Schlagwort-Archive: Joseph Blatter

Weiterer Rachefeldzug der FIFA gegen Joseph Blatter

(causasportnews / red. / 15. Juli 2022) Kaum haben sich die Wogen nach den Freisprüchen des Bundesstrafgerichts in Bellinzona in der Causa Joseph Blatter und Michel Platini, es ging dabei um eine FIFA-Zahlung von zwei Millionen Franken an den ehemaligen Star-Spieler und Top-Funktionär Michel Platini (vgl. auch causasportnews vom 8. Juli 2022), geglättet, wird für Joseph Blatter neues Ungemach aus Zürich bekannt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen FIFA-Präsidenten und den Ex-FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke, der kürzlich in einem Berufungsprozess noch nicht rechtskräftig schuldig gesprochen wurde (causasportnews vom 25. Juni 2022) ein Strafverfahren eröffnet. Auf Anzeige des Weltfussballverbandes hin soll die Strafverfolgungsbehörde am Sitz der FIFA die Finanzierungs-Rechtskonformität des 2016 eröffneten FIFA-Museums untersuchen und allenfalls Anklage erheben. Kein Zweifel, das Museum im Enge-Quartier in Zürich kostet den Weltfussballverband eine schöne Stange Geld. Die Rede war vor der Eröffnung vom teuersten Mieterausbau, den es in der Stadt Zürich je gegeben haben soll. Die FIFA ist in einer Liegenschaft des Versicherungskonzerns «Swiss Life» eingemietet, für knapp zehn Millionen Franken jährlich; und das während 30 Jahren! Über die Betriebskosten ist nichts bekannt, aber klar ist, dass die Eintritte bei weitem nicht ausreichen, um die horrenden, laufenden Ausgaben auch nur ansatzweise zu decken. Das alles soll nun ein Fall für die Staatsanwaltschaft und später allenfalls der Gerichte werden, wenn es nach dem Willen des Anzeigeerstatters FIFA geht. Die Anzeige ist zwar seit geraumer Zeit eingereicht worden, blieb bei der Staatsanwaltschaft aus unerklärlichen Gründen aber liegen. Jetzt, und nach dem Blatter-Freispruch in Bellinzona, soll diese Angelegenheit beförderlich erledigt werden. Sie dürfte, wohl bereits in einem früheren Stadium, so enden wie die in Bellinzona verhandelte Strafsache. Die Anzeige stösst nicht nur in Fachkreisen auf Unverständnis, zumal das Museums-Projekt und alle Kosten durch die zuständigen Organe der FIFA geprüft und autorisiert worden sind. Die Realisierung des FIFA-Museums war also ein rein unternehmerischer Entscheid des Verbandes. Für die Kritiker der FIFA ist die Strafsache ein weiterer Mosaikstein im Rachefeldzug des Weltfussballverbandes gegen den ehemaligen, nun 86jährigen Präsidenten. Als Treiber auch dieser Attacke unter Wallisern – Joseph Blatter stammt aus Visp, Gianni Infantino aus Brig – gilt der aktuelle FIFA-Präsident. Dafür erntet der 52jährige Walliser Kritik, die allerdings, wie alles sonst im Zusammenhang mit Joseph Blatter, am ungeliebten Fussball-Funktionär abperlt.

Rückblende: Nach dem Freispruch für Joseph Blatter vor einer Woche in Bellinzona hatte die FIFA als geschädigte Partei (!) in Spott und Häme eingesteckt. Nicht gut kamen auch die Medien weg, welche den juristischen Sieg Joseph Blatters, wenn überhaupt, eher säuerlich vermeldeten – und das Desaster der Bundesanwaltschaft in diesem Prozess herunterspielten. Die Schweizer Medien, wie «Neue Zürcher Zeitung», «Tages Anzeiger», «Blick» sowie das Staatsfernsehen («SRG») schiessen zusammen mit der FIFA seit geraumer Zeit gegen den ehemaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter oder schweigen ihn tot, wie mehrheitlich nach der Urteilsverkündung in Bellinzona. Dies hat dann schliesslich dazu geführt, dass Joseph Blatter vom Bundesstrafgericht eine Entschädigung von 20 000 Franken für die mediale Vorverurteilung zugesprochen erhalten hat! Das soviel zu den Aktivitäten der «vierten Gewalt» im Staat, die immer stärker von ebendiesem Staat finanziert wird.

Freispruch für Joseph Blatter und Michel Platini – gerät Gianni Infantino nun in Bedrängnis?

Photo by EKATERINA BOLOVTSOVA on Pexels.com

(causasportnews / red. / 8. Juli 2022) Das war vorauszusehen (vgl. etwa causasportnews vom 12. Juni 2022): Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter und der Ex-UEFA-Präsident Michel Platini sind vom Schweizerischen Bundesstrafgericht in Bellinzona von allen strafrechtlichen Vorwürfen bezüglich einer Bezahlung von zwei Millionen Franken seitens des Weltfussballverbandes unter der damaligen Führung des jetzt 86jährigen Wallisers an den heute 67jährigen Ex-Fussballspieler und Top-Fussball-Funktionär freigesprochen worden. Kein Betrug, keine Wirtschaftsdelikte, keine Urkundenfälschungen – für das Gericht in der Schweizer Sonnenstube Tessin war der Vorgang eine klare Sache. Die zwei Millionen wurden im Rahmen eines Beratervertrages bezahlt, eines Vehikels, wie es in der Schweiz gang und gäbe ist. Für die beiden mit Schimpf und Schande aus ihren Ämtern und Funktionen gejagten Funktionäre bedeutet dieser Freispruch eine besondere Genugtuung, für die Schweizerische Bundesanwaltschaft ist er eine veritable Katastrophe. Die Untersuchungs- und Anklagebehörde des Bundes mit durchwegs wenig Fachkompetenz und Exponenten mit umso grösserem Geltungsdrang richten der Schweiz mit ihren oft unüberlegten Aktivitäten permanent Schaden zu, und zwar nicht nur in pekuniärer Hinsicht (die Untersuchung gegen Joseph Blatter und Michel Platini sowie die Anklageerhebung dürften den Schweizer Staat Millionen kosten). Vor allem unternimmt diese Behörde mit hohem Filz-Potential mit Anklagen, wie nun dieser in Bellinzona, alles, um dem Ruf der Schweiz als «Bananenrepublik» (dies insbesondere die Qualifikation des langjährigen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger) gerecht zu werden. Nebenbei: Die in Bellinzona Angeklagten und nun Freigesprochenen werden von den Schweizer Steuerzahlern mit Zehntausenden von Franken entschädigt; Joseph Blatter wird aus der Staatskasse überdies eine Genugtuung bezahlt.

Die herbe Niederlage der Bundesanwaltschaft ist letztlich auch eine Schlappe für den Weltfussballverband FIFA, der im Prozess als geschädigte Partei (!) auftrat und permanent alles tut, um den verhasst gewordenen ehemaligen FIFA-Präsidenten zu drangsalieren. Das Urteil, wenn es denn rechtskräftig werden wird (es kann noch an das Schweizerische Bundesgericht gezogen werden), könnte insbesondere zum Bumerang für den amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino werden. Der 52jährige Nachfolger von Joseph Blatter profitierte 2015 von diesem Vorgang der angeblich ungerechtfertigten Zahlung der FIFA an Michel Platini. Der designierte Nachfolger von Joseph Blatter wurde deswegen als Kandidat für das FIFA-Präsidium ausgeschlossen – und Gianni Infantino erbte. Was sich damals in dieser Causa genau zutrug, und insbesondere, ob Michel Platini damals trickreich aus dem Präsidenten-Rennen geworfen worden war, wird nun wohl in nächster Zeit ans Licht kommen. Sollte der damalige UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino ein Doppelspiel gespielt haben und auf unreelle Weise mitgeholfen haben, Michel Platini nicht auf den FIFA-Thron steigen zu lassen, sind seine Tage als FIFA-Präsident wohl gezählt. Interessant dürfte nun die Abklärung werden, wer wann und wie die Bundesanwaltschaft auf den Zwei-Millionen-Deal zwischen der FIFA und Michel Platini aufmerksam gemacht hat. Affaire à suivre also.

Den Frauenfussball «auf Teufel komm’ raus» fördern?

Photo by Mica Asato on Pexels.com

(causasportnews / red. / 3. Juli 2022) Unvergessen sind die Worte des ehemaligen Präsidenten des Weltfussballverbandes FIFA, Joseph Blatter, der vor der Frauen-Fussball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland die Förderung des Frauenfussballs zum sportlichen «Credo» des Weltverbandes machte. Mehr noch: «Auf Teufel komm’ raus» sollte der Stellenwert der Kickerinnen rund um den Erdball gestärkt und optimiert werden. Der Walliser, der in den nächsten Tagen, zusammen mit Michel Platini, einem Strafurteil des Schweizerischen Bundessstrafgerichts entgegenblickt (vgl. auch causasportnews vom 12. Juni 2022) stand damals unter dem Einfluss des grandiosen «Sommermärchens» anlässlich der WM-Endrunde der Männer 2006 in Deutschland. Was bei den Männern möglich sei, müsse sich auch bei den Frauen bewerkstelligen lassen, meinte Joseph Blatter, und legte gleich nach: «Die Zukunft des Fussballs ist weiblich». Einerseits erkannte der Ex-FIFA-Präsident im Frauenfussball ein Marketingpotential, immerhin leben auf dem Erdball mehr Frauen als Männer, anderseits galt und gilt der Charmeur mit dem Sport-Vermarktungsinstinkt zumindest stets als Frauen-Versteher. Doch der verordnete Frauen-Fussball-Boom wollte damals nicht so recht in Schwung kommen, weshalb Joseph Blatter vor der Frauen-WM 2011 alle Kräfte in der FIFA-Zentrale mobilisierte, um die Stadien in Deutschland einigermassen zu füllen. Nachdem es die Mannschaft Deutschlands nicht in den Final schuf (dort schlug im Endspiel Japan die USA dramatisch), blieb die Neuaufläge des «Sommer-Märchens» aus, und die Attraktivität des Frauen-Fussballs bewegte sich künftig auf bescheidenem Niveau.

Jetzt stehen die Europameisterschaften der Frauen-Fussballerinnen vor der Tür. In England werden demnächst 16 Nationalteams um den EM-Titel kämpfen. Der diesjährige Kontinental-Wettbewerb wird in sportlicher Hinsicht kaum grosse Wellen werfen, obwohl die Gleichberechtigungs-Bemühungen an allen Fronten und auf allen Ebenen ins Unermessliche steigen und somit auch der Frauen-Fussball von diesem Sog erfasst ist. In einigen Ländern sind schon einmal die EM-Prämien der Frauen denjenigen der Männer angeglichen worden. In der kommunistisch beherrschten Stadt Zürich sollen die Spiele der Europameisterschaft in den Aussenbereichen der Gastronomie gezeigt werden können; so, wie in solchen Fällen bei den Männern. «Stadt Zürich behandelt Frauenfussball erstmals gleichwertig», frohlockt das Zürcher Links-Blatt «Tages-Anzeiger» (2. Juli 2022) erwartungsfroh.

Ob dadurch das Fussballfeuer für die kickenden Frauen entfacht werden kann, wird sich am 31. Juli 2022 zeigen, wenn der neue Europameister, für den es (noch) keine weibliche Bezeichnung gibt, im Finalspiel im Wembley-Stadion gekürt wird. Wie sich der Frauen-Fussball nun auch entwickeln und nachhaltig präsentieren soll, lässt sich weder verordnen noch herbeisehnen. Ob der Frauen-Fussball zum realen Pendant des Männer-Fussballs wird, dürften letztlich die Fussball-Konsumentinnen und -Konsumenten entscheiden, und zwar durch entsprechende TV-Einschaltquoten sowie durch Nutzung der neuen Medien. Obwohl es dem Zeitgeist der Gleichberechtigungs-Bestrebungen widerspricht, wird man dem Publikum den Entscheid überlassen müssen, den Frauen-Fussball nicht zu mögen und ihn folglich zu verschmähen. Wie sagte es kürzlich ein männlicher Sportfan: «Ich nehme mir das Recht heraus, den Frauen-Fussball zu verschmähen».

Justizposse um Joseph Blatter und Michel Platini in der Schweizer Sonnenstube

Michel Platini darf es mit Humor nehmen: „Die Zeit vergeht, aber die Farben bleiben dieselben“…

(causasportnews / red. / 12. Juni 2022) Bereits eine gute Woche dauert der Strafprozess gegen die ehemaligen Fussball Top-Funktionäre Joseph Blatter und Michel Platini am Bundesstrafgericht in Bellinzona. Obwohl noch gute drei (Prozess-)Wochen bevorstehen, bis am 8. Juli 2022 die Urteile verkündet werden sollen, ist eines klar: Vor allem der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter sorgt für eine regelrechte Demaskierung der Schweizer Justiz, die in Bellinzona wohl einer der grössten Pleiten in ihrer Geschichte erleben wird. Eine Anklage durch eine inkompetente Behörde (Bundesanwaltschaft), ein Gericht in der Sonnenstube der Schweiz (Bundessstrafgericht), das niemand so richtig ernst nimmt, und eine Anklage, die dem ehemaligen FIFA-Präsidenten und seinem damals vorgesehenen Nachfolger im höchsten Weltfussballverbands-Amt eine perfekte Show-Bühne liefert – das ist der Stoff für diese Justizposse, die den Schweizer Steuerzahlern letztlich wohl ein paar Millionen Franken kosten wird. Nicht nur nach den ersten Prozesstagen in Bellinzona zweifelt eigentlich niemand daran, dass Joseph Blatter und Michel Platini im Juli mit überwältigenden Freisprüchen im Gepäck ihre Heimreisen antreten werden. An sich war es völlig unverständlich, dass überhaupt Anklage gegen den 86jährigen Schweizer sowie den 66jährigen Franzosen, der einst bei AS Saint-Etienne und Juventus Turin Erfolg an Erfolg reihte und 1984 mit Frankreich Fussball-Europameister wurde, erhoben wurde. Aus dem sattsam bekannten «FIFA-Komplex» rechnete sich die Anklagebehörde in diesem Fall wohl die grössten Chancen aus, auch einmal einen Prozesssieg landen zu können. Die Vorhalte gegenüber den beiden Funktionären sind in sachverhaltsmässiger Hinsicht glasklar: Die FIFA, personifiziert durch Joseph Blatter, hat Michel Platini für Beratungsleistungen, was auch immer darunter zu verstehen sein soll, zwei Millionen Franken bezahlt. Da der Rechtsgrund dieser Zahlung unklar ist, wurde nach jahrelangen Untersuchungshandlungen Anklagen wegen Vermögensdelikten und wegen Urkundenfälschung erhoben. Die Tatsache der Zahlung der FIFA an Michel Platini ist unbestritten, einzig der Grund der Zahlung bleibt bis jetzt und auch nach der ersten Prozesswoche im Dunkeln. Und wird es wohl auch bleiben. Es fehlen letztlich die Beweise, dass die beiden ehemaligen Funktionäre die ihnen vorgeworfenen Strafbestimmungen erfüllt haben. Daran, dass den angeklagten Fussball-Oldies z.B. ungetreue Geschäftsführung nachgewiesen werden könnte, glauben offenbar nicht einmal die Anklagevertreter so richtig. Auf der Bühne der Justiz inszeniert sich Joseph Blatter wohl ein letztes Mal als Show-Talent und entlarvt die Anklage gegen ihn als Rachefeldzug von wem auch immer. Bei seinen Auftritten vor Gericht führt der bejahrte Walliser, der ab und zu von gesundheitlichen Schwächen befallen wird, die Schweizer Justiz regelrecht ad absurdum. Geradezu peinlich mutet zudem etwa der Umstand an, dass ein Richter des Bundesstrafgerichts, der vorher, auch im «FIFA-Komplex», als Ermittler tätig war, nun ähnlich eines «Kronzeugen» der Anklage aufgetreten ist. Der Mann, zwischenzeitlich nach dem unrühmlichen Abgang bei der Bundesanwaltschaft nun eben Richter in Bellinzona, ist zudem in einem anderen Verfahrensteil des «FIFA-Komplexes» zwischenzeitlich selber Mit-Beschuldigter! Derartige Vorkommnisse sind letztlich das Resultat der kleinmassstäblichen Verhältnisse in der Schweiz, welche den in allen Staatsgewalten grassierenden «Filz» begünstigen.

Es dürfen nun getrost Wetten darauf abgeschlossen werden, dass die beiden ehemaligen Fussball-Funktionäre am 8. Juli 2022 freigesprochen werden und sich an satten Entschädigungen erfreuen dürfen. Die Tessiner Justizposse um Geld und Geist im Professional-Fussball wird die Ansicht im Ausland bestärken, dass die Schweiz zur «Bananenrepublik» verkommen ist, wie es der ehemalige Präsident des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) und im Sommermärchen-Prozess freigesprochene Dr. Theo Zwanziger bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu sagen pflegt. Recht hat er leider, und der laufende Prozess in Bellinzona wird ihn in seiner Meinung bestärken.

Meuchelte FIFA-Präsident Gianni Infantino Michel Platini?

Giani Infantino: Hat er oder hat er nicht?
Photo by Présidence de la République du Bénin

(causasportnews / red. / 23. Mai 2022) Am 8. Juni 2022 müssen sich der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter und der langjährige UEFA-Präsident und frühere FIFA-Präsidentschaftskandidat Michel Platini vor dem Bundessstrafgericht in Bellinzona verantworten. Es geht dabei um die (Un-)Rechtmässigkeit einer Zahlung von zwei Millionen Franken aus der Kasse des Weltfussballverbandes an Michel Platini, die von Josef Blatter unkorrekterweise veranlasst worden sein soll, so die Anklage; ungetreue Geschäftsbesorgung heisst das im Juristen-Jargon.

In diesem Zusammenhang gewinnt nun eine neue Entwicklung um den amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino an Bedeutung. Im Zentrum steht dabei ein Geheimgespräch im Berner Hotel «Schweizerhof», an dem der damalige UEFA-Generalsekretär und heutige FIFA-Präsident Gianni Infantino teilgenommen haben soll. Sicher waren zudem auch der Walliser Staatsanwalt und Infantino-Freund Rinaldo Arnold, der damalige Bundesanwalt Michael Lauber sowie der Mediensprecher der Bundesanwaltschaft, André Marty, mit von der Partie. Gegen diese vier Personen laufen seit geraumer Zeit Strafuntersuchungen wegen Amtsmissbrauchs, Amtsgeheimnisverletzung und Begünstigung, bzw. wegen Anstiftung hierzu. Seit Jahren wird gemutmasst, was an diesem sog. «Schweizerhof»-Treffen der FIFA-Delegation mit Ex-Bundesanwalt Michael Lauber besprochen und gedealt wurde und zudem, wer an diesem Gespräch, neben den vier genannten Personen, teilgenommen hat. Aufgrund eines Aktengesuchs wird nun die Rolle um einen «fünften Mann», der im Nobelhotel «Schweizerhof» in Bern dabei gewesen sein soll, thematisiert (vgl. hierzu auch causasportnews vom 1. April 2020). Gemunkelt wird, dass es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft handeln soll.

Offensichtlich bestehen nun, wie von Medienseite her gemutmasst wird, Zusammenhänge zwischen der Anklage gegenüber Joseph Blatter und Michel Platini und dem bis anhin von Inhalt und Teilnehmerkreis (mit vier oder fünf Personen?) undurchsichtigen Gespräch im Hotel «Schweizerhof». Nicht ausgeschlossen ist, dass demnächst eine grosse Enthüllungs-Bombe platzt. Das käme dann einer Sensation gleich, falls sich ergeben sollte, dass Gianni Infantino den 2016 für das FIFA-Präsidium in Stellung gebrachten Michel Platini mit Hilfe der Bundesanwaltschaft (a posteriori) unmöglich gemacht hätte. Michel Platini, vor der Präsidentschaftswahl 2016 Vorgesetzter von Gianni Infantino in der UEFA, wurde von der Ethikkommission der FIFA aus dem Präsidentschaftsrennen genommen. Es «erbte» Gianni Infantino; die Fakten vor der Wahl sollen offenbar pro Gianni Infantino zurechtgebogen worden sein! Sollte sich dieser Ablauf entsprechend erhärten, wäre damit die Präsidentschaft des amtierenden FIFA-Präsidenten wohl umgehend und vorzeitig zu Ende. Falls die FIFA-Ethikkommission nicht durchgreifen würde, könnten die staatlichen Gerichte diesem Schauspiel um Macht und Geld wohl ein vorzeitiges Ende setzen. Die grosse, demnächst zu beantwortende Frage wird also lauten: «Meuchelte Gianni Infantino Michel Platini, um 2016 selber an die Macht zu kommen und um auf diese Weise an die FIFA-Honigtöpfe zu gelangen? Und musste nach der Präsidentschaftswahl 2016 entsprechend, sogar mit Hilfe der Bundesanwaltschaft, «nachgebessert» und für «Flurbereinigung» gesorgt werden?

News von innerhalb und ausserhalb der Gerichtssäle

Photo by EKATERINA BOLOVTSOVA on Pexels.com

(causasportnews / red. / 15. April 2022) Im Sport geschieht derzeit fast mehr innerhalb und ausserhalb der Gerichtssäle als auf den Sportplätzen und in den Wettkampfstätten.

Da ist soeben der ehemalige CEO der Raiffeisenbank Schweiz, Pierin Vinzenz, vom Bezirksgericht Zürich wegen diverser Wirtschaftsdelikte zu einer Freiheitsstrafe von fast vier Jahren verurteilt worden (das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; es gilt also für Pierin Vinzenz nach wie vor die Unschuldsvermutung). Aus sportlicher Sicht ist das nicht weiter interessant, und es ist wohl damit zu rechnen, dass das Zürcher Obergericht das Strafmass im Berufungsprozess reduzieren wird. Das meinen jedenfalls die Rechtsexperten ohne Aktenkenntnisse und die Stammtischrunden. Der Gefallene und in erster Instanz Verurteilte war massgeblich verantwortlich dafür, dass die Raiffeisenbank vor zehn Jahren das Titelsponsoring der Professional-Abteilung im Schweizer Fussball übernahm. Seit der Saison 2012/13 hiess die Liga «Raiffeisen Super League». Vor einem Jahr löste die Grossbank «Credit Suisse» die Banking-Kollegen aus St. Gallen im Rahmen dieses Titel-Sponsorings ab. Die Liga heisst seit 2021/22 «Credit Suisse Super League».

Am 8. Juni 2022 wird am Bundesstrafgericht in Bellinzona der Prozess gegen den ehemaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter beginnen. Es geht um zwei Millionen Schweizer Franken, die der heute 86jährige Walliser seinem ehemaligen Ziehsohn und UEFA-Präsidenten Michel Platini aus der Kasse des Weltverbandes rechtsgrundlos, bzw. ohne lauteren Grund, habe zukommen lassen, so die Anklage. Joseph Blatter ist der Auffassung, die Zahlung sei rechtmässig (für angebliche Beratungsleistung von Michel Platini in den Jahren 1998 bis 2002) erfolgt und von den zuständigen FIFA-Kontrollgremien auch autorisiert worden. Wie Joseph Blatter ist in Bellinzona auch Michel Platini angeklagt worden. Die beiden ehemaligen Top-Fussballfunktionäre müssen sich wegen Wirtschaftsdelikte vor dem Bundesstrafgericht im Tessin verantworten. Pikant an der Sache ist, dass der ehemalige FIFA-Präsident im Prozess vom gleichen Anwalt vertreten wird wie Pierin Vinzenz im soeben zu Ende gegangenen Strafverfahren in Zürich. Ob das ein gutes Omen ist?

Der heute 66jährige ehemalige Star-Fussballspieler und später ausser Traktanden gefallene Sportfunktionär Michel Platini war immer auch ein offensiver Sportler und Mensch. Deshalb hat er den aktuellen FIFA-Präsidenten, Gianni Infantino, nun bei der französischen Justiz angezeigt. Der Walliser Putin-Freund und Scheich Fan mit Affinitäten zu Katar, der im kommenden Jahr noch- und wohl letztmals für eine vierjährige Amtsperiode als FIFA-Präsident kandidieren will, soll seinen ehemaligen Chef, UEFA-Präsident Michel Platini, bei seiner Bewerbung als FIFA-Präsident (nach dem Abgang von Joseph Blatter) hintergangen haben. Gianni Infantino, damals UEFA-Generalsekretär, «erbte» 2016 das FIFA-Präsidium teils aus undurchsichtigen Gründen, weil Michel-Platini in den FIFA-Strudel um Joseph Blatter geriet und von der Ethikkommission des Weltverbandes aus dem Präsidenten-Rennen genommen wurde.

Letztlich hat auch die stets wirtschaftlich klamme Tennis-Legende Boris Becker für Schlagzeilen aus einem Londoner Gerichtssaal gesorgt. Der 54jährige Deutsche wurde von einer Jury wegen diverser Konkursdelikte schuldig gesprochen. Ende Monat wird das Strafmass verkündet, doch ist damit zu rechnen, dass «Bobele», wie ihn die Deutschen liebevoll nennen, in Berufung gehen wird, weshalb an dieser Stelle natürlich auch für ihn die Unschuldsvermutung gilt.

Fazit: Der professionelle Sport ist immer für Schlagzeilen gut. Ab und zu reicht es auch für News von innerhalb und ausserhalb der Gerichtssäle.

Joseph Blatter und Michel Platini kommen vor Gericht

Photo by John Guccione http://www.advergroup.com on Pexels.com

(causasportnews / red. / 5. November 2021) In einem Teilbereich des von der Schweizerischen Bundesanwaltschaft untersuchten Fussball-Komplexes wird es zu gerichtlichen Verfahren kommen. Betroffen sind der ehemalige FIFA-Präsident Joseph Blatter und sein langjähriger «Ziehsohn», Michel Platini, der während langer Zeit für die Nachfolge des langjährigen FIFA-Oberhauptes vorgesehen war, dann aber von der FIFA-Ethikkommission aus dem Präsidentschafts-«Rennen» genommen wurde; Gianni Infantino konnte letztlich «erben». Es geht um zwei Millionen Schweizer Franken, welche der Weltfussballverband unter der Führung Joseph Blatters dem ehemaligen französischen Ball-Virtuosen Michel Platini bezahlt hatte. Nach Einschätzung der Untersuchungs- und Anklagebehörde des Bundes ungerechtfertigterweise. Acht Jahre nach Beendigung einer Beratertätigkeit des heute 66jährigen Franzosen für den FIFA-Präsidenten (von 1998 bis 2002) soll der Verband diesem im Jahr 2011 eine (weitere) Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken zugeleitet haben. Die Bundesanwaltschaft hat hierfür keinen Rechtsgrund ausmachen können, für Joseph Blatter und Michel Platini sei diese Zahlung Teil einer bilateralen Übereinkunft gewesen. Die anklagende Bundesanwaltschaft erblickt darin nun deliktisches Verhalten gleich in mehrfacher Hinsicht. Joseph Blatter wird Betrug, Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung sowie Urkundenfälschung vorgeworfen, Michel Platini muss sich wegen Betrugs, allfälliger Teilnahme an Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsführung verantworten. Die beiden ehemaligen Spitzen-Funktionäre, für welche die Unschuldsvermutung gilt, sehen den Strafprozessen gelassen entgegen. Die bezahlten zwei Millionen seien korrekt in den Büchern der FIFA als Löhne deklariert und abgerechnet worden. Auch hätten die zuständigen Instanzen des Weltverbandes mit Sitz in Zürich alle Zahlungen an Michel Platini autorisiert. Falls die Sachverhaltsdarstellungen der beiden nun beschuldigten Joseph Blatter (85) und Michel Platini (66) zutreffen, dürften die Anklagen wohl rasch in sich zusammenfallen. Und die Bundesanwaltschaft würde im FIFA-Untersuchungs-Komplex eine weitere Schlappe einfahren…

Nervensägen

Photo by Jose Francisco Fernandez Saura on Pexels.com

(causasportnews / red. / 17. September 2021) Protagonisten des Sportes weisen durchwegs einen besonderen Stellenwert auf und bewegen sich in besonderen Sphären, doch ab und zu nehmen sie auch sehr menschliche Züge an: Beispielsweise wenn sie nerven.

Etwa der FIFA-Präsident. Nein, nicht nur der amtierende Präsident des Weltfussball-Verbandes, Gianni Infantino, sondern schon früher sein Vorgänger aus dem Wallis, Joseph Blatter. Lief in «Sachen Fussball» nichts, versuchte sich der bald 86jährige anderweitig in die Schlagzeilen zu bringen oder sich in diesen zu halten. Nebst allen guten Dingen, die der 2015 mit Schimpf und Schande aus dem Amt gedrängte Joseph Blatter zum Wohle des Fussballs getan hat, waren Ideen, die der Mann aus dem Rhonetal vor allem in Flauten im Fussballgeschäft platzierte, oft Nebelpetarden, die sich rasch wieder verflüchtigten (Forderungen waren etwa: Grössere Tore, Spieldauer unterteilt in drei Drittel, Lösung des Palästina-Problems mit einem Fussballspiel, Einführung einer «Klub-WM» vor Weihnachten, usw.). Apropos «Klub-WM»: In der Tat schaffte es Joseph Blatter, dieses Turnier seit 2002 regelmässig im mundialen Spielkalender unterzubringen. Böse Zungen behaupten, es sei dem 1998 zum FIFA-Präsidenten gewählten Walliser mit der Einführung der «Klub-WM» insbesondere darum gegangen, seine persönliche Einsamkeit mit entsprechender Präsenz an den Austragungsorten in der Vorweihnachtszeit zu überbrücken. Die Klubs wünschen sich diese Veranstaltung seit der Implementierung des Turniers in den internationalen Spielkalender ins Pfefferland, doch der ungeliebte und kaum beachtete Wettbewerb ist irgendwie zum unkontrollierbaren Selbstläufer geworden; er soll sogar ausgebaut werden. Oft nervte Joseph Blatter mit kruden Vorschlägen und Ideen, vor allem dann, wenn sie dazu dienten, Medienflauten zu überbrücken. Der Joseph Blatter- Nachfolger knüpft immer wieder an diese Gepflogenheit an. Vor einigen Tagen liess er medienträchtig den Vorschlag in der Öffentlichkeit platzieren, die Fussball-Weltmeisterschaft der Männer alle zwei Jahre auszutragen. Sekundiert von Trainer-Legende Arsène Wenger, mit seinen bald 72 Jahren nun ebenfalls in der FIFA-Zentrale in Zürich angekommen, und abgehalfterten Fussball-Legenden liess Gianni Infantino die Vorzüge eines neuen WM-Rhythmus’ herausstreichen. Vor allem sollten dadurch die Erträge für die FIFA verdoppelt werden. Statt alle vier Jahre alle zwei Jahre also Fussball um die WM-Krone; das macht gemäss Rechnung des FIFA-Präsidenten in Abkehr vom Vierjahres-Zyklus Mehreinnahmen von 100% aus. Was der schlaue Rechner aus Brig nicht bedacht hat, bzw. offenbar nicht bedenken wollte: Werbe- und TV-Einnahmen lassen sich nicht beliebig mathematisch verdoppeln. Es kommt hinzu, dass mit dieser Schnaps-Idee durch eine Erhöhung des Angebotes die Nachfrage nach dem «Produkt Fussball» sinken könnte – und damit der Wert des Angebotenen. Gianni Infantinos neuste Idee ist durchschaubar und plump – im Gegensatz zu Vorgänger Joseph Blatter geht ihm jede Cleverness ab. Der Mann wird innerhalb und ausserhalb der FIFA immer mehr als selbstgefällige Nervensäge abqualifiziert.

Oder Roger Federer. Keine Frage, der 40jährige Basler ist ein Top-Sportler mit einem gigantischen Leitungsausweis. Allmählich neigt sich nun seine beispiellose Karriere dem Ende entgegen. Seit Monaten fällt er vor allem durch Werbeaktivitäten aller Art auf, neu mit einem Engagement, bzw. Invest beim Sportschuh-Unternehmen «On» – mit Börsengang. Kaum mehr ein Mensch auf diesem Planeten weiss, für was und für wen die Tennis-Ikone werblich in Erscheinung tritt. Dabei leidet Roger Federers Glaubwürdigkeit («Roger Federer ist kaum mehr greifbar. Dabei war er doch immer so authentisch»), beklagt der «Tages-Anzeiger» die Mutation des Stars vom Super-Sportler zum Werbevehikel (11. September 2021). Natürlich gönnt jedermann dem Maestro die sprudelnden Werbegelder, doch zuviel ist nun offenbar zuviel; eine «Überdosis Federer» also im Werbemarkt. Auch wenn es der «Tages-Anzeiger» nicht gerade direkt auf den Punkt bringt, ist wohl dieser Schluss zu ziehen: Auch Roger Federer nervt. Allerdings kann man dem Star keinen Vorwurf machen, wenn er abkassiert, solange es geht – auch ohne das grandiose Tennisspiel. Zu hinterfragen wären eher Roger Federers Werbepartner, die mit den unüberblickbar gewordenen Engagements des Stars in der Masse der Werbenden untergehen.

Fussball-Zahlungen immer noch und wieder «Juristen-Futter»

Photo by Markus Spiske on Pexels.com

(causasportnews / red. / 14. August 2021) Nach dem kürzlichen Abschluss der Fussball-Europameisterschaft sind nun i.S. «Fussball-Ungereimtheiten» wieder die Juristen an der Arbeit. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn bereits während des Kontinental-Championnats, das letztlich Italien zum Europa-Meister werden liess, soll es am Sitz des die Europa-Meisterschaft organisierenden Kontinentalverbandes (UEFA) in Nyon am Genfersee zu Polizeiaktionen gekommen sein, in deren Verlauf offenbar zwei UEFA-Mitarbeitende verhaftet worden sind. Es soll um Schmiergeldzahlungen und Korruption im Zusammenhang mit Auftragsvergaben gehen, wie verschiedene Medien berichten. Die UEFA hüllt sich (natürlich) in Schweigen, nachdem es ihr schon einmal gelungen ist, die strafprozessualen Massnahmen im Hauptquartier während der laufenden Europameisterschaft unter Verschluss zu halten. Die UEFA wäre allerdings nicht die UEFA, wenn sie die betroffenen Mitarbeiter nicht sofort nach deren Verhaftung entlassen hätte. Entlassene, natürliche Personen, allenfalls «Organpersonen», haben selbstverständlich nichts (mehr) mit dem Verein UEFA zu tun; der Kontinentalverband schlüpfte dann auch umgehend in die Geschädigtenrolle. Ein übliches Vorgehen bei unappetitlichen Vorgängen im organisierten Fussball. Über die Anwendbarkeit von Art. 55 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) wird man sich zu gegebener Zeit Gedanken machen (können).

Derzeit rückt eine andere Affäre im Zusammenhang mit dem Weltfussballverband FIFA wieder ins Zentrum des Interesses. Dieser Tag ist der ehemalig FIFA-Präsident Josef Blatter als Beschuldigter von der Bundesermittlungsbehörde zur ominösen Zahlung von zwei Millionen Franken im Jahr 2011 an seinen damaligen, vermeintlichen Thronfolger für das Amt des FIFA-Präsidenten, den Ex-UEFA-Präsidenten Michel Platini, befragt worden. Es geht bezüglich des 85jährigen, derzeit gesundheitlich stark angeschlagenen Wallisers, der nach seinem Abgang in der FIFA 2016 von seinem Kontrahenten, Gianni Infantino, beerbt worden ist, um Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung und Veruntreuung. In Anbetracht der fachlichen Schwächen der Schweizer Bundesanwaltschaft prävaliert die Prognose, dass die Beschuldigungen gegenüber Josef Blatter früher oder später in sich zusammenfallen werden (für Josef Blatter gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung). Der «Fall Josef Blatter» erinnert an eine ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro vom Deutschen Fussball-Bund (DFB) an die FIFA, die nie richtig durchleuchtet werden konnte. Insbesondere gelang es nie zu beweisen, dass es sich bei diesem Betrag um Schmiergeldzahlungen mit Blick auf die WM-Endrunden-Vergabe für 2006 an Deutschland handelte. Alle strafrechtlichen Verfahren gegen Protagonisten dieses Vorganges endeten im juristischen Desaster, das von der Bundesanwaltschaft angerichtet worden war. Es resultierten letztlich Verfahrenseinstellungen und Freisprüche. Die Untersuchungen der Ermittlungsbehörde des Bundes kosteten die Schweizer Steuerzahlerinnen und -zahler Millionen von Franken. So wird es wohl auch bezüglich Josef Blatter ausgehen. Es wird kaum zu eruieren sein, für was die Zahlung von zwei Millionen Franken an Michl Platini erfolgt ist. Die Vermutung, Josef Blatter hätte die Zahlung an Michel Platini veranlasst, um diesen zum Verzicht auf eine Gegenkandidatur für das FIFA-Präsidenten-Amt zu motivieren, dürfte nie zu beweisen sein.

Bei soviel «Juristen-Futter» bleibe das Kapitel «Schweizer Justiz und FIFA-Präsident Gianni Infantino» nun an dieser Stelle einmal ausgeklammert…Auch für ihn gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

The Ugly Side of the Beautiful Game

Photo by Brett Sayles on Pexels.com

(causasportnews / red. / 14. Juli 2021) Das Ende der Fussball-Europameisterschaft 2020, ausgetragen 2021, wirkt nach dem denkwürdigen Finalspiel vom Sonntagabend in London immer noch nach. Die Welt gönnt Italien den Triumph, trauert aber mit England. Nach einer Niederlage, so, wie sie England erlitten hat, wird vor allem nach «Schuldigen» gesucht. Auf der Insel und im übrigen Europa ist zumindest einer dieser Missetäter rasch ausgemacht: Gareth Southgate, der Trainer der Engländer. Dabei hat er weder gespielt noch einen Elfmeter «verschossen». Es wird ihm jedoch angekreidet, drei blutjunge Spieler in die alles entscheidende Penalty-Schlacht geschickt zu haben. Es entspricht einer notorischen Tatsache, dass Elfmeter-Schützen erfahren, abgeklärt und nervenstark sein müssen. Gareth Southgate ignorierte diese Gesetzmässigkeit und setze im Penalty-Schiessen fatalerweise auf die «Karte Jugend». An dieser Last sind Bukayo Saka (19), Jadon Malik Sancho (21) und Marcus Rashford (23) zerbrochen und haben die Engländer statt ins Glück in den Nachthimmel Londons und sonstwohin geschossen. Mit der in der Tat schwer nachvollziehbaren, personellen Entscheidung hat der integre und faire Coach der Engländer vor allem auch diesen Jung-Spielern einen Bärendienst erwiesen und sie zu sportlichem «Kanonenfutter» gemacht. Nicht nur haben diese drei Fussball-Talente Italien den Sieg ermöglicht, sie sind nun auch Objekte von Anfeindungen übelster Art und aus allen Richtungen geworden. Dass die drei Spieler nicht weisser Hautfarbe sind, hat den Hass, der vor allem über das Netz wie Kübel über den Köpfen dieser Nationalspieler ausgeschüttet wird, geschürt oder vielleicht erst möglich gemacht. Ein Protest gegen diese Hasstiraden ist zwar wahrnehmbar, fällt aber einigermassen flau aus. Keine Reaktionen hat das Unhaltbare in Nyon, am Sitz der UEFA, und in Zürich, am Sitz der FIFA, ausgelöst. Beide Verbände pflegen zwar immer stramm zu stehen, wenn für Fairplay, Respekt und gegen Rassismus theoretisch Flagge gezeigt werden soll. Diese Aufgabe gilt aber von den Verbänden in der Regel als erfüllt, wenn entsprechende Leuchtschriften in den Stadien und Kleber auf Fussballer- und Schiedsrichter-Dresses erscheinen. Rückgrat und Mut sind bekanntlich nicht unbedingt die Charakter-Stärken von Alexander Ceferin (UEFA), Gianni Infantino (FIFA) & Konsorten. Man kann heute den ehemaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter verteufeln und für alles Mögliche und Unmögliche verantwortlich machen, aber er hätte gegen diese ungebührlichen und unhaltbaren Attacken gegen die drei jungen Spieler des englischen National-Teams donnernd seine Stimme erhoben. Er hätte es dabei nicht nur bei der Feststellung bewenden lassen: «The Ugly Side of the Beautiful Game».

Doch auch diese Nachwehen des Europameisterschafts-Finals werden bald Geschichte sein. Die Welt richtet den Fokus nun nach Japan. Im Lande der aufgehenden Sonne werden in zehn Tagen die Olympischen Spiele beginnen. Wenigstens werden sie, teils gezwungenermassen, ökologisch vertretbar ausgerichtet. Weil die Wettkämpfe ohne Publikum ausgetragen werden, müssen lediglich die Athletinnen und Athleten sowie das Begleitpersonal sowie Medienschaffende aus der ganzen Welt nach Tokio geflogen und gekarrt werden. «Klimapositiv» nennt das Internationale Olympische Komitee (IOK) diese Situation im Zuge von «Corona». Die schadhaften Emissionen, die auch ohne Publikum in Tokio die Umwelt belasten, will der in Lausanne domizilierte Verein mit Pflanzungen kompensieren. 355 000 Bäume sollen demnächst in Afrika gesetzt werden. «Placebo» heisst diese Substanz, die auch keine Dopingkontrolle zu fürchten braucht.