Schlagwort-Archive: Yann Sommer

Nun ein «Sommer»-Märchen in München?

Photo by Marco Verch

(causasportnews / red. / 27. Januar 2023) Letztlich hat es doch noch geklappt, dass der Schweizer Nationaltorhüter Yann Sommer beim FC Bayern München (FCB) untergekommen ist. Der Grund dafür ist, dass der Stamm-Keeper des FCB, Manuel Neuer, verletzungsbedingt bis auf weiteres ausfällt und der Klub von der Münchner Säbener Strasse zum Meisterschafts-Neustart anfangs 2023 eine valable Ersatzlösung für diese zentrale Position brauchte, auch mit Blick auf den Champions League-Gegner des FCB, Paris Saint-Germain, frei nach dem Motto: «Yann Sommer muss her, dann sind wir immer noch wer». Schon bald fokussierte sich die verzweifelte Suche der Münchner zum Jahreswechsel auf eben Yann Sommer, der bei Borussia Mönchengladbach während der letzten achteinhalb Jahren das Tor hütete und dabei in der Bundesliga, aber auch immer wieder als Torhüter der Schweizer Nationalmannschaft, glänzte. Die Krux an der Geschichte war lediglich, dass der 34jährige Eidgenosse bei den Borussen noch in einem Arbeitsvertragsverhältnis stand. Mönchengladbach wurde rasch gewahr, dass ein abwanderungswilliger Spieler trotz eines laufenden Vertrages nicht mehr zu halten ist. Also hiess es, sich wenigstens in finanzieller Hinsicht schadlos zu halten. Es begann, wie üblich in solchen Fällen, konkret ein Poker um den Schweizer. Die ersten Reaktion auf das Werben des FCB um Yann Sommer (Gladbach: «Der Spieler wird in keinem Fall abgegeben») folgten immer höhere Forderungen seitens der Borussen, nachdem die Bayern für’s Erste schon mal vier Millionen Euro für diesen Vertragsauskauf geboten hatten (der Schweizer musste aus dem laufenden Vertrag herausgekauft werden; es war dies also keine «Transfersumme», um die es in diesem Fall ging, wie vor allem die Medien fälschlicherweise berichteten). Bei knapp zehn Millionen Euro war Gladbach dann bereit, Yann Sommer aus dem Vertrag freizugeben.

Die Bayern wollen in der laufenden Bundesliga-Saison den elften Meistertitel in Serie sicherstellen. Dass das gelingen wird, steht ausser Frage. Das einzig Prickelnde von nationalem Fussball-Interesse bildet nur die Unbekannte, wer wohl in der laufenden Saison 2022/23 hinter dem FCB Vize-Meister werden wird. «Schauen wir mal», heisst es in der Deutschen Fussball-Community exklusive FCB. Ob es am fehlenden Konkurrenzdruck fehlt, dass der Saison-Start des FC Bayern München in diesem Monat, natürlich mit Yann Sommer im Tor, alles andere als berauschend ausfiel? Ein Märchen wird es wohl heuer in München, wie damals das «Sommermärchen» anlässlich der Fussball-WM-Endrunde 2006 in Deutschland, nicht geben, obwohl der FCB einen Meisterschafts-Serien-Rekord erreichen wird. Zum «Sommer»-Märchen wird die Geschichte wohl einzig für Yann Sommer, der im fortgeschrittenen Fussball-Alter mit den Münchnern zu unerwarteten Titel-Ehren kommen wird (und in der Champions League gegen den Katar-Klub Paris Saint-Germain erstmals am 14. Februar 2023 ran darf). In der Tat ist diese Torhüter-Konstellation speziell: Des einen Leid (Manuel Neuer), des andern Freud (Yann Sommer).

PS: Der ernüchternde Rückrunden-Start von Borussia Mönchengladbach ohne Yann Sommer, eine eigentliche Winter-Tragödie, beweist natürlich die Torhüter-Qualitäten des zum FCB abgewanderten Schweizer National-Torhüters.

Fussball: Am Schluss war «Corona» wie weggeblasen

Photo by Nataliya Vaitkevich on Pexels.com

(causasportnews / red. / 7. September 2021) «Corona» ist im Sport nach wie vor allgegenwärtig. Nach den beiden grossen Sport-Anlässen in diesem Sommer, der Fussball-Europameisterschaft sowie der  Olympischen Sommerspiele in Tokio, Veranstaltungen, die in mehr oder weniger kompakten und wenig durchlässigen «Blasen» stattfanden, hat sich in letzter Zeit trotz steigender Infektionszahlen die Lage geändert. Auch der Sport hat mit «COVID-19» irgendwie zu leben gelernt. Das Thema «Impfen» steht dabei im Vordergrund, und das Volk soll derzeit motiviert werden, sich impfen zu lassen. Für Pro Impf-Bestrebungen werden Motivations-Spritzen aller Art (ein)gesetzt. Thüringer Würste werden als Köder ebenso ausgeworfen wie Natural-Geschenke aller Art und Geldprämien. Vor allem werden auch Sportlerinnen und Sportler in Motivations-Kampagnen für’s Impfen involviert, wobei, neben den überzeugten Impf-Willigen, die einen nicht wollen und die andern nicht können. Somit wären wir beim Fussball angelengt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Schweizer Nationalmannschaft angefragt, ob sie für eine Pro-Impf-Kampagne zur Verfügung stehen würde. «Jein», hiess es in einer ersten Stellungnahme aus dem Nationalmannschafts-Hauptquartier in Bern. Im Prinzip würden die Fussballer zur Verfügung stehen, doch sei dies nur im Rahmen einer bezahlten (Werbe)-Aktion denkbar. Womit die Diskussionen um Geld, Geist und Moral entfacht waren. Während die Diskussionen um das Thema, ob die hochbezahlten Kicker für eine (bezahlte) Impf-Werbeaktion zur Verfügung stehen sollten, in den Medien und an den wieder besser zugänglichen Stammtischen tobten, half «Kommissar Zufall», um den gordischen Knoten zu durchschlagen. Bekannt ist, dass nicht alle Kaderspieler des Schweizer Nationalteams «impfwillig» sind, bzw. gehören diese teils zu den Impf-Gegnern. So der Captain der helvetischen Kicker, Granit Xhaka – sein Vorname hat allerdings nur ansatzweise mit seinen Charaktereigenschaften zu tun. Noch tobte die Auseinandersetzung um die Involvierung der Nationalmannschaft im Rahmen der besagten Pro-Impf-Kampagne, als bekannt wurde, dass eben dieser Impf-Verweigerer Granit Xhaka zweimal positiv auf das «Corona»-Virus getestet wurde. So war dann auch diese Diskussion um eine Kampagnen-Partnerschaft mit dem Nationalteam mit einem Schlag beendet. Zum WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Italien traten die Eidgenossen mit einer gegenüber dem Europameisterschafts-Turnier stark veränderten Mannschaft an. Und siehe da, auch ohne Granit Xhaka knüpften die Schweizer an die grandiosen Leistungen der Fussball-Europameisterschaft an, als immerhin Weltmeister Frankreich aus dem Turnier gespielt wurde. Gegen den frisch gebackenen Europameister Italien resultierte ein herausragendes 0:0; Torhüter Yann Sommer, der einen Penalty der Italiener unschädlich machte, und seine Kollegen sorgten dafür, dass auf einmal nur noch der Sport im Zentrum des Interesses stand. «Les absents ont toujours tort» (die Abwesenden haben immer Unrecht), mussten sich Granit Xhaka und Gesinnungsgenossen wohl eingestehen. Das Thema «Impf-Verweigerung» und überhaupt «Corona» war plötzlich inexistent geworden; die erneut dramatisch werdende Pandemie quasi wie weggeblasen dank der überzeugenden Leistung der Schweizer Fussballer gegen Italien. Klar, der Sport findet derzeit kaum mehr in «Blasen» statt – der Kampf gegen das Virus ist aufgegeben worden, und man hat mit ihm zu leben gelernt, sich mit ihm arrangiert…

(mehr zu diesem Thema in der nächsten Ausgabe von «Causa Sport», 2/2021, www.causasport.org, «Vom ‘Bubble’-Sport ins Sport-Chaos»)