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Neues DFB-Präsidium nach Wahl-Paukenschlag

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(causasportnews / red. / 12. März 2022) Die Exekutive des Deutschen-Fussball-Bundes (DFB) hat sich nach einem Paukenschlag anlässlich des 44. DFB-Bundestages in durchwegs veränderter Form konstituiert. Neuer Präsident des grössten Sportverbandes der Welt ist Bernd Neuendorf, ein ehemaliger politischer Beamter, Journalist und Sportfunktionär. Er ist ein typischer Vertreter des Breitensports, auch aufgrund seiner politischen Vita (er ist eingeschriebenes SPD-Mitglied). Der 60jährige Präsident des Fussball-Verbandes Mittelrhein folgt auf den unglücklich und teils naiv agierenden Fritz Keller, der nach zweijähriger Amtszeit den Dienst an der DFB-Spitze 2021 quittieren musste. Die Wahl von Bernd Neuendorf ist als Überraschung zu werten; männiglich hatte mit Peter Peters, den ehemaligen Finanzchef von Schalke 04, gerechnet. Mit der Wahl von Bernd Neuendorf wollte der DFB-Bundestag auch ein Zeichen für den Amateursport setzen; sie bedeutet andersherum eine Absage an die steten Unruhen und Querelen im Professionalbereich des Verbandes. Sie war und ist vor allem auch als Bruch mit dem traditionellen Funktionärswesen an der Spitz des DFB zu sehen.

In den letzten Jahren gaben sich die DFB-Präsidenten die Klinken des Präsidialbüros in Frankfurt a.M. in die Hand. Und immer, wenn es zu einem Interregnum an der DFB-Spitz kam, war ein Mann zur Stelle, der übernahm: Rainer Koch, ehemaliger Gerichtspräsident aus München und als Strippenzieher im DFB bekannt und berüchtigt. Dieser 63jährige Top-Funktionär wurde nun deutlich nicht wiedergewählt, was als regelrecht Sensation zu bezeichnen ist. Offensichtlich wollte der DFB-Bundestag mit der nicht mehr erfolgten Wahl von Rainer Koch ein Zeichen für einen radikalen, personellen Neu-Anfang in der Regierung des Verbandes setzen. Es wäre wohl übertrieben zu behaupten, der DFB hätte in den letzten 20 Jahren mehr ruhigere als turbulente Zeiten erlebt. Während der letzten 15 Jahre diente der gewiefte Jurist Rainer Koch dem DFB als linientreuer Verbands-Funktionär, dessen politische Heimat trotz seiner Münchner Provenienz (ebenfalls) bei der SPD lag. Beerbt wurde Rainer Koch von der promovierten Sportwissenschaftlerin und Professorin an der Universität Koblenz-Landau, der 52jährigen Silke Sinning.

Nach dieser (Ab-)Wahl wird sich nun wohl Ex-DFB-Vizepräsident Rainer Koch nicht mehr seitens des Verbandes mit dem Fall des ehemaligen Büroleiters von Fritz Keller, Samy Hamama, befassen können. Diesen Rechtsstreit (es geht um eine geforderte Abfindung von 300 000 Euro) wollte Rainer Koch noch vor dem DFB-Bundestag beilegen. Das gelang allerdings nicht mehr, und es scheint nun fraglich zu sein, ob es noch zu einer Einigung in letzter Minute zwischen dem DFB und Samy Hamama kommen wird. Oder vielleicht gerade dennoch unter der neuen Führung? Sonst wird das Frankfurter Arbeitsgericht die Klage des Ex-Büroleiters wohl Ende März entscheiden. Die Parteien sollen derzeit noch 235 000 Euro auseinander liegen. Der ehemalige DFB-Mitarbeiter will sich mit den vom Verband offerierten 65 000 Euro nicht begnügen. Die Rechtslage soll in der «Causa Samy Hamama» offenbar eher nicht für den DFB sprechen.

Deutsche Gründlichkeit, auch einmal anders

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(causasportnews / red. / 17. Juni 2021) Mit dem Spiel des aktuellen Weltmeisters Frankreich gegen den entthronten Weltmeisters von 2014, Deutschland, erlebte die Fussball-Europameisterschaft einen ersten, nennenswerten Höhepunkt. Speziell mutete der Siegestreffer der Franzosen an; er wurde immerhin vom Deutschen Mats Hummels erzielt. Der reaktivierte, bald 33jährige Alt-Star verstand die vielgepriesene deutsche Gründlichkeit etwas anders als früher, kam mit viel Getöse zurück, agierte unkonzentriert und sicherte den Franzosen mit seinem spektakulären Knaller ins «falsche» Tor gleich den Sieg. Apropos Alter: Es hat sich gezeigt, dass es eine Illusion ist, mit den Weltmeistern von 2014 aktuell an jene Hoch-Phase vor sieben Jahren anknüpfen zu wollen. Die reaktivierten Spieler (auch Thomas Müller und Toni Kroos), die bereits in Brasilien dabei waren, sind zwischenzeitlich sieben Jahre älter geworden – Lichtjahre im Spitzenfussball. Vielleicht war es bei Mats Hummels zuviel des Rummels neben dem Spielfeld, vor allem um seine Ehefrau, die seit Jahren das «Unternehmen Hummels» lenkt, leitet und prägt. Wie soll man sich so als bejahrter Fussballer auch noch auf ein Spiel konzentrieren? (Zum Thema «Spielerfrauen» vgl. überdies die Äusserungen von Lukas Podolski, gegen Frankreich (natürlich) nicht (mehr) dabei).

Der Fussball-Abend in der Münchner «Allianz»-Arena war in vielerlei Hinsicht speziell. So sorgte ein «Greenpeace»-Aktivist kurz vor dem Anpfiff ausserhalb des Schwenkbereichs der Kameras für Aufsehen. Mit einem Fallschirm peilte er das Spielfeld der Arena an, hatte sein Fortbewegungsmittel jedoch nicht im Griff und crashte in zwei Zuschauer, die verletzt ins Krankenhaus überführt werden mussten. Mit seiner hirnlosen Aktion wollte der Aktivist der immer skurriler auftretenden, politischen Non-Profit-Organisation gegen den Nationalmannschaftssponsor «VW» demonstrieren. «Kick out oil», war auf dem Fallschirm zu lesen. Der Missbrauch eines apolitischen Fussball-Anlasses durch die Extrem-Öko-Organisation «Greenpeace» hat der immer schräger auftretenden Vereinigung wohl weiteren Goodwill und Kredit gekostet. Dass mit fragwürdigen, vor allem noch umweltbelastenden  Aktionen (ein Fallschirmspringer gelangt kaum mit einem  klima-neutralen Fahrrad in die Absprungsphäre) Menschen gefährdet und verletzt werden, wird wohl dazu führen, dass die Spendenfreudigkeit gegenüber dieser Organisation weiter abnehmen wird und die letzten Menschen guten Willens «Greenpeace» aus ihren Testamenten streichen werden; nicht auszudenken, wenn dieser Öko-Fanatiker vor dem Schlagerspiel voll in die Zuschauer gekracht wäre! Dieser Sprung in die «Allianz»-Arena war eine in jeder Hinsicht gründlich misslungener «Greenpeace»-Auftritt (Label: «gewaltfreie Aktionen»), zumal damit der Missbrauch des grundsätzlich apolitischen Sportes nicht nur eine neue Dimension, sondern eine nicht mehr tragbare Form der Öko-Perversion erreicht hat. Wenigstens wurde die sprichwörtliche deutsche Gründlichkeit nach der Horror-Landung des Fallschirm-Springers durch den Ordnungsdienst unter Beweis gestellt: Nachdem der Aktivist von den Spielern Antonio Rüdiger und Robin Gosens verbal zusammengefaltet wurde, leistete der Ordnungsdienst umgehend gründliche Arbeit und verfrachtete den Mann dorthin, wo er eigentlich für immer hingehört…

Ende einer grossen Trainer-Rochade

(causasportnews / red. 27. Mai 2021) Es war zu erwarten, und nun ging auch formell alles ganz schnell: Der neue deutsche Bundestrainer heisst Hansi Flick. Er wird am 2. September 2021 die Mannschaft Deutschlands auswärts gegen Liechtenstein führen, selbstverständlich zum Sieg. So gesehen darf von einem geglückten Einstands-Timing für den 56jährigen Top-Trainer gesprochen werden. Mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag beim Deutschen Fussball-Bund (DFB), der bis 2024 dauern soll, ist die wohl spektakulärste Trianer-Rochade im deutschen Fussball mit den erwarteten Ergebnissen beendet worden (wie causasportnews berichtete: 4. Mai 2021).

Der FC Bayern München hat den Jung-Trainer Julian Nagelsmann für offenbar 25 Millionen Euro aus dem Arbeitsvertrag mit RB Leipzig herausgekauft. In München soll der neue Hoffnungsträger der Münchner jährlich etwa 7,5 Millionen Euro verdienen. Nach dem erfolgten Vertragsauskauf von Julian Nagelsmann, dem 33jährigen Coach (bis anhin) ohne Titelerfolg, werden die Zahlen an sich mit etwas Verwunderung zur Kenntnis genommen. Dieser Umstand wird beim Kapital bezogenen FC Bayern München jedoch kaum bemerkenswerten Gesprächsstoff abgeben. Bei Hansi Flick mutet die Vertragsauskaufs-Konstellation etwas spezieller an, weil bei ihm ein Vertragsauskauf durch einen Sportverband zu regeln war, der an sich ideal, nicht-wirtschaftlich ausgerichtet ist. Ist es also zu verantworten, dass ein nicht-kommerzieller Sportverband einen Fussball-Trainer für eine im konkreten Fall wohl ansprechende Summe aus einem Arbeitsvertrag (Hansi Flick war Arbeitnehmer bei den Bayern) herauskauft? Oder war es das dann doch nicht? Jedenfalls liess der DFB über die Höhe der an sich zu bezahlenden Vertragsauskaufssumme an Bayern München nichts verlauten. Wen wundert’s? Dr. Rainer Koch, nach dem Abgang des Kurzzeit-Präsidenten Fritz Keller einmal mehr der grosse Macher im deutschen Fussball, lässt sich in der Medienmitteilung des DFB nach der Vertragsunterzeichnung mit Hansi Flick wie folgt zitieren: «Wir danken dem FC Bayern München und seiner Führungsspitze, die sehr kooperativ den DFB dabei unterstützt hat, den Weg für den Bundestrainer Hansi Flick freizumachen.». – Diplomatischer geht es kaum – sibyllinisch auch nicht. Vielleicht ist dann im Verlaufe des kommenden Jahres diese Zahl dem DFB-Finanzbericht 2021 zu entnehmen. Aber wen wird das dann noch interessieren im WM-Jahr, wenn die deutsche Nationalmannschaft gegen Ende 2022 in Katar einen erneuten WM-Titelgewinn anstrebt? Der DFB ist eben ein Sportverband und keine Kapitalgesellschaft (so wie die Bayern).

DFB: Ein zerschlissener Präsident mehr

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(causasportnews / red. / 16. Mai 2021) Es kam, wie es in diesen Spalten skizziert worden ist (causasportnews vom 11. Mai 2021): Fritz Keller, seit September 2019 als Präsident des grössten Sportverbandes der Welt im Amt, hat unter dem immer stärker werdenden verbands-internen und externen Druck (der Medien und der Öffentlichkeit) sein Amt zur Verfügung gestellt. Nach nur gerade eineinhalb Jahren wurde die kürzeste Amtszeit eines Präsidenten des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) mit einem Paukenschlag beendet. Der Funktionärs-Quereinsteiger ist mit viel Elan und mit dem Versprechen, Filz und Ungemach im Verband zu bekämpfen und für einen sport-bezogenen Neu-Start ohne verbands-politische Ränkespiele einzustehen, angetreten. Dass der ehemalige Präsident des SC Freiburg seinen Vize-Präsidenten aus München (!), Dr. Rainer Koch, mit dem berüchtigten NS-Richter Roland Freisler verglichen hatte, wurde wohl nur zum unmittelbaren Anlass seitens des  Fussball-Establishments genommen, um Fritz Keller relativ zügig an der Verbandsspitze wieder los zu werden. Und wie es seit Jahren immer ist beim DFB, wird auch der vom jetzt abgetretenen Präsidenten gescholtene oder diffamierte Rainer Koch nun einmal mehr als Interims-Präsident wirken. Dieser hat wohl angekündigt, im kommenden Jahr seinen Funktionärs-Job im DFB zu quittieren, bzw. nicht mehr zu kandidieren; so richtig glauben mag das derzeit allerdings niemand. On verra.

Der rasanteste Abgang eines DFB-Präsidenten nach 1945 wirft allerdings Fragen auf. Nicht primär diese, was Fritz Keller dazu bewogen hatte, Rainer Koch mit einem schlimmen NS-Rechtsbeuger zu vergleichen. Darüber ist, nicht unerwartet, der Mantel des Schweigens ausgebreitet worden. Fakt ist hingegen: Seit der Präsidentschaft von Egidius Braun (1992 bis 2001) werden die Amtszeiten der DFB-Vorsitzenden immer kürzer. Innerhalb von 20 Jahren hat der DFB nicht weniger als fünf Präsidenten zerschlissen. Wolfgang Niersbach (2012 bis 2015) und Reinhard Grindel (2016 bis 2019) blieben nur noch jeweils drei Jahre im Amt; in der Ära von Fritz Keller wurde die Amtsdauer des DFB-Präsidenten gleich halbiert. Über die realen Gründe für den raschen Abgang des Freiburger Unternehmers an der Spitze des Verbandes kann nur spekuliert werden. Offensichtlich ist die Zeit noch nicht reif dafür, den Wechsel vom klassischen Verband zum Unternehmen vorzunehmen. Das Geschacher um Posten und Pfründe scheint wichtiger als die «Causa Fussball». Hinzu kommt, dass sich unter dem Dach des DFB zwei Pole lokalisieren lassen. Auf der einen Seite gilt es, den Professional-Fussball zu hegen und zu pflegen – und was gibt es Schöneres für Verbands-Funktionäre, als sich in den Erfolgen der deutschen Nationalmannschaft, die zwar auch nur noch als «Die Mannschaft» bezeichnet wird, zu sonnen; auf der anderen Seite ist der DFB zuständig für Millionen von Amateur-Kickern, deren Interessen irgendwie zu wahren sind. Eines scheint im DFB jedenfalls noch nicht angekommen zu sein – so, wie es der Dichter Ovid schon vor rund zweitausend Jahren angedacht hat: «Tempora mutantur, nos et mutamus in illis» (die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen). Im DFB wechseln zwar die Präsidenten immer rascher, die Strukturen und Probleme bleiben jedoch dieselben.

Zoff im DFB – und kein Ende des Hauens und Stechens

(causasportnews / red. / 11. Mai 2021) Er ist im September 2019 angetreten, um in dem von Streit, Machtkämpfen und der unsäglicher Sport-Politik in den letzten Jahren arg durchgeschüttelten, grössten Fussballverein der Welt, dem Deutschen Fussball-Bund (DFB), eine neue Führungs- und Organisationskultur zu schaffen. Derzeit ist es allerding unsicher, ob sich der rührige Unternehmer aus Freiburg im Breisgau, Fritz Keller, überhaupt nur schon zwei Jahre an der DFB-Spitze wird halten können. Derzeit ist in der Präsidialetage jedenfalls ein veritables Hauen und Stechen im Gang. Sportpolitik kommt vor dem Sport, und jeglicher Fehler und jede Ungeschicklichkeit des 64jährigen Präsidenten wird von den Gegnern des Freiburgers nach allen Kunst des klassischen Verbands-Funktionärstums ausgenützt. Frist Keller gilt als hemdsärmlig, der zwar sein Herz oft auf der Zunge trägt, aber nie als «Apparatschik» bezeichnet werden konnte. Als solcher gilt hingegen der DFB-Vizepräsident Dr. iur. Rainer Koch, der seine Funktionärskarriere im DFB 1996 mit der Einsitznahme in das Sportgericht des DFB begann. DFB-Präsidenten gehen und kommen – Rainer Koch bleibt. So könnte man die Positionierung des ehemaligen Münchner Richters als Langzeit-Vize des DFB zusammenfassen. Niemand weiss eigentlich, weshalb es der 62jährige Vollblut-Politiker nie ganz an die Spitze des Verbandes geschafft hat. Oder wollte er es so? Frei nach dem Motto: «Es ist mir egal, wer unter mir DFB-Präsident ist.». Es waren doch schon einige DFB-Präsidenten, welche Rainer Koch bis jetzt überlebt hat. Das könnt sich nun allerding ändern; und eben mit dem aktuellen DFB-Präsidenten Fritz Keller zusammenhängen, ein gradliniger Mann, der nicht dafür bekannt ist, sich verzwergen zu lassen und nicht aus dem traditionellen Funktionärs-Milieu stammt. Das nun in Machtkampf zwischen Fritz Keller und Rainer Koch ausgebrochen ist, hat sich der DFB-Präsident allerdings selber zuzuschreiben. Seinen Vize verglich er mit dem berüchtigten Volksgerichtshof-Präsidenten Roland Freisler. Mit diesem Vergleich hat Fritz Keller wohl in ein Wespennest gestochen und sich quasi eigenhändig zum Abschuss freigegeben. Aber eben, der DFB-Präsident ist nicht bekannt dafür, den Kopf in den Sand zu stecken. Ein Vergleich Rainer Koch – Roland Freisler – das geht natürlich beim DFB nicht. Fritz Keller hat sich für seine verbale Entgleisung zwar lauwarm entschuldigt, aktuell kämpft er aber gegen den mit allen Wassern gewaschenen Sport-Politiker Rainer Koch um den Verbleib an der DFB-Spitze. Er tut dies mit anwaltlichem Beistand und verlangt von der Ethikkommission des DFB einen Persilschein. Wie der Machtkampf zwischen dem Unternehmer Fritz Keller und dem Sportpolitiker Rainer Koch ausgehen wird, ist ungewiss. Gegen Rainer Koch spricht, dass er im Moment im Rahmen des DFB in eine dubiose Berater-Vertragsgeschichte verwickelt ist. Unklar ist derzeit aber auch das in dieser «Causa» wohl Wesentlichste: Was hat Fritz Keller letztlich dazu getrieben, seinen Vize mit dem berüchtigten Nazi-Richter Roland Freisler zu vergleichen? Hier steckt wohl mehr dahinter als eine Beschimpfung oder eine verbale Entgleisung, die natürlich in keinem Fall zu rechtfertigen ist. Wenn schon die deutsche Nationalmannschaft derzeit auf dem Spielfeld keine Strick zerreisst, ist wenigsten an der DFB-Spitze für öffentlich-wirksamen Zoff und Macht-Klamauk gesorgt. Affaire à suivre also (auch hier).

Sport und Politik im Gleichschritt

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(causasportnews / red. / 6. April 2021) Der Sport ist seit jeher grundsätzlich darauf bedacht, sich aus der Politik herauszuhalten. Oder sich von der Politik nicht vereinnahmen zu lassen. Zu oft ist die Plattform «Sport» allerdings von Despoten, Diktatoren und anderen Misanthropen für ihre durchwegs unlauteren Zwecke und Ziele missbraucht worden. Ab und zu kann sich der Sport der politischen Einflussnahme entziehen. Aber nicht immer. Nicht selten leben Sport und Politik ambivalent. Wer erinnert sich nicht an grosse Zeiten der Deutschen Nationalmannschaft, etwa, als Bundeskanzlerin Angela Merkel, oft an Spielen auf der Tribüne mit dabei, zum glühendsten Fan des Nationalteams wurde? Sogar das Mannschafts-Duschen fand unter Mitwirkung der Regierungschefin statt. Die Kanzlerin in der Kabine; das war klar mehr als die Erotik des Fussballs. Die Kicker und Trainer Joachim Löw genossen den direkten Support aus dem Kanzleramt sichtlich. Welch ein Zufall, dass die Kanzlerin und der Bundestrainer derzeit etwa dasselbe «Fegefeuer» ertragen (müssen). Sport und Politik nun also im Gleichschritt.

Bundestrainer Joachim Löw ist nach bald 16 Jahren auf höchster Trainer-Ebene ebenso am Ende seiner Karriere angelangt wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, seit 2005 im Amt. Nach der Europameisterschaft im Sommer soll Schluss sein; so verhiess es vor kurzer Zeit aus der DFB-Zentrale. Wahrscheinlich ist aber schon vorher Schluss. Die anhaltenden Klatschen auf dem Spielfeld, zuletzt ein schmachvolles 1:2 gegen Nordmazedonien, werden den vorzeitigen Abgang von «Jogi» Löw beschleunigen. Wenn dem Trainer in der DFB-Chefetage (verbal in der Öffentlichkeit) der Rücken gestärkt wird, bedeutet dies letztlich ein rascher Abgang. Dieser wird im Fall des Bundestrainers von den Medin nun durchwegs energisch gefordert; mit einem angeschlagenen Trainer eine Europameisterschaft durchzustehen – das ist zwar möglich, aber sinnlos. Der Druck der Öffentlichkeit wird unabwendbar werden. Gemäss dem deutschen Leitmedium «Bild» wollen 87 Prozent der von der Zeitung befragten 250 000 Menschen, dass Joachim Löw sofort abgelöst wird. Das Hauptproblem: Wer soll den Bundestrainer ersetzen? Die einen können nicht, die anderen wollen noch weniger. Die Kardinalfrage lautet: Wieviel steuert ein Bundestrainer zu sportlichen Erfolgen bei? Im Misserfolg ist er eh verantwortlich.

Ähnlich sehen die Nachfolgeperspektiven bei der amtierenden Bundeskanzlerin aus. In jeder Hinsicht wäre ein sofortiger Rücktritt angebracht. Sie agiert längst als «lame duck» und verwaltet vor allem die seit über einem Jahr anhaltende «Corona»-Krise, statt das Virus effizient zu bekämpfen. Bei ihr ist allerdings dasselbe Problem zu orten wie beim Bundestrainer: Wer soll nach ihr kommen? Schliesslich will sie mit ihrem Festhalten bis zum Schluss als treue Parteigenossin der Union das Kanzleramt sichern. Diese Sorge wird sie bis zum Ende ihrer Amtszeit in Berlin halten.

Es braucht nicht einmal Auguren um vorauszusehen, dass Joachim Löw die Europameisterschaft als Bundestrainer nicht mehr erleben wird – trotz offizieller Ankündigung; Angela Merkel dürfte hingegen tendenziell bis zur Bundestagswahl im September im Zentrum der politischen Macht ausharren. Das Ende ist für beide Persönlichkeiten nahe, welche es durch längst fällige Rücktritte verpasst haben, sich sportlich, bzw. politisch, unsterblich zu machen. Danach werden die Top-Politikerin und der langjährig Bundestrainer Zeit finden, sich bei Kaffee und Kuchen über für beide glorreiche(re) Zeiten zu unterhalten – in Sport und Politik.

Lothar Matthäus als Bundestrainer? Vom Feeling her ein gutes Gefühl!

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(causasportnews / red. / 23. März 2021) Seit dem Bekanntwerden, dass der Deutsche Bundestrainer Joachim Löw nach der Fussball-Europameisterschaft im Sommer seinen Posten im Deutschen Fussball-Bund (DFB) verlassen werde (causasportnews vom 10. März 2021), interessiert die (Fussball-)Welt nur noch eine Frage: Wer wird dessen Nachfolger? Lanciert wird derzeit vor allem von den Medien die Fussball-Legende Lothar Matthäus. Schliesslich soll der Nachfolger des oft spröden «Jogi» nach drei Jahren anhaltender Erfolglosigkeit etwas mehr «Glamour» versprühen als der zurückgetretene Freiburger. Das Fussball-Leben kann durchaus farbiger sein als dies Joachim Löws schwarzer Rollkragenpullover während über zehn Jahren symbolisierte. Etwas mehr «Pep» im deutschen Nationalmannschaftsfussball würde allen dienen; Joachim Löw galt nicht gerade als Garant von (Fussball-)Spiel und Spass. Mit Lothar Matthäus würde alles anders werden. Wer über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügt, die Medien hinter sich weiss und ihnen genug zum (über)leben lässt, ist in Deutschland schon fast Bundestrainer. Der soeben 60 Jahre alt gewordene Weltmeister von 1990 hechelt derzeit von Interview-Termin zu Talk-Show. Es könnte gut kommen mit Lothar Matthäus. Oder, wie es ein anderer, ehemaliger Star-Kicker, Andy Möller, sagen würde: Vom Feeling her darf Lothar Matthäus durchaus ein gutes Gefühl haben mit individuellem Blick in Richtung Bundestrainer-Job. Er würde zweifelsfrei den (medialen) Erwartungen gerecht. In einem Interview mit der Schweizer Boulevard-Zeitung «Sonntags-BLICK» (21. März 2021) erzählt Lothar Matthäus schon einmal alles über seine Karriere, seine vier Ex-Ehefrauen, sein Familienleben, Schicksalsschläge und den Fussball. Er sagt viel zu diesen Themen, er sagt es «fadengerade» hinaus, und das meiste, das er kommuniziert, hat er zweifellos richtig gedacht. «So begleitete ich meine Mutter in den Tod», titelte die Zeitung vielsagend. Nein, «Loddar», wie er auch liebevoll genannt wird, hat keine Ambitionen auf Sterbebegleitung. Im Interview spricht er vor allem über seine Mutter, die ihm sehr nahestand. «Sie ist bei ihrem Mittagsschlaf auf der Couch einfach eingeschlafen», erinnert sich die Fussball-Legende an den plötzlichen Tod der Mutter. Derzeit ist Lothar Matthäus in fünfter Ehe verheiratet, aber: «Ich habe zu allen meinen Ex-Frauen ein super Verhältnis», legt er seine persönliche Familien-Konstellation vielsagend offen. Selbstverständlich würde sich der ambitionierte, derzeitige TV-Fussball-Experte eine DFB-Anfrage bezüglich des Amtes als Bundestrainer überlegen – und selbstverständlich zugreifen, falls sich die Chance dazu bieten würde. Auch wenn es um die Deutsche Nationalmannschaft geht. Denn Lothar Matthäus lässt, im Zusammenhang mit seiner beeindruckenden Laufbahn im Fussball und seinem Privatleben, nicht viele gute Haare an seinen Landsleuten. «Ich bin nicht stolz, Deutscher zu sein», sagt er. Generell werde in Deutschland respektlos mit Menschen, die etwas erreicht haben, umgegangen. «Man ist hämisch und schadenfroh, wenn einer vom Sockel geholt wird. Wenn man den Führerschein verliert oder irgendwelche Frauengeschichten öffentlich werden, dann wirst du mit Häme überschüttet»; mit Blick etwa auf die gestürzten Helden Franz Beckenbauer und Boris Becker seien die Deutschen sehr hart in ihren Urteilen. Aber so sei die Neidgesellschaft, die er nicht verstehe, sagt «Loddar». Der Rekordnationalspieler seines Landes hat durchaus eine sanfte Seite: «Ich bin auch sensibel und weine, wenn mich etwas trifft», sagt er und meint damit zweifelsfrei nicht den Ball. Dennoch würde er einigermassen sicher als Bundestrainer des deutschen Nationalteams zur Verfügung stehen, als Trainer jedoch sicher nicht mehr im «Tagesgeschäft», das heisst wohl, nicht mehr im Klub-Fussball. Ob es mit Lothar Matthäus und der «Mannschaft» soweit kommen wird? Wohl eher nicht. Falls doch, würde sich der fite 60jährige, der auch ab und zu «den Schweinebraten nicht liegen» lässt, wohl sagen: «Humor ist, wenn die Deutschen trotzdem lachen».

Joachim Löw und die Gesetzmässigkeiten des Fussballs

Jogi Löw, deutscher Bundestrainer, an einer Veranstaltung des Swiss Sport Forum im FIFA World Football Museum

(causasportnews / red. / 10. März 2021) Es war an sich nur noch eine Frage der Zeit, bis der vorzeitige Abgang von Joachim Löw als deutscher Bundestrainer auch formell besiegelt sein würde. Seit der verunglückten WM-Expedition 2018 der Deutschen nach Russland galt der Weltmeister-Trainer der Nationalmannschaft (2014, WM-Titel in Brasilien) als «angeschossen», und ginge es nicht wieder einmal um das liebe Geld, wäre der Schnitt zwischen dem Deutschen Fussball-Bund (DFB) und dem Erfolgstrainer längst Realität geworden. Nun sorgte der 61jährige Fussball-Lehrer selbst für klare Verhältnisse und kündigte seinen Rücktritt nach der im Sommer wohl stattfindenden Fussball-Europameisterschaft an. Es ist davon auszugehen, dass sich der Verband und Joachim Löw auf eine vorzeitige Vertragsauflösung bzw. Vertragsaufhebung des an sich noch bis nach der WM-Endrunde 2022 in Katar laufenden Kontraktes geeinigt haben. Der Freiburger hat mit seinem vorzeitigen Rücktritt, oder wie auch immer die soeben bekannt gewordene Vertragsbeendigung qualifiziert werden soll, den Gesetzmässigkeiten des Fussballs Rechnung getragen. Diese wären vor allem, dass der Trainer immer ein Thema ist, nicht nur dann, wenn der Erfolg ausbleibt; dann aber umso mehr. Eine weitere Usanz bildet der Umstand, dass derartige Trennungen jeweils opportunistisch vorgenommen werden. Es ist im Fussball wie in einer kriselnden Ehe: Die entscheidenden Schritte müssen sinnvollerweise umgehend vorgenommen werden. Dass der Bundestrainer noch bis zum Abschluss der Europameisterschaft im Amt bleiben soll, ist eine geradezu fahrlässig herbeigeführte Situation mit Kollateralschaden-Potential. Joachim Löw wird mit der Mannschaft das bedeutende Turnier für Nationalmannschaften als «lame duck» («lahme Ente») bestreiten. Die Gegner der Deutschen an der EM wird es freuen. Der Zeitpunkt der Beendigung der Tätigkeit von Joachim Löw im DFB ist aus unternehmerischer Sicht in Berücksichtigung der Sitten, Gebräuche und Gesetzmässigkeiten im Top-Fussball als krasse Fehlleistung zu qualifizieren. Entscheide zur «Gesichtswahrung» aller Beteiligten sind für ein Unternehmen immer schlecht. So, wie sich die Dinge im DFB seit der verunglückten Russland-Mission der Deutschen vor knapp drei Jahren entwickelt haben, müsste ein Neustart umgehend erfolgen. Nicht zu vermeiden ist nun, dass die Nachfolgediskussion die Szene beherrschen und nicht mehr Joachim Löws Arbeit mit der Deutschen Mannschaft im Fokus stehen wird. Die Europameisterschaft überstehen – e poi morire, wäre der Betrachter der Szene geneigt zu sagen.

Der Nationalmannschafts-Fussball hat sich vom angestammten Produkt-Inhalt und aufgrund seiner Bedeutung in den letzten, wenigen Jahren markant verändert. Für die Fans steht im Zuge der Globalisierung eher der Klub-Fussball im Zentrum des Interesses, was sich auch in der bereits im Gang befindlichen Nachfolgediskussion um Joachim Löw manifestiert. Hansi Flick, der Trainer des erfolgreichen FC Bayern München und jahrelang engster Mitarbeiter des Bundestrainers, wird sich hüten, einen der besten Jobs im international bedeutenden Klub-Fussball aufzugeben und in den immer mehr an Bedeutung verlierenden Nationalmannschafts-Fussball zurückzukehren. Apropos Hansi Flick: Seit er aus dem Stab von Joachim Löw zurückgetreten ist, hat letzteren auch das (vor allem sportliche) Glück verlassen. Das führt zur folgerichtigen Frage, ob Hansi Flick der «heimliche» Bundestrainer war, welcher der Deutschen Nationalmannschaft aus der zweiten Linie den Stempel des Erfolgs aufgedrückt hatte. Zeit, um ein paarmal im Jahr die Deutsche Nationalmannschaft zu coachen, hätte Ralf Rangnick, derzeit ohne Job und Hoffnung auf ein sinnvolles Klub-Engagement. Dass diese Personalie nun vordergründig thematisiert wird, zeigt, in welchem Dilemma der Nationalmannschafts-Fussball im Allgemeinen steckt.

Entzweit der Skisport die (europäische) Einheit?

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(causasportnews / red. / 5. Dezember 2020) Gemeinhin wird dem Sport völkerverbindende Bedeutung nachgesagt, aber er kann offenbar auch «entzweiend» wirken, wie das Beispiel des Skisports zeigt. Beziehungsweise wird aktuell ersichtlich, wie nationales Denken und Handeln im Zeitalter von «Corona» prävaliert. Die Rede ist nun allerdings nicht vom kommerziell geprägten, organisierten Spitzen-Sport, sondern vom alpinen Skizirkus für alle, den sog. Alpinen Breitensport. Auch dieser weist bekannterweise bedeutende wirtschaftliche Komponenten auf. In den Skigebieten wird nicht nur Sport getrieben, sondern auch gegessen, (reichlich) getrunken; zudem erfolgt eine breitgefächerte Verlustierung; siehe Ischgl. Und das ist bei diesem Problem auch der springende Punkt. Frankreich, Italien und Deutschland tendieren dazu, ihre traditionellen Skigebiete erst nach den Feiertagen wieder frei zu geben – oder die angekündigten Restriktionen erst allmählich im neuen Jahr zu lockern. Falls es «Corona» dann zulässt. Österreich als klassisches Wintersportland ist sich (auch) der wirtschaftlichen Verantwortung in der «Corona»-Zeit bewusst und möchte eher einen liberalen Weg einschlagen, was Lockerungen von angeordneten Massnahmen anbelangt. Soweit, so gut. Wenn nun nicht die Schweiz einfach hineingrätschen würde: Das in den Augen insbesondere der Deutschen «sonderbare Bergvolk» stört die europäische Harmonie, indem es auch hier einen Sonderweg beschreiten will. Das kann die Schweiz natürlich. Immerhin gehört die Eidgenossenschaft nicht der Europäischen Union (EU) an und darf sich (einstweilen) auf die nationale Eigenständigkeit besinnen. «Im Wallis wird über die Festtage Ski gefahren und in den Restaurants gegessen», brachte es der Walliser Staatsrat Christoph Darbellay kürzlich auf den Punkt. Und der Schweizer Tourismus applaudierte. Das sorgt in den Alpenländern Frankreich, Italien und Deutschland für Verstimmung; Österreich hält sich in dieser Frage aus naheliegenden Gründen ziemlich bedeckt. Dafür schlägt der Eidgenossenschaft aus Brüssel nun ein eisiger Wind entgegen. Das alles in einem Zeitpunkt, da die Schweiz ein sog. «Rahmenabkommen» mit der EU anstrebt und eine grundsätzliche getroffene Einigung in delikaten Punkten nachverhandeln will. Da würde in der EU-Zentrale schon ein wenig Solidarität in der Krise erwartet. Klar ist, dass die Bekämpfung von «Corona» und die zu ergreifenden Massnahmen nationale Aufgaben sind. Aber ein wenig Solidarität würde die EU von der Schweiz in dieser Frage im Rahmen des Breitensportes, bei dem es sich nicht spassen lässt, durchaus erwarten. Die (vermeintliche) Aufmüpfigkeit und die harte Haltung sind unter dem Aspekt des europäischen Solidargedankens in der Tat erstaunlich, auch wenn es bei der liberalen Handhabung der «Corona»-Massnahmen vor allem um nationale Belange geht. Erstaunlich auch deshalb, weil vor allem die Schweizer Politik vor Europa geradezu kuscht und sich vor den EU-Repräsentanten jeweils unterwürfig in den Staub zu werfen pflegt. Doch jetzt zeigt das Bergvolk, europäisch gesprochen, «Cojones». Wirtschaftliche Überlegungen, auch im Zusammenhang mit dem traditionellen Skisport, sind in einem Land ohne Bodenschätze von derartiger Relevanz, dass sogar die so gefährdete, europäische Harmonie hintanstehen muss. Aber irgendwann wird «Corona» Geschichte sein; ebenso die Gefahr, dass der europäische Einheitsgedanke aufgrund der Auswüchsen dieser Pandemie auch ausserhalb der Union nachhaltig Schaden nehmen könnte.

Nur noch «sauberes» Geld im Sport

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(causasportnews / red. / 25. November 2020) Geht es nach dem Willen der Justizminister der Deutschen Bundesländer, soll das im Sport zirkulierende, bzw. «schwimmende» Geld bald nur noch ganz «sauber» sein. Die Justizministerkonferenz will in diesen Tagen entsprechende Vorstösse beschliessen, unter anderem eine Anpassung und Verbesserung der Geldwäsche-Gesetzgebung.

Die Anfälligkeiten des professionellen Sportes für «schmutziges» Geld sei längst bekannt; jedoch werde immer noch zuwenig getan, um diesem Übel beizukommen, verlautete aus Justizkreisen. Insbesondere die Fussball-Bundesliga müsse ein ureigenes Interesse haben, nicht nur die Tore auf dem Sportplatz, sondern auch das ganze Haus des Fussballs sauber zu halten. Immer mehr Geld im organisierten Sport begünstige üble pekuniäre Machenschaften, wie dies im Nachgang zum «Sommermärchen» anlässlich der Fussball-WM-Endrunde 2006 in Deutschland offenkundig geworden sei. Angestrebt werden eine bessere, transparentere Überwachung der Geldströme und Meldepflichten bei gewissen Finanz-Transaktionen im organisierten Sport. In die Regulierungsbestrebungen soll auch das Sportler-Vermittlungsgewerbe miteinbezogen werden. Bekanntlich werden auf nationaler und internationaler Ebene immer wieder undurchsichtige Transfers abgewickelt. Juristische Konstrukte in diesem Zusammenhang, aber auch etwa Werbe-Vereinbarungen von Sportlern, begünstigen die unkontrollierten Zirkulation der Gelder nicht nur im Spitzen-Fussball. Oft dienen auch «Steuer-Spar-Modelle» der Hinterziehung von Steuern durch Verschleierung von Finanzströmen. Nicht bekannt wurde, ob der Kampf gegen die Geldwäsche im Sport letztlich auch international geführt werden soll. Um die «dicken Fische» zu fangen und die Geldflüsse, soweit notwendig, transparent zu halten, ist eine globale Harmonisierung der Anti-Geldwäscherei-Aktivitäten im Sport jedoch unabdingbar.