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Sport-Agenda diktiert Krieg und Frieden

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(causasportnewes / red. / 25. Februar 2022) Noch keine Woche ist es her, seit das Olympische Feuer in Peking erloschen ist; und schon herrscht ein grausamer Krieg in Europa. Was kalkulierbar und evident war, wurde leider traurige Tatsache: Die Sport-Agenda diktiert Krieg und Frieden. Es war zwar nicht selbstverständlich, dass Wladimir Putin das eherne Gesetz, dass während den Olympischen Spiele kriegerische Handlungen zu ruhen haben, befolgen würde. Der Diktator und Kriegstreiber ist so unberechenbar wie jede Medaillen-Prognose. In den letzten Tagen war die Welt hauptsächlich damit beschäftigt zu eruieren, was der Kreml-Herrscher mit seinen abstrusen Äusserungen und wirren Gedankengängen wohl meinen könnte; das aufgedunsene Gesicht des ehemaligen KGB-Agenten liess schlimmes erahnen. Nicht mehr die Fakten zählten, sondern das Kaffeesatz-Lesen in den Niederungen diktatorischer Gefilde. Es wiederholt sich heute die Geschichte in Europa, die sich letztmals in dieser drastischen Form am 1. April 1932 zutrug, als der irre «Führer» am 1. September 1939 Polen überfiel und damit einen Flächenbrand in Europa und in der Welt entfachte. Wie damals, schaut heute die Welt tat- und machtlos zu. Hilflos und gedemütigt nahmen in den letzten Tagen Politikerinnen und Politiker jeglicher Schattierung am langen Tisch des selbstgefälligen Diktators im Kreml Platz und liessen sich verzwergen, vorführen und zu Polit-Clowns degradieren. So war es auch vor und im Jahr 1939. Schwache Politikerinnen und Politiker ermöglichen das Wirken von Diktatoren jedwelcher Schattierung. Die Politik im Westen gibt in der «Causa Russland» ein jämmerliches Bild ab. Es gibt, wie in solchen Situationen, offenbar kein Mittel gegen Aggressoren, die zur Erfüllung ihrer angeblichen Missionen Leichenberge und menschliches Elend in Kauf nehmen. Uneinige, schwache, egoistische und wankelmütige Politikerinnen und Politiker auf der ganzen, westlichen Welt begünstigen, dass nun nach rund 80 Jahren ein tragischer Russland-Feldzug in umgekehrter Richtung stattfindet. Idealverstecke, um nicht Farbe bekennen zu müssen, bilden wirtschaftliche Interessen, mangelnde Courage, Unfähigkeit, Feigheit und teils auch das Verschanzen hinter Neutralitätsduseleien (wie in der Schweiz). Im Gegensatz zum Drama, das 1939 seinen Anfang nahm und bis 1945 die Welt beherrschte, kann heute nicht einmal mehr auf potentielle Stauffenberg’s gesetzt werden. Mit der russischen Aggression wird, ein schwacher Trost, die Grundweisheit, dass jede Generation einen Krieg durchzustehen hat, bestätigt. Boykotte scheinen heute das einzige Mittel zu sein, um der russischen Aggression entgegenzuhalten; dabei wird konkret das Volk bestraft, nicht aber der Diktator. Eine andere Grundweisheit ist allerdings, dass Diktaturen ihre Legitimation vor allem auch in kommunistischen Demokratien kraft des durch Mehrheiten geschaffenen positiven Rechts erhalten. Recht und Moral finden dann allerdings auf zwei verschiedenen Ebenen statt.

Wie sehr sich Russland doch in kurzer Zeit verändert hat! Vor knapp vier Jahren stand im prächtigen Land der grösste und beste Sportanlass, den sich die Welt vorstellen kann, vor der Türe; bzw. putzte sich Russland für das Ereignis, das dann vor allem propagandistisch genutzt und ge- oder missbraucht wurde, heraus. Vier Jahre vor der Fussball-WM-Endrunde 2018 trug die «Olympische Familie» ihre Wettkämpfe in Sotschi aus; die Krim-Annexion im selben Jahr 2014 ist heute weit weg. Wegen Staatsdopings wurde Russland danach im Weltsport kaltgestellt, aber eigentlich doch nicht so ganz. Als Nationalmannschaft nahm die russische Mannschaft etwa an den vor knapp einer Woche beendeten Winterspielen in Peking nicht teil. Das als politisch agierende, wankelmütige Internationale Olympische Komitee (IOK), ein Verein mit Sitz in der Schweiz, liess das Land dann doch zu, unter dem (Umgehungs-)Titel «Team ROC» (Russian Olympic Committee). Gradlinigkeit und konsequentes Handeln sind nicht gerade die Attribute des IOK. Deshalb wird der Sport mit seinen schwachen und mutlosen Funktionären und Protagonisten nicht zum sportlichen Gegenschlag gegenüber den russischen Aggressoren antreten. Die Binsenweisheit, dass die Sport-Agenda Krieg und Frieden diktiert, scheint weit weg zu sein. Oder doch nicht? Etwas Hoffnung belässt im Moment der Europäische Fussballverband (UEFA). Er will Russland den vielbeachteten Champions League-Final vom 28. Mai 2022 in St. Petersburg in Russland entziehen. Ein Land, das einen ungerechtfertigten, brutalen Offensiv-Krieg führt, soll also nicht noch mit der Austragung eines der grössten Sportanlässe belohnt werden! Der Sport und die Sportpolitik könn(t)en bewirken, die russische Aggression wenigstens ein bisschen zu bekämpfen. Wladimir Putin trägt allerdings nur zufälligerweise den fast identischen Namen wie Grigori Rasputin

«Medaillenspiegel» lügen nicht…

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(causasportnews / red. / 23. Februar 2022) Nach Abschluss der Olympischen Winterspiele in Peking nehmen die Nachbearbeitung der Wettkämpfe breiten Raum ein. Im Vordergrund steht dabei der «Medaillenspiegel» (relevant ist die Anzahl der goldenen Auszeichnungen), der mit Blick auf die 109 Medaillensätze Interessantes vermittelt: Die mit Abstand erfolgreichste Nation ist Norwegen mit insgesamt 37 Medaillen (16 goldene Auszeichnungen); Deutschland belegte den zweiten Platz (27 Medaillen; 12 Goldmedaillen). Österreich rangiert auf Platz sieben (18 Medaillen; 7 Goldmedaillen), einen Rang vor der Schweiz (14 Medaillen; 7 Goldmedaillen); die Schweiz platzierte sich knapp vor dem Team Russlands (ROC, 32 Medaillen; 6 Goldmedaillen). «Medaillenspiegel» lügen nicht, oder höchstens ein wenig.

Erklärtes Ziel der Schweiz war es, in Peking 15 Medaillen zu gewinnen. Es hätte durchaus einen Prognosen-Volltreffer absetzen können, doch wurde der Gewinn der 15. Medaille auf unglückliche Art und Weise vergeigt. Fanny Smith, die ambitionierte Freestyle-Sportlerin, wurde regelrecht um die Früchte ihrer Arbeit im Schnee gebracht. Erst Tage nach dem Verdikt wurde seitens Swiss Ski Rekurs beim Internationalen Skiverband (FIS) eingelegt. Es ist nicht auszuschliessen, dass dereinst der Internationale Sport-Schiedsgerichtshof in Lausanne (TAS) darüber befinden wird, ob der Schweiz im «Medaillenspiegel» von Peking noch die 15. Medaille gutgeschrieben wird. Apropos Schweiz: Die 14 Medaillen (davon 7 goldene Auszeichnungen) wurden ausschliesslich im Skisport errungen. Was bedeutet: Die Schweiz ist ausserhalb des Skisports zur «tote» Wintersport-Nation geworden. Früher waren etwa die Bob-Fahrer, die Langläufer und Skispringer sichere Medaillenwerte. Davon ist nichts mehr übrig geblieben. Aus dem «Medaillenspiegel» kann herausgelesen werden, dass der Wintersport in der Schweiz nur noch auf den Skipisten stattfindet. Was zudem auffällt: In Peking gelangten 109 Medaillensätze zur Verteilung, sieben mehr als 2018 in Pyeongchang (in Sapporo 1972 waren es lediglich 35 Wettbewerbe). Im Vergleich zu Sapporo (1972) mit 10 gewonnenen Medaillen in 35 Wettkämpfen hat sich die Schweiz in Peking mit 14 Medaillen in 109 Wettkämpfen gesamthaft und verhältnismässig massiv verschlechtert. Durchwegs Konstanz weist Norwegen auf: Die Nordländer führen die Wertungen Anzahl Medaillen (37), Medaillen pro Athlet/in (84; 0,440), Medaillen pro Einwohner (5,511 Einwohner in Millionen; 6,71 pro eine Million Einwohner) an. Nur nach dem Bruttoinlandprodukt liegt Slowenien an der Spitze…, vor Norwegen. Nochmals zur Schweiz: Mit total 15 Medaillen waren die Wettkämpfe in Südkorea 2018 die erfolgreichsten Winterspiele für das Skisportland im Herzen Europas. 1972 gewannen die Eidgenossinnen und Eidgenossen 10 Medaillen. Die Peking-Wertung Medaillen pro Einwohner gewinnt Norwegen vor Slowenien, Österreich, Schweden und der Schweiz. Die Wertung Anzahl Medaillen geht an Norwegen (37 Medaillen). Danach folgt das Team Russland (32 Medaillen), auf Platz drei kommt Deutschland mit 27 Medaillen.

Olympia 2022 ist Geschichte – nun bangt die Welt

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(causasportnews / red. / 20. Februar 2022) Die Welt atmet auf und bangt dennoch. Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking sind Geschichte. Der unter dem Damoklesschwert von «Corona» durchgezitterte Grossanlass konnte einigermassen unbeschadet zu Ende geführt werden. Flächendeckende Freude kaum jedoch während der zwei Wettkampf-Wochen kaum je auf. Zu stark dominierte neben der Pandemie die Sorge um den sog. «Ukraine-Konflikt». Wie voraussehbar (causasportnews vom 28. Januar 2022), hielt der «Olympische Friede» durch und durch, und es war an sich klar, dass Wladimir Putin seinem chinesischen Pendant Xi Jinping diesen Propaganda-Anlass nicht durch einen Krieg mit der Ukraine während der Wettkämpfe verderben wollte; das war schon evident, als der russische Machthaber zur Eröffnungsfeier nach Peking reiste und vor der sonst abwesenden Polit-Prominenz aus aller Welt Präsenz markierte (causasportnews vom 8. Februar 2022). Dass das Ruhen kriegerischer Auseinandersetzungen während Olympia nicht nur eine Legende ist, demonstrierten zwei Freestyler kurz vor dem Abschluss der Wettkämpfe, als sich der zweitplatzierte Ukrainer Oleksandr Abramenko und der Bronze-Medaillengewinner Ilya Burov nach getaner Arbeit im Schnee umarmten und herzten. Logisch, dass diese Geste zwischen zwei Sportlern einen Eklat auslösten. Zu stark dominiert nun erneut und verstärkt die Angst, was die Russen mit den zusammengesetzten Truppen an der Grenze zur Ukraine jetzt wohl anstellen würden. Die verbreiteten Angst-Psychosen und Hysterien des Westens sowie die glücklicherweise bis jetzt nicht Tatsache gewordenen Prophezeiungen (vor allem seitens der USA unter Führung eines deroutierten Präsidenten) über einen Einmarsch der Russen in der Ukraine belassen dem Kreml-Herrscher an sich nur eine Option, um dem Desaster ohne Gesichtsverlust zu entkommen. Die auf diese Weise ungewollt, jedoch naiverweise zu Kriegstreibern gewordenen West-Politiker haben wohl die gesicherte, historische Erkenntnis geradezu ausgeblendet, dass Despoten und Diktatoren nicht den Krieg lieben, aber den Kriegszustand. Zudem haben wir noch die «Corona»-Pandemie, von den Politikern zwar umfassend als beendet erklärt, zumindest verdrängt – trotz Fallzahlen in schwindelerregender Höhe. Die groteske Geschichte hierzu lieferte der Schweizer Bundespräsident und gelernte Arzt Ignazio Cassis, der vor kurzem die Pandemie für beendet und besiegt erklärte, einen Tag später aber kleinlaut verkünden musste, nun selbst vom Infekt befallen zu sein. Sagte es und verschwand in die Isolation.

Weil die Zukunfts-Perspektiven für die Welt in vielerlei Hinsicht nicht gerade als rosig zu qualifizieren sind, sei noch ein kurzer Rückblick der etwas anderen Art auf den Grossanlass in China gestattet. Die Spiele wurden überschattet von lediglich drei richtigen Doping-Fällen. Zwei Ukrainerinnen (!) und Hossein Saveh Shemshaki aus dem Iran blieben in den Fängen der Dopingfahnder hängen. Tragisch und skurril mutet der nach wie vor schwelende Dopingfall der 15jährigen Russin (!) Kamila Walijewa an, die das öffentliche Trommelfeuer um ihre Person nicht ertrug und im Eiskunstlauf-Wettbewerb in Peking brutal abstürzte. Nicht auszudenken, wenn die junge Russin noch eine Medaille gewonnen hätte. Russland zum letzten: Die Mannschaft aus dem Reiche Wladimir Putins trat in Peking nicht als nationale, russische Delegation auf, sondern unter der Bezeichnung «ROC» (Russisches Olympisches Komitee). Wegen der Dopingskandale um Russland nach den Olympischen Winterspielen im russischen (!) Sotschi 2014 darf Russland derzeit nicht mehr als Nationalmannschaft an Anlässen, wie den Olympischen Spielen, teilnehmen. Der Doping-Bann könnte sich verlängern, falls sich in der Affäre um Kamila Walijewa einmal ergeben sollte, dass in Russland nach wie vor Staatsdoping praktiziert wird.

Nun, wie heisst es so schön im Sport: Positive Erinnerungen bewahren, aber immer optimistisch in die Zukunft schauen! Mit Blick auf den nächsten grossen Sportanlass in diesem Jahr ist eine gehörige Portion Optimismus unabdingbar. Dass die Fussball-Weltmeisterschaftsendrunde im Winter dieses Jahres in Katar vor allem den Präsidenten sowie den Finanzchef des Weltverbandes FIFA erfreuen wird, ist zumindest eine herausragende, sportliche Zukunftsperspektive…

Claudia Pechstein zum achten – eine Erfolgsgeschichte, aber nicht nur

(causasportnews / red. / 13. Februar 2022) Sie wird in ein paar Tagen 50 Jahre alt, sie ist ein sportliches Phänomen und schreibt im deutschen Wintersport eine unglaubliche Erfolgsgeschichte: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ist die erfolgreichste Wintersport-Athletin Deutschlands. In Peking nimmt sie zum achten Mal an Olympischen Winterspielen teil, und obwohl sie in den Wettkämpfen mit den besten Läuferinnen der Welt nicht mehr mithalten kann, sorgt(e) sie, vor allem mit Blick auf eine unglaubliche Karriere, für sportliche Höhepunkte zuhauf. Fünf Goldmedaillen, zwei silberne und zwei bronzene Auszeichnungen hat sie bis heute errungen; mehr werden es an Olympia nicht mehr werden. Aber wer kann schon auf eine Karriere mit neun Olympia-Medaillen zurückblicken? Neun Medaillen – «schön wären zehn», hat sie einmal gesagt, und zugleich fast entschuldigend angemerkt: «nobody is perfect». Objektiv ist allerdings festzustellen: Besser geht nicht mehr!

Das ist die eine Seite von Claudia Pechstein, der Bundespolizistin, die 2009 wegen Dopings, wohl zu Unrecht, aus dem Verkehr gezogen wurde (vgl. hierzu auch etwa Urs Scherrer, Kai Ludwig et alt., Sportrecht, Eine Begriffserläuterung, 3. Aufl., 2014, 247 ff.). Eine vom Vater vererbte Blutanomalie soll die Ursache für den positiven Dopingbefund gewesen sein. Zumindest bleiben auch heute noch grosse Zweifel, ob die zweijährige Sperre, die Claudia Pechstein zu verbüssen hatte, gerechtfertigt war. Jedenfalls stand der Name «Claudia Pechstein» für eine unglückliche Doping-Geschichte. In unzähligen Verfahren wurden hunderttausende von Franken vernichtet. Die Erfolgsathletin galt und gilt nicht nur als Opfer eines zumindest fragwürdigen Dopings-Systems, sondern ein ebensolches raffgieriger Anwälte, die den «Fall Claudia Pechstein» prozessual an die Wand fuhren und sich, statt solide Anwalts-Arbeit ablieferten, vor allem im Soge der «Causa Claudia Pechstein» in den Fall-Schlagzeilen sonnten. Diese waren für Claudia Pechstein alles andere als schmeichelhaft. Sie galt zwar nie als Doping-Überzeugungs-Täterin. Der Boulevard nannte sie jedoch bald einmal «Pech-Marie», was alles zu dieser Geschichte aussagt. Doch wie im Sport gab und gibt sie auf der juristischen Ebene nicht auf. Am Bundesverfassungsgericht ist noch immer eine Schadenersatzklage wegen der vermeintlich ungerechtfertigten Doping-Sanktion, welche die Athletin – in ihren Augen ungerechtfertigterweise – auf sich zu nehmen hatte, hängig.

Claudia Pechstein polarisiert, weshalb es nicht verwunderte, dass ihre Rolle als Fahnenträgerin an Olympia 2022 des bisher erfolgreichsten Teams (Deutschland) an den Spielen nicht unumstritten war. Schliesslich setze sie sich auch hier durch und führte bei der Eröffnung der Spiele in Peking, zusammen mit Bobfahrer Francesco Friedrich, die Deutsche Delegation an. An ihr scheiden sich auch nach Jahren, als ihre Dopinggeschichte für Schlagzeilen sorgte, die Geister. Klar ist auf jeden Fall, dass ihre Erfolge nicht «lügen». Neun Olympia-Medaillen in dieser anspruchsvollenen Disziplin – das soll einmal jemand überbieten.

Olympische Winterspiele in windiger Kälte, in Isolation und in der Polit-Falle

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(causasportnews / red. / 8. Februar 2022) Nach ein paar Wettkampftagen lässt sich eine erste Bilanz der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking ziehen. Fazit: Freude, Begeisterung und Feststimmung würden sich wohl anders äussern. Die Wettkämpfe in der nicht gerade als pittoresk anmutenden Landschaft Chinas werden programmgemäss abgespult, und die Akteure, Funktionäre und die wenigen Zuschauenden, die sich in der «Corona-Blase» von Peking und Umgebung bewegen, sehnen offensichtlich vor allem das Ende dieser Gross-Veranstaltung am 20. Februar herbei. Noch selten spielte der Zufall eine derartige Rolle, wie bei diesen Spielen. Aufgrund der «Corona»-Pandemie führt der Zufall, ein Ereignis ohne kausale Erklärung, weitgehend Regie, wer an den Wettkämpfen teilnehmen kann oder nicht. Bezüglich Ausgang der Wettkämpfe spielen die Windverhältnisse eine massgebende Rolle. Die Teilnehmenden mimen zwar nicht gerade eine Hungersnot und den Ausnahmezustand, sie bewegen sich im Rahmen der Spiele jedoch am unteren Ende der Zumutbarkeits-Skala. Natürlich, im Winter herrscht Kälte, und auch der Wind kann ein Dauerbegleiter sein. Die Sportlerinnen und Sportler müssen zufolge der Pandemie, die ihren Ursprung wohl rund 1000 Kilometer von Peking entfernt haben soll, ihr Wettkampfleben in Isolation und Entbehrung ertragen. Kurz: Die Olympischen Winterspiele in China sind, wie die ersten Wettkampf-Tage gezeigt haben, das Ergebnis einer Fehl-Vergabe. Allerdings ist es evident, dass auch künftig derartige Veranstaltungen weitgehend an «spezielle» Destinationen vergeben werden.  Die Vergabe von grossen Sportanlässen, so auch die am Ende dieses Jahres stattfindende Fussball-Weltmeisterschafts-Endrunde in Katar, sind von politischen Mechanismen und von Interdependenzen zwischen Sport, Wirtschaft und Politik geprägt. Apropos Politik: Olympische Spiele bieten der Politik immer auch eine spezielle Plattform. Leider. Der aktuelle Anlass verhindert wohl einstweilen einen Krieg (zwischen Russland und der Ukraine); dem «Olympischen Frieden» sei’s gedankt. Sport ist bekanntlich oft ein Krieg ohne Waffen. Schon anlässlich der Eröffnungsfeier wurde zumindest eine neue Form des «Kalten Krieges» zelebriert. Russlands Präsident Wladimir Putin fand sich pünktlich zum Beginn von Olympia beim Chinesischen Machthaber Xi Jinping ein. Ein starkes Zeichen der kommunistischen Verbrüderung gegenüber dem Westen anlässlich der Eröffnung der Veranstaltung. Die Westmächte glänzten durch Abwesenheit. Was wohl als politisches Eigentor in dieser Situation zu werten ist. Oder der Westen ist in die Polit-Falle geraten. Oder wie es der ebenfalls abwesende Präsident Frankreichs, Emmanuel Macron, sagen würde, wenn er es dürfte: «Les absents ont toujours tort» (Die Abwesenden haben immer Unrecht). Wenigstens ein bisschen Reisediplomatie im Zuge der Ukraine-Krise hat der Deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz an den Tag gelegt. Er flog zwar in die falsche Richtung, nach Washington statt nach Peking, landete aber immerhin beim angeblich wichtigsten Mann der Welt, dem US-Präsidenten Joe Biden.

Vor Olympia Peking: Präzise Fragen – nichtssagende Antworten

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(causasportnews / red. / 3. Februar 2022) Die Olympischen Spiele in Peking beginnen in wenigen Stunden. Die Veranstaltung findet zwar in einer «Blase» statt, zu der nur «Corona»-resistente Sportlerinnen und Sportler Einlass erhalten. Die Ungewissheit ist gross, welche für die Wettkämpfe selektionierten Athletinnen und Athleten letztlich zugelassen werden. War es bei früheren Veranstaltungen das «Doping»-Damoklesschwert, das über dem grössten und bedeutendsten Sportanlass der Welt hing, ist es nun die Angst vor dem Virus, das jeden Traum vom Olympiasieg zum Albtraum mutieren lässt. Olympia ist mit Blick auf das Publikum, das in Peking nur selektiv zugelassen wird, auch immer ein Jahrmarkt der Eitelkeit; aber auch eine Bühne, in der sich Prominente, Stars und Sternchen anderer Branchen sowie Politikerinnen und Politiker aus aller Welt neben den Wettkampfstätten tummeln. Aus diversen Gründen fällt es der Politik aufgrund des Austragungsortes schwer, den Anlass für eigene Zwecke zu nutzen oder den Teilnehmenden vor Ort die Aufwartung zu machen. In Peking teilnehmen oder nicht teilnehmen? China durch Absenz für was auch immer abstrafen? Vielleicht nur ein paar Stunden in der Kapitale des kommunistischen Staates an diesem oder jenem Wettbewerb dabei sein? – Solche und ähnliche Fragen werden von den Medien derzeit weltweit gestellt. Zum Beispiel an die Adresse des neuen Deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz, der mit seiner spontanen, gewinnenden und humorvollen Art den Spielen gut tun würde. Doch der Hamburger ziert sich. Auf die Frage eines Journalisten des Zweiten Deutschen Fernsehens, ob er in Peking dabei sein werde, kam die sybillinische Antwort wie aus der Kanone geschossen: «Ich habe keine Reisepläne». Eine solche Frage würde sich an sich präzise mit «Ja» oder «Nein» beantworten lassen. Doch der amtierende Bundeskanzler ist offensichtlich in Loriots (Vicco von Bülows) Fussstapfen getreten. Dieser hätte im Blindtest zweifelsfrei herausgefunden, dass die Antwort auf die Frage, ob der Bundeskanzler in Peking dabei sein werde (was an sich einfach eben mit «Ja» oder «Nein» zu beantworten ist), von einem Politiker mit juristischer Grundausbildung stammen müsse: Die Antwort kam nämlich rasch, war präzise und nichtssagend…

Wenigstens die Rahmenbedingungen der Olympischen Spiele in Peking, auf die sich nur das Internationale Olympische Komitee (IOK) dank Milliardeneinnahmen so richtig freut, geben Gründe dafür ab, dass die Veranstaltung vom 4. bis zum 20. Februar 2022 Herz und Geist nicht nur der Teilnehmenden erfüllen wird.

Vorfreude auf Olympia in Peking

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(causasportnews / red. / 28. Januar 2022) Es wäre wohl übertrieben zu behaupten, mit Blick auf die in der kommenden Woche in Peking beginnenden Olympischen Winterspiele herrsche so etwas wie Vorfreude, wie das für einen der grössten Sportanlässe der Welt folgerichtig wäre. Die Athletinnen und Athleten, welche nicht wegen «Corona» den Anlass in aller Welt an den Bildschirmen verfolgen müssen, sind bereits in China oder (bald) auf dem Weg dorthin; so spät als möglich an- und so rasch als möglich wieder abreisen, lautet die Devise – das ist natürlich im Sinne des Olympischen Grundgedankens. Wer nach Peking fliegt, hat die Gelegenheit, sich vor Ort vom Virus, dessen Ursprung in Wuhan, rund 1000 Kilometer von Peking entfernt, vermutet wird, zu schützen. Apropos Virus: Hierüber und über den vermuteten Ausbruch der Pandemie im Grossreich wird global der Mantel des Schweigens ausgebreitet.

Positiv wirkt sich bei der ganzen Sachlage das immer noch ungeschriebene Gesetz aus, das seinen Ursprung im antiken Griechenland hat: Während der Olympischen Spiele ruhen kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Ländern der Teilnehmenden. Das bedeutet, dass der insbesondere sport-affine Wladimir Putin die Ukraine zumindest während der Dauer der Spiele im Lande seiner kommunistischen Kollegen in China nicht überfallen wird.

Die ganzen Umstände mit und um «Corona» ermöglichen es der Politik, sich mit Blick auf die Winter-Wettkämpfe diplomatisch zu verhalten. Die Pandemie nimmt beispielsweise die Schweizer Regierung zum Anlass, bzw. Vorwand, um kein Regierungsmitglied an die Spiele entsenden zu müssen, wie das sonst Tradition hat. Der vielbeschworenen Trennung von Sport und Politik zum Trotz. Kein Zwiespalt also für die mutigen, an Olympia abwesenden Politikerinnen und Politiker, um sich nicht mit dem Thema Menschenrechtssituation in China befassen und sich hierzu erklären zu müssen. Dass kein Schweizer Regierungsmitglied nach Peking reist, hat nur Vorteile; nicht nur Umweltschutzgründe sind hier anzufügen, wenn die umweltbelastende und kostenintensive Reise eines Bundesrats-Mitglieds mit dem Regierungs-Jet unterbleibt. Vor allem ist es ermutigend, wenn für einmal der Missbrauch des Sports als Plattform für publizitätssüchtige Politikerinnen und Politiker wegfällt; aufgrund der unerfreulichen Umstände allerdings. Dem Chinesischen Regime wird das Wegbleiben Schweizer Regierungsmitglieder etwa so schmerzhaft auffallen, wie wenn am Bahnhof in Peking ein Fahrrad umfällt. Jetzt herrscht erst mal weltweite Vorfreude auf die Spiele, die vor allem aus ökonomischen Gründen durchgezwängt werden. Kluge Köpfe, die es auch ausserhalb der Medizin gibt, haben die Pandemie zudem eh als beendet erklärt. Weil Politikerinnen und Politiker immer recht haben, darf sich die Vorfreude auf die Olympischen Spiele nun sogar zur uneingeschränkten Freude mutieren. Was echte Mutationen sind, hat uns schliesslich die Pandemie gelehrt.

Der Sport im «Omikron»-Würgegriff

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(causasportnews / red. / 23. Dezember 20921) Das war vorauszusehen, doch (fast) niemand wollte und will es wahrhaben: Die «Omikron»-Mutation von «Corona» wütet in Europa, und ein Ende ist nicht abzusehen. Im Gegenteil. In den Ballungsgebieten, wie Zürich, geht nach Experten-Schätzungen bald ein Drittel der «Corona»-Ansteckungen auf das Konto dieser höchst ansteckenden Virus-Mutation. Weil die Fest- und Feiertage bevorstehenden und die Entscheidträger keine «Festfreuden-Verderber» sein wollen und mit Blick auf die an sich dramatische Lage den Ball flach zu halten gewillt sind, wird das Leben durch Entscheide aus der Politik (noch) nicht eingeschränkt, obwohl dies aufgrund der katastrophalen Situation längst geschehen müsste. Das Leben pulsiert beinahe wie immer, es wird eifrig versucht, «Corona»-Massnahmen zu umgehen, Tests zu manipulieren, und die Schweiz übt sich darin, Touristinnen und Touristen aus England zu hofieren, aus dem Land im Katastrophen-Modus, in welchem die bisher gefährlichste aller «Corona»-Varianten dominiert. Kein Virologe zweifelt, dass es nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel knüppeldick kommen wird. Ebenso sicher ist es, dass bis dann mit an sich dringlich notwendigen Massnahmen zugewartet wird. Spätestens anfangs Januar 2022 wird das öffentliche und private Leben dann massiv heruntergefahren.

«Omikron» nimmt auch den Sport immer mehr in den Würgegriff.  Die Zahl der Individual-Sportlerinnen und Sportler (so etwa Granit Xhaka, Niklas Süle, Lara Gut-Behrami, Belinda Bencic) die an «Corona» erkrankt sind, nimmt rasant zu, und in Mannschaftssportarten können Sportveranstaltungen nicht mehr störungsfrei ausgetragen werden, weil etwa Teams mangels einsatzfähigen Personals nicht mehr vorgabekonform zusammengestellt werden können (HC Ambri-Piotta, Genève-Servette HC; die NHL-Professionals, die wegen «Corona» auf eine Turnier-Teilnahme an Olympia in Peking verzichten). Längst hat man aufgehört, die «Omikron-Fälle» zu zählen.

In Anbetracht der katastrophalen Lage auch im Zuge der «Omikron»-Mutation sind Einzelschicksale aus dem Sport aus den täglichen Schlagzeilen verschwunden. Zum Beispiel Joshua Kimmich, der sich zuerst als Impfverweigerer einen Namen machte, dann positiv auf das «Corona»-Virus getestet wurde und nun offenbar derart an Folgeschäden leidet, dass er das Fussballspielen mindestens bis Ende des Jahres vergessen kann. Er wird dann, sobald er wieder einsatzfähig sein wird, so oder so vor leeren Zuschauerrängen auftreten. Die Deutsche Bundesliga, der Deutschen liebstes Kind, hat soeben die Order aus der Politik erhalten, die Partien künftig ohne Publikum auszutragen. Weitere Massnahmen und vor allem Einschränkungen des sportlichen Lebens werden in den zentraleuropäischen Ländern folgen.

Nur bezüglich des grössten sportlichen Anlasses im kommenden Jahr, der vom 4. bis zum 20. Februar 2022 in Peking über Schnee und Eis gehen soll, herrscht vornehmes Schweigen. Darüber, ob der Anlass in rund 5 Wochen in der chinesischen Metropole, nur etwas mehr als 1000 Kilometer von Wuhan entfernt, ausgetragen werden kann, verlautet gar nichts, etwa auch nicht seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOK). Wetten, dass die Spiele trotz immer bedrohlich werdender Weltlage zufolge «Corona» (nur ausserhalb Chinas selbstverständlich), plan- und termingerecht durchgeführt werden? Geht es um Sport, resultiert eine Abwägung zwischen Wirtschaft und der ehemals schönsten Nebensache der Welt, die, ähnlich wie «Corona» und mit Blick auf «Omikron», längst zur Hauptsache mutiert ist, immer so, dass der Sport gegenüber der Gesundheit der Menschheit prävaliert. Wäre es anders, hätten schon längst die medizinischen Fachleute die Bekämpfung von Krise und Virus übernommen.  

Olympia und Fussball: Von der Unmöglichkeit, das Rad der Zeit zurückzudrehen

Quelle: «Spiegel» 46/2021

(causasportnews / red. / 15. November 2021) Auch im Sport wünschte man sich ab und zu, die Zeit zurückdrehen zu können. Das gilt besonders für die beiden grossen Sportanlässe, die im Jahr 2022 stattfinden werden: Die Olympischen Winterspiele vom 4. – 20. Februar 2022 in Peking und die Fussball-WM-Endrunde vom 21. November – 18. Dezember 2022 in Katar. Je näher die grössten Sportveranstaltungen rücken, desto eher wird der Wunsch manifest, die entsprechenden Vergabeentscheide wären so nie gefallen. Weil eben das Rad der Zeit nicht zurückgedreht werden kann, wünschte sich nun ein Teil der Sportwelt, das Jahr 2022 ungeschehen machen zu können, frei nach dem Motto: «Wie schön wäre es, wenn 2022 bereits (Sport-)Geschichte wäre!».

Üblicherweise herrscht Vorfreude, wenn grosse Sportveranstaltungen anstehen. Nicht so bezüglich von Olympia in Peking. Im Zusammenhang mit China sind in der Welt nur Negativ-Meldungen zu registrieren, ganz zu schweigen von der katastrophalen Menschenrechtssituation und dem permanent auf die Bevölkerung niedersausenden Anti-Demokratie-Hammer des Regimes. Weil China für die Menschheit nicht nur ein wichtiger Handelspartner ist, wird trotz des von uns mitbefeuerten Klima-Desasters im Vielvölker-Staat und aufgrund des Umstandes, dass «Corona» wohl seinen Ursprung in diesem Land hat, über allem Unsäglichen der Mantel des Schweigens ausgebreitet. So werden im Februar 2022 die Olympischen Spiele eben regelrecht ertragen und durchgewürgt.

Unglücklich ist die Sternenkonstellation auch mit Blick auf die Fussball-WM-Endrunde in einem Jahr in Katar. Die Welt hofiert dem reichen Land auf dem Asiatischen Kontinent unentwegt, der schnöde Mammon bildet die oberste Maxime allen Handelns und Ertragens der Menschen ausserhalb des unsäglich reichen Zwergstaates. Katar kauft in der Welt alles zusammen, was sich zusammenkaufen lässt, seien es pekuniäre Assets, Fussball-Klubs, Fussballer-Beine oder Kunst im obersten Preissegment. Allmählich wird klar, welche Nationalmannschaften an der WM-Endrunde im Wüstenstaat teilnehmen werden, doch je näher der Anlass rückt, desto kritischer werden die Stimmen, teils auch aus Spielerkreisen; was verwundert. Die Millionäre in kurzen Hosen kümmern sich an sich hauptsächlich um sich, und es ist ihnen gleichgültig, was sich ausserhalb der Blase dieses  privilegierten Zirkels ereignet. In der aktuellen Ausgabe des Magazins «Der Spiegel» (46/2021) äussert der finnische Nationalmannschaft-Kapitän Tim Sparv sein Unbehagen, in einem Jahr in Katar spielen zu müssen – nicht zu «dürfen»… Im selben Heft befassen sich die «Spiegel»-Macher auch mit den Verbindungen des deutschen Vorzeige-Vereins «FC Bayern München». Dieser hält seit Jahren Trainingslager im Wüstenstaat ab und ist mit Katar auch anderweitig auf einigen Ebenen verflochten. Geradezu provokant, vor allem für die Fans, ist der langjährige Sponsoring-Deal der Münchner mit «Qatar Airways», der sinnigerweise bis 2023 Gültigkeit hat. Wenigstens eine Verlängerung der Kooperation will an der demnächst stattfindenden Hauptversammlung von Bayern München der 28jährige Michael Ott, Rechtsreferendar am Landgericht Mainz, verhindern. Er hat einen entsprechenden Antrag eingebracht, der die Exekutive des Vereins anhalten will, den Sponsoring-Vertrag, der dem Münchner Nobel-Klub jährlich 17 Millionen Euro in die Kasse spült, nicht mehr zu verlängern. Damit hat der Jung-Jurist einen Grossteil der Münchner Fans hinter sich, die sich schon mal in der «Allianz»-Arena in den Protest-Modus begeben haben: Die Top-Funktionäre Oliver Kahn und Herbert Hainer können sich schon einmal ausmalen, was in der Hauptversammlung auf sie zukommen wird. Allerdings rechnet letztlich niemand ernsthaft damit, dass der Antrag von Michael Ott durchkommen wird, auch wenn die polternde Stimme von Uli Hoeness, der die Fans zwischendurch in den Senkel zu stellen pflegte, fehlen wird. Aber das ganze Thema «Katar» wird sich eh entspannen, wenn die WM-Endrunde kurz vor Weihnachten im kommenden Jahr Sport-Geschichte sein wird.

Nach dem Eklat um Annika Schleu: Nun Radfahren statt Reiten?

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(causasportnewes / red. 7. November 2021) Die Diskussionen um den Skandal-Ritt der Deutschen Modernen Fünfkämpferin Annika Schleu anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Tokio reissen nicht ab. Es wird viel geredet und auch versucht, den Verzweiflungsumgang der 31jährigen Deutschen juristisch zu qualifizieren und aufzuarbeiten (causasportnews vom 29. Oktober 2021). Es wird aber auch gehandelt, wohl nicht ganz freiwillig allerdings. So dürfte es evident sein, dass Annika Schleu mit ihrem Verhalten, das durchwegs als Tierquälerei gewertet wird, dieser Sportart den Todesstoss versetzen wird. Wenigstens teilweise. Der «Pentathlon», wie dieser Wettbewerb in Anlehnung an das Griechische genannt wird (penta = fünf; fünf Disziplinen), bestehend aus den Sportarten Geländelauf, Schwimmen, Schiessen, Degenfechten und Springreiten, wird künftig wohl ohne die letztgenannte Sportart stattfinden. Das haben die betroffenen Sportverbände aufgrund der Publikumsreaktionen nach dem Ritt der Deutschen Athletin in Tokio realisiert. So will der Weltverband (Union Internationale de Pentathlon Moderne, UIPM) der Modernen Fünfkämpferinnen und -kämpfer das ins Kreuzfeuer der Kritik geratene Springreiten umgehend durch Radfahren ersetzen.

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Oder durch eine andere Disziplin. Diese Absichten sind nachvollziehbar, und nur so lässt sich wohl die vom Initianten der Olympischen Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin (1863 – 1937), eingeführte Sportart im traditionellen Kontext noch retten. Was nachvollziehbar ist, denn es wird sich künftig etwa kaum mehr ein Sponsor finden lassen, der das Springreiten in dieser Form, das seit den Spielen von Tokio als Synonym für Tierquälerei gilt, als Werbeplattform wird nutzen wollen. Derartige Zusammenhänge sind den etablierten Verbands-Funktionären wohl bewusst. Weniger den Athletinnen und Athleten: Diese sind nach dem Bekanntwerden der geplanten Reform des Modernen Pentathlon bereits auf Konfrontationskurs mit den Verbänden, welche den Modernen Fünfkampf grundsätzlich retten wollen, gegangen. Grundsätzlich wäre es denkbar, etwa das umstrittene Zulosungssystem im Reiten abzuschaffen. Der Moderne Fünfkampf mit der Disziplin Springreiten ist nachhaltig kontaminiert. So werden sich letztlich die Kämpferinnen und Kämpfer dem kommerziellen Diktat, dem der Sport im Allgemeinen unterworfen ist, beugen – beugen müssen.