Schlagwort-Archive: Investoren

Investoren nehmen den Sport immer mehr in Beschlag

Photo by Karolina Grabowska on Pexels.com

(causasportnews / red. / 24. August 2021) Seit geraumer Zeit haben Investoren das «Investitionsvehikel Sport» entdeckt. Vor allem in den lukrativen Sportmärkten in Europa versuchen sie sich an allen Orten und im Rahmen verschiedenster Sportprojekte. Dies geschieht im Grossen (etwa durch den französischen Klub Paris Saint-Germain, der sich dank den permanenten Finanzspritzen aus Katar, durch Qatar Sports Investments, kürzlich einen der besten Fussballspieler der Welt, Lionel Messi, leisten konnte); aber auch in der Fussball-Provinz kommen und gehen Investoren. Gleichzeitig mit dem Messi-Transfer von Barcelona nach Paris liess der FC Lugano in der Schweiz aufhorchen: Im Tessin wurde nach einem monatelangen Finanz-Gerangel um den Klub, der jahrelang von einem schillernden Geschäftsmann, Angelo Renzetti, getragen und gestützt wurde, der Verkauf an den US-Milliardär Joe Mansueto, publik. Dieses Engagement scheint einigermassen fundiert abgestützt zu sein. Der Amerikaner ist nämlich auch Eigentümer des MLS-Klubs «Chicago Fire» und versteht etwas vom Business.

Nicht immer nehmen Sport-Invests, vor allem im professionellen Fussball, ein gutes Ende, vor allem nicht in zweit- und drittklassigen Fussballmärkten – nicht nur in der Schweiz. Ende Juli wurde bekannt, dass der ehemalige «Besitzer» des dann in Konkurs gefallenen Westschweizer Klubs FC Neuchâtel-Xamax, der Tschetschene Bulat Tschagajew, bereits wieder im Jahr 2026 in die Schweiz einreisen darf. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine letztes Jahr im Zuge einer strafrechtlichen Verurteilung des Tschetschenen verhängte Einreisesperre leicht verkürzt. Die Verurteilung des Geschäftsmannes wegen Vermögensdelikten und anderer Straftaten im Zusammenhang mit dem durch ihn zu verantwortenden finanziellen Kollaps des Neuenburger Klubs, welcher derzeit in der Challenge League (zweitoberste Spielklasse) die Tabelle anführt (!), ist noch nicht rechtskräftig.

Es gibt Invests im Sport, die scheitern, und solche, die glücken. Sie sind meistens das Ergebnis einer immer stärker werdenden globalisierten Wirtschaft, die auch im Sport-Segment, neben seriösen Geschäftsleuten, immer mehr schillernde und windige Investoren anzieht. Schwer einzuordnen sind hingegen beispielsweise die Geschäfte des schon in seiner Jugend in Deutschland als «Wunderkind» gefeierten Lars Windhorst. Damals wurde er sogar von Bundeskanzler Helmut Kohl protegiert. Heute gilt der nun bald 45jährige Geschäftsmann als Unternehmer, der selbstverständlich durchaus seriöse Geschäfte abzuwickeln im Stande ist, dem aber auch eine – nomen est omen – windige Art nachgesagt wird; und der oft viel Wind verursacht. Oder «Staub» aufwirbelt. So ist das Engagement des lange als «Wunderkind» gepriesenen Geschäftsmannes beim Berliner Traditions-Fussball-Verein «Hertha BSC» einigermassen undurchsichtig. Seit 2019 soll Lars Windhorst 375 Millionen Euro in den Verein, derzeit das Schlusslicht in der Bundesliga, gepumpt, bzw. investiert haben. Vor ein paar Tagen verkündete er stolz, die letzte Tranche von 30 Millionen Euro bezahlt zu haben. Wenigstens das. Was aus diesem Engagement resultiert, bzw. resultieren soll, ist alles andere als transparent. Das «System Windhorst» manifestiert die internationalen, wirtschaftlichen Verflechtungen auch in diesem Sport-Segment: Das ehemalige Schweizer Model Nadja Schildknecht, das in verschiedenen Wirtschafts-Projekten tätig ist, gehört aktuell zu den PR-Beraterinnen von Lars Windhorst. Das ist natürlich kein Zufall: die 48jährige Schöne und Reiche ist die Lebenspartnerin des soeben als VR-Präsident der «Credit Suisse» abgetretenen Urs Rohner. Oder ist das alles doch Zufall? Es wird gemunkelt, Lars Windhorst bemühe sich um die Schweizer Staatsbürgerschaft, was beim heutigen, politischen, von überbordendem Sozialismus geprägten Klima in Deutschland nicht verwundert. In seinen internationalen, geschäftlichen Netzwerken sind jedenfalls einige Schweizer/innen involviert, und auch die Zürcher Anwaltsszene mischt im Finanzreigen von Lars Windhorst kräftig mit.

Der Grasshopper Club Zürich und das 100 Millionen-Ding

(causasportnews / red. / 23. Februar 2020) Unter dem Namen „Grasshopper Club“ werden in Zürich im Rahmen verschiedener Vereinssektionen diverse Sportarten betrieben. Die bekannteste Sektion des Vereins bildet die Abteilung „Fussball“, die seit der Gründung im Jahr 1886 grosse Zeiten erlebt hat. Die Kicker des Grasshopper Club (GC) haben bisher 27 Schweizer Meistertitel und 19 Cup-Siege erspielt, teils mit bekannten Akteuren der neueren Zeit, wie Ciriaco Sforza, Stéphane Chapuisat oder vor Jahren mit Günter Netzer; auch berühmte Trainer waren beim Rivalen des FC Zürich tätig, etwa Hennes Weisweiler und Ottmar Hitzfeld. Der Glanz der guten, alten Zeiten ist längst verblasst. Heute krebst der Klub in der Challenge League der Swiss Football League herum und versucht derzeit mit ziemlich bescheidenen, sportlichen Mitteln und wenig Geld, den im letzten Jahr erfolgten Abstieg in die zweite Stärkeklasse im Schweizer Fussball ungeschehen, bzw. rückgängig zu machen, will heissen: wieder aufzusteigen. Bis anfangs März muss die Finanzierung des Professional-Fussballs für die nächste Saison sichergestellt sein. In der Hilflosigkeit klammert sich der Klub an jeden Strohhalm. Derzeit ruhen die Hoffnungen (auch) auf einem 100 Millionen-Deal (Währung unbekannt), welcher ein ehemaliger Kurzzeit-Präsident zur Finanzierung des Spielbetriebs in den nächsten fünf Jahren realisieren will. Ein Russe soll das Geschäft perfekt machen. Der aktuelle Präsident, ein argloser Wirtschaftsanwalt mit Freude am Amt (Selbstdeklaration) und angeblich hervorragenden Kontakten, jedoch derzeit wenig Zählbarem auf dem Tisch oder in der klammen Kasse, sieht sich in Zeitnot und hofft offenbar (vor allem) auf Millionen aus China. Trotz Coronavirus. Das „Prinzip Hoffnung“ stirbt auch im Zürcher „Nobel-Klub“ (Selbstdeklaration) zuletzt. Die Sache mit den Millionen im Hunderterbereich ist bei GC übrigens kein Novum: Vor rund 11 Jahren duselte ein Hochstapler die GC-Führung schwindlig und gaukelte dem Blau-Weiss-Vorstand (blau und weiss sind die Klubfarben) eine sorgenlose Klub-Zukunft vor und versprach ihnen noch mehr Blaues vom Himmel als im Klub-Emblem schon vorhanden ist. Die peinliche Geschichte flog (selbstverständlich) rasch einmal auf, der Hochstapler mit dem sinnigen Namen Volker Eckel , ein Deutscher, landete für ein paar Jahre hinter Gittern. Und GC musste die für den Spitzenfussball notwendigen Millionen anderweitig beschaffen.

Das mit den Millionen und den Russen ist so eine Geschichte, die sich nicht nur im Umfeld des Sportes ereignet. Im Moment ist ein Investor aus dem Reiche von Wladimir Putin in Schaffhausen dabei, eine private Hochschule mit technischer Ausrichtung zum Fliegen zu bringen. 100 Millionen (wohl Schweizer Franken) will (auch) er in das Projekt investieren, woran in der Munotstadt offenbar niemand so richtig glauben will, obwohl der Russe bezüglich seines Projektes und des versprochenen Engagements eine gewaltige PR-Maschinerie in Gang gesetzt hat. Schliesslich muss im schulischen Bereich beginnen, was später z.B. im Sport leuchten soll. On verra, könnte man abwartend festhalten.

Apropos Grasshopper Club Zürich: Den Klub plagt derzeit auch die Sache mit dem Stadion, das immer noch nicht definitiv gebaut werden kann. Dazu wird im nächsten Heft von „Causa Sport“ eine Chronik des ehemaligen Zürcher Politikers Robert Schönbächler erscheinen (Causa Sport, 1/2020, Wechselvolle Zürcher Stadionhistorie – Ende einer Leidensgeschichte?“; die Ausgabe erscheint am 31. Dezember 2020; http://www.causaport.org).