Schlagwort-Archive: FIFA

Neues aus der russischen Trickkiste der Sportjuristerei

Photo by nmr hrd on Pexels.com

(causasportnews / red. / 31. März 2022) Dass die Isolation Russlands auch im organisierten Sport in Moskau und Umgebung nicht auf Begeisterung stösst, ist nachvollziehbar. Die Ausschliessung des Landes etwa aus dem Fussball aktiviert auch die kreativen Geister im Land, welche bestrebt sind, die Wirkungen dieser Isolation abzufedern. Neues ist diesbezüglich aus der Trickkiste der Sportjuristerei zu vermelden. So wird derzeit angedacht, dass der Fussballverband Russlands, der durch die UEFA (Europäischer Fussballverband) und die FIFA (Weltverband) in seinen Spiel-Aktivitäten lahmgelegt worden ist, diese Massnahmen umgehen will. Ein Konföderationswechsel des russischen Fussballverbandes soll es möglich machen. Offensichtlich wird in Erwägung gezogen, dass der Nationalverband Russlands den Europäischen Verband (UEFA) verlassen und sich der Asiatischen Konföderation (AFC, Asian Football Confederation) anschliessen soll. In der Konföderation Asiens geniesst Russland offensichtlich, nicht nur wegen China, weit mehr Goodwill als bei den Europäern. So einfach wird ein Konföderationswechsel des Russischen Verbandes allerdings nicht zu bewerkstelligen sein (die sechs Kontinental-Konföderationen sind sog. «selbständige Sektionen» des Vereins FIFA). Zuerst müssten die Russen aus der UEFA austreten (und somit wohl auch aus der FIFA) was erst zum Jahresende möglich wäre. Oder die FIFA könnte den russischen Verband aus einem sog. «wichtigem Grund» aus dem Weltverband ausschliessen. Die AFC müsste jedenfalls ein Aufnahmeprozedere in Gang setzen, was einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Die FIFA-Statuten sind in dieser Hinsicht rigoros: «Eine Mitgliedschaft (in der FIFA) ist nur möglich, wenn der Verband derzeit Mitglied einer Konföderation ist», heisst es in Art. 11 des FIFA-Grundgesetzes). Oder anders: Ohne Konföderationsmitgliedschaft ist eine FIFA-Mitgliedschaft unmöglich!

Bevor diese Szenarien weiterverfolgt werden, ist nun der FIFA-Kongress (Generalversammlung des Weltverbandes, der als Verein, Art. 60 ff. ZGB, nach Schweizerischem Recht organisiert ist), am letzten Tag dieses Monats in Doha/Katar über die Runden zu bringen. Mit Spannung wird zu verfolgen sein, ob und allenfalls in welcher Form der Krieg Russlands gegen die Ukraine ein Kongressthema werden wird. Der FIFA-Präsident wird dabei mit Blick auf das heisse Thema den Ball zweifellos flach halten und die apolitische Seite des Fussballsports betonen. Und das traurige Ereignis im Rahmen der vielbeschworenen «Welt-Fussballfamilie», der sowohl die Verbände Russlands als auch der Ukraine als Mitglieder angehören, aussitzen.

Eine WM-Endrunde ohne Italien ist möglich, aber (ziemlich) sinnlos…

Photo by Davide Cacciatori on Pexels.com

(causasportnews / red. / 26. März 2022) Die Niederlage der Nationalmannschaft Italiens gegen Nordmazedonien war für Bella Italia ein sportlicher Super-GAU. Schon vor vier Jahren fehlte der aktuell amtierende Europameisterschaft in Russland, als die Barbarei durch diese Nation ziemlich weit weg war – und nun das! Dass das eigene Unglück immer stärker gewichtet wird als es in den Augen der übrigen Welt erscheinen mag, ist evident. Doch fühlt man sich nach dem «WM-Aus» der Italiener an Vicco von Bülow, alias Loriot, erinnert, der den Spruch, zwar auf seine geliebten, vierbeinigen Möpse gemünzt, zum Kult werden liess, dass eben ein Leben ohne Möpse möglich, aber sinnlos sei. So ist es nun wohl ein bisschen mit dem Land des Europameisters: Eine WM-Endrunde ohne Italien, der besten Nationalmannschaft auf dem Planeten, in diesem Jahr ist natürlich möglich, aber zumindest sportlich ein klein wenig sinnlos(er). Zumal der Anlass in Katar stattfinden wird, im Land, das vor fünf Wochen noch mit Spott und Häme überschüttet wurde und nun wegen der praktizierten Bestialitäten der Russen zum Rettungsanker der (Energie-)Welt mutierte. Sollen wir im nächsten Winter, wenn die WM-Endrunde in Katar über den Retorten-Rasen gehen wird, nicht frieren, so geht es nun offenbar nur mit den Rohstoffen aus Katar! Die Regierenden dieser Welt, welche sich derzeit für Gas und Öl aus alternativen Quellen geradezu prostituieren, sehen sich gezwungen, sich von den Herrschern in Katar in den Wüstenstaub zu werfen und um Gas und Öl zu betteln. Besonders peinlich exerziert diese Praxis der Deutsche, «grüne» Vizekanzler Robert Habeck vor, der seinen ersten, soeben erfolgten Bittgang zum Emir von Katar und zu seinem Gefolge noch ohne Ergebnis hinter sich hat; weitere Gänge nach Doha werden folgen. Die derzeitige Situation für die «Grünen» ist eh ein Desaster: Sie wagen es nicht einmal, die durch den Krieg inszenierte Umweltkatastrophe nur schon zu thematisieren. Aber wer kennt sie noch die Geschichte von «Boule de suif» («Fettklösschen») von Guy de Maupassant? Die Vorgänge wiederholen sich bekanntlich immer wieder. Weshalb denn die Historie bemühen?

Apropos Katar: Im Retortenstaat wird am letzten Tag des laufenden Monats die Generalversammlung des Weltfussballverbandes (FIFA) stattfinden. Die Verbände Russlands und der Ukraine werden dann einträchtig im selben Tagungssaal in Doha zusammensitzen. Der Sport ist schliesslich apolitisch. So wird sich in diesem Rahmen auch der FIFA-Präsident Gianni Infantino nicht von seinem erklärten Freund und Schlächter im Kreml distanzieren müssen, und die Vorfreude auf die WM-Endrunde im kommenden Winter in Katar wird durch nichts mehr getrübt werden. Die aktuelle Weltlage macht es möglich; auch wenn Italien dann eben an der WM-Endrunde fehlen wird. Ob die Ukraine dabei sein kann, wird sich weisen. Sie hat sich sportlich noch zu bewähren. Sicher wird Russland fehlen. Die Russen erhalten so die Gelegenheit, in dieser Zeit vielleicht parallel zur WM-Endrunde ein Freundschaftsspiel für den Frieden und gegen den Frust – gegen Italien austragen…

Das die Momentaufnahme. Im Zuge des Russland-Feldzuges und der Luftschläge gegen die Ukraine haben u.a. die Sport-Funktionäre mit Gegenwind zu kämpfen. Der FIFA-Präsident muss sich zwar erst im kommenden Jahr zu Wiederwahl stellen. Ob aber demnächst ein Ethikverfahren gegen den Italo-Schweizer wegen seiner Putin-Nähe vorbereitet wird, ist ein gut gehütetes Geheimnis in der FIFA-Zentrale auf dem Zürcher «Sonnenberg». Müsste es eigentlich. Anders sieht es derzeit für einen anderen, allerdings ehemaligen Sport-Funktionär aus der Schweiz aus: René Fasel, der 25 Jahre den Internationalen Eishockey-Verband (IIHF) mit Sitz in Zürich geführt hat. Der unempathische Schwätzer aus dem Freiburgerland sprach nach dem Ausschluss von Russland und Weissrussland für die anstehende Eishockey-WM von einem «traurigen Moment in der IIHF-Geschichte». Diese Unsensibilität hängt wohl mit der (erklärten) Freundschaft des Alt-Funktionärs mit dem Weissrussischen Putin-Steigbügelhalter Alexander Lukaschenko zusammen. Fürwahr, auch hier wiederholt sich die Geschichte. Hinzu kommt das Bonmot: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!

Sport Sponsoring – «pecunia non olet»

Photo by Pixabay on Pexels.com

(causasportnews / red. / 23. März 2022) In Kriegszeiten erlebt das Bonmot «pecunia non olet», das auf den römischen Kaiser Vespasian (verstorben 97 n. Chr.) zurückgeht, eine Renaissance. Wie jetzt wieder während des russischen Angriffskrieges, der seit einem Monat tobt. Aus der Sicht des Sportes steht unter den aktuellen Bedingungen das Sport-Sponsoring mit seinen diversen Facetten und Auswirkungen im Fokus. Unter den als durchwegs egoistisch qualifizierten Athletinnen und Athleten, gibt es noch Beispiele, welche das Gegenteil beweisen. Zum Beispiel der Star-Fussballer Robert Lewandowski, der sich von seinem chinesischen Sponsoring-Partner Huawei getrennt hat, weil dieser den Krieg Russlands gegen die Ukraine begünstigt. Der Torjäger des FC Bayern München mag das reichliche Geld, das ihm seit Jahren aus China zufliesst, nicht mehr annehmen; die Moral prävaliert. Der Telekommunikationskonzern hat damit sein bekanntestes Werbegesicht in Europa verloren. Zeichen setzen in dieser Richtung auch Fussball-Ikone David Beckham und seine Frau, das ehemalige «Spice Girl» Victoria. Vor allem aus der persönlichen Schatulle des Paares fliesst derzeit viel Geld in Richtung Ukraine. Selbstverständlich gibt es Sportlerinnen und Sportler zuhauf, die nun in diesem schrecklichen Krieg Gutes tun und nicht darüber sprechen. So verhält es sich wohl mit dem seit langer Zeit pausierenden Tennis-Ass Roger Federer. Der Schweizer ist nicht dafür bekannt, publikumswirksam Gutes zu tun. Im Moment sorgt er sich eh um sein Engagement mit der Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS), die dem Maestro des Tennis-Sports seit 13 Jahren ungefähr eine Million Schweizer Franken jährlich in die Kasse spült. Die Probleme bei der schlecht geführten Grossbank werden seit Monaten allerdings immer grösser, Skandal reiht sich an Skandal, während die CS-Aktien immer mehr an Wert verlieren. Das hat mit Roger Federer natürlich nichts zu tun, doch wird zwischenzeitlich auch die Frage aufgeworfen, ob sich der über 40jährige Tennis-Star im sportlichen Vorruhestand diese Liaison mit der angeschlagenen Bank noch leisten kann. Dass sich ein Sportler diese Frage stellen muss, ob er sich weiterhin zu einem schlingernden Unternehmen bekennen und so auch einen Reputationsschaden des Sponsoring-Partners gefallen lassen will und kann, ist eine eher seltene Konstellation. Meistens ist es umgekehrt, dass sich ein Sponsoring-Geber von einem Sportler trennt, weil dieser aus welchen Gründen auch immer (es muss nicht immer Doping sein), in Ungnade gefallen ist. Zudem in der «Causa Roger Federer» auf eine Million Franken pro Jahr zu verzichten ist überdies eine Entscheidung, die wohl überlegt sein will. Derzeit sind mit Blick auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine wenigstens Oligarchen-Konten bei der CS kein Thema. Oder werden sie es doch noch? Positiv mutet zudem der Umstand an, dass Katar, an der CS beteiligt, derzeit von Bittstellern aus der ganzen Welt mit Blick auf Rohstoffe geradezu bedrängt wird. Nicht nur der grüne Deutsche Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck ist im energiesparenden Sonderflugzeug in Katar eingetroffen und hat sich vor den Herrschern in Doha in den Wüstenstaub geworfen. Dank und wegen des tobenden Krieges ist Katar als Energie-Alternative plötzlich salonfähig geworden. Eben, «pecunia non olet». Es ist wie eine Fata Morgana wie diese seit vier Wochen anhaltende Katastrophe die Welt umzukrempeln im Stande ist und welche Weltbilder nun zusammenkrachen! Wer hätte das gedacht, dass allen Unkenrufen gegen Katar zum Trotz, das Ende Jahr die Fussball-WM-Endrunde austragen wird, verstummen. Der Auftakt auf das freudigste Fussballereignis im Jahr 2022 bildet die Generalversammlung des Weltfussballverbandes FIFA, die am letzten März-Tag dieses Jahres stattfinden wird; in Katar natürlich. So läuft auch alles optimal für den erklärten Putin-Freund und FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Ja, was kümmert einen Sport-Funktionär das Geschwätz von gestern? So sah es schon der legendäre deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer. Damals wurde in der Tat noch nachhaltige Politik betrieben.

FC Chelsea im Oligarchen-Strudel

Photo by Simon Reza on Pexels.com

(causasportnews / red. / 20. März 2022) Wenn die Engländer etwas unternehmen, dann tun sie es gründlich. Das Vereinigte Königreich macht beispielsweise ziemlich ernst mit dem schillernden russischen Oligarchen Roman Abramowitsch, der zu den erklärten Freunden des russischen Kriegstreibers Wladimir Putin zählt und von dem er sich bis jetzt auch nicht losgesagt hat. So gesehen befindet sich der Russe, der 2003 den Londoner Nobelclub FC Chelsea übernommen hat, in guter, bzw. schlechten Oligarchen-Gesellschaft ausserhalb Russlands. Seit die Sanktionen gegen Russland und gegen die Russen ausserhalb Russlands greifen, gilt Roman Abramowitsch im Westen nicht nur als geächtet, sondern regelrecht als kaltgestellt (auf der Insel hat man wohl zuerst erkannt, dass die Oligarchen im Westen tragende Säulen des aggressiven Russlands sind und deren Ächtung noch Schlimmeres verhindern kann). Mit «seinem» Club FC Chelsea kann der 55jährige Wirtschafts-Strippenzieher aus dem Osten derzeit praktisch nichts mehr, ihn nicht einmal mehr verkaufen. Gemäss Regierungsdekret darf der Club nur noch Minimalbeträge für Spesen ausgeben. Verlängert sich der Krieg Russlands gegen die Ukraine, was zu befürchten ist, könnte der FC Chelsea bald Geschichte sein und im Oligarchen-Strudel versinken.

Allgemein gewahrt die Welt, dass der losgetretene Ukraine-Feldzug nicht nur das satanische Werk eines Einzelnen ist, sondern Russlands Aggression als systemimmanent bezeichnet werden muss. Vom teuflischen Werk eines Individuums also keine Spur. Der «Führer», wie er offiziell auch genannt wird, lässt sich öffentlich von adretten Stewardessen und in Sportstadien vom Volk feiern. Das hatten wir doch alles schon vor rund 80 Jahren. Damals verlief der Angriff auf rechtschaffene Völker und friedlich Nationen von Westen nach Osten, nun von Osten nach Westen. Die Ausgangslage heute ist identisch mit derjenigen in den Jahren 1939 ff., die Art der Kriegsführung ebenfalls. Der russische Krieg wird vor allem durch das Oligarchen-System in der westlichen Welt begünstigt. Einem der schlimmsten dieser Zeitgenossen, eben Roman Abramowitsch, geht es nun an den Kragen. Jedenfalls ist es ziemlich schwierig geworden mit den vermögenden Russen im Westen, von denen man nicht so genau weiss, wie sie zu Multi-Milliardären werden konnten. Diese wurden seit Jahren sekundiert von dubiosen Anwälten, Treuhändern, Unternehmensberatern und Claqueuren, vor allem auch in der Schweiz. Diese waren und sind ebenfalls Teil eines umfassenden Netzwerkes in der Politik, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft. Beim FC Chelsea-Beherrscher ist dennoch der Versuch misslungen, sich in der Schweiz zu etablieren – trotz der Unterstützung willfähriger Anwälte, die teils zugleich im Umfeld des professionellen Fussballs und für den Weltfussballverband FIFA tätig sind; zumindest in einem Fall ist dies belegt. Wenn sogar die Schweiz einen Oligarchen wegweist bzw. ihn nicht aufnimmt, und in ihm ein Reputationsrisiko erkennt, muss alles noch viel schlimmer als angenommen sein.

Apropos FIFA: Der Weltfussballverband FIFA hat soeben, untermalt von Schalmeienklängen, kommuniziert, Sachspenden für Ukrainische Kriegsopfer zur Verfügung stellen zu wollen. Verbandsmaterial soll es sein; wahrscheinlich gehören auch ein paar Bälle dazu, mit denen sich in den zerbombten Städten trefflich spielen lässt. Gianni Infantino, der sich bis jetzt auch nicht von seinem Freund im Kreml losgesagt hat, musste ein opportunistisches Zeichen setzen. Immerhin findet Ende Monat der FIFA-Kongress in … Doha statt. Mit dabei natürlich das FIFA-Mitglied Russischer Verband, das gegen die Lieferung von Verbandsmaterial aus der FIFA-Zentrale kaum etwas einwenden wird. Mit Geld wäre der FIFA-Familienfrieden wohl nachhaltig gestört worden.

Apropos Doha: Dort ist im Moment der Deutsche Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) tätig, mit dem Ziel, Gas für Deutschland für den nächsten Winter zu erbetteln. In der Not frisst der Teufel bekannterweise Fliegen. Wetten, dass nun in Deutschland sofort alle Stimmen gegen die Fussball-WM-Endrunde in Katar verstummen? Wie würde es Bertold Brecht einschätzen? Eben zuerst das Fressen, dann die Moral…

In der derzeitig weltweit chaotischen Situation, in der sich der Russland-Krieg immer mehr zur globalen Auseinandersetzung zwischen Ost (Russland, China) und West ausweitet, kommt eine Meldung aus Lausanne nicht überraschend: Der Internationale Sport-Schiedsgerichtshof (TAS) hat einen Einspruch des Verbandes Russlands abgelehnt und den Ausschluss der Russen von den Qualifikationsspielen für die WM-Endrunde in Katar bestätigt. Somit steht Polen in der zweiten Playoff-Phase und spielt dann gegen den Sieger aus der Partie Schweden gegen Tschechien.

Die Ohnmacht gegenüber dem Krieg

Photo by Pixabay on Pexels.com

(causaportnews / red. / 7. März 2022) Seit mehr als zehn Tagen bekriegt Russland die Ukraine. Die aktuelle Situation ist desaströs. Die Aggression Russlands bewegt die ganz Welt; «Corona» ist trotz erneut steigender Zahlen wie weggeblasen. Der Wettkampf-Sport interessiert allgemein nur noch marginal; er wird allenfalls national oder regional beachtet. Die aktuellen Paralympics werden als das entlarvt, was sie seit jeher waren: Eine mundiale Pseudo-Sport-Veranstaltung, welche Menschen mit Beeinträchtigungen ins Abseits stellt. Deshalb gilt der «Olympische Friede» für die Paralympics, die derzeit in Peking durchgeführt werden, nicht. Doch der Sport war für totalitäre Herrschaften seit jeher von Bedeutung; und ist es immer noch. So war es 1936, als der «Führer» die Nation in Garmisch-Partenkirchen und in Berlin auf die Perpetuierung sportlicher Auseinandersetzung auf den Schlachtfeldern der Welt trimmte, gemäss Devise: Totaler Krieg. So ist es auch jetzt wieder: Kaum waren die Olympischen Winterspiele im russischen Sotchi 2014 vorbei, begann Russland mit der Annexion der Krim. Die Winter-Wettkämpfe am Schwarzen Meer gingen mit Bezug auf Russland auch unrühmlich als «Doping-Spiele» nicht nur in die Sportgeschichte ein. 2018 versammelte sich dann die Fussball-Welt zur Weltmeisterschafts-Endrunde – in Russland! Das Land mit seinem totalitären Regime sah sich durch die Sportwelt in seinen Bestrebungen bestätigt. Jetzt, nach Abschluss der Olympischen Winterspiele am 20. Februar 2022, setzte Russland vier Tage später zum Überfall auf die Ukraine an. Es tobt seither ein sinnloser, zerstörerischer und menschenverachtender Kampf, angezettelt von einem dem Totalitarismus zugeneigten Herrscher, der allerdings von einem Terror-Regime und Sympathisanten innerhalb und ausserhalb Russlands getragen wird. Dazu gehören auch die West-Sozialdemokraten und kommunistisch ausgerichteten Russland-Orientierten und Supporter. Diese demonstrieren derzeit vor allem in Westeuropa für den Frieden, aber nicht etwa gegen den russischen Feldzug; eben ideologie-neutral ad pacem. Die gleichen Kreise sind dafür verantwortlich, dass die Armeen in Westeuropa nun nicht mehr abwehrtauglich, geschweige denn angriffsfähig sind. Nun wird die beschönigende Mär vom «Kaputtsparen» bezüglich der Streitkräfte herumgeboten. Es wurde jedoch durch Friedensromantiker und Lifestylesozilisten einzig und alleine die Wehrbereitschaft des Westens zerstört. Der Ukraine wird nach wie vor Hilfsbereitschaft seitens des Westens vorgegaukelt; es ist das Schlimmste für ein Land, das bekriegt wird, wenn von ausserhalb das «Prinzip Hoffnung» suggeriert wird und keine Taten folgen. Ausser schönen Worten ist vom Westen in Sachen Unterstützung der im Stich gelassenen Ukraine gar nichts zu sehen und zu erwarten. Den Flüchtlingen wird geholfen – und denen, welche die Ukraine nicht verlassen können oder wollen? Der Westen ist sack-schwach, ebenso die USA, die sich vornehm zurückhalten. So hat Russland bezüglich westlicher Aktivitäten auf der Seit der Ukraine gar nichts zu befürchten; wahrscheinlich wird aber auch die Wehrkraft der Russen massiv überschätzt: Sie verfügen allerdings über brutale Waffen und scheuen sich auch nicht, einen Atom-Schlag zu riskieren. Zwar wird in der westlichen Welt wacker Solidarität mit der Ukraine beschworen; aber ausser Sanktionen gegen Russland, die auch wichtig sind, kommt gar nichts. Die russischen Oligarchen im Westen feiern weiter ihre Feste und bringen alles, was ihnen lieb und teuer war und ist, in Sicherheit. Wladimir Putin und seine Mit-Streiter brauchen sich um die in den letzten Jahren aus Russland geschafften Vermögenswerte nicht zu sorgen. Auffällig ruhig verhalten sich die «Grünen», welche der Öko-Katastrophe, die von Russland mit dem Angriff heraufbeschworen wird, wort- und tatenlos zuschauen.

Zufolge der Interdependenzen zwischen Sport und Politik ist die weltweite Isolation des Sportes von eminenter Wichtigkeit. Diese funktioniert einigermassen, obwohl Russland-treue Länder und feige Sport-Funktionäre (immer) noch zum Herrscher im Kreml halten. Der SPD-Mann Gerhard Schröder verkörpert mit seiner Haltung etwa auch den Prototypen des opportunistischen Sportfunktionärs. Schuld an allem beim renitenten Putin-Freund soll jedoch u.a. der Weinkonsum sein, wie einigen Medin zu entnehmen ist. Deshalb wehrt sich wohl auch die eine oder andere Ex-Frau des Ex-Kanzlers für den in Deutschland zur persona non grata mutierten Russen-Freund; Züge des «Führers» seien bei Putin nicht zu erkennen, noch weniger sei das immer noch eingeschriebene SPD-Mitglied als dessen Sympathisant zu qualifizieren. Derweil wird in dieser Phase der Ohnmacht gegenüber dem von Russland geführten Krieg der Hass gegen die Aggressoren im Westen immer markanter. Melanie Molitor etwa, die Mutter der Tennis-Legende Martin Hingis, die am Zürichsee eine Tennisschul betreibt, forderte Eltern dazu auf, ihr Kinder nicht mehr zum Tennisunterricht zu ihr zu schicken, falls sie russischer Nationalität seien. Die 65jährige, gebürtig Tschechin erlebte 1968 den Einmarsch der Warschauer Pakt-Truppen in ihre Heimat. Seither macht die Mutter von Martina Hingis keinen Hehl aus ihrer Verachtung gegenüber allem Russischen. Allerdings ist sie auch keine glühende Ukraine-Verehrerin, denn immerhin marschierten damals auch ukrainische Truppen in die ehemalige Tschechoslowakei ein…

Die (Sport-)Welt in Schockstarre

Photo by Matti on Pexels.com

(causasportnews / red / 3. März 2022) Wieder einmal geht ein Gespenst um in Europa. Es ist aktuell das Gespenst des Krieges, der vor über einer Woche von Russland entfesselt wurde und jetzt mit dem Angriff auf ein Atomkraftwerk in der Ukraine eine neue Eskalationsstufe erreicht hat. Russland ist zu allem fähig und wird nicht davor zurückschrecken, auch zum Preis der Selbstzerstörung, nicht nur die westliche Welt in Asche und Trümmer zu legen. Die Welt ist ratlos, wie dieser Aggression, die ein modernes Abbild dessen ist, was sich 1939 auf dem Kontinent und danach sukzessive in der Welt ereignet hat, begegnet werden könnte. Nachdem nun die Bedrohung auch Europa erfasst hat und der von Russland angezettelte Krieg keine innerstaatliche Angelegenheit des Angreifers und des Angegriffenen mehr ist, dürfte es abzusehen sein, dass dem mundialen Terror nur noch mit Gewalt beizukommen ist. Wer Gewalt sät, wird die Folgen dieses Tuns zu spüren bekommen. Das sieht nicht nur die Bibel so. Oder anders: Das Gespenst, das nun umgeht in Europa, ist in seiner Entfaltung durch diejenigen Kreise begünstigt worden, die sich das alles, auch das aktuelle Gespenst in Europa, so nicht vorgestellt haben und nun sogar kleinlaut und contre coeur verkünden müssen, Aufrüstung tue not – Frieden lässt sich bedauerlicherweise nicht dadurch realisieren, dass sich die Bedrohten zur Bildung von Lichterketten treffen und Abrüstung auf Kosten der Wehrbereitschaft erzwungen wird.

Die Ursache des aktuellen Übels ist beileibe nicht nur auf ein terroristisches Regime und auf einen einzigen Mann zurückzuführen, wie das dem Kommunismus nahe Kreise weltweit suggerieren. Eine Individualperson ist auch nicht in der Lage, eine solche Katastrophe anzurichten. Es braucht Regime-Treue, Sympathisanten, Claqueure, Parasiten und Gesinnungsgenossen und -täter innerhalb und ausserhalb einer kriegsführenden Nation. Diese bilden den Nährboden, vom dem aktuell die Gewalt aus Russland ausgeht. Es sind die Gesinnungsaktivisten aus Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur, die sich aktuell vom Anführer im Kreml partout nicht einmal klar distanzieren wollen: Der Herrscher in Weissrussland, die von Russland durch permanenten Geldsegen bei Laune gehaltenen Regierungen, die Oligarchen, die ihre zusammengestohlenen Vermögen in der ganzen Welt verstecken (oder, um ihre Haut und die Privilegien im Westen weiterhin geniessen zu können, ihre Fussballklubs geradezu verschenken, wie etwa Roman Abramovich), es sind Stars und Künstler (wie diese Woche Anna Netrebko), es sind Sport-Funktionäre, wie Thomas Bach (IOK) oder Gianni Infantino (FIFA) oder der Ex-IIHF-Präsident René Fasel. Ein besonders penibles Bild bietet, nicht unerwartet, der ehemalige Deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ab, der von seinem SPD-Gesinnungsgenossen und aktuellen Bundeskanzler Olaf Scholz im staatlichen Fernsehen soeben geradezu angefleht wurde, sich vom Kreml-Herrscher und Kriegstreiber zu distanzieren und seine Partei-Mitgliedschaft abzugeben. Das macht er natürlich nicht, wobei ihm wohl zu Gute zu halten ist, dass er das Russen-Geld sicherlich braucht, um die pekuniären Folgen seiner vier gescheiterten Ehen zu mildern. Damit hängt wohl auch zusammen, dass sich der Schweizer Ringier-Medien-Konzern Gerhard Schröder immer noch als Berater (sic!) hält. Auf jährlich eine Million an Honoraren will der lustige Ex-Kanzler nicht einfach verzichten. Die Ringier-Medien, ideologisch pseudo-sozialistisch ausgerichtet, brüsten sich in der Schweiz damit, die Regierung am Gängelband zu führen. Staat, opportunistische und kungelnde Medien, zwielichtige Gestalten aus Wirtschaft und Politik bilden seit geraumer Zeit unheilige Allianzen. Apropos Sozialdemokratie: Diese verhält sich in Europa auffallend ruhig und zurückhaltend, wenn es um den Krieg, den Russland führt, geht. Ist ja auch alles mehr als peinlich, dass die Genossinnen und Genossen miterleben müssen, was ihre Genossinnen und Genossen derzeit in Russland und in der Ukraine so alles anstellen. Nach wie vor vereinen sich Gesinnungsgenossinnen und -genossen aller Länder. Die Sozialisten und die Linken im Allgemeinen äussern sich dann auch nicht entschieden gegen den von Russland angezettelten Krieg, sondern sie treten unverbindlich und feige lapidar für den Frieden ein. «Sprachregelung» wird so etwas genannt. Es ist eben Krieg, und man geht hin. Die Vorstellung, es sei Krieg und keiner würde hingehen, wäre zu ideal.

Die Welt befindet sich nach über einer Woche Krieg in Schockstarre und wird wohl bald eine Ausdehnung von Krieg, Leid und Elend erleben. Nach wie vor hält die zuvor nicht einmal ansatzweise feststellbare Solidarität der zivilisierten Staatengemeinschaft gegenüber dem Aggressor an. Nach einem Hin und Her werden die nun in Peking ausgetragenen Paralympics ohne die Mannschaften Russlands und Weissrusslands stattfinden. Na dann auf geht’s, nach Peking, ins Land des anderen idealisierten Kommunismus’. Der «Olympische Frieden» galt auch nur für die «richtigen» Winterspiele 2022. Nüchtern betrachtet lähmt der Krieg durchwegs den Sport, vor allem in seinen internationalen Dimensionen. Und das ist gut so, würden nicht nur die altbekannten Kreise sagen.

Es lebe der Sport!

Photo by Jedimentat44

causasportnews / red. / 1. März 2022) In Anbetracht des brutalen Aggressionskriegs, den Russland gegen die Ukraine führt, wird die Welt von einer Solidaritätswelle erfasst. Lichterketten, Friedenskundgebungen (durchwegs für den Frieden, nicht gegen den Krieg) und schöne Worte, vor allem durch die politische Garde, sind zwar gut und recht. Dennoch fühlt sich die Ukraine verständlicherweise im Stich gelassen. Wenn die Schweizer Regierung nach tagelangem Herumlavieren erst auf Druck der Europäischen Union halbherzige Sanktionen gegen russische Parasiten und Volksschädlinge beschliesst, obwohl die Schweiz zu einem grossen Teil von den Oligarchen und dubiosen Unternehmen aus Russland profitiert, ist das nur noch beschämend. Herausgeredet hat sich die Regierung mit einer längst antiquierter Neutralitätsduselei und beseelt vom Wunsch, im Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln (wohl mit den gleichen Vermittlern und Vermittlerinnen, welche nicht einmal befähigt sind, mit der EU Abkommen auszuhandeln!).

Stolpert FIFA-Präsident Gianni Infantino über die Freundschaft mit Wladimir Putin?
Photo by Présidence de la République du Bénin

Mit Erstaunen hat die Welt erlebt, und sie erlebt es immer noch, wie der Sport in dieser Kriegssituation Flagge zeigt. Fussballmannschaften wollen nicht mehr gegen russische Teams antreten, Tennisspielerinnen und -spieler weigern sich, sich mit der Gegnerschaft aus dem kriegsführenden Land zu messen, und Funktionäre aus aller Welt, meistens nicht als überaus mutig bekannt, wollen sogar von ihren russischen Kollegen nichts mehr wissen. Noch eindrücklicher: Der Sport bietet dem russischen Geldadel im Westen keine Bühne mehr zur Präsentation. Kein russischer Sponsor-Stein bleibt auf dem andern. Im Sport hat sich eine Bewegung gegen die russische Aggression formiert, die so weder erwartet wurde noch erahnt werden konnte. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass es Sportlerinnen und Sportler gewohnt sind, bis an die physischen und psychischen Limiten zu gehen. Der Kampf, den die Gebrüder Wladimir und Vitali Klitschko derzeit in der Ukraine führen, ist nicht nur heldenhaft, sondern erfordert geradezu Demut seitens der westlichen Zivilisation. Der Sport steht derzeit für mehr ein als für laue Solidarität mit schönen Worten, die aus den politischen Lagern zu vernehmen sind; er will die totale Isolation alles Russischen. Dieser Schulterschluss war nicht zu erwarten. Auch wenn die russische Tötungsmaschinerie weiterhin alles niederwalzt, kann in der schönsten Hauptsache der Welt dennoch nur eines festgestellt werden: Es lebe der Sport! Nach den ersten Massnahmen aus der Welt des Sports gegen Russland wird nun wohl die zweite Widerstandswelle aus dieser Sparte auf das kriegsführende Land zukommen: Die formellen Ausschlüsse aus Verbänden und Organisationen. Trotz Verquickungen zwischen Sport, Wirtschaft und Politik dürfte der Sport weiterhin ein starkes Zeichen gegen die abscheuliche Aggression setzen und die Integrität des Sportes durch Player, die sich ausserhalb dieser Sparte unmöglich und menschenverachtend verhalten, nicht besudeln lassen. Der Weltfussballverband FIFA mit Sitz in Zürich dürfte Russland wohl demnächst formell aus der Fussball-Gemeinschaft ausschliessen, ebenso der Europäische Verband UEFA. Das Internationale Olympische Komitee (IOK) wird wahrscheinlich Einzelmitglieder und Funktionäre aus Russland (Mitglieder des IOK sind nur natürliche Personen) in die Wüste schicken. Sport-Funktionäre, wie FIFA-Präsident Gianni Infantino, der sich seit Jahren mit der Freundschaft zu Wladimir Putin brüstet, werden Abbitte leisten müssen; sonst dürften sie von der politischen Bühne verbannt werden.

Immer wieder werden Sport und Kultur synonym genannt. Auch in der Kultur soll Russland weltweit isoliert werden, bis der rechtmässige Zustand in der Ukraine wieder hergestellt ist. So wird die Putin-Getreue Anna Netrebko Ende März nicht im Zürcher Opernhaus auftreten, wie soeben bekannt wurde. Die Star-Sopranistin will sich nicht vom Russen-Führer distanzieren. So etwas geht nicht einmal in der Stadt Zürich, die von Linken beherrscht wird. Die Kultur beginnt also auf den Spuren des Sportes zu wandeln.

Von der Vorfreude auf die WM-Endrunde 2018 in die Kriegswirren

Am 28. Februar 2018 blickte Joachim Löw erwartungsfroh in Richtung Russland (Cover «Causa Sport» 1/2018)

(causasportnews / red. / 28. Februar 2022) Heute vor genau vier Jahren fand in Zürich eine spezielle Veranstaltung des «Swiss Sport Forum» (www.swisssportforum.ch) statt. Die Fussball-WM-Endrunde stand vor der Türe, und es herrschte grosse Vorfreude auf den Grossanlass in Russland (vom 14. Juni bis 15. Juli 2018). Es waren die Verbandspräsidenten des Schweizerischen Fussball-Verbandes (SFV), Peter Gilliéron, und des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, zugegen, zusammen mit ihren wichtigsten Angestellten: Vladimir Petkovic (SFV) und Joachim Löw (DFB). Daneben gab sich viel Prominenz ein Stelldichein, so etwa der Torhüter der Schweizer Nationalmannschaft, Yann Sommer, sodann Oliver Kahn, Reiner Calmund und weitere Persönlichkeiten. Die Veranstaltung fokussierte die WM-Endrunde in Russland, an der Deutschland den WM-Titel verteidigen wollte; ein Unterfangen, das allerdings ernüchternd scheiterte. Vorgesehen war die Fussball-Show am 28. Februar 2018 im Saal des FIFA-Museums in Zürich. Wegen des Publikums-Andrangs sahen sich die Forums-Verantwortlichen kurzfristig veranlasst, die Veranstaltung in den grossen Saal des nahegelegenen Kirchgemeindehauses Zürich-Enge zu verlegen. Dort fand vor 400 Gästen ein nachhaltig wirkender, vor-sportlicher Höhepunkt mit Blick auf «Russia 2018» statt

Die WM-Endrunde in Russland sollte ein Fussballfest werden – und wurde es weitgehend. Die Gastgebernation Russland trat einladend, freud- und friedvoll auf.

Vier Jahre später: Russland hat vor wenigen Tagen einen brutalen Aggressions-Krieg gegen die Ukraine losgetreten. Wladimir Putin und die kriegsführenden Russen zeigen aktuell ihr wahres Gesicht und stürzen derzeit Europa in traumatische Kriegswirren.

Im Jahr 2018 war offenbar in Russland alles nur Staffage. Heute riskiert Russland mit Kriegstreiber Wladimir Putin und mit seiner Entourage sowie seinen Claqueuren im In- und Ausland den Weltfrieden und setzt ihn jedenfalls ernsthaft auf die Probe – und auf’s Spiel. Diese Welt fragt sich heute, wie man Russland 2018 nur so auf den Leim kriechen konnte und die WM-Endrunde der Propaganda der Russen opferte. FIFA-Präsident Gianni Infantino nannte Wladimir Putin einen Freund und herzte diesen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Es gibt jedoch offenbar auch falsche Freunde…Oder bedeutet einmal Freundschaft immer Freundschaft? Der FIFA-Präsident beobachtet nach eigenen Angaben die Lage (sic!). Auch von Wladimir Putin distanzieren sich die wahren Freunde eben nicht so schnell!

Die Kraft des Sportes im Krieg

Photo by Matti on Pexels.com

(causasportnews / red. / 27. Februar 2022) Nach drei Tagen Krieg wird der Welt, oder wenigstens Teilen davon, klar, dass im Moment eine globale Katastrophe stattfindet und sich, wie 1939 ff., ein globaler Flächenbrand entwickeln könnte. Ein Land, angeführt von einem Despoten, überfällt ein friedliches, anderes Land. Weshalb, weiss eigentlich niemand so genau. Ein Krieg beginnt meistens mit einer Kriegserklärung, auch wenn der ganze Wahnsinn unerklärlich ist. Die höchstens mittelbar betroffene Welt schaut mehr oder weniger tatenlos zu. Sanktionen gegen Russland werden, wenn überhaupt, lau und nur unter Berücksichtigung von Eigeninteressen, angeordnet und ergriffen. Immerhin hat soeben Deutschland ein starkes Zeichen gesetzt und der Ukrainischen Armee 5000 Helme übergeben. Mutige Taten, wie diese, lassen hoffen. Das Beispiel wird zudem wohl Schule machen: Die Schweiz wird sicher bald fünf bis sechs Krankenschwestern in die Ukraine entsenden, die USA 1000 Pferde-Schutzmasken liefern, usw. Der Westen gibt real ein desaströses, unmoralisches  Bild ab: Wohl, weil es in Westeuropa von russischen Gesinnungsgenossen aller Art wimmelt (hier ist nicht nur der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder gemeint, auf den die aktuelle, links-grüne Bundesregierung selbstverständlich Rücksicht zu nehmen hat). Deprimiert muss auch etwa die Haltung der Schweizer Landesregierung, eine opportunistische Gruppierung mit Linksdrall, die gerade die Bevölkerung in der «Corona»-Krise ins Elend geführt hat, eingeordnet werden, die sich am Schauplatz des big business mit den Russen kriecherisch und feige gebärdet. Schliesslich sollen, nicht nur in der Schweiz, die russischen Unternehmen und die zahlreichen Oligarchen, die teils vor allem ihre zusammengestohlenen Vermögen hier mit Hilfe von Politiker, Treuhändern und Anwälten bunkern, nicht verstimmt, sondern bei Laune gehalten werden.

So sind im Westen gegen den von Russland, angeführt vom «Frontmann» Wladimir Putin, entfesselten Eroberungskrieg gegen ein friedliches Land weder starke Zeichen gegen diese Barbarei noch griffige Massnahmen dagegen festzustellen. Die Betroffenheits- und Empörungs-Gesellschaft ist in Hochform. Nota bene trägt auch sie einen Teil der Schuld am Krieg in Europa, speziell etwa die USA, angeführt insbesondere durch den damaligen Präsidenten Barack Obama, die keine Gelegenheit ausgelassen haben, Russland zu demütigen. Derweil die Russen versuchen, Kiew zu erobern und die Regierung auszulöschen. Im Moment wird vor allem seitens der Medien in aller Welt Geschichtsklitterung betrieben, etwa dergestalt in der aktuellen Ausgabe des «Spiegel». «Putins Krieg», titelt das linke Magazin nicht unerwartet. Mit Verlaub: Wladimir Putin sitzt in Moskau. Es führt Russland als Nation Krieg gegen ein anderes Land! Das hatten wir doch schon vor ein paar Jahrzehnten in Europa in anderer Komposition. Der Kreml-Herrscher ist nicht einfach ein Diktator, der autark agiert. Der Krieg in Europa zeigt drastisch auf, über welches, teils krude Desinformationspotential die Medien verfügen, wie etwa der Chef der Zürcher «Weltwoche», Roger Köppel, ein kruder Wirrkopf und nebenbei Bundesparlamentarier, der sich just in der aktuellen Ausgabe seines Magazins als Putin-Versteher outet; das Heft erschien zur selben Zeit, als Russland den Krieg lostrat. Was jetzt in der geknechteten Ukraine geschieht ist zudem ein Beispiel dafür, dass die klima-neutrale Kriegsführung weiterhin ein Wunschdenken der Linken und Grünen bleiben wird. Gegen die Umweltverschandelung, die mit diesem Krieg begangen wird, setzt sich nicht einmal mehr Greta Thunberg ein. Zumindest diesen Freitag nicht.

Wie es sich abzeichnet, kann der Sport vielleicht einiges bewirken; wenn er mutig und zielstrebig handelt. Das heisst: Russland und seine Sportlerinnen und Sportler sind vom Weltsport auszuschliessen. Die Isolation des Landes kann allenfalls mittel- und langfristig den Druck auf das Putin-Regime und die Nation so stark werden lassen, dass Russland früher oder später zur Räson kommt. Anzeichen sind vorhanden. Sportler wollen nicht mehr in Russland oder gegen Russische Mannschaften und Sportlerinnen und Sportler antreten. An Russland werden keine Sportveranstaltungen mehr vergeben, und das Land darf nicht mehr, auch nicht mehr unter Deckmäntelchen (wie noch vor ein paar Tagen die Mannschaft Russlands an den Olympischen Spielen in Peking als «Team ROC»), an Sportveranstaltungen teilnehmen. Gut, dass der Europäische Fussballverband (UEFA) St. Petersburg den Champions League-Final im Mai entzogen hat. Auch die Formel 1 wird im September nicht in Sotschi gastieren. An der Fussball-WM-Endrunde dieses Jahres in Katar darf Russland in keinem Fall dabei sein. Das wird der erklärte Putin-Freund Gianni Infantino verkraften. «Gazprom» als weltweit markanter Sponsor hat im Sport nichts mehr zu suchen, wie auch die Oligarchen nicht, welche sich Fussballklubs in aller Welt halten. Im Gegensatz zur Politik lässt der Sport den Worten Taten folgen: So hat der EV Zug im Finanz-Eldorado Zug soeben das Sponsoring mit «Nord Stream» (die Unternehmung hat ihren Sitz in Zug) ausgesetzt. «Gazprom» ist an diesem Projekt mit 51% beteiligt. Die UEFA muss sich bezüglich seines Sponsors «Gazprom» noch entscheiden, ob der Verband auf viel Geld verzichten oder die Ethik bei dieser Lage doch stärker gewichten möchte. Über ein starkes Mittel, um Russland einzugrenzen, verfügen die internationalen Sportverbände. Sie könnten Russland bzw. deren Verbände als Mitglieder aus den Vereinigungen (meistens Vereine nach Schweizerischem Recht) ausschliessen. Im Krieg ist die Kraft des Sportes nicht zu unterschätzen. Der Sport hat in dieser Hinsicht seit Beginn des Eroberungskrieges der Russen wenigstens einige vielversprechende Zeichen gesetzt. Das macht ein bisschen Mut. Auf dass wir weiterhin im warm geheizten «Homme office» arbeiten können – dank Gas und Öl aus Russland.

Hat Gianni Infantino oder hat er nicht?

Photo by Saif Zaman on Pexels.com

(causasportnews / red. / 19. Januar 2022) Kaum hat sich die weltbewegende Affäre um die Welt-Nummer-Eins im Tennis, Novak Djokovic, gelegt, sieht sich der organisierte, mundiale Sport mit einem neuen Aufreger konfrontiert: FIFA-Präsident Gianni Infantino ist umgezogen – nach Katar, ins Land, in dem Ende dieses Jahres die Fussball-WM-Endrunde ausgetragen werden soll! Seit dieser kleine Schritt für einen Menschen, aber ein grosser Schritt für die Menschheit publik geworden ist, herrscht Endzeitstimmung nicht nur im Sport. Der Nachfolger des legendären Langzeit-FIFA-Präsidenten Joseph Blatter, der 2016 zum höchsten Fussballer der Welt auf den Zürcher «Sonnenberg» katapultiert worden ist, sei nach Doha gezogen jedoch bezahle er weiterhin Steuern in der Schweiz, vermelden die Medien weltweit. Hat er nun seinen Wohnsitz verlegt oder nicht? Das ist die Frage, welche die Massen gerne beantwortet hätten. Sibyllinisch erklärt die Medienstelle der FIFA, Giani Infantino bezahle weiterhin Steuern in der Schweiz; ergo sei er schon wegegezogen, aber…Die Journalisten kennen die Wohnsitzkriterien ebensowenig wie Ihnen der Umstand bekannt ist, dass ein Wohnsitz im formellen Sinn (Art. 23 ZGB) durchaus verlegt werden kann, jedoch eine Quellensteuer zu bezahlen ist, falls in der Schweiz ein Erwerbseinkommen generiert wird. Wegen irgendwelchen Geheimnissen verweigern (natürlich) die Behörden die Antwort auf die Frage, ob sich der FIFA-Präsident in der Schweiz abgemeldet und neu in Doha formell Wohnsitz genommen hat.

Am wahrscheinlichsten ist es, dass der 51jährige Walliser aus Brig, der kaum eine Gelegenheit auslässt, um seine Sympathiewerte immer mehr gegen null sinken zu lassen, an die Wärme gezogen ist, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Wichtig ist es selbstverständlich, dass der FIFA-Präsident im Vorfeld der WM-Endrunde dieses Jahres vor Ort Flagge zeigen will. Das ist an sich nichts neues, scharwenzelte der ungeliebte Funktionär doch schon vor der WM-Endrunde 2018 regelmässig um den russischen Regenten Wladimir Putin herum. Das Interesse an Russland und an Wladimir Putin hat nach Abschluss der WM-Endrunde dann allerdings schlagartig abgenommen. Das wird dann wohl auch Ende Dezember in Katar so sein, obwohl Gianni Infantino alles versucht, um im umstrittenen Kleinstaat auch nachhaltig Fuss zu fassen. Pecunia non olet. Eigentlich ist Gianni Infantions private Dislokation etwa so wichtig wie das Fahrrad, das in Peking umfällt. Besorgte Mitmenschen des Wallisers sehen im bekannt gewordenen Schritt des Spitzen-Funktionärs allerdings auch die Gefahr, dass nun der Sitz des Weltfussballverbandes FIFA, ein Verein gemäss Art. 60 ff. ZGB, von Zürich nach Doha verlegt werden könnte. Das befürchtet jedenfalls Joseph Blatter («offenbar fühlt sich Gianni Infantino in der Schweiz nicht wohl»), der allerdings auch Monaco und die USA als neue, mögliche  Sitzvarianten für den Weltverband ins Spiel bringt. Viele Menschen wären allerdings nicht stark betrübt, falls die FIFA, die für die Schweiz aus diversen Gründen immer problematischer wird, das Land verlassen würde. So meinte der Mitte-Politiker Gerhard Pfister zum Thema, der nach Doha ziehende FIFA-Präsident solle den Verband auch gleich mitnehmen.

Der aktuell gewordene Aufreger lässt Raum für Vermutungen dergestalt, was eigentlich der FIFA-Präsident den ganzen Tag so treibe. Zwar will sich der nicht gerade als Arbeitstier bekannte Top-Funktionär auch künftig ab und zu wieder in Zürich sehen lassen. Was er anlässlich dieser Gelegenheiten auf dem «Sonnenberg» macht, ist wohl sein Geheimnis. Der Verband FIFA als globaler Sport-Konzern ist zweifelsfrei ein Selbstläufer, der funktioniert, ungeachtet des Umstandes, ob ein Präsident auch noch irgendwie mitwirkt oder nicht. Das manifestiert auch der Umstand, dass Gianni Infantino seit seinem Amtsantritt vor genau sechs Jahren bisher rein gar nichts erreicht hat und einfach im Funktionärs-Haifischbecken vor allem als hervorragender Mit-Schwimmer eine gute Figur abgibt. Vor allem hat er insbesondere aus persönlichem Machterhaltungstrieb den Weltverband wieder in die schlechten, alten Zeiten zurückgeworfen. In der FIFA ist es etwa so wie bei den Grossbanken, bei denen die obersten Chefs auswechselbar sind wie Glühbirnen, was gerade aktuell dem geschassten Verwaltungsrats-Präsidenten der Credit Suisse, dem Iberische Julio Iglesisas-Verschnitt Antonio Horta-Osorio, widerfahren ist, eine absolute Fehlbesetzung in der zweitgrössten Schweizer Bank, an der – horribile est dictu – exakt Katar eine Beteiligung hält! PS: Julio Iglesias war auch einmal Fussballspieler.

Was die Aufgaben des FIFA-Präsidenten sind, kann und muss in Art. 35 der FIFA-Statuten nachgelesen werden: Der Präsident vertritt die FIFA im Allgemeinen und ist bestrebt, ein positives Image des Verbandes zu verbreiten. Er hat die Werte der FIFA zu schützen und innerhalb des Sports und mit politischen Instanzen und internationalen Organisationen gute Beziehungen zu pflegen.- Fürwahr, für die Erfüllung dieser Aufgaben bildet Katar das ideale Terrain für den FIFA-Präsidenten.