
Uli Hoeness (Bild: Harald Bischoff)
(causasportnews / err. / 26. September 2016) Gewiss, Uli Hoeness, der ehemalige Präsident des FC Bayern München, hat seine Freiheitsstrafe abgesessen. Er hat nach verbüsster Strafe ein Recht auf Normalität, auch wenn er sich derzeit auf Bewährung in Freiheit befindet. Normalität bedeutet für ihn unter anderem eine Rückkehr zum FC Bayern München. Doch diesbezüglich zeigt sich, dass das Leben der Ikone des FCB (noch) nicht so normal ist, wie es ohne den „Straffall Hoeness“ wäre. Es scheint vorgegeben, dass Uli Hoeness an der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München am 25. November 2016 erneut zum Präsidenten gewählt werden wird (siehe in diesem Zusammenhang auch Causa Sport News vom 19. Juli 2016). Schon diese angekündigte Kandidatur und die Äusserung des amtierenden FCB-Präsidenten, Karl Hopfner, den Weg für Uli Hoeness frei zu machen, stösst nicht nur auf Zustimmung. Der Umstand, dass Uli Hoeness wohl auch wieder im Aufsichtsrat der FC Bayern München AG Einsitz nehmen würde, bereitet vor allem den Teilhabern der Kapitalgesellschaft Kopfschmerzen, auch wenn die Unternehmen, die mit dem FC Bayern München auch über Sponsoringverträge verbandelt sind (wie Audi, Adidas oder Deutsche Telekom), bezüglich dieser sich abzeichnenden Konstellation keine Probleme sehen; Exponenten der Teilhaber und Sponsoren erklären etwa, dass sein Fehlverhalten keinen Zusammenhang mit den Tätigkeiten beim Klub gehabt habe. Das trifft wohl so zu – allerdings eher nicht unter Compliance-Gesichtspunkten. Anlässlich eines vor allem von Richtern und anderen Sport-Fachspezialisten besuchten Sportrechtsseminars des Württembergischen Fussballverbandes e. V. in Wangen im Allgäu vom vergangenen Wochenende herrschte der Tenor vor, Uli Hoeness sollte vom geplanten Schritt abgehalten werden. Allerdings wurde dabei auch manifest, dass sich Deutschland auch nach der im Gang befindlichen Demontage von Franz Beckenbauer mit „Lichtgestalten“ des Sports eher schwer tut. Die sonst um keine klare Stellungnahme verlegene Exponentin von Transparency International Deutschland, Sylvia Schenk, gab sich in Wangen betont zurückhaltend und würde Uli Hoeness „empfehlen“, von einer Kandidatur und von einer Einsitznahme in den Aufsichtsrat der FC Bayern München AG abzusehen. Die klare Antwort darauf, ob eine solche Konstellation unter Compliance-Gesichtspunkten zulässig sei oder nicht, blieb sie allerdings schuldig. Unisono herrschte anlässlich der Sportrechtstagung die Auffassung vor, dass das Comeback von Uli Hoeness im bayerischen Top-Klub Tatsache werden dürfte. Zumindest juristisch und insbesondere unter Compliance-Gesichtspunkten bleibt die Rückkehr des einst mächtigen Sport-Managers allerdings umstritten.

(causasportnews / rbr. / 22. September 2016) Trotz striktem und jedermann bekanntem Verbot werden in Fussballstadien immer wieder Knallkörper und anderes Spreng- oder pyrotechnisches Material gezündet (s. zu einem vergleichbaren Sachverhalt
(causasportnews / red. / 20. September) Sportlich ganz unten, aber juristisch ganz oben – das trifft auf den deutschen Fussballklub SV Wilhelmshaven nun tatsächlich zu (siehe schon 
Franz Beckenbauer, von dem natürlich an dieser Stelle die Rede ist, erlebt im Moment seinen Abstieg vom Thron. Oder den Sturz. „Wir wollen Euch scheitern sehen“, hat der Philosoph Alexander Görlach einmal geschrieben. Damals ging es um den Sturz des Bundespräsidenten Christian Wulff, der von den Medien regelrecht weggeschrieben wurde. Nun wird der „Kaiser“ zum aktuellen Medienopfer. Dieselben Medien, welche den Worten des Kaisers während Jahrzehnten andächtig und hörig gelauscht und diese durchwegs unreflektiert weitergetragen haben. Direkt oder indirekt. Vor lauter Kolumnen-Schreiben wurde „Kaiser Franz“ sogar Schlafmanko beschert. So wandte sich der „Kaiser“ in den Blättern, die ihn nun scheitern sehen wollen, an seine Untertanen. Alles konnte, durfte und musste er beurteilen und kommentieren – sein Rat war Befehl für die ganze Nation. Ein Hinterfragen gab es nie. Doch jetzt scheint fertig lustig. Als moralische Instanz hat der „Kaiser“, der mit der Ethik salopp umgegangen sein soll, abgedankt. Obwohl er, das Monument, als unantastbar galt. Aber mit Moral ist nicht zu spassen. Es folgt deshalb nun die gesellschaftliche Ächtung. Das Glück scheint den 71-Jährigen definitiv verlassen zu haben. Obwohl er sich das und der (Sport-)Welt bei jeder sich bietenden Gelegenheit immer wieder gewünscht hat. Nicht Gesundheit – diese scheint ihm zumindest partiell ebenfalls abhandengekommen zu sein. Wie sagte er es einmal so schön: „Man muss sich Glück, nicht Gesundheit, wünschen. Auf der „Titanic“ waren alle gesund, aber sie hatten kein Glück.“. Im Moment scheint es dem demontierten Kaiser an beidem zu fehlen.

Letztlich geht es um eine ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro, die von einem Konto der deutschen Fussball-Ikone Franz Beckenbauer ausgegangen sein soll. Für was wurden 2002 6,7 Millionen Euro bezahlt? Ist die WM 2006 in Deutschland damit gekauft worden, wie es „Der Spiegel“ vor einem Jahr der Welt kund tat? Die Frage, die bisher weder von Wirtschaftsprüfern noch von einem Heer von (auch vom DFB beauftragten und teuer bezahlten) Anwälten und unzähligen Ermittlungsbeamten beantwortet werden konnte, beschäftigt aufs Neue, seit bestätigt worden ist, dass gegen damalige Mitglieder des deutschen WM-Organisationskomitees Ermittlungen laufen und in diesem Zusammenhang Hausdurchsuchungen vorgenommen worden sind. Aufschluss wird von vier Protagonisten des WM-Organisationskomitees 2006 erwartet, neben Franz Beckenbauer sind dies die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie der ehemalige DFB-Generalsekretär Horst Schmidt. Am ehesten wäre wohl der frühere Adidas-Manager Robert Louis-Dreyfus in der Lage gewesen, den Grund der vieldiskutierten Zahlungen zu erörtern. Doch der Franzose mit damaligem Wohnsitz in der Schweiz starb 2009 im Alter von 63 Jahren. Obwohl gegen Franz Beckenbauer, Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst Schmidt Ermittlungen der Schweizerischen Bundesanwaltschaft wegen unerklärlicher Zahlungsströme laufen und in Österreich und in der Schweiz Hausdurchsuchungen vorgenommen sind, wie nun seitens der Bundesanwaltschaft bestätigt worden ist, liegt immer noch ein Schleier über der ominösen Zahlung – und damit über dem deutschen „Sommermärchen 2006“. Dass dieser Schleier in absehbarer Zeit gelüftet werden könnte, scheint fraglich zu sein. Ein unabhängiger Experte einer weltweit tätigen Treuhandunternehmung sagte denn auch zu „causasportnews“: „Es ist wohl ein Scherz, dass nicht eruierbar sein soll, für was diese Zahlung geleistet worden sein soll.“. – Ein Scherz? Vielleicht auch nur ein Märchen. Aber wohl keines, das die Mär von der gekauften WM beweisen könnte. Eine Fussball-WM für 6,7 Millionen Euro zu kaufen – das wäre denn auch damals für die „Schnäppchen-verliebten“ Deutschen geradezu ein „Super-Schnäppchen“ gewesen.
