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Roger Federer gibt auf!

causasportnews / 1197/11/2024, 4. November 2024

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(causasportnews / red. / 4. November 2024) Diese Wende war nicht unbedingt zu erwarten, doch jetzt ist es klar: Der Ex-Tennis-Professional Roger Federer verzichtet auf seinem rund 16 000 Quadratmeter grossen Anwesen in Kempraten/Rapperswil, auf dem mehrere Gebäude im Entstehen begriffen sind oder bereits fertig gebaut wurden, auf die Errichtung eines umstrittenen Bootshauses. Dieses Projekt am Zürichsee bildet seit Jahren ein Politikum. Nachdem die Bewilligung für das geplante Bootshaus von Kanton (St. Gallen) und Gemeinde (Rapperswil) bewilligt wurde, versuchte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mit einer äusserst selten erhobenen «Behördenbeschwerde» den Realisierungswillen von Roger Federer zu brechen (vgl. auch causasportnews vom 24. Oktober 2024). Jetzt scheint Roger Federer der Geduldsfaden gerissen zu sein. Aufgeben entspricht zwar grundsätzlich nicht dem Naturell des ehemaligen Champions, weder im Sport noch sonstwo. Aber wenn die Sinnfrage gestellt werden muss, ist der ehemalige Top-Spieler der Letzte, der sich gegen Widerstände zuhauf zur Wehr setzen würde. Wenn es nun um das geplante Bootshaus am Zürichsee geht, das von vielen Seiten bekämpft wird, zuletzt von einem als geradezu sektiererisch agierenden Bundesamt, scheint der «Maestro» der Filzbälle genug realistisch zu sein, um sich nicht weiter von Behörden, Ämtern und militanten Umwelt-Ideologen, die nach Bekanntwerden des Bootshaus-Verzichts in Jubel (!) ausgebrochen sein sollen, zermürben zu lassen; er gibt auf! Eben wohl aus Vernunftgründen wirft er das Handtuch.

Ein kleiner Trost bleibt dem 43jährigen Ex-Top-Spieler: Er wird seinem Bootsvergnügen am idyllischen Zürichsee trotz allem frönen können. Er darf einen 20 Meter langen Steg erstellen sowie eine Zufahrtsrinne ausheben, damit er mit seinem Boot aus- und einfahren kann, ohne den Seeboden zu tangieren. Es ist ihm erlaubt, den Seegrund auf 140 Quadratmetern abzugraben. Bauen darf Roger Federer auch eine neue Bootsanlegestelle, was den Abbruch der bestehenden Bootshaab (Hafen) bedingt. Diese Bewilligungen sind rechtskräftig.

Die Moral der Geschichte: Nicht nur Siege von Top-Athleten auf den Sportplätzen machen Menschen glücklich. Von einem Vorhaben abzurücken, bereitet in vielerlei Hinsicht und für viele Menschen Freude – auch wenn es durchwegs nur Schadenfreude ist.

Jetzt lasst doch dem Roger sein Böötli-Vergnügen!

causasportnews / 1193/10/2024, 24. Oktober 2024

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(causasportnews / red. / 24. Oktober 2024) «Seldwyla» ist immer und überall in der Schweiz – und immer mehr. Schildbürgerstreiche sind an der Tagesordnung. Auch jener, der sich gegen einen der berühmtesten Schweizer richtet, den besten Tennisspieler, den die Schweiz je hatte, den 43jährigen Roger Federer, der 2022 nach einer glanzvollen Laufbahn zurückgetreten ist. Schon lange vor seinem Rücktritt begann der Super-Star mit dem Bau einer Residenz, die zwar als «Villa» bezeichnet wird, aber eher einem Refugium gleicht. Auf rund 16 000 Quadratmetern errichtete der König der Filzbälle ein eigentliches Dörfchen am Zürichsee, gleichsam ein «Roger village», mit allem, was das Leben eines Stars nach vollendeter Aktiv-Karriere lebenswert macht. Das Refugium ist bald bezugsbereit, doch fehlt noch ein Mosaik-Steinchen zur Glücksvollendung: Am Seeufer, im beschaulichen Kempraten bei Rapperswil, möchte Roger Federer eine bestehende Baute abbrechen und ein Bootshaus errichten lassen. Das ist wohl verständlich, denn ein Anwesen direkt am See verlangt geradezu nach einem Seezugang, um auch die Schönheiten des Zürichsees intensiv geniessen zu können. Auch dieses Projekt war «à la bonne route», doch nun erfolgte ein Tiefschlag für den «Maestro», wie die Medien berichten. Vor ein paar Wochen wurden von der Stadt Rapperswil-Jona und dem Kanton St. Gallen das entsprechende Bootshaus-Projekt bewilligt. Doch nun grätscht das Bundesamt für Umwelt (Bafu) dazwischen und erhebt eine sog. «Behördenbeschwerde». Diese weist in der Praxis Seltenheitswert auf und greift mehrheitlich nur bei klaren Rechtsverletzungen. Diese scheinen gemäss Bafu in der «Causa Roger Federer» vorzuliegen, was bedeutet, dass das Bundesrecht, über das das Bafu zu wachen hat, durch die Gemeinde Rapperswil-Jona und den Kanton St. Gallen krass verletzt wird. Zur Rechtslage äussert sich das Bundesamt nicht, und man verschanzt sich hinter einem laufenden Verfahren. Womit man wieder in «Seldwyla» und bei einem Schildbürgerstreich angelangt wäre.

Natürlich gilt in der Schweiz die auch verfassungsrechtlich hochgehaltene Rechtsgleichheit (Art. 8 der Bundesverfassung, BV). Für Roger Federer gilt diese Verfassungsbestimmung wie für alle andern Menschen in der Schweiz ebenfalls. Allerdings ist auch die Bieg- und Beugsamkeit des Rechts ein Faktum. Irrig sind diejenigen Menschen, welche grundsätzlich glauben, von beispielsweise einem Gericht erhalte man Gerechtigkeit; vielmehr gibt es Urteile, die natürlich auch deckungsgleich mit dem Gerechtigkeitsempfinden sein können. Bezüglich der Vorgehensweise des Bafu dürfen schon Fragezeichen gesetzt werden. Dass die Gemeinde sowie der Kanton St. Gallen im Bewilligungsverfahren das Bundesrecht derart krass verletzt haben sollen, ist wohl eher nicht anzunehmen. Also geht es wohl wieder einmal um Neid grüner Militanter, welche auch mit Zugängen Privater zu den Seen nicht mit sich spassen lassen (gerade im Bafu soll sich eine Ansammlung von Grünen und Linken tummeln – dicitur; offenbar hat dort auch niemand gemerkt, dass das Wimbledon-Turnier auf dem grünen Rasen gespielt wird und nicht auf Beton). Soll auch noch jemand argumentieren, Roger Federer als herausragende Sportler-Persönlichkeit, werde hier gleich behandelt wie jeder andere Bürger auch; vor allem, weil die «anderen Bürger» ja auch nicht derart erfolgreich sind wie Roger Federer es war. Dabei geht es nicht primär und unmittelbar um den Sport. Der «Maestro» war und ist immer noch einer der herausragendsten Botschafter unseres Landes in der ganzen Welt. Die Schweiz mit allen ihren Bundesämtern sollte es ihm danken, als ihn mit juristischen Spitzfindigkeiten zu quälen. Also müsste hier wohl von einer krassen Ungleichheit zu Gunsten des Tennis-Stars im Ruhemodus gesprochen werden. Der Mann hat derart viel für uns und das Image unseres Landes getan (wie nicht einmal alle Tourismus-Organisationen der Schweiz zusammen), weshalb hier ein derartiger Schildbürgerstreich, wohl vor dem Hintergrund von Neid und Missgunst, absolut fehl am Platz ist. Muss Kempraten wirklich zum «Seldwyla» am Zürichsee werden? Man kann also nur an die Beamten im Bafu appellieren: «Lasst doch jetzt dem Roger sein Böötli-Vergnügen» und verzichtet auf juristisches «Laubsägele»!

«Seldwyla» existiert derzeit auch ein paar Kilometer von Roger Federers Anwesen entfernt, in Stäfa. Dort gibt es im Moment keine Bewilligungen für sog. «Sauna-Gondeln». Im Seebereich wurden ausrangierte Skiliftgondeln zu Schwitzkästen umgebaut. Das geht nach Auffassung des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) nicht, weil dies alles nicht in Einklang mit der geltenden Bau- und Zonenordnung in Stäfa stehe. Das Kernstück der amtlichen Begründung lässt tief blicken: Schwitzen sei eben kein Wassersport. – Quod erat demonstrandum.

Roger Federer bleibt DER Säulenheilige

causasportnews / Nr. 1113/02/2024, 22. Februar 2024

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(causasportnews / red. / 22. Februar 2024) Da können vor allem die Deutschen Medien, vorab die «Bild»-Zeitung, gegen den zurückgetretenen Tennis-Star Roger Federer wettern und ihn herunterschreiben, wie sie wollen: Er bleibt DER globale Säulenheilige, ein Stylit (aus dem Algrierchischen stylos, Säule)! Nicht nur in der Schweiz wird «King Roger» als Volksheld und Schwiegermutter-Typ verehrt. Auch wenn der 42jährige Baselbieter nicht gerade als grosszügig und freigiebig bekannt ist, mag man ihm die knappe halbe Milliarde Schweizer Franken, die der 2024 vom aktiven Sport Zurückgetretene bis jetzt angespart hat, doch herzlich gönnen. Jetzt finden die Deutschen, die es derzeit in allen Sportarten schwierig haben, ihre Heldenverehrung mit Blick auf Sportlerinnen und Sportler an allen Fronten glaubhaft und pragmatisch zu praktizieren, Stylit Roger Federer sei getrieben von «ungewöhnlicher finanzieller Gier» – und überhaupt ein «Abzocker». Gründe für diese Vorwürfe sind nicht die unzähligen, lukrativen Werbeverträge, von denen der Basler auch nach dem Karrierenende profitiert und böse Zungen in der Auffassung bestärken, der Vorzeige-Schweizer wisse wohl kaum mehr selber, für wen und was er werblich in Erscheinung trete. Dass sich die Werbewirtschaft in einem besonderen Kosmos bewegt, ist hinlänglich bekannt. Etwa in dem Sinne, dass der Werbevertrag zwischen Roger Federer und der Pleite gegangenen Credit Suisse dem besten Tennis-Professional aller Zeiten nach wie vor jährlich angeblich eine Million einbringt. Doch dafür kann Roger Federer natürlich nichts.

So werden auch die Abzock-Vorwürfe am Schweizer abperlen wie Gekochtes sich in einer Teflon-Pfanne absondert. Es geht konkret um die Laufschuhe der Marke «On». Wie Roger Federer in dieses Projekt involviert ist, lässt sich nicht schlüssig sagen. Tatsache scheint jedoch, dass diese Schuhe im Billiglohn-Land Vietnam produziert und in den Absatzmärkten, vorwiegend in Europa, zu Höchstpreisen verkauft werden. Angeblich soll das Verhältnis Produktionskosten zu Absatzpreisen etwa bei 1: 10 liegen. Moniert wird, dass die «On»-Schuhe massive qualitative Mängel aufweisen würden. Wie in der heutigen Zeit üblich, ist dieses Thema geeignet, um die Moralkeule kräftig zu schwingen. Wobei fraglich ist, an welchen ethischen Massstäben und Vorgaben Sportschuhe mit Blick auf die Produktionskosten und die Absatzmöglichkeiten gemessen werden sollen. So ist es wohl auch nachvollziehbar, dass Roger Federer wegen seiner Involvierung ins «On»-Schuhprojekt nicht als Säulenheiliger gestürzt wird.

«Es steht jeder Tag ein Dummer auf, man muss ihn nur finden»

causasportnews / Nr. 1101/01/2024, 19. Januar 2024

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(causasportnews / red. / 19. Januar 2024) Wie sagt es der Volksmund so schön: «Es steht jeder Tag ein Dummer auf, man muss ihn nur finden». Das gilt selbstverständlich für alle Lebensbereiche, auch für den Sport. Drei Beispiele sollen das Bonmot untermauern.

Vgl. z.B. die Fussball-Sektion des Grasshopper Club Zürich (GC). Der Club ist längst nur noch ein Schatten seiner selbst und vergangener Zeiten. Jene früheren Epochen bewirkten für den damaligen Zürcher «Nobel-Club», dass GC weit über die Grenzen hinaus bekannt wurde und auch international einen grossen Beachtungsgrad aufwies. Diese Erfolge wurden möglich, weil die zwischenzeitlich pleite gegangene Schweizer Grossbank «Credit Suisse» nicht nur die Hausbank des Clubs war, sondern sich GC immer wieder an den damals noch ziemlich prall gefüllten Tresoren am Zürcher Paradeplatz bedienen konnte. Doch seit geraumer Zeit schlitterte die «Credit Suisse» dem Untergang entgegen, bis zum Ende; Geld zum «Nobel-Club» fliesst schon lange nicht mehr, weil auch nichts mehr da ist. So mager sich die sportliche Bilanz der GC-Fussballsektion seit Jahren präsentiert, sah es auch in finanzieller Hinsicht aus. So kam es, dass sich die GC-Protagonisten in die Arme der Chinesen warfen. Diese übernahmen vor vier Jahren den Club. Vizepräsident Andras Gurovits, ein rühriger, unbedarfter Banken-Anwalt von der Zürcher Bahnhofstrasse, sprach von «ganz neuen Perspektiven». Diese haben sich, wie das Geld, längst in Luft aufgelöst. Die Chinesen ziehen von dannen und wurden soeben von Amerikanern des Fussball-Netzwerkes des Los Angeles FC abgelöst. China und Amerika sind fürwahr Länder mit gewaltigen Fussball-Traditionen! Diese sind dort etwa so etabliert wie in Europa das Fliegenfischen, das bekanntlich immer wieder als gewaltiges Publikumsereignis gefeiert wird – nicht nur vom seichten Privatsender RTL. Eines muss man den GC-Machern, die nun mit US-Hilfe Hollywood-Glamour in den Zürcher «Letzigrund» zaubern wollen, in jedem Fall attestieren: Sie bringen es immer wieder fertig, die fehlenden Millionen für den Fussball auch auf abenteuerlichste Weise zu organisieren. Eben, die zahlenden Dummen müssen nur gefunden werden. Wenn die Amerikaner den wahren Wert ihrer «Investition» in GC erkannt haben werden, dürften sich die GC-Denker und -Lenker in Richtung Katar oder Saudi-Arabien orientieren.

Apropos «Credit Suisse». Bei der Präsentation der amerikanischen Retter im GC-Elend stach auf der Sponsorenwand im Hintergrund ein Logo mit Schriftzug heraus: «Credit Suisse». Es war nicht so, dass nach dem Kollaps der «Credit Suisse» kein Geld mehr für die Um- und Neu-Beklebung der Sponsorenwand vorhanden war. Die Werbung für eine untergegangene Bank geschah mit Wissen und Willen. «Was soll das?», fragt sich das Publikum. Vielleicht hängt das aber alles mit dem zurückgetretenen Tennis-Star Roger Federer zusammen. Bekanntlich ist die kollabierte «Credit Suisse» von der Grossbank «UBS» übernommen worden. Mit übernommen hat die nun unbestritten grösste Bank der Schweiz, welche 2008 selber kollabierte, zumindest pekuniär, auch den langjährigen «Credit Suisse»-Marken-Botschafter Roger Federer, der, für was auch immer, weiterhin jährlich eine Million Franken kassieren soll. Als «UBS»-Repräsentant ist der zurückgetretene Tennis-Held bisher allerdings nicht in Erscheinung getreten. Hauptsache, das Geld fliesst nach dem «Credit Suisse»-Debakel weiter. Eben: Dumme stehen auch im Banken-Business immer auf. Der ehemalige König der Filzbälle hat sie offensichtlich gefunden.

Apropos Roger Federer: Der Schweizer hängt irgendwie im Sportschuh-Projekt «On» drin und profitiert dabei zumindest indirekt von niedrigen Produktionskosten und hohen Verkaufspreisen. Mit den «On»-Schuhen scheint es etwa zu sein wie mit «Red Bull»: Die Produkte sind trendig und cool; was gut daran sein soll, lässt sich höchstens vermuten; so genau weiss das niemand. Aber auch bei «On» gilt: Es gibt die entsprechenden Interessenten an dieser innert kurzen Zeit Kult gewordenen Schuhe. Und man findet sie offenbar zuhauf als bereitwillige Zahler. Vielleicht sind diese Käufer aber einfach markenbewusst; das ist selbstverständlich auch ein Kaufsargument.

Credit Suisse – Werbung nach dem Untergang: Was soll denn das?

causasportnews / Nr. 1055/09/2023, 3. September 2023

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(causasportnews / red. / 3. September 2023) «Werbung muss man nicht verstehen, sie muss nur wirken». –  So lautet eine gängige Marketingphilosophie. Wirken meint, mit der beworbenen Dienstleistung oder mit dem Produkt ist eine Verkaufsoptimierung anzustreben. Nun ereignet sich im Schweizer Werbemarkt aktuell Sonder- und auch nicht Erklärbares.

Die soeben pleite gegangene Schweizer Grossbank Credit Suisse ist von der Grossbank UBS, welche 2008 in etwa das selbe Schicksal erlitten hatte, gerettet worden. Viel Ungereimtes rankt sich um diese Verzweiflungstat, so etwa, dass die Credit Suisse im März 2023 dank oder wegen einer Staatsintervention und Staatshilfe zu Gunsten der UBS «gerettet» wurde, sich die grösste Bank der Schweiz aber bereits fünf Monate später vom Staat emanzipierte mit der Begründung, sie sei wirtschaftlich doch so potent, dass sie auf Staatshilfe verzichten könne. Fürwahr, die letzten Quartalszahlen der UBS sind indiskutabel. Die Folge davon: Arbeitsplätze bei der Credit Suisse verschwinden en masse, und in zwei Jahren wird die Bank mit dem Segel-Logo untergegangen sein.

Im Zusammenhang mit dieser zumindest merkwürdigen Geschichte, die auf dem Rücken der Volkswirtschaft ausgetragen und dem UBS-Management eine tolle Entwicklung verheisst (die eigenen Taschen dürfen weiterhin gefüllt werden), fehlt es in vielerlei Hinsicht an Logik, nämlich etwa dergestalt:

Obwohl es die Credit Suisse bald nicht mehr gibt, wird das Bankhaus etwa von der höchsten Professional-Liga des Schweizerischen Fussballverbandes weiterhin beworben. Die Abteilung nennt sich unbeirrt, und als ob die Botschaft vom Untergang der Bank am Sitz der Fussballer in Bern noch nicht angekommen worden wäre, weiterhin und offiziell «Credit Suisse Super League». Noch skurriler mutet der Umstand an, dass das neue Fussballstadion in Zürich, das, so Gott und die Juristen jedwelcher Couleur wollen, ca. im Jahr 2030 die neue Fussball-Heimat für die Klubs FC Zürich und Grasshopper werden soll, «Credit Suisse Arena» heissen wird. Dieser «naming right»-Deal ist längst besiegelt, und aus der «Credit Suisse Arena» dürfte wohl nicht einfach eine «UBS-Arena» werden. Oder doch? Entsprechende Fragen bei beiden Banken blieben unbeantwortet. Relativ klar mutet die Sachlage bezüglich der Sponsoring-Vereinbarung zwischen der Pleite gegangenen zweitgrössten Bank der Schweiz und dem zurückgetretenen Tennis-Kaiser Roger Federer an: Von der «Credit Suisse», bzw. wohl nun von der UBS, werden weiterhin geschätzte Sponsoringbeträge von jährlich einer Million Schweizer Franken bezahlt werden. Der Tennis-Legende ist es selbstverständlich egal, ob das Geld weiterhin von der Credit Suisse oder von der UBS am Zürcher Paradeplatz aufwärts an den oberen Zürichsee nach Rapperswil-Jona fliesst. Hauptsache: Panta rhei – das gilt auch für den schnöden Mammon! Nur, was der Baselbieter nun bewerben soll, dürfte noch zu klären sein. Falls Roger Federer weiterhin als Markenbotschafter der Credit Suisse auftreten sollte, wäre die Frage wohl berechtigt, was das denn noch soll?

Werbung ist bunt, originell und verfängt bestenfalls – logisch muss sie natürlich auch nicht sein.

Sport als Arbeit oder ähnlich – und was danach?

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causasportnews / Nr. 1035/07/2023, 9. Juli 2023

(causasportnews / red. / 9. Juli 2023) Wie heisst es so schön, wenn es um die wissenschaftliche oder pseudo-wissenschaftliche Veröffentlichung vor allem im Zusammenhang mit Darstellungen und Wertungen aller Art geht: «Nur wer nicht publiziert, wird nicht widerlegt». Nun muss «causasportnews» eingestehen, dass es die Redaktion selber erwischt hat (also quod erat demonstrandum). So wurde in der Meldung vom 7. Juli (causasportnews vom 7. Juli 2023) Roger Federer: Nur nicht zum Film!) die zurückgetretene Tennis-Ikone Roger Federer im Zusammenhang mit dessen Eintritt ins (Sport-)Rentenalter in die Nähe von Arbeitnehmern gerückt, was zugegebenermassen eine kurzsichtige Darstellung und völlig abwegig war. Selbstverständlich war der Maestro des Filzballs zu seiner Aktivzeit alles andere als ein Arbeitnehmer (etwa im Mannschaftssport im Sinne von Art. 319 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts, denn Sportler sind allenfalls atypische Arbeitnehmer); er ist es auch jetzt nicht. Er dürfte vor allem im Auftrag insbesondere der Werbeindustrie im Einsatz stehen. Ein Tennisspieler als Individualsportler ist grundsätzlich alles, nur kein Arbeitnehmer. Er erbringt zwar eine sportliche Leistung, sein Erwerbs- und Betätigungs-Status kann aber mit Unterhaltern, Entertainern oder Bühnen- und Show-Stars verglichen werden. Der langjährige Coach von Roger Federer, Ivan Ljubicic, hat es in den Medien auf den Punkt gebracht: «Roger empfand Tennis nie als Arbeit»; zu sehr habe er stets einen Drang verspürt, ein Racket in die Hand zu nehmen. Wobei der Umkehrschluss, dass, wer einen Drang verspürt, etwas Bestimmtes zu tun, keine Arbeit verrichte, auch nicht zutrifft.

Zufälligerweise hat sich in der aktuellen Sauregurkenzeit im Sport auch eine andere, ehemalige Tennis-Professionalspielerin zurückgemeldet, die heute als TV-Expertin für das Schweizer Fernsehen, in dieser Funktion wohl zweifelsfrei als Arbeitnehmerin, im Einsatz steht: Die 44jährige Baslerin Patty Schnyder, die während ihrer grossen Tennis-Karriere, u.a. als Ranglisten-Nummer 7, nicht nur auf den Tennis-Plätzen der Welt brillierte. Sondern sie sorgte auch neben dem Sportplatz wegen ihres Privatlebens, das in den Medien, einen ungebührlich grossen Raum einnahm, für Furore. Da war die Geschichte mit dem «Heiler» Rainer Harnecker, zu deren Überwachung Patty Schnyders Eltern den Privatdetektiv Rainer Hofmann, engagierten. Das Ganz endete mit der Heirat von Patty Schnyder und Rainer Hofmann. Die Ehe hielt zehn Jahre, die Geschichte entzweite die Sportlerin und ihre Eltern. Mit ihrem Partner Jan Heino lebt Patty Schnyder heute in Deutschland. Aus der Beziehung stammen zwei Töchter. Mit der soap opera um Rainer Harnecker und mit dem Zerwürfnis mit ihren Eltern sorgte die begnadete Tennisspielerin indirekt für juristisches Aufsehen. In einem spektakulären Verfahren und aufgrund der Berichterstattung in einem Boulevard-Medium in der «Causa Patty Schnyder» erkannte letztlich das Schweizerische Bundesgericht, dass die Zeitung «Blick» dem Vater von Patty Schnyder zufolge einer widerrechtlichen Persönlichkeitsverletzung durch die damalige Berichterstattung den Gewinn aus dem Absatz des Medienerzeugnisses herauszugeben habe (Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 7. Dezember 2006 betr. Art. 28a Abs. 3 ZGB, BGE 133 III 153). Patty Schnyder, bzw. ihr Vater, hat mit seiner Klage die Medien-Rechtsprechung ungemein bereichert und vorexerziert, wie den Medien-Berichterstattungsexzessen der heutigen Zeit wirksam begegnet werden kann. Die Medien lieben alles, ausser, wenn sie ihre Geschäftsbücher transparent machen müssen, damit ein Gewinn nachvollziehbar wird.

Nach einem neuen Betätigungsfeld oder neuen Betätigungsfeldern wird sich nun auch der Spitzen-Triathlet Jan van Berkel umsehen. Soeben hat er seine sportliche Abschiedsvorstellung gegeben und am Ironman Switzerland in Thun seine Karriere als Professional mit einem grandiosen, finalen Sieg gekrönt. Der gelernte, 37jährige Jurist und bekennende «Causa Sport»-Leser (www.causasport.org) kann sich nun eine Betätigung in der Juristerei ebenso vorstellen wie Aktivitäten im Sportbereich. Der mit der ehemaligen Eiskunstläuferin Sarah Meier, heute van Berkel, verheiratete Ausnahmeathlet, will sich aber zuerst einmal ausgiebiger als bis anhin seiner Familie widmen. In diesem «Fall» sei es gestattet, dem erfolgreichen Top-Sportler und Berufskollegen herzlich zu seinen langjährigen, grossen Leistungen in dieser Hardcore-Sportart herzlich zu gratulieren!

Roger Federer: Nun nur nicht zum Film!

causasportnews / Nr. 1034/07/2023, 7. Juli 2023

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(causasportnews / red. / 7. Juli 2023) Sich als Rentnerin oder Rentner aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen und sich von Gesellschaft und Staat zu verabschieden, fällt nicht allen Menschen leicht. Gemeinsam ist dieser Alterskategorie durchwegs, dass sie, so um die 60 oder 70, in die letzte Lebensphase eintreten. Statt Geschäfts-Meetings Arzt-Termine, statt glamouröse Einladungen öde Alltage, statt fröhliche und beschwingte Geburtstagsfeste und Teilnahmen an Hochzeiten Begräbnisse und Altersheimbesuche. Nicht so bei Sportlerinnen und Sportlern, vor allem, wenn sie berühmt und gefeiert – und vielleicht auch noch gestrauchelt sind.

Beispiel Boris Becker: Er war der jüngste Wimbledon-Sieger aller Zeiten, der mit 17 Jahren den Grundstein für eine grandiose Tennis-Karriere legte. Nach der Aktivzeit ging es bergab. Sein Leben nach der sportlichen Laufbahn, die er mit 33 Jahren beendete, glich einer Achterbahn der Fakten und Gefühle. Der Frührentner taumelte von Frau zu Frau, von Business-Crash zu Business-Crash, sah Gerichtssäle bis in jüngster Zeit nicht nur von aussen und hangelt(e) sich, allerdings geschickt, von Pleite zu Pleite. Dennoch blieb er einer der beliebtesten Ex-Sportler Deutschlands mit bester Medienpräsenz. Die Situation präsentiert sich unverändert. Boris Becker, den Deutschland liebevoll «Bobele» nennt, nun 55 Jahre alt, lebt das begehrenswerte Leben eines Frührentners. Dieses wird auf dieser Erde nie enden.

Beispiel Roger Federer: Mit 40 Jahren ist er ins Rentnerleben hinübergetreten und ist so etwas wie ein «Anti-Becker». Immer dieselbe Frau an seiner Seite, eine Handvoll Kinder mit dieser immer gleichen Frau, solide Werbepartner ohne Ende (von «Jura»-Kaffeemaschinen, über «Lindt»-Schokolade bis «Schweiz Tourismus»), ebenso Geld in Hülle und Fülle. Roger Federer, nicht gerade für Spendier-Freudigkeit bekannt, wird sein Vermögen in den nun folgenden Jahren seines Rentner-Lebens weiterhin vermehren. Der diesbezügliche Instinkt, der Boris Becker abging, ist eine der Stärken des bald 41jährigen Schweizer Tennis-Maestro. Beispiel «Credit Suisse». «Bobele» reibt sich die Augen, wie es möglich ist, trotz einer veritablen Banken-Pleite («Credit Suisse») noch reicher zu werden (Roger Federer). Roger Federer verkörpert die Ur-Eigenschaften des bodenständigen Schweizers. Das Leben von «Bobele» wäre undenkbar für den Baselbieter, der im Moment in Wimbledon als «King Roger» Hof hält und dem es egal ist, wer unter ihm die Blaublütigkeit repräsentiert.

Natürlich sind Boris Becker und Roger Federer atypische Rentner, so, wie sie zuvor atypische Erwerbstätige waren. Der Sport bietet grundsätzlich einen Fundus von Atypizitäten. Die Sportler werden, auch wenn sie dem aktiven Sportgeschehen Adieu gesagt haben, nicht das konventionelle Rentner-Schicksal erleiden. Dennoch ist es auch für einen Maestro des Tennis, wie Roger Federer, nicht einfach, sich nach dem Rückzug vom Sport zu positionieren. Eine Zeitlang Abschied nehmen, den erarbeiteten Glamour geniessen und sich mit denen zu sonnen, die sich eben im Umfeld Berühmter zu sonnen pflegen – das ist natürlich keine Lösung für die irdische Ewigkeit. Die Medien orten bei Roger Federer bereits eine Ruhestand-Depression, dies, nachdem ein Auftritt des Mega-Stars anlässlich des Coldplay-Konzertes in Zürich einigermassen skurril anmutete und beim Tennis-Maestro selbstverständlich nur vermeintlich eine post-sportive Sinneskrise manifest werden liess. Auch Roger Federer im Ruhestand wird seine Position im zweiten Lebensabschnitt nach der Aktiv-Laufbahn finden. Die Gefahr, dass er zum «Partycrasher» auf den verschiedenen Bühnen dieser Welt wird, wie Medien bereits orakeln, besteht nicht. Nur vom Filmgeschäft sollte er sinnvollerweise die Hände lassen. Dieses Business ist nun wirklich ehemaligen Sportlern vorbehalten, die vor dem «Red Bull»-Zeitalter gross wurden, etwa der 83jährige Hans («Hausi») Leutenegger, der heute noch von seinem Bob-Olympiasieg von 1972 in Sapporo zehrt. Und sich danach im Filmgeschäft («Kommando Leopard» mit Klaus Kinski) zum Clown machte.

Unsicherheiten und Chaos, verursacht von Gauklern und Gamblern

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(causasportnews / red. / 19. März 2023) Die Pleite der Schweizer Grossbank mit internationalen Ambitionen, «Credit Suisse» («CS»), ist nicht mehr abzuwenden; sie wird von der «UBS» übernommen, wie am Sonntag, 19. März 2023, verkündet wurde. Gaukler und Gambler, auch Manager aus dem Ausland, haben eines der ehemals stolzesten Flaggschiffe der Szene in den Ruin getrieben und das Unternehmen nicht nur schlecht geführt, sondern regelrecht ausgeplündert. Der erste Sargnagel am längst bereitgestellten Sarkophag der «CS» wurde mit dem intensivierten US-Geschäft (begonnen hatte die Tragödie mit dem Projekt «CS First Boston») eingeschlagen. Jetzt soll es die grösste Bank der Schweiz, die «UBS», richten, und, natürlich mit staatlicher Hilfe, den Karren aus dem Dreck ziehen, ja, genau diese «UBS», die vor 15 Jahren selbst pleite war und vom Staat gerettet werden musste! «Gerettete Bank rettet zu rettende Bank», so heisst das neue «Monopoly-Spiel» in den Niederungen der Schweizer Wirtschaft. Die faktische Staatsgarantie für serbelnde, private Geldinstitute ist in der Schweiz aktuell keine Ausnahme mehr; die Privatisierung der Gewinne und die Sozialisierung der Verluste auch nicht mehr. Unter dem Deckmantel von (vermeintlicher) «System-Relevanz» und (angeblich notwendigem) «Vertrauen» (wie man das Vertrauen in eine Bank, die es nun demnächst nicht mehr gibt, wiederherstellen soll, werden uns die Heere von Marketing-Spezialisten zu gegebener Zeit erklären), wird der staatliche Rettungsschirm dem «tumben» Volk verkauft. «Swissness» ist nach der Ankündigung der Übernahme der zweitgrössten Bank durch die grösste Bank maximal angeschlagen und wohl irreparabel. Würde es nach den Brüdern Grimm gehen, könnte konstatiert werden statt «Spieglein, Spieglein an der Wand…»: Können «es» die Schweizer überhaupt noch? Ohne den Staat zweifelsfrei nicht mehr. «UBS», «CS» und «Swissair» haben der Schweiz und der Welt vor Augen geführt, dass das Land im globalen Kontext irrelevant, trotz (vermeintlicher «System-Relevanz» der beiden Grossbanken) geworden ist. Dies letztlich auch aufgrund der Politik im Allgemeinen und mit einer Regierung im Besonderen, die sich chaotisch präsentiert und sich, wie in der Causa «CS», nur noch mit Notrecht, eine Art in der Verfassung verankerte Ermächtigungslegiferierung, behelfen kann. Der typisch schweizerische, kleinmassstäbliche Filz von Wirtschaft, Politik und Nepotismus hat das Land dorthin getrieben, wo es nun ist: In die internationale Bedeutungslosigkeit. Alles auch dank internationaler Hilfe, nicht nur mit Hilfe «trojanischer Pferde» aus dem Ausland.

Die «CS» wird also bald Geschichte sein. Das teils sinnlose und chaotische Geldverpulvern dieses Geldinstituts auch. Ein paar Dinge werden demnächst zu klären und zu regeln sein, etwa, ob «CS»-Markenbotschafter Roger Federer seine jährliche Entschädigung (es wird von einer Million Schweizer Franken gesprochen) weiterhin kassieren darf (dass der Ex-Champion freiwillig darauf verzichten wird, ist nicht anzunehmen). Wie das übrige, aktuelle Sport-Sponsoring der Bank, etwa das jahrzehntelange Sponsoring für den Schweizer Fussball, nun gelebt werden soll, ist eine der tausend offenen Fragen nach dieser Bank-Pleite.

Auch die Auswirkungen dieses Impakts auf andere Bereiche der Schweiz sind bei weitem noch nicht absehbar. Mit diesem totalen Reputationsverlust der Schweiz im internationalen Kontext werden etwa auch die Internationalen Sportverbände mit Sitz in der Schweiz ebenfalls alles andere als gestärkt. Zum Beispiel die FIFA. Der Präsident des Welt-Fussballverbandes wird nun Morgenluft wittern und wohl versuchen, den FIFA-Sitz von Zürich ins Ausland zu verlegen. Dieses Schicksal droht auch anderen Verbänden und beispielsweise dem Internationalen Olympischen Komitee (IOK) mit Sitz in Lausanne.

Mit dem 19. März 2023 hat die Schweiz einen weiteren Schritt in die allgemeine, internationale Bedeutungslosigkeit getan. Affaire à suivre…

Frauen statt Männer und Bettler sponsert weiterhin Tennis-Krösus

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(causasportnews / red. / 14. November 2022) Wer am Boden liegt, muss damit rechnen, dass weiterhin auf ihm herumgetrampelt wird. So ergeht es derzeit der Bank «Credit Suisse» (CS), die arg ramponiert ist. Was sie derzeit macht, macht sie falsch. Nicht nur die CS-Aktien dümpeln gegen null, die Bank als ehemaliges Flaggschiff des Schweizer Bankenplatzes gehe, so wird hinter vorgehaltener Hand analysiert, angeschlagen am Bettelstab. Aber wohl nicht deshalb muss die ehemals so stolze Bank CS Hohn und Spott ernten, und das ausgerechnet bezüglich ihres Werbeengagements im Zusammenhang mit der in ein paar Tagen beginnenden Fussball-WM-Endrunde in Katar; diesen Event wird CS nicht speziell nutzen, was kaum jemand versteht, ausser, es werde die finanzielle Situation entsprechend gewichtet. Die Bank setzt seit Jahrzehnten auf verschiedene Sportarten als Werbeplattformen. Insbesondere im Fussball engagiert sie sich kontinuierlich mit gewaltigen Beträgen. Nun aber nicht im Rahmen des bevorstehenden Grossereignisses im Wüstenstaat. Dass sich die CS diesbezüglich, wie andere Unternehmen auch, werblich vornehm zurückhält, ist an sich erstaunlich, denn immerhin ist der Katar-Staatsfonds mit 5% am Schweizer Geldinstitut beteiligt. Es kann nur spekuliert werden, ob es am Geld liegt, oder ob der aktuelle, prekäre pekuniäre Zustand der Bank den Entscheid, im Zusammenhang mit der WM-Endrunde 2022 inaktiv zu bleiben, nicht ganz unwillkommen, befeuert hat. Das wird natürlich ebenfalls hinter vorgehaltener Hand gemunkelt. Einigermassen bedeckt zu diesem Thema äusserte sich die CS selber auf Anfrage von «causasportnews»: «Unser Fokus liegt auf dem Frauenfussball-Nationalteam». Frauen statt Männer – lautet also die Devise der Bank, die es offenbar hält wie die Sozialdemokratische Partei der Schweiz bezüglich der Bundesrats-Kandidatinnen. Aus Imagegründen halten sich viele Unternehmen werblich bedeckt, wenn es um die ungeliebte WM-Endrunde in Katar geht. Das führt logischerweise zu Werbeeinbrüchen. Keine Berührungsängste weisen die grossen Sponsoren des Weltfussballverbandes FIFA auf, die auch in diese Werbeschlacht um einen Grossanlass ziehen wie seit jeher. Ihnen ist wichtig, global in Erscheinung zu treten, ob das positiv oder negativ wahrgenommen wird, ist ihnen ziemlich egal. Hauptsache, sie sind präsent; das Kesseltreiben um Katar berührt sich in keiner Weise. Zum Spannungsfeld, in dem sich die CS durch die werbliche Nichtaktivität im Zusammenhang mit der Männer-WM-Endrunde befindet (keine besondere werbliche Nutzung des Katar-Events trotz Beteiligung der Katari an der Schweizer Bank), bleibt die CS eine Antwort schuldig.

Keine Hemmungen hat die CS in der aktuellen, wirtschaftlich angespannten Situation, wenn es um die Tennis-Legende Roger Federer geht. Die CS äussert sich nicht im Detail zur seit 2010 eingeläuteten Partnerschaft mit dem zurückgetretenen Super-Sportler. In der Werbebranche wird kolportiert, dass sich die CS den sog. «Markenbotschafter» und Werbepartner Roger Federer eine satte Million Schweizer Franken jährlich kosten lässt. Auch jetzt, nach dem Rücktritt des Tennis-Krösus. Offiziell verlautete aus der CS-Zentrale in Zürich, dass sich die Bank am Bettelstab auf die Fortsetzung der langjährigen Partnerschaft mit Roger Federer freue. Das wird vor allem einen der besten Sportler, den die Schweiz je hatte, glücklich stimmen. Weniger amused dürften einige CS-Kunden und Aktionäre sein, die um die Existenz und die Zukunft der Bank bangen, sowie Mitarbeitende, welche aus Gründen der Kostenersparnis ihre Arbeitsplätze verlieren werden. Nun, was ist schon eine Million Franken jährlich bei derartigen Schuldenbergen! Werbung und Banking sind eh zwei unkonventionelle Ebenen und passen wohl deshalb auch nicht zusammen.

Sport Sponsoring – «pecunia non olet»

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(causasportnews / red. / 23. März 2022) In Kriegszeiten erlebt das Bonmot «pecunia non olet», das auf den römischen Kaiser Vespasian (verstorben 97 n. Chr.) zurückgeht, eine Renaissance. Wie jetzt wieder während des russischen Angriffskrieges, der seit einem Monat tobt. Aus der Sicht des Sportes steht unter den aktuellen Bedingungen das Sport-Sponsoring mit seinen diversen Facetten und Auswirkungen im Fokus. Unter den als durchwegs egoistisch qualifizierten Athletinnen und Athleten, gibt es noch Beispiele, welche das Gegenteil beweisen. Zum Beispiel der Star-Fussballer Robert Lewandowski, der sich von seinem chinesischen Sponsoring-Partner Huawei getrennt hat, weil dieser den Krieg Russlands gegen die Ukraine begünstigt. Der Torjäger des FC Bayern München mag das reichliche Geld, das ihm seit Jahren aus China zufliesst, nicht mehr annehmen; die Moral prävaliert. Der Telekommunikationskonzern hat damit sein bekanntestes Werbegesicht in Europa verloren. Zeichen setzen in dieser Richtung auch Fussball-Ikone David Beckham und seine Frau, das ehemalige «Spice Girl» Victoria. Vor allem aus der persönlichen Schatulle des Paares fliesst derzeit viel Geld in Richtung Ukraine. Selbstverständlich gibt es Sportlerinnen und Sportler zuhauf, die nun in diesem schrecklichen Krieg Gutes tun und nicht darüber sprechen. So verhält es sich wohl mit dem seit langer Zeit pausierenden Tennis-Ass Roger Federer. Der Schweizer ist nicht dafür bekannt, publikumswirksam Gutes zu tun. Im Moment sorgt er sich eh um sein Engagement mit der Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS), die dem Maestro des Tennis-Sports seit 13 Jahren ungefähr eine Million Schweizer Franken jährlich in die Kasse spült. Die Probleme bei der schlecht geführten Grossbank werden seit Monaten allerdings immer grösser, Skandal reiht sich an Skandal, während die CS-Aktien immer mehr an Wert verlieren. Das hat mit Roger Federer natürlich nichts zu tun, doch wird zwischenzeitlich auch die Frage aufgeworfen, ob sich der über 40jährige Tennis-Star im sportlichen Vorruhestand diese Liaison mit der angeschlagenen Bank noch leisten kann. Dass sich ein Sportler diese Frage stellen muss, ob er sich weiterhin zu einem schlingernden Unternehmen bekennen und so auch einen Reputationsschaden des Sponsoring-Partners gefallen lassen will und kann, ist eine eher seltene Konstellation. Meistens ist es umgekehrt, dass sich ein Sponsoring-Geber von einem Sportler trennt, weil dieser aus welchen Gründen auch immer (es muss nicht immer Doping sein), in Ungnade gefallen ist. Zudem in der «Causa Roger Federer» auf eine Million Franken pro Jahr zu verzichten ist überdies eine Entscheidung, die wohl überlegt sein will. Derzeit sind mit Blick auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine wenigstens Oligarchen-Konten bei der CS kein Thema. Oder werden sie es doch noch? Positiv mutet zudem der Umstand an, dass Katar, an der CS beteiligt, derzeit von Bittstellern aus der ganzen Welt mit Blick auf Rohstoffe geradezu bedrängt wird. Nicht nur der grüne Deutsche Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck ist im energiesparenden Sonderflugzeug in Katar eingetroffen und hat sich vor den Herrschern in Doha in den Wüstenstaub geworfen. Dank und wegen des tobenden Krieges ist Katar als Energie-Alternative plötzlich salonfähig geworden. Eben, «pecunia non olet». Es ist wie eine Fata Morgana wie diese seit vier Wochen anhaltende Katastrophe die Welt umzukrempeln im Stande ist und welche Weltbilder nun zusammenkrachen! Wer hätte das gedacht, dass allen Unkenrufen gegen Katar zum Trotz, das Ende Jahr die Fussball-WM-Endrunde austragen wird, verstummen. Der Auftakt auf das freudigste Fussballereignis im Jahr 2022 bildet die Generalversammlung des Weltfussballverbandes FIFA, die am letzten März-Tag dieses Jahres stattfinden wird; in Katar natürlich. So läuft auch alles optimal für den erklärten Putin-Freund und FIFA-Präsidenten Gianni Infantino. Ja, was kümmert einen Sport-Funktionär das Geschwätz von gestern? So sah es schon der legendäre deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer. Damals wurde in der Tat noch nachhaltige Politik betrieben.