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Novak Djokovic auf dem Weg in die Rod Laver-Arena?

So sehen die Medien den «Fall Novak Djokovic» («Tages-Anzeiger», Zürich)

(causasportnews / Red. / 11. Januar 2022) Nicht überraschend hat Novak Djokovic im Kampf gegen die Australischen Einreisebehörden, der zum Fight der Weltranglisten Nummer Eins gegen einen ganzen Kontinent emporstilisiert worden ist, einen Teilsieg errungen. Ob damit der Weg in die Rod Laver-Arena in Melbourne definitiv geebnet ist, wird sich weisen. Der Entscheid von Richter Anthony Kelly, der geurteilt hat, dass der Tennis-Star in Australien einreisen, bzw. im Land und auf dem Kontinent verbleiben dürfe, ist schwierig zu beurteilen und zu gewichten, vor allem, weil den Aussenstehenden die Fall-Details verborgen bleiben, obwohl dank der Digitalisierung einiges kommuniziert worden ist, so etwa die Statements der Anwälte des Spielers. Vielmehr dürfte mit der Entscheidung die juristische Binsenwahrheit bestätigt worden sein, dass von einem Gericht lediglich eine Entscheidung erwartet werden darf, nicht aber etwa Gerechtigkeit, Satisfaktion, persönliche oder politische Genugtuung, usw. Unweigerlich wird in dieser «Causa», die doch etliche Ungereimtheiten aufweist, gewahr, was sonst vor allem in Italien als Bonmot kursiert, nämlich, dass es keine mutigen Richter, die noch am Leben sind, geben würde. Es ist in etwa auszumalen, was Richter Anthony Kelly bei einem anderslautenden Entscheid aufgrund des Kesseltreibens gegen die Einreisebehörden und Australien zu gewärtigen hätte. Wahrscheinlich schieben sich nun die Justiz und die Politik die «heisse Kartoffel Novak Djokovic» gegenseitig zu. Einwanderungsminister Alex Hawke, der die Teilnahme des bald 35jährigen Serben an dem am kommenden Montag beginnenden Turnier mit seinem «Veto» gegen den richterlichen Entscheid noch verhindern kann, gilt als gradlinig und furchtlos. On verra! Wie der Vorgang auch enden wird: Es wird in dieser grotesken Geschichte, welche die Welt-Medien derzeit beherrscht und auf Trab hält, nur Verlierer geben. Ein solcher Verlierer wird ebenfalls Novak Djokovic sein, auch wenn er den «Krieg» gegen die Justiz und die Polit-Behörden in «down under» – oder eben gegen den ganzen Kontinent – letztlich gewinnen sollte und in der kommenden Woche in der Rod Laver-Arena einziehen wird. Aber immerhin hat er eine «Schlacht» gewonnen…

Derzeit ist nur eines sicher in dieser unsäglichen Geschichte: Affaire à suivre.

Novak Djokovic – oder der Schmetterlingseffekt im Sport

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(causasportnews / red. / 7. Januar 2022) Vor allem auch deshalb, weil derzeit in der Welt und auch im Sport nicht allzuviel Nennenswertes, oder höchstens Unerfreuliches, geschieht, werden in Zeiten von «Corona» Bagatellen zu Ereignissen, welche die Menschheit in Atem halten.

So will der aktuell beste Tennisspieler der Welt, Novak Djokovic, am Australian Open teilnehmen, scheiterte mit diesem Ansinnen (einstweilen) bereits bei der Einreise nach «down under». Weil er offensichtlich die in Australien als streng geltenden Einreisevorgaben, die in der Regel konsequent gehandhabt werden, nicht erfüllt, wurde ihm bei der Einreise in Melbourne kurzerhand das Visum entzogen. Der bald 35jährige Serbe wartet in einem Hotel auf ein Gerichtsurteil, das am Montag ergehen und darüber befinden soll, ob die Weltranglisten Nummer Eins wieder abgeschoben wird oder spielen darf. Novak Djokovic gehört, um es gelinde auszudrücken, zu den «Corona»-Impfgegnern. Das erleichtert das Einreisprozedere in Australien wohl nicht gerade. Wievielmal er schon vom Virus befallen war, weiss niemand, und der Serbe findet «Corona» auch nicht so schlimm, deshalb trommelte er im Sommer 2020 Gleichgesinnte aus der Tennis-Szene zusammen und zog die «Adria Tour» auf, die im viralen Desaster endete. Jedenfalls muss sich, wer sich so verhält, in Australien damit rechnen, zumindest bezüglich Einreisevorgaben nicht gerade bevorzugt behandelt zu werden, auch wenn er der Beste seines Faches ist.

Wenn die Welt-Nummer Eins von einer Behörde im Zuge von «Corona» gestoppt wird, bevor er einen Tennisball spielen kann, wird das heute zum Welt-Thema. Der Schmetterlingseffekt liegt auf der Hand (der besagt, dass durch den Flügelschlag eines Schmetterlings letztlich ein Tornado entstehen kann). Müssig anzufügen, dass sich vor dem Hotel, in dem Novak Djokovic darauf wartet, ob er am weltbekannten Open teilnehmen darf oder ob er aus Australien abgeschoben wird, Proteste und Kundgebungen für den Serben stattfinden. Getreu nach dem Motto: Lob der Schuldigen, Tadel der Unschuldigen, werden vor allem die australischen Einreisebehörden und die Regierung unter Beschuss genommen. Es werden zudem Politiker auf höchster Eben in Serbien, in Sachen Verwendung des Sportes für ihre Zwecke nicht unerprobt, in Stellung gebracht, welche den «Fall Novak Djokovic» zum Anlass nehmen, die australische Regierung anzupöbeln und zu verunglimpfen; und natürlich um national motivierten Druck auszuüben. Serbien sei Novak und Novak sei Serbien, verlautet etwa vom Balkan. Entsprechend wütet der demonstrierende Mob in der Heimat des Spielers, und der Vater von Novak Djokovic zeigt mit seiner Äusserung, der Fall seines Sohnes sei mit dem Leiden Jesu Christi bei der Kreuzigung zu vergleichen, welche Dimensionen der Hetze erreicht sind. So wird versucht, den an sich simplen Einreisevorgang bezüglich des Sportlers als Angriff gegen das Land und die Nation der Serben emporzustilisieren. Der Sport gibt bekanntlich immer wieder eine Plattform ab für gelebten Nationalismus. Der Weg zum Krieg ist dann manchmal nicht mehr weit. Honduras und El Salvador bekriegten sich 1969 bekanntlich nach einem Fussballspiel. Zumindest ist mit der «Causa Novak Djokovic» wieder einmal belegt, dass die «Schmetterlingstheorie» eben mehr als nur eine Theorie ist und auch im Sport gilt.

Der Ball liegt nun also im konkreten Fall beim zuständigen Gericht in Melbourne. Selbstverständlich würde dem Top-Athleten die Teilnahme am prestige-trächtigen Turnier in Australien gegönnt. Im Falle der Ausweisung dürfte ihm in jedem Fall eines erspart bleiben: Ein Spiessrutenlauf auf dem Tennis Court in «down under». Die Australier sind nämlich nicht nur konsequent, sondern durchaus auch nachtragend…

Investigatives im (Tennis-)Sport

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(causasportnews / red. 15. Oktober 2021) Es wäre übertrieben zu behaupten, der Top-Tenniscrack Alexander Zverev hätte sich in den letzten Jahren unwiderstehlich in die Herzen der Deutschen gespielt. Dabei steht ausser Zweifel, dass der 24jährige Athlet mit Model-Massen im Tennis Gewaltsleistungen erbracht hat. Er wird auch künftig Ausserordentliches in dieser kräftezehrenden Individualsportart bewerkstelligen. An seinen sportlichen Leistungen kann es nicht liegen, dass Deutschland mit dem russisch-stämmigen Power-Athleten nicht so richtig «warm» wird. Er ist kein Sportler, der auf dem Court solide sportliche Arbeit abliefert und nach vollbrachtem Tageswerk müde, aber zufrieden, zu Frau und Kinder zurückkehrt. Schwiegermutter-Typen à la Roger Federer sind in dieser Sparte eher selten zu finden. Der in Hamburg aufgewachsene Ausnahmesportler ist immer für Überraschungen gut – auf und neben dem Sportplatz. In sportlicher Hinsicht erfüllt Alexander Zverev die Erwartungen; an den Olympischen Sommerspielen holte er für sich und Deutschland die geforderte Goldmedaille; es wird ihm gegenüber allenfalls der Vorwurf erhoben, er sei zu wenig konstant. Das wird mitunter seinem Privatleben zugeschrieben. Dieses darf als einigermassen heterogen und ambivalent qualifiziert werden. Nicht etwa so, wie bei der in Russland geborenen Helene Fischer, die ihr bevorstehendes Baby-Glück mit der ganzen Welt zu teilen gewillt ist. Regenbogenpress-tauglich, makellos und für die werdende Mutter, ihren Partner und die Öffentlichkeit nur hoffnungsvoll. Vergessen ist das Pfeifkonzert, das sie in der Pause des Pokalendspiels 2017 über sich ergehen lassen musste. Die Pfiffe galten damals auch weniger der vielseitigen Künstlerin, wohl eher der drohenden «Helenefischerisierung» des Fussballs, die vom Deutschen Fussball-Verband (DFB) initiiert wurde. Zurück zu Alexander Zverev. In der Tat sind die privaten Verhältnisse des frischgebackenen Olympiasiegers nicht gerade so, wie es sich die an Ordnung und puristische Verhältnisse gewohnten Deutschen vorstellen. Dass diesbezüglich bei Alexander Zverev keine Transparenz besteht, wird dem 24jährigen Sportler noch nachgesehen, doch das immer wieder negative Elemente aus seiner Privat- und Intimsphäre an die Öffentlichkeit gelangen, die man eigentlich gar nicht wahrnehmen möchte, ist nicht gerade ein image-fördernder Umstand. So kratzt derzeit eine nicht mehr ganz aktuelle Geschichte am Bild des Tennis-Stars: Er soll seine damalige Partnerin, die als Tennisspielerin nicht ganz unbekannte Olga Scharipowa, geschlagen und missbraucht haben. Was immer das heissen mag. Eine zumindest unschöne Sache. Ein Mann, der eine Frau schlägt – das geht gar nicht natürlich. Schlagen und aufschlagen sind zwei verschiedene Dinge. Und auch wenn der Sportler bestreitet und der Vorgang bereits Juristenfutter abgegeben hat, verziehenen sich nach den seit einiger Zeit kursierenden Anschuldigungen die entsprechenden, düsteren Wolken über dem Star doch nicht. Im Gegenteil. In den letzten Tagen hat die Geschichte neue Dimensionen erlangt. Der investigative Tennis-Journalist Ben Rothenberg hat die Umstände des Falles neu recherchiert. Das Ergebnis der Abklärungen gereicht Alexander Zverev nicht gerade zum Vorteil. Es spaltet zudem die Tennis-Szene. So hat nun die Vereinigung der Professional-Tennisspieler (ATP) eine Untersuchung des Vorgangs angehoben; was einigermassen speziell ist, weil es hier immerhin um die Privat- und wohl auch Intimsphäre des Tennisspieles (und seiner damaligen Partnerin) geht, die von einer privaten Organisation durchleuchtet werden soll. Affaire à suivre also auch hier. Für Alexander Zverev gilt die Unschuldsvermutung.

Die Disqualifikation von Novak Djokovic: Wenn das fehlende Glück zum Pech wird

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(causasportnews / red. / 8. September 2020) Eines kann nicht behauptet werden: Dass die Weltnummer 1 im Tennis, Novak Djokovic, in dieser „Corona“-Saison über Gebühr vom Glück begünstigt worden wäre. Doch das Jahr ist noch nicht zu Ende, und jede Pechsträhne hat schliesslich auch einmal ein Ende.

Zuerst profilierte sich der 33jährige Serbe als Impfgegner, dann drückte er die unsägliche „Adria Tour“ durch und missachtete dabei – zusammen mit seinen Tennis-Weggefährten und dem teils speziellen Umfeld – alle Schutz- und Vorsichtsmassnahmen, feierte provozierend wilde Partys wie vor „Corona“ und infizierte sich schliesslich selber mit dem Virus. Mit seiner Frau, ebenfalls positiv auf COVID-19 getestet, landete er schliesslich in Quarantäne. Die „Adria Tour“ endete im Desaster und musste abgebrochen werden. Der Tennisstar hat also im Verlaufe des bisherigen Jahres alles getan, um seinen schon arg ramponierten Ruf noch stärker zu schädigen. Doch das war immer noch nicht alles. Am Sonntag bewies der cholerische Vollblut-Athlet, dem nicht gerade überbordende Feinfühligkeit nachgesagt wird, dass es noch schlimmer werden kann. Völlig unbeabsichtigt schmetterte ein frustrierter Novak Djokovic am US Open einen Ball weg und traf unglücklicherweise eine Linienrichterin, die vom hart geschlagenen Geschoss am Kopf getroffen wurde und zu Boden ging. Diese Bilder gingen um die Welt und schockierten. Das Verdikt gegen den Serben liess nach langen Diskussionen nicht auf sich warten: Disqualifikation und Turnierausschluss. War das eine gerechte Sanktion?, fragt sich nun nicht nur die Tennis-Welt. War es wohl nicht. Vielerorts wurde die Frage gestellt, ob etwa auch ein Roger Federer so bestraft worden wäre, wäre ihm dasselbe Missgeschick passiert. Wohl nicht, denn der Schweizer verfügt über masslose Sympathien und zeigt auch in Ausnahmesituationen kaum Nerven.

Die Disqualifikation gegen Novak Djokovic war zweifelsfrei hart und lässt sich, gemessen am US-Micky Maus-Rechtssystem, zweifelsfrei rechtfertigen. Nach europäischen Massstäben dürfte die Sanktion zu einschneidend ausgefallen sein. Eine solche muss dem Verschulden (Vorwerfbarkeit) Rechnung tragen und hat verhältnismässig zu sein. Der Serbe hat mit dem Wegschlagen des Balles unglücklich agiert, und das Pech führte dazu, dass die Linienrichterin vom Ball getroffen wurde. Frei nach dem Zitat des ehemaligen Fussballspielers Jürgen „Kobra“ Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, dann kam noch Pech dazu. Jedenfalls war der Volltreffer zu Lasten der Linienrichterin von Novak Djokovic keinesfalls beabsichtigt, was natürlich grundsätzlich keine Entschuldigung für die Unbeherrschtheit des Spielers ist und auch nicht für die Tat. Die ausgefällte Sanktion wurde jedoch dem Verschulden des Athleten nicht gerecht; ein gewisser Vorwurf ist ihm zu machen, doch das rechtfertigt eine derartige, einschneidende Sanktion nicht. Zum Verhängnis wurde Novak Djokovic zweifelsfrei sein „Vorleben“, das nicht gerade für ihn spricht. Dieses ist etwa bei Roger Federer als weitaus positiver zu qualifizieren. In Berücksichtigung des im Sanktionsrecht (etwa in der im Sport bedeutungsvollen Schweiz) herrschenden Verschuldensgrundsatzes lässt es sich nicht einfach tel quel argumentieren, Roger Feder wäre für dieselbe Tat milder bestraft worden. In Anwendung des Verschuldensprinzips wäre dem aber wohl so gewesen.

Ignorantentum um COVID-19

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(causasportnews / red. / 25. Juni 2020) „Weshalb ist das ‚Corona‘-Virus ungefährlich?“- „Weil man es nicht sieht.“. – Ungefähr so verhalten sich viele Menschen auf dem Erdball und sorgen mit dieser Ignoranz dafür, dass die Verbreitung der Seuche immer schlimmere Formen annimmt. Diese Haltung ist betrüblicherweise auch im Sport „en vogue“. Gemeinhin wird der Sport als Vorbildmaterie für das gemeine Volk qualifiziert. Das mag grundsätzlich so sein; aber es gibt zweifelsfrei die Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Ausnahmen?

Da wäre etwa die Nummer 1 im Welttennis, der Serbe Novak Djokovic. Dieser exzellente Sportler fällt seit geraumer Zeit mit Weltverschwörungstheorien und kruden Dogmen zu „Corona“ auf. Dass alles, was sich um COVID-19 dreht, nur ein Scherz sei, wurde nun drastisch wiederlegt. Der 33-Jährige versammelte aus seiner Sparte Gleichgesinnte und tourte mit diesem exklusiven Tenniszirkus im Adria-Raum herum. Dabei wurde das Gegenteil von dem demonstriert und gelebt, was Virologen für gefährlich halten: Missachtung der Abstandsregeln, Vermeidung von Menschenansammlungen, Verzicht auf Hygienevorgaben – und dazu natürlich nächtelange Partys, Körper an Körper. Ignoranz und Dummheit wird sonst im Sport allgemein und pauschal den Vertreter/innen von Sportarten mit grossen Bällen entgegengehalten; nun hat es jedoch Zunft der kleinen Bälle erwischt, gleichsam nach dem simplen Erfahrungswert: Kleine Bälle, kleines Hirn. Novak Djokovic und seinen Jüngerinnen und Jüngern fliegt nun das verantwortungslose Tun auf der „Adria-Tennistour“ richtig um die Ohren. Allen voran hat sich die Tennis-Nummer 1 mit dem Virus infiziert. Auf dass er es selber merken sollte, dass COVID-19 nicht nur ein Hirngespinst ist. Über den Schaden auf vielen Ebenen, den die Tennis-Ignoranten nun angerichtet haben, könnten Abhandlungen zuhauf verfasst werden. Sicher ist auch, dass die verantwortungslosen Tennis-Cracks und ihre Umfelder etwa der Werbeplattform Tennis masslos schaden. Das wird sich letztlich in Geld auswirken, die einzige Sprache, welche von diesen Sportlern offenbar verstanden wird. Jeder dem Ethos verpflichtete Sponsor wird sich künftig fragen, ob er in der Tat seine Produkte oder Werbebotschaften in einem solchen Umfeld platzieren soll. Das Verhalten von Novak Djokovic & Co. ist schlicht die schlechteste Werbung für den Tennissport. Und sie wird nachhaltig sein, solange die Verbreitung des Virus nicht eingedämmt werden kann; und darüber hinaus. Fast mutet es zufällig an, dass heute die Corona-Infektionszahlen z.B. in der Schweiz wieder gestiegen sind – das Virus wurde gemäss Behördenangaben vor allem von Menschen aus Serbien (!) eingeschleppt…

Entsprechend wird Novak Djokovic für seine Fehlleistungen geprügelt. Nicht so hingegen etwa der „Fleischbaron“ Clemens Tönnies, u.a. auch Aufsichtsratsvorsitzender des legendären Clubs aus Gelsenkirchen, Schalke 04. In seinem industriellen Fleischverarbeitungsbetrieb haben sich hunderte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit „Corona“ angesteckt (vgl. auch causasportnews vom 20. Juni 2020). Es wurde offensichtlich, dass in der Unternehmung tausende von Menschen unter übelsten Bedingungen zu Tiefstlöhnen schuften und auch sonst wie moderne Sklaven gehalten werden. Derart menschenunwürdige Zustände würden zu entsprechenden Reaktionen und zu einem Aufschrei in der Bevölkerung führen. Nichts dergleichen geschieht jedoch. Die Erklärung hierfür liegt auf der Hand: Die deutsche Regulierungsmaschinerie lässt solche, menschenverachtende Ausbeutung auf dem Territorium Deutschlands schlicht zu. Deshalb reagiert die deutsche Politik auffallend zurückhaltend, wenn es um den „Corona“-Schlamassel im Familienbetrieb Tönnies geht. Die geduldete Sklaverei der Moderne, in der vor allem Arbeitende aus Osteuropa ausgebeutet werden, liegt weitgehend auf der gängigen Linie, die vom Billig-Konsum der Mehrheit der Deutschen geprägt und auf diese Weise mitgetragen wird. Wäre die Bevölkerung bereit, auch für Fleischprodukte angemessene Preise zu bezahlen, wären menschenunwürdige Produktionsbedingungen wie in der Industrie-Fleischverarbeitung der Familie Tönnies ausgeschlossen. Der Staat lässt solches Gebaren zu und ignoriert, was an sich nicht zu ignorieren ist. Kein Wunder also, dass etwa der Deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Zusammenhang mit dem „Corona“-Skandal in Rheda-Wiedenbrück noch kein einziges Mal die Deutsche Bundesverfassung, die er sonst immer wieder hervorholt, zitiert hat. Dort könnte er gleich mit Art. 1 des Grundgesetzes beginnen, der da lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“.- Dem ist an sich nichts mehr beizufügen.