Schlagwort-Archive: Wahlen

Donald Trump: Ein Golf- oder ein „Hütchen“-Spieler?

(causasportnews / red. / 17. August 2020) Eher wird es sich von seinen Golfutensilien trennen als vom Präsidentenamt.- Dieser Meinung sind vor allem in den Vereinigten Staaten nicht nur Journalisten. Beim US-Präsidenten Donald Trump gibt es allerdings in diesem Fall nicht ein „Entweder-Oder“, sondern ein „Sowohl als auch“. Der Präsident des wichtigsten Landes der Erde mit deutschen Wurzeln, die in Kallstadt in der Pfalz liegen (sollen) und die der 74jährige am liebsten ignoriert, liebt das Golfspiel über alles, doch Präsident der Vereinigten Staaten will er weiterhin ebenfalls bleiben. Und einiges deutet darauf hin, dass dieser nach dem 3. November wiederum Donald Trump heissen wird. Zum Leidwesen des Establishments und der Medien allerdings, die aber die Wählerstimmung kaum werden „contra Trump“ beeinflussen können. Schliesslich ist Donald Trump ein Produkt der amerikanischen Demokratie; die dazu führen könnte, dass ein demokratisch gewählter Präsident nicht leichthin abgewählt wird. Schliesslich hat das Volk Donald Trump gewollt – sonst niemand. Sauer muss man, genau genommen, also auf das amerikanische Volk sein, nicht auf Donald Trump. Längst befindet sich der amtierende Präsident im Wahlkampfmodus, und seine Gegner bringen so ungefähr alles auf’s Tapet, was dienlich sein könnte, um diese für die Medien und das Establishment „unkontrollierbare Rakete“ im „weissen Haus“ zum Verglühen zu bringen. So bleibt kaum ein Winkel im Leben des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten unausgeleuchtet. Auch was die Affinität von Donald Trump zum Golfsport betrifft. Logisch, dass der selbstbewusste, wichtigste Mann der Welt, kein Verlierer-Typ ist. Das ist bekannt. Wenn er antritt, so ist die „Niederlage“ ein Fremdwort für ihn. Was nicht ganz untypisch für einen mittel-europäisch-stämmigen Polit-Leader ist. Donald Trump glaubt selbstverständlich an eine zweite Amtsperiode und hält sich (auch) im Golfsport für unbesiegbar. Dass er auf dem Golfplatz notfalls auch schummelt, wenn nur noch auf diese Weise der Sieg erzwungen werden kann, zeigt ein Buch auf, das in den USA im letzten Jahr erschienen ist (Rick Reilly, Commander in Cheat: How Golf Explains Trump). In der heissen Phase des US-Wahlkampfs legt der deutsche Verlag Hoffmann und Campe nun nach und bringt das Buch des Sport-Journalisten in den nächsten Tagen in deutscher Übersetzung heraus. „Der Mann, der nicht verlieren kann: Warum man Trump erst dann versteht, wenn man mit ihm golfen geht“, lautet der sinnige Titel, der für den US-Präsidenten nichts Gutes verheisst. Minutiös wird wiedergegeben, wo, wie oft, und mit wem Donald Trump auf den Golfplätzen Amerikas anzutreffen war und ist. Wenig schmeichelhaft für ihn ist der Umstand, dass das Buch seitens der Medien zum Anlass genommen wird, den Golfer Donald Trump auf diese Weise zu entmystifizieren. Er halte sich für einen exzellenten Golfsportler, jedoch schummle er auch oft und gerne, besonders, wenn sein Sieg in Frage gestellt sei. Er sei an sich gar kein richtiger Golf-, sondern eher ein „Hütchen“-Spieler, stellte das Deutsche Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ kürzlich mit Blick auf das Erscheinen des Buches im Hamburger Verlag fest (33/2020, 8. August 2020, 94 ff.). „Schau’n mer mal“ was also am 3. November geschieht, würde der ebenfalls Golf-affine Franz Beckenbauer sagen. In der Tat sind zwischen Sport und Politik Parallelitäten unverkennbar…

Es grünt so grün – auf und neben dem Rasen

(causasportnews / red. / 21. Oktober 2019) Spricht ein Fussballsportler oder –anhänger von „grün“, meint er in der Regel den grünen Rasen auf dem Spielfeld. Momentan ist „grün“ aber auch in anderem Zusammenhang und auch für Sportler/innen ein aktuelles Schlagwort. Es geht um Politik und die grüne Ideologie, welche im Moment durch die wohlhabende Welt fegt. Der sog. „Greta-Effekt“ hinterlässt insbesondere in Europa Spuren; in Deutschland sowieso, und nun auch in der Schweiz, die ein eindrückliches Wahlwochenende hinter sich hat und gestern das eidgenössische Parlament neu bestellte. Die im teils krassen, linken Spektrum anzusiedelnden „Grünen“ und „Grünliberalen“ legten erwartungsgemäss zu (während die Sozialdemokraten, SP, abstürzten wie ihre deutschen Genossinnen und Genossen), doch im politischen Gesamt-Kontext wird sich in den kommenden vier Jahr, bis das Parlament wieder gewählt wird, kaum viel ändern; denn ohne Allianzen lässt sich auf Bundesebene nichts bewirken. Dafür wird etwa die nach wie vor massiv stärkste Partei in der Schweiz, die Schweizerische Volks-Partei (SVP), mit einem Wähleranteil von mehr als 25%, kaum zur Verfügung stehen (die „Grünen“ kommen auf 15%, die „Grünliberalen“ auf 7,9 %). Andere Parteien mit bürgerlicher Ausrichtung sind in der nationalen Politik der Schweiz nicht mehr auszumachen, und die an sich inexistent gewordene, politische Mitte ist in der Schweiz erodiert und schon längst im politischen Links-Spektrum anzusiedeln. Wie in Deutschland sind die Liberalen auch in der Schweiz (FDP) in ihrer Erfolglosigkeit und Verzweiflung noch unberechenbarer geworden und längst keine verlässlichen, rechten Partner mehr. So haben in der Schweiz die „Grünen“ zwar massiv zugelegt, auf die Sachpolitik wird das keinen markanten Einfluss haben, zumal auch etwa die SVP durchaus umweltbewusst politisiert – was an sich eine Selbstverständlichkeit ist. Erfreulich für die SVP – und quasi in eigener Sache auch für „Causa Sport“ und „causasportnews“: Mit einem Glanzresultat ist der Zürcher Rechtsprofessor und Parlamentarier, Hans-Ueli Vogt, wieder in den Nationalrat gewählt worden; er gehört auch dem Redaktions-Team von „Causa Sport“ und „causasportnews“ an.

Der Sport hatte in mehrfacher Hinsicht Einfluss auf die Wahlen. So dürften die Verluste etwa der SVP nicht unwesentlich darauf zurückzuführen sein, dass sie dem an sich unhaltbaren Bundesanwalt Michael Lauber, der in den FIFA-Ermittlungsstrudel hineingeraten ist, vor einem Monat zur Wiederwahl verholfen hat (causasportnews vom 25. September 2019). Apropos FIFA: So kandidierte der ehemalige Legal Director der FIFA, Eishockey-Fan und SVP-Regierungsrat, Heinz Tännler, im Kanton Zug für einen Sitz im Ständerat (Kantonsvertretung im helvetischen Parlament); und muss nun in einen zweiten Wahlgang. Nicht nur Polit-Auguren räumen dem ehemaligen FIFA-Funktionär kaum Chancen ein – eher weniger deswegen, weil eine FIFA-Vergangenheit in der Schweiz nicht gerade als Renommee gilt. Dem umtriebigen, langjährigen Politiker half auch nicht, dass er am grössten Sportanlass der Schweiz, dem kürzlich in Zug (!) durchgeführten Eidg. Schwing- und Älplerfest, als OK-Präsident amtete (causasportnews vom 26. August 2019). Die Zuger Wählerschaft liess sich von diesen plötzlichen Schwinger-Affinitäten des ehemaligen Sport-Funktionärs nicht gross beeindrucken und ignorierte dieses Engagement als Wahlkampfmittel offenbar weitgehend.

Nach soviel helvetischer Politik und nationalem Sport noch das: Noch immer warten die Betroffenen (Spieler, Klubs und Verbände) sowie die Öffentlichkeit auf die Bekanntgabe von Sanktionen nach Hitlergrüssen durch Zuschauer/innen anlässlich des EM-Qualifikationsspiels Bulgarien gegen England in Sofia vor einer Woche. Ebenso müss(t)en die Salutgrüsse türkischer oder türkisch-stämmiger Spieler in Richtung der türkischen Armee drastische Folgen nach sich ziehen, da der Sport massivst für politische Zwecke und zu Diskriminierungen missbraucht worden ist. Doch der Europäische Verband (UEFA) und der Weltfussballverband (FIFA) üben sich nicht ganz unerwartet in vornehmer Zurückhaltung – obwohl in diesen Bereichen eine „Nulltoleranz“-Politik herrschen soll…