“…and the winner is …Katar”

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(causasportnewsw / red. / 12. Dezember 2022) So, wie in der Überschrift wiedergegeben, verkündete der damalige FIFA-Präsident Joseph Blatter am 2. Dezember 2010 das Resultat der Fussball-WM-Endrundenvergabe 2022 an Katar. Er tat dies leicht angesäuert, denn die USA, die nun in vier Jahren (mit Kanada und Mexiko) zum Zuge kommen, sollten das Turnier ausrichten; doch Katar grätschte dazwischen. Auch sonst sass der Vergabe-Schock tief, so tief, dass in den letzten zwölf Jahren niemand das Vergabe-Steuer noch herumreissen konnte und wollte (vgl. dazu auch causasportnews vom 11. November 2022). Vor allem dank der Hilfe Frankreichs, an der Spitze mit der ehemaligen Fussball-Ikone Michel Platini, nahm der Siegeszug Katars global und in Europa seinen Anfang. Katar gewann 2010 die Vergabe, und wird nun auch auf den Spielfeldern im Wüstenstaat zum Sieger. Zwar nicht gerade, was die Aktivitäten der Mannschaft Katars auf dem Spielfeld anbelangt, aber Katar wird als globaler Sieger der WM-Endrunde hervorgehen. Wer derzeit auf die Franzosen als alte und neue Weltmeister tippt, könnte goldrichtig liegen. In jedem Fall steht ein Freund Katars im Endspiel: Frankreich oder Marokko; ohne die seit Jahren praktizierte Unterstützung Frankreichs durch Katar wäre der französische Fussball wohl nicht derart herausragend. Apropos Marokko: Der Aussenseiter beschert Afrika und dem arabischen Raum vor dem Halbfinale ein unvorstellbares Glücks- und Bestätigungsgefühl. Nur in den Ländern, in denen es in Vergessenheit geraten zu sein scheint, dass Erfolg und Wohlstand vor allem durch Arbeit und/oder dank Bodenschätzen zu realisieren sind, werden die Wunden der missglückten WM-Expeditionen nach Katar geleckt.

Zum Beispiel in Deutschland: Die Deutschen machten keinen Hehl daraus, in Katar Weltmeister werden zu wollen. Der Abstecher in die Wüste misslang, und retrospektiv ist die Erkenntnis gereift, dass das, was gewollt und beabsichtigt war, eine «mission impossible» war (so der aktuelle «Spiegel» mit übergrossen Buchstaben). Wie hoffnungslos sich die Aufarbeitung der Tatsache gewordenen Verhältnisse in Deutschland präsentiert, belegt der Umstand, dass die Ursache am Scheitern Deutschlands immer noch vor allem in der «One Love»-Binde gesucht und gefunden wird. Dabei ist im Sport klar, dass solche Umwertungen aller Werte nur möglich sind, wenn die sportliche Leistung stimmt. Diese stimmt aktuell nur dann, wenn die Verschiebung der Machtverhältnisse im globalen Sport erkannt und anerkannt wird. Diese begann in punkto Katar akut an jenem 2. Dezember 2010, als es hiess: «an the winner is… Katar». Dass es auch im Rahmen der laufenden WM-Endrunde so bleiben wird, ist ein nicht mehr zu erschütterndes Faktum. Erkannt worden ist in Deutschland nun offensichtlich, dass die angestrebte, westliche Werteverschiebung in Richtung Katar und bezüglich des arabischen Raums gescheitert ist. Da hilft wohl nur noch eine Alternativbetätigung, sagte sich wohl Torhüter-Legende Manuel Neuer, der allerdings soeben auch im Skisport scheiterte. Wie sagten es die Marokkaner: «Unsere Erfolge sind die Frucht harter Arbeit». Ein zentraler Satz in einer Gesellschaft, welche Arbeit immer mehr als Sakrileg auffasst.

Zum Beispiel in der Schweiz: Auch die vom qualifizierten Sozialismus unterwanderte Gesellschaft in der Schweiz erlebte in Katar eine Enttäuschung. Dass Erfolge nur dann möglich ist, wenn man sich mit Akribie auf ein Ziel vorbereitet und dieses entsprechend anstrebt, steht ausser Diskussion. Obwohl die Schweiz so unnötig wie kläglich an Portugal gescheitert ist, beherrscht immer noch ein Thema die Diskussionen um die Schweizer Nationalmannschaft: Wie soll mit den gegenseitigen, unnötigen und dummen Provokationen im Zuge des Spiels Schweiz gegen Serbien (3:2) umgegangen werden? Im Moment beansprucht eine im Kosovo lebende Feministin Sicherheitsschutz, weil sie die Geste des Schweizer Captains Granit Xhaka (er fasste sich provokativ in den Schritt) öffentlich verurteilt hat. Auch die Schweiz hat nun im Zuge unüberwundener, ethnischer Konflikte auf und ausserhalb des Sportplatzes ihre «Binden»-Frage: Soll Granit Xhaka wegen seiner Unbeherrschtheit mit politischen Dimensionen weiterhin die Captain-Binde tragen dürfen oder nicht?- Auch das ist Vergangenheitsbewältigung, wenn auch keine zielführende; vgl. die sportlichen Ergebnisse.

Allenthalben wissen es nur die «Fussball-Götter», wie sich die Dinge im Sport oder nun eben in Katar entwickeln (können). Da half allerdings beim Englischen Trainer Gareth Southgate auch der Glaube, den er vor dem Frankreich-Spiel beschworen hatte, nicht mehr weiter (und der Fussball-Schutzpatron Luigi Scrosoppi war offensichtlich ebenfalls eher angetan vom Spiel der Franzosen; causasportnews vom 2. November 2022), als Harry Kane, der sonst todsichere Penalty-Schütze, den zweiten, zugesprochenen Elfmeter im Spiel gegen Frankreich in den Wüsten-Nachthimmel in Katar schlenzte. Sogar FIFA-Präsident Gianni Infantino dürfte sich nun auch noch «ungläubig», jedoch kaum unglücklich gefühlt haben.

Somit steht vor dem Finalspiel der Fussball-WM-Endrunde am 18. Dezember 2022 fest: The winner ist Katar! Da helfen auch letzte Nadelstiche aus dem untergegangenen Europa nicht mehr. Der Kontinent im Würgegriff des Überhand nehmenden Sozialismus’ reklamiert soeben einen neuen Skandal, diesmal um die EU-Parlamentsabgeordnete Eva Kaili. Geld soll sie von Katar bekommen und genommen haben. Ein Vorgang, der in der Schweiz und in Deutschland als simpler «Lobbyismus» bezeichnet wird, im Zusammenhang mit Katar jedoch unter den Begriff «Korruption» fällt. Dumm nur, dass eine Sozialistin von diesem «Skandal» (Weltpresse) betroffen ist; immerhin geben diese Kollektivisten vor, was moralisch und was unmoralisch ist und welche Werteordnung gut zu sein hat…

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