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Der Unterschied zwischen FIFA-Präsident und Papst in Kriegswirren

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(causasportnews / red. / 7. Mai 2022) Bis vor dem Ausbruch des immer noch schrecklich tobenden Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 war «Katar» in vielerlei Hinsicht ein Reizwort. Mit Blick auf die Fussball-WM-Endrunde in diesem Jahr ab 21. November hat sich die Lage allerdings schlagartig geändert. Katar ist wegen des Erdgases begehrt, und jedes von Russland abhängige Land hütet sich, die Katari in jeglicher Hinsicht zu reizen. Sogar der grüne Wirtschafts- und Klimaminister und Vizekanzler Deutschlands, Robert Habeck, flog, natürlich klimaneutral, nach Doha und warf sich vor den Scheichs in den Wüstenstaub, um den drohenden Versorgungsengpass für Deutschland wegen des Russlandkriegs abzuwenden. Seit dem 24. Februar 2022 ist Katar in der Welt zwangsläufig «salonfähig» geworden. Dass der Kleinstaat mit unermesslichem Reichtum noch «salonfähiger» wird, ist ein besonderes Anliegen von Katar-Freund Gianni Infantino, FIFA-Präsident mit derzeit unbekanntem Wohnsitz (ist es allenfalls doch Katar?). Der FIFA-Lenker vom «Zürichberg» ist jedenfalls kaum mehr in Zürich zu sehen, sondern macht sich ein schönes Leben in …Katar. Das wird so bleiben bis zum Beginn der WM-Endrunde in der Vorweihnachtszeit. Grund genug also für den durchwegs dödlig agierenden FIFA-Präsidenten, um bei den Scheichs im Wüstenstaat zu antichambrieren. Dass solche Aktionen schief gehen müssen, hat Gianni Infantino soeben erneut bewiesen. Öffentlich hat er einer Version von «Amnesty International» mit Blick auf die WM-Baustellen widersprochen. Die Organisation spricht von mehreren tausend Arbeitern, die während des Baus der WM-Stadien bisher umgekommen sein sollen. Dass diese wie Sklaven gehalten wurden und werden, ist wieder ein anderes Thema. Und was meint der FIFA-Präsident dazu? Er spricht von drei (!) toten Arbeitern; die andern könnten auch anderweitig zu Tode gekommen sein, hält der 52jährige, Walliser mit Augureneigenschaften den Ball zugunsten des WM-Endrunden-Austragungslandes flach. «Die FIFA ist nicht die Polizei der Welt oder verantwortlich für alles, was auf der Welt passiert», äusserte er sich zudem generell. Dass seine Tollpatschigkeit noch steigerungsfähig ist, bewies er mit der Aussage: «Wenn man jemandem Arbeit gibt, selbst unter schwierigen Bedingungen, gibt man ihm Würde und Stolz.». Das Statement des FIFA-Obersten empört nicht nur «Human Rights Watch»: «Der FIFA-Präsident verhöhnt Arbeiter in Katar», titeln auch die Gazetten weltweit.

Noch nicht konkret geäussert zu Katar und zum Los der Arbeiter auf den WM-Baustellen hat sich Papst Franziskus, der sich aber generell in einem Formtief zu befinden scheint. Mit Blick auf den Krieg Russlands schob das 86jährige Oberhaupt der Katholischen Kirche dem Nordatlantikpakt eine Mitschuld an den von Russland entfesselten Zerstörungs- und Vernichtungskrieg zu. Die NATO habe die russische Aggression erleichtert, gab der nun mehr greise statt weise Mann im Vatikan zum besten; statt Russland in aller Schärfe zu verurteilen. FIFA-Präsident und Papst tun seit jeher relativ viel dafür, um ja kein Fettnäpfchen auszulassen. Sie sind wiederum derzeit bemüht, um der Bezeichnung «PPP» (Präsident und Papst peinlich) gerecht zu werden. A propos Papst und FIFA-Präsident: Da feiert das Bonmot, das zur Zeit von Joseph Blatter als FIFA-Präsident eine Hochkonjunktur erlebte, eine Wiederauferstehung. Wie manifestiert sich der Unterschied zwischen FIFA-Präsident und Papst?-

Antwort: Der Papst meint nicht, er sei FIFA-Präsident.

Das kann wohl auch als besondere Art eines Investiturstreits bezeichnet werden…

Eine WM-Endrunde ohne Italien ist möglich, aber (ziemlich) sinnlos…

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(causasportnews / red. / 26. März 2022) Die Niederlage der Nationalmannschaft Italiens gegen Nordmazedonien war für Bella Italia ein sportlicher Super-GAU. Schon vor vier Jahren fehlte der aktuell amtierende Europameisterschaft in Russland, als die Barbarei durch diese Nation ziemlich weit weg war – und nun das! Dass das eigene Unglück immer stärker gewichtet wird als es in den Augen der übrigen Welt erscheinen mag, ist evident. Doch fühlt man sich nach dem «WM-Aus» der Italiener an Vicco von Bülow, alias Loriot, erinnert, der den Spruch, zwar auf seine geliebten, vierbeinigen Möpse gemünzt, zum Kult werden liess, dass eben ein Leben ohne Möpse möglich, aber sinnlos sei. So ist es nun wohl ein bisschen mit dem Land des Europameisters: Eine WM-Endrunde ohne Italien, der besten Nationalmannschaft auf dem Planeten, in diesem Jahr ist natürlich möglich, aber zumindest sportlich ein klein wenig sinnlos(er). Zumal der Anlass in Katar stattfinden wird, im Land, das vor fünf Wochen noch mit Spott und Häme überschüttet wurde und nun wegen der praktizierten Bestialitäten der Russen zum Rettungsanker der (Energie-)Welt mutierte. Sollen wir im nächsten Winter, wenn die WM-Endrunde in Katar über den Retorten-Rasen gehen wird, nicht frieren, so geht es nun offenbar nur mit den Rohstoffen aus Katar! Die Regierenden dieser Welt, welche sich derzeit für Gas und Öl aus alternativen Quellen geradezu prostituieren, sehen sich gezwungen, sich von den Herrschern in Katar in den Wüstenstaub zu werfen und um Gas und Öl zu betteln. Besonders peinlich exerziert diese Praxis der Deutsche, «grüne» Vizekanzler Robert Habeck vor, der seinen ersten, soeben erfolgten Bittgang zum Emir von Katar und zu seinem Gefolge noch ohne Ergebnis hinter sich hat; weitere Gänge nach Doha werden folgen. Die derzeitige Situation für die «Grünen» ist eh ein Desaster: Sie wagen es nicht einmal, die durch den Krieg inszenierte Umweltkatastrophe nur schon zu thematisieren. Aber wer kennt sie noch die Geschichte von «Boule de suif» («Fettklösschen») von Guy de Maupassant? Die Vorgänge wiederholen sich bekanntlich immer wieder. Weshalb denn die Historie bemühen?

Apropos Katar: Im Retortenstaat wird am letzten Tag des laufenden Monats die Generalversammlung des Weltfussballverbandes (FIFA) stattfinden. Die Verbände Russlands und der Ukraine werden dann einträchtig im selben Tagungssaal in Doha zusammensitzen. Der Sport ist schliesslich apolitisch. So wird sich in diesem Rahmen auch der FIFA-Präsident Gianni Infantino nicht von seinem erklärten Freund und Schlächter im Kreml distanzieren müssen, und die Vorfreude auf die WM-Endrunde im kommenden Winter in Katar wird durch nichts mehr getrübt werden. Die aktuelle Weltlage macht es möglich; auch wenn Italien dann eben an der WM-Endrunde fehlen wird. Ob die Ukraine dabei sein kann, wird sich weisen. Sie hat sich sportlich noch zu bewähren. Sicher wird Russland fehlen. Die Russen erhalten so die Gelegenheit, in dieser Zeit vielleicht parallel zur WM-Endrunde ein Freundschaftsspiel für den Frieden und gegen den Frust – gegen Italien austragen…

Das die Momentaufnahme. Im Zuge des Russland-Feldzuges und der Luftschläge gegen die Ukraine haben u.a. die Sport-Funktionäre mit Gegenwind zu kämpfen. Der FIFA-Präsident muss sich zwar erst im kommenden Jahr zu Wiederwahl stellen. Ob aber demnächst ein Ethikverfahren gegen den Italo-Schweizer wegen seiner Putin-Nähe vorbereitet wird, ist ein gut gehütetes Geheimnis in der FIFA-Zentrale auf dem Zürcher «Sonnenberg». Müsste es eigentlich. Anders sieht es derzeit für einen anderen, allerdings ehemaligen Sport-Funktionär aus der Schweiz aus: René Fasel, der 25 Jahre den Internationalen Eishockey-Verband (IIHF) mit Sitz in Zürich geführt hat. Der unempathische Schwätzer aus dem Freiburgerland sprach nach dem Ausschluss von Russland und Weissrussland für die anstehende Eishockey-WM von einem «traurigen Moment in der IIHF-Geschichte». Diese Unsensibilität hängt wohl mit der (erklärten) Freundschaft des Alt-Funktionärs mit dem Weissrussischen Putin-Steigbügelhalter Alexander Lukaschenko zusammen. Fürwahr, auch hier wiederholt sich die Geschichte. Hinzu kommt das Bonmot: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!

Die Kraft des Sportes im Krieg

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(causasportnews / red. / 27. Februar 2022) Nach drei Tagen Krieg wird der Welt, oder wenigstens Teilen davon, klar, dass im Moment eine globale Katastrophe stattfindet und sich, wie 1939 ff., ein globaler Flächenbrand entwickeln könnte. Ein Land, angeführt von einem Despoten, überfällt ein friedliches, anderes Land. Weshalb, weiss eigentlich niemand so genau. Ein Krieg beginnt meistens mit einer Kriegserklärung, auch wenn der ganze Wahnsinn unerklärlich ist. Die höchstens mittelbar betroffene Welt schaut mehr oder weniger tatenlos zu. Sanktionen gegen Russland werden, wenn überhaupt, lau und nur unter Berücksichtigung von Eigeninteressen, angeordnet und ergriffen. Immerhin hat soeben Deutschland ein starkes Zeichen gesetzt und der Ukrainischen Armee 5000 Helme übergeben. Mutige Taten, wie diese, lassen hoffen. Das Beispiel wird zudem wohl Schule machen: Die Schweiz wird sicher bald fünf bis sechs Krankenschwestern in die Ukraine entsenden, die USA 1000 Pferde-Schutzmasken liefern, usw. Der Westen gibt real ein desaströses, unmoralisches  Bild ab: Wohl, weil es in Westeuropa von russischen Gesinnungsgenossen aller Art wimmelt (hier ist nicht nur der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder gemeint, auf den die aktuelle, links-grüne Bundesregierung selbstverständlich Rücksicht zu nehmen hat). Deprimiert muss auch etwa die Haltung der Schweizer Landesregierung, eine opportunistische Gruppierung mit Linksdrall, die gerade die Bevölkerung in der «Corona»-Krise ins Elend geführt hat, eingeordnet werden, die sich am Schauplatz des big business mit den Russen kriecherisch und feige gebärdet. Schliesslich sollen, nicht nur in der Schweiz, die russischen Unternehmen und die zahlreichen Oligarchen, die teils vor allem ihre zusammengestohlenen Vermögen hier mit Hilfe von Politiker, Treuhändern und Anwälten bunkern, nicht verstimmt, sondern bei Laune gehalten werden.

So sind im Westen gegen den von Russland, angeführt vom «Frontmann» Wladimir Putin, entfesselten Eroberungskrieg gegen ein friedliches Land weder starke Zeichen gegen diese Barbarei noch griffige Massnahmen dagegen festzustellen. Die Betroffenheits- und Empörungs-Gesellschaft ist in Hochform. Nota bene trägt auch sie einen Teil der Schuld am Krieg in Europa, speziell etwa die USA, angeführt insbesondere durch den damaligen Präsidenten Barack Obama, die keine Gelegenheit ausgelassen haben, Russland zu demütigen. Derweil die Russen versuchen, Kiew zu erobern und die Regierung auszulöschen. Im Moment wird vor allem seitens der Medien in aller Welt Geschichtsklitterung betrieben, etwa dergestalt in der aktuellen Ausgabe des «Spiegel». «Putins Krieg», titelt das linke Magazin nicht unerwartet. Mit Verlaub: Wladimir Putin sitzt in Moskau. Es führt Russland als Nation Krieg gegen ein anderes Land! Das hatten wir doch schon vor ein paar Jahrzehnten in Europa in anderer Komposition. Der Kreml-Herrscher ist nicht einfach ein Diktator, der autark agiert. Der Krieg in Europa zeigt drastisch auf, über welches, teils krude Desinformationspotential die Medien verfügen, wie etwa der Chef der Zürcher «Weltwoche», Roger Köppel, ein kruder Wirrkopf und nebenbei Bundesparlamentarier, der sich just in der aktuellen Ausgabe seines Magazins als Putin-Versteher outet; das Heft erschien zur selben Zeit, als Russland den Krieg lostrat. Was jetzt in der geknechteten Ukraine geschieht ist zudem ein Beispiel dafür, dass die klima-neutrale Kriegsführung weiterhin ein Wunschdenken der Linken und Grünen bleiben wird. Gegen die Umweltverschandelung, die mit diesem Krieg begangen wird, setzt sich nicht einmal mehr Greta Thunberg ein. Zumindest diesen Freitag nicht.

Wie es sich abzeichnet, kann der Sport vielleicht einiges bewirken; wenn er mutig und zielstrebig handelt. Das heisst: Russland und seine Sportlerinnen und Sportler sind vom Weltsport auszuschliessen. Die Isolation des Landes kann allenfalls mittel- und langfristig den Druck auf das Putin-Regime und die Nation so stark werden lassen, dass Russland früher oder später zur Räson kommt. Anzeichen sind vorhanden. Sportler wollen nicht mehr in Russland oder gegen Russische Mannschaften und Sportlerinnen und Sportler antreten. An Russland werden keine Sportveranstaltungen mehr vergeben, und das Land darf nicht mehr, auch nicht mehr unter Deckmäntelchen (wie noch vor ein paar Tagen die Mannschaft Russlands an den Olympischen Spielen in Peking als «Team ROC»), an Sportveranstaltungen teilnehmen. Gut, dass der Europäische Fussballverband (UEFA) St. Petersburg den Champions League-Final im Mai entzogen hat. Auch die Formel 1 wird im September nicht in Sotschi gastieren. An der Fussball-WM-Endrunde dieses Jahres in Katar darf Russland in keinem Fall dabei sein. Das wird der erklärte Putin-Freund Gianni Infantino verkraften. «Gazprom» als weltweit markanter Sponsor hat im Sport nichts mehr zu suchen, wie auch die Oligarchen nicht, welche sich Fussballklubs in aller Welt halten. Im Gegensatz zur Politik lässt der Sport den Worten Taten folgen: So hat der EV Zug im Finanz-Eldorado Zug soeben das Sponsoring mit «Nord Stream» (die Unternehmung hat ihren Sitz in Zug) ausgesetzt. «Gazprom» ist an diesem Projekt mit 51% beteiligt. Die UEFA muss sich bezüglich seines Sponsors «Gazprom» noch entscheiden, ob der Verband auf viel Geld verzichten oder die Ethik bei dieser Lage doch stärker gewichten möchte. Über ein starkes Mittel, um Russland einzugrenzen, verfügen die internationalen Sportverbände. Sie könnten Russland bzw. deren Verbände als Mitglieder aus den Vereinigungen (meistens Vereine nach Schweizerischem Recht) ausschliessen. Im Krieg ist die Kraft des Sportes nicht zu unterschätzen. Der Sport hat in dieser Hinsicht seit Beginn des Eroberungskrieges der Russen wenigstens einige vielversprechende Zeichen gesetzt. Das macht ein bisschen Mut. Auf dass wir weiterhin im warm geheizten «Homme office» arbeiten können – dank Gas und Öl aus Russland.

Hat Gianni Infantino oder hat er nicht?

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(causasportnews / red. / 19. Januar 2022) Kaum hat sich die weltbewegende Affäre um die Welt-Nummer-Eins im Tennis, Novak Djokovic, gelegt, sieht sich der organisierte, mundiale Sport mit einem neuen Aufreger konfrontiert: FIFA-Präsident Gianni Infantino ist umgezogen – nach Katar, ins Land, in dem Ende dieses Jahres die Fussball-WM-Endrunde ausgetragen werden soll! Seit dieser kleine Schritt für einen Menschen, aber ein grosser Schritt für die Menschheit publik geworden ist, herrscht Endzeitstimmung nicht nur im Sport. Der Nachfolger des legendären Langzeit-FIFA-Präsidenten Joseph Blatter, der 2016 zum höchsten Fussballer der Welt auf den Zürcher «Sonnenberg» katapultiert worden ist, sei nach Doha gezogen jedoch bezahle er weiterhin Steuern in der Schweiz, vermelden die Medien weltweit. Hat er nun seinen Wohnsitz verlegt oder nicht? Das ist die Frage, welche die Massen gerne beantwortet hätten. Sibyllinisch erklärt die Medienstelle der FIFA, Giani Infantino bezahle weiterhin Steuern in der Schweiz; ergo sei er schon wegegezogen, aber…Die Journalisten kennen die Wohnsitzkriterien ebensowenig wie Ihnen der Umstand bekannt ist, dass ein Wohnsitz im formellen Sinn (Art. 23 ZGB) durchaus verlegt werden kann, jedoch eine Quellensteuer zu bezahlen ist, falls in der Schweiz ein Erwerbseinkommen generiert wird. Wegen irgendwelchen Geheimnissen verweigern (natürlich) die Behörden die Antwort auf die Frage, ob sich der FIFA-Präsident in der Schweiz abgemeldet und neu in Doha formell Wohnsitz genommen hat.

Am wahrscheinlichsten ist es, dass der 51jährige Walliser aus Brig, der kaum eine Gelegenheit auslässt, um seine Sympathiewerte immer mehr gegen null sinken zu lassen, an die Wärme gezogen ist, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Wichtig ist es selbstverständlich, dass der FIFA-Präsident im Vorfeld der WM-Endrunde dieses Jahres vor Ort Flagge zeigen will. Das ist an sich nichts neues, scharwenzelte der ungeliebte Funktionär doch schon vor der WM-Endrunde 2018 regelmässig um den russischen Regenten Wladimir Putin herum. Das Interesse an Russland und an Wladimir Putin hat nach Abschluss der WM-Endrunde dann allerdings schlagartig abgenommen. Das wird dann wohl auch Ende Dezember in Katar so sein, obwohl Gianni Infantino alles versucht, um im umstrittenen Kleinstaat auch nachhaltig Fuss zu fassen. Pecunia non olet. Eigentlich ist Gianni Infantions private Dislokation etwa so wichtig wie das Fahrrad, das in Peking umfällt. Besorgte Mitmenschen des Wallisers sehen im bekannt gewordenen Schritt des Spitzen-Funktionärs allerdings auch die Gefahr, dass nun der Sitz des Weltfussballverbandes FIFA, ein Verein gemäss Art. 60 ff. ZGB, von Zürich nach Doha verlegt werden könnte. Das befürchtet jedenfalls Joseph Blatter («offenbar fühlt sich Gianni Infantino in der Schweiz nicht wohl»), der allerdings auch Monaco und die USA als neue, mögliche  Sitzvarianten für den Weltverband ins Spiel bringt. Viele Menschen wären allerdings nicht stark betrübt, falls die FIFA, die für die Schweiz aus diversen Gründen immer problematischer wird, das Land verlassen würde. So meinte der Mitte-Politiker Gerhard Pfister zum Thema, der nach Doha ziehende FIFA-Präsident solle den Verband auch gleich mitnehmen.

Der aktuell gewordene Aufreger lässt Raum für Vermutungen dergestalt, was eigentlich der FIFA-Präsident den ganzen Tag so treibe. Zwar will sich der nicht gerade als Arbeitstier bekannte Top-Funktionär auch künftig ab und zu wieder in Zürich sehen lassen. Was er anlässlich dieser Gelegenheiten auf dem «Sonnenberg» macht, ist wohl sein Geheimnis. Der Verband FIFA als globaler Sport-Konzern ist zweifelsfrei ein Selbstläufer, der funktioniert, ungeachtet des Umstandes, ob ein Präsident auch noch irgendwie mitwirkt oder nicht. Das manifestiert auch der Umstand, dass Gianni Infantino seit seinem Amtsantritt vor genau sechs Jahren bisher rein gar nichts erreicht hat und einfach im Funktionärs-Haifischbecken vor allem als hervorragender Mit-Schwimmer eine gute Figur abgibt. Vor allem hat er insbesondere aus persönlichem Machterhaltungstrieb den Weltverband wieder in die schlechten, alten Zeiten zurückgeworfen. In der FIFA ist es etwa so wie bei den Grossbanken, bei denen die obersten Chefs auswechselbar sind wie Glühbirnen, was gerade aktuell dem geschassten Verwaltungsrats-Präsidenten der Credit Suisse, dem Iberische Julio Iglesisas-Verschnitt Antonio Horta-Osorio, widerfahren ist, eine absolute Fehlbesetzung in der zweitgrössten Schweizer Bank, an der – horribile est dictu – exakt Katar eine Beteiligung hält! PS: Julio Iglesias war auch einmal Fussballspieler.

Was die Aufgaben des FIFA-Präsidenten sind, kann und muss in Art. 35 der FIFA-Statuten nachgelesen werden: Der Präsident vertritt die FIFA im Allgemeinen und ist bestrebt, ein positives Image des Verbandes zu verbreiten. Er hat die Werte der FIFA zu schützen und innerhalb des Sports und mit politischen Instanzen und internationalen Organisationen gute Beziehungen zu pflegen.- Fürwahr, für die Erfüllung dieser Aufgaben bildet Katar das ideale Terrain für den FIFA-Präsidenten.

Führung durch Integration im FC Bayern München

Auszug aus der E-Mail des FC Bayern München eV vom 1. Dezember 2021 an seine Mitglieder

(causasportnews / red. / 3. Dezember 2021) Noch hat sich der Pulverdampf nach der denkwürdigen Jahreshauptversammlung des FC Bayern München vor einer Woche nicht verzogen, und noch immer versuchen die Verantwortlichen des Münchner Nobel-Klubs, die Folgen des Versammlungs- und Kommunikationsdesasters vom 25. November 2021 zu glätten (causasportnews vom 26. November 2021). Hat das Management beim Thema «zukünftiges Qatar Airways-Sponsoring» an der Zusammenkunft der Vereinsmitglieder noch gebockt und das Thema des Sponsoring-Vertrags des FC Bayern München mit der Airline Katars abgewimmelt, was einen Mitglieder- und Fan-Aufstand provozierte, sind nun aus dem Umfeld des Klubs, bzw. seitens der Klub-Führung, plötzlich versöhnliche Töne zu vernehmen. Die beigezogenen Kommunikations-Spezialisten haben offenbar auf die Gefahren der Gesprächs- und Behandlungs-Verweigerung anlässlich der Versammlung hingewiesen und insbesondere die Unglücksraben des Abends, Herbert Hainer (Präsident) und Oliver Kahn (Vorstandsvorsitzender) diesbezüglich sensibilisiert, dass Sportfunktionärs-Ämter nicht gleichzusetzen sind mit Führungsaufgaben in konventionellen Wirtschaftsunternehmen (Herbert Hainer bei «adidas») und Torhüter-Aktivitäten (eine angestammte Verhinderungs-Arbeit; Oliver Kahn). Haben die beiden Akteure im Bayern-Management den Antrag des Vereins-Mitglieds und Juristen Michael Ott in der Vereinsversammlung aus Kompetenzgründen noch schnöde abgebügelt, ist nun Harmonie in der «Bayern-Familie» angesagt. Beobachter reiben sich nicht wahnsinnig überrascht die Augen, dass nun durch die Klub-Exponenten öffentlich Abbitte geleistet wird (BILD-Zeitung: «Bayern Bosse geben Fehler zu» – nota bene ohne Ausrufezeichen). Den militantesten Mitgliedern, denen man die Diskussions-Bühne versagt hat, sollen nun in den «Vorgang Qatar Airways – Sponsoring» eingebunden werden. Dies gilt auch für den Antragsteller Michael Ott, der zuvor zweimal vor Gericht mit Eilanträgen in München gescheitert war. Damit wird in München ein alter Kommunikations-Lehrsatz aus der Mottenkiste des Krisenmanagements hervorgeklaubt: Mache Deine Feinde zu Weggefährten, in dem Du sie einbindest! Dass dies das Bayern-Top-Management vor und während der Hauptversammlung nicht realisiert hat, dürfte insbesondere mit (fehlender) Empathie und mangelnden Sensorien zusammenhängen. Ein cleverer Versammlungsleiter hätte den «Qatar-Deal» auch in irgendeiner Form behandelt, allenfalls konsultativ, und nicht in Versammlungs-Formalismus gemacht, auch wenn die von Michael Ott erwirkten Anträge von den angerufenen Gerichten abgelehnt wurden. Nach der Tat hält man oft auch an der Säbener Strasse in München Rat. Offiziell lässt der Klub jetzt verlauten, man wolle «miteinander einen Weg finden» und «wir haben Kontakt mit denen aufgenommen, deren Wortmeldungen nicht mehr berücksichtigt wurden». Die Lehre aus der Geschichte: Ist das Kind im Brunnen, gilt es vor allem, den Brunnen trocken zu legen…

Ein Hauen und Stechen im Münchner Nobelklub

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(causasportnes / red. / 26. November 2021) Gar nicht nobel ging es anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung des FC Bayern München am Donnerstagabend dieser Woche zu und her. Statt Einigkeit und Frieden herrschte das Chaos, und es geschah das, was die graue Eminenz im Klub, Uli Hoeness, als «einmalig» im FC Bayern München bezeichnete. Vordergründig ging es um Katar,  «Corona» (Joshua Kimmich) sowie um Geld und Geist, unmittelbar aber um einen Aufstand der Fan-Basis gegen das Fussball-Establishments, der zu einem veritablen Hauen und Stechen ausartete. Das gab es in der Tat noch nie: Johlende und pöbelnde Mitglieder, niedergeschriene und verbal niedergemachte Klub-Funktionäre, wüste Beschimpfungen hüben und drüben. Die Versammlung des FC Bayern wurde zum Kampfplatz zweier unversöhnlicher Parteien im Revolutions-Modus. Es zeigte sich, dass in München das bisherige Zwei-Klassensystem in diesem kommerziellen Sport-Segment nicht mehr zu halten sein wird. Das Klub-Management musste in diesen Stunden die Realität akzeptieren und erkennen, dass es sich in den letzten Jahren zu stark von der Basis entfernt hatte – kommerziell und ideell. Die Erinnerungen an die letzten Tage der DDR kamen hoch, als eine künstlich am Leben gehaltene Organisation, geführt von einer dem Volk entrückten Funktionärs-Kaste, irreparabel zusammenkrachte. Die «Bornholmer Strasse» mutierte gleichsam zur Münchner «Säbener Strasse». Im FC Bayern München wird es nie mehr so sein, wie es einmal war («mia san mia»).

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Antrag des Vereins-Mitglieds und Juristen Michael Ott, der die Behandlung des Streitthemas «Verlängerung des Sponsoring-Deals FC Bayern – Qatar Airways» gegenüber der renitenten Klub-Führung vor Gericht erzwingen wollte (causasportnews vom 23. November 2021). Dort scheiterte er allerdings zuletzt wenige Stunden vor Beginn der Versammlung auch am Landgericht München, entfesselte jedoch mit seinen Antragsbestrebungen die Revolutionskräfte im Klub und läutete damit den Untergang der bisherigen Führungskultur im Klub ein. Ungewollt zu Hilfe eilten ihm dabei die teils unsensiblen Top-Funktionäre des FC Bayern München, die immer noch nicht erkannt hatten, dass ihnen die Führung des Klubs nur anvertraut ist und dieser nicht als Individual-Spielwiese zu betrachten ist. Zum Begehren von Antragsteller Michael Ott meinte zwar das Landgericht München (und setzte den Klub formell ins Recht), dass zur Behandlung des Themas «Qatar Airways» die Hauptversammlung nicht zuständig sei (sondern das Klub-Präsidium), doch war das für die Mitglieder und Fans das Zeichen zum Sturm auf die Münchner Fussball-Götter. Die Normen sprachen nach den Entscheiden der von Michael Ott angerufenen Gerichte für den Klub, die Fakten letztlich für die Mitglieder.

Bayern-Hauptversammlung: «Qatar-Antrag» scheitert am Amtsgericht München

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(causasportnews / red. / 23. November 2021) Damit musste gerechnet werden: Das Amtsgericht München hat den Eilantrag des Juristen und Vereinsmitglieds des FC Bayern München, Michael Ott, i.S. Sponsor-Deal «Qatar Airways» abgewiesen. Der Rechtsreferendar am Landgericht Mainz wollte mit seinem Begehren sicherstellen, dass sein Antrag auf Beendigung des Sponsoring-Vertrags, der dem Münchner Nobel-Klub weiterhin mindestens 17 Millionen Euro jährlich einbringen soll, nach der Fussball-WM-Endrunde 2022 in Katar nicht mehr verlängert und an der Jahres-Hauptversammlung des Vereins am kommenden Donnerstag ordentlich vorgebracht und behandelt wird (causasportnews vom 15. November 2021). Das Gericht verneinte die fehlende Dringlichkeit des Antrags und äusserte sich wohl in der Sache selber nicht weiter. Michael Ott gelangte umgehend an die nächste Instanz (Landgericht München). Mit diesem Entscheid kommt das Amtsgericht dem FC Bayern München entgegen. Der Verein ist bestrebt, diesem Antrag des 28jährigen Juristen im Vorfeld der Hauptverhandlung möglichst wenig Gewicht einzuräumen. Die erstinstanzliche Ablehnung des Antrags auf Erlass einer einstweiligen Verfügung bedeutet, dass sich der FC Bayern München wenigstens im Moment die Feldüberlegenheit in diesem juristischen Spiel sichern konnte.

Fussball-Verletzung mit Positiv-Aspekt

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(causasportnews / red. / 5. Oktober 2021) So lautet die nüchtern angefasste, kürzlich verbreitete  Medienmitteilung: «Granit Xhaka hat sich das Innenband im rechten Knie gerissen. Er fällt für drei Monate aus. Ein Operation ist nicht notwendig.». – Courant normal im Fussball-Business also? Nicht ganz. Granit Xhaka ist immerhin einer der Leistungsträger des FC Arsenal London und zudem Captain der erfolgreichen Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Um ihn gab es in letzter Zeit allerdings einigen Wirbel. So weigerte er sich strikte, sich gegen «Corona» impfen zu lassen und trat als erklärter Impfgegner auf. Just in dem Moment, als darüber diskutiert wurde, die Schweizer Nationalmannschaft für eine Impfkampagne des Bundesamtes für Gesundheit zu verpflichten. Es kam noch schlimmer: Zu jenem Zeitpunkt wurde plötzlich bekannt, dass der 29jährige Mittelfeldspieler an «Corona» erkrankt sei! Womit sich dadurch dann auch das Thema einer Werbe-Impf-Kampagne mit dem Nationalteam und dem Aushängeschild des Teams, Granit Xhaka, erledigt hatte (vgl. auch causasportnews vom 7. September 2021). Am Wochenende muss das Schweizer Nationalteam in der WM-Qualifikation für die Endrunde in Katar 2022 gegen Nordirland wieder ran. Natürlich ohne den verletzten Captain Granit Xhaka. Nun ist zwar der Nationalcoach Murat Yakin im Zugzwang; er hat den Captain zu ersetzen. Allerding ist er aber auch einer Sorge enthoben: Im Vorfeld des weiteren WM-Qualifikationsprogramms mit dem diesjährigen Höhepunkt am 12. November gegen Europameister Italien wurde bis vor ein paar Tagen und bis zum Bekanntwerden der Verletzung des Mannschafts-Captains der an sich mögliche Einsatz des «Corona»-genesenen Schlüssel-Spielers kontrovers diskutiert. Es mehrten sich die Stimmen dergestalt, der zwar genesene Spieler sei zufolge seiner queren Haltung nicht für die nächsten Spiele der Nationalmannschaft zu berücksichtigen. Es waren jedoch auch Gegenmeinungen zu vernehmen. Diese Diskussion ist nun obsolet geworden. Granit Xhaka wird zufolge der erlittenen Verletzung bis Ende Jahr ausfallen. Soweit man einer Verletzung und den Folgen einen positiven Aspekt abgewinnen kann, ist er in diesem Fall offensichtlich und löst einige Probleme. Selbstverständlich ist eine Sportlerverletzung immer bedauerlich. Aber da sie nun schon einmal geschehen ist…Die Schweiz verfügt zudem über viele weitere gute Spieler; dem einen oder anderen wird durch diese Konstellation eine Chance eröffnet werden.

Der Sport vor einem Rechteverwertungs-Kollaps?

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(causasportnews / red. / 27. Dezember 2020) Es gibt sicher Attraktiveres im Sport als Fussballspiele vor wenigen oder gar keinen Zuschauern. Seit «Corona» wie ein Impakt auch über die Sportwelt hereingebrochen ist, wird in den Ligen der Welt und im Nationalmannschafts-Fussball fleissig weitergespielt – «Geisterspiele» prägen das Geschehen. Nach bald einem Jahr «COVID-19» und droht dem Sport eine empfindliche Störung in der Wertschöpfungskette – was etwa sinkende Einnahmen durch die Sport-Rechteverwertung bedeutet. Es ist evident, dass bspw. ein Fussballspiel in einem leeren Stadion kein umfassend vermarktbares Event mehr ist, sondern eben nur noch ein simples Fussballspiel. Das Interesse an diesen Veranstaltungen scheint nun immer mehr nachzulassen; das wiederum schlägt sich negativ auf die Erträge aus der Rechteverwertung nieder, denn schwindendes Fan-Interesse am so produzierten «Produkt Fussball» bedeutet letztlich mangelnde Nachfrage seitens der Werbewirtschaft. Sinkendes Publikumsinteresse an den durch «Corona» geprägten Sport bedeutet aber nicht nur nachlassende Erträge aus der Rechteverwertung; wer hat im Moment schon Lust, sich mit dem Gedanken zu befassen, für die nächste Saison (wieder) eine Jahres-Zuschauerkarte zu erwerben? Manch eine Liga hätte den Sportbetrieb aufgrund der Krise längst eingestellt, wenn es nicht um laufende Rechteverwertungserlöse gehen würde. Bestehende Verträge mit Verwertern sind zu erfüllen – oder, wie es simplifiziert gesagt werden könnte: «Ohne Spiel kein Geld».

Diese Entwicklung hat nun bereits die beiden französischen obersten Ligen ins Schlingern gebracht; immerhin ist der Spitzenfussball des aktuellen Fussball-Weltmeisters betroffen. Die Unternehmung «Mediapro», die Rechteinhaberin der beiden oberen Ligen, ist zahlungsunfähig und hat die erworbenen Liga-Rechte zurückgeben müssen. Wie sich dieser Zusammenbruch der Rechteinhaberin auswirken wird (und wer die Rechte allenfalls übernehmen wird), lässt sich im Moment nicht sagen. Vertraglich hatte «Mediapro» ab 2020 bis 2024 jährlich 800 Millionen Euro zugesagt. Was in Frankreich nun Tatsache geworden ist, könnte sich auch im nationalen und globalen Top-Fussball ereignen – falls «Corona» weiterhin die Ausübung des organisierten Sportes in der Form vor «COVID-19» verunmöglichen sollte. Lediglich hinter vorgehaltener Hand wird in Funktionärskreisen das Szenario «Kollaps» der Rechteverwertung diskutiert – zumindest der «Kollaps light». Sollten sich die Verhältnisse nicht bald normalisieren, könnte dies auch massiven, wirtschaftlichen Einfluss auf die im kommenden Jahr (vom 11. Juni bis 11. Juli 2021) vorgesehene Fussball-Europameisterschaft an elf Standorten (!) haben. Bemerkenswerterweise ist zu diesem Thema seitens der Europäischen Fussball-Union (UEFA) derzeit nichts zu vernehmen. Der unter dem Einfluss von «Corona» nur noch rudimentär stattfindende Sport hat selbstverständlich nicht nur Auswirkungen auf das wirtschaftliche Niveau in der Rechteverwertung (so ist z.B. vielerorts das in vielen Klubs einträgliche Merchandising praktisch zum Erliegen gekommen). Unbesorgt, was die Vermarktung des Filet-Stücks im internationalen Fussball angeht, zeigt sich derzeit der Weltfussballverband (FIFA). Dass bei länger anhaltender Pandemie auch die WM-Endrunde 2022 in Katar bzw. deren wirtschaftliche Verwertung gefährdet sein könnte, ist dem Verband offenbar (noch) kein Gedanke wert. Das Interesse schon an WM-Ausscheidungsspielen ohne Zuschauer könnte bald einmal einen massiven Knick erleiden.

WM-Endrunde in Katar: FIFA-Kongress verfügt über Entscheidkompetenz

(causasportnews / red. / 20. April 2020) Die kürzlich bekanntgewordene Anklageschrift der US-Justiz im Zusammenhang mit den WM-Endrundenvergaben an Russland (2018) und an Katar (2022) wirft immer grössere Wellen (vgl. auch causasportnews vom 12. April 2020). Im Fokus stehen dabei drei Fussball-Funktionäre, denen im Zusammenhang mit den beiden Vergaben die Entgegennahm von Schmiergeldern vorgeworfen wird. Der Weltfussballverband (FIFA) mit Sitz in Zürich tritt im Verfahren als Geschädigter auf. Aktuell rückt die Frage in den Vordergrund, ob, je nach Verfahrensausgang, Katar das Austragungsrecht bezüglich der WM-Endrunde 2022 entzogen werden könnte; was Russland betrifft, ist dieser Entzug zufolge der Durchführung der Endrunde vor zwei Jahren kein Thema mehr, auch wenn der „Fall Russland“ offenbar gravierendere Dimensionen zeitigt als die Vergabe an Katar. Ein Entzug bezüglich Katar 2022 ist selbstverständlich juristisch möglich. Und nun melden sich in diesem Zusammenhang auch zwischenzeitlich aus dem Weltverband ausgeschiedene FIFA-Protagonisten zu Wort. Der ehemalig FIFA-Präsident Joseph Blatter, nicht gerade ein Freund von Katar als WM-Austragungsort, würde die WM-Endrunde am liebsten gleich den Amerikanern überlassen (diese werden jedoch 2026 die WM-Endrunde mit Mexiko und Kanada austragen). In einem Interview unterstreicht er, dass nur die FIFA Katar das Austragungsrecht entziehen könne. Recht hat er: Falls sich die Schmiergeldvorwürfe gegen Einzelpersonen des damaligen FIFA-Exekutivkomitees beweisen lassen sollten, wäre Katar 2022 wohl nicht mehr zu halten. Bezüglich einer Entscheidung zuständig ist (neu) der Kongress der FIFA, also die Vollversammlung aller Mitglieder des Weltverbandes. Dies sieht auch der ehemalige deutsche Richter Hans-Joachim Eckert so, der 2015 als Präsident der rechtsprechenden Kammer der FIFA-Ethikkommission sowohl Joseph Blatter als auch Michel Platini aus dem Fussball verbannte. Indessen würde der Deutsche Jurist in diesem Fall gemäss Medienberichten immense Schadenersatzforderungen seitens des Verbands von Katar sehen, falls den Arabern das Austragungsrecht entzogen würde. Das scheint allerdings ein eher theoretisches Szenario zu sein. Sollte sich beweisen lassen, dass bei Schmiergeldzahlungen oder allgemein bei Unregelmässigkeiten Katar mit von der Partie oder irgendwie involviert gewesen ist, wäre ein Entzug des Austragungsrechts wohl ohne Kostenfolgen möglich.