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20, 4 Millionen Euro – auch für Real Madrid kein „Klacks“

(causasportnews / red. / 28. Mai 2019) 20,4 Millionen Euro sind kein „Klacks“, auch wenn Nutzniesser des Betrages der umsatzstärkste Fussballklub der Welt ist, Real Madrid. Rund 751 Millionen Euro haben die Madrilenen, denen es im Moment und seit dem Abgang von Star-Fussballer Cristiano Ronaldo sportlich nicht mehr so „rund“ läuft wie auch schon, in der Saison 2017/2018 umgesetzt, und nun kommen wahrscheinlich gleich nochmals 20,4 Millionen Euro dazu. Grund für den doch beträchtlichen, finanziellen Zustupf bildet ein Urteil eines Gerichts der Europäischen Union, das im Streitfall zwischen der EU-Kommission und den „Königlichen“, wie sie auch genannt werden, zu Gunsten des spanischen Traditionsklubs entschieden hat. Kern des Rechtsstreits, der von der unterlegenen EU-Kommission noch an den Europäischen Gerichtshof weiter gezogen werden kann, bildet ein staatlicher Beihilfevorgang, bei dem nach Auffassung der EU-Kommission die Stadt Madrid Real Madrid bei einem Grundstückdeal begünstig haben soll. Grundsätzlich soll sich auch ein Fussballklub keinen wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn es um staatliche Beihilfen geht. So auch nicht, wie im konkreten Fall, durch Immobilien-, bzw. Grundstückgeschäfte. Darüber wacht die EU-Kommission mit Argusaugen. Im konkreten Fall allerdings grundlos, wie das Gericht erkannte. Kurz vor dem Jahr 2000 verkauften die „Königlichen“ ihr Trainingsgelände an die Stadt Madrid und erhielten als Teil des Geschäfts ein Grundstück im Wert von gegen 600 000 Euro. Dieses Grundstück konnte allerdings nicht überbaut werden, und der Klub verkaufte es rund zehn Jahr später der Stadt. Den aktuell kalkulierten Kaufpreis von 22,7 Millionen Euro erachtete die EU-Kommission als zu hoch und die vereinbarte Zahlung als unerlaubte, staatliche Unterstützung sowie als Verstoss gegen Beihilfenbestimmungen. Dieser Meinung war das Gericht nicht und versetzte die EU-Kommission ins Unrecht. Es verneinte den Wettbewerbsvorteil von Real Madrid aus dem Grundstückkauf und späteren –verkauf zufolge des marktüblichen Preises (vgl. auch causasportnews vom 7. Juli 2016). Auf jeden Fall sind die Madrilenen nun, sollte es bei diesem Urteil bleiben, um 20,4 Millionen Euro reicher.