causasportnews / 1197/11/2024, 4. November 2024

(causasportnews / red. / 4. November 2024) Diese Wende war nicht unbedingt zu erwarten, doch jetzt ist es klar: Der Ex-Tennis-Professional Roger Federer verzichtet auf seinem rund 16 000 Quadratmeter grossen Anwesen in Kempraten/Rapperswil, auf dem mehrere Gebäude im Entstehen begriffen sind oder bereits fertig gebaut wurden, auf die Errichtung eines umstrittenen Bootshauses. Dieses Projekt am Zürichsee bildet seit Jahren ein Politikum. Nachdem die Bewilligung für das geplante Bootshaus von Kanton (St. Gallen) und Gemeinde (Rapperswil) bewilligt wurde, versuchte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mit einer äusserst selten erhobenen «Behördenbeschwerde» den Realisierungswillen von Roger Federer zu brechen (vgl. auch causasportnews vom 24. Oktober 2024). Jetzt scheint Roger Federer der Geduldsfaden gerissen zu sein. Aufgeben entspricht zwar grundsätzlich nicht dem Naturell des ehemaligen Champions, weder im Sport noch sonstwo. Aber wenn die Sinnfrage gestellt werden muss, ist der ehemalige Top-Spieler der Letzte, der sich gegen Widerstände zuhauf zur Wehr setzen würde. Wenn es nun um das geplante Bootshaus am Zürichsee geht, das von vielen Seiten bekämpft wird, zuletzt von einem als geradezu sektiererisch agierenden Bundesamt, scheint der «Maestro» der Filzbälle genug realistisch zu sein, um sich nicht weiter von Behörden, Ämtern und militanten Umwelt-Ideologen, die nach Bekanntwerden des Bootshaus-Verzichts in Jubel (!) ausgebrochen sein sollen, zermürben zu lassen; er gibt auf! Eben wohl aus Vernunftgründen wirft er das Handtuch.
Ein kleiner Trost bleibt dem 43jährigen Ex-Top-Spieler: Er wird seinem Bootsvergnügen am idyllischen Zürichsee trotz allem frönen können. Er darf einen 20 Meter langen Steg erstellen sowie eine Zufahrtsrinne ausheben, damit er mit seinem Boot aus- und einfahren kann, ohne den Seeboden zu tangieren. Es ist ihm erlaubt, den Seegrund auf 140 Quadratmetern abzugraben. Bauen darf Roger Federer auch eine neue Bootsanlegestelle, was den Abbruch der bestehenden Bootshaab (Hafen) bedingt. Diese Bewilligungen sind rechtskräftig.
Die Moral der Geschichte: Nicht nur Siege von Top-Athleten auf den Sportplätzen machen Menschen glücklich. Von einem Vorhaben abzurücken, bereitet in vielerlei Hinsicht und für viele Menschen Freude – auch wenn es durchwegs nur Schadenfreude ist.









