IOK-Präsidentenwahl: Wer könnte Sebastian Coe gefährlich werden?

causasportnews.com – 26/2025, 18. März 2025

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(causasportnews / red. 18. März 2025) Die Wahl des Nachfolgers oder der Nachfolgerin des langjährigen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), Thomas Bach, wird am 20. März 2025 stattfinden. Nach zwölf Jahren an der Spitze des IOK, einem Schweizer Verein mit Sitz in Lausanne, geht die Ära des bald 72jährigen Funktionärs alter Schule definitiv zu Ende. Das ist eine Überraschung, denn in den Augen vieler Menschen auf dem Planeten galt der Deutsche als Funktionär, der nicht loslassen kann. Mit einer IOK-Statutenänderung hätte Thomas Bach, der Mannschafts-Olympiasieger im Fechten von 1976 in Montreal, die Amtsverlängerung durchsetzen können. Der mehrheitlich ungeliebte und umstrittene Deutsche dürfte jedoch erkannt haben, dass seine Zeit als IOK-Präsident definitiv abgelaufen ist. Thomas Bach war ein gewiefter Taktiker; er galt als Funktionärs-Apparatschik, der sich in der Sport-Weltpolitik allerdings immer wieder verhedderte und dem vorgeworfen wurde, Sportliches (als IOK-Präsident), Berufliches (als promovierter Jurist und Wirtschaftsanwalt) sowie Privates (als gewiefter Strippenzieher) zumindest unangebracht zu vermengen. Seit 2013 bekleidete er das höchste Amt im Weltsport. Seine Amtszeit war geprägt von etlichen Peinlichkeiten, vor allem mit Bezug auf Russland. 2014 lobte er die Olympischen Spiele in Sotschi (vom 7. bis 23. Februar 2014) und Putin-Russland über den grünen Klee, um dann miterleben zu müssen, wie eben dieses gelobte Russland im März 2014 die Krim annektierte und so den Krieg gegen die Ukraine lostrat. Sein Umgang mit dem russischen Staatsdoping bewirkte, dass Thomas Bach Naivität und Einfältigkeit nachgesagt wurde. Wäre nun die Amtsdauer des oft tollpatschig daherkommenden, ehemaligen Fecht-Olympiasiegers nicht so oder so zu Ende gegangen, wäre Thomas Bach wohl der Präsident gewesen, der über Russland stolperte. Nach dem Kriegsbeginn Russlands gegen die Ukraine anfangs 2022 fuhr der IOK-Präsident mit dem Ausschluss, bzw. Nicht-Ausschluss, bzw. mit dem ein bisschen-Ausschluss russischer Sportlerinnen und Sportler einen eher russenfreundlichen Kurs. Wie dem auch sei. Mit dem Abgang von Thomas Bach wird wohl das Kapitel des Apparatschik-Funktionärstums im IOK in der bisherigen Form ein Ende haben.

Als Favorit für das höchste Präsidentenamt im Weltsport gilt der ehemalige britische Mittelstreckenläufer Sebastian Coe. Als ehemaliger, erfolgreicher Sportler, der insgesamt zwei Olympische Goldmedaillen gewann, der in der Politik aktiv war und als langjähriger Sportfunktionär Erfahrungen sammelte, verfügt der 68jährige Brite das Rüstzeug, um den globalen Sport durch die tosenden Stürme dieser Zeit zu führen. Alles andere als eine Wahl von Sebastian Coe in dieser Woche wäre eine Sensation. In der Nähe von Olympia, in Griechenland, steigen neben Lord Coe nur zwei weitere, ernstzunehmende Kandidaten, bzw. eine Kandidatin, in den Ring. Da wäre einmal die Favoritin des abtretenden Thoms Bach, die Sportministerin Simbabwes, Kirsty Coventry. Sie gehört dem IOK-Zirkel seit längerer Zeit an und holte als ehemalige Schwimmerin zwei Olympische Goldmedaillen. Ihr Handikap: Mit 41 Jahren ist sie für das Amt etwas gar jung. Chancen werden zudem dem 65jährigenm Spanier Juan Antonio Samaranch junior eingeräumt. Seinen Vater kennt die Welt als langjährigen, teils nicht unumstrittenen IOK-Präsidenten (1980 – 2001).

Die Wahl der neuen IOK-Präsidentin oder des IOK-Präsidenten wird nicht nach dem Slogan «Wahltag ist Zahltag» erfolgen. Im IOK heisst es in dieser Hinsicht eher: «Die Karten werden neu gemischt». So schaut die Welt einigermassen gebannt und gespannt nach Griechenland, wenn nun in der Nähe von Olympia das höchste Sport-Funktionärsamt zu vergeben ist.

Der neue Sportminister vor der Fussball-Europameisterschaft der Frauen

causasportnews.com – 25/2025, 16. März 2025

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(causasportnews / red. / 16. März 2025) Seit dem 12. März weiss die Schweiz, wer ab 1. April 2025 Nachfolger der vor ein paar Wochen überraschend zurückgetretenen Bundesrätin Viola Amherd ist: Der 62jährige Zuger Regierungsrat Martin Pfister tritt die Nachfolge der bald 63jährigen Walliserin in der Landesregierung an (vgl. auch causasportnews vom 12. März 2025). Den unscheinbaren Regierungsrat aus dem Mini-Kanton Zug kannte vor einem Monat noch kaum jemand; jetzt ist er zufolge der Personalnot in der «Mitte»-Partei, die keinen valablen Kandidaten und auch keine Kandidatin für das nationale Regierungsamt finden konnte, in die höchsten Sphären der Bundespolitik katapultiert worden. Der in den Bundesrat gewählte «Polit-‘Notnagel’ Martin Pfister» freut sich über das gut dotierte und mit vielen Privilegien ausgestattete Ämter-Geschenk aus der Bundes-Stadt Bern. Allerdings ist diese Wahl, welche einer Verzweiflungstat der Vereinigten Bundesversammlung gleichkommt, auch ein Fingerzeig dafür, dass das Regierungssystem in der Schweiz in dieser Form nicht mehr zeitgemäss ist. Zwar wurde Martin Pfister zum neuen Bundesrat gewählt, über die Ämterverteilung in der siebenköpfigen Landesregierung wurde mit dieser Wahl formell nichts bestimmt. Doch an sich war es schon vor der Bundesratswahl klar, dass der Nachfolger von Viola Amherd das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) übernehmen würde. In einer «Geheimsitzung» kurz nach der Wahl befand der neu formierte Bundesrat über die Departementsverteilung, mit dem Ergebnis, dass alles beim Alten bleiben und der neugewählte Bundesrat das VBS übernehmen würde. Martin Pfister wird also Verteidigungs– und Sport-Minister. In dieser schwierigen Zeit, in der auch in Europa ein Krieg tobt, ist das VBS-Vorsteher zur wichtigsten Person im Bundesrat und in der Schweiz geworden. Viola Amherd ist an dieser Aufgabe gescheitert, was letztlich aktuell zum Personalwechsel in der Landesregierung geführt hat. Dass dabei der Walliserin alle Schuld für die desaströsen Verhältnisse im VBS und für den katastrophalen Zustand der Armee in dieser Zeit, in der die Abwehrbereitschaft der Schweiz wichtig ist wie noch nie, zugeschoben wird, ist zumindest teilweise unzutreffend und ungerecht. Die Landesregierung amtet und verantwortet die Politik im Kollegium. Der Bundesrat ist somit als Team verantwortlich auch für die Vorgänge im Rahmen der Landesverteidigung. Noch nie wurde die kollegiale Unfähigkeit der Landesregierung derart krass manifest wie derzeit. Bereits wird gegenüber dem neuen Departementsvorsteher die Forderung erhoben, dass er die darniederliegende Schweizer Armee zur besten Streitmacht der Welt formen müsse. Als Miliz-Offizier im Range eines Obersten könnte dies Martin Pfister gelingen.

Die Funktion als Sportminister wird dem Zuger Neo-Bundesrat im Moment keine grossen Sorgen bereiten. Schliesslich hat seine Vorgängerin, Viola Amherd, in sportlicher Hinsicht alles gegeben und beispielsweise ein paar Tage vor ihrem Amtsende noch eine Menschenrechtserklärung für die Fussball-Europameisterschaft der Frauen, die im Juli in der Schweiz stattfinden wird, unterzeichnet. Sie nannte das eine «starkes Zeichen für den Sport und für die Gesellschaft». Das Turnier biete die Chance, weit über das Spielfeld hinaus positive Impulse zu setzen», hiess es dazu aus dem VBS. Mit der Unterzeichnung der Erklärung bekenne sich die Schweiz zu «Diversität, Chancengleichheit und Inklusion im und durch den Sport». Weil sich unter diesen Schlagworten wohl kaum jemand etwas Konkretes vorstellen kann, setzte der Bund bezüglich dieser Gross-Veranstaltung in der Schweiz ein undiskutables, klares Zeichen: Der Anlass wird mit 15 Millionen Franken unterstützt. Unklar ist, für genau was das Geld eingesetzt werden soll. Bis im Juli werden sich zweifelsfrei Abfinanzierungsmöglichkeiten ergeben. Sportminister Martin Pfister kann auch diesbezüglich unbelastet und unbefangen ans Werk.

«Herr Schüüch» wird Sportminister!

causasportnews.com – 24/2025, 12. März 2025

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(causasportnews / red. / 12. März 2025) Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht: Die Vereinigte Bundesversammlung in Bern wählte am Vormittag des 12. März 2025 ein neues Regierungsmitglied. Dieses ersetzt die zurückgetretene, glück- und weitgehend erfolglose Bundesrätin Viola Amherd aus dem Wallis. Als Bundesrat wurde der bisher national unbekannte 62jährige Zuger Regierungsrat Martin Pfister gewählt, der mit grösster Wahrscheinlichkeit das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) übernehmen wird. Dieses Departement hat im Zuge der destabilisierten Verhältnisse in Europa und in der Welt seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine besondere Bedeutung erlangt; es wurde im Rahmen der Schweizer Landesregierung das wichtigste Departement. Somit wird Martin Pfister, ein Milizoffizier im Range eines Obersten, höchstwahrscheinlich ab 1. April 2025 Verteidigungsminister. Und weil im «VBS» aus historischen Gründen Militär und Sport verbandelt sind, hat im Zuger Regierungsrat die Schweiz einen neuen Verteidigungsminister; ebenso einen neuen Verantwortlichen für den Sport. Der öffentlich-rechtliche Sport ist ebenso beim neuen Bundesrat konzentriert wie die Landesverteidigung. Will heissen: Martin Pfister wird (auch) Sportminister.-

Das Amt eines Bundesrates (Regierungsmitgliedes) ist zwischenzeitlich krass abgewertet, eigentlich ist es aus der Zeit gefallen. Als Viola Amherd überraschend ihren Rücktritt erklärte, wohl um dem Chaos im VBS zu entrinnen (für das sie nota bene klar nicht alleine verantwortlich ist), war es klar, und es entspricht den politischen Gepflogenheiten, dass die «Mitte»-Partei, welcher die 63jährige Walliserin Viola Amherd angehört, diesen Posten mit einer Parteisoldatin oder einem Parteisoldaten aus den eigenen Reihen besetzen würde. Dies würde, das war der Plan, alles gemäss «Zauberformel» geschehen, die dazu angetan ist, etwa Verhältnisse, wie sie derzeit in Deutschland herrschen, zu vermeiden. Und es geschah so. Letztlich wurde dem Wahlgremium ein «Zweier-Ticket» von bejahrten Männern aus der «Mitter» präsentiert. Eine solche Konstellation wird «Auswahl» genannt. Keine Frauenkandidatur also, keine Alternativen, demnach nur Tristesse. Die Wahl von Martin Pfister war wohl ein Abgesang auf das Regierungssystem in der Schweiz, zumal dem Regierungs-Kollektiv auf Bundesebene kaum mehr jemand angehören will (was auch für andere Gremien und öffentliche Ämter gilt und ein Zeichen der Zeit zu sein scheint). 134 von 245 gültigen Stimmen; mit diesem Resultat wurde der «Notnagel» Martin Pfister zum neuen Bundesrat gewählt. So kam es, dass «Herr Schüüch» (das bedeutet «scheu»), wie er hinter vorgehaltener Hand bezeichnet wurde, (auch) zum Sportminister avancierte. Dass die Cartoon-Figur des «Herrn Schüüch» in der vollzogenen Bundesratswahl mit Martin Pfister so kurz vor Ostern Auferstehung feiern würde, ist also kein Zufall. Die Figur des Herrn «Schüüch» wurde vom Karikaturisten Hans Moser (gestorben 2012) vor allem für das Satire-Magazin «Der Nebelspalter» geschaffen. «Herr Schüüch» ist das überzeichnete, stereotype Abbild bestehender, gesellschaftlicher Norm- und Wertvorstellungen. «Herr Schüüchs» variantenreichen Erscheinungen lebten lange in verschiedenen Wirkungsbereichen fort. Allmählich geriet er eher in Vergessenheit; jetzt wurde «Herr Schüüch», der überkorrekte, etwas gehemmte Schweizer, der nie jemandem auf die Füsse tritt, zum Verteidigungs- und Sportminister auserwählt. Der Zuger hätte sich auch in der Werbung positionieren können, etwa in seiner Freizeitbetätigung, z.B. im häuslichen Küchendienst. Wie hiess es doch vor vielen Jahren so schön in der Spülmittel-Werbung von «Brio», vorgetragen von einem «gmögigen» Schweizer als Biedermann: «Juhui nüme abtröchne»! Dank «Brio» eben.

Vorfreude auf die Fussball-WM-Endrunde 2026?

causasportnews.com – 23/2025, 10. März 2025

(causasportnews. / red. / 10. März 2025) Erst während ein paar Wochen wütet der aktuelle Präsident der Vereinigten Staaten im Weissen Haus und irritiert Freunde und Feinde auf der ganzen Welt mit seinen unberechenbaren Polit-Aktivitäten. Als am 13. Juni 2018 anlässlich des Kongresses (Mitgliederversammlung) des Weltfussballverbandes FIFA in Moskau (!) beschlossen wurde, die Endrunde der 23. Fussball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und in den USA auszutragen, hielt es kaum jemand für möglich, dass die Weltordnung sieben Jahre später aus den Fugen geraten würde. Doch nun ist es so. Ziemlich genau 15 Monate vor dem Beginn der WM-Endrunde in den drei Ländern wird eher besorgt als mit Vorfreude auf den wichtigsten Anlass im Weltsport des kommenden Jahres vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 geschaut. Denn zwischen den drei Austragungsländern herrscht eher eine gespannte bis feindliche Atmosphäre als sportliche Harmonie. «Zollkrieg» heisst neuerdings der aus dem Weissen Haus angezettelte «Sport» anderer Art zwischen den USA, Kanada und Mexiko. Der einzige Mann auf der Erde, der diese Konstellation gut findet, ist der aktuelle FIFA-Präsident Gianni Infantino, welcher seiner neuen und besiegelten Freundschaft mit Donald Trump alles unterordnet, und fleissig am Wegzug der FIFA von Zürich in die USA arbeitet. Der Walliser wirft sich vor dem US-Präsidenten bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Staub. Ob es dem umstrittenen FIFA-Präsidenten jedoch auf diese Art und Weise gelingen wird, Kanada, Mexiko und die USA in den verbleibenden 15 Monaten bis zum Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt am 11. Juni 2026 harmonisch zu stimmen, bleibt abzuwarten; insbesondere wird er daran zu arbeiten haben, seinen Freund Donald Trump auf Linie zu bringen. Es muss nämlich wohl einiges geschehen, soll nach dem Eröffnungsspiel in Mexiko bis zum Finalspiel am 19. Juli 2026 in East Rutherford (New Jersey, USA) am 19. Juli 2026 das Woodstock-Feeling des globalen Fussballs erreicht werden. Die gewünschte Stimmung anlässlich der WM-Endrunde könnte auch dadurch getrübt werden, dass wohl im aufgeblähten WM-Turnier mit 48 Mannschaften in den drei Austragungsdestinationen und in den 104 Spielen auch Länder, die sich derzeit und wohl auch in den nächsten Monaten kriegerisch bekämpfen, aufeinandertreffen werden. Dass der internationale Fussball den praktisch überall herrschenden Kriegen ein Ende setzen könnte, hat zuletzt nur noch Gianni Infantinos Vorgänger als FIFA-Präsident, Joseph Blatter, geglaubt.

Gianni Infantino arbeitet schon einmal daran, dass die Fussball-Bespassung der Welt anlässlich des WM-Finalspiels am 19. Juli 2026 alle Probleme dieser Welt lösen wird. Für die Halbzeit-Pause hat er eine gigantische Show angekündigt, die er wohl zusammen mit Donald Trump bestreiten wird. Donald Trump und Wladimir Putin mit Schiedsrichter Gianni Infantino beim friedlichen Sackhüpfen also? Der Sieger, Donald Trump natürlich, dürfte dann den künftigen FIFA-Sitz bestimmen, die Zentrale für Frieden, Freude und Eierkuchen auf den Spielfeldern der Welt? Logisch also, wie dieser Wettbewerb ausgehen könnte. Ebenso logisch, dass der Friedensstifter Gianni Infantino mit dem Friedens-Nobelpreis geehrt würde. Der Fussball vermittelt also doch Hoffnung auf eine friedliche und bessere Welt.

Vorfreude auf die Fussball-WM-Endrunde im kommenden Jahr ist, zumindest derzeit, keine auszumachen, eher Besorgnis. Fussball-Funktionäre wünschten sich, auch wenn sie dies nicht öffentlich sagen, dass der Vergabe-Beschluss des FIFA-Kongresses vom 13. Juni 2018 in Moskau in dieser Form und mit diesem Ergebnis nie gefasst worden wäre…

Joseph Blatters letzter Auftritt in einem skurrilen Schauprozess?

causasportnews.com – 22/2025, 7. März 2025

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(causasportnews / red. / 7. März 2025) Joseph Blatter, der jahrelange König des internationalen Fussballs, zuerst als Generalsekretär, dann als Präsident der FIFA, hat in seiner Laufbahn einiges erlebt und vieles bewegt – Positives und Negatives. Nun war die Öffentlichkeit vor ein paar Tagen Zeuge, als der bald 89jährige, vom Leben und der Arbeit gezeichnete ehemalige Top-Fussball-Funktionär, wohl ein letztes Mal auf die grosse Bühne trat und sich unter den Augen der Weltpresse im Baselbieter Strafjustizzentrum gegenüber einem Vorwurf des Weltfussballverbandes FIFA und der Bundesanwalt zur Wehr setzte. Zusammen mit seinem ehemaligen Freund und Ex-Fussballspieler sowie Ex-Funktionär Michel Platini verteidigte er sich gegenüber der Bundesanwaltschaft und der FIFA gegen die Vorwürfe des Betrugs und der Urkundenfälschung. Ungeachtet aller Beschuldigungen von rechtlicher Relevanz gab der wohl bedeutendste Fussball-Funktionär aller Zeiten im Prozess ein dramatisches Bild des körperlichen Zerfalls und der Wehrlosigkeit ab. Es war geradezu skurril, welcher Schauprozess hier im beschaulichen Basel gegen einen alten Mann mit körperlichen Gebrechen inszeniert wurde. Alles andere als ein Freispruch für Joseph Blatter und Michel Platini wäre eine Justiz-Sensation. Deshalb fragte sich männiglich: Musste das sein? Selbstverständlich ist es bis jetzt nicht klar, weshalb die FIFA auf Geheiss des damaligen FIFA-Präsidenten, eben Joseph Blatter, dem bald 70jährigen, ehemaligen UEFA-Präsidenten, der dafür auserkoren war, die Nachfolge von Joseph Blatter als FIFA-Präsident anzutreten, zwei Millionen Franken aus der FIFA-Kasse zahlen liess. Es ging offenbar um die Abgeltung von Beraterleistungen, die der Franzose auf Geheiss des Präsidenten gegenüber der FIFA erbracht haben soll. Klar scheint jedenfalls zu sein, dass die Zahlung von den zuständigen Überwachungs-Instanzen im Weltverband genehmigt worden ist. Wie also so etwas Betrug sein könne, fragte der trotz seines Alters zur Hochform aufgelaufene Walliser die zahlreichen, angereisten Journalisten. Der Prozess musste durchgeführt werden; ein Opportunitätsprinzip kommt in derartigen Strafverfahren nicht zur Anwendung. Das Gericht, das statt in Bellinzona im Baselbiet tagte, wird demnach bald einen Entscheid fällen. Am 25. März ist die Urteilseröffnung vorgesehen. In Muttenz waren die beiden Beschuldigten, Joseph Blatter und Michel Platini, persönlich anwesend. Sie gaben sich überzeugt, dass sie von der Anklage freigesprochen würden. Entsprechend plädierten ihre Anwälte. Nachdem es in dieser Causa erstinstanzlich vor drei Jahren Freisprüche abgesetzt hatte, ist dieser Optimismus der Beschuldigten wohl berechtigt. Die FIFA nahm am Prozess schon gar nicht mehr teil, was von Prozess-Beobachtern als «feige» oder als Kapitulation vor dem Naheliegenden qualifiziert wurde. Dafür legte sich die in erster Instanz unterlegene Bundesanwaltschaft ins Zeug.

Dieser regelrechte Schauprozess gegen zwei Funktionäre, die wenig ehrenvoll aus ihren Ämtern geschieden waren, erlebte in Muttenz einen geradezu grotesken Höhepunkt: Die Bundesanwaltschaft verlangte die Einfügung eines Zeitungsartikels ins Aktendossier. Dies wurde letztlich gestattet, dürfte aber an der gewonnenen Überzeugung des Gerichts nicht mehr viel ändern. Zwar schrieb die «Neue Zürcher Zeitung», die nicht gerade dem «Pro-Blatter-Lager» zugeordnet wird, in fetten Lettern: «Zeitungsartikel belastet Joseph Blatter schwer» (4. März 2025). Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Juristen sind sich einig: Wenn mit einem Zeitungsartikel Beweis geführt werden soll, ist dies eher als Verzweiflungsakt der Anklage zu qualifizieren. On verra…

Krieg und Sport im globalen Irrenhaus

causasportnews.com – 21/2025, 3. März 2025

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(causasportnews / red. / 3. März 2025) Man mag schon gar nicht mehr hinschauen oder hinhören. Die Welt versinkt im Chaos, Politikerinnen und Politiker machen durchwegs auf Durchhalteparolen, und es herrscht der Eindruck, die Weltpolitik gleiche einem permanenten «Tag der offenen Türe» im Irrenhaus. Es ist alles viel schlimmer, als es scheint, da rund um den Globus Kriege toben und die Politik als Mittel der Kriegsführung verwendet wird. Mit irren Windungen und Wendungen.

Zum Beispiel in den Vereinigten Staaten. Da kanzelt der US-Präsident den Präsidenten der von Russland angegriffenen und nach drei Kriegsjahren zermürbten Ukraine vor der Weltöffentlichkeit wie ein Schulbube ab. «Lob der Schuldigen, Tadel der Unschuldigen», wird das gemeinhin genannt. Nachdem alles «Täubele» (Schweizerdeutsch für Trotzen) und Drohen nichts mehr nützt, entflieht der «Täubeli» mit dem Helikopter zum Golfspiel. Sport als Zerstreuung in den Kriegswirren also, im Sinne des «disportare» (Lateinisch für «sich zerstreuen» oder: Die Aufmerksamkeit woanders hinlenken). Wenn der US-Präsident nicht «täubelet» oder gleichsam infantil schmollt, dann hat er, als wichtigster, bzw. mächtigster Mann der Welt, andere Sport-Präferenzen. Dann ergötzt er sich gerne an «MMA»-Kämpfen (MMA = Mixed-Martial-Arts), eine Brutalo-Sportart zur Befriedigung der niedrigsten Gelüste. Diese ist, vorwiegend in den USA verbreitet und beliebt, ein blutrünstiges Vehikel der Macht, wie es die Zürcher «Sonntags-Zeitung» beschreibt (so am 2. März 2025, S. 14/15). Dieser irre, menschenverachtende «Sport», ein Terminus, der eigentlich in Anführungsstriche gesetzt werden muss, findet natürlich der Antipode des US-Präsident im Moskauer Kreml ebenfalls gut. Neben der Kriegsführung auch ein wenig zur Gesellschafts-Verrohung beitragen; so muss es wohl sein – und macht auch Freude. O tempora, o mores! (Welche Zeiten, welche Sitten!).

Das hirnrissige Spiel um den Krieg Russlands gegen die Ukraine hat wenigstens in einem Punkt Klarheit verschafft: Europa riskiert, zwischen den Polen USA und Russland zerrieben zu werden. Der Kontinent, auf dem Krieg herrscht, muss sich nun definitiv und total von den beiden Mächten emanzipieren. Unter dem Strich betrachtet nützen die USA und Russland der Welt nicht viel. Sollen sie sich autonom «gross» oder noch «grösser» machen, jedoch ihren Terror gegenüber dem Rest der Welt beenden. Wenn Europa nur nicht zu schwach ist, um sich vor allem von den USA zu emanzipieren. Die Leader-Nationen Europas liegen am Boden und zerfleischen sich im Innern gleich selber.

Nicht gerade Krieg, aber ein veritables Chaos in Staat und Gesellschaft erlebt derzeit die Schweiz. Da kann sich die Öffentlichkeit echauffieren, dass zwei Regierungsräte eine Vorzugsbehandlung beim bedeutenden Sportevent «Spengler Cup», der jeweils in Davos zwischen Weihnachten und Neujahr ausgetragen wird, genossen haben. Gute Sitzplätze, Essen und Trinken – solche Vorteile sind wohl dazu angetan, um sich künftig die Interessen der edlen Spender (konkret handelt es sich um eine Markisen-Unternehmung) zu sichern. Die gewährten Wohltaten reichen wohl allerdings nicht einmal aus, um Manipulationen abzugelten, so etwa, wie es vor rund 20 Jahren in Deutschland der Fussball-Schiedsrichter Robert Hoyzer getan hat. Wenigstens «verpfiff» er für ein paar tausend Euro und einen Flach-Bildschirm in Zusammenarbeit mit der Sportwetten-Mafia die Pokal-Partie SC Paderborn gegen den Hamburger Sportverein (HSV). In Davos soll nun also das Markisen-Geschäft durch Bestechung von Regierungsräten am «Spengler-Cup» angekurbelt worden sein? Irre! Das alles passt jedoch in das globale Irrenhaus.

Sport im Hoch, Armee am Boden

causasportnews.com – 20/2025, 27. Februar 2025

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(causasportnews / red. / 27. Februar 2025) Vor allem bezüglich des alpinen Skisports befindet sich die Schweiz derzeit in einem Hoch. Das darf nach den Ski-Weltmeisterschaften im Österreichischen Saalbach bilanziert werden. Vor allem die Männer räumten Medaillen zuhauf ab und sorgten dafür, dass die Schweiz in der Nationenwertung obenaus schwang.

Anders sieht es bei der Landesverteidigung aus. In Europa herrscht zwar Krieg, die Schweiz scheint dies aber nicht gross zu berühren. Der Armeechef, Korpskommandant Thomas Süssli, redete kürzlich offen davon, die Schweizer Armee, vom damaligen Bundesrat Ueli Maurer als «beste Armee der Welt» bezeichnet, sei nur «bedingt abwehrbereit», was soviel heisst: Die Armee ist am Boden!

Der Sport ist derzeit also «top», die Armee ein «Flop». Sinnigerweise sind Sport und Armee im gleichen, staatlichen Organisationsgefüge konzentriert: Sport und Armee werden vom gleichen Regierungs-Departement verwaltet. Das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat die Aufgabe, den Sport seitens des Staates im Sinne der körperlichen Ertüchtigung des Volkes zu fördern. Nur trainierte Menschen nützen der Armee. So haben, aus historischen Gründen, Sport und Militär auf Staatsebene zusammengefunden. Die Konstellation, Sport und Militär im gleichen Departement zu bündeln, machte im letzten Jahrhundert allenfalls Sinn, heute erinnert diese organisatorische Symbiose nur noch an die guten, alten Zeiten, als Kavallerie und Schützengräben statt Drohnen und Raketen die Kriegsführung prägten. Der Sport wurde im Allgemeinen im Verlaufe der Zeit insbesondere von Diktatoren als Präsentations- und Propaganda-Plattform immer wieder missbraucht. Es waren ebenfalls diese Zeiten, als der Sport, insbesondere das Turnen, in der Schule wichtiger war als das Schreiben und das Lesen. In der Schweiz ist aktuell die Departements-Vorsteherin, Bundesrätin Viola Amherd, im Sport dann präsent, wenn Schweizer Athletinnen und Athleten erfolgreich sind. Sie sonnt sich jeweils gerne im Glanz dieser Erfolge.

Als Verteidigungsministerin kann sich die 62jährige Walliserin Viola Amherd weniger gefreut in Szene setzen. Sie hat ihren Rücktritt erklärt, und ihr Departement entpuppt sich derzeit als regelrechter Augiasstall. Die Landesverteidigung ist zum Desaster geworden, die Departements-Vorsteherin sucht demnächst ihr Heil im Leben als Rentnerin. In der nun führungslosen Armee bleibt kein Stein auf dem andern. Das VBS ist ein regelrechtes Tollhaus, in dem Lügen, Betrügereien, Korruption, Nepotismus und Negativ-Schlagzeilen um das Departement und um staatsnahe Betriebe prävalieren. Die Führung der Armee ist durch verschiedene, angekündigte Abgänge derzeit inexistent, was in Anbetracht der Bedrohungslage in Europa für die Schweiz existenzbedrohend sein kann. Statt als Sofortmassnahmen Problemlösungen anzustreben, wird vor allem die Schuldfrage für das Malaise in der Armee in den Vordergrund gerückt. Die hilflose und eben auch nicht wahnsinnig kompetente VBS-Chefin wird wie eine zum Abschuss freigegebene Wildsau durch’s Land getrieben. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, wenn es um die Beurteilung der Schuldfrage im derzeitigen Armee-Desasters geht. Die Landesregierung betont zwar bei jeder sich bietenden Gelegenheit, als Kollegium zu wirken und die entsprechende Verantwortung hierfür zu tragen. Letztlich liegt also die Verantwortung für das VBS beim Gesamt-Bundesrat, der allerdings mehr ein Versager-, statt ein Regierungs-Gremium ist. Kein Wunder, finden sich kaum mehr Menschen in diesem Land, die bereit sind, um eine Regierungsfunktion wahr- und Verantwortung mit zu übernehmen; oder allenfalls nur Unfähige und Mittelmässige (aus der «Mitte» stammt bekanntlich die VBS-Departements-Vorsteherin, die Leute zuhauf aus dieser Partei um sich schart). Die Hilflosigkeit in der Schweiz bezüglich Armee wird auch dadurch offenkundig, dass die katastrophalen Verhältnisse im VBS nun durch eine Parlamentarische Untersuchungskommission aufgearbeitet werden sollen. Ausgerechnet die Sozialdemokraten, welche die Armee über Jahrzehnte demontiert und regelrecht bekämpft haben, verlangen solches. Vor allem wird übersehen, dass das Bundes-Parlament selber die Aufsicht über die Landesregierung hat, bzw. hätte…Die Regierung, der Bundesrat, ist aber heute nur noch ein Wurmfortsatz des Parlamentes, in dem Menschen, durchwegs «Lautsprecher», mit teils bescheidenen, intellektuellen Fähigkeiten das Sagen haben.

Im Sport, der privat und privatrechtlich aufgestellt und organisiert ist, gibt es im Rahmen des VBS nichts zu beanstanden. Das Feld wird so oder so dem Privatbereich (schwerpunktmässig den Sportverbände) überlassen. Da nützt allerdings auch das Bonmot nichts mehr, dass der Krieg die Weiterführung des Sportes mit anderen Mitteln sei. Wenn dem so wäre, müsste einem nicht bange um die Schweiz sein.

Ach, ich hab’ sie ja nur auf den Mund geküsst…

causasportnews.com – 19/2025, 26. Februar 2025

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(causasportnews / red. / 26. Februar 2025) «Ach, ich hab’ sie ja nur auf die Schulter geküsst», heisst es in der Operette «Der Bettelstudent» von Carl Millöcker; der Österreichische Komponist lebte von 1842 bis 1899. Diese Klamauk-Komposition mit dem Parade-Stück, das etwa von Luciano Pavarotti gekonnt intoniert wurde, wird präsent, wenn es um den modernen «Kuss-Skandal» geht – mit dem Spanischen Fussball-Verbandspräsidenten Luis Rubiales (geboren 1977) in der «Hauptrolle». Der ehemalige Fussballspieler und Verbandsfunktionär hat weit mehr getan, als eine Nationalmannschafts-Spielerin anlässlich der Siegerehrung nach dem Gewinn des WM-Titels der Spanischen Frauen-Nationalmannschaft 2023 auf die Schulter geküsst. Der Mund der Akteurin Jennifer Hermoso war das Objekt der Funktionärs-Begierde. Angeblich gegen ihren Willen presste der Verbandspräsident seinen Mund auf den Mund der Spielerin. Eine Tat, die natürlich unverzeihlich ist, auch wenn dieser Kuss (nur?) eine Steigerung der Gepflogenheiten der Moderne gegenüber den Verhaltensweisen zur Zeit des «Bettelstudent» bedeutete. Einvernehmlich oder eben nicht – das war und ist die Grundsatzfrage, welche vor allem von der Öffentlichkeit diskutiert wurde und wird: Die «Kuss-Attacke» des Verbands-Funktionärs war natürlich ein Macho-Gehabe des eitlen Spaniers, der nach diesem Fehltritt, den es nach wie vor nicht zu beschönigen gilt, alles verlor, was man verlieren kann: Sein geliebtes Funktionärsamt, seinen gesellschaftlichen Status und seine Reputation. Ein sexueller Übergriff oder eine sexuelle Aggression ist kein Kavaliersdelikt, und man will derartige Figuren des öffentlichen Lebens abstrafen und vollumfänglich scheitern sehen. Früher geschah das an den Stamm-Tischen, heute über die sozialen Medien.

Juristisch ist der gegen den Willen der Spielerin applizierte Kuss nun kürzlich ebenfalls aufgearbeitet worden. Luis Rubiales wurde vom Staatsgerichtshof in Madrid wegen des sexuellen Übergriffs mit einer Geldstrafe von 11 000 Euro belegt; eine Gefängnisstrafe blieb ihm erspart. Vom Vorwurf der Nötigung wurde der Ex-Spitzen-Funktionär freigesprochen.

Zentral im Verfahren war die Frage, ob der «Kuss von Sydney» einvernehmlich (Standpunkt Luis Rubiales) oder nicht einvernehmlich, also nötigend (Standpunkt Jennifer Hermoso), erfolgt sei. Ein als Lippenleser ausgebildeter Mann stützte vor Gericht die stete Beteuerung des Bestraften, der Kuss sei einvernehmlich erfolgt; er habe die Spielerin um Erlaubnis gefragt. Also wahrscheinlich, und so beurteilte es auch das Gericht, keine Nötigung (deshalb der Freispruch in diesem Punkt), sondern einzig (aber immerhin) ein sexueller Übergriff. Die Einwilligung auch bezüglich dieses Übergriffs hatte die happige Geldstrafe zu Folge. Für etliche Erdenbürgerinnen ist diese Verurteilung und die in ihren Augen zu milde Bestrafung von Luis Rubiales ein Skandal. Und was sagt die betroffene, geschädigte Spielerin dazu? Jennifer Hermoso sieht den Schuldspruch gegen den ehemaligen Verbandspräsidenten als Signal, eine wegweisende Entscheidung für die Rechte der Frauen. In einem sozialen Umfeld sei mit dem Urteil ein wichtiger Präzedenzfall geschaffen worden, in dem noch viel zu tun sei, teilte die 34jährige Weltmeisterin, welche die ausgefällte Strafe als zu mild kritisierte, mit.

Da ein Strafgericht einzig einen Sachverhalt juristisch zu beurteilen hat, könnte die Tat von Sydney unter Umständen letztlich auch mit einem Freispruch enden. Affaire à suivre also. Denn gemäss Medienberichten wollen sowohl der Verurteilte Luis Rubiales als auch die Geschädigte Jennifer Hermoso das Urteil des Staatsgerichtshofs weiterziehen.

Im «Bettelstudent» knallte die von Oberst Ollendorf ungefragt auf die Schulter geküsste Laura diesem einen Fächer ins Gesicht. Wäre der Vorfall von Sydney allenfalls nicht besser auf diese Weise erledigt worden, wenn Jennifer Hermoso wegen der behaupteten sexuellen Aggression einfach gleich bei Tatbegehung vor der Weltöffentlichkeit dem Spanischen Funktionär die Faust ins Gesicht geschlagen hätte? Dann wäre alles klar gewesen. Oder doch nicht ganz?

Ein Organisations-Chaos anlässlich der Rad-Weltmeisterschaften 2024 und ein Finanz-Desaster danach

causasportnews.com – 18/2025, 23. Februar 2025

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(causasportnews / red. / 23. Februar 2025) Mit Sportanlässen ist es oft so wie mit einem Hausbau: Es herrschen chaotische Organisationsverhältnisse vor, und zu guter Letzt explodieren die Kosten.- So geschah es anlässlich der Rad-Weltmeisterschaften, die in der Stadt Zürich und in der Agglomeration Zürich vom 21. bis zum 29. September 2024 durchgeführt wurden. Der sportliche Gehalt der Radrennen war durchwegs ansprechend, und dass ein tragischer Todessturz den Grossanlass überschattete, muss als äusserst schmerzhaftes Ereignis angesehen werden. Diesbezüglich ist es allerdings unverständlich, dass die Ursachen des Renn-Unfalls der jungen, erst 18jährigen Schweizerin Muriel Furrer, die einen Tag nach ihrem Unfall am 26. September 2024 verstarb, noch immer nicht bekannt sind. Die Klärung des Unfallhergangs und die Eruierung der Todesursache könnten durchaus rechtlich-relevante Bedeutungen aufweisen. Das Schweigen der WM-Organisatoren zu diesem dramatischen und traurigen Ereignis bis zum heutigen Tag ist jedenfalls unverständlich.

Generell war die Veranstaltung, die vor allem von linken und grünen Kreisen in der Stadt Zürich, der sog. «Velo-Lobby», gefördert wurde, für viele Menschen im Ballungsraum Zürich mehr ein Ärgernis denn ein Radsport-Fest. Vor allem das Gewerbe, das sich während der Rennen mit massiven Beschränkungen konfrontiert sah, macht, sekundiert von bürgerlichen, politischen Parteien, derzeit Druck und tritt offen an die Öffentlichkeit mit der Forderung, dass künftig keine derartigen Gross-Veranstaltungen mehr im Raum Zürich stattfinden sollen. Auch namhafte Kreise in allen Bevölkerungsschichten sprechen sich konkret etwa gegen eine zweite Rad-WM aus. Moniert wird retrospektiv die eingeschränkte Bewegungsfreiheit während der neun Tage dauernden Weltmeisterschaft 2024. Die verschiedensten Einschränkungen für das Gewerbe im Bereich der Rennstrecken werden als unverhältnismässig, unakzeptabel und umsatzschädigend gegeisselt. Jedenfalls herrschte während der neun WM-Tage ein vielschichtiges Organisations-Chaos. Berührt vom Anlass wurden diverse Gemeinden beispielsweise um den Zürichsee. Bauliche Massnahmen auf den befahrenen Strassen waren kostenintensiv, und aufgrund der Streckenführungen bei den Rennen wurden teure Absperr- und Sicherungsmassnahmen notwendig. Offensichtlich fehlte es an einer seriösen Budgetierung dieser Kostenfaktoren, weshalb sich nun die Organisatoren der Weltmeisterschaft mit diversen Gemeinden darüber zanken, wer für diese teils ansehnlichen Extrakosten aufkommen muss. Das Organisationskomitee, meinen diverse mit WM-Extrakosten belastete Gemeinden; die Gemeinden, ist das Organisationskomitee überzeugt. Kommunen, wie Oetwil am See, Zumikon (hier geht es um jeweils 50’000 Franken) und Erlenbach (die Gemeinde verlangt 25’000 Franken) liegen mit den WM-Organisatoren wegen der angefallenen WM-Zusatzkosten im Streit. Zollikon hat das pekuniäre Kriegsbeil begraben und verzichtet auf die Geltendmachung von angefallenen Kosten in der Höhe 17’600 Franken gegenüber den WM-Organisatoren. Nicht wegen der «Geringfügigkeit» des Betrages, sondern weil man sich nicht in einen langwierigen Rechtsstreit einlassen will.

Ein Organisations-Chaos während der Rad-Weltmeisterschaften im letzten September, und ein Finanz-Desaster nach den WM-Rennen sind wohl kaum die Vertrauensbasis, um auch künftig derartige Grossanlässe im Raum Zürich zu organisieren und durchzuführen. Da tritt das grundsätzlich positive, sportliche Fazit nach den WM-Rennen in Zürich und Umgebung tendenziell in den Hintergrund.

Naht das Ende des FIFA-Sitzes in Zürich/Schweiz?

causasportnews.com – 17/2025, 22. Februar 2025

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(causasportnews / red. / 22. Februar 2025) Seit Jahren ist es ein vieldiskutiertes Thema: Der mögliche und von vielen Schweizerinnen und Schweizern geradezu ersehnte Wegzug des Internationalen Fussball-Verbandes (FIFA) aus Zürich. Nun scheint das Ende des Sitzes des Weltverbandes an der Limmatstadt zu nahen, wie das online-Medium «Inside Paradeplatz» des Wirtschaftsjournalisten Simon Lukas Hässig sinniert. Die Spekulation ist zweifellos nicht aus der Luft gegriffen. In der Tat lassen sich (weitere) Anzeichen ausmachen, dass nicht nur der Sitz des Weltverbandes in Zürich wegfallen wird, sondern der Verband in der Rechtsform eines Schweizerischen Vereins (Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB) bald der Vergangenheit angehören dürfte. Stattdessen könnte eine internationale Nachfolge-Organisation, wohl mit Sitz in den Vereinigten Staaten, gegründet und von Miami/Florida aus aktiv werden. Dass wohl das Ende des Sitzes der FIFA in der Schweiz bevorsteht, erhellt der Umstand, dass nun aus den FIFA-Statuten die Sitz-Stadt Zürich/Schweiz durch Kongress-Beschluss getilgt worden ist. Seit 1932 wurde der Sitz der FIFA statutarisch konkret bestimmt und «Zürich» explizit erwähnt: «Der Sitz der FIFA befindet sich in Zürich (Schweiz)» (bisher Art. 1 Abs. 2 der FIFA-Statuten). Es ist nun auch möglich, den Sitz durch Kongress-Beschluss überall hin auf der Welt zu verlegen, wobei beim Wegzug der Organisation aus der Schweiz und die Neu-Domizilierung des künftigen, globalen Fussball-Zentrums, wohl in den USA, auch nicht frei von zu bewältigenden, juristischen Klippen wären. Ob z.B. das Vermögen der FIFA bei einem Wegzug des Verbandes in der Schweiz bleiben würde, ist fraglich.

Es scheint also aufgrund der Anzeichen evident zu sein, dass der Sitz der FIFA ins Ausland verlegt wird und der Verband in der Rechtsform eines Vereins in der Schweiz zu existieren aufhören wird. Am wahrscheinlichsten ist offenbar, dass die FIFA-Protagonisten, insbesondere der aktuelle FIFA-Präsident, der italienisch-schweizerische Doppel-Bürger Gianni Infantino, an Stelle des Welt-Verbandes «FIFA» eine internationale Fussball-Sportorganisation mit Sitz in den USA schaffen wollen.

In letzter Zeit sind zwar die Kritiken an den Gebaren und Aktivitäten der FIFA in der Schweiz eher etwas verstummt, doch sie sind immer noch laut genug, um den Weg für einen Wegzugs-Beschluss zu ebnen. Natürlich würde es einerseits bedauert, dass die Verlegung der internationalen Fussball-Organisation zu geringeren Steuereinnahmen für den Schweizer Fiskus und einen beträchtlicher Abbau von Stellen im derzeitigen «Home of FIFA» am «Zürichberg» nach sich ziehen würden. Andererseits nähme das ewige Gezänke um die FIFA in der Schweiz ein Ende. Die Moral stünde also vor wirtschaftlichen Aspekten; gerade im links-rot-grünen Zürich könnte so ein grosser Erfolg der Ethik über den (Fussball-)Kommerz mit viel Verve gefeiert werden.

Ein baldiger Wegzug der FIFA käme nicht überraschend, zumal sich bereits jetzt ein Teil der FIFA-Administration in USA befindet. Dies nicht nur mit Blick auf die im kommenden Jahr stattfindende Fussball-WM-Endrunde (vom 11. Juni – 19. Juli 2026) mit 48 Teams. Die USA sowie Kanada und Mexiko werden die WM-Endrunde gemeinsam organisieren. Die Voraussetzungen für ein tolles Fussball-Fest sind gegeben. Dass der amerikanische Präsident gegen Kanada und Mexiko stichelt, Zölle erhebt und verbal um sich schlägt ist wohl eh nur ein Teil des (Polit-)Spiels ausserhalb des grünen oder des Kunst-Rasens. Diese WM-Endrunden-Vergabe an USA, Kanada und Mexiko wurde übrigens vom FIFA-Kongress 2018 in Moskau (!) beschlossen. Wenige Jahre vor dem Krieg Russlands gegen die Ukraine freute sich der amtierende FIFA-Präsident mit seinem (damaligen) Freund Wladimir Putin an der völkerverbindenden Bedeutung des internationalen Fussballs. Die Zeiten ändern sich, die Freunde und Sympathisanten lösen sich ab. Der beste, aktuelle Weggefährte und Freund von Gianni Infantino ist derzeit US-Präsident Donald Trump. Das wird wohl länger so bleiben – nicht nur wegen des möglichen künftigen Sitzes der globalen Fussball-Organisation in den USA, sondern weil die WM-Endrunden-Austragungen nach 2026 wieder in Europa und im arabischen Raum (2030 in Spanien, Portugal und Marokko, und 2034 in Saudi-Arabien) stattfinden werden. Das künftige «Mutterland» des Fussballs wird jedoch Amerika sein und bleiben. Natürlich ist es ein Gerücht, dass die Amerikaner am Fussball selber gar kein grosses Interesse hätten! Das ist im Rahmen dieser FIFA-Umbruch-Konstellation auch nicht nötig.