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Besch…Lage

Sebastian Kurz: Die personifizierte „good governance“ (© Raul Mee)

(causasportnews / red. / 15. März 2020) Innerhalb weniger Tage ist das Horror-Szenario globale Realität geworden: Das „Coronavirus“ hat der Welt eine Pandemie beschert, wie sie unser Planet noch kaum jemals in ähnlicher Art und Weise in punkto Intensität und Auswirkungen erlebt hat. In vielen Teilen der Welt, so auch in Europa, legt der unheimliche, unbekannte und nicht wahrnehmbare Gegner das Leben weitgehend lahm. Auch der Sport musste innerhalb weniger Tage definitiv vor den Gegebenheiten kapitulieren und findet aktuell kaum mehr statt. Wenn sich die Deutsche „Bundesliga“, wie jetzt, dem Virus geschlagen gibt, ist die Lage an Dramatik in der Tat nicht mehr zu überbieten. Der Sport hat im Moment für die Menschen jegliche Bedeutung verloren; er ist uninteressant geworden. Die Angst dominiert – verständlicherweise. In den elektronischen Medien ist der Sport kaum mehr ein Thema; in den Gazetten und Magazinen existiert die (aktuelle) Sport-Berichterstattung logischerweise auch nicht mehr. In der „Neuen Zürcher Zeitung“ („NZZ“) wird die Sport-Politik sinnigerweise unter der Kopfzeile „CORONAVIRUS“ abgehandelt. Da die Spalten trotz allem gefüllt werden (müssen), bleibt dennoch Raum für viel Unnützes, Überflüssiges und Peinliches. So kommen etwa neuerdings „Zeitzeugen“ des Sportes zu Wort; diese haben die Medien allerdings nicht gesucht; es ist umgekehrt. Sie verhelfen den Zeitungen über das sportlich-mediale Interregnum hinweg. So etwa die Ski-Trainer-Legende Karl Frehsner, diskussionslos eine grosse Persönlichkeit der Sport-Zeitgeschichte. Offenbar leicht gereizt hat er dazu Hand geboten, dass die „NZZ“ immerhin zwei Interview-Seiten produzieren konnte. Es war ein Interview, das einerseits gezeigt hat, weshalb Karl Frehsner über einen beeindruckenden Erfolgsausweis, dank seiner konsequenten, kompromisslosen Art verfügt; anderseits wird im Interview die Absurdität der Sport-Berichterstattung im Zeitalter von „Corona“ manifest. Als der über 80jährige Österreicher mit Wohnsitz in der Schweiz gefragt wurde, wann er, derzeit immer noch tätig für „Swiss Ski“, in seinem Alter endlich aufhören wolle, sagte er in seiner gradlinigen, schnörkellosen Art das, was auch als Abbild der momentanen Stimmungslage im Zeitalter von „Corona“ gelten kann, knapp und knackig: „Das geht Sie einen Scheissdreck an.“ („NZZ“ vom 11. März 2020).- Dem ist an sich mit Blick auf die derzeitige Lage in der Welt und im Sport nichts mehr hinzuzufügen. Ausser vielleicht das: Auch diese Krise wird vorübergehen – wann, weiss niemand. Und diesbezüglich kommt dem Krisenmanagement in den Ländern (nota bene: Die EU hält sich vornehm zurück) besondere Bedeutung zu: Beeindruckend souverän, sachlich, engagiert, unermüdlich und empathisch händelt die Krise der Landsmann von Karl Frehsner, der Österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz. Er ist omnipräsent auch in der Öffentlichkeit, erklärt permanent angeordnete Massnahmen, übt Demut und äussert sich zudem dankbar gegenüber denjenigen, auf denen alle unsere Hoffnungen mit Blick auf die Krisenbewältigung ruhen. Fürwahr ein Mann, dem nicht nur die eigenen Anhänger/innen vertrauen (können)! Und der auch, im Gegensatz zu anderen Politikern in verschiedensten Ländern, am Wochenende Flagge zeigt. Der erstaunliche, intelligente Jung-Star auf der politischen Bühne ist ein Vorbild etwa für die Deutsche Bundeskanzlerin, die auch in dieser Situation abgetaucht ist. Ganz zu schweigen auch von der Schweizerischen Landesregierung, die auf der ganzen Linie versagt und sich, wie gewohnt, opportunistisch scheut, die richtigen und griffigen Massnahmen anzuordnen, etwa die seit Wochen fällige Grenzschliessung zu Italien im Tessin, eine Massnahme, von der mit Blick auf das Wohl von Grenzgängern abgesehen wird. Derweil sich die Lage in der Schweiz im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern täglich zuspitzt, was nicht wundert, weil auch die zu milden Massnahmen der Schweizer Regierung zum Teil nicht einmal durchgesetzt werden. Sie will Gutes tun und erreicht das Gegenteil. Die „NZZ“ beschreibt die Wirklichkeit auch hier so, wie sie sie sehen möchte (und nicht so, wie sie ist), z.B. auf der Frontseite in der aktuellen Wochenendausgabe: „Der Bundesrat beweist in der Krise Führungsstärke“ („NZZ“ vom 14. März 2020) – es darf trotz Krise zwischendurch gelacht werden. „Felix Austria!“ also – und „Quo vadis Deutschland und Schweiz?“, könnte die politische Lage auf den Punkt gebracht werden. „good governance“ ist in Krisensituationen nicht nur Glücksache. Fehlt sie, wird offenkundig, wie eng sie an den Begriff „Fähigkeit“ gekoppelt ist. Ohne Zweifel, die Lage ist besch…, um einigermassen an die Terminologie von Karl Frehsner, dem „Eisernen Karl“ aus dem Skisport, anzuknüpfen. Aber die Menschheit muss hier durch.

Parallelwelten (auch) im nationalen Sport

(causasportnews / red. / 3. März 2020) In welcher Welt der Parallel-Welten wir leben, belegten die Informationssendungen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in der Schweiz und in Deutschland am vergangenen Sonntagabend. Zuerst die „Tagesschau“ des Schweizer Fernsehens: Das „Coronavirus“ war das dominierende Thema dieser Ausgabe. Nicht, wie sonst üblich, fehlte in der stark beachteten Informationssendung der „Sportblock“ zum Sonntagabend. Kein Wunder, zum Wochenende hatte die Schweizer Regierung die Durchführung grösserer Sportveranstaltungen, insbesondere in den Disziplinen Fussball und Eishockey, zur Vermeidung von Ansteckungen verboten (vgl. auch causasportnews vom 28. Februar 2020)  – die Eishockeyaner trugen „Geisterspiele“ aus, also Matches ohne Zuschauer (faktisch entspricht das vor allem in der serbelnden Challenge League der Swiss Football League der dort herrschenden Usanz, weil die Spiele durchwegs so oder so unter Zuschauerschwund leiden). Dann kurz darauf die „ARD“: Für die „Tagesschau“ im „Ersten“ war das Virus schlicht kein Thema. Umsomehr aber der Sport, vor allem die „Bundesliga“, die ausgetragen wurde, wie wenn es das „Coronavirus“ nicht geben würde. Der Fernsehkonsument rieb sich verwundert die Augen: Ist das global wütende Virus in der Schweiz wirklich weit gefährlicher als in Deutschland? Und sind Zehntausende in den Stadien in Deutschland weniger der Ansteckungsgefahr ausgesetzt als die wenigen tausend Zuschauer auf helvetischen Fussballplätzen? Offenbar spielte der sonst vor allem von der Schweizer Regierung in allen Fragen des täglichen Lebens geförderte internationale Austausch in dieser Situation überhaupt nicht. Vielleicht entspricht er auch nicht der Notwendigkeit. Es sind wohl einfach Parallelwelten in einer Welt der Parallelwelten im Allgemeinen.

Aus einem anderen Grund hätte man sich allerdings gewünscht, die „Bundesliga“ hätte am vergangenen Wochenende ebenfalls Pause gemacht. In mehreren Stadien wurde das Feindbild des kommerziellen Fussballs in Deutschland ins Visier genommen: Dietmar Hopp, der Mäzen des TSG Hoffenheim. Konsterniert musste zur Kenntnis genommen werden, dass der seit geraumer Zeit in der Öffentlichkeit angefeindete Milliardär gleichsam zum Abschuss freigegeben worden ist. Todesdrohungen und Aufforderungen zur Gewalt gegen den bald 80jährigen Unternehmer kamen vor allem in einer bisher nicht erlebten Form von „Fan“-Seiten. Dabei hat der Mann nichts gemacht, ausser seit Jahren den Sport grosszügig finanziert; und er versteckt sich nicht. „Kreuzigt ihn“, hätte es vor rund zweitausend Jahren wohl geheissen. Dietmar Hopp gilt als Inbegriff des kapitalistischen Sportes, weshalb ihm auch Neid und Missgunst entgegen schlagen. Doch was in den Stadien seitens der „Fans“ aufgeführt wurde, geht überhaupt nicht. Da nützen auch Solidaritätsbezeugungen seitens verschiedener Fussballspieler (etwa von Bayern-München) und des Fussball-Managements in Deutschland wenig. Man lässt die kriminellen Elemente in den Fussballstadien in dieser Art wüten und gewähren. Das Virus „Bundesliga“ ist offenbar stärker als das „Coronavirus“ und andere negativen Phänomene. Es hat sich nach dem entladenen Hass gegen Dietmar Hopp offenbar auch kein Politiker (weshalb eigentlich nicht?) hierzu in diesem Sinne geäussert, dass diese menschenverachtende und kriminelle Eskalation die Auswirkungen von was auch immer sei. Ein adäquater Kausalzusammenhang mit den Aktivitäten der Alternative für Deutschland (AfD) war jedenfalls nicht auszumachen. Das Land hat offensichtlich gegen diese Form von Gewalt und misanthropischem Verhalten kapituliert. Deutschland einmal mehr in der „Nacht“ – so würde das wohl Heinrich Heine bei Betrachtung dieses Stellvertreter-Bürgerkrieges und dieser widerlichen Form des Klassenkampfes in den Stadien sehen. Es gibt nur ein Mittel, um solche Exzesse im (Fussball-)Sport, die offenbar zur mehr oder weniger geduldeten Gewohnheit werden, zu bekämpfen: Spielabbruch, sobald „Fans“ in dieser Weise agitieren (wie etwa bei Rassismus), oder Spiele unter Ausschluss von Publikum, oder überhaupt Spielverbote zwecks „Entgleisungs“-Prophylaxe.

Legendäre HSV-Uhr definitiv abgelaufen

Volksparkstadion Hamburg HSV Uhr

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(causasportnews / red. / 19. Juli 2019) An sich war der Abstieg des renommierten Hamburger Sport-Vereins e.V. (HSV) aus der 1. Fussball-Bundesliga vor etwas mehr als einem Jahr nur als Ausrutscher gedacht, doch nun sind alle Illusionen definitiv geplatzt und Realismus an Stelle des Unglaublichen getreten. Der HSV hat den sofortigen Wiederaufstieg nicht geschafft und wird auch in der Saison 2019/2020 in der 2. Bundesliga spielen (vgl. dazu auch Causa Sport 2/2019, 221 ff.). Das hat Folgen. So ist bekannt worden, dass die legendäre Uhr im Volksparkstadion in Hamburg, welche bis vor einem Jahr die 1. Liga-Zugehörigkeit des als unabsteigbar geglaubten Klubs bis zur Sekundeneinheit angezeigt hatte, nicht nur vorübergehend gestoppt, sondern nun gleich die ganze entsprechende Installation abgebaut worden ist. Alles andere wäre auch lächerlich geworden, und die Klub-Verantwortlichen wurden offensichtlich gewahr, dass es sinnlos würde, die Zugehörigkeit des HSV zur 1. Bundesliga bis 2018 in irgendeiner Form weiter anzuzeigen oder die entsprechende Einrichtung quasi als Mahnmal dieser fussballerischen Apokalypse stehen zu lassen. Seit der Einführung der Bundesliga 1963/64 ist der HSV, eben bis zum letzten Jahr, nie abgestiegen und gehörte der 1. Bundesliga damit am längsten an. Das ist nun Geschichte, so, wie die Kult-Uhr im Stadion, welche bis zum Fall des Vereins in die Zweitklassigkeit Garantin für die als unendlich gehaltene zeitliche Dimension der HSV-Präsenz im fussballerischen Oberhaus zuständig war. Trotz dieses fussballerischen Malheurs vom letzten Sommer und dem verpassten Wiederaufstieg nach Abschluss der Saison 2018/19 hat sich der HSV für die bevorstehende Saison (erneut) das undiskutable Ziel gesetzt: Wiederaufstieg! Auf dass dann wohl bald wieder eine Uhr im Volksparkstadion in Gang gesetzt werden dürfte, welche die Liga-Zugehörigkeit der Hamburger in der obersten Spielklasse neu zu messen beginnen wird. Schau‘ mer mal, ob es der HSV 2020 schaffen wird – mit neuem Elan und weiterhin mit den Millionen von Vereins-Sponsor Klaus-Michael Kühne, der trotz seines Wohnsitzes in der Schweiz den HSV in seiner Heimat-Stadt Hamburg seit Jahren finanziell stützt.

Der Fussball-Höhepunkt des Jahres 2019 ist Geschichte

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(causasportnews / red. / 2. Juni 2019) Das Champions League-Finale mit dem Sieg des FC Liverpool ist Geschichte. Es war dies (bereits) der Höhepunkt des diesjährigen Fussball-Jahres. Die in der kommenden Woche beginnende Frauen-Fussball-WM im Land des amtierenden Männer-Fussball-Weltmeisters Frankreich dürfte kaum interessieren, auch wenn aus der Zentrale des Weltfussballverbandes FIFA in Zürich immer wieder zu vernehmen ist: „Der Fussball ist weiblich“. Nachdem auch in den meisten Ligen die Entscheidungen der Saison 2018/19 gefallen sind und evident ist, dass der momentan beste Klubfussball der Welt und insbesondere in Europa in England gespielt wird (vier englisch Klubs bestritten die beiden wichtigsten Finalspiele der europäischen Klub-Wettbewerbe 2018/19), werden in andern Ländern die Wunden geleckt – nicht nur in Deutschland.

Apropos Deutschland: Auch wenn es den deutschen Klubs für die absolute europäische Spitze derzeit nicht mehr reicht, wird wenigsten hinterfragt – und ausgewertet. Die 1. Bundesliga wartet mit aussagekräftigem, statistischen Material auf; lässt sich also in die (wirtschaftlichen) Karten schauen, wie kaum eine europäische Liga sonst. So ist per Stichtag 31. Dezember 2018 etwa ausgewiesen, dass Vize-Meister Borussia Dortmund mehr Geld für Spielerberater-Honorare ausgegeben hat (40,923 Millionen Euro) als der FC Augsburg für Personalkosten aufwendete (32,413 Millionen Euro). Liga-Krösus Bayern München verfügt über das höchste Eigenkapital (456,447 Millionen Euro) der Liga (es folgt Borussia Dortmund mit 336,304 Millionen Euro); den höchsten Gewinn weist allerdings Schalke 04 aus (42,077 Millionen Euro, es folgt Bayern München mit einem Gewinn von 29,791 Millionen Euro). Am wenigsten für Berater bezahlt hat Fortuna Düsseldorf (768 000 Euro). Bei den Beraterhonoraren fällt auf, dass diese offenbar vorzugsweise vom Verkäufer von Spielern bezahlt werden (wer bei Transfers Beraterhonorare oder Vermittlungskosten bezahlt, ist praktisch immer Verhandlungssache). Bei den Transfers waren vor allem bei Borussia Dortmund in den letzten Monaten „Sondereffekte“ festzustellen, wie aus Vorstandskreisen des Klubs zu vernehmen war. Diese „Effekte“ hatten vor allem zwei Namen: Ousmane Dembélé, der im letzten Sommer für rund 140 Millionen Euro zum FC Barcelona wechselte; und Pierre-Emerick Aubameyang, der im vergangenen Winter für fast 65 Millionen zum FC Arsenal London transferiert wurde.