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Sportwetten als ökonomische Forschungsobjekte

(causasportnews / rbr. / 12. Januar 2019) Dass Sport eine Art Lebensschule ist, dürfte heute niemand mehr in Abrede stellen. Erkenntnisse aus der Sportwelt lassen sich aber auch für konkrete ökonomische Zwecke nutzbar machen. Das zeigt eine Studie von zwei britischen Ökonomen, welche die Effizienz des Marktes für Anlagefonds anhand eines Vergleichs mit dem Sportwettenmarkt untersucht haben (vgl. auch „Neue Zürcher Zeitung“ vom 10. Januar 2019).

Sportwetten: Auffallende Ähnlichkeiten zu Anlagefonds

Bei Anlagefonds wird unterschieden zwischen aktiven und passiven Fonds. Der Hauptunterschied liegt in den Anlagezielen. Aktive Fonds(die „klassischen“ Anlagefonds) versuchen, eine höhere Rendite zu erzielen als der ihnen zugrundeliegende Vergleichsindex (z.B. der Swiss Market Index SMI). Zu diesem Zweck werden sie von einem Fondsmanager – wie der Name sagt – aktiv verwaltet: Die einzelnen Positionen werden laufend analysiert, Gewichtungen vorgenommen, Prognosen getätigt, usw. Bei passiven Fondshingegen – auch Exchange Traded Funds (ETF) oder Indexfonds genannt – wird kein solcher Einfluss auf die Zusammensetzung des Portfolios genommen. Vielmehr werden die eingelegten Gelder entsprechend dem Index (Anzahl und Gewichtung) angelegt mit dem Ziel, diesen Index möglichst genau nachzubilden. Die Kursschwankungen des Fonds entsprechen damit denjenigen des Indexes. Folglich beschränkt sich die Fondsverwaltung bei den passiven Fonds im Wesentlichen auf die Wiederanlage und die Ausschüttung von Dividenden sowie die Anpassung des Fonds an Indexveränderungen. Dadurch sind die Verwaltungskosten bei den passiven Fonds wesentlich niedriger als bei den aktiven. Sowohl aktive als auch passive Fonds unterstehen in der Schweiz als sog. kollektive Kapitalanlagendem Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen vom 23. Juni 2006 (KAG).

Im Jahr 2019 werden in den Vereinigten Staaten die passiven Fonds gegenüber den aktiven voraussichtlich erstmals in der Mehrheit und damit neu die grösste Produktekategorie für Aktieninvestments sein. Potenziell ist dieser Umstand eine Gefahr für die Effizienz der Märkte, da effiziente Märkte darauf angewiesen sind, dass die Anleger sich Informationen beschaffen. Gerade das geschieht bei passiven Fonds naturgemäss nicht. Die erwähnte Studie deutet indessen darauf hin, dass eine Ineffizienz der Märkte gleichwohl nicht zu befürchten ist.

Für ihre Erkenntnisse haben sich die Forscher Erfahrungen aus dem Bereich der Sportwetten – konkret auf Tennis und Fussball – zunutze gemacht. Jährlich im Juni wird im Queen’s Club in London ein ATP-Tennisturnier ausgetragen, das als eines der wichtigsten Vorbereitungsturniere für Wimbledon gilt. In geraden Kalenderjahren finden jeweils gleichzeitig Fussball-Welt- oder -Europameisterschaften statt (z.B. 2018 die WM-Endrunde in Russland oder 2016 die EM in Frankreich). Das wiederum führt dazu, dass in diesen Jahren weniger auf das Tennisturnier in Queen‘s gewettet wird, weil sich Gelegenheitswetter eher den Fussballwettbewerben zuwenden. Umgekehrt handelt es sich damit bei den Personen, die auf Queen’s wetten, überwiegend um gut informierte Wetter. Die Forscher fanden nun heraus, dass der Tenniswettmarkt in den ungeraden Jahren – also in den Jahren, in denen kein Fussball-Grossanlass stattfindet, die weniger informierten Wettenden also aktiver im Tennis sind – wesentlich effizienter ist. Oder anders: Der Umstand, dass die informierten Wettenden in der Mehrzahl sind, führt nicht zu effizienteren Märkten; vielmehr scheint gerade das Gegenteil der Fall zu sein.

Was auf den ersten Blick erstaunt, lässt sich – wiederum am Beispiel des Sports – relativ einfach erklären: Informierte Wettende gehen davon aus, gegenüber den schlechter informierten Gelegenheitswettern einen Vorteil zu haben. Sie recherchieren deshalb Informationen über die Spieler, deren Formstand, Verletzungen, die Spielpaarungen, Auslosungen, usw. Das Vorhandensein uninformierter Wettender ist dabei aus ihrer Sicht ein Anreiz: Auf deren Kosten möchten die informierten nämlich einen Gewinn erzielen. In den ungeraden Jahren sind mehr uninformierte Wettende am Spiel beteiligt, wodurch auch der Anreiz für die Informierten steigt, sich zusätzliche Informationen zu beschaffen und so angeblich einen Vorteil zu erlangen. Gibt es umgekehrt keine oder nur wenige solcher uninformierten Wettender, sinkt für die informierten der Anreiz, Informationen zu sammeln (dieser Effekt hält zeitlich jedoch i.d.R. nicht unbeschränkt an; ist ein Markt effizient, schwindet der Anreiz, sich Informationen zu beschaffen, und die informierten Akteure verlassen den Markt wieder. Dadurch wird Letzterer wieder ineffizient). Angewendet auf Anlagefonds bedeutet dies, dass der Markt dann effizienter ist, wenn mehr „uninformierte“ Anleger – also solche, die den Markt nicht analysieren (lassen), sondern passiv und streng nach Index anlegen – beteiligt sind. Damit kann aber auch der prognostizierte Anstieg des Anteils an passiven Fonds dazu führen, dass die Aktienmärkte letztlich nicht ineffizienter, sondern gar effizienter funktionieren werden. Das hier wiedergegebene Beispiel illustriert ferner, dass sowohl Wetten auf Sportereignisse als auch Anlagen am Kapitalmarkt letztlich ein erhebliches aleatorisches Element innewohnt: Ein ertragsreicher Anlagetipp und eine Wette auf die Siegermannschaft sind sich ähnlicher, als es Fondsmanager (und Wettende) wahrhaben wollen…

Juristische Niederlage für „Downhill Charly“ im Missbrauchs-Skandal

Geht es juristisch «downhill» für «Downhill Charly»…?

(causasportnews / red. / 11. Januar 2019) Es ist, wie es immer ist, wenn es um Missbrauchsvorwürfe und -vorgänge geht. Im Sport und anderswo. In der Regel wissen einzig die Betroffenen, was sich zugetragen hat; eine Kongruenz von Tatsachen und Auffassungen, was allenfalls einvernehmlich geschehen ist, bleibt der Öffentlichkeit meist vorenthalten. Diese wird meistens dann in Kenntnis gesetzt, wenn Betroffene Vorwürfe öffentlich erheben. Oder wenn gewisse Konstellationen öffentlich gemacht werden. So verhält es sich auch im „Missbrauchsskandal“ im Rahmen des österreichischen Skisports (vgl. auch causasportnews vom 28. Dezember 2018). Diesbezüglich sind zwei Skisport-Legenden ins Kreuzfeuer geraten bzw. werden mit schwerwiegenden Anschuldigungen konfrontiert, nämlich der frühere, heute 86jährige Top-Trainer Karl Kahr, und die vor rund zehn Jahren verstorbene Fahrer-Ikone Toni Sailer. Für beide genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung. Die Missbrauchsvorwürfe gegen Karl Kahr und Toni Sailer sind nicht neu. Die jüngsten Anschuldigungen wurden ausgelöst von einer ehemaligen Rennläuferin, Nicola Spiess, heute Nicola Werdenigg. Bei einem derart brisanten Thema halten sich Anschuldigungen und Gegen-Anschuldigungen meistens die Waage. Im Zusammenhang mit den Öffentlichmachungen durch Nicola Werdenigg ging es gestern am Bezirksgericht Bludenz um Behauptungen, Wahrheiten, Bestreitungen, guten Glauben; juristisch gesprochen um „üble Nachrede“. Involviert in den Themenkomplex war u.a. die frühere Top-Skirennläuferin Annemarie Moser-Pröll, früher die Gegenspielerin der Schweizer Olympiasiegerin in der Abfahrt und im Riesenslalom von Sapporo, Marie-Therese Nadig. Die Österreicherin war als Zeugin vorgesehen, kam aber aus prozessualen Gründen gar nicht (mehr) zu Wort, was sie sichtlich enervierte. Geklagt hatte Karl Kahr gegen ein Ehepaar, das zumindest inkriminierende Anspielungen gegenüber dem ehemaligen Skitrainer getätigt hatte. Dagegen setzte sich „Downhill Charly“, wie er in der Branche genannt wurde, zur Wehr, unterstützt von Annemarie Moser-Pröll. Das beklagte Ehepaar wurde letztlich vom Vorwurf der üblen Nachrede freigesprochen, weil dem Ehepaar der Gutglaubensbeweis geglückt war; die Erbringung des Wahrheitsbeweises wurde demnach obsolet. Karl Kahr will gegen diesen Freispruch ankämpfen. Affaire à suivre also. In Bludenz wurde gestern nur ein (juristischer) Teilbereich des Missbrauchs-Skandals im Österreichischen Skisport abgearbeitet. Was sich wirklich zutrug, bleibt nach wie vor unklar. Wie meistens in solchen Vorgängen.

Früher war mehr Nationalmannschaft

(causasportnews / red. / 9. Januar 2019) Früher war nicht alles besser, aber vieles anders. Das muss nicht a priori schlecht sein. Aber ab und zu ändern sich Gewohnheiten, die dennoch Fragen aufwerfen. Zum Beispiel Rücktritte aus einer Fussball-Nationalmannschaft. Früher wurden Spieler in ein National-Team berufen oder, aus welchen Gründen auch immer, nicht aufgeboten. Der National-Trainer schaltete und waltete dabei uneingeschränkt; seine Personal-Entscheide wurden zwar zu jeder Zeit ab und zu hinterfragt, aber an seiner Aufgebotskompetenz wurde durchwegs nicht gerüttelt. Im modernen Fussball läuft nun aber alles ein wenig anders ab. Über elektronische Medien kritisieren Fussballspieler Aufgebotsentscheide der Nationaltrainer oder melden sich erbost aus der Nationalmannschaft ab, wenn sie sich bspw. „auf den Schlips getreten“ fühlen. Besonders sensibel reagieren Spieler in denjenigen Fällen, in denen sie vom Nationaltrainer nicht ausführlich und in epischer Breite über (Negativ-)Entscheide jedwelcher Art orientiert worden sind. Auch Nationaltrainer sind selbstverständlich in der modernen Kommunikationswelt angelangt und verwenden, wie die Spieler, u.a. die SMS-Möglichkeiten oder „twittern“ wie Politiker in der Welt herum.

Kürzlich war es nur eine Randnotiz wert, dass der Stamm-Torhüter von Borussia Dortmund und Ersatz-Torwart des Schweizer National-Teams, Roman Bürki, erklärte, sich aus der Nationalmannschaft zurückziehen zu wollen. Er beabsichtige, den Fokus verstärkt auf seinen (erfolgreichen) Klub zu richten und vermehrt auf seine Gesundheit achten zu wollen. Soweit so gut. Dass Spieler selber entscheiden, wie sie das „Thema Nationalmannschaft“ behandeln wollen, entspricht dem Zeitgeist. Im konkreten Fall dürfte allerdings im Vordergrund stehen, dass in der Schweizer Nationalmannschaft die Torhüter-Position mit Yann Sommer (bei Borussia Mönchengladbach auch nicht gerade unterbeschäftigt und mit über 30 Jahren sogar noch älter als Roman Bürki) in absehbarer Zeit kaum Änderungen erwarten lässt. Das bedeutet, dass sich Roman Bürki weiter mit der Funktion als Ersatz-Torhüter der Nationalmannschaft begnügen müsste. Soweit so verständlich. Der Schritt des Borussia-Torhüters zielt allerdings auch in eine andere Richtung: Für Spieler, insbesondere in den europäischen Top-Ligen, stehen die Klub-Aktivitäten im Vordergrund, der Nationalmannschafts-Fussball erfährt eine kontinuierliche Abwertung. Nur alle vier Jahre eine Chance zu bekommen, Weltmeister zu werden, statt jedes Jahr um den Champions League-Sieg spielen zu können, führt zu einer eindeutigen Gewichtung der Interessen. Der Nationalmannschafts-Fussball scheint zum Unikum in einer globalisierten Welt zu werden. Das sind die Fakten. Und so ist auch der angekündigte Schritt von Roman Bürki im Kontext einer modernen, globalisierten Welt irgendwie verständlich. Oder man könnte die Situation frei nach Loriot etwa so zusammenfassen: Früher war mehr Nationalmannschaft… (Mehr dazu anlässlich der Veranstaltung des „Swiss Sport Forum“ vom 28. Februar 2019 im FIFA-Museum in Zürich: www.swisssportforum.ch)

Warten auf die Goldmedaillen – oder die Nachwehen von Sotschi 2014

(causasportnews / red. / 7. Januar 2019) Seit geraumer Zeit ist klar, dass der Medaillenspiegel nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi für die Schweiz massiv aufgewertet ist: Zwar belegten damals die Russen Alexander Subkow/Alexej Wojewoda im Zeierbob-Doppel im heimischen Sotschi den ersten Platz und wurden als Olympiasieger gefeiert, doch nach der Aufarbeitung des Dopingskandals um Russische Athletinnen und Athleten verloren die beiden siegreichen Russen ihre Goldmedaillen wieder bzw. wurden ihnen diese rechtsgültig aberkannt (vgl. auch causasportnews vom 27. November 2017). Sowohl das Internationale Olympische Komitee (IOK) als auch der mit der Sache befasste Court of Arbitration for Sport in Lausanne (CAS) haben entschieden, dass die resultatmässig in Russland siegreichen russischen Bobfahrer die Goldmedaillen zurückzugeben hätten. Als „Medaillen-Erbe“ kommen die Schweizer Beat Hefti und Alex Baumann zum Zuge. Bis heute denken die gedopten Bob-Fahrer aus Russland allerdings nicht daran, auf die betrügerisch errungenen Goldmedaillen zu verzichten. Vielmehr hat Alexander Subkow, inzwischen Präsident des Russischen Bobverbandes (!), allerdings im Dezember 2018 vom Internationalen Bob-Verband suspendiert, gerichtliche Schritte in Moskau eingeleitet, um die Goldmedaille behalten zu können; er bestreitet, in Sotschi betrogen zu haben. Der Grund für diesen Schritt ist nachvollziehbar: Als Nicht-Olympiasieger würde er einen in Russland für Olympiasieger/innen üblichen, lebenslangen Renten-Anspruch verlieren; Olympiasieger/innen erhalten vom Staat eine Rente bis zum Lebensende. So warten Hefti/Baumann weiterhin auf das redlich gewonnene Edelmetall. Beim ganzen Vorgang gibt das IOK eine schwache Figur ab. Es wäre wohl keine grosse Hexerei, Subkow/Wojewoda die übergebenen Goldmedaillen abzunehmen. Ebenso einfach wäre es alternativ, den ehrlichen Siegern von Sotschi neue Goldmedaillen auszuhändigen; an den Kosten dürfte es kaum liegen… Obwohl durchaus Chancen bestehen würden, könnten die beiden Schweizer Athleten das IOK auf gerichtlichem Wege zwingen, ihnen die beiden Goldmedaillen auszuhändigen. Brisant bei der ganzen Geschichte ist zudem, dass auch die ursprünglich auf dem fünften Rang platzierte Mannschaft Lettland 1 auf die Bronze-Medaillen wartet. Nachdem den in Sotschi viertplatzierten Russen Alexander Kasjanowund Maxim Belugin der dritte Platz, den sie durch „Nachrücken“ geerbt hatten, weil die ursprünglich viertplatzierten und danach auf den dritten Platz vorgerückten Russen die Bronze-Medaillen wieder verloren hatten, aberkannt worden ist, warten auch die tapferen Letten immer noch auf die Bronze-Medaillen, die von den Russen ohne Druck kaum zurückgegeben werden dürften. Wäre die Sache nicht zu ernst, könnten diese Nachwehen fünf Jahre nach Sotschi durchaus als „IOK-Posse“ bezeichnet werden. Grundsätzlich verwundert es auch, dass sich der Schweizerische Bobverband („Swiss Sliding“) nicht energisch dafür einsetzt, dass den siegreichen Piloten nun umgehend die Gold-Medaillen ausgehändigt werden. Von diesem Verband, der permanent von Geldnöten geplagt wird und sich in einem Dauer-Kampf gegen die Entwertung des Bob-Sportes befindet, kann realistischerweise kein grosser Support in diesem geradezu grotesken Vorgang erwartet werden.

Dichtung und Wahrheit – wenn Medienschaffende mit sich selbst beschäftigt sind

(causasportnews / red. / 31. Dezember 2018) Nichts deutete darauf hin, dass sich die mediale Landschaft zum Jahresende 2018 anders präsentieren könnte als die Jahre zuvor. Doch kurz vor Heiligabend platzte in Hamburg die publizistische Bombe dieses Jahrtausends: Ein Star-Reporter des deutschen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ist der Artikel-Fälschung überführt worden. Claas Relotius heisst der Vorzeige-Journalist des Magazins, der für seine Reportagen nicht nur permanent mit Lob von allen Seiten und mit Preisen aller Art überschüttet worden ist. Und nun das. Der Mann hat zwar geschrieben wie ein junger literarischer Gott, doch seine Geschichten sind zu einem schönen Teil erfunden worden. Die Magazin-Verantwortlichen versuchten zwar dem Skandal umgehend durch „mea culpa“-Bezeugungen die Spitze zu nehmen, doch da war der Super-GAU bereits nicht mehr unter Kontrolle zu bringen. „Sagen was ist“, verlautete aus Hamburg auf dem Cover des Weihnachtshefts – doch auch diese Offensive in eigener Sache im medialen Schlamassel konnte peinlicher nicht sein. Zwar brüsteten sich die „Spiegel“-Macher damit, in diesem unsäglichen Desaster für volle Transparenz zu sorgen (hoffentlich auch!), doch etwas anderes hätte die Angelegenheit zweifellos nur noch verschlimmert. Die Fälschungen von Claas Relotius müssten zwar zu einem „Köpferollen“ in der Chef-Etage der „Spiegel“-Redaktion, die sich immer noch mit einem ausgeklügelten „Text-Controlling“ und nicht mehr zu überbietender Qualitäts-Kontrolle im Rahmen des Qualitäts-Journalismus brüstet, führen, doch nichts dergleichen geschah bis zum letzten Tag des zu Ende gehenden Jahres. Die Hilf- und Mutlosigkeit der Journalisten mit Links-Drall aus dem Norden Deutschlands, die immer wieder mit der Moral-Keule um sich zu schlagen pflegen, manifestierte sich darin, dass den Magazin-Machern klar werden musste, dass der vom „Spiegel“ gepflegte Journalismus abgedankt hat. „Geschichten-Journalismus“ ist pannenanfällig und gehört auf den Müllhaufen der Medien-Historie, wie der „Fall Relotius“ belegt. Vor allem, wenn die Geschichten geschliffen und perfekt geschrieben daher kommen, dass sie schlicht schöner als die Wahrheit sein müssen. „Sagen, was ist“, ist längst Geschichte geworden in Hamburg (und in anderen Medien, welche die Texte von Claas Relotius auch ausserhalb Deutschlands ebenfalls mit viel Brimborium immer wieder gebracht haben); von Reportagen wird erwartet, dass sie gleichsam Belletristik zugeordnet werden müssen – mit der Wahrheit höchstens noch als Nebenprodukt, so, wie es Claas Relotius offenbar verstanden hat? – Und inwieweit berührt dieses Vorkommnis, das vielleicht nur die Spitze eines journalistischen Eisbergs darstellt, den Sport? Insbesondere der „Spiegel“ hat sich seit Jahren dem Generalthema „Sport“ verschrieben, hat echte und vermeintliche Skandale thematisiert, Mutmassungen angestellt und mediale Attacken gegen den organisierten Sport und seine Protagonisten geritten – teils zu Recht, teils zu Unrecht. Die „Football-Leaks“-Berichterstattung in diesem Jahr war im „Spiegel“ ein Dauerbrenner, und immer wieder bildete das (gemäss „Spiegel“ gekaufte) Sommermärchen der Fussball-WM-Endrunde 2006 ein Thema, um gegen den organisierten Sport medial ins Feld zu ziehen. „Dank“ oder wegen Claas Relotius war es zu diesem Jahresende anders: Im letzten Heft des Jahres, in dem der „Spiegel“ mit sich selbst beschäftigt war, wurde nur die Welt-Anti-Doping-Agentur lau thematisiert („Ist die Welt-Anti-Doping-Agentur noch zu retten?“) – evidenter wäre im Anschluss an die Titelgeschichte „Sagen, was ist“ wohl eine Story gewesen: „Ist der ‚Spiegel‘ noch zu retten?“. Glück auch für die katholische Kirche, dass das Nachrichten-Magazin vor Weihnachten sich selbst zum Hauptthema gemacht hat (obwohl die gewählte Offensive letztlich einer Bankrotterklärung glich). Sonst wäre die Titelgeschichte zu Weihnachten wohl eine (übliche) Attacke gegen den Katholizismus geworden (so rückte diesmal „Die starke Maria“ in den hinteren Teil des Magazins). Über Jahre bestätigten die „Spiegel“-Macher, dass mit Artikeln gegen den organisierten Fussball (mit der FIFA im Fadenkreuz) und gegen die katholische Kirche die Leserschaft bei Laune gehalten werden kann. Die Lehre der Geschichte für den „Spiegel“ zum Jahresende 2018 wird sein, dass ein Nachrichten-Magazin getrennt Fakten sowie Wertungen und keine geschliffenen Reportagen mit divergierendem Wahrheitsgehalt zu präsentieren hat. Wer schöne Literatur unter Ausklammerung von Wahrheit und Fakten wünscht, greife derzeit mit Gewinn beispielsweise eher zu Nele NeuhausCharlotte LinkDonna Leon, Daniel Kehlmann oder Martin Suter – aber nicht (mehr) zum „Spiegel“ gemäss aktueller Konzeption.

Jahresend-Ausgabe von «Causa Sport» mit Schwerpunktthemen Art. 6 EMRK und Verbands-Sanktionsrecht

(causasportnews / red. / 30. Dezember 2018) Die letzte Ausgabe dieses Jahres von „Causa Sport“ (Heft 4/18) behandelt einmal mehr eine Fülle von verschiedenen Rechtsfragen (vgl. hierzu auch www. causasport.org). Ein Schwerpunktthema bildet (wieder einmal) die „Causa Pechstein“, die nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 2. Oktober 2018 erneut für Gesprächsstoff sorgt. Im Zentrum der Entscheidung steht die Frage der (richterlichen) Unabhängigkeit bzw. Abhängigkeit des Internationalen Sportschiedsgerichts in Lausanne (Court of Arbitration for Sport, CAS) mit Blick auf Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Die Athletin ist am Europäischen Gerichtshof weitgehend abgeblitzt. Die das Urteil erörternde Einführung bildet ein Schwerpunktthema der Jahresend-Ausgabe und ist vom Europarechtler Dr. iur. Remus Muresan verfasst worden. Vom selben Autor (zusammen mit dem deutschen Sportrechtsspezialisten, Rechtsanwalt Sven Diener, Düsseldorf) findet sich im Heft ein Aufsatz zur praktisch bedeutsamen Verbandsjustizproblematik des „Rechts auf Schweigen“ in Sanktionsverfahren. Die Thematik ist nicht nur im staatlichen Strafrecht brisant (Grundsatz, dass sich niemand selbst belasten muss; „nemo tenetur“), sondern auch in Verbands-Sanktionsverfahren (wobei Verbände ab und zu in ihren Regelwerken vorsehen, dass in Sanktionsverfahren Beschuldigte an den Untersuchungshandlungen mitwirken müssen). Wiedergegeben werden zudem zahlreiche Urteile insbesondere österreichischer und schweizerischer Gerichte (zu den Themenbereichen Champions League-Programm des ORF, zur Schieds- bzw. Nicht-Schiedsfähigkeit arbeitsrechtlicher Streitigkeiten, zum „Fall Vienna“, usw.). In der aktuellen Ausgabe findet sich aber auch bisher kaum Beachtetes: So wird die Frage beantwortet, was Sägegeräusche im Wald bedeuten können, und es wird der auch politisch aktuelle Vorgang beleuchtet, wies es sinnvollerweise gelingen kann, im Jahr 2026 in den USA und in Mexiko (sowie in Kanada) eine Fussball-WM-Endrunde zu veranstalten, obwohl zwischen den beiden Ländern eine Mauer gebaut werden soll…

Michael Schumacher: Auch nach fünf Jahren bleibt Privates privat

Michael Schumacher in einer Aufnahme aus dem Jahr 2012 (Bild: emperornie)

(causasportnews / red. / 29. Dezember 2018) Und wieder ist ein Jahr vorüber… – Gemeint ist am heutigen Tag allerdings nicht das Kalenderjahr 2018, dessen Ende in zwei Tagen Tatsache sein wird, denn das Datum des 29. Dezember steht insbesondere für ein Ereignis, das die gesamte Sportwelt 2013 unter Schock gesetzt hat. Damals, vor fünf Jahren, verbreitete sich in Windeseile die Meldung um den Globus, dass der beste Formel 1-Fahrer aller Zeiten, Michael Schumacher, beim Skifahren in den französischen Alpen schwer verunglückt sei. Die Nachrichtenlage zum Gesundheitszustand des ehemaligen Champions war zuerst verworren; es schien zunächst nicht aussichtslos, dass der siebenfache Weltmeister in der Automobilsport-Königsklasse wieder genesen würde. Doch allmählich zerschlug sich jede diesbezügliche Hoffnung, und nach nun exakt fünf Jahren seit dem tragischen Unfall im Schnee sind sogar die Chancen auf ein Wunder als nicht allzu gross einzustufen. Gesichert ist bezüglich des Gesundheitszustandes von Michael Schumacher allerdings nichts. Dessen Familie schirmt den ehemaligen Top-Sportler gänzlich von der Öffentlichkeit ab, was in den letzten Jahren immer wieder zur juristisch relevanten Grundsatzdiskussion geführt hat und immer noch führt: Hat die Öffentlichkeit, in deren Rahmen sich Michael Schumacher während seiner aktiven Karriere einen der vordersten Plätz in den Sport-Annalen gesichert hat, auch einen Anspruch darauf zu wissen, wie es dem verunglückten Deutschen mit Wohnsitz in der Schweiz, der am 3. Januar 2019 50 Jahre alt wird, geht? Hat sie, juristisch qualifiziert, nicht, auch wenn Michael Schumacher persönlichkeitsrechtlich als „absolute Person der Zeitgeschichte“ gilt (vgl. dazu etwa Andreas Meili, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., 2018, Rz. 52 zu Art. 28 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB). Obwohl der Verunglückte seit fünf Jahren der Öffentlichkeit entrückt ist, gilt simplifiziert und auf einen Nenner gebracht noch immer die gleiche Rechtslage mit Blick auf den Persönlichkeitsschutz der ehemaligen Rennsport-Legende: Privates bleibt privat! Dass gewisse Medien immer wieder versuchen, diese Vorgabe zu ignorieren oder zu umgehen und nur schon permanent Rahmengeschichten im Zusammenhang mit Michael Schumacher publizieren sowie Spekulationen zu seinem Gesundheitszustand in die Welt setzen, ist wahrscheinlich mit der Verwilderung der medialen Sitten und mit dem Konkurrenzdruck, dem etwa die Boulevard-Erzeugnisse ausgesetzt sind, zu erklären. Ethisch verwerflich ist solches Tun jedoch alleweil.

«Das ganze Unglück kommt vom Sport»

Hat offenbar nicht nur Sonnenseiten: Der österreichische Skisport (hier die von Zaha Hadid entworfene Ski-Sprungschanze in Innsbruck).

(causasportnews / red. / 28. Dezember 2018) Auch wenn es gewisse Medien anders sehen oder sehen wollen, sorgen seit geraumer Zeit Missbrauchs-Skandale im organisierten Sport eher für markante Schlagzeilen als breitflächig thematisierte, meist länger zurückliegende pädosexuelle Vorkommnisse in der katholischen Kirche. Diesbezüglich richtet sich der Fokus nicht nur nach Übersee, wo Missbrauchsskandale etwa im US-Turnen oder im Schwimmsport immer weitere Kreise ziehen. Auch Europa ist nicht verschont, wenn es um den Missbrauch von Machtstellungen und insbesondere um so begünstigte sexuell motivierte Taten geht. Zum Beispiel im Österreichischen Skiverband (ÖSV). In dieser Organisation scheinen sich in den 1970er Jahren Vorkommnisse ereignet zu haben, die das Prädikat „verwerflich“ verdienen, falls sich die Vermutungen tatsächlich bestätigen sollten. Involviert sind ehemalige Funktionäre (angebliche Täter) und Ski-Rennläuferinnen (als angebliche Opfer). Aufgebracht hat die unappetitliche Geschichte die ehemalige Rennläuferin Nicola Werdenigg. Beschuldigt worden ist vor allem ein früherer Erfolgstrainer; die Vorfälle haben bereits zu Prozessen in Österreich geführt.-

Der Sport ist bekanntlich nicht nur selbst eine Bühne; neuerdings werden er und seine Nebenerscheinungen auch im konventionellen Schauspiel abgehandelt. So ist vor einigen Tagen in Köln ein für die Sportwelt bemerkenswertes Stück uraufgeführt worden, das die nicht unumstrittene österreichische (!) Autorin und Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek geschrieben und Stefan Bachmann inszeniert hat. In „Schnee Weiss“ arbeitet die weltberühmte Autorin auf ihre provokative Art die Geschehnisse im Österreichischen Skisport, sinnigerweise in Deutschland, auf: Ein bisschen geschlachtete Ski-Hasen, ein Verbandspräsident als Gott-Vater, ein wenig Buckel-Piste, dazu eine weisse Schneedecke, die auch das Folterverlies von Josef Fritzl, ebenfalls ein Österreicher, der seine Tochter über Jahre unterirdisch gefangen hielt, tarnt; die Schneekanone verdeckt alle Machtdemonstrationen, zu denen im Wintersport engagierte Menschen fähig sind. Schuld an allen so thematisierten Miseren im (Ski-)Sport ist nach dem Theaterstück natürlich nicht der Champagner – so wie in der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss –, sondern der Sport selber: „Das ganze Unglück kommt vom Sport“, lautet die uniforme Feststellung im Stück der 72jährigen Österreicherin, das bis auf weiteres im Schauspiel Köln zu sehen ist (vgl. zur Uraufführung etwa die Kritik von Daniele Muscionico in der „Neuen Zürcher Zeitung“ vom 24. Dezember 2018). Wenn schon Gott ins Spiel gebracht wird, darf eine Konklusion nicht fehlen: Der Herrgott hat es beim Menschen im Allgemeinen nicht dabei bewenden lassen, ihn salopp als „Krone der Schöpfung“ zu qualifizieren. Er hat versucht, noch einen besseren Menschen zu formen: Den Sportler eben. Aber auch dieser Versuch scheint gescheitert.

Kein «Ärzte-Pfusch» bei der Behandlung einer Sportlerin

(causasportnews / red. / 27. Dezember 2018) Fälle, in denen die ärztliche Sorgfaltspflicht im Zentrum steht, sind in der Regel komplex und stellen urteilende Gerichtsinstanzen durchwegs vor grosse juristische Herausforderungen. Nicht anders präsentierte sich ein Vorgang, der kurz vor den Weihnachtsfeiertagen mit einem Freispruch für den angeklagten Arzt zu Ende ging. Eine Einzelrichterin am Bezirksgericht Zürich hatte einen eher alltäglichen Vorgang zu beurteilen. Der Arzt setzte einer hoffnungsvollen, jungen Sportlerin eine Eiseninfusion, die durch angeblich unsachgemässe Anwendung Komplikationen hervorrief. Diese erlitt eine Beeinträchtigung am Arm (das Gericht sprach von einer „iatrogenen Tätowierung“), was bei der Patientin wochenlange, gesundheitliche Indispositionen zur Folge hatte. Insbesondere sei durch diesen „Ärzte-Pfusch“ und die daraus resultierenden Folgeprobleme (Beschwerden, Beeinträchtigung im Wohlbefinden) die Karriere der Sportlerin negativ tangiert worden, hiess es gemäss Anklageschrift. Das Gericht erkannte eine Vielzahl von Ungereimtheiten im tatsächlichen Ablauf der applizierten Eiseninfusion bzw. divergierende Aussagen von behandelter Sportlerin und Arzt. Diesem wurde letztlich aber korrektes Verhalten bei der Behandlung attestiert. Insbesondere hätte er wohl reagiert (und die Infusion gezogen), falls die Patientin beim Setzen der Infusion über Schmerzen geklagt hätte. Die Infusion sei „normal“ abgelaufen, und es existierten keinerlei Hinweise, dass die Infusion ins Gewebe statt in die Vene geleitet worden sei. Aufgrund dieser Sachlage sah sich die zuständige Richterin veranlasst, den beschuldigten Arzt vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freizusprechen. – Eine interessante Frage wurde vor Gericht nicht schlüssig beantwortet (musste sie auch nicht), nämlich die, weshalb sich die Sportlerin von einem Allgemeinpraktiker und nicht von einem Sportarzt habe behandeln lassen. Es wurde die Vermutungen geäussert, eine solche Behandlung hätte allenfalls als „Doping“ qualifiziert werden können, weshalb sie von einem (in Dopingangelegenheiten) erfahrenen Sportarzt nicht vorgenommen worden wäre. Mit diesem Aspekt, der in der Verhandlung hohe Wellen warf und in Ehrverletzungsvorwürfen gipfelte, hatte sich das Gericht allerdings nicht zu befassen. – „Causa Sport“ wird auf dieses noch nicht rechtskräftige Urteil zurückkommen (Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 20. Dezember 2018; GG180 217).

Die biaquile Geste als Wort des Jahres

(causasportnews / red. / 18. Dezember 2018) Zum Jahresende wird bilanziert, zurückgeblickt und qualifiziert. Beliebt ist in diesem Zusammenhang etwa die Kürung des „Wortes“ oder „Unwortes“ des Jahres. Seit 2003 legt die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften für die Deutschschweiz fest, was (positiv) das „Wort“ oder (negativ) das „Unwort“ des Jahres ist, in Deutschland ist diese Tradition noch älter (in diesem Jahr hat übrigens der nicht leicht zu durchdringende Ausdruck „Heisszeit“ das Rennen gemacht). Die Palette von bisherigen Wörtern und Unwörtern ist breit und reicht in der Schweiz etwa von „Scheinivaliden“ (Simulanten) über „Shitstorm“ (nicht ganz wörtlich übersetzt als lawinenartiges Auftreten von Negativ-Kritik) bis hin zu „Stellwerkstörung“ (was offenbar zu den immer häufiger werdenden Zugsverspätungen führt). Auch der Sport liefert ab und zu Stoff für das Wort oder Unwort des Jahres. Vor einiger Zeit war es die „FIFA-Ethikkommission“, welche die Negativ-Schlagzeilen um den Weltfussballverband FIFA zum Verschwinden bringen sollte.

Nun ist erneut einem Wort aus dem Sport die Ehre zuteil geworden, zum „Wort des Jahres“ gekürt zu werden. Genau genommen handelte es sich beim „Doppeladler“, der im WM-Endrundenspiel zwischen der Schweiz und Serbien am 22. Juni 2018 in Kaliningrad eine weltweit beachtete Premiere feierte, um eine Geste – vorgemacht von den Schweizer Top-Nationalspielern mit Migrationshintergrund, Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri, imitiert von Nationalmannschafts-Captain Stephan Lichtsteiner (offenkundig ohne Migrationshintergrund). Die durch diese „Doppeladler“-Geste verärgerten Serben haben sich bis heute nicht von dieser Schmach nach der Niederlage und den biaquilen Gesten der drei Schweizer erholt. Nach dem WM-Spiel gab es viel Lob für die Eidgenossen nach dem Sieg über Serbien, es setzte dann allerdings danach Sanktionen gegenüber den Spielern seitens der FIFA wegen der beleidigenden Geste ab. Die FIFA-Disziplinarkommission sah durch die Gesten die Prinzipien des Fairplay (Art. 57 des Disziplinarreglementes) verletzt und büsste die Missetäter; sie hätte sie auch vom WM-Turnier ausschliessen können. Aber das wäre dann doch zuviel der Sanktionierung gewesen. Die Perpetuierung der Geschichte um den „Doppeladler“ hat nun dazu geführt, dass das Wort des Jahres einen sportlichen Vorfall mit politischem Hintergrund die Annalen des Fussballsportes bereichert.