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Eine spektakuläre Erweiterung des FIS-Weltcup-Kalenders

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(causasportnews / red. / 3. Oktober 2021) Die Skirennen bilden seit Jahrzehnten in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht eine wichtige Plattform der Sport-Entertainment-Branche. Mit Ausnahme einiger «Klassiker», die auch rege Publikum anziehen (so etwa die Rennen am «Lauberhorn» in Wengen oder am «Hahnenkamm» in Kitzbühel), funktioniert der Weltcup-Zirkus nur dank den TV-Übertragungen und der Verwertung der Rennen durch die neuen Medien. Der Internationale Skiverband (FIS) wartet nun mit einer spektakulären Neuerung und entsprechender Erweiterung des Weltcup-Kalenders auf. Nachvollziehbar ist von einem Zuschauermagneten die Rede. Ab der Saison 2022/23 werden Abfahrts-Rennen am berühmtesten Berg der Berge, dem Matterhorn im Wallis, durchgeführt. Der Beachtungsgrad der zur Austragung vorgesehenen Speed-Disziplinen dürfte vor allem für den Nobel-Touristenort im hinteren Mattertal eine weitere, praktisch unbezahlbare Werbung bedeuten. Das berühmte «Horu» (Horn), wie das Matterhorn von den Wallisern liebevoll genannt wird, ist der weltweit am meisten beachtete und auch fotografierte Berg. In dieser Umgebung hat der Schweizer Abfahrts-Olympiasieger von 2010 und ehemalige Speed-Spezialist, Didier Défago, eine Piste gestaltet, die Skisport spektakulär in pittoresker Umgebung garantiert. Erstmals in der Geschichte des Weltcups wird 2022/23 der Weltcupauftakt rund einen Monat früher als üblich stattfinden. Die Abfahrts- und Super-G-Wettbewerbe warten gleich mit zwei Superlativen auf: Noch nie ist in dieser Höhe zu einem Ski-Weltcup-Rennen gestartet worden, und noch nie gab es grenzüberschreitende Ski-Disziplinen. Gestartet wird unterhalb des kleinen Matterhorns in der Schweiz, das Ziel befindet sich auf italienischem Boden (im Skiresort Laghi Cime Bianche). Auch wenn dieses geplante und nun von der FIS autorisierte Spektakel eine Aufwertung des Ski-Weltcups bedeutet, bleibt ein Wermutstropfen: Die Rennen geben den Blick der TV-Zuschauerinnen und Zuschauer auf das Matterhorn vor allem von der Südseite her frei. Unschlagbar schön präsentiert sich das Matterhorn allerdings von Nord-Osten her. Dieser Umstand wird zu verschmerzen sein. Die Bilder von den Abfahrts- und Super-G-Rennen der Frauen und Männer am Matterhorn werden so oder so um die Welt gehen. Das bereits in rund einem Jahr zum vorgezogenen Saisonauftakt (dank der Schneesicherheit in der Matterhorn-Region), wenn die Organisatoren der Schweiz und Italiens alles für diese Wettbewerbe Erforderliche bis dann umsetzen können; woran nicht zu zweifeln ist. Schade allerding, dass das Sahnehäubchen einer Ski-Saison in einem Jahr und künftig bereits am Anfang des Winters serviert wird.

Matterhorn statt Lauberhorn – oder beides?

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(causasportnews / red. / 26. Mai 2020) Es ist, wie es oft im organisierten Sport ist, der weltweit im Fokus steht: Es geht um viel Geld, um Eitelkeiten und um Gesichtsverluste; und frei nach dem Motto: Wenn Du mir meine Sandburg zerstörst, zerstöre ich Deine!

Seit einigen Wochen hält eine Sport-Polit-Groteske nicht nur am (Ski-)Sport Interessierte in Atem. Es geht um das legendäre „Lauberhorn“-Rennen, neben der „Streif“-Abfahrt in Kitzbühel der Höhepunkt eines jeden Ski-Winters. Das Organisationskomitee in Wengen fordert von Swiss-Ski, dem Schweizerischen Dachverband für den Skisport, mehr Geld für die Durchführung der Rennen in Sichtweite der berühmten Eiger-Nordwand. Eine Million Schweizer Franken mehr sollen die Verbandsoberen nach Wengen zahlen, fordern die wackeren Berner am Internationalen Sport-Schiedsgericht (TAS) in Lausanne von Swiss-Ski; der Verband hält die Rechte an den grossen Sponsoring-Paketen und generiert viel Geld für die Verwertung der Medienrechte. Swiss-Ski wirft den Wengener Organisatoren vor, das Marketingpotential rund um die „Lauberhorn“-Rennen nicht optimal auszunützen. Seit langer Zeit wird am TAS um Geld gestritten. Um den Druck auf die Wengener zu erhöhen, haben die Verantwortlichen von Swiss-Ski beim Internationalen Ski-Verband (FIS) beantragt, den Abfahrts-Klassiker aus dem Weltcup-Programm zu kippen. Wintersport ohne das „Lauberhorn“ wäre so etwas wie Angela Merkel mit guter Laune – undenkbar. Zwischenzeitlich ist auch Zermatt in die sich (vermeintlich) abzeichnende Organisations-Lücke gesprungen und hat angekündigt, ein Abfahrtsrennen vom Fusse des Matterhorns bis ins Aostatal zu organisieren und dieses im Weltcup-Kalender etablieren zu wollen. Matterhorn statt Lauberhorn also. Nun bahnt sich im Konflikt eine Lösung an. Auf kommenden Donnerstag hat die Schweizer Sportministerin Viola Amherd die Streitparteien zu einem „Friedensgipfel“ geladen. Doch bereits heute ist nicht mehr daran zu zweifeln, dass es eine Lösung in dieser prestigeträchtigen Angelegenheit geben und das „Lauberhorn“-Rennen weiter im Weltcup-Kalender der FIS figurieren wird. Zum Befreiungsschlag hat eine zugesagte Spende von 300 000 Schweizer Franken einer Privatperson beigetragen. So wird die helvetische Sportministerin aus dem Wallis am Donnerstag die politisch (für sie) nicht unwichtige Wende stolz verkünden können, nämlich, dass das „Lauberhorn“-Rennen gerettet sei. Als Walliserin wird sie sich dann vornehm mit der realistischen Einschätzung zurückhalten, dass bald einmal auch zu einem spektakulären Abfahrtsrennen in ihrem Heimat-Kanton, vor der Matterhorn-Kulisse, gestartet werden dürfte. Lauberhorn und Matterhorn, das wird künftig die Devise sein.