Archiv der Kategorie: Allgemein

«Raiffeisen» – oder ein Sponsor-Problem einmal anders

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«Pecunia non olet»: Gilt offenbar auch beim Sport-Sponsoring…

(causasportnews / red. / 12. März 2018) Das ist die gängige Konstellation: Ein(e) Sportler(in) oder ein Sport-Team benimmt sich daneben, und die Sponsoren fragen sich, ob sie sich in diesem Umfeld weiterhin positionieren wollen. In Anbetracht dessen werden in Sponsoring-Verträgen Regelungen vorgesehen, was der Sponsor in diesem Fall der Fälle darf oder nicht darf. In der Regel will man sich nicht auf die generelle Vertragsauflösungsmöglichkeit („aus wichtigem Grund“) verlassen, um derartige Vertragsverhältnisse ohne negative Rechtsfolgen beendigen zu können. Der Schweizer Fussball erlebt indessen gerade ein Sponsoren-Problem einmal anders. Es geht um die „Raiffeisenbank“, deren früheres und aktuelles Management als gigantische Ansammlung von Dilettantismus und Unfähigkeit entlarvt worden ist. Über die Mängel in der Führung von oben nach unten ist seit Jahren gemunkelt worden. Immer wieder wurde manifest, dass im Genossenschafts-Komplex „Raiffeisen“ trotz Expansionspolitik eine Blase, die nun geplatzt ist, aufgepumpt worden ist. Das Gerangel um gutbezahlte Funktionen und Posten ohne Wert wurde erbittert geführt; Aushängeschilder der Bank waren und sind vielfach altgediente Politiker/innen, Hochschul-Professoren ohne adäquate Sachkenntnisse, unbedarfte Hausfrauen mit lokalen Beziehungsnetzen, glatte Kerle vom Turnverein, vom Gesangschor oder vom Stammtisch, usw. Und nun noch das: Weiterlesen

Deutsche Lufthansa fliegt aus Sponsoringvertrag

Plane Cargo Airport Qatar Airways Boeing 777 (causasportnews / red. / 9. März 2018) Erstaunliches hat sich an der Sponsoring-Front getan: Ab Mitte 2018 wird „Qatar Airways“ beim Rekordmeister FC Bayern München die Deutsche Lufthansa als Sponsor verdrängen – bis mindestens 2023. Die traditionelle Airline bedauert den Rausflug nach der 14jährigen Werbe-Partnerschaft, wird diesen Sponsoren-Wechsel aber nicht verhindern (können). Katar und Bayern scheint zumindest eine „amour fou“ Weiterlesen

100 Millionen für das Projekt «Sion 2016»

Wappen_Wallis_matt.svg(causasportnews / red. / 9. März 2018) Das war zu erwarten: Nachdem das Walliser Kantonsparlament anfangs Woche beschlossen hatte, auf das Kreditgeschäft bezüglich der Olympia-Kandidatur „Sion 2016“ einzutreten (95 Ja-Stimmen, 33 Nein-Stimmen, 1 Stimmenthaltung; siehe causasportnews vom 6. März 2018), ist nun in der Sache selbst ein klarer, wenn auch nicht unbestrittener Entscheid gefällt worden. Bei 5 Enthaltungen sprach sich der Walliser Grosse Rat mit 101 gegen 22 Stimmen dafür aus, für die Austragung der Olympischen Spiele einen Kredit von 100 Millionen Schweizer Franken zu bewilligen – falls es zur Austragung der Spiele in der Schweiz kommt. Vor der Abstimmung trat der Walliser Olympiasieger Ramon Zenhäusern im Parlament auf und unterstrich insbesondere die Nachhaltigkeit Olympischer Spiele an den vorgesehenen Austragungsorten. Mit dieser erwarteten Entscheidung ist eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Kandidatur „Sion 2026“ genommen worden. Am 10. Juni, zufälligerweise wenige Tage vor Beginn der Fussball-WM-Endrunde in Russland, wird dann das Walliser Stimmvolk darüber befinden, ob die Kandidatur für Sion unterstützt werden soll. Diese Abstimmung ist relativ offen. Sollten die Initianten des Projekts auch diese Hürde überspringen, würde sich danach die Frage stellen, ob letztlich in der ganzen Schweiz über das Projekt und die erforderlichen Kredite abgestimmt werden soll. Derzeit ist unklar, ob es gelingen würde, die Vorlage an den stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizern vorbeizuschaukeln (siehe auch causasportnews vom 21. Februar 2018). Hat nämlich das Schweizer Volk das letzte Wort, dürfte der Olympia-Traum auch in der Schweiz relativ rasch ausgeträumt sein.

«Sion 2026» nimmt eine politische Hürde – Probleme bleiben ungelöst

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Sion: Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026? (Bild: Odrade123)

(causasportnews / red. / 6. März 2018) Die Hoffnung bleibt erhalten: Das Walliser Kantonsparlament hat gestern entschieden, auf das Geschäft „Olympiakandidatur Sion 2026“ einzutreten und die Vorlage Ende dieser Woche im Detail zu beraten. 100 Millionen Franken müsste das Parlament bewilligen, damit sich die Walliser Kantonsbevölkerung am 10. Juni zu den Spielen im Wallis und an Partnerorten ausserhalb des Kantons (z.B. St. Moritz für die Bobwettbewerbe sowie Bern, Fribourg und Biel für das Eishockeyturnier) äussern kann. Es ist kaum davon auszugehen, dass 60 Millionen Franken für Infrastrukturen und 40 Millionen Franken für die Sicherheit vom Parlament nicht bewilligt werden. Wenn schon „Nein“, dann soll dieses Verdikt vom Volk kommen, verlautete aus politischen Kreisen im Wallis.

95 Parlamentarierinnen und Parlamentarier votierten am Montag für das Eintreten auf das Geschäft, 33 waren dagegen. Ein(e) Volksvertreter(in) enthielt sich der Stimme. In diesem Verhältnis dürfte der Ausgabenposten dann am Freitag auch bewilligt werden. Die Meinungen im Grossen Rat waren zwar geteilt, doch verfehlten die Argumente, die für die Unterstützung des Grossprojekts in der Westschweiz vorgebracht wurden, ihre Wirkung nicht. „Wir brauchen die Spiele, und die Spiele brauchen uns“, fasste ein Abgeordneter die Stimmungslage im Parlament zusammen. Falls nach dem Walliser Kantonsparlament im Frühsommer auch das Volk „Ja“ zu „Olympia 26“ im Wallis sagt, wird im Herbst im eidgenössischen Parlament über eine Bundesgarantie von einer Milliarde Franken debattiert werden. Trotz der genommenen politischen Hürde im Wallis sind die Unklarheiten und Unsicherheiten rund um Olympische Winterspiele in der Schweiz nicht kleiner geworden. Einen weiteren, wichtigen Aspekt thematisieren die Sportrechtler Dr. Rafael Brägger und Dr. Remus Muresan in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) vom 2. März 2018: Im Zuge der Besprechung einer in der „Schriftenreihe Causa Sport“ erschienenen Dissertation (Viktoria Varens, Das „olympische“ Werbeverbot, „Schriftenreihe Causa Sport“, Bd. 15, 2017) wirft Rechtsanwalt Rafael Brägger kritische, rechtliche Aspekte im Zusammenhang mit dem olympischen Werbeverbot auf. Es sei schon fraglich, ob das Internationale Olympische Komitee mit dem Werbeverbot überhaupt legitime Ziele verfolge, lässt sich der Co-Herausgeber der „Causa Sport“ in der NZZ zitieren. Bezüglich des Wettbewerbsrechts ortet Europarechtsspezialist und ebenfalls Co-Herausgeber der „Causa Sport“ Remus Muresan im EU-Rechts-Kontext „gewisse juristische Baustellen“. Aber vielleicht erledigen sich diese und andere Probleme ohnehin von selbst, falls das Walliser Stimmvolk am 10. Juni „Nein“ zu Olympia im Kanton sagen sollte.

Böse sind die Menschen auf Erden, nicht die Organisationen

help-2574944_1920 (causasportnews / red. / 28. Februar 2018) Obwohl in der Entwicklung und Nothilfe engagierte NGO’s seit einiger Zeit für Schlagzeilen der andern Art sorgen müssten, bleibt die Medienresonanz einigermassen bescheiden, und auch die selbsternannten Gralshüter der Moral, wie Transparency International oder „Experten“, die an sich bei solchen Gelegenheiten die Moralkeule schwingen – jedenfalls, wenn es um Sportorganisationen geht -, sind verstummt bzw. äussern sich nicht. Dabei hätten sie allen Grund hierfür, vor allem, seit klar geworden ist, dass sich das Hilfswerk „Oxfam“ nicht nur als Retter in der Not betätigt, sondern vor allem die Not anderer ausgenützt hat; wie andere NGO’s übrigens auch. Weiterlesen

„Fall Constantin“ – nur noch eine Randnotiz wert

judge-gavel-14619651834Zl(1)(causasportnews / red. / 27. Februar 2018) Sogar die Medien vermelden es nur noch kleinlaut und als Randnotiz: Die Platzsperre für Christian Constantin, den streitbaren Präsidenten des FC Sion, ist nochmals drastisch reduziert worden. Jetzt durfte auch noch das Sport-Schiedsgericht „Tribunal Arbitral du Sport“ (TAS) in Lausanne wirken. Fünf Monate dauert nun insgesamt die Sanktion gegen den polysportiven Walliser, der im vergangenen September den ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Rolf Fringer im Stadion tätlich angegriffen hatte. Rechtszeitig zum attraktiven Spiel gegen den FC Basel vom 18. März 2018 wird der Präsident des Traditionsklubs seine Mannen wieder offiziell im Stadion, am Rheinknie, mit Rat und Tat unterstützen können. Die letzte Spur der Basler Fasnacht wird danach verwischt sein. Weiterlesen

OVG Bremen: Überwälzung von Polizeikosten auf Sportveranstalter rechtens

od_symbolbild01(causasportnews / red. / 22. Februar 2018) Das Oberverwaltungsgericht Bremen hat mit einem jüngst ergangenen Urteil (2 LC 139/17, noch nicht rechtskräftig) entschieden, dass die Freie und Hansestadt Bremen die Kosten für den Einsatz von zusätzlichen Polizeikräften anlässlich von Fussballspielen und ähnlichen Sport-Grossereignissen durchaus den jeweiligen Veranstaltern überbürden darf. Im fraglichen Verfahren ging es um entsprechende Kosten in Höhe von über 400’000 Euro, die Bremen der Deutschen Fussball-Liga (DFL) im Nachgang des Einsatzes von rund 1’000 Polizeibeamten anlässlich des Spiels SV Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Bremer Weserstadion am 19. April 2015 in Rechnung gestellt hatte. Die Vorinstanz – das Verwaltungsgericht Bremen – hatte noch der DFL Recht gegeben und den fraglichen Gebührenbescheid aufgehoben.

Das OVG Bremen erkannte zwar an, dass die Finanzierung staatlicher Aufgaben in Bund und Ländern in erster Linie aus Steuern zu erfolgen habe. Es sei Aufgabe des Staates, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und diese Kernaufgabe durch Steuern zu finanzieren. Allerdings, so das Gericht, habe der Gesetzgeber einen weiten Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum, für welche Leistungen er Gebühren erheben will, wenn diese individuell zurechenbar sind. Was diese individuelle Zurechenbarkeit anbelangt, hatte sich die DFL auf den Standpunkt gestellt, dass nicht sie bzw. der Fussball, sondern die gewalttätigen „Fans“ die Ursache für die Polizeieinsätze bildeten. Das OVG Bremen hingegen qualifizierte die Anknüpfung an die „besondere Verantwortlichkeit“ der DFL in den entsprechenden Zusammenhängen als zulässig. Als Veranstalterin, so das Gericht, ziehe sie einen wirtschaftlichen Nutzen aus der Veranstaltung, an deren störungsfreien Durchführung sie ein besonderes Interesse habe. Die Grösse der Veranstaltung und hohe Zuschauerzahlen erhöhten die Attraktivität von Veranstaltungen und seien auch bewusst angelegt. Zudem würden Grossveranstaltungen per se ein erhöhtes Gefahrenpotential in sich bergen. Alles in allem qualifizierte das OVG Bremen den gegen die DFL ergangenen Gebührenbescheid als rechtmässig. Die DFL hat bereits angekündigt, Revision gegen das Urteil einlegen zu wollen. Der Ausgang des Verfahrens dürfte Signal- bzw. auch Rechtswirkungen über den regionalen Rahmen und über den Fussballsport hinaus haben.

 

Die Angst des Bundesrates vor dem Olympia-Volksentscheid

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Sion VS: Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026? (Bild: Odrade123)

(causasportnews / red. / 21. Februar 2018) Die derzeitigen Olympischen Winterspiele in Südkorea zeigen vor allem, wie gut es dem Grossereignis tun würde, wenn der Anlass wieder einmal in Europa ausgetragen würde. Doch bekannt und offensichtlich ist, dass sich mögliche europäische Austragungsorte diesbezüglich eher zurückhaltend oder sogar ablehnend verhalten. 2022 werden die Winterspiele wiederum in Asien (Peking) ausgetragen, danach soll es Sion für Europa richten. Zwar ist nicht bekannt, was die Schweizer Landesregierung dazu motiviert, die Austragung Olympischer Spiele 2026 im Wallis und in weiteren Orten in der Schweiz zu stützen. Jedenfalls legt sich insbesondere Sportminister Guy Parmelin mächtig für den Grossanlass in der Schweiz ins Zeug. Wenn es allerdings nach dem nationalen Volkswillen geht oder gehen würde, wären Spiele in Sion und zugewandten Orten nicht mehrheitsfähig. Dennoch hat die Schweizer Landesregierung zugesichert, für Olympia 2026 eine Milliarde Schweizer Franken bereit zu stellen, falls die Kandidatur Sion vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK) den Zuschlag erhält. Weil der Schiffbruch des Olympia-Projektes in einer nationalen Volksabstimmung absehbar ist, möchte Bundesrat Parmelin einen Volksentscheid nun mit allen Mitteln verhindern. Zum einen führt er zeitliche Gründe ins Feld (die Bewerbungsfrist für Olympia 2026 läuft am 11. Januar 2019 ab), zum andern betrachtet der Magistrat die Bewerbung Sions als kantonale Angelegenheit. Was den zweiten Aspekt anbelangt ist anzumerken, dass dies zwar so zutrifft, Olympische Spiele im Wallis aber nie alleine von den betroffenen Austragungsorten finanziert werden könnten. Hauptsächlich würde dieser Anlass dann von den Geberkantonen im Rahmen des Finanzausgleichs (vor allem von Zürich, Zug, Genf, Schwyz und Baselland) bezahlt. Demnach flüchtet sich die von Angst getriebene Regierung in diesen Formalismus, um das Volk bei der Beschlussfassung auszuschalten – und das in einer der ältesten Demokratien der Welt! Das Argument des zeitlichen Drucks ist ebenfalls zu relativeren. Noch so gerne würde das IOK Sion eine Fristerstreckung gewähren, falls die Walliser Kandidatur zustande käme. Olympische Spiele in der Schweiz hätten wohl eine andere Ausgangslage zu gewärtigen als die derzeitigen Winterspiele in Pyeongchang: Würden sich die Verhältnisse wie jetzt in Südkorea, mit minimaler Zuschauer-Nachfrage, präsentieren, könnte auch lediglich eine (relativ kostengünstigere) Minimal-Infrastruktur bereit gestellt werden. Wenn schon Olympische Spiele in der Schweiz, würde der Anlass sicher auch einen Zuschauer-Boom erleben. Das Parlament wird im März darüber entscheiden, ob die Olympia-Vorlage vor das nationale Stimmvolk kommt.

Auch wenn es um Geld geht: Heute Freunde, morgen Feinde

dollar-1443244_1920(causasportnews / red. / 19. Februar) Nachdem der Gütetermin am Landgericht Berlin vergangene Woche gescheitert ist, machen sich die Parteien zur Beweisabnahme bereit. Die Parteien, das ist auf der einen Seite der ehemalige Fussball-Professionalspieler Maik Franz, auf der andern Seite der Rechts- und Steuer-Fachanwalt sowie Vize-Präsident des Bundesliga-Klubs Hertha BSC, Thorsten Manske. Im Prozess geht es um rund 600‘000 Euro, die der Ex-Fussballer vom Hertha-Vize fordert.

Es ist, wie es oft ist, und nicht nur im bezahlten Fussball, aber insbesondere auch in dieser Sparte: Ein gutverdienender Spieler vertraut einem in Geldbelangen versierten Fussball-Insider, damit dieser das Geld, welches der Star nicht einfach zurücklegen, sondern vermehren will, gewinnbringend anlegt oder anlegen lässt. So geschah es auch in Berlin, als Maik Franz dem Rat von Hertha-Vize-Präsident Thorsten Manske folgte und über einen Finanz-Makler viel Geld investierte. Die Investitionen in „Schrottpapiere“ endeten wie oft: Die Anlagen waren verloren; „Totalverlust“ wird dies in der Finanz-Branche genannt. Im konkreten Fall ging es um Beteiligungen an Schiffen über Firmen, die heute allesamt insolvent sind. Rund 350‘000 Euro hat Maik Franz in diese Beteiligungen gesteckt. Diesen Betrag fordert er von Finanz-Fachmann Thorsten Manske, der ihm zu diesem Invest geraten haben soll, zurück. Überdies soll der Finanz-Makler dem Hertha-Vorstandsmitglied auf Grund dieses Invests Provisionen bezahlt haben; solche soll auch ein dem Ex-Professional damals nahestehender Spieleragent kassiert haben. Weiterlesen