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Es war doch einfach nur ein Fussballspiel…

causasportnews.com – 61/2026, 5. Juli 2026

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(causasportnews / red. / 5. Juli 2026) So ging es also aus, das Sechzehntel-Finalspiel zwischen Paraguay (knapp 7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern) gegen Deutschland (etwas mehr als 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern): Mit 3:4 Toren verloren die Deutschen im Elfmeterschiessen. Das Faktum war klar: «Deutsche im Elend! Nicht nur an der WM», so sah es beispielsweise die Schweizer Boulevardzeitung «Blick» (1. Juli 2026) nach der «Nacht der Schande» («Bild» 1. Juli 2026), und wähnte gleich das «ganze Land auf Verliererkurs» (1. Juli 2026). Tapfer hielt Bundeskanzler Friedrich Merz dagegen: «Was für ein Spiel, DFB-Team! Wir sind stolz auf euch». Er hatte «es» wohl richtig gedacht, kein anderes Spiel gesehen und gemeint, er müsse die Spieler und den gescheiterten Bundestrainer mit beschwichtigenden Worten vor der Rache der über 80 Millionen Bundestrainerinnen und -trainer sowie vor dem Medien- und Kommentatoren-Mob schützen. Wenn Frustration und Depression überhandnehmen, müssen vor allem Schuldige, auch in einer «Fussball-Katastrophe», beim Namen genannt werden. Konkret waren es die Spieler, die wohl einfach nicht besser sind als die Leistungen, die sie abgeliefert haben. Absichtlich haben sie zweifelsfrei gegen Paraguay nicht verloren. Vielleicht sind sie einfach Kinder ihrer Zeit, die zu stark von der in der Gesellschaft herrschenden, eher reduzierten Leistungsbereitschaft, von fehlendem Willen zum totalen Erfolg und von den Annehmlichkeiten der Gepflogenheiten im Rahmen der «Work-Life-Balance» geprägt sind. Im Schweisse des Angesichts Erfolg zu haben, das war einmal; hier muss nicht einmal auf das Alte Testament zurückgegriffen werden. Die sportliche Pleite der Deutschen Mannschaft an der WM-Endrunde sei mit dem Gesamtzustand der Nation im Tiefflug vergleichbar, versucht Deutschland die Total-Frustration erträglicher zu machen. Die intellektuelle Hilfe zur Schmerz-Bewältigung kommt von allen Seiten, natürlich auch aus der Schweiz, dem Land, in dem Hundertausende von Deutschen dem Elend an allen Fronten in ihrer Heimat entronnen sind. Trost spendet die Zeitung «Blick» (1. Juli 2026), die es mit dem längst verstorbenen Heinrich Heine (1797 – 1856) versucht, der die Nacht, in der Deutschland an Paraguay scheiterte, heranzieht, wenn auch weder mit Fussballbezug noch zur Begründung der herrschenden Tristesse in Deutschland: «Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht». In aktuellem Zusammenhang Heinrich Heini, der damals an alles andere als Fussball gedacht hat, aus der intellektuellen Mottenkiste zu zaubern, ist wohl etwa gleich schwurblig wie des Kanzlers realitätsfremder Post zur WM-Pleite der Deutschen.

Wenn schon, müssen bei einer derartigen Misere Schuldige her. Klar, das ist in erster Linie der zwischenzeitlich verabschiedete Trainer und Fussball-Messias Julian Nagelsmann, wohl seit seinem Amtsantritt als Bundestrainer ein einziges Missverständnis. Dabei hat der bedauernswerte Trainer-Novize gegen Paraguay gar nicht gespielt!  Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Das ist nun die Kardinalfrage in der Chefetage des Deutschen Fussball-Bundes (DFB). «Jetzt muss Klopp kommen», trompetete «Bild» schon ein paar Stunden nach der WM-Blamage. Mit diesem Hintergedanken: «Klopp muss her – dann sind wir wieder wer». Das wird dann wohl so kommen (vox «Bild» – vox «Dei»). Im Roulette im Rahmen der seit Jahren unprofessionellen Trainer-Politik im DFB und nun bei der aktuellsten Trainer-Suche könnte die Glücks- oder Unglückskugel in der Tat beim bald 60jährigen Jürgen Klopp stoppen. Diesen könnte man beispielsweise mindestens mit einem 12 Jahres-Vertrag als Bundestrainer ausstatten, damit er im Falle des vorgängigen Scheiterns – oder verleihen ihm ungeahnte, vermeintliche Kräfte weiterhin Flügel? – noch vergoldet werden könnte. Schauen wir mal, was die dilettantisch agierende DFB-Funktionärsclique in der Nachfolge-Causa «Nagelsmann» ausheckt.

Was hat nun dieses sportliche Desaster um die Deutsche Nationalmannschaft ausgelöst! Jedenfalls sind alle Ebenen des Lebens in Nördlichen Nachbarland der Schweiz von Frustration, Elend, Not und Verzweiflung erfasst worden. Dabei gilt in Deutschland seit Jahren das Tagesmotto: «Ein Tag ohne Probleme ist ein langweiliger Tag».; oder: « Heute ist immer ein schlechter Tag». Das gilt offenbar auch für Fussballspiele, die nachts stattfinden. Wenigstens war der Match zwischen Deutschland und Paraguay nicht der Auslöser für einen Fussballkrieg, wie er sich nach einem WM-Qualifikationsspiel zwischen Honduras und El Salvador im Juli 1969 ereignet hatte. Hätte ja auch noch so kommen können…

Was das WM-Gruppenpartie zwischen Deutschland und Paraguay ausgelöst hat, ist teils erschreckend, teils geradezu grotesk oder pathologisch gefärbt. Dabei war doch alles nur ein Fussballspiel! Die Deutschen trösten sich nun damit, dass die Nationalmannschaft der Schweiz dank zwei Spielern, die in der Bundesliga ihr Geld verdienen (Gregor Kobel, Johan Manzambi) eine Runde weiter ist. So können die Deutschen trotz allem ein wenig am Kelch des Erfolgs (mit)nippen, denn die Schweiz erfüllte die Erwartungen gegen Algerien tadellos und hat sich für das Achtelfinale qualifiziert. Lieber unspektakulär erfolgreich statt spektakulär gescheitert.