
Bild: Yan Nasilevich – https://www.flickr.com/photos/nasilevich/6206044352
(causasportnews / red. / 6. Oktober 2016) Zu Folge einer Unachtsamkeit ist die russische Tennis-Spielerin Maria Scharapowa von der Disziplinarkammer des Internationalen Tennisverbandes (ITF) für zwei Jahre gesperrt worden (vgl. auch Causa Sport News vom 16. Juni 2016). Nun hat sich für sie der Gang nach Lausanne, an den Internationalen Sport-Schiedsgerichtshof (TAS), gelohnt. Um volle neun Monate hat das Gericht die vom Verband festgesetzte zweijährige Sperre reduziert, was bedeutet, dass die 29jährige Top-Athletin schon ab 26. April 2017 wird ins Wettkampfgeschehen eingreifen können. Die drastische Reduktion der Sanktion erstaunt, zumal sie für ihr Vergehen auch hätte mit einer vierjährigen Strafe belegt werden können – was zweifelsfrei das Karriereende der Russin bedeutet hätte. Bereits die Disziplinarkammer des Verbandes zeigte sich bei der Ausfällung der Sanktion gnädig gestimmt, weil die Spielerin nicht vorsätzlich gegen die Dopingbestimmungen verstossen habe. Maria Scharapowa bestritt nie, das Mittel Meldonium, das seit 1. Januar 2016 auf der Dopingliste steht und durch Intensivierung der Sauerstoffaufnahme die physische Regenerierung fördert, eingenommen zu haben. Sie erklärte jedoch, vom Verbot nie etwas gehört zu haben, obwohl die Athletin mit zwei Schreiben hierauf hingewiesen worden ist. Die milde Strafe von nun insgesamt 15 Monaten Sperre lässt sich vertreten, zeigt aber, wie dynamisch Dopingsanktionen ausgefällt werden können. Unachtsamkeit kann jedenfalls gemäss Rechtsprechung des Lausanner TAS massiv vor (Doping-)Strafe schützen. Ein Grund für das moderate Strafmass dürfte insbesondere darin zu erblicken sein, dass die Sportlerin mit 29 Jahren dem Ende ihrer Aktiv-Karriere entgegen sieht, aber auch, dass die Russin in jeder Hinsicht für einen nicht zu unterschätzenden „Farbtupfer“ im internationalen Frauentennis sorgt.


(causasportnews / red. / 30. September 2016) Was die „Third Party Ownership“-Regelung im organisierten Fussball bedeutet, wissen praktisch nur Insider. Gemäss juristischer Literatur lässt sich etwa ein Financier ausserhalb eines Fussballklubs für das Zurverfügungstellen finanzieller Mittel bspw. Rechte an einem Fussballspieler abtreten oder einen Anteil an einer Transferentschädigung im Falle seines Weitertransfers versprechen (vgl. dazu Urs Scherrer / Remus Muresan / Kai Ludwig, Sportrecht, 3. Aufl., Zürich 2014, 112). Wenn Dritte einem Klub finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, wollen Sie dafür eine Gegenleistung – alles andere wäre „Mäzenatentum“. Weil sich der Fussball selten selber finanziert, müssen oft Dritte dafür einstehen. Drittfinanzierungs-Modelle seien gängig und für das Überleben von Klubs immer wieder notwendig, wird vor allem von Klubseite argumentiert. Die Sportverbände sehen das allerdings anders. Darauf, dass bspw. durch (gewisse) Drittfinanzierungen die Integrität des sportlichen Wettbewerbs gefährdet werden könne, weisen die Sportverbände, vor allem die FIFA, immer wieder hin und haben deshalb entsprechende Regulierungen vorgenommen und Verbote erlassen (vgl. dazu das FIFA-Reglement bezüglich Status und Transfer von Spielern sowie Peter W. Heermann, Rechtliche Bewertung der geplanten Untersagung von Third-Party-Ownerships, Causa Sport 2013, 21 ff.). Verbote verleiten allerdings oft zu Umgehungen, was im Bereich der „Third Party Ownerships“ nach Auffassung insbesondere von Sport-Finanzexperten gang und gäbe ist und wie auch das Beispiel des englischen Nationaltrainers Sam Allardyce zeigt. Der nach nur 67 Tagen im Amt vor wenigen Tagen entlassene Nachfolger von Roy Hodgson ist durch heimliche Filmaufnahmen überführt worden, wie er vor angeblich asiatischen Investoren, die sich letztlich als Journalisten entpuppten, ausgiebig die Möglichkeiten der Verbotsumgehung erörterte. Zudem soll er eingewilligt haben, mit den angeblichen Investoren einen Beratervertrag über 460 000 Euro abzuschliessen. Damit ist bewiesen, dass auch Nationaltrainer, von denen immer eine besondere Vorbildfunktion erwartet wird, vor Geldgier und unethischem Verhalten nicht gefeit sind. Die von der Englischen Football Association (FA) nach Roy Hodgson favorisierte Verlegenheitslösung mit Sam Allardyce erwies sich somit nach kürzester Zeit als veritabler „Rohrkrepierer“.

(causasportnews / rbr. / 22. September 2016) Trotz striktem und jedermann bekanntem Verbot werden in Fussballstadien immer wieder Knallkörper und anderes Spreng- oder pyrotechnisches Material gezündet (s. zu einem vergleichbaren Sachverhalt
(causasportnews / red. / 20. September) Sportlich ganz unten, aber juristisch ganz oben – das trifft auf den deutschen Fussballklub SV Wilhelmshaven nun tatsächlich zu (siehe schon 
Franz Beckenbauer, von dem natürlich an dieser Stelle die Rede ist, erlebt im Moment seinen Abstieg vom Thron. Oder den Sturz. „Wir wollen Euch scheitern sehen“, hat der Philosoph Alexander Görlach einmal geschrieben. Damals ging es um den Sturz des Bundespräsidenten Christian Wulff, der von den Medien regelrecht weggeschrieben wurde. Nun wird der „Kaiser“ zum aktuellen Medienopfer. Dieselben Medien, welche den Worten des Kaisers während Jahrzehnten andächtig und hörig gelauscht und diese durchwegs unreflektiert weitergetragen haben. Direkt oder indirekt. Vor lauter Kolumnen-Schreiben wurde „Kaiser Franz“ sogar Schlafmanko beschert. So wandte sich der „Kaiser“ in den Blättern, die ihn nun scheitern sehen wollen, an seine Untertanen. Alles konnte, durfte und musste er beurteilen und kommentieren – sein Rat war Befehl für die ganze Nation. Ein Hinterfragen gab es nie. Doch jetzt scheint fertig lustig. Als moralische Instanz hat der „Kaiser“, der mit der Ethik salopp umgegangen sein soll, abgedankt. Obwohl er, das Monument, als unantastbar galt. Aber mit Moral ist nicht zu spassen. Es folgt deshalb nun die gesellschaftliche Ächtung. Das Glück scheint den 71-Jährigen definitiv verlassen zu haben. Obwohl er sich das und der (Sport-)Welt bei jeder sich bietenden Gelegenheit immer wieder gewünscht hat. Nicht Gesundheit – diese scheint ihm zumindest partiell ebenfalls abhandengekommen zu sein. Wie sagte er es einmal so schön: „Man muss sich Glück, nicht Gesundheit, wünschen. Auf der „Titanic“ waren alle gesund, aber sie hatten kein Glück.“. Im Moment scheint es dem demontierten Kaiser an beidem zu fehlen.
