Veruntreuungsfall mit (sportspezifischen) Folgen

(causasportnews / red. / 9. Juni 2017) Der Veruntreuungsfall um den ehemaligen Sportchef des derzeit erfolgreichsten Schweizer Frauen-Fussballteams, FC Neunkirch, wirkt sich nun auch auf den Sport aus: Das erfolgreiche Team wird sich aus dem Meisterschaftsbetrieb der höchsten Spielklasse zurückziehen. Der Sportchef des Vereins, zugleich leitender Mitarbeiter des bekannten Getränkeproduzenten Rimuss und Weinkellerei Rahm AG in Hallau/Schaffhausen, hat angeblich grössere Beträge bei seiner Arbeitgeberunternehmung abgezweigt und die Gelder im Rahmen eines Sponsorings dem Verein zugeleitet (vgl. auch Causa Sport News vom 21. April 2017). Nach dem Auffliegen der Affäre waren die Auswirkungen auf den Sport nicht abschätzbar. Doch jetzt ist klar, dass sich der Verein als Folge der Vorkommnisse um den Sportchef nicht weiter wird in der höchsten Spielklasse halten können. Das Team, das die bis anhin beste Frauenfussball-Mannschaft der letzten Jahre, die Equipe des FC Zürich, in der abgelaufenen Saison überflügelte und sowohl die Meisterschaft gewann als auch den Cupsieg holte, zieht sich aus der obersten Spielklasse zurück – aus finanziellen Gründen, wie es heisst. Allgemein, nicht nur im Frauenfussball, wird der Rückzug der Frauen des FC Neunkirch bedauert, auch wenn teils kritisiert worden ist, die Erfolge des Teams seien vor allem dem Umstand zuzuschreiben, dass das Team zu einem grossen Teil mit Ausländerinnen besetzt worden sei. Diese Ausländerinnen sind auch Gegenstand der laufenden Abklärungen in strafrechtlicher Hinsicht. Gemäss einer vor allem von Konkurrenz-Teams der erfolgreichen Neunkirchnerinnen geäusserten Meinung, sollen diese teils bei Rimuss und Weinkellerei Rahm AG angestellt worden sein; in der Tat habe ihre Arbeitsleistung aber darin bestanden, sich nicht der Produktion des alkoholfreien Traubengetränks „Rimuss“, sondern dem Fussballspiel zu widmen. Der Rückzug des Teams aus der Nationalliga AG ist insofern von markant sportlicher Tragweite, als nun das derzeit beste Team in der neuen Saison nicht mehr in der höchsten Leistungsklasse mitspielt. Dieser Umstand ist auch deshalb unerfreulich, weil die Liga zwecks Niveau-Steigerung neu auf acht Teams verkleinert wird. Und in dieser redimensionierten Liga fehlen nun die Meisterinnen und Cup-Siegerinnen.

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