
(causasportnews / red. / 27. Dezember 2022) Er gilt als Wunderkind des Deutschen Fussballs und als Hoffnungsträger: Der 18jährige Youssoufa Moukoko. Wunder und Hoffnung braucht Deutschland nach der verkorksten WM-Endrunde in Katar. Anlässlich der WM-Generalprobe der Deutschen Fussball-Nationalmannschaft im Oman eine paar Tage vor dem Turnierbeginn im Wüstenstaat (Deutschland siegte gegen Oman beschwerlich 1:0 durch ein Tor des nicht mehr taufrischen, anderen Hoffnungsträgers Niklas Füllkrug), setzte Bundestrainer Hansi Flick erstmals den bei Borussia Dortmund spielenden Jung-Star mit kamerunesischen Wurzeln im Nationalteam ein. Seither steht der angeblich am 20. November 2004 in Yaoundé geborene Youssoufa Moukoko noch mehr im Zentrum des Interesses; vor allem bezüglich seiner Identität. Die offizielle Vita des aus Kamerun stammenden Stürmers weist gemäss Recherchen, vor allem des «Spiegel», Ungereimtheiten auf, und vor allem soll der Spieler um einiges älter als 18 Jahre alt sein. Bei den Fussballspielern ist es bekanntlich grundsätzlich etwa gleich wie bei den Gebrauchtwagen: Je älter sie sind, desto weniger beträgt ihr Marktwert. Sollte der Star aus Dortmund in der Tat z.B. aktuell bereits 22 Jahre alt sein, wie dies teils vermutet wird, würde der derzeitig eingeschätzte Marktwert der Fussball-Perle auf der Basis von 18 Lebensjahren wohl um einiges weniger als 30 Millionen Euro betragen.
Droht dem Deutschen Fussball also ein neuer, ähnlicher Skandal um einen Top-Fussballers nach der Identitätsaffäre um Bakery Jatta / Bakary Daffeh? Jener Vorgang ist nach wie vor nicht ganz geklärt («causasportnews» vom 11. Dezember 2021), allerdings gilt es als wahrscheinlich, dass der ursprünglich aus Gambia stammende Spieler 24 Jahre alt ist, jedoch zuerst unter falscher Identität (Namen) in Deutschland als Fussballspieler im HSV in Hamburg in Erscheinung trat. In der «Causa Youssoufa Moukoko» scheint nicht die Identität das Problem zu sein, sondern das Alter des Spielers. Entsprechende Abklärungen laufen derzeit offiziell, und für die Medien ist dieser Fall im arg gebeutelten Fussball-Land Deutschland natürlich ein gefundenes «Fressen» (vgl. etwa «Der Spiegel» vom 26. November 2022). Dieses Fussball-Wunder könnte also vorbei sein, bevor es gewirkt hat.




(causasportnews / red. / 11. August 2019) Sommerzeiten scheinen prädestiniert zu sein, um „Märchen“ aller Art, auch im Sport, hervorzubringen. Noch immer hält das „Sommermärchen“ um die Fussball-WM-Endrunde im Sommer 2006 in Deutschland nicht nur Fussball-Interessierte auf Trab, sondern auch Behörden und insbesondere die Justiz. Nun wird der Fussball-Welt zur heurigen Sommerzeit ein weiteres „Märchen“ präsentiert, das etwa gleich enden könnte wie die rührselige Geschichte um die WM-Endrunde in Deutschland (vgl. dazu etwa causasportnews vom 7. August 2019). In den letzten Tagen ist nämlich bekannt geworden, dass der Spieler des Hamburger Sport-Vereins e.V. (HSV), Bakery Jatta, ein anderer Mensch sein könnte, nämlich Bakary Daffeh. Der Fussball-Professional, der einen Transferwert in Millionenhöhe verkörpert, gilt in Deutschland als Vorzeige-Integrations-Figur – doch nun droht auch dieses Märchen leicht entmystifiziert zu werden; so wie das „Sommermärchen“ um Franz Beckenbauer & Co. Es ist ans Licht gekommen, dass es sich im „Fall Jatta/Daffeh“ höchstwahrscheinlich um einen Identitätsirrtum, viele sprechen von einer Identitätstäuschung, handeln könnte. Seit Bakery Jatta 2015, offenbar von Gambia stammend, ohne Reisepass in Deutschland angekommen ist, verliert sich die Spur von Bakary Daffeh. Einen auf den Namen Bakery Jatta ausgestellten Pass aufgrund persönlicher Angaben erhielt der HSV-Star anfangs 2016. Seither lebt er mit dieser Identität, und aufgrund dieses Passes begann seine Karriere als Bakery Jatta beim HSV. Die Geschichte könnte als fussballerische Ausgabe des „doppelten Lottchens“ qualifiziert werden, doch sind im Vergleich zum Bestseller von Erich Kästner doch ein paar Unterschiede zur Historie von Bakery Jatta auszumachen. Dieser soll nun 21 Jahre alt sein, Bakary Daffeh wäre zwei Jahre älter. Das Alter ist vor allem im Fussball-Transfergeschäft ein in verschiedener Hinsicht wichtiger Faktor. Apropos Transfer: In diesem Identitätsvorgang haben offenbar die Fussball-Registrierungsbehörden von DFB und FIFA kläglich versagt. Insbesondere scheint die Herkunft des Spielers und seine sportliche Vergangenheit nicht seriös (genug) abgeklärt worden zu sein. Auch ein solcher Transfer wird zwischen zwei Klubs realisiert (zwischen einem abgebenden Klub und dem neuen Verein, für den der Spieler registriert wird). Fast unglaublich, wie die Fussballbehörden hier geschlampt haben.