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Das «FIFA-Prinzip» ist in der Politik angekommen

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(causasportnews / red. / 3. April 2021) Krisen lassen vieles manifest werden. Im Moment geht es um die nackte Wahrheit – und um’s Überleben. Mit Bezug auf die immer dramatischer werdenden Auswirkungen der Pandemie drängt sich um die Ostertage herum das Fazit auf: Wir schaffen das nicht – wenigstens nicht in absehbarer Zeit. Wegen der staatlichen Rahmenbedingungen, der gesellschaftlichen Vorgaben und der mangelnden Individual-Disziplin hilft wohl nur noch eines:  beten. Was in der Osterzeit eh nicht abwegig ist. Politiker/innen, die erkannt haben, dass sie dem Virus kaum etwas entgegensetzen können, resignieren schon einmal, ohne es zu kommunizieren. Oder wie es der CDU-Politiker Armin Laschet in Deutschland gesagt haben soll und was von den Medien, ebenfalls resignierend, weitergetragen worden ist: «Zahlen steigen zuletzt stark: Laschet will Ostern zum Nachdenken nutzen». Denken ist selbstverständlich immer gut. Wie bekannt, kann man für’s Denken nicht henken. Aber dieses letzte Polit-Rezept zur Bekämpfung der wütenden Pandemie lässt auch nicht gerade Hoffnung aufkommen. So dürfte nach Ostern das «Prinzip Hoffnung» der einzige Strohhalm sein, an dem sich die Menschheit derzeit realistischerweise hält. «Lockdown» ja, «Lockdown» nein – das ist die zentrale Frage.

Die Politik kann allerdings auch nicht mehr, als es der staatliche und gesellschaftliche Rahmen zulässt. Das Wort «Eigenverantwortung» der Menschen ist längst aus dem Wortschatz der (vermeintlich) Mächtigen im Rahmen der Krisen-Bekämpfung verschwunden. In diesen dramatischen Zeiten zeigt sich, was ist. Auch Ländervergleiche belegen in der Zeit von «COVID-19» + Mutationen, dass das Polit-Gewerbe verfilzter und korrupter ist, als es die vielgescholtene FIFA je war. Die Weltfussball-Organisation mit Sitz in Zürich ist zwischenzeitlich etwas aus den Schlagzeilen verschwunden, wenn es um Filz, Nepotismus und Korruption geht. Nun sorgen diejenigen selber für Aufsehen, welche die Zustände im Weltfussballverband stets angeprangert haben: Die Politiker/innen. Geradezu unhaltbare Zustände sind um den Österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz bekannt geworden. Deutsche Politiker werden fast täglich als üble Parasiten des Volkes entlarvt, weil sie im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Pandemie unglaubliche Profite gescheffelt haben. Sich als Diener des Volkes an diesem zu bereichern ist mehr als unschön. Schlimm treiben es die Genossinnen und Genossen, die sich stet auf der moralisch «richtigen» Seite fühlen, in der Schweiz. Kurz vor Ostern kündigte die linke und vor allem stets klassenkämpferisch agierende SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga, an, dass die Landesregierung ihren Klassenkampf-Kollegen, den Berufs-Politiker der SP, Christian Levrat, zum Präsidenten des Verwaltungsrates der staatlichen Post ernannt habe. Dieser Job ist einer der lukrativsten Aufgaben im staatlichen Unternehmertum der Schweiz. Von Unternehmensführung oder Betriebswirtschaft hat der Freiburger, der nun ein Millionen-Salär kassieren wird, keine Ahnung. So auch die strippenziehende Ministerin ohne relevante, berufliche «Basics» nicht. Ihre berufliche Höchstleistung, bevor sie sich an den ebenfalls äusserst lukrativen Regierungs-Tropf hängen konnte, war das Klavierspiel, das sie während kurzer Zeit der musisch veranlagten Jugend beibrachte. Umso gewiefter hat sie nun die Ernennung ihres Partei-Genossen Christian Levrat zum Post-Oberen regelrecht orchestriert und damit die nicht gerade als clever geltende Landesregierung düpiert. Bürgerliche heulen nun wegen dieses in Polit-Bern Tatsache gewordenen Filzes auf. Doch das alles wird nichts nützen. Die Linken werden die Krise auch weiterhin ausnützen, um den Klassenkampf zu ihren Gunsten zu entscheiden. Aktuell liesse sich folgendes Fazit ziehen: Die Pandemie hat den Kommunismus, nicht nur in der Schweiz, wohl um 50 Jahre vorangebracht. Nicht nur in punkto bedingungsloses Grundeinkommen.

Das alles ist natürlich kein «Bashing» von bürgerlicher Seite. Doch geht es vielmehr um das Predigen von Wasser und das Trinken von Wein. Stichwort FIFA: Seit Jahren kommt insbesondere von linker Seit nicht nur beissende Kritik an den Zuständen in der FIFA. Es wird alles versucht, diese Organisation bzw. die von ihr angeblich verkörperten Negativa, wie eben Filz, Nepotismus und Korruption, unmöglich zu machen; teils allerdings zu Recht. Offenbar haben die Linken aber das «FIFA-Prinzip» nun selber verinnerlicht. Nicht nur die Krise macht’s möglich. Sie macht zudem viele Menschen noch dreister als sie es zuvor schon waren.

Im freien Fall

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(causasportnews / red. / 16. März 2021) Wie sagte es der deutsche Bundespräsident a.D., Christian Wulff, einmal gewählt über die Medien: «Sie sind beim Aufstieg feiernd dabei und begleiten dich auch beim Abstieg intensiv». Im Buch «Ganz oben Ganz unten» (2014) beschreibt der unglückliche Ex-Politiker seine Demontage durch die Medien und die öffentlichen Demütigungen bei seinem beruflichen und gesellschaftlichen Abstieg. Wenn sich Prominente im freien Fall befinden, sind die Medien unerbittlich. Die Neid- und Missgunst-Gesellschaft ist es ebenso.

So ergeht es zumindest ansatzweise dem aktuellen Bundestrainer Joachim Löw, dem als einziges «Verbrechen», das er begangen haben soll, die schleichende Erfolglosigkeit der letzten Jahre seit der WM-Pleite der Deutschen in Russland (2018) vorgeworfen werden kann (vgl. dazu auch causasportnews vom 10. März 2021). Seit den Weltmeister-Trainer von 2014 das Wettkampfglück verlassen hatte, tendierten die Medien und die Öffentlichkeit immer mehr auf «Abschuss». Als ob ein guter Trainer plötzlich zum fussballerischen Sorgenkind werden könnte. Der Erfolg ist jedoch alles, fehlt dieser, ist der freie Fall nicht nur im Sport programmiert. Und wer den Schaden hat, dem ist auch der Spott sicher. Wie nun dem abtretenden Bundestrainer, der medial bereits in Rente geschickt worden ist. Der «Spiegel» beschreibt in der jüngsten Ausgabe (11/2021) den zurückgetretenen Bundestrainer, den alle während Jahren immer liebevoll und bewundernd «Jogi» genannt haben, als sonderbare Figur des Fussballs. «Abgang eines Sonderlings», titelte das Nachrichtenmagazin aus Hamburg bezeichnend. Obwohl der Bundestrainer noch bis zum Abschluss der Europameisterschaft im Amt bleiben will, ist «Jogi» medial bereits (Fussball-)Geschichte. Gesellschaftlich ist er unten angekommen.

Schlimmer ist es soeben einem anderen Exponenten des sportlichen Funktionärswesens ergangen, der nicht nur einen rasanten gesellschaftlichen Abstieg hinter sich hat, sondern nun sogar in den strafrechtlichen Niederungen aufgeprallt ist. Der einst gefeierte und hofierte Medienrechtler, Dozent, Miliz-Einstern-General und ehemalige Gatte einer Regierungsrätin, Franz A. Zölch, der während Jahren gesellschaftlich ganz oben war, ist vom Regionalgericht Bern wegen gewerbsmässigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt worden; 12 Monate davon muss er absitzen, wenn nicht noch die nächste Strafinstanz das Urteil «dreht». Der vor allem in der Berner Gesellschaft hoch angesehene, heute 72jährige «Hansdampf in allen Gassen», machte sich vor allem einen Namen im Schweizer Eishockey als umtriebiger Präsident und Optimierer der Professional-Liga. Irgendwann rutschte der Jurist nicht nur auf dem gefährlichen, gesellschaftlichen Parkett aus, sondern es entglitten ihm auch die finanziellen Zügel. Er begann, gemäss Gericht betrügerisch, Freunde um Darlehen anzugehen, offenbar in der vollen Absicht und mit jeweils überzeugenden Argumenten mit der Intuition, dieses Geld nicht mehr zurückzuzahlen. Oder vielleicht glaubte er unrealistischerweise daran, es dereinst zurückbezahlen zu können. Franz A. Zölch erlebte nicht nur einen raschen, gesellschaftlichen Abstieg, sondern erlebte diesen Ranking-Verlust immer mehr als freien Fall, der schliesslich in den Niederungen der Kriminalität endete, wie das Berner Gericht erstinstanzlich erkannte. In der Tat: Es ist bekannt, dass eine strafrechtliche Verurteilung gemäss Art. 146 des Strafgesetzbuches kaum je möglich ist. Durchwegs ist vor Gericht die «Arglist» nicht zu beweisen. Franz A. Zölch soll sich bei der Akquisition von Darlehen jedoch arglistig verhalten haben (unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, nämlich, dass er die Darlehen zurückzahlen würde), weil er diese durchwegs von Freunden bezog und den Betrogenen deshalb nicht vorgeworfen werden konnte, sie hätten das vom nun Verurteilten Aufgetischte und seine Beteuerungen eben überprüfen müssen. So könnte im «Fall Zölch» in Anlehnung an Lothar Matthäus gesagt werden: «Franz A. Zölch verliess einmal das Glück – dann kam noch Pech dazu». Seine Geschichte und sein Fall, der nun mit einem Rundum-Totalschaden und Verurteilung durch die erste Berner Instanz endete, ist letztlich eine einzige, menschliche Tragödie.

Auf den Mann oder auf die Frau gespielt

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(causasportnews / red. / 27. Februar 2021) Die «neuen Medien» haben der Menschheit ungeahnte, neue Möglichkeiten der Information und Kommunikation eröffnet. Alles begann mit dem «Handy», eine Erscheinungsform moderner Begegnung, die wieder einmal in Anlehnung an «Loriot», mit bürgerlichem Namen Vicco von Bülow, vom Nutzen her auch etwa so qualifiziert werden könnte: «Ein Leben ohne Handy ist zwar möglich – aber sinnlos». Über die ratio moderner Kommunikationsmittel im Allgemeinen lässt es sich trefflich streiten. Unbestritten ist allerding, dass diese neue, schöne Kommunikationswelt erstens kaum mehr in ordentlichen und geordneten Bahnen verläuft, sondern regel(un)recht aus dem Ruder läuft. Eine Neuauflag des Zauberlehrlings also, der nicht mehr beherrschen kann, was er entfesselt hat.

Vor allem lässt diese neue Welt Hemmschwellen sinken und die Umgangsformen zwischen den Menschen niveaulos werden und verrohen. Dies wird vom Umstand begünstigt, dass mit den neuen Medien Kommunikationsmittel und -möglichkeiten für jedermann (und jede Frau) geschaffen werden. Wer sich noch vor wenigen Jahren über eine gewählte, korrekte und stilvolle Sprache auszuweisen hatte, falls er mit seiner Meinung in den konventionellen Medien publiziert werden wollte, kann heute auf den digitalen Kanälen und mit Hilfe der neuen Medin wild zuschlagen, beschimpfen, diffamieren und so richtig die «Sau» rauslassen. Die neuen Medien bilden eine Form der Perpetuierung des klassischen «Stammtisches». Der erste US-Twitter-Präsident hat es vorgelebt. Es kommt hinzu, dass das Mitteilungsbedürfnis der Menschen heute ins Unermessliche gestiegen ist. Man will um jeden Preis wahrgenommen werden – auch im privaten Umfeld. Das gilt ebenfalls für Personen des öffentlichen Lebens, an ihrem Leben soll ausserhalb von Bühne und Sportplatz teilgenommen werden. Dass Franck Ribéry in Dubai ein «Gold-Steak» verzehrt hat, sollte schliesslich die ganze Welt erfahren (Causa Sport 1/2019, 112). Die neuen Medien bilden neue Marketingkanäle für Berühmtheiten jeglicher Provenienz – auch wenn der «Schuss» dabei oft nach hinten losgeht und die Protagonisten für aus der Privatsphäre Kommuniziertes Schelte und Beschimpfungen zu gewärtigen haben (wie eben vor zwei Jahren Franck Ribéry) statt Applaus und Lob. Oft aus purer Dummheit wird noch Dümmlicheres und Unnötigeres kommuniziert, dies in der Erwartung, vom «tumben» Volk dafür beklatscht zu werden. «Promis» und Menschen, die sich auf diese Weise einen Stellenwert erkämpfen wollen, verkennen oft auch eine Eigenheit des Volkes: Neid und Missgunst. Das Thema der «Influencer/innen» sei an dieser Stelle einmal aussen vorgelassen.

Die nächste Eskalationsstufe in dieser Entwicklung bilden die zunehmenden Beschimpfungen, Bedrohungen, Schmähungen und Diffamierungen. Wer etwa als Athlet/in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, provoziert einiges. So wird dann als Reaktion zwangsläufig immer mehr auf den Mann (oder auf die Frau) gespielt. «Cyber-Mobbing» nennt sich das; eine Tendenz, die sich durch das Verhalten der belasteten und frustrierten Mitmenschen im «Corona»-Zeitalter zuspitzt. Nun gelangen Spitzensportler/innen an die Öffentlichkeit und verlangen Mässigung derer, welche sich im Netz austoben. So beklagt sich der Deutsche Fussballspieler Toni Kroos: «Cyber-Mobbing ist kein Kavaliersdelikt». Sein Agent, Volker Struth, fordert öffentlich, dass der Staat nun für Disziplin im Netz sorgen solle. Am Schluss soll es derzeit immer der Staat richten. Vielleicht wäre es jedoch angesagt, die neuen Medien etwas defensiver zu nutzen; was kümmern uns Privat-, Urlaubs- und Party-Fotos dekadenter Sportler/innen?

Millionengrab FIFA-Museum: Neues vor dem Fest der Liebe und Hiebe

Jogi Löw, deutscher Bundestrainer, an einer Veranstaltung des Swiss Sport Forum im FIFA World Football Museum

(causasportnews / red. / 22. Dezember 2020) Das bevorstehende Fest der Liebe, Weihnachten, gibt den Menschen guten Willens auch Gelegenheit, diesen jährlichen Höhepunkt des christlichen Lebens umzufunktionieren: Hiebe statt Liebe sind angesagt. Das gilt offensichtlich auch für den organisierten Weltfussball und insbesondere für die FIFA, die seit anfangs 2016 vom Fussball-Funktionär Gianni Infantino präsidiert wird. Sein Vorgänger, Joseph Blatter, hatte noch während seiner Amtszeit die Idee, den Fussball und sich selber unsterblich werden zu lassen. Was eignet sich dazu besser als ein Museum? So kam es, dass im Zürcher Enge-Quartier ein grandioses Museum mit der globalen Bezeichnung «FIFA World» errichtet und nach dem abrupten Abgang von Joseph Blatter aus der FIFA 2016 ausgerechnet von seinem Nachfolger zwei Tage nach dessen Amtsantritt eingeweiht wurde – ja, eingeweiht werden musste. Gianni Infantino machte nie einen Hehl daraus, dass er mit dem Museum nichts anfangen konnte; das war eben nicht seine, sondern die Idee seines Widersachers Joseph Blatter. FIFA World fand bei ihm anderswie statt. Jetzt, nach vier Jahren, hat die aktuelle FIFA-Administration gemerkt, dass das Museum zum Millionengrab mutiert. Grund genug also, um die ehemalige FIFA-Führung um Joseph Blatter auch juristisch zu behelligen. Aktuell mit einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Zürich wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Für das FIFA-Museum wurde mit dem Versicherungskonzern Swiss Life AG als Eigentümerin der Geschäftsliegenschaft ein Mietvertrag bis 2045 abgeschlossen. Kostenpunkt für die Miete: 360 Millionen Franken. In die Museumsinfrastruktur wurden 140 Millionen Franken investiert – es war der wohl teuerste und edelste Mieterausbau, den es auf dem Platz Zürich je gegeben hatte! Alles in allem wird FIFA World nach Ablauf des 30jährigen Mietvertrages rund eine halbe Milliarde Franken verschlungen haben. Obwohl das Museum keine Wünsche offen lässt und auch ansprechende Besucherzahlen verzeichnet, ist die Investition in dieses «Josep Blatter-Projekt» exorbitant. Die ganze Museums-Geschichte soll nun also von den Strafverfolgungsbehörden in Zürich aufgearbeitet werden. Allerdings mutet es seltsam an, dass die aktuelle FIFA-Führung erst jetzt dieses finanzielle Fiasko bemerkt haben will. Notorisch ist es zudem, dass sich die meisten Museen auf dieser Welt nicht oder kaum «rechnen». Niemand wird wohl mit nachvollziehbarer Begründung argumentieren können, ein Fussball-Museum sei mit der Zweckverfolgung der FIFA nicht in Einklang zu bringen. Im Vorfeld von Weihnachten mutet dieser strafrechtlich-motivierte Schlag aus dem FIFA-Hauptquartier eher wie ein Rachefeldzug gegen die ehemalige Administration mit Joseph Blatter an. Diese Vermutung ist wohl evident, wenn berücksichtigt wird, dass der als «Mann für’s Grobe» auf dem Zürcher «Sonnenberg» bekannte, stellvertretende Generalsekretär Alasdair Bell, ein Spezi von Gianni Infantino, sich in gewohnt degoutanter Art in dieser Angelegenheit gegenüber den Medien äusserte. Das Geld, das für das Museums-Projekt ausgegeben wurde und noch auszugeben sein wird, hätte auch anderweitig und sinnvoller in den Fussball gelenkt werden können, sagte er. Naja, da würde es im Weltfussball auch noch ein paar andere Ebenen mit Sparpotenzial geben, etwa bei den Salären der höchsten Funktionäre. Was die FIFA-Führung mit Präsident Gianni Infantino ignoriert: Auch diese Strafanzeige wird die Schweizer Steuerzahler letztlich wohl wieder Millionen kosten. Ebenfalls Geld, das zweifelsfrei sinnvoller eingesetzt werden könnte…

Aber bald ist heilige Nacht, in der auch die verschiedenen Kostgänger auf der Erde sich wieder in Richtung Normalität bewegen werden. Einer in der Adventszeit eingereichten Strafanzeige wird allerdings das Fest der Liebe überdauern – und es wird im Weltfussball auch 2021 wieder gehauen und gestochen werden dürfen; alles (auch) auf Kosten des Schweizer Staates und der Schweizer Steuerzahler.

Strafuntersuchung gegen Gianni Infantino angezeigt

(causasportnews / red. / 10. Dezember 2020). Alle Drohungen und Verunglimpfungen der Schweizer Strafbehörden und der Justiz vom Zürcher «Sonnenberg», dem Sitz des Weltfussballverbandes FIFA, aus, waren wohl eher ein klassisches Eigentor. Der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, Dr. Stefan Keller, hat sich durch die Muskelspiele aus der FIFA-Zentrale nicht beeindrucken lassen und sieht im Verhalten von FIFA-Präsident Gianni Infantino Anzeichen für ein strafbares Verhalten, wie er soeben bekannt gegeben hat. Es geht um ungetreue Geschäftsbesorgung mit Blick auf die Benutzung eines Privatjets von Surinam in die Schweiz durch den FIFA-Präsidenten und weiterer Privatpersonen. Die nicht protokollierten Treffen (an denen der FIFA-Präsident teilgenommen hatte und an welche er sich nicht mehr erinnert), mit dem ehemaligen Bundesanwalt Michael Lauber (an die er sich ebenfalls nicht mehr erinnert), sind nicht Gegenstand  dieses Verfahrensabschnittes.

Da im Privatjet nur Privatpersonen mitflogen (und nicht etwa auch Ex-Bundesanwalt Michael Lauber), liegt die Verfahrenskompetenz in der «Causa Privatjet» nun bei der Bundesanwaltschaft, welche über die Eröffnung des Strafverfahrens abschliessend entscheiden wird. Dass Stefan Keller deutliche Hinweise für ein strafbares Verhalten des FIFA-Präsidenten ausmacht und die Strafanzeige wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen diesen als angezeigt qualifiziert, ist keine Überraschung. Es sind auch in diesem Komplex zuviele Ungereimtheiten und Widersprüche auszumachen, weshalb die Eröffnung der Strafuntersuchung durch die Bundesanwaltschaft nun aufgrund der Einschätzung von Stefan Keller als wahrscheinlich gilt. Da nützen auch die insbesondere medial orchestrierten Rechtfertigungsversuche von Gianni Infantino in letzter Zeit nichts. Die in diesem Zusammenhang seitens der FIFA gegen die Schweizer Untersuchungsbehörden und die Justiz inszenierte Kesseltreiben hat die aktuelle Entwicklung eher noch befeuert.

Für Gianni Infantino und weitere Betroffene gilt die Unschuldsvermutung.

Im Falle der Eröffnung eines Strafverfahrens gegen den FIFA-Präsidenten dürfte ein Entscheid der FIFA-Ethikkommission mit Spannung erwartet werden. Nach den üblichen Gepflogenheiten wäre Gianni Infantino als Präsident zumindest während der Dauer des Strafverfahrens kaum mehr zu halten.

Banken-«Ablass» in der FIFA-Untersuchung

Home of FIFA, Zürich, © Ed Coyle

(causasportnews / red. / 16. November 2020) Nach wie vor laufen Untersuchungen seitens der amerikanischen Behörden im Zusammenhang mit möglichen Korruptionsvorgängen im Weltfussball. Die Vorgänge betreffen insbesondere den Weltfussballverband FIFA mit Sitz in Zürich und einzelne Funktionäre des globalen Fussballs. Im Frühjahr 2015 wurden im Zürcher Luxus-Hotel «Baur au Lac» ranghohe Exponenten des Fussballs aus aller Welt verhaftet und danach sukzessive, insbesondere an die USA, ausgeliefert (vgl. etwa causasportnews vom 28. Mai 2015 und weitere, spätere Meldungen hierzu). Seither laufen an allen Fronten Untersuchungen, in denen es vor allem um finanzielle Unregelmässigkeiten, Geldwäscherei, Korruption und Misswirtschaft im organisierten, internationalen Fussball geht. Besonders aktiv zeigt sich in dieser Hinsicht das US-Justizministerium (Department of Justice, DoJ). Die Behörde versucht vor allem, in den diversen Vorgängen beispielsweisen von wie auch immer betroffenen Finanzinstituten möglichst viel Geld herauszupressen und etwa auch Schweizer Banken, auf welchen «Fussball-Geld» ruht(e) und über die teils ominöse Zahlungen gelaufen sein sollen, zu Konzessionen zu bewegen, um sich von Schuld und Strafe freizukaufen. Diese Vorgehensweisen ähneln dem «Ablass»-Handel, welcher letztlich der Katholischen Kirche die Reformation unter Martin Luther beschert hat. Ein solcher «Deal» steht offenbar unmittelbar bezüglich der Schweizer Bank Julius Bär & Co. AG in Zürich vor dem Abschluss, wie kürzlich vom Bankhaus bestätigt worden ist. Insgesamt sind 79,7 Millionen Dollar zurückgestellt worden. Mit diesem Betrag kann sich die Geldinstitut nun Strafverfolgungsfreiheit «erwerben» und damit weiteres Schmoren im Fegefeuer der sportlichen Niederungen beenden. Das angestrebte «Deferred-Prosecution-Agreement», ein aussergerichtlicher Vergleich für aufgeschobene Strafverfolgung, könnte die Bank vom schwer drückenden Joch weiterer Untersuchungen seitens der US-Behörden befreien – wenigstens einstweilen und «auf Bewährung». Auch nach einer Zahlung wäre die «Gefahr Fegefeuer» also noch nicht ganz gebannt; diese könnte wohl durch weitere Zahlungen gänzlich abgewendet werden. Die Vereinbarung würde die Bank Julius Bär & Co. AG zumindest für drei Jahre Ruhe verschaffen – eben alles gegen Bezahlung von fast 80 Millionen Dollar. Die Bank zeigt sich optimistisch, dass dieser Gnaden-Akt des DoJ, ein eigentlicher «Banken»-Ablass, in nächster Zeit finalisiert werden kann.

Der (bis anhin erfolglose) Kampf der FIFA gegen den Präsidenten-Ermittler

Home of FIFA, Zürich, © Ed Coyle

(causasportnews / red. / 21. Oktober 2020) Das war in der Strafsache gegen den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino et alteri vorauszusehen. Kaum war der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes, Dr. Stefan Keller, im Amt (vgl. auch causasportnews vom 25. August 2020), setzte seitens des Weltfussballverbandes FIFA sowie von Gianni Infantino, bzw. dessen Adlaten und Anwälten, ein juristisches Trommelfeuer gegen den Sonderermittler ein. Seit Stefan Keller vom Schweizerischen Parlament formell eingesetzt worden ist, gilt es für den FIFA-Präsidenten und andere Beschuldigte (darunter den ehemaligen Bundesanwalt Michael Lauber) ernst; vergeblich ist bereits die Ernennung von Stefan Keller zum ausserordentlichen Staatsanwalt vom FIFA-Sitz aus torpediert und der Strafrechtler verunglimpft worden. Der versierte Jurist aus dem Kanton Obwalden wird nun zweifelsfrei alles daran setzen, um den Schleier über den Treffen von Gianni Infantino mit dem damaligen Bundesanwalt Michael Lauber zu lüften. Seit seiner Ernennung ist Stefan Keller immer noch den Angriffen insbesondere von FIFA-Claqueuren und Anwälten des Präsidenten ausgesetzt (vgl. causasportnews vom 11. August 2020). Vor allem wird seit Wochen unablässig aus dem Home of FIFA am Zürichberg gegen den ausserordentlichen Staatsanwalt des Bundes aus allen juristischen und medialen Rohren «geschossen». Mit wenig Wirkung allerdings. Aller Attacken zum Trotz führt Stefan Keller die Untersuchungen vor allem gegen den FIFA-Präsidenten und den ehemaligen Bundesanwalt ungerührt sachlich fort. Die Anwälte der FIFA haben nun zudem eine empfindliche, juristische Niederlage einstecken müssen. Stefan Keller hat kürzlich verfügt, dass der vom Weltverband verlangte Partei-Status der FIFA diesem in der «Causa Infantino» nicht gewährt wird. Die FIFA sei durch das Strafverfahren gegen den Präsidenten nicht unmittelbar betroffen, weshalb eine Parteistellung des Weltverbandes nicht gewährt werde. Die Parteistellung im Verfahren hätte der FIFA etwa die Möglichkeiten eingeräumt, Verfahrensanträge zu stellen (um etwa das Verfahren gegen den Präsidenten zu verzögern) und Einsicht in die Akten zu nehmen. Damit wird nun nichts. Gianni Infantino wird sich ohne FIFA-Support dem Untersuchungsrichter stellen müssen. Weil der FIFA-Präsident ein Organ des Verbandes ist (Art. 55 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB), könnte auf ihn im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung dereinst auch zivilrechtlich Ungemach auf ihn zukommen. So heisst es in Abs. 3 von Art. 55 ZGB mit Blick auf die Organe von juristischen Personen: «Für ihr Verschulden sind die handelnden Personen (die Organpersonen, Red.) ausserdem persönlich verantwortlich.». Die FIFA könnte Gianni Infantino aufgrund des Rechtsverhältnisses zwischen ihm und der FIFA in diesem Fall durchaus auch belangen (gemäss Art. 398 des Schweizerischen Obligationenrechts, OR). Der Entscheid von Ermittler Stefan Keller, der FIFA im Strafverfahren gegen den Präsidenten den Partei-Status zu versagen, ist aus juristischer Optik jedenfalls nicht zu beanstanden. Natürliche und juristisch Personen sind eben strafrechtlich nicht deckungsgleich.

Ein Reinigungsprozess des Sportes in Gerichtssälen

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(causasportnews / red. / 18. September 2020) Auch wenn man sich allgemein in Durchhalteparolen übt, ist es trist geworden im Sport. Gemeint ist an dieser Stelle der Sport, wie er derzeit in den Medien dargestellt wird. Dort findet er praktisch nicht mehr statt – weil an Aktuellem kaum etwas läuft, es wenig Freudvolles oder Dramatisches zu berichten gibt und über den Sportveranstaltungen durchwegs das Damoklesschwert von „Corona“ hängt. Formel 1-Rennen und Tennisturniere bereiten im derzeitigen Erscheinungsmodus nur beschränkt Freude; auch Fussballspiele ohne oder mit kaum Zuschauern schmälern die Attraktivität dieses Zweiges der Bespassungs-Industrie. Im Moment ist glücklicherweise noch die Tour de France unterwegs. Zwar ist der Ruf des Radsports längst ramponiert (allgegenwärtiges Doping, sicher in der Vergangenheit!), doch in der aktuellen Not an der Medienfront frisst der Teufel eben Fliegen. „La grande boucle“ zum Notnagel der aktuellen Sport-Berichterstattung geworden.

Auf die Sportteile in den gedruckten und auf Sport-Magazin-Sendungen in den elektronischen Medien könnte realistischerweise verzichtet werden. Glücklicherweise läuft derzeit einiges ab in den Gerichtssälen dieser Welt; mit Protagonisten aus und mit Vorkommnissen rund um den Sport. Das Sportrecht in dieser Form hat sich in dieser Krisenzeit den Hauptplatz in der aktuellen Berichterstattung erobert.

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Rund um Vorgänge im Weltfussball laufen Ermittlungen, oder diese sind Gegenstände von aktuellen Verfahren (etwa am Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona).- In Deutschland wird derzeit der Strafprozess gegen den als „Doping-Arzt“ bezeichneten Sport-Mediziner Mark Schmidt und weitere Angeklagte geführt. Bezüglich des „Doping-Netzwerks“ des Erfurter Sport-Mediziners schaut seit Mitte dieser Woche nicht nur ganz Deutschland interessiert nach München (vgl. auch causasportnews vom 15. September 2020). Es wird mit Verurteilungen von Mark Schmidt und den Mitangeklagten gerechnet.- Ein Strafgericht in Paris hat soeben sein Urteil gegen den 87jährigen Ex-Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF), Lamine Diack, gefällt. Der langjährige, schillernde Spitzen-Funktionär aus Senegal ist wegen Doping-Vertuschungen, Schmiergeldzahlungen, Korruption und Geldwäscherei zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Zwei Jahre davon soll er absitzen, doch wegen seines Alters dürfte der Strafvollzug ausgesetzt werden. Der „Pate“, wie Lamine Diack genannt wird, will zudem auch in Berufung gehen. Der Apfel fällt übrigens nicht weit vom Stamm, auch in der „Causa Diack“ nicht: Der Sohn des ehemaligen IAAF-Funktionärs wurde in Abwesenheit mit fünf Jahren Haft bestraft. Insbesondere soll er Dopingsperren gegen russische Athleten im Vorfeld grosser, internationaler Sportwettkämpfe verhindert haben.

Wenn es an Aktualität mangelt, bleibt Zeit und Raum für Aufarbeitungen im Umfeld des Sportes. Ein offenbar sich aufdrängende Reinigungsprozesse in Gerichtssälen stehen im Fokus des Sport-Interesses. Die hässlichen Seiten des Sportes sind das Glück der aktuellen Medien-Berichterstattung.

Die strafrechtlichen Folgen der „Operation Aderlass“

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(causasportnews / red. / 15. September 2020) Vor eineinhalb Jahren wurde der deutsche Sportarzt Mark Schmidt im Zuge der „Operation Aderlass“ verhaftet; mit „Operation Aderlass“ werden die Untersuchungen und Ermittlungen in Österreich und in Deutschland zu den Dopingpraktiken des in Erfurt wohnhaften Arztes bezeichnet. Ab morgen steht der 42jährige Mediziner, der gemäss Anklage der Staatsanwaltschaft München mindestens 23 Sportler aus acht Nationen gedopt haben soll, mit vier Komplizen im Strafjustizzentrum München vor Gericht, und zwar im selben Gerichtssaal, in dem die NSU-Terroristin Beate Zschäpe verurteilt wurde (NSU = Nationalsozialistischer Untergrund). Der Prozess nimmt im Vorfeld des Verhandlungsbeginns fast die selben Dimensionen an wie der vor etwas mehr als zwei Jahre beurteilte „Fall Beate Zschäpe“. Allerdings wird die Angelegenheit bezüglich Mark Schmidt gemäss Einschätzung von Experten massiv hochgeschaukelt. Das Verfahren gegen den Arzt und die Mitangeklagten, für die alle die Unschuldsvermutung gilt, könnte ein Schauprozess werden. Doping-Netzwerke, wie sie vom an sich nicht unsympathischen Erfurter Sportarzt mitgeprägt wurden, sind immer attraktiv – insbesondere für die Medien. Für die Ermittlungserfolge nach der „Operation Aderlass“ liess sich der zuständige Staatsanwalt in München von der Öffentlichkeit bereits ausgiebig feiern. Zum Thema hielt er zwei grosse Pressekonferenzen ab; einer dieser Medienorientierungen wohnte zur Untermalung der Bedeutung der erzielten Fahndungserfolge auch Bayerns Justizminister Georg Eisenreich bei. Ist also in diesem Prozess der grosse juristische „Knall“ in der Dopingbekämpfung zu erwarten oder wird am Schluss des Verfahrens der Berg übrigbleiben, der eine Maus geboren hat? On verra. Sicher ist, dass der Beschuldigte nicht als Betrüger beispielsweise im Sinne der „Wirecard“-Ganoven zu qualifizieren ist, sondern Mark Schmidt wird eher als enthusiastischer, sportbegeisterter Fan eingestuft, für den das ganze Dopingsystem, das er geprägt hatte, ein nüchternes Geschäft, mit dem er seine Existenz sicherte, in einem von ihm geliebten Umfeld war. Reich geworden ist er mit seinen vermeintlich kriminellen Aktivitäten nicht. Für die „Behandlung“ eines Sportlers während einer ganzen Saison galt durchwegs der Standardsatz von 5000 Euro. Als das ganze System ausser Kontrolle geriet und der bereits abgeurteilte ehemalige österreichische Langläufer Johannes Dürr auspackte, wurde Mark Schmidt zu einer eher tragischen Figur in der Sportgeschichte. Was er tat, kann selbstverständlich nicht im Geringsten gutgeheissen werden. Vor allem mit den Eigenblut-Praktiken bei Athleten in verschiedenen Sportarten hat sich Mark Schmidt am Sport versündigt, wie Stimmen etwa aus dem katholischen Bayern weismachen wollen. Wie letztlich der Prozess ausgehen wird, dürfte mit Spannung erwartet werden. Sicher ist, dass auch nach einer wahrscheinlichen Verurteilung von Mark Schmidt der Kampf gegen die Dopingseuche weitergehen wird.

Die positiven Seiten von „Corona“

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(causasportnews / red. / 05. September 2020) Es fällt schwer, im Zusammenhang mit der „Corona“-Pandemie, verbunden mit allen Gefahren und Einschränkungen, diesem Wahnsinns-Phänomen etwas Gutes abzugewinnen. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang ebenfalls Profiteure und Gewinnler. Eine positive Seite von „Corona“ erleben im Moment auch etwa in Strafverfahren verwickelte Personen – bspw. diejenigen, die im internationalen Fussball in strafrechtlich relevante Vorgänge involviert sind, sei es als Zeugen, sei es als Beschuldigte. Zu ihnen ist der ehemalige FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke zu zählen, der Fussball-Globetrotter französischer Nationalität mit Wohnsitz in Spanien. Spanien befindet sich auf der aktuellen Liste der Länder mit erhöhtem „Corona“-Infektionsrisiko, was eine Einreise von Personen aus Spanien in die Schweiz zumindest massiv erschwert. So kam es, dass Jérôme Valcke vor ein paar Tagen bei der Bundesanwaltschaft in Bern hätte antraben sollen, um im „Fall Joseph Blatter / Michel Platini“ auszusagen (in diesem Vorgang geht es um die Zahlung der FIFA an den auf dem Weg zum FIFA-Olymp gestrauchelten UEFA-Präsidenten). Wegen der wütenden Pandemie konnte der ehemalige FIFA-Kadermann auf die Reise nach Bern jedoch verzichten (im Gegensatz zu dem in der Schweiz wohnhaften Franzosen Michel Platini, der in der Bundeshauptstadt befragt wurde und in den nächsten Tagen bei der Bundesanwaltschaft nochmals zu einer weiteren Befragungs-Runde wird erscheinen müssen). So wird sich dann wahrscheinlich die Lage auch am 14. September präsentieren, wenn Jérôme Valcke am Bundesstrafgericht in Bellinzona erscheinen sollte – dann als Beschuldigter wegen schwerer ungetreuer Geschäftsbesorgung und passiver Bestechung. Mit ihm ebenfalls als (Mit-)Beschuldigter muss, bzw. müsste, auch der Präsident des Top-Klubs Paris Saint-Germain FC, Nasser Al-Khelaifi, vor Schranken in der Schweizer Sonnenstube antreten. Es geht im Wesentlichen um die angeblich mehr als dubiose Vergabe von Sport-Fernsehrechten (für beide genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung). Der Präsident des französischen Top-Klubs liess zwar verlauten, er werde zum Termin am 14. September nach Bellinzona reisen; sicher ist jedoch auch das nicht – aus verschiedenen Gründen. Eher nicht am Bundesstrafgericht dürfte dann der ehemalig FIFA-Generalsekretär erscheinen – vor allem wegen „Corona“. Ein weiterer Fussball-Vorgang könnte sich so durch Zeitablauf erledigen. Letztlich wegen der Pandemie platzte auch der „Sommermärchen“-Prozess gegen Theo Zwanziger & Konsorten im März in Bellinzona definitiv; die Verfahren glitten in die Verjährung. Zumindest für einige Personen weist „Corona“ eben durchaus auch positive Aspekte auf.