„Sommermärchen 2006“ weiterhin ein Aufklärungsmärchen

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Bildnachweis: pixabay.com

(causasportnews / red. / 26. März 2017) Als vor bald zwei Jahren das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in einem gross aufgemachten Bericht behauptete, der WM-Endrundenzuschlag 2006 an Deutschland sei auf Grund von Schmiergeldzahlungen an Mitglieder des FIFA-Beschlussgremiums (damaliges Exekutivkomitee) erfolgt, wird dieses Thema immer wieder befeuert, vor allem deshalb, weil insbesondere bis dato nicht bewiesen werden konnte, was mit einer Zahlung von 6,7 Millionen Euro, über die seit längerer Zeit diskutiert und spekuliert wird, bezweckt worden sein soll (Causa Sport News berichtete verschiedentlich darüber). Obwohl das Hamburger Blatt kontinuierlich nachlegte, konnte die Wahrheit bisher nicht eruiert werden. Und eine Schlüsselfigur in dieser Angelegenheit, Deutschlands gestürzter bzw. gefallener und aus der Öffentlichkeit verschwundene Fussball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer scheint sich an nichts mehr erinnern zu können. Die Sachlage ist offensichtlich auch nach einer Befragung von Franz Beckenbauer, für den die Unschuldsvermutung gilt, vor wenigen Tagen durch die Schweizerische Bundesanwaltschaft, die in diesem Komplex insbesondere wegen des Verdachts auf Betrug, Geldwäscherei und Veruntreuung ermittelt, nicht klarer geworden.

Sowohl staatlichen Untersuchungsbehörden als auch bspw. einer vom Deutschen Fussball-Bund (DFB) beauftragten Anwaltskanzlei in Deutschland ist es bisher nicht gelungen, Licht in das Dunkel von Mutmassungen und Behauptungen um das angeblich gekaufte „Sommermärchen“ zu bringen. Der „Spiegel“ wartet nun (Ausgabe 13/2017) mit neuen Theorien auf, welche die These des gekauften „Sommermärchens“ stützen sollen. Ins Kreuzfeuer der Kritik ist erneut der DFB geraten, der mit der Wahl der untersuchenden Kanzlei kein glückliches Händchen hatte. Die in diesem Abklärungsfall beauftragten externen Juristen wiesen teils eine Nähe zum DFB auf; die Rede ist jetzt sogar von einem „Gefälligkeitsgutachten“ durch die untersuchende Kanzlei. Die Umstände der ominösen Zahlung von 6,7 Millionen Euro an das ehemalige Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, Mohamed Bin Hammam, sind jedenfalls weiterhin ungeklärt, dafür werden nun vom „Spiegel“ eigenartige Verträge aus dem Umfeld des verstorbenen Medien-Moguls Leo Kirch thematisiert. Aber auch diesbezüglich bleibt unklar, wie Deutschland den (allenfalls unlauteren) Zuschlag für die WM-Endrunde 2006 erhalten haben soll. Die Kanzlei, welche die breitangelegte Untersuchung bezüglich des Zuschlags der WM-Endrunde an Deutschland vorgenommen hat, unterliess es jedoch – aus welchen Gründen auch immer – diesen Komplex intensiv zu beleuchten. Ein unentschuldbares Verhalten gemäss „Spiegel“. – Eines ist im Augenblick sicher: Die Umstände des „Sommermärchens 2006“ bleiben weiterhin ein Aufklärungsmärchen. Und in der Affäre um den Zuschlag des „Sommermärchens“ heisst es weiterhin: Affaire à suivre.

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