«Sion 2026» nimmt eine politische Hürde – Probleme bleiben ungelöst

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Sion: Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2026? (Bild: Odrade123)

(causasportnews / red. / 6. März 2018) Die Hoffnung bleibt erhalten: Das Walliser Kantonsparlament hat gestern entschieden, auf das Geschäft „Olympiakandidatur Sion 2026“ einzutreten und die Vorlage Ende dieser Woche im Detail zu beraten. 100 Millionen Franken müsste das Parlament bewilligen, damit sich die Walliser Kantonsbevölkerung am 10. Juni zu den Spielen im Wallis und an Partnerorten ausserhalb des Kantons (z.B. St. Moritz für die Bobwettbewerbe sowie Bern, Fribourg und Biel für das Eishockeyturnier) äussern kann. Es ist kaum davon auszugehen, dass 60 Millionen Franken für Infrastrukturen und 40 Millionen Franken für die Sicherheit vom Parlament nicht bewilligt werden. Wenn schon „Nein“, dann soll dieses Verdikt vom Volk kommen, verlautete aus politischen Kreisen im Wallis.

95 Parlamentarierinnen und Parlamentarier votierten am Montag für das Eintreten auf das Geschäft, 33 waren dagegen. Ein(e) Volksvertreter(in) enthielt sich der Stimme. In diesem Verhältnis dürfte der Ausgabenposten dann am Freitag auch bewilligt werden. Die Meinungen im Grossen Rat waren zwar geteilt, doch verfehlten die Argumente, die für die Unterstützung des Grossprojekts in der Westschweiz vorgebracht wurden, ihre Wirkung nicht. „Wir brauchen die Spiele, und die Spiele brauchen uns“, fasste ein Abgeordneter die Stimmungslage im Parlament zusammen. Falls nach dem Walliser Kantonsparlament im Frühsommer auch das Volk „Ja“ zu „Olympia 26“ im Wallis sagt, wird im Herbst im eidgenössischen Parlament über eine Bundesgarantie von einer Milliarde Franken debattiert werden. Trotz der genommenen politischen Hürde im Wallis sind die Unklarheiten und Unsicherheiten rund um Olympische Winterspiele in der Schweiz nicht kleiner geworden. Einen weiteren, wichtigen Aspekt thematisieren die Sportrechtler Dr. Rafael Brägger und Dr. Remus Muresan in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) vom 2. März 2018: Im Zuge der Besprechung einer in der „Schriftenreihe Causa Sport“ erschienenen Dissertation (Viktoria Varens, Das „olympische“ Werbeverbot, „Schriftenreihe Causa Sport“, Bd. 15, 2017) wirft Rechtsanwalt Rafael Brägger kritische, rechtliche Aspekte im Zusammenhang mit dem olympischen Werbeverbot auf. Es sei schon fraglich, ob das Internationale Olympische Komitee mit dem Werbeverbot überhaupt legitime Ziele verfolge, lässt sich der Co-Herausgeber der „Causa Sport“ in der NZZ zitieren. Bezüglich des Wettbewerbsrechts ortet Europarechtsspezialist und ebenfalls Co-Herausgeber der „Causa Sport“ Remus Muresan im EU-Rechts-Kontext „gewisse juristische Baustellen“. Aber vielleicht erledigen sich diese und andere Probleme ohnehin von selbst, falls das Walliser Stimmvolk am 10. Juni „Nein“ zu Olympia im Kanton sagen sollte.

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