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Prozessniederlage zweier aufstiegswilliger Volleyballklubs

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(causasportnews / red. / 18. April 2021) Ein «Pandemie-Prozess» zweier Damen-Volleyballklubs gegen den nationalen Dachverband («Swiss Volley») ist mit einer Verfahrensniederlage der Gesuchsteller zu Ende gegangen: Das Regionalgericht Bern-Mitteland hat die beantragten vorsorglichen Massnahmen, die von zwei Klubs sowie acht Volleyball-Spielerinnen, welche sich dem Verfahren auf Seite der Gesuchsteller angeschlossen hatten, abgewiesen. Bereits anfangs Februar waren die Gesuchsteller mit verlangten superprovisorischen Massnahmen (solche werden, falls erlassen, ohne Anhörung der Gegenpartei angeordnet) abgeblitzt (vgl. auch causasportnews vom 1. Februar 2021). Das Gericht vertrat die Meinung, dass mit dem Gesuch zu lange zugewartet worden sei und verweigerte deshalb superprovisorische Anordnungen. In einem weiteren Verfahrensschritt sollte dann auch dem Verband das rechtliche Gehör gewährt und über allfällige, vorsorgliche Massnahmen befunden werden.

Gegenstand des Verfahrens war die Auf- und Abstiegsregelung des Verbandes, welche Ende des letzten Jahres im Zuge von «Corona» bezüglich der Spielsaison 2020/21 beschlossen worden war. Die Verbands-Reglementsänderungen wollten die gesuchstellenden B-Klubs, einer von ihnen ist der bekannte Klub «Volero Zürich» des begüterten und ebenso streitbaren Geschäftsmannes Stav Jacobi, sowie mehrere Volleyball-Spielerinnen nicht akzeptieren. Auf dem Rechtsweg versuchten sie die Ausserkraftsetzung der beschlossenen Reglementsbestimmungen, welche die Aufstiegsmöglichkeiten der Klubs zunichte gemacht hatten, zu erwirken. In der laufenden «Pandemie-Saison», so die Gesuchsteller, sollte die Möglichkeit gewahrt bleiben, sportlich um den Aufstieg zu spielen; dies sah der Verband im Zuge der derzeitigen Pandemie als unrealistisch und als nicht gangbare Option an. Erwartungsgemäss scheiterten die Gesuchsteller nun definitiv vor der sportrechts-erprobten Berner Gerichtsinstanz, nachdem auch die Gegenpartei («Swiss Volley») ihren Standpunkt einbringen konnte. «Causa Sport» (ww.causasport.org) wird auf das Verfahren zurückkommen.

Ausser Kraft gesetzte Auf- und Abstiegsregelung vor Gericht

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(causasportnews / red. / 1. Februar 2021) Ein typischer «Pandemie-Prozess» steht gemäss verschiedenen Medienberichten dem Schweizer Sport ins Haus. Von zwei B-Volleyballklubs und mehreren Volleyball-Spielerinnen soll am Regionalgericht Bern-Mittelland erwirkt werden, dass die vom Schweizerischen Volleyball-Dachverband («Swiss Volley») im Zuge von «Corona» beschlossene Regelung bezüglich der Auf- und Abstiege, die es in der laufenden Meisterschaft nicht (mehr) geben soll, ausser Kraft gesetzt wird. Volero Zürich AG und der Volleyballclub Züri Unterland, zwei B-Klubs mit Ambitionen, wollen sich so die Aufstiegsmöglichkeiten in die höchste Spielklasse offen halten. Die beiden Klubs bringen vor, mit Blick auf einen anzuvisierenden Aufstieg seien von Klub- und Spielerinnen-Seite die entsprechenden Vorkehren getroffen und massive Mittel investiert worden. Mit dem Verbandsbeschluss würden nun die aufstiegswilligen und -fähigen Klubs dieser sportlich elementaren Möglichkeit des Aufstiegs beraubt. Mithin sei die verbaute Möglichkeit eines Aufstiegs eine unzulässige Regeländerung während eines laufenden Spiels.

Die «Corona»-Pandemie wirbelt auch den organisierten Sport immer wieder arg durcheinander. Nicht selten stellt sich dabei für Ligen und Verbände insbesondere in Mannschaftssportarten die Frage, ob und wie Meisterschaften überhaupt noch durchgeführt werden können. Unter diesen Vorzeichen ist auch der Beschluss des Volleyballverbandes zu sehen, der es aufgrund der ausserordentlichen Verhältnisse als opportun betrachtete, die satzungsrechtlich vorgesehene Auf- und Abstiegsregelung einstweilen auszusetzen. Die beiden Klubs, gemeinsam als Frauen-Team Volero Züri Unterland agierend, wollen nun am Berner Gericht eine Einstweilige Verfügung erwirken, um sich die «Option Aufstieg» dennoch zu sichern. Über die Erfolgsaussichten dieser rechtlichen Schritte gegen den Verband gehen die Meinungen, wie oft bei derartigen Konstellationen, auseinander. Tendenziell dürfte dem Begehren eher geringe Erfolgschancen eingeräumt werden. Aufgrund der ausserordentlichen Lage sind generell auch ausserordentliche Massnahmen und Entscheide eher begründbar. Der nun auf gerichtlichem Wege attackierte Verbandsentscheid dürfte auch kaum als Änderung der Spielregeln während eines laufenden Spiels qualifiziert werden. Im konkreten Fall kann von einer konventionellen Spielregeländerung so oder so nicht gesprochen werden. Betroffen ist zudem nicht ein Spiel, sondern es geht eher um die Rahmenbedingungen eines Meisterschaftsbetriebes, eines sog. «Mehrstufenspiels». Üblicherweise tritt ein Gericht auf Begehren im Spielregelbereich nicht ein, ausser es seien etwa Persönlichkeitsrechte der Gesuchssteller(innen) betroffen (vgl. dazu etwa den wegweisenden Entscheid des Schweizerischen Bundesgerichts: BGE 120 II 369 ff.). Die Gesuchssteller dürften vor allem mit persönlichkeitsrechtlichen Argumenten versuchen, die Voraussetzungen für einen möglichen Aufstieg zu schaffen.

Arminia Bielefeld wieder erstklassig – 50 Jahre nach dem Skandal

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(causasportnews / red. / 10. Juli 2020) Seit kurzem ist bekannt, dass Werder Bremen auch in der kommenden Bundesliga-Spielsaison in der obersten Spielklasse mittun wird. Neu dabei sein werden der VfB Stuttgart, der nach kurzer Zeit in der 2. Liga wieder erstklassig geworden ist, und, für viele nicht zwingend erwartet, der Tabellenerste der 2. Bundesliga, Arminia Bielefeld. Alte Fussball-Fans erinnern sich bei diesem Namen sofort an den vor rund 50 Jahren aufgeflogenen „Bundesliga-Skandal“, in dem Bielefeld eine wesentliche Roll gespielt hatte. Es ging unter anderem um den Abstiegskampf in der Bundesliga-Saison 1970/71 und um ein denkwürdiges Spiel, das Arminia Bielefeld gegen Schalke 04 auswärts 1:0 gewonnen hatte. In feuchtfröhlicher Stimmung liess der damalige, schillernde Präsident von Kickers Offenbach, Horst-Gregorio Canellas, die „Katze“ aus dem Sack und bot die Initialzündung für die nachfolgenden, umfassenden Fussball-Ermittlungen durch den legendären DFB-Chefankläger Hans Kindermann. Die Untersuchung ergab, dass u.a. für den Sieg in Gelsenkirchen 40 000 Mark aus Bielefeld geflossen waren. Im Zuge dieses ersten, grossen Skandals der Nachkriegszeit um manipulierte Fussballspiele in der Bundesliga setzt es bei den Beteiligten, massgeblich involviert war in die Vorkommnisse auch Rot-Weiss Oberhausen, Dutzende von Spieler- und Trainer-Sperren ab. Der „Bundesliga-Skandal“ ist längst Geschichte. Aktuell lässt sich wohl risikolos die Behauptung aufstellen, dass der jetzige Aufstieg von Arminia Bielefeld mit rein sportlichen Mitteln Tatsache wurde. Immerhin beendeten die Kicker aus der etwas mehr als 300 000 Einwohner zählenden Stadt in Nordrhein-Westfalen die Meisterschaft in der 2. Bundesliga souverän auf Platz 1 – mit immerhin zehn Punkten Vorsprung auf den VfB Stuttgart. Der renommierte Hamburger SV hatte 2019/20 nicht den Hauch einer Chance, den Bielefeldern oder den Stuttgartern im Kampf um den Aufstieg gefährlich zu werden.