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Die (Sport-)Welt in Schockstarre

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(causasportnews / red / 3. März 2022) Wieder einmal geht ein Gespenst um in Europa. Es ist aktuell das Gespenst des Krieges, der vor über einer Woche von Russland entfesselt wurde und jetzt mit dem Angriff auf ein Atomkraftwerk in der Ukraine eine neue Eskalationsstufe erreicht hat. Russland ist zu allem fähig und wird nicht davor zurückschrecken, auch zum Preis der Selbstzerstörung, nicht nur die westliche Welt in Asche und Trümmer zu legen. Die Welt ist ratlos, wie dieser Aggression, die ein modernes Abbild dessen ist, was sich 1939 auf dem Kontinent und danach sukzessive in der Welt ereignet hat, begegnet werden könnte. Nachdem nun die Bedrohung auch Europa erfasst hat und der von Russland angezettelte Krieg keine innerstaatliche Angelegenheit des Angreifers und des Angegriffenen mehr ist, dürfte es abzusehen sein, dass dem mundialen Terror nur noch mit Gewalt beizukommen ist. Wer Gewalt sät, wird die Folgen dieses Tuns zu spüren bekommen. Das sieht nicht nur die Bibel so. Oder anders: Das Gespenst, das nun umgeht in Europa, ist in seiner Entfaltung durch diejenigen Kreise begünstigt worden, die sich das alles, auch das aktuelle Gespenst in Europa, so nicht vorgestellt haben und nun sogar kleinlaut und contre coeur verkünden müssen, Aufrüstung tue not – Frieden lässt sich bedauerlicherweise nicht dadurch realisieren, dass sich die Bedrohten zur Bildung von Lichterketten treffen und Abrüstung auf Kosten der Wehrbereitschaft erzwungen wird.

Die Ursache des aktuellen Übels ist beileibe nicht nur auf ein terroristisches Regime und auf einen einzigen Mann zurückzuführen, wie das dem Kommunismus nahe Kreise weltweit suggerieren. Eine Individualperson ist auch nicht in der Lage, eine solche Katastrophe anzurichten. Es braucht Regime-Treue, Sympathisanten, Claqueure, Parasiten und Gesinnungsgenossen und -täter innerhalb und ausserhalb einer kriegsführenden Nation. Diese bilden den Nährboden, vom dem aktuell die Gewalt aus Russland ausgeht. Es sind die Gesinnungsaktivisten aus Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur, die sich aktuell vom Anführer im Kreml partout nicht einmal klar distanzieren wollen: Der Herrscher in Weissrussland, die von Russland durch permanenten Geldsegen bei Laune gehaltenen Regierungen, die Oligarchen, die ihre zusammengestohlenen Vermögen in der ganzen Welt verstecken (oder, um ihre Haut und die Privilegien im Westen weiterhin geniessen zu können, ihre Fussballklubs geradezu verschenken, wie etwa Roman Abramovich), es sind Stars und Künstler (wie diese Woche Anna Netrebko), es sind Sport-Funktionäre, wie Thomas Bach (IOK) oder Gianni Infantino (FIFA) oder der Ex-IIHF-Präsident René Fasel. Ein besonders penibles Bild bietet, nicht unerwartet, der ehemalige Deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ab, der von seinem SPD-Gesinnungsgenossen und aktuellen Bundeskanzler Olaf Scholz im staatlichen Fernsehen soeben geradezu angefleht wurde, sich vom Kreml-Herrscher und Kriegstreiber zu distanzieren und seine Partei-Mitgliedschaft abzugeben. Das macht er natürlich nicht, wobei ihm wohl zu Gute zu halten ist, dass er das Russen-Geld sicherlich braucht, um die pekuniären Folgen seiner vier gescheiterten Ehen zu mildern. Damit hängt wohl auch zusammen, dass sich der Schweizer Ringier-Medien-Konzern Gerhard Schröder immer noch als Berater (sic!) hält. Auf jährlich eine Million an Honoraren will der lustige Ex-Kanzler nicht einfach verzichten. Die Ringier-Medien, ideologisch pseudo-sozialistisch ausgerichtet, brüsten sich in der Schweiz damit, die Regierung am Gängelband zu führen. Staat, opportunistische und kungelnde Medien, zwielichtige Gestalten aus Wirtschaft und Politik bilden seit geraumer Zeit unheilige Allianzen. Apropos Sozialdemokratie: Diese verhält sich in Europa auffallend ruhig und zurückhaltend, wenn es um den Krieg, den Russland führt, geht. Ist ja auch alles mehr als peinlich, dass die Genossinnen und Genossen miterleben müssen, was ihre Genossinnen und Genossen derzeit in Russland und in der Ukraine so alles anstellen. Nach wie vor vereinen sich Gesinnungsgenossinnen und -genossen aller Länder. Die Sozialisten und die Linken im Allgemeinen äussern sich dann auch nicht entschieden gegen den von Russland angezettelten Krieg, sondern sie treten unverbindlich und feige lapidar für den Frieden ein. «Sprachregelung» wird so etwas genannt. Es ist eben Krieg, und man geht hin. Die Vorstellung, es sei Krieg und keiner würde hingehen, wäre zu ideal.

Die Welt befindet sich nach über einer Woche Krieg in Schockstarre und wird wohl bald eine Ausdehnung von Krieg, Leid und Elend erleben. Nach wie vor hält die zuvor nicht einmal ansatzweise feststellbare Solidarität der zivilisierten Staatengemeinschaft gegenüber dem Aggressor an. Nach einem Hin und Her werden die nun in Peking ausgetragenen Paralympics ohne die Mannschaften Russlands und Weissrusslands stattfinden. Na dann auf geht’s, nach Peking, ins Land des anderen idealisierten Kommunismus’. Der «Olympische Frieden» galt auch nur für die «richtigen» Winterspiele 2022. Nüchtern betrachtet lähmt der Krieg durchwegs den Sport, vor allem in seinen internationalen Dimensionen. Und das ist gut so, würden nicht nur die altbekannten Kreise sagen.

Es lebe der Sport!

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causasportnews / red. / 1. März 2022) In Anbetracht des brutalen Aggressionskriegs, den Russland gegen die Ukraine führt, wird die Welt von einer Solidaritätswelle erfasst. Lichterketten, Friedenskundgebungen (durchwegs für den Frieden, nicht gegen den Krieg) und schöne Worte, vor allem durch die politische Garde, sind zwar gut und recht. Dennoch fühlt sich die Ukraine verständlicherweise im Stich gelassen. Wenn die Schweizer Regierung nach tagelangem Herumlavieren erst auf Druck der Europäischen Union halbherzige Sanktionen gegen russische Parasiten und Volksschädlinge beschliesst, obwohl die Schweiz zu einem grossen Teil von den Oligarchen und dubiosen Unternehmen aus Russland profitiert, ist das nur noch beschämend. Herausgeredet hat sich die Regierung mit einer längst antiquierter Neutralitätsduselei und beseelt vom Wunsch, im Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln (wohl mit den gleichen Vermittlern und Vermittlerinnen, welche nicht einmal befähigt sind, mit der EU Abkommen auszuhandeln!).

Stolpert FIFA-Präsident Gianni Infantino über die Freundschaft mit Wladimir Putin?
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Mit Erstaunen hat die Welt erlebt, und sie erlebt es immer noch, wie der Sport in dieser Kriegssituation Flagge zeigt. Fussballmannschaften wollen nicht mehr gegen russische Teams antreten, Tennisspielerinnen und -spieler weigern sich, sich mit der Gegnerschaft aus dem kriegsführenden Land zu messen, und Funktionäre aus aller Welt, meistens nicht als überaus mutig bekannt, wollen sogar von ihren russischen Kollegen nichts mehr wissen. Noch eindrücklicher: Der Sport bietet dem russischen Geldadel im Westen keine Bühne mehr zur Präsentation. Kein russischer Sponsor-Stein bleibt auf dem andern. Im Sport hat sich eine Bewegung gegen die russische Aggression formiert, die so weder erwartet wurde noch erahnt werden konnte. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass es Sportlerinnen und Sportler gewohnt sind, bis an die physischen und psychischen Limiten zu gehen. Der Kampf, den die Gebrüder Wladimir und Vitali Klitschko derzeit in der Ukraine führen, ist nicht nur heldenhaft, sondern erfordert geradezu Demut seitens der westlichen Zivilisation. Der Sport steht derzeit für mehr ein als für laue Solidarität mit schönen Worten, die aus den politischen Lagern zu vernehmen sind; er will die totale Isolation alles Russischen. Dieser Schulterschluss war nicht zu erwarten. Auch wenn die russische Tötungsmaschinerie weiterhin alles niederwalzt, kann in der schönsten Hauptsache der Welt dennoch nur eines festgestellt werden: Es lebe der Sport! Nach den ersten Massnahmen aus der Welt des Sports gegen Russland wird nun wohl die zweite Widerstandswelle aus dieser Sparte auf das kriegsführende Land zukommen: Die formellen Ausschlüsse aus Verbänden und Organisationen. Trotz Verquickungen zwischen Sport, Wirtschaft und Politik dürfte der Sport weiterhin ein starkes Zeichen gegen die abscheuliche Aggression setzen und die Integrität des Sportes durch Player, die sich ausserhalb dieser Sparte unmöglich und menschenverachtend verhalten, nicht besudeln lassen. Der Weltfussballverband FIFA mit Sitz in Zürich dürfte Russland wohl demnächst formell aus der Fussball-Gemeinschaft ausschliessen, ebenso der Europäische Verband UEFA. Das Internationale Olympische Komitee (IOK) wird wahrscheinlich Einzelmitglieder und Funktionäre aus Russland (Mitglieder des IOK sind nur natürliche Personen) in die Wüste schicken. Sport-Funktionäre, wie FIFA-Präsident Gianni Infantino, der sich seit Jahren mit der Freundschaft zu Wladimir Putin brüstet, werden Abbitte leisten müssen; sonst dürften sie von der politischen Bühne verbannt werden.

Immer wieder werden Sport und Kultur synonym genannt. Auch in der Kultur soll Russland weltweit isoliert werden, bis der rechtmässige Zustand in der Ukraine wieder hergestellt ist. So wird die Putin-Getreue Anna Netrebko Ende März nicht im Zürcher Opernhaus auftreten, wie soeben bekannt wurde. Die Star-Sopranistin will sich nicht vom Russen-Führer distanzieren. So etwas geht nicht einmal in der Stadt Zürich, die von Linken beherrscht wird. Die Kultur beginnt also auf den Spuren des Sportes zu wandeln.

Von der Vorfreude auf die WM-Endrunde 2018 in die Kriegswirren

Am 28. Februar 2018 blickte Joachim Löw erwartungsfroh in Richtung Russland (Cover «Causa Sport» 1/2018)

(causasportnews / red. / 28. Februar 2022) Heute vor genau vier Jahren fand in Zürich eine spezielle Veranstaltung des «Swiss Sport Forum» (www.swisssportforum.ch) statt. Die Fussball-WM-Endrunde stand vor der Türe, und es herrschte grosse Vorfreude auf den Grossanlass in Russland (vom 14. Juni bis 15. Juli 2018). Es waren die Verbandspräsidenten des Schweizerischen Fussball-Verbandes (SFV), Peter Gilliéron, und des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, zugegen, zusammen mit ihren wichtigsten Angestellten: Vladimir Petkovic (SFV) und Joachim Löw (DFB). Daneben gab sich viel Prominenz ein Stelldichein, so etwa der Torhüter der Schweizer Nationalmannschaft, Yann Sommer, sodann Oliver Kahn, Reiner Calmund und weitere Persönlichkeiten. Die Veranstaltung fokussierte die WM-Endrunde in Russland, an der Deutschland den WM-Titel verteidigen wollte; ein Unterfangen, das allerdings ernüchternd scheiterte. Vorgesehen war die Fussball-Show am 28. Februar 2018 im Saal des FIFA-Museums in Zürich. Wegen des Publikums-Andrangs sahen sich die Forums-Verantwortlichen kurzfristig veranlasst, die Veranstaltung in den grossen Saal des nahegelegenen Kirchgemeindehauses Zürich-Enge zu verlegen. Dort fand vor 400 Gästen ein nachhaltig wirkender, vor-sportlicher Höhepunkt mit Blick auf «Russia 2018» statt

Die WM-Endrunde in Russland sollte ein Fussballfest werden – und wurde es weitgehend. Die Gastgebernation Russland trat einladend, freud- und friedvoll auf.

Vier Jahre später: Russland hat vor wenigen Tagen einen brutalen Aggressions-Krieg gegen die Ukraine losgetreten. Wladimir Putin und die kriegsführenden Russen zeigen aktuell ihr wahres Gesicht und stürzen derzeit Europa in traumatische Kriegswirren.

Im Jahr 2018 war offenbar in Russland alles nur Staffage. Heute riskiert Russland mit Kriegstreiber Wladimir Putin und mit seiner Entourage sowie seinen Claqueuren im In- und Ausland den Weltfrieden und setzt ihn jedenfalls ernsthaft auf die Probe – und auf’s Spiel. Diese Welt fragt sich heute, wie man Russland 2018 nur so auf den Leim kriechen konnte und die WM-Endrunde der Propaganda der Russen opferte. FIFA-Präsident Gianni Infantino nannte Wladimir Putin einen Freund und herzte diesen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Es gibt jedoch offenbar auch falsche Freunde…Oder bedeutet einmal Freundschaft immer Freundschaft? Der FIFA-Präsident beobachtet nach eigenen Angaben die Lage (sic!). Auch von Wladimir Putin distanzieren sich die wahren Freunde eben nicht so schnell!