Archiv der Kategorie: Allgemein

Gipfel-Betrug? Schach-Betrug? Segel-Betrug? Und was noch?

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(causasportnews / red. / 9. Oktober 2022) Derzeit wird der Sport von einer Betrugs-Welle erfasst. Um die Verdächtigungen im Bergsport, die vor allem immer wieder und regelmässig in den Sommermonaten vom Berg-Chronisten Eberhard Jurgalski erhoben werden (vgl. causasportnews vom 29. Juli 2022), ist es derzeit wieder still(er) geworden; stattdessen bebt die Erde im Schachsport, seit der erfolgreichste Spieler der Gegenwart und fünffache Weltmeister Magnus Carlsen massive Betrugsverdächtigungen gegen den 19jährigen US-amerikanischen Schachspieler Hans Moke Niemann geäussert hat (vgl. causasportnews vom 29. September 2022); direkt hat er Vorwürfe allerdings nicht erhoben, jedoch zielgerichtet eine entsprechende Diskussion entfacht. Die Annahmen betreffen nicht Live-Spiele, sondern Online-Partien des Amerikaners, der in jedem Fall über Ausnahmefähigkeiten verfügt und in einem Live-Wettkampf den mehrmaligen Weltmeister immerhin niedergerungen hat. Im Zusammenhang mit Online-Spielen werden allgemein immer wieder Manipulations- und Betrugsverdächtigungen bekannt; die «Causa Hans Moke Niemann» sorgt wohl deshalb für derzeit permanente Schlagzeilen, weil das digitale Schachspiel eher Betrügereien ermöglicht als das Live-Duell der Kontrahenten am Brett. Aber auch im Online-Wettkampf stellt sich vorab die Definitionsfrage, was unter «Betrug» zu verstehen ist und wie er zu bewerkstelligen ist oder wäre. In dem aktuellen, auf höchster Ebene anzusiedelnden, in den Raum gestellten Betrugsfall streiten sich nun die Experten im Rahmen des in jedem Fall unschönen Vorgangs. Die Online-Schach-Seite «chess.com» hat die Spiele von Hans Moke Niemann analysiert und kommt in einem «The Hans Niemann Report» zum Resultat, dass der Amerikaner möglicherweise in mehr als hundert Spielen betrogen habe. Die «Möglichkeit» eines Betrugs ist selbstverständlich alles andere als ein Beweis. Experten, welche die Vorgänge ebenfalls untersucht haben, weisen darauf hin, dass dem 19jährigen Talent nichts nachzuweisen sei. Die Debatte um diesen möglichen Betrugsfall wird nicht nur die Schachwelt weiter im Atem halten. Für Hans Moke Niemann gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Seine Glaubwürdigkeit ist durch den ganzen Rummel in jedem Fall angeschlagen. So rasch wird dieser Vorgang nicht zu klären sein – wenn überhaupt.

Derweil ist im Zusammenhang mit einem Strafverfahren in Frankreich, in dem es um Vorwürfe der Lüge geht, eine angebliche Schummelei im Segelsport bekannt geworden. Betroffen ist der erfahrene und erfolgreiche Schweizer Hochsee-Segler Yvan Bourgnon. Der 53jährige Abenteurer will vor ein paar Jahren die berühmte Nordwestpassage (ein etwa 6000 Kilometer langer Seeweg, der den Atlantischen Ozean mit dem Pazifischen Ozean verbindet) mit einem Sport-Katamaran ohne Kajüte und Assistenz durchquert haben, was so offenbar nicht den Tatsachen entspricht. Eine Seglerin, die Deutsche Susanne Huber-Curphey, hat erklärt, Yvan Bourgnon habe auf seiner Durchquerung mehrfach fremde Hilfe in Anspruch genommen, unter anderem auch von ihr. Es dürfte noch einige Zeit vergehen, bis auch dieser Vorgang geklärt sein wird.

Womit das Bonmot von Franz Beckenbauer wieder einmal bestätigt wäre: «Bschissen worden ist immer». Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Und es fragt sich allenfalls wann, wo und warum?

SFL-Klubs bezogen ungerechtfertigterweise «Corona»-Millionen

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(causasportnews / red. / 7. Oktober 2022) Kaum bildete «Corona» 2020 das dominierende Thema auch in der Schweiz, prasselten aus den Staatskassen Milliarden auf die von der Pandemie betroffene Wirtschaft nieder; auch auf das Eventsegment «Sport». Der helvetische Finanzminister, der soeben seinen Rücktritt angekündigt hat, brüstete sich auf dem Höhepunkt der Krise mit der Heldentat, dass notleidende Unternehmen bereits innerhalb einer halben Stunde nach Antragstellung über teils horrende Beträge an Hilfsgeldern des Bundes verfügen könnten. Das geschah auch. Jedoch erfolgte die Verteilung des Geldsegens ziemlich kopflos, willkürlich, blauäugig und völlig unkontrolliert. Gelder wurden aber nicht nur durch den Bund, sondern auch durch die Kantone verteilt. Viele Unternehmen liessen sich auf diese Weise beglücken, obwohl ihnen etwa die Hilfsgelder des Bundes gar nicht zustanden, weil die skizzierten Bedingungen und Voraussetzungen nicht erfüllt waren. Auch der organisierte Sport profitierte von den pekuniären Geschenken, welche den Staat noch über Jahre belasten werden. Seit kurzer Zeit passiert nun das, was voraussehbar war: Die öffentliche Hand macht sich daran, zumindest «Corona»-Missbräuche seitens der damals beglückten Wirtschaft rückgängig zu machen; will bezüglich des Sportes heissen: Zu Unrecht beantragt und entsprechend durch den Bund ausbezahlte «Hilfsgelder» müssen durch die ungerechtfertigterweise begünstigten Sportklubs wohl zumindest teilweise zurückbezahlt werden.

In einer dürren Meldung verlautete aus Bern, dass mehrere Klubs der Swiss Football League (SFL) «Corona»-Gelder zurückzuerstatten haben. Angeblich geht es insgesamt um rund vier Millionen Schweizer Franken. Diese Zahl mutet bei 500 Millionen Franken an «Corona»-Hilfen durch den Bund zugunsten des gesamten Sportes, relativ bescheiden an. In Tat und Wahrheit dürfte der Betrag, der durch den organisierten Fussball-Sport unrechtmässig bezogen wurde, massiv höher zu veranschlagen sein. Wie dem auch sei: Auch diesbezüglich scheint es an jeglicher Kontrolle seitens des Staates und an der an sich erforderlichen Transparenz in den Vorgängen zu fehlen, und es dürfte wohl nie schlüssig eruiert werden können, ob die «Corona»-Hilfsgelder auf dem Höhepunkt der Pandemie und danach zu Recht oder zu Unrecht ausbezahlt worden sind. Bei den entdeckten Unkorrektheiten im Rahmen des professionellen Fussballs soll es zu «Überschneidungen» gekommen sein (wohl im «Wettkampf» um Verteilung von Geldern durch Bund und Kantone), verlautete aus der Bundeshauptstadt. Immerhin ist dies eine gelungene Sprachregelung zur Vertuschung auch dieses «Corona»-Finanzdebakels.

Vor dem Ausschluss Belarus’ von der EM-Qualifikation 2024?

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(ausasportnews / red. / 3. Oktober 2022) Am 9. Oktober findet in Frankfurt die Auslosung für die Qualifikation zur Fussball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland statt. Russland wird nicht dabei sein, das ist seit geraumer Zeit klar. Nun soll auch Weissrussland (Belarus) aus dem EM-Vorspiel (Qualifikation) mit Blick auf die Kontinentalmeisterschaft in Deutschland ausgeschlossen werden. Das verlangt vor allem die für den Sport in Deutschland zuständige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Die Magistratin fordert vom organisierenden Kontinentalverband UEFA diesen Ausschluss. Belarus unterstütze den Kriegstreiber Russland derart, dass auch nur schon eine Teilnahme des Vasallenstaates an der Auslosung für die Qualifikation nicht angehe, meint sie. Russland führe einen grausamen Krieg in Missachtung jeglichen Völkerrechts; Weissrussland unterstützte Russland dabei. Die Ministerin, welche auch seitens des Sportes eine konsequente Haltung gegen jede Form von Menschenrechts-Verletzungen fordert, hat ihren Standpunkt bereits mehrmals gegenüber dem UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin bekräftigt und ihre Forderung bezüglich eines Ausschlusses (auch) von Weissrussland nochmals unterstrichen. Noch ist nicht entschieden, wie die UEFA die «Causa Belarus» erledigen wird. In Anbetracht der immer stärker eskalierenden Situation im Ukraine-Krieg dürfte es der UEFA nicht schwer fallen, Weissrussland, wie Russland, schon in der Qualifikationsphase vom EM-Turnier 2024 auszuschliessen. Bis jetzt hat sich der europäische Kontinentalverband mit Blick auf das Thema Russland relativ konsequent verhalten, jedoch Belarus zur Auslosung zur EM-Qualifikation 2024 an sich zugelassen. Sportpolitik ist selbstverständlich noch unberechenbarer als die ordentliche Politik. Der 9. Oktober rückt irreparabel näher…

Betrug im Umfeld der 64 Felder?

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(causasportnews / red. / 29. September 2022) Wo Sport betrieben wird, wird getrickst, gelogen und betrogen. Diesbezüglich bildet das Schachspiel keine Ausnahme. Jedenfalls hält diese Sparte derzeit mehr als nur die Schach-Welt in Atem. Kein Wunder, denn betroffen (und wohl geschädigt) ist der Welt bester Schachspieler, Magnus Carlsen. Der Norweger, der bald zehn Jahre überlegener, mundialer Titelträger ist, wirft dem erst 19jährigen amerikanischen Wunderkind und Szene-Newcomer, Hans Moke Nieman, immerhin Betrug im Spier vor. Dies, nachdem der Grossmeister anlässlich des Sinquefield-Cups in Missouri den Weltmeister grandios niedergerungen hatte. Magnus Carlsen zog sich in der Folge vom Turnier zurück. Eine zweite (online-)Partie gegen den Amerikaner am Generation Cup brach der 31jährige Norweger nach dem zweiten Zug kommentarlos ab. Der Weltmeister hatte offenbar Gründe für untypisches, verdächtiges Verhalten seines Gegners ausgemacht und erklärte, nachdem Hans Moke Nieman den Betrugsgerüchten nicht entgegentrat, er gehe davon aus, dass der junge Amerikaner öfter betrogen habe, als es derzeit den Anschein mache. Jetzt steht die Schachwelt Kopf und auch die Öffentlichkeit ist sensibilisiert. Es wird nicht nur in Fachkreisen gemutmasst und gerätselt, wie sich die Betrügereien durch den Amerikaner zugetragen haben könnten. Es wird unter anderem vermutet, dass Computerhilfe im Spiel war. Seit der IBM-Schachcomputer «Deep Blue» 1996 den ehemaligen Weltmeister Garri Kasparow schlug, bilden Computer in dieser Sparte Segen und Fluch zugleich. Der Sieg der Maschine über einen der besten Schachspieler der Welt vor über einem Vierteljahrhundert hat dazu geführt, dass der Mensch gegenüber dem Computer zumindest demütig geworden ist. Ob Hans Moke Nieman mit (unerlaubter) technischer Hilfe in der Vergangenheit Top-Erfolge am Brett feierte, wird sich wohl in absehbarer Zeit weisen. Affaire à suivre also auch hier.

IOK vor dem nächsten Sündenfall

(causasportnews / red. / 28. September 2022) Die Bestrebungen, russische Sportlerinnen und Sportler (wieder) am internationalen Sportgeschehen teilnehmen zu lassen, nehmen Formen an und werden konkret: Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), Thomas Bach, befeuert die Diskussion mit der Aussage, es müsse angedacht werden, Athletinnen und Athleten aus dem Kriegstreiberland Russland sowie aus dem russischen Vasallenstaat Weissrussland nun wieder in den Sport zu integrieren. Wenn der 62jährige Deutsche, ein opportunistischer Sport-Apparatschik alter Funktionärs-Schule, denkt und ihm die Sportwelt dabei zuschauen darf, sind die Schritte in der Regel bereits unternommen. So auch in der «Causa Russland». Diesbezüglich steht das IOK, das sich auch in dieser mehr als unappetitlichen Angelegenheit in geradezu einfältiger und durchsichtiger Weise auf die Apolizität des organisierten Sports beruft, vor einem erneuten Sündenfall (es gab in der Vergangenheit deren viele). Der Verein nach Schweizerischem Recht mit Sitz in Lausanne, dem vorwiegend ältere Herren als Mitglieder angehören, schert sich mit diesem Schritt einen Deut um die in der westlichen Welt gegen Russland aufgebaute Front zur Isolation des Landes, das einen barbarischen Zerstörungs- und Vernichtungs-Krieg gegen ein anderes Land führt und auch die übrige Welt drangsaliert. Dabei ist die sportliche Isolation von Russland und russischer Sportlerinnen und Sportler ein wichtiges Element, um den Wahnsinn, den das totalitäre Kreml-Regime angezettelt hat, zu stoppen. Seit Russland die Teilmobilmachung der Streitkräfte angeordnet hat und das Land mit seinen Bürgerinnen und Bürgern die Aggression Russlands offenkundig billigt, ist die Kreml-Sprachregelung mit der «Spezialoperation» gegen die Ukraine zum Treppenwitz verkommen. Wie die Elimination und Isolation von Oligarchen und Claqueuren Russlands in der westlichen Welt, wäre es wichtig, den Ausschluss des russischen Sports aus der globalen Welt mit aller Konsequenz voranzutreiben; auch was Einzelsportlerinnen und Sportler aus diesem Land anbelangt. Es geschieht nun aber geradezu das Gegenteil, orchestriert durch das IOK. Vor allem zum Skisport sollen die Russinnen und Russen zügig wieder zugelassen werden. Obwohl diese Sparte das IOK nicht direkt betrifft, wird bereits das Terrain dafür geebnet, dass die Angehörigen dieser kriegsführenden Nation im Schnee oder Kunstschnee bald wieder mittun dürfen. Dass russische Funktionäre im organisatorischen Sport weiterhin und je länger (wieder) desto intensiver mitwirken (können), ist eine andere Baustelle im globalen Sport (so ist kürzlich ein Russe wiederum zum Präsidenten des Internationalen Schachverbandes, FIDE, gewählt worden: Vgl. causasportnews vom 19. August 2022). Somit dürfte auch der Weg vorgezeichnet sein, dass die Sport-Justiz künftig auf generelle Zulassung zur Sportausübung angehobene Klagen von Russinnen und Russen gutheissen wird; immerhin ist der sog. Internationale Sport-Schiedsgerichtshof TAS (Tribunal Arbitral du Sport) nichts anderes als ein verlängerter Arm des IOK, das eher selten juristisch, sondern meistens sport-politisch entscheidet.

Eine Dosis an Gutmenschentum wird dann, quasi zur Beruhigung der Massen, aus Lausanne dennoch verabreicht. Bei Entscheidungen bezüglich Vergabe von Olympischen Spielen soll die Einhaltung der Menschenrechte künftig besser berücksichtigt werden, wie der apolitisch denkende Thomas Bach verlauten liess. Will e contrario allerdings heissen, dass dies bis dato offenbar nicht ausreichend geschah…

Keine Fast Food- und keine Glücksspiel-Werbung mit Kylian Mbappé Lottin

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(causasportnews / red. / 26. September 2022) Es gibt Menschen und Sportler, die in ihrem eigenen Universum leben und wie eigene Planeten in einer Parallelwelt um sich selbst kreisen. Zu diesen gehört etwa der Super-Spieler von Paris Saint-Germain, der 23jährige Kylian Mbappé Lottin, kurz und ergreifend «Mbappé» genannt. Bei ihm zählt vor allem, wieviel er als potentieller Milliardär in kurzen Hosen verdient. Aber er scheint das Geld, welches quantitativ gar nicht mehr beziffert werden kann, auch wert zu sein. Wenn er im Klub der Katari in Paris antritt oder im französischen Nationalteam die eigenen und die gegnerischen Akteure schwindlig spielt, hat er bezüglich seiner Tätigkeit im Nationalteam in diesem Jahr ein erklärtes Ziel: Die WM-Endrunde 2022, die in rund zwei Monaten beginnen wird. Deshalb sind im Moment insbesondere die meisten Blicke der globalen Fussball-Betrachter auf Titelverteidiger Frankreich gerichtet. Mit erst 19 Jahren errang Mbappé mit seinem Team 2018 in Russland, als dieses Land noch friedlich war, die WM-Krone, die er sich am kommenden 18. Dezember 2022 in Katar, nach gewonnenem Finalspiel, erneut aufsetzen will. Er würde sich dann zwei Tage vor seinem 24. Geburtstag am 20. Dezember 2022 gleich sein schönstes Geschenk in diesem Jahr machen.

Mit Blick auf die WM-Endrunde im Wüstenstaat, der eben auch den Klub und Arbeitgeber des französischen Super-Stars stützt und dirigiert, stehen derzeit die Test- und Vorbereitungsspiele der Franzosen besonders im Fokus. Tendenz: Frankreich schiesst sich derzeit in WM-Laune. So etwa vor ein paar Tagen, als die Mannschaft um Mbappé Österreich im Rahmen der Nations League (ein zur Turnierform aufgedunsene Freundschaftsspiel-Veranstaltung des Kontinentalverbandes UEFA) bezwang – (auch) dank eines Treffers von Mbappé natürlich. Für Gesprächsstoff sorgte der Star vom eigenen Planeten allerdings auch vor dem Spiel: Beim Zusammenzug der Nationalmannschaft weigerte sich Mbappé, für Nationalmannschafts-Bilder zu posieren. Mit den Fotos sollte Werbung für Partner des Teams aus der Fast Food- und Glücksspiel-Branche gemacht werden. Dafür war der Spieler nicht zu haben. Das war nicht nur in persönlicher Hinsicht konsequent. Vor allem das Glücksspiel ist in Katar verboten, und offensichtlich wollte es sich Mbappé als Arbeitnehmer des Katar-Klubs Paris Saint-Germain mit diesem Land nicht verscherzen und stand für die Glücksspiel-Werbung nicht zur Verfügung, ebenso nicht für Fast Food-Promotion. Diese Form der Ernährung findet angepasst zwar im Wüstenstaat statt, man kann zu ihr jedoch durchaus ein heterogenes Verhältnis haben; vgl. die Haltung von Kylian Mbappé Lottin. Apropos Nations League und Launen aller Art: Im Spiel vom Wochenende tauchte Frankreich mit Mbappé & Co. gleich 0:2 gegen Dänemark und gab mit diesem Resultat eine unmissverständliche Antwort auf den Stellenwert dieses Wettbewerbs ohne Wert; auch nach diesem Resultat steigen die Franzosen nicht ab.

Der Krieg Russlands vor der nächsten Eskalationsstufe

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(causasportnews / red. / 22. September 2022) Die Kriegstreiber im Kreml haben mit der soeben angeordneten Teilmobilmachung der russischen Streitkräfte die nächste Eskalationsstufe im Krieg gegen die Ukraine eingeläutet. Je länger desto mehr wird nun manifest, dass sich diese von Russland angezettelte Auseinandersetzung zu einem globalen Flächenbrand entwickeln könnte. Die Wahnsinnigen an den Schalthebeln der Macht in Moskau scheuen weder gegnerische noch eigene Verluste, um die Vernichtung der Ukraine und der dort lebenden Menschen zu einem Ende zu führen. Es wird nun auch der Einsatz von Atomwaffen nicht mehr ausgeschlossen – eine Folge der Misserfolge der russischen «Steinzeit-Armee», deren Befehlshaber deshalb unberechenbarer denn je geworden sind. Auch der «Wirtschaftskrieg» gegen den Westen bringt nicht den erwarteten Erfolg. Dass sich wenigstens Teile des russischen Volkes gegen den Wahnsinn auflehnen, ist ein gutes Zeichen, obwohl nur ein Ausschalten der Diktatoren im Kreml ein Ende der unsinnigen Gewalt und Vernichtung in der Ukraine bringen würde. Russland ist mit seiner Aggression, die auch im eigenen Land kaum mehr jemand als «Spezialoperation» bezeichnet, diversen Fehleinschätzungen erlegen. Vor allem das entschlossene Verhalten der westlichen Welt gegen diese Barbarei war nicht abzusehen. Ausgenommen von ein paar Schurkenstaaten ausserhalb Russlands stösst das totalitäre Regime in Russland auf strikte Ablehnung. Der Krieg gegen die Ukraine ist zur «Schlacht» gegen die westliche Weltordnung geworden. Die Ukraine führt gegen die russische Aggressoren einen klassischen Stellvertreterkrieg.

Die von Russland nicht zu erwartende Front der zivilisierten Länder gegen die Aggressoren wird auch vom organisierten Sport breitflächig mitgetragen, was im Zuge des Kriegsbeginns am 24. Februar 2022 nicht unbedingt zu erwarten war. Der Sport setzt mit der Fernhaltung russischer Sportverbände und -organisationen, von Klubs sowie Sportlerinnen und Sportlern ein starkes Zeichen. Heterogen präsentiert sich die Lage bei den Funktionären, welche, wie die Oligarchen ausserhalb Russlands in der Wirtschaft, weiterhin mehr oder weniger ungestört im globalen Sport ihr Unwesen treiben. Eine ganz üble Rolle spielt dabei das Internationale Olympische Komitee (IOK), ein Verein nach schweizerischem Recht mit Sitz in Lausanne. Unter einem opportunistischen Präsidenten werden nach wie vor russische Funktionäre im Weltsport protegiert (dies nicht nur im Schachsport, in dem kürzlich ein Russe zum Präsidenten des Welt-Schachverbandes, FIDE, gewählt wurde! Vgl. dazu auch causasportnews vom 19. August 2022 sowie der Beitrag «Die Welt und der Sport im Krisenmodus» im neusten Heft «Causa Sport», 2/2022).

Seit dem Ausbruch des Krieges vor rund sieben Monaten ist vor allem die Europäische Fussball-Konföderation (UEFA) durch Konsequenz gegenüber dem russischen Sport aufgefallen. Vom Sponsor «Gazprom» hat man sich trotz Millionen-Einbussen umgehend getrennt. Nun ist bekannt geworden, dass der russische Fussballverband (RFS) nicht an der Auslosung der Qualifikation zur Fussball-Europameisterschaft 2024 teilnehmen kann. Dabei ist natürlich der definitive Ausschluss Russlands von der in Deutschland ausgetragenen Kontinental-Europameisterschaft noch nicht besiegelt. Es könnte auch sein, dass der von Russland angezettelte Krieg bis dann beendet sein wird und eine neue Lagebeurteilung der Fussball-Strategen im UEFA-Hauptquartier in Nyon vorgenommen werden muss…

Atypisches oder positives Resultat? Das ist hier die Frage!

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(causasportnews / red. / 17. September 2022) In welchem Bereich wird zwischen «atypischem» und «positivem» Resultat unterschieden?- In der Dopingbekämpfung selbstverständlich. Und hierzu existiert seit einigen Wochen ein praktischer Fall, die Dopingsache des Schweizer Top-Mountainbikers Mathias Flückiger (vgl. auch causasportnews vom 23. August 2022). Die Dopingkontrolle zu Beginn dieses Falles wurde anfangs Juni 2022 genommen, vom positiven Resultat der Dopingprobe vernahm die Öffentlichkeit einen Tag vor den Kontinentaltitelkämpfen am 19. August 2022; der 33jährig Aargauer wurde umgehend provisorisch gesperrt. Seither herrscht Konfusion in der «Causa Flückiger». Der Athlet hat zwischenzeitlich seine «Unschuld» (so wörtlich) beteuert und erklärt, Zeranol nicht wissentlich zu sich genommen zu haben (Zeranol ist eine xenobiotische Substanz mit anabolen Eigenschaften). Eine Erklärung, wie die Substanz in seinen Körper gelangt sein könnte, lieferte der Sportler nicht. Dafür erhebt Mathias Flückiger Vorwürf gegen die Schweizer Dopingbehörden, denen er vorhält, die verhängnisvolle Probe vom 5. Juni 2022 hätte nur als atypisches, und nicht als positives Doping-Resultat bezeichnet werden dürfen. In der Tat bedeutet es einen grossen Unterschied, ob eine Dopingprobe als positiv zu werten ist oder nur ein atypisches Resultat zeitigt. Die Schweizer Anti-Doping-Agentur verteidigt sich gegen diesen Vorwurf des Vorhalts eines Dopingvorwurfes gegenüber Mathias Flückiger mit der generellen Erklärung, sie habe in dieser Sache nie von einem positiven Dopingbefund gesprochen. Es sei offen, ob ein Dopingbefund oder in atypisches Resultat vorliege. Diese Grundsatzfrage wird also zentral zu beantworten sein, wenn es gilt, allenfalls Sanktionen wegen eines positiven Ergbnisses oder eben eines atypischen Resultats gegen den Athleten auszufällen. Mathias Flückiger und seine Berater gehen offenbar davon aus, dass die in den Raum gestellte, anzunehmende Atypizität allenfalls auf die Konsumtion von mit Zeranol verunreinigtem Fleisch zurückgeführt werden könnte. Befand sich diese Substanz im Körper des Sportlers, wird er, falls auch eine B-Probe gleich wie die A-Probe ausfallen sollte, den Beweis erbringen müssen, dass Zeranol (in tiefer Konzentration) ohne seinen Willen in den Körper gelangt sei und allenfalls auf welche Art und Weise. Soweit ist es allerding noch nicht. Vielmehr ist in den kommenden Wochen und Monaten ein juristisches Hickhack vorgezeichnet. Der Sportler, bzw. seine Berater sprechen zudem u.a. von formellen Fehlern, die bei der Dopingkontrolle und danach begangen worden seien. Affaire à suivre also, und die grundsätzliche Fragestellung bleibt: Zeitigte die Dopingprobe von anfangs Juni (nur) ein atypisches oder doch ein (gravierenderes) positives Resultat?

«Causa Sport»: Die Welt und der Sport im Krisenmodus

(causasportnews / red. / 14. September 2022) Die Vielzahl von Krisen, in welchen die Welt derzeit steckt, beeinflusst naheliegenderweise auch den Sport – einmal mehr, einmal weniger. Kaum war «Corona» in den Hintergrund getreten, schockte der perfide Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 nicht nur das unmittelbar betroffene Land, sondern insbesondere die ganze westliche Welt. Vor allem Sanktionen des Westens gegen Russland waren die Antwort auf den Krieg, mit dem Russland das «ius ad bellum» (Recht zum Krieg) krass verletzte; fast müssig zu erwähnen, dass von der russischen Barbarei auch die völkerrechtliche Maxime des «ius in bello» (Recht im Krieg) vollends ignoriert wurde und immer noch wird. Wie sich der organisierte, westliche Sport sanktionsrechtlich gegen das kriegsführende Russland positioniert(e) und entsprechend handelt(e), ist u.a. ein Thema in der neusten Ausgabe der Sport-Fachzeitschrift «Causa Sport» (Heft 2/2022). Die Welt im Krisenmodus beschlägt auch den organisierten Sport, und in einem Grundsatzbeitrag wird die Konformität von Sanktionen gegenüber russischen Sportklubs, Sportverbänden und Individualsportlerinnen und -sportlern analysiert. Bezüglich der mit Vehemenz diskutierten Fernhaltung von Athletinnen und Athleten aus Russland vom organisierten Sport wird ein neuer, dogmatischer Ansatz vermittelt.

Wiedergegeben und behandelt wird überdies der Entscheid des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe in der «Causa Claudia Pechstein». Von Interesse ist dabei die Einschätzung zum «Wert» dieser erfolgreichen Verfassungsbeschwerde von Claudia Pechstein im Gesamtkontext der rechtlichen Auseinandersetzung der Eisschnellläuferin auch bezüglich des nun nach dem Karlsruher Entscheid weiterzuführenden Schadenersatzprozesses der 50jährigen Ausnahmesportlerin gegen die International Skating Union (ISU) und den Deutschen Verband.

Nebst weiteren, diversen Themen, stehen Facetten des Geld- und Glücksspielwesens im Zentrum, so auch Sportwetten mit dem Themen-Schwerpunkt «Sportwetten-Spielsucht».

(www.causasport.org)

Monza: Die Antwort auf Indianapolis wird 100 Jahre alt

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(causasportnews / red. / 10. September 2022) Der Formel 1-Grand-Prix in Monza ist immer etwas Spezielles, In diesem Jahr ist alles noch spezieller, denn der Hochgeschwindigkeitskurs in einem Aussenbezirk von Monza in der Lombardei wird heuer 100 Jahre alt. Die Strecke, auf der Juan Pablo Montoya mit einem BMW-Motor und 19 000 Umdrehungen 2005 in einem «Williams» mit 372,6 km/h einen immer noch gültigen Top-Speed-Rekord schaffte, war die Antwort Europas vor allem auf die «Nudeltopf»-Strecke von Indianapolis. Ausgedacht hatte sich diese Variante des Strassenkurses mit Steilkurven als Abkehr von den Rennstrecken-Ovals in USA und in England der Architekt Alfredo Rosselli. Der Kurs mit 11 Kurven, welche bekannte Namen wie «Lesmo», «Parabolica» und «Curva Grande» tragen, beträgt heute noch 5,793 Kilometer. Bald bildete sich um Monza Mythen in vielerlei Hinsicht; dies vermehrt, seit ab 1950 der Formel 1-Grand-Prix von Italien auf diesem Kurs ausgetragen wird. Gewinnt Ferrari in Monza, läuten in diversen Kirchen Italiens noch immer die Kirchenglocken. A propos Ferrari: Seit 75 Jahre ist Ferrari als Renommier-Marke im Formel 1-Rennsport dabei. Wenn ein Fahrer mit einem Ferrari-Boliden Weltmeister wird, ist vor allem Ferrari Weltmeister, obwohl der Wettbewerb offiziell «Fahrer-Weltmeister» genannt wird. Es ist die einzige Marke, bei der diese alles zählt, der Fahrer eher weniger. Das war selbst bei Michael Schumacher so, als dieser dem Werk in Maranello von 2000 bis 2004 fünf Weltmeistertitel in Serie bescherte. Es kristallisierte sich das Bonmot heraus, dass selbst ein Schimpanse in einem Ferrari Weltmeister werden könne – Hauptsache, und nur das zählt, er sitzt in einem Ferrari. Derzeit lahmt das springende Pferd aus Maranello (wieder einmal). Unbedeutend ist dabei, dass aktuell kein Fahrer aus Italien in einem Ferrari-Cockpit sitzt. Max Verstappen im «Red Bull» wird auch in diesem Jahr nicht beizukommen sein. Der «Autodromo Nazionale di Monza» hat in seiner 100jährigen Geschichte Sensationen, Dramen und Tragödien erlebt. Aber auch viel Unerwartetes. So ist es durchaus möglich, dass an diesem Renn-Wochenende auf dieser Geschwindigkeitsstrecke, welche mutige Spätbremser klar bevorteilt, trotz der nicht optimalen Ausgangslage ein Ferrari als erster die Ziellinie kreuzen wird. «Niente è impossibile» (nichts ist unmöglich) wird das Prinzip Hoffnung in Monza genannt.