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Jatta Bakery – das war es dann wohl doch (noch) nicht

question-2309042_1920(causasportnews / red. / 24. September 2019) Vor ein paar Tagen schien alles in trockenen Tüchern im Identitäts-Rätsel um den HSV-Spieler Jatta Bakery (causasportnews vom 16. September 2019). Offiziell gaben sowohl die staatlichen Behörden als auch die Verbandsjustiz Entwarnung: Jatta Bakery ist Jatta Bakery, hiess es unisono.- Doch das ist nun offenbar doch nicht mehr so sicher. Die Bremer Staatsanwaltschaft geht derzeit einem Hinweis aus Medienkreisen nach, wonach der Spieler bei seiner Registrierung als Flüchtling eine E-Mail-Adresse angegeben habe, die den Namen „Bakary Daffeh“ enthalten haben soll. Zwei Trainer wollen den angeblichen Jatta Bakery, der als gambischer Migrant in Deutschland entsprechend registriert wurde, unter diesem Namen Bakary Daffeh gekannt haben. Das Identitätsgerangel um den talentierten Jung-Spieler geht also weiter. Der Spieler selbst hat öffentlich bekräftigt, seit jeher Jatta Bakery zu sein. Der HSV, seine Anhänger und weitgehend auch die Medien stützten bis anhin den Spieler und warfen teilweise Personen, die an dieser Version zu zweifeln wagten, Rassismus vor. Nicht auszudenken also, falls Jatta Bakery doch einmal Bakary Daffeh gewesen sein sollte…

Jatta Bakery ist Jatta Bakery

15708168584_bb6064948f_k(causasportnews / red. / 16. September 2019) Wenn heute Abend die beiden Hamburger Klubs FC St. Pauli und Hamburger Sport-Verein (HSV) im Millerntor-Stadion aufeinandertreffen, liegt in jeder Hinsicht und im wahrsten Sinnen des Wortes Zündstoff in dieser Partie drin. Kaum mehr Thema wird der Identitäts-Knatsch um den HSV-Spieler Jatta Bakery sein. Vor wenigen Wochen schockte die Meldung nicht nur die Fussball-Öffentlichkeit und das Umfeld des HSV, dass der 21jährige Spieler Jatta Bakery allenfalls nicht Jatta Bakery sein könnten, sondern ein zwei Jahre älterer Spieler mit dem Namen Bakary Daffeh (causasportnews vom 11. August 2019). Das hat sich nun zwischenzeitlich offensichtlich alles geklärt – beziehungsweise sieht es so aus. Die Geschichte um den HSV-Spieler erinnert an das Sommermärchen um die Fussball-WM-Endrunde 2006 in Deutschland, wo es einem Heer von Experten seit Jahren nicht gelingt, Licht in das Dunkle eines banalen Vorgangs zu bringen, insbesondere bezüglich einer Zahlung von 6,7 Millionen Euro.- Der Vorwurf der falschen Identität des Spielers aus Gambia, der seit 2016 erfolgreich beim HSV kickt, scheint sich zumindest nicht beweisen zu lassen. Zwischenzeitlich sind die Ermittlungen in dieser Sache eingestellt worden; Jatta Bakery verfügt über einen gültigen Reisepass auf den Namen Jatta Bakery und mit dem vermerkten Geburtsdatum 6. Juni 1998. Angeblich liegt nun auch eine entsprechende Geburtsurkunde vor. Seine Aufenthaltserlaubnis ist also nicht in Frage gestellt. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat alle entsprechenden Nachforschungen eingestellt. Auch für die Fussballbehörden hat sich alles glücklich gefügt. Spielproteste von drei Klubs wegen des Einsatzes eines nicht identifizierbaren Spielers durch den HSV haben sich ebenfalls in Luft aufgelöst. Ende gut, alles gut also um dieses Identitätsgerangel, das zumindest formell ad acta gelegt werden kann. So scheint es derzeit jedenfalls. Der unbefangene Betrachter der Szene reibt sich allerdings verwundert die Augen, wie und weshalb eine solche Behauptung, dass Jatta Bakery eine andere, zwei Jahre ältere Person sein könnte, vielleicht doch Bakary Daffeh, den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat. Schön jedenfalls, dass das Märchen um eine gelungene Integration eines eingewanderten Fussball-Wunderkindes ein gutes Ende genommen hat. Allerdings würde man die investigativen Medien unterschätzen, wenn davon ausgegangen werden sollte, die Suche nach einem gewissen Bakary Daffeh würde nun nicht fortgesetzt.

Ein weiteres „Sommermärchen“ bewegt den Fussball

question-2309042_1920(causasportnews / red. / 11. August 2019) Sommerzeiten scheinen prädestiniert zu sein, um „Märchen“ aller Art, auch im Sport, hervorzubringen. Noch immer hält das „Sommermärchen“ um die Fussball-WM-Endrunde im Sommer 2006 in Deutschland nicht nur Fussball-Interessierte auf Trab, sondern auch Behörden und insbesondere die Justiz. Nun wird der Fussball-Welt zur heurigen Sommerzeit ein weiteres „Märchen“ präsentiert, das etwa gleich enden könnte wie die rührselige Geschichte um die WM-Endrunde in Deutschland (vgl. dazu etwa causasportnews vom 7. August 2019). In den letzten Tagen ist nämlich bekannt geworden, dass der Spieler des Hamburger Sport-Vereins e.V. (HSV), Bakery Jatta, ein anderer Mensch sein könnte, nämlich Bakary Daffeh. Der Fussball-Professional, der einen Transferwert in Millionenhöhe verkörpert, gilt in Deutschland als Vorzeige-Integrations-Figur – doch nun droht auch dieses Märchen leicht entmystifiziert zu werden; so wie das „Sommermärchen“ um Franz Beckenbauer & Co. Es ist ans Licht gekommen, dass es sich im „Fall Jatta/Daffeh“ höchstwahrscheinlich um einen Identitätsirrtum, viele sprechen von einer Identitätstäuschung, handeln könnte. Seit Bakery Jatta 2015, offenbar von Gambia stammend, ohne Reisepass in Deutschland angekommen ist, verliert sich die Spur von Bakary Daffeh. Einen auf den Namen Bakery Jatta ausgestellten Pass aufgrund persönlicher Angaben erhielt der HSV-Star anfangs 2016. Seither lebt er mit dieser Identität, und aufgrund dieses Passes begann seine Karriere als Bakery Jatta beim HSV. Die Geschichte könnte als fussballerische Ausgabe des „doppelten Lottchens“ qualifiziert werden, doch sind im Vergleich zum Bestseller von Erich Kästner doch ein paar Unterschiede zur Historie von Bakery Jatta auszumachen. Dieser soll nun 21 Jahre alt sein, Bakary Daffeh wäre zwei Jahre älter. Das Alter ist vor allem im Fussball-Transfergeschäft ein in verschiedener Hinsicht wichtiger Faktor. Apropos Transfer: In diesem Identitätsvorgang haben offenbar die Fussball-Registrierungsbehörden von DFB und FIFA kläglich versagt. Insbesondere scheint die Herkunft des Spielers und seine sportliche Vergangenheit nicht seriös (genug) abgeklärt worden zu sein. Auch ein solcher Transfer wird zwischen zwei Klubs realisiert (zwischen einem abgebenden Klub und dem neuen Verein, für den der Spieler registriert wird). Fast unglaublich, wie die Fussballbehörden hier geschlampt haben.

Das „Märchen“ um den Spieler, wie er tatsächlich auch immer heissen mag, wird die Öffentlichkeit in nächster Zeit bewegen. Kaum so lange wohl wie dasjenige um die WM-Endrunde 2006. Hier geht es immerhin um einen Immigrationsvorgang, mit dem nicht zu spassen ist und bei dem rasch für Klarheit gesorgt werden könnte. Sollte sich der Spieler das Bleiberecht in Deutschland durch tatsachenwidrige Angaben erschlichen haben, droht ihm die Abschiebung (es gilt für den betreffenden Menschen selbstverständlich die Unschuldsvermutung). Ob es soweit kommen wird, bleibt so oder so zu bezweifeln. Ein in die deutsche Gesellschaft integrierter Star-Spieler, ausgestattet mit einem gut dotierten Fussball-Professionalvertrag eines deutschen Renommier-Vereins und mit einem verkörperten Millionen-Transferwert ist schliesslich ein Sonderfall. Es braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um die Prognose zu wagen, dass das „Märchen“ um die WM-Endrunde 2006 und dasjenige um Bakery Jutta/Bakary Daffeh, Märchen bleiben werden. Getreu nach dem Motto: Nur wer denkt, es handle sich bei diesen Vorgängen um Märchen, darf weiterhin an solche glauben…