Bedeutung sind. Sie zeigen jedoch mit Blick auf den Sport eine Rechtsprechungstendenz auf, die in den Staaten der EU und auch in Nicht-EU-Ländern nicht ganz bedeutungslos sein dürfte. In den zu beurteilenden Fällen ging es um Kopftuchverbote im Rahmen von Arbeitsverhältnissen. Der EUGH hielt grundsätzlich fest, dass der Arbeitgeber das Tragen von Kopftüchern und anderen religiösen Zeichen verbieten darf. Diesbezüglich muss aber eine betriebsinterne Regulierung vorliegen. Eine Regelung bietet Gewähr, dass etwa ein Kopftuchverbot nicht einfach talis qualis ausgesprochen wird. Auf den Sport bezogen heisst dies, dass Sportverbände entsprechende Regelungen für den organisierten Sport erlassen dürfen, welche die Sportausübung mit Kopftüchern verbietet. Eine solche Regelung kann verschiedenartig motiviert sein: Sicherheitsüberlegungen (Verletzungsgefahr), das Bestreben, eine einheitliche Spielkleidung zu gewährleisten, die religiöse Neutralität im Sport usw. können Gründe abgeben, welche das Tragen beispielsweise von Kopftüchern verbieten. Dies gilt selbstverständlich auch für andere religiöse Symbole (bspw. Verbot, während eines Fussballspiels wegen Verletzungsgefahr Kruzifixe zu tragen). Ein Sportverband, der eine solche Regelung (Kopftuchverbot, Verbot des Tragens religiöser Symbole während des Wettkampfes) erlässt, dürfte diese nach dem Fingerzeit aus Luxembourg auch durchsetzen können, ohne sich diesbezüglich juristische Probleme einzuhandeln – jedenfalls vor dem Hintergrund des EU-Rechts.