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Weltmarken im Spannungsfeld



Oft ist es nach dem Druck anders als vor dem Druck: Die Glorifizierung des «Markenpaars Hummels» – vor der Pleite vorbereitet, nach dem Desaster veröffentlicht. Aus Stars wurden «Sternschnuppen».

(causasportnews / red. / 19. Juni 2021) Marken prägen die moderne Lifestyle-Welt. Somit auch den Sport (vgl. causasportnews vom 17. Juni 2021). Was eine Marke zur Marke werden lässt, ist oft unklar; ausser, sie sei in einem «Marken-Register» eingetragen. Plötzlich wird eine Sache oder ein Mensch zur «Marke». Zum Beispiel Cristiano Ronaldo. Als Sportler ist er mit seinem Lebensstil und seiner Werbewirksamkeit längst zur Marke geworden. Wer eine «Marke» ist, kann sich einiges, oft sogar fast alles, erlauben. Wie der schon mehr als 36 Jahre alte Portugiese. So kam es, dass der Stürmer von Juventus Turin und der Nationalmannschaft Portugals von einer Sekunde auf die andere in ein Spannungsfeld mit einer anderen (Wort-)Marke, Coca-Cola, geriet, was nicht nur die Werbebranche aufschreckte. Der körperbewusste Star räumte anlässlich einer Medienorientierung vor dem EM-Spiel Portugals gegen Ungarn die auf dem Konferenztisch stehenden Flaschen des US-Konzerns kurzerhand weg und raunte: «Wasser» in den Saal. Die Medienschaffenden interpretierten das so, dass das Verhalten des Stars als Aufforderung zu verstehen sei, Wasser statt zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen. Von einer Minute auf die andere ging die Anti-Coca-Cola-Aktion (oder das pro-Wasser-Bekenntnis) von Cristiano Ronaldo um die Welt. Vor der besagten Medienorientierung lag der Aktienkurs von Coca-Cola bei 56,10 Dollar, nach dem Auftritt des begnadeten, schwerreichen Fussball-Virtuosen bei 55,22 Dollar. Das bedeutete innerhalb weniger Minuten einen kumulierten Börsenverlust von Coca-Cola von rund vier Milliarden Dollar. Die Schlagzeilen, vor allem in der Wirtschaftspresse, folgten auf dem Fuss. «Cristiano Ronaldo lässt den Aktienkurs von Coca-Cola abstürzen», titelten mehrere Presseerzeugnisse. Der Kampf einer personifizierten Marke gegen eine Lifestyle-Wort-Marke endete also zu Gunsten des Protagonisten aus Portugal. Wie zu erwarten war, schoss Cristiano Ronaldo seine Equipe nach der Medienkonferenz zum Sieg gegen Ungarn (3:0; zwei Tore von Cristiano Ronaldo). Aufgrund seines sportlichen Wertes und seiner wirtschaftlichen Potenz konnte der Sportler den Kampf gegen die global bekannte Marke «Coca-Cola» problemlos aufnehmen; aus der Konfrontation ging er ebenso klar als Sieger hervor wie danach auf dem Spielfeld gegen Ungarn. Die Aktion von Cristiano Ronaldo könnte Schule machen, bzw. tat dies bereits. Nach dem Spiel Deutschland gegen Frankreich (0:1) entfernte der französische Spieler Paul Pogba anlässlich der Medienkonferenz kurzerhand eine Bierflasche des Europameisterschafts-Sponsors «Heineken».

Apropos Spiel Frankreich gegen Deutschland: Anlässlich dieser prestigeträchtigen Auseinandersetzung lag eine andere «Marke», diejenige von Cathy und Mats Hummels, in Trümmern (causasportnews vom 17. Juni 2021). Die sportliche Auseinandersetzung wurde auch etwa für die Regenbogen-Presse zum Desaster. Niemand hätte geglaubt, dass das Spiel vom 15. Juni 2021 zur Fussball-Katastrophe für Deutschland und vor allem für Mats Hummels werden könnte. So war dann auch das Titelbild für die Ausgabe der Illustrierten «BUNTE» längst vorfabriziert und gefertigt und erschien zwei Tage nach dem Fussball-Absturz von Mats Hummels in der «Allianz»-Arena in München. Die desaströs gewordene Glorifizierung des Marken-Ehepaar Hummels (nebst den anderen Versagern) war nicht mehr abzuwenden. Die Dynamik  des Momentes lässt sich nicht immer planen, vor allem nicht im Medien-Geschäft…

Apropos Planung: Die Schweizer Fussballer sorgten gegen Italien für ein anderes Fussball-Desaster (0:3-Niederlage). Nach diesem sportlichen Super-GAU gelang es dem VW-Konzern nicht mehr, die längst vorbereiteten TV-Spots mit dem Schweizer National-Torhüter Yann Sommer nach dem Spiel in Rom zu stoppen. Schöne Autos und gutaussehende Sportler können auch Freude bereiten, aller Skandale (Abgasskandal von VW) und sportlicher Pleiten (Spiel gegen Italien) zum Trotz. Schliesslich findet der Sport derzeit eh in einer «Blase» statt, in der eine spezielle Welt, zwar jeglicher Realität entrückt, praktiziert und abgefeiert wird. Bewusst und unbewusst selbstverständlich.

Deutsche Gründlichkeit, auch einmal anders

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(causasportnews / red. / 17. Juni 2021) Mit dem Spiel des aktuellen Weltmeisters Frankreich gegen den entthronten Weltmeisters von 2014, Deutschland, erlebte die Fussball-Europameisterschaft einen ersten, nennenswerten Höhepunkt. Speziell mutete der Siegestreffer der Franzosen an; er wurde immerhin vom Deutschen Mats Hummels erzielt. Der reaktivierte, bald 33jährige Alt-Star verstand die vielgepriesene deutsche Gründlichkeit etwas anders als früher, kam mit viel Getöse zurück, agierte unkonzentriert und sicherte den Franzosen mit seinem spektakulären Knaller ins «falsche» Tor gleich den Sieg. Apropos Alter: Es hat sich gezeigt, dass es eine Illusion ist, mit den Weltmeistern von 2014 aktuell an jene Hoch-Phase vor sieben Jahren anknüpfen zu wollen. Die reaktivierten Spieler (auch Thomas Müller und Toni Kroos), die bereits in Brasilien dabei waren, sind zwischenzeitlich sieben Jahre älter geworden – Lichtjahre im Spitzenfussball. Vielleicht war es bei Mats Hummels zuviel des Rummels neben dem Spielfeld, vor allem um seine Ehefrau, die seit Jahren das «Unternehmen Hummels» lenkt, leitet und prägt. Wie soll man sich so als bejahrter Fussballer auch noch auf ein Spiel konzentrieren? (Zum Thema «Spielerfrauen» vgl. überdies die Äusserungen von Lukas Podolski, gegen Frankreich (natürlich) nicht (mehr) dabei).

Der Fussball-Abend in der Münchner «Allianz»-Arena war in vielerlei Hinsicht speziell. So sorgte ein «Greenpeace»-Aktivist kurz vor dem Anpfiff ausserhalb des Schwenkbereichs der Kameras für Aufsehen. Mit einem Fallschirm peilte er das Spielfeld der Arena an, hatte sein Fortbewegungsmittel jedoch nicht im Griff und crashte in zwei Zuschauer, die verletzt ins Krankenhaus überführt werden mussten. Mit seiner hirnlosen Aktion wollte der Aktivist der immer skurriler auftretenden, politischen Non-Profit-Organisation gegen den Nationalmannschaftssponsor «VW» demonstrieren. «Kick out oil», war auf dem Fallschirm zu lesen. Der Missbrauch eines apolitischen Fussball-Anlasses durch die Extrem-Öko-Organisation «Greenpeace» hat der immer schräger auftretenden Vereinigung wohl weiteren Goodwill und Kredit gekostet. Dass mit fragwürdigen, vor allem noch umweltbelastenden  Aktionen (ein Fallschirmspringer gelangt kaum mit einem  klima-neutralen Fahrrad in die Absprungsphäre) Menschen gefährdet und verletzt werden, wird wohl dazu führen, dass die Spendenfreudigkeit gegenüber dieser Organisation weiter abnehmen wird und die letzten Menschen guten Willens «Greenpeace» aus ihren Testamenten streichen werden; nicht auszudenken, wenn dieser Öko-Fanatiker vor dem Schlagerspiel voll in die Zuschauer gekracht wäre! Dieser Sprung in die «Allianz»-Arena war eine in jeder Hinsicht gründlich misslungener «Greenpeace»-Auftritt (Label: «gewaltfreie Aktionen»), zumal damit der Missbrauch des grundsätzlich apolitischen Sportes nicht nur eine neue Dimension, sondern eine nicht mehr tragbare Form der Öko-Perversion erreicht hat. Wenigstens wurde die sprichwörtliche deutsche Gründlichkeit nach der Horror-Landung des Fallschirm-Springers durch den Ordnungsdienst unter Beweis gestellt: Nachdem der Aktivist von den Spielern Antonio Rüdiger und Robin Gosens verbal zusammengefaltet wurde, leistete der Ordnungsdienst umgehend gründliche Arbeit und verfrachtete den Mann dorthin, wo er eigentlich für immer hingehört…