(causasportnews / red. / 17. Juni 2017) Eine zeitgemässe, kohärente und im Einklang mit übergeordnetem Recht stehende Regulierung des Glücks- bzw. Geldspielsektors (einschliesslich der Sportwetten) zu etablieren, scheint nicht nur für die Schweiz eine erhebliche Herausforderung darzustellen. Während hier derzeit – zum wiederholten Male – versucht wird, das teilweise über 100 Jahre alte Geldspielregime zu revidieren (vgl. dazu zuletzt causasportnews vom 2. Juni 2017), stolpern die Gesetzgeber in Deutschland bei derselben Materie von einem Rückschlag zum nächsten. Dort ist das Glücksspielrecht massgeblich im sog. „Glücksspielstaatsvertrag“ – einem Vertrag zwischen den 16 deutschen Bundesländern – geregelt. Den darin enthaltenen Bestimmungen begegnen jedoch nicht zuletzt erhebliche europarechtliche Bedenken (vgl. dazu etwa causasportnews vom 4. Februar 2016 sowie vom 26. Oktober 2015). Die jüngste Reform des Glücksspielstaatsvertrags scheint nun aber eine „Totgeburt“ zu werden: Die kürzlich neu gebildete Regierung des Bundeslandes Schleswig-Holstein hat angekündigt, die Ratifizierung der Reform auszusetzen. Ohne diese Ratifizierung kann die Reform jedoch nicht umgesetzt werden. Damit bleibt es in Deutschland vorläufig bei dem geltenden, rechtlich teilweise durchaus fragwürdigen Glücksspielregime. Wie diese „unendliche Geschichte“ weitergehen wird, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen.
UEFA Champions League in Deutschland und Österreich ab 2018 nur noch im Pay-TV
(causasportnews / red. / 16. Juni 2017) Die Rechte für die Übertragung der UEFA Champions League 2018-2021 in Deutschland und Österreich wurden kürzlich von der UEFA an den Pay-TV-Sender Sky sowie den kostenpflichtigen Internet-Streamingdienst DAZN vergeben. Damit endet vorläufig eine Ära, in der die betreffenden Spiele jeweils (auch) im frei empfangbaren Fernsehen und somit ohne zusätzliche Kosten zu sehen waren. Ab Sommer 2018 werden die Spiele des prestigeträchtigsten Clubwettbewerbs der UEFA in Österreich und Deutschland somit nur noch im Pay-TV resp. über einen kostenpflichtigen Internetstreamingdienst zu empfangen sein. Während die grossen europäischen Klubs – offensichtlich in der Hoffnung auf noch mehr Einnahmen aus der Beteiligung an der TV-Vermarktung der Champions League – die Vergabe begrüssten, regt sich Widerstand bei Fans und Fernsehzuschauern, aber auch bei Sponsoren, die über die mangelnde Reichweite des Pay-TV besorgt sind (Näheres hierzu in der Ausgabe 2/2017 von Causa Sport).
Der Palästinensische Fussballverband geht vor dem CAS gegen die FIFA vor

Der Konflikt zwischen Palästina und Israel beschäftigt immer wieder auch die FIFA.
(causasportnews / red. / 15. Juni 2017) Der Palästinensische Fussballverband (Palestinian Football Association; PFA) geht vor dem Internationalen Sportschiedsgericht (Court of Arbitration for Sport; CAS) in Lausanne gegen die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) vor. Anlass für die Streitigkeit ist ein Antrag, den die PFA im Vorfeld des 67. FIFA-Kongresses vom 11. Mai 2017 in Bahrein eingereicht hatte. Der Kongress entschied letztlich aber, über den Antrag nicht abzustimmen. Gegen den entsprechenden Beschluss reichte die PFA nun Berufung beim CAS ein.
Der im Vorfeld des 67. FIFA-Kongresses eingereichte Antrag der PFA hatte – einmal mehr – die israelischen Fussballklubs zum Gegenstand, die im Westjordanland (welches Palästina für sich beansprucht) angesiedelt sind. Weiterlesen
Glücksspielanbieter aus Gibraltar unterliegen vor dem EUGH
(causasportnews / red. / 14. Juni 2017) In Gibraltar ansässige Anbieter von (Sport-) Wetten und anderen Geld- bzw. Glücksspielen können sich gegenüber dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Nordirland nicht auf die EU-Dienstleistungsfreiheit berufen. Das hat der Gerichtshof der Europäischen Union (EUGH) mit Urteil vom 13. Juni 2017 (Rs. C-591/15) entschieden.
Das Urteil des EUGH ist im Rahmen eines Vorabentscheidungsverfahrens ergangen. Der Ausgangsrechtsstreit war vor dem High Court of Justice (England & Wales) anhängig, wo die Gibraltar Betting and Gaming Association („GBGA“) gegen eine neue Steuerregelung des Vereinigten Königreichs vorgegangen war. Weiterlesen
Weiterhin „dicke Luft“ im Verhältnis zwischen „Swisscom“ und „UPC“
(causasportnews / red. / 13. Juni 2017) Seit die beiden Schweizer Telekommunikationskonzerne „Swisscom“ und „UPC“ über ihre Pay-TV-Kanäle Sportrechte verwerten, herrscht zwischen den Rivalen mehr als nur „dicke Luft“. Juristische Verfahren jagen sich, und vor allem bei der Wettbewerbskommission (Weko) sind die beiden Unternehmen zu Dauerkunden geworden; wenigstens diesbezüglich herrscht ein ausgewogenes Verhältnis. Die jüngste Untersuchung der Weko Weiterlesen
Die Sache mit dem Doping im (brasilianischen) Fussball
(causasportnews / red. / 12. Juni 2017) Erst vor kurzer Zeit wartete die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) mit Zahlen zu Doping im Fussball auf (vgl. dazu auch Causa Sport News vom 29. M
ai 2017; danach sollen im Jahr 2016 steigende, verdächtige Dopingproben verzeichnet worden sein), jetzt erhält das Thema eine brisante Aktualität: Gemäss Recherchen des Deutschen Fernsehen (ARD) sollen im brasilianischen Fussball im Jahr 2015, just ein Jahr nach der Fussball-WM-Endrunde im fussball-verrückten südamerikanischen Land, Dopingpraktiken im Fussball vorgekommen sein. In den Vorgang ist offenbar ein Arzt verwickelt, der eine Reihe von Top-Spielern, unter ihnen auch ein Fussball-Internationaler – genannt wird in diesem Zusammenhang Weiterlesen
Veruntreuungsfall mit (sportspezifischen) Folgen
(causasportnews / red. / 9. Juni 2017) Der Veruntreuungsfall um den ehemaligen Sportchef des derzeit erfolgreichsten Schweizer Frauen-Fussballteams, FC Neunkirch, wirkt sich nun auch auf den Sport aus: Das erfolgreiche Team wird sich aus dem Meisterschaftsbetrieb der höchsten Spielklasse zurückziehen. Der Sportchef des Vereins, zugleich leitender Mitarbeiter des bekannten Getränkeproduzenten Rimuss und Weinkellerei Rahm AG in Hallau/Schaffhausen, hat angeblich grössere Beträge bei seiner Arbeitgeberunternehmung abgezweigt und die Gelder im Rahmen eines Sponsorings dem Verein zugeleitet (vgl. auch Causa Sport News vom 21. April 2017). Nach dem Auffliegen der Affäre waren die Auswirkungen auf den Sport nicht abschätzbar. Doch jetzt ist klar, dass sich der Verein als Folge der Vorkommnisse um den Sportchef nicht weiter wird in der höchsten Spielklasse halten können. Weiterlesen
«Poker» um Besteuerung von Gewinnen aus Sportwetten
(causasportnews / red. / 2. Juni 2017) Im Zuge der gegenwärtig laufenden Revision des schweizerischen Glücks- bzw. Geldspielrechts wird zwischen National- und Ständerat weiterhin um verschiedene Details der Regelungen im geplanten neuen Bundesgesetz über Geldspiele (Geldspielgesetz; BGS) gerungen. Einer der „Zankäpfel“ ist dabei die Frage der Besteuerung von Gewinnen aus Geldpielen. Zur Zeit müssen die Spielerinnen und Spieler die in Spielbanken (Casinos) erzielten Gewinne nicht versteuern, während die bei Lotterien und (Sport-) Wetten anfallenden Gewinne insbesondere der Einkommenssteuer unterliegen (wobei die konkreten Steuersätze usw. nach Kantonen variieren). Im bundesrätlichen Gesetzentwurf war vorgeschlagen worden, auch die Lotterie- und Wettgewinne von sämtlichen Steuern zu befreien. Während der Nationalrat diesem Vorschlag folgen möchte, hält der Ständerat an einem Ansatz fest, nach dem Lotterie- und Wettgewinne (und damit auch die mit Sportwetten erzielten Gewinne) grundsätzlich weiterhin besteuert werden sollen, allerdings erst ab einer Höhe von CHF 1 Mio.
Eine weitere Differenz zwischen den beiden Kammern des eidgenössischen Parlaments betrifft die Frage der Kosten für die sog. „Netzsperren“ (siehe zu diesen bereits Causa Sport News vom 5. Januar 2017 und vom 2. März 2017). Der Nationalrat möchte die Kosten für diese – in ihrer Wirksamkeit und rechtlichen Zulässigkeit erheblichen Zweifeln unterliegenden – Massnahmen entschädigen; der Ständerat beharrt auf der gegenteiligen Position. Welche der fraglichen Ansätze sich letztlich jeweils durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Ein rasches Ende der Beratungen zum Geldspielgesetz ist derzeit nicht in Sicht.
Wie halten es denn die Fussballer mit Doping?
(causasportnews / red. / 29. Mai 2017) Seit Jahren wird das Thema „Doping“ im Fussball kontrovers diskutiert. „Doping bringt im Fussball nichts“, lautet in der Regel die Stellungnahme von Seite des Fussballs; „auch im Fussball ist Doping als reale Bedrohung der sportlichen Integrität zu qualifizieren“, meinen Experten im Allgemeinen. Die Antwort auf die Frage müsste wohl ausgewogen lauten: „Es kommt drauf an“. Ein Blick auf die Liste der verbotenen Mittel und Massnahmen führt wohl zur evidenten Forderung, dass Doping auch im Fussball bekämpft gehört. Im Zusammenhang mit der Dopingdiskussion im Fussball wurden beispielsweise immer wieder Anabolika (aufbauende Steroide) und Amphetamine (Stimulanzien) genannt. Dopingfragen stellen sich markant seit den Fehltritten des argentinischen Fussball-Stars Diego Maradona, der Weiterlesen
Ticketing-Fusion (einstweilen) geplatzt
(causasportnews / red. / 26. Mai 2017) Die 2016 angekündigte Fusion der beiden führenden Schweizer Ticketing-Unternehmen „Ticketcorner“ und „Starticket“ ist – zumindest vorläufig – geplatzt. Den auch in den in der Sport-Eventbranche dominierenden Firmen ist ein Zusammengehen von der Schweizerischen Wettbewerbskommission („Weko“) untersagt worden, weil dies, so die „Weko“, zu einer (unzulässigen) marktbeherrschenden Stellung der fusionswilligen Ticketing-Player führen würde.
Hinter den beiden Ticketing-Unternehmen stehen die beiden Schweizer Verlage „Tamedia“ („Startickt“) und „Ringier“ („Ticketcorner“); an „Ticketcorner ist zudem der Deutsche Ticketkonzern „CTS Eventim“ beteiligt. Durch eine Fusion würden die fusionierenden Ticketing-Unternehmen einen Marktanteil von gegen 90% erreichen, was der „Weko“ ein Dorn im Auge ist. Pro Jahr werden durch „Ticketcorner“ und „Starticket“ zwischen 15 und 20 Millionen Tickets verkauft. Noch scheint in diesem Fusionsprojekt das letzte Wort nicht gesprochen zu sein: Die Verlage wollen allenfalls gegen den „Weko-Entscheid“ gerichtlich ankämpfen; sie sind der Auffassung, dass die „Weko“ mit der Negativ-Entscheidung die „dynamischen Marktentwicklungen“ im Ticket-Markt verkannt habe. Im Falle einer gerichtlichen Beurteilung würde sich der Hauptstreitpunkt wohl um die Definition des „relevanten Marktes“ drehen. Damit hängt letztlich unter anderem die Bestimmung des Marktanteils zusammen. Mit dem Schweizer Ticketing-Markt und insbesondere mit „Ticketcorner“ hatte sich die „Weko“ in der Vergangenheit schon verschiedentlich befassen müssen (siehe dazu auch Kartellrechtswidriges Verhalten von Ticketcorner AG und AG Hallenstadion Zürich und die Printausgabe 4/2016 von Causa Sport; CaS 2016, 369).
