Sport wie eine „Oscar“-Verleihung

(causasportnewes / red. / 20. März 2017) Was haben der Sport und eine „Oscar“-Verleihung gemeinsam? – Manchmal ist das Drumherum interessanter als der Event selber. Eine Sportveranstaltung kann ebenso langweilig sein wie eine „Oscar“-Verleihung. Und was nebenbei geschieht ist nicht selten weit spektakulärer als der Hauptanlass. Ermüdendes aus der Welt des Sports liesse sich zuhauf aufzählen, und George Clooney, vor über zehn Jahren als bester Nebendarsteller mit einem „Oscar“ ausgezeichnet, ist der lebende Beweis dafür, dass ein Filmerfolg eben nebensächlicher sein kann als alles andere, was sich um das Entertainment-Business rankt. Der beste Nebendarsteller des Jahres 2006 ist denn auch nicht wegen seiner Nebendarsteller-Schauspielerei bekannt geworden, sondern als Werbe-Ikone für konventionelle Kaffeemaschinen sowie Uhren und (endlich) als glamouröser Ehegatte einer noch glamouröseren Star-Anwältin. Ein Blick in die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) vom Samstag, 18. März 2017, bestätigt offensichtlich, dass der Sport neben dem Sportfeld offensichtlich mehr Spannung und Unterhaltung bietet als die vormals „schönste Nebensache“ der Welt sur place. Soll der moderne Mensch unterhalten werden, so muss die Botschaft selbstverständlich negativ sein. Nur dann ist Aufmerksamkeit garantiert. Vier Seiten Sport präsentierte die „NZZ“ am Wochenende. Zuerst (Sportseite eins) wird aufgezeigt, welche Blüten die Brutalo-Sportart „Football“ in Amerika treibt: Sie katapultiert die meisten Akteure in die Sport-Invalidität. Ehemalige Profis wollen nun die 32 National Football League-Klubs und deren Klub-Ärzte verklagen, weil sie als Aktive mit Schmerzmitteln vollgepumpt worden sind – was selbstverständlich zu nachhaltigen Schäden geführt hat. Sportseite zwei: Das erfolgsverwöhnte britische Radsport-Team „Sky“ sieht sich mit Dopinggerüchten konfrontiert. Der Equipe, die am Wochenende den Klassiker „Mailand – San Remo“ gewann (Sieger Michal Kwiatkowski) kann zwar, so die „NZZ“, nicht vorgeworfen werden, es sei in dieser Mannschaft gedopt (worden). „Fest steht aber, dass das Team die Grenzen des Erlaubten auslotete“ („NZZ“). Auch wenn noch nichts bewiesen ist: Die üblen Verdächtigungen sorgen für entsprechende (Miss-)Stimmung. Sportseite drei: Die Abwahl von Issa Hayatou als Präsident der afrikanischen Fussballkonföderation bot (endlich wieder) einen Anlass, die „Verbrannte Erde der Fussball-Funktionäre“ zu thematisieren. Und schliesslich bildet u.a. das Thema „Stockschlag“ im Eishockey auf der vierten Sportseite die Abrundung des sportlichen Negativ-„Tour d’horizon“ zum Wochenende. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass auch im Sport das negative Nebenbei offenbar weit interessanter ist als das eigentliche Sportgeschehen – die „NZZ“ hätte diesen Beweis am Samstag erbracht.

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