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Kariem Husseins Doping-Sperre definitiv

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(causasportnews / red. / 22. August 2021) Was der gesperrte Schweizer Top-Leichtathlet Kariem Hussein bereits durchblicken liess, ist nun definitiv: Der wegen eines Doping-Vergehens von der Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic für neun Monate von jeglicher Wettkampfaktivität ausgeschlossene Hürdenläufer aus dem Thurgau (causasportnews vom 24. Juli 2021) hat auf die Ergreifung von Rechtsmitteln gegen die ausgefällte Sanktion verzichtet. Das überrascht nicht, hat der 32jährige Athlet doch gleich nach seiner «Tat» (Verwendung von Gly-Coramin-Lutschtabletten) den Vorfall bedauert und erklärt, er wolle sich der Strafe unterziehen. Nun ist die Rechtsmittelfrist abgelaufen und die Doping-Sperre somit definitiv, was von zuständigen Stellen bestätigt worden ist. Da der Sanktions-Entscheid gegen Kariem Hussein vom Präsidenten der Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic ergangen war, hätte zunächst der Rechtsbehelf des Einspruchs ergriffen werden müssen; dies hätte dann zur Durchführung eines ordentlichen Verfahrens vor der Disziplinarkammer geführt; ein Entscheid hätte anschliessend mit Berufung an das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) in Lausanne gezogen werden können. Das alles ist nun juristische Theorie, der Hürdenläufer übt sich nach wie vor in Demut und akzeptiert den temporären Ausschluss aus dem Wettkampfsport.

Die Verwendung derartiger Lutschtabletten ist zwar ein Doping-Delikt, doch darf hier die Frage nach der Verhältnismässigkeit gestellt werden. Das «Delikt», für das sich Kariem Hussein «geständig» erklärt hat und wofür er bestraft wurde, ist zwar gemäss Doping-Regularien nicht zu beanstanden. Für den Athleten, der in knapp einem halben Jahr 33 Jahre alt wird, ist die Sanktion dennoch hart und sportlich einschneidend. Die Verfehlung ist allerdings im Bereich der Bagatellen anzusiedeln. Insbesondere hat der Thurgauer mit der Verwendung der Lutschtabletten keine Leistungsmanipulation vorgenommen oder gewollt. Es war eine Unachtsamkeit ohne Leistungs-Beeinflussungswert; deshalb hat er die Verfehlung auch nicht beschönigt oder bagatellisiert. Dennoch ist die Bestrafung gemäss Modul-Sanktionspraxis der Anti-Doping-Behörden erfolgt. So blieb der im Sport-Sanktionsrecht geltende und anzuwendende Verschuldensgrundsatz auf der Strecke, und Kariem Hussein ist exakt gemäss Sanktions-Schema für Doping-Delinquenten bestraft worden. Es wäre wohl, mit Blick auf das Verschulden (Vorwerfbarkeit der Tat), auch eine mildere Sanktionierung vertretbar gewesen. Die (ausländische) Konkurrenz der Medaillen-Hoffnung aus dem Thurgau mit Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio wird den Ausschluss des Schweizers von den Wettkämpfen in Tokio durch die Schweizer Anti-Doping-Behörde (!) nicht gerade betrauert haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Hürdenläufer nach Verbüssung seiner Sperre nochmals ganz «oben» mitmischen wird, ist zudem eher relativiert zu betrachten.

(Auf die sanktionsrechtlichen Aspekte im «Fall Kariem Hussein» wird «Causa Sport» in der nächsten Ausgabe, 2/2021, zurückkommen).

«Causa Silas»: Des Volkes Zorn beschwichtigt

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(causasportnews / red. / 14. Juni 2021) Die Identitäts-Affäre um den Spieler des VfB Stuttgart, Silas Wamangituka, der tatsächlich Silas Katompa Mvumpa heisst und auch nicht 22, sondern bereits 23 Jahre alt ist, scheint erledigt zu sein – wenigstens auf sport-rechtlicher Ebene (vgl. auch causasportnews vom 10. Juni 2021). Der Deutsche Fussball-Verband sanktionierte den Akteur mit einer Spielsperre von drei Monaten (bis zum 11. September 2021) und mit einer Busse von 30 000 Euro. «Blitz-Witz-Sperre» titelte dazu die BILD-Zeitung. Das Boulevard-Blatt bringt es auf den Punkt. Der Kongolese befindet sich in der Sommerpause und ist zudem verletzt; er wird erst im November wieder spielen können. Die Busse ist bei einem Jahresgehalt von eineinhalb Millionen Euro wohl ebenfalls zu verschmerzen. Hauptsache ist, mit einer Sanktion ist der Fall, in dem niemand zu schaden gekommen oder betrogen worden ist, erledigt. Und des Volkes Zorn ist zudem beschwichtigt. So mutet es eigenartig an (oder eben, gemäss BILD, als «Witz»), dass der VfB Stuttgart-Star für dieses Identitätswirrwarr wegen «unsportlichen Verhaltens» sanktioniert worden ist. Unsportliches Tun, Dulden und gefordertes Unterlassen tönt sonst anders. Aber das ist das Schöne an generell gehaltenen Sanktionsbestimmungen: Sie lassen sich dehnen und biegen und auf jeglichen, beliebigen Sachverhalt anwenden. Die Grenze zwischen konformer Subsumption und Rechtsbeugung ist oft fliessend. Wie würde es wohl der abgeschossene DFB-Präsident Fritz Keller mit Blick auf den Entscheid der DFB-Juristen ungeschminkt auf den Punkt bringen: Sport-Rechtsbeugung frei nach Roland Freisler? Apropos: Noch immer wird es als grosses Geheimnis gehütet, weshalb der ehemalige DFB-Präsident aus Freiburg i.Br. seinen Vize-Präsidenten, Dr. Rainer Koch, in Verbindung mit dem berüchtigten NS-Richter, einem Meister der Rechtsbeugung, gebracht hat. War es auch nur ein unsportliches Verhalten? Oder doch schon ein bösartiges Foul?

Gewinner und Verlierer in der Krise

Home of FIFA, Zürich, © Ed Coyle

(causasportnews / red. / 27. März 2021) Das war sogar für die stramm bürgerliche und wirtschafts-freundliche «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) zuviel: Im «Corona»-Jahr vermeldete der Welt-Fussballverband FIFA einen Verlust von über 700 Millionen Dollar; das sei zwar in der Krise verständlich. Das fürstliche Salär des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino von satten drei Millionen Schweizer Franken sind für das Blatt von der Zürcher Falkenstrasse jedoch zumindest unverständlich. Eine etwas mutigere Einschätzung wäre wohl gewesen: Das geht gar nicht! Schliesslich präsidiert der 51jährige Waliser immerhin einen idealen, nicht-wirtschaftlichen Zwecken verpflichtenden Verband nach schweizerischem Vereinsrecht. Das Salär des FIFA-Präsidenten bildete bei seinem Amtsantritt 2016 ein Haupt-Diskussions- und Streitpunkt. Seit Gianni Infantino das damals in den Raum gestellte Salär von zwei Millionen pro Jahr als Geringschätzung seiner Person und seiner Arbeit bezeichnet hat, ist sein eh nicht berauschender Beliebtheitsgrad nicht mehr aus dem Keller gekommen. Zwischenzeitlich hat der Verband die Arbeit des Funktionärs, um dessen Leistungsausweis nach fünfjähriger Präsidialzeit eigentlich niemand so richtig weiss, aber doch honoriert und entrichtet dem Walliser aus Brig ein für einen nicht wirtschaftlich ausgerichteten Sportverband horrendes Salär von offiziell drei Millionen Schweizer Franken – Krise hin oder her. Auch die längst aus der Öffentlichkeit verschwundene Generalsekretärin Fatma Samoura streicht für ihre unsichtbare Aktivität im Weltfussball jährlich weit über eine Million Schweizer Franken ein. Was in der Finanzindustrie gang und gäbe ist, geziemt sich offenbar auch für den Weltverband mit Sitz in der Schweiz.

Die Verluste, welche die FIFA derzeit einfährt, sind darauf zurückzuführen, dass zahlreiche Wettbewerbe und Turniere abgesagt oder verschoben werden mussten. Spiele ohne Zuschauer bringen zwar (zufolge der TV-Vermarktung) Geld, aber ohne Zuschauer leidet die Ticketingbranche ebenso wie der Hospitality-Bereich oder das Marketingbusiness. Nachdem nun bekannt geworden ist, dass der Vorgänger von Gianni Infantino, Joseph Blatter, sowie der ehemalige Generalsekretär, Jérôme Valcke, von der FIFA-Ethikkommission u.a. mit je einer Million Franken gebüsst worden sind, wird gemunkelt, dass die FIFA auf diesem Wege versuche, die schrumpfenden Erträge zu kompensieren. Wird noch die im vergangenen Jahr ausgefällte Busse von einer Million Schweizer Franken gegenüber dem ehemaligen FIFA-Finanzchef, Dr. Markus Kattner, hinzugezählt, reichen diese Bussen von insgesamt drei Millionen Schweizer Franken wenigstens aus, um den Präsidenten während eines Jahres durchzufinanzieren. Allerdings werden diese ausgefällten Geldstrafen kaum einbringlich gemacht werden können. Keiner der gebüssten, ehemaligen Fussball-Protagonisten wird insbesondere diese pekuniäre Schmach auf sich sitzen lassen. Schon aus juristischen Gründen sind die ausgefällten Bussen kaum zu halten, nicht nur weil sie unverhältnismässig hoch sind. Vor allem die Busse und die ebenfalls verhängte Fussball-Sperre von fast sieben Jahren gegen den 85jährigen Joseph Blatter kommen in der Öffentlichkeit nicht gut an und werden vor allem als unfaires «Nachtreten» des aktuellen FIFA-Präsidenten und seinen Claqueuren qualifiziert. Auch das geht nicht: Dass ein betagter, ehemaliger Funktionär auf diese Weise drangsaliert wird, ist für die Massen ein «no go», auch wenn Joseph Blatter Verfehlungen begangen haben sollte und während seiner Präsidentschaft zweifelsfrei nicht immer alles richtig gemacht hat. Aktuell ist er, obwohl der FIFA-Jurisdiktion und dem Verband längst entrückt, wegen Vorteilsannahme, Interessenkonflikten und Illoyalitäten vom FIFA-Organ «Ethikkommission» sanktioniert und eben für mehrere Jahre gesperrt und mit einer Million Franken gebüsst worden. Drei Ethik-Richter aus Griechenland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Belgien haben den wohl untauglichen Versuch unternommen, auf diese Weise mit harter Hand Schweizerisches Vereinsrecht anzuwenden. Die Gallier Asterix und Obelix würden die Vorkommnisse auf dem FIFA-Hügel wohl knapp und knackig werten: «Die spinnen, die FIFA-Funktionäre».

Skurriles um einen Doping-Vorgang

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(causasportnews / red. / 22. Februar 2021) Es gab sie immer wieder, die Skurrilitäten um Doping-Vorgänge. Und natürlich Verschwörungstheorien. Da sollte einmal eine Zahnpasta an einem positiven Doping-Befund schuld gewesen sein (wie im «Fall Dieter Baumann»), dann wurden positive Doping-Proben auf exzessiven Lamm- oder Rindfleischkonsum zurückgeführt. Oder es war ein Masseur, welcher dem Radprofessional eine testosteronhaltige Crème einmassiert hatte. Gängige Erklärungen nach positiven Doping-Auswertungen waren auch der Konsum dubioser, chemischer Präparate aus China, die Verwendung von problematischen Abführmitteln oder die Einnahme von Substanzen zur Steigerung sexueller Leistungsfähigkeit (die offensichtlich immer wieder mit sportlicher Leistungsfähigkeit gleichgesetzt wurde); oder schlicht ein zu intensives Sexualleben mit entsprechenden (Doping-)Nebenerscheinungen. Der unlängst verstorbene Diego Armando Maradona soll ein Ephedrin-haltiges Mittel gegen eine Erkältung eingenommen haben, usw. Wenn nicht ein Komplott – dann war «es» einfach dumm gelaufen.

Ein spezieller Fall beschäftigt seit ein paar Tagen nicht nur die Sportszene. Kürzlich stellte das Landgericht Bozen das Verfahren gegen den Geher Alex Schwazer wegen Dopingbetrugs ein. Der 36jährige Leichtathlet ist nicht irgendwer, sondern einer der besten seines Fachs. 2008 wurde er in dieser Disziplin in Peking Olympiasieger. 2012 folgte eine vierjährige Sperre wegen Dopingvergehens (EPO). Am frühen Neujahrsmorgen 2016 (!) gab der Italiener eine weitere Dopingprobe ab, bzw. wurde von Kontrolleuren zu Hause dazu angehalten, eine Urinprobe abzugeben, was dann auch geschah. Gegen die danach ausgefällte achtjährige Sperre nach dem positiven Dopingbefund kämpft er seither an; gegen ihn lief bis vor kurzem auch ein Verfahren durch die italienische Justiz wegen Sportbetrugs. Der Athlet wandte gegen die in den frühen Morgenstunden des Neujahrstags 2016 entnommene Dopingprobe umgehend ein, dass er einem Komplott zum Opfer gefallen sei. In der Tat mutet es sonderbar an, dass die Probe in der Nacht von Silvester 2015 auf Neujahr 2016 vorgenommen wurde. Alex Schwazer und sein Trainer prangerten stets die Heuchelei seitens der Verbände und Anti-Doping-Behörden an und schufen sich deshalb in der Szene nicht gerade viele Freunde. Dass der Athlet bei der Dopingprobe 2016 hereingelegt worden sei, ist auch für die italienische Justiz nicht abwegig. Die Strafjustiz erachtet es vielmehr als wahrscheinlich, dass der Geher ungerechtfertigterweise in den Fokus der Dopingfahnder geraten und die Dopingprobe manipuliert worden sei. Es gebe Hinweise darauf, dass diese in der Tat nachträglich, in Stuttgart oder in Köln, verändert worden sei. Sonderbar war nämlich, dass die Urinprobe im Verlaufe des Prozedere eine Ortsmarke trug, was unüblich ist und gegen die Vorgaben der Anonymität verstiess. Erst wurde die Dopingprobe nach dem Neujahrsmorgen 2016 als negativ gewertet, später, als die Identität des Athleten bekannt wurde, (in Köln) plötzlich positiv. Mehr als peinlich ist der Vorgang für die World Anti Doping Agency (WADA) und weitere Sanktionsbehörden des organisierten Sports. Sie schreien nun nach der Einstellung des Verfahrens gegen den Geher durch die italienische Justiz in Bozen Zeter und Mordio und drohen mit Klagen gegen was und wen auch immer. Das juristische Hickhack um den «Fall Alex Schwazer» wird trotz dieser Verfahrenseinstellung durch die Justiz in Oberitalien wohl noch anhalten, derweil sich der Athlet auf die Olympischen Spiele diesen Sommer in Tokio vorbereitet – falls sie denn überhaupt stattfinden werden.

Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit Doping im Sport machen immer wieder die Runde; und auch die abenteuerlichsten Erklärungen werden ebenso dann und wann zum Besten gegeben, wenn es gilt, sich (als Athletin oder Athlet) von Dopingvorwürfen reinzuwaschen. In der «Causa Alex Schwazer» wird das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Je nachdem wird der skurrile Vorgang unter die Rubrik «Pleiten, Pech und Pannen» (seitens der Sport-Sanktionsbehörden) zu subsumieren sein. Oder unter «Verschwörung», «Rache» oder was auch sonst immer.

Vom «Schiedsrichter-Jäger» – zum Fussball-Präsidenten

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(causasportnews / red. / 24. November 2020) Zumindest den älteren Sport-Interessierten sind die Szenen, die sich am 7. Oktober 1989 im Fussball-Stadion «Tourbillon» in Sion ereignet haben, noch in Erinnerung. Es waren regelrechte Jagd-Szenen, welche vor allem die TV-Zuschauer schockierten. Die Hatz, eine eigentliche «Hexen- bzw. Schiedsrichter-Jagd», auf den bemitleidenswerten Schiedsrichter Bruno Klötzli war rund um den Erdball nicht nur in den Nachrichten zu sehen. Der «Fall» manifestierte auch ein offensichtliches, gesellschaftliches Problem, etwa den aufgeklärten Umgang mit Autoritäten. Bis anhin galt für einen Schiedsrichter das «noli me tangere» (berühre mich nicht!). Schiedsrichter Bruno Klötzli pfiff auf dem (permanent) «heissen» Terrain des «Tourbillon» just in jenem Sekundenbruchteil das Spiel zwischen dem FC Sion und dem FC Wettingen ab, als der Ball über die Torlinie flog. Kein Tor, entschied er, was den FC Sion und seine fanatischen Anhänger beglückte, den FC Wettingen jedoch in Rage brachte. Das Tor hätte in der Nachspielzeit den Ausgleich für den FC Wettingen bedeutet, der bis zu jener Szene 0:1 im Rückstand lag. Spiel verloren, Frustbewältigung war angesagt. Vor allem vier Spieler verfolgten und attackierten den flüchtenden Schiedsrichter, dessen verängstigter Gesichtsausdruck von den TV-Kameras in brutaler Realität eingefangen wurde. Einer dieser Akteure war der heute 53jährig Reto Baumgartner, der damals für die zwischenzeitlich in der Fussball-Anonymität verschwundenen Aargauer kickte (der FC Wettingen spielte in jenem Jahr im UEFA-Cup u.a. gegen die SSC Napoli – mit Diego Maradona im Kader). Reto Baumgartner und die Mannschaftskollegen Roger Kundert, Alex Germann und Martin Frei wurden für die gravierende Verletzung der Schiedsrichter-Integrität mit harten Sanktionen belegt – Reto Baumgartner mit einem zehnmonatigen Berufsverbot. Später wechselte der Heisssporn zum FC Basel. Seither lebt und arbeitet Reto Baumgartner (als Leiter Berufsbildung des Gewerbeverbandes) in der Region Basel. Der ehemalige Spieler ist natürlich längst geläutert, sogar so, dass ihn kürzlich die Mitglieder des Vereins FC Basel zum Vereinspräsidenten wählten (die Professional-Abteilung des FC Basel, die FC Basel 1893 Aktiengesellschaft, ist mit dem Verein FC Basel nicht identisch; neu ist bei diesem gesellschaftsrechtlichen Konstrukt seit der Wahl von Reto Baumgartner zum Vereins-Präsidenten, dass die Präsidien des Vereins und der Aktiengesellschaft nicht mehr in Personalunion versehen werden).  In der FC Basel 1893 AG wirkt nach wie vor Bernhard Burgener als Präsident. Dieser ist seit geraumer Zeit in der Entertainment-Branche und im TV- und Film-Business tätig. Die damalige Jagd auf Schiedsrichter Bruno Klötzli mit Reto Baumgartner als einer der Hauptdarsteller dürfte trotz der neuen Rolle von Reto Baumgartner im FC Basel kein Verfilmungsthema für Bernhard Burgener werden. Die Hauptdarsteller von damals würden aber zweifellos Stoff für eine Filmgeschichte abgeben. Der attackierte Bruno Klötzli geriet nach dem Skandal in Sion auf die schiefe Bahn, verfiel der Spielsucht, unterschlug Geld und fing sich erst nach Jahren wieder auf. Heute führt er in der Westschweiz ein Restaurant.