Die Kraft des Sportes im Krieg

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(causasportnews / red. / 27. Februar 2022) Nach drei Tagen Krieg wird der Welt, oder wenigstens Teilen davon, klar, dass im Moment eine globale Katastrophe stattfindet und sich, wie 1939 ff., ein globaler Flächenbrand entwickeln könnte. Ein Land, angeführt von einem Despoten, überfällt ein friedliches, anderes Land. Weshalb, weiss eigentlich niemand so genau. Ein Krieg beginnt meistens mit einer Kriegserklärung, auch wenn der ganze Wahnsinn unerklärlich ist. Die höchstens mittelbar betroffene Welt schaut mehr oder weniger tatenlos zu. Sanktionen gegen Russland werden, wenn überhaupt, lau und nur unter Berücksichtigung von Eigeninteressen, angeordnet und ergriffen. Immerhin hat soeben Deutschland ein starkes Zeichen gesetzt und der Ukrainischen Armee 5000 Helme übergeben. Mutige Taten, wie diese, lassen hoffen. Das Beispiel wird zudem wohl Schule machen: Die Schweiz wird sicher bald fünf bis sechs Krankenschwestern in die Ukraine entsenden, die USA 1000 Pferde-Schutzmasken liefern, usw. Der Westen gibt real ein desaströses, unmoralisches  Bild ab: Wohl, weil es in Westeuropa von russischen Gesinnungsgenossen aller Art wimmelt (hier ist nicht nur der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder gemeint, auf den die aktuelle, links-grüne Bundesregierung selbstverständlich Rücksicht zu nehmen hat). Deprimiert muss auch etwa die Haltung der Schweizer Landesregierung, eine opportunistische Gruppierung mit Linksdrall, die gerade die Bevölkerung in der «Corona»-Krise ins Elend geführt hat, eingeordnet werden, die sich am Schauplatz des big business mit den Russen kriecherisch und feige gebärdet. Schliesslich sollen, nicht nur in der Schweiz, die russischen Unternehmen und die zahlreichen Oligarchen, die teils vor allem ihre zusammengestohlenen Vermögen hier mit Hilfe von Politiker, Treuhändern und Anwälten bunkern, nicht verstimmt, sondern bei Laune gehalten werden.

So sind im Westen gegen den von Russland, angeführt vom «Frontmann» Wladimir Putin, entfesselten Eroberungskrieg gegen ein friedliches Land weder starke Zeichen gegen diese Barbarei noch griffige Massnahmen dagegen festzustellen. Die Betroffenheits- und Empörungs-Gesellschaft ist in Hochform. Nota bene trägt auch sie einen Teil der Schuld am Krieg in Europa, speziell etwa die USA, angeführt insbesondere durch den damaligen Präsidenten Barack Obama, die keine Gelegenheit ausgelassen haben, Russland zu demütigen. Derweil die Russen versuchen, Kiew zu erobern und die Regierung auszulöschen. Im Moment wird vor allem seitens der Medien in aller Welt Geschichtsklitterung betrieben, etwa dergestalt in der aktuellen Ausgabe des «Spiegel». «Putins Krieg», titelt das linke Magazin nicht unerwartet. Mit Verlaub: Wladimir Putin sitzt in Moskau. Es führt Russland als Nation Krieg gegen ein anderes Land! Das hatten wir doch schon vor ein paar Jahrzehnten in Europa in anderer Komposition. Der Kreml-Herrscher ist nicht einfach ein Diktator, der autark agiert. Der Krieg in Europa zeigt drastisch auf, über welches, teils krude Desinformationspotential die Medien verfügen, wie etwa der Chef der Zürcher «Weltwoche», Roger Köppel, ein kruder Wirrkopf und nebenbei Bundesparlamentarier, der sich just in der aktuellen Ausgabe seines Magazins als Putin-Versteher outet; das Heft erschien zur selben Zeit, als Russland den Krieg lostrat. Was jetzt in der geknechteten Ukraine geschieht ist zudem ein Beispiel dafür, dass die klima-neutrale Kriegsführung weiterhin ein Wunschdenken der Linken und Grünen bleiben wird. Gegen die Umweltverschandelung, die mit diesem Krieg begangen wird, setzt sich nicht einmal mehr Greta Thunberg ein. Zumindest diesen Freitag nicht.

Wie es sich abzeichnet, kann der Sport vielleicht einiges bewirken; wenn er mutig und zielstrebig handelt. Das heisst: Russland und seine Sportlerinnen und Sportler sind vom Weltsport auszuschliessen. Die Isolation des Landes kann allenfalls mittel- und langfristig den Druck auf das Putin-Regime und die Nation so stark werden lassen, dass Russland früher oder später zur Räson kommt. Anzeichen sind vorhanden. Sportler wollen nicht mehr in Russland oder gegen Russische Mannschaften und Sportlerinnen und Sportler antreten. An Russland werden keine Sportveranstaltungen mehr vergeben, und das Land darf nicht mehr, auch nicht mehr unter Deckmäntelchen (wie noch vor ein paar Tagen die Mannschaft Russlands an den Olympischen Spielen in Peking als «Team ROC»), an Sportveranstaltungen teilnehmen. Gut, dass der Europäische Fussballverband (UEFA) St. Petersburg den Champions League-Final im Mai entzogen hat. Auch die Formel 1 wird im September nicht in Sotschi gastieren. An der Fussball-WM-Endrunde dieses Jahres in Katar darf Russland in keinem Fall dabei sein. Das wird der erklärte Putin-Freund Gianni Infantino verkraften. «Gazprom» als weltweit markanter Sponsor hat im Sport nichts mehr zu suchen, wie auch die Oligarchen nicht, welche sich Fussballklubs in aller Welt halten. Im Gegensatz zur Politik lässt der Sport den Worten Taten folgen: So hat der EV Zug im Finanz-Eldorado Zug soeben das Sponsoring mit «Nord Stream» (die Unternehmung hat ihren Sitz in Zug) ausgesetzt. «Gazprom» ist an diesem Projekt mit 51% beteiligt. Die UEFA muss sich bezüglich seines Sponsors «Gazprom» noch entscheiden, ob der Verband auf viel Geld verzichten oder die Ethik bei dieser Lage doch stärker gewichten möchte. Über ein starkes Mittel, um Russland einzugrenzen, verfügen die internationalen Sportverbände. Sie könnten Russland bzw. deren Verbände als Mitglieder aus den Vereinigungen (meistens Vereine nach Schweizerischem Recht) ausschliessen. Im Krieg ist die Kraft des Sportes nicht zu unterschätzen. Der Sport hat in dieser Hinsicht seit Beginn des Eroberungskrieges der Russen wenigstens einige vielversprechende Zeichen gesetzt. Das macht ein bisschen Mut. Auf dass wir weiterhin im warm geheizten «Homme office» arbeiten können – dank Gas und Öl aus Russland.

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