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Fussball-WM-Endrunde 2022: Wunsch und Wirklichkeit

(causasportnews / red. / 25. Mai 2019) Es war nicht einmal richtig gedacht; und nun hat sich wenigstens alles relativ rasch in Luft aufgelöst: Die Idee der FIFA-Spitze, das Format der Fussball-WM-Endrunde 2022 zu erweitern, ist so klammheimlich beerdigt worden, wie es der Öffentlichkeit vor einiger Zeit mit Brimborium aufgetischt worden ist. Nüchtern und knapp hat der Weltfussballverband kommuniziert, dass das eh schon umstrittene WM-Endrunden-Turnier in Katar wie geplant und vergeben definitiv mit 32 Mannschaften durchgeführt werden soll. Vor Monaten hat FIFA-Präsident Gianni Infantino darauf gedrückt, das Teilnehmer-Tableau in Katar auf 48 Mannschaften zu erweitern. Mehr Mannschaften, mehr Spiele, mehr Erträge – das war wohl das Leitmotiv der FIFA-Spitze, um die in dreieinhalb Jahren stattfindende WM-Endrunde kommerziell interessanter zu gestalten. Nun haben die Fussball-Strategen auf dem Zürcher „Sonnenberg“ resigniert und das Vorhaben, auch im Rahmen einer offiziellen Verlautbarung, begraben. Zweifellos war der Wunsch bei dieser Idee Vater des Gedankens. Schon als erstmals das Erweiterungsprojekt Katar 22 des FIFA-Präsidenten manifest wurde, war es klar, dass sich dieses Vorhaben schon aus juristischen Gründen nicht würde realisieren lassen. Die FIFA hat die WM-Endrunde zu klar definierten Konditionen dem Verband Katars zur Durchführung übertragen. An eine mit einer Aufstockung des Turniers einhergehende infrastrukturelle und organisatorische Erweiterung der WM-Endrunde im Zwergstaat Katar war nicht zu denken. Und eine Ausweitung der Austragungsmodalitäten auf die Nachbarstaaten von Katar wäre politisch nicht machbar gewesen; zu stark ist die arabische Welt, gelind ausgedrückt, uneins und unsolidarisch. „Übungsabbruch“ verlautete somit vor wenigen Tagen aus der FIFA-Zentrale in Zürich. Die FIFA-Spitze musste einsehen, dass Wunsch und Wirklichkeit einzig mit denselben, identischen Buchstaben beginnen, Ideen und Realitäten aber in diesem Fall diametral auseinanderklaffen. Erstmals wird also die WM-Endrunde 2026 in USA, Mexiko und in Kanada mit 48 Mannschaften durchgeführt. Platz für dieses Format gibt es in diesen drei Ländern schliesslich genug. Und eine allfällige Mauer zwischen den USA und Mexiko würde dann, falls sie doch noch gebaut werden sollte, im Rahmen des Turniers jeweils locker überflogen. Der internationale Fussball ist schliesslich in jedem Fall völkerverbindend – auch wenn ab und zu etwas Beton dazwischenkommt (vgl. weitere Beispiele aus der Geschichte…).