NBA-Professional kassiert Millionen-Entschädigung

(causasportnews / red. / 10. April 2017) Für einmal kassiert ein hochbezahlter Sport-Professional nicht auf Grund seiner sportlichen Leistungen, sondern weil ihm Unrecht widerfahren ist. Auf diese Zahlung von vier Millionen US-Dollar hätte der Schweizer DSC_0337NBA-Spieler Thabo Sefolosha zweifellos gerne verzichtet, denn die Geschichte, die zu dieser Schadenersatzleistung durch die Stadt New York geführt hat, mutet in jeder Hinsicht speziell an. –

Der 32jährige Spieler der Atlanta Hawks erlebte es in Begleitung von Mit-Spielern vor einem Auswärtsspiel in einem New Yorker Nachtklub hautnah, wie das Etablissement nach einer Messerstecherei von der Polizei geräumt wurde und diese dabei relativ unzimperlich mit Betroffenen umging. Thabo Sefolosha, Sohn einer Schweizerin und eines Südafrikanischen Vaters, geriet dabei in einen Wortwechsel mit einem Polizisten; dann wurde der über zwei Meter grosse Basketball-Star von den Beamten unsanft zu Boden gedrückt und verhaftet. Schwere Beinverletzungen und temporäre Spielunfähigkeit waren die Folge dieser Verhaftungsaktion. Und es kam noch schlimmer, denn der Spieler wurde wegen Störung der öffentlichen Ordnung, Behinderung der Polizeiarbeit und Widerstand bei der Festnahme vor das Kriminalgericht in Manhattan gestellt. Im Gegensatz zu vielen Menschen in USA, die auf diese oder ähnliche Weise in die Mühle der Justiz geraten und vor der Allmacht des Staates kapitulieren, setzte sich der reich gewordene Sport-Professional zur Wehr, engagierte teure Anwälte und wurde letztlich vom zuständigen Gericht von allen Vorwürfen freigesprochen. Damit war die Geschichte allerdings noch nicht zu Ende. Für den gehabten Schaden und die erlittene Unbill strengte der NBA-Star eine Klage gegen die Stadt New York an. Diese willigte nun in einen aussergerichtlichen Vergleich ein – wohl auch deshalb, um den Schleier der Verschwiegenheit des anlässlich der Verhaftung und rundherum Geschehenen nicht lüften zu müssen. Mit der vereinbarten Summe von vier Millionen Dollar hat Thabo Sefolosha ein wichtiges Ziel erreicht: Die Stadt New York hat für den unrühmlichen Vorfall und die Polizeigewalt finanzielle Abbitte leisten müssen. Weshalb der Sport-Star in einen Vergleich einwilligte, bleibt allerdings unklar. Ursprünglich wollte er mit seiner Klage vor allem Transparenz bezüglich der unrühmlichen Vorgänge erreichen. Wahrscheinlich wurde der Vorgang für den NBA-Professional trotz guter juristischer Karten zur Belastung, weshalb er den Fall auf sich beruhen lassen wollte. Zu diesem Punkt hat sich Thabo Sefolosha bisher nicht geäussert. (Quelle: „Neue Zürcher Zeitung“, Jürgen Kalwa, vom 7. April 2017).

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