
(causasportnews / err. / 3. Februar 2016) Seit 1972 wurden in Deutschland keine Olympischen Spiele mehr ausgetragen. Nach diversen Bewerbungsanläufen ist auch der jüngste Versuch, die Spiele zu bekommen, bereits im Keime erstickt worden. Die Hamburger Bevölkerung hat Ende November 2015 zwar knapp, aber unmissverständlich entschieden, von einer Bewerbung für die Sommerspiele 2024 abzusehen (vgl. auch causasportnews.com vom 30. November 2015). Dabei standen im Vorfeld der Abstimmung alle Zeichen auf Erfolg: Noch eine Woche vor der Abstimmung in der Hansestadt vermeldete der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Zustimmungswerte von 64%. Seither verharrt der organisierte Sport in Deutschland in Schockstarre. Die Erklärungsversuche, weshalb das Volk nicht so wollte wie die Sportfunktionäre, waren bis anhin hilflos bis peinlich. Das hat sich auch zwei Monate nach dem Volksverdikt nicht stark geändert. Hinzugekommen ist nun allerdings, dass sich die Protagonisten des Sports nun noch die Wunden lecken, wie dies anlässlich des letzten Stuttgarter Sportgesprächs zu Monatsbeginn manifest geworden ist. Dem Olympischen Super-GAU in Deutschland begegnen die Exponenten des organisierten Sports sowie die Politiker nach wie vor hilflos, wie die Voten von DOSB-Präsident Alfons Hörmann und von Christoph Holstein, Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport der freien Hansestadt Hamburg, belegten. Schlechte Stimmung in der Bevölkerung gegenüber internationalen Sportverbänden und –organisationen, FIFA-Skandal, Finanzdesaster um die Elbphilharmonie in Hamburg, intransparente und ungesicherte Finanzplanungen, zuwenig Rückhalt seitens der Politik, die Anschläge in Paris, Angst der Bevölkerung vor Immissionen aller Art im Zusammenhang mit grossen Sportanlässen waren nur einige der ins Feld geführten Gesichtspunkte, die das Unerklärbare erklärbar machen sollten. Auch dem eloquenten Sportsoziologe Prof. Gunter Gebauer verschlug es nach der erlebten Volks-Ignoranz in Hamburg die Sprache, obwohl er sich redlich abmühte, um darzulegen, was künftig gemacht werden sollte, um Olympische Spiele endlich wieder einmal nach Deutschland zu holen. Das Thema des Stuttgarter Sportgesprächs lautete zwar „Deutschland ohne Olympisches Feuer“ – versehen mit Frage- und Ausrufezeichen. Aber so, wie die versuchte Analyse der Hamburger Entscheidung erfolgt ist, dürfte Deutschland ohne den Segen des Volkes weiterhin vergeblich auf Olympische Spiele hoffen. Solange ignoriert wird, dass vielleicht das „Produkt Olympia“ hinterfragt werden müsste, dass man sich bewusst werden sollte, dass nur ein „Hype“ die Legitimation für flächendeckende Olympia-Berichterstattungen bildet und der organisierte Sport nicht ehrlich genug ist, um einzugestehen, dass der Wert Olympischer Spiele durchwegs zu hoch eingeordnet wird, dürfte es schwierig sein, das Volk für derartige Projekte zu begeistern. Ignoriert worden ist in Stuttgart etwa, dass Olympia-Projekte in Deutschland (Berlin, Leipzig, München) in den letzten Jahren, also längst vor dem „FIFA-Skandal“, der als Ursache für das Hamburger Volksplebiszit herhalten musste, gescheitert sind und den Bürgerinnen und Bürgern zuwenig kundgetan worden ist, weshalb solchen Events zugestimmt werden sollte. Letztlich müsste sich Deutschland auch bewusst sein, dass das Volk in Hamburg mit überwältigender Mehrheit z.B. „Ja“ zu einer Fussball-WM sagen würde. Fussball ist eben nicht Olympia; auch wenn der Deutsche Fussball-Bund (DFB) nicht immer gute Figur macht. Nach Olympia-Pleiten hilft im Moment in Deutschland wohl nur noch Wundenlecken – so, wie am Stuttgarter Sportgespräch erfolgt.


ausasportnews / err. / 26. Januar 2016) Während Jahrzehnten haben sich Sport-Funktionäre und Schach-Interessenvertreter darüber gestritten, ob das Schachspiel ein Sport sei oder nicht. Diese Frage ist zwischenzeitlich geklärt, und das Schachspiel wird diskussionslos als Sport – und zwar nicht nur als Denksport – qualifiziert. Der Schweizerische Schachbund, der Fachverband der Schachspieler, gehört bspw. seit 2000 dem Sport-Dachverband in der Schweiz, „Swiss Olympic“, als Mitglied an. Obwohl die Schachwelt nicht nur „heil“ ist (nicht einzig die Streitigkeiten um das Präsidium des Internationalen Schachverbandes FIDE haben in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt), steht nun der Schachsport in anderem Zusammenhang im Fokus: Gemäss Agenturberichten soll sich der höchste muslimische Geistliche Saudi Arabiens mit Vehemenz gegen das Schachspiel ausgesprochen haben. Schach sei wie Alkohol und Glücksspiel, was Gott verboten habe, wird der Geistliche zitiert. Er nannte Schach auch ein „Werk des Teufels“, das im Islam verboten sei. Dass das Spiel auch Zeit- und Geldverschwendung bedeute und zu Streit führe, rundet seine Einschätzung ab. Diese Äusserungen des höchsten muslimischen Geistlichen in Saudi Arabien sind zweifelsfrei eine (erneute) Breitseite gegen den Sport. Allerdings scheint diese die Schach-Verantwortlichen nicht allzu sehr zu beunruhigen. Seitens des Schweizerischen Schachbundes wird jede Stellungnahme verweigert; man verschanzt sich hinter der politischen und religiösen Neutralität des Sports. Der Schweizerische Schachbund sei ein politisch und konfessionell unabhängiger Verein, weshalb die Stellungnahme zu den Äusserungen aus Saudi Arabien entsprechend ausfällt: „Wir nehmen dazu keine Stellung“, liess der Verband auf Anfrage von causasportnews über seinen Mediensprecher ausrichten.
(causasportnews / err. / 19. Januar 2016) Im Oktober 2015 wartete der „SPIEGEL“ mit der Sensationsstory auf, die Fussball-WM-Endrunde 2006 in Deutschland sei gekauft worden: Mit 10 Millionen Schweizer Franken seien die für den Zuschlag an Deutschland erforderlichen Stimmen von Mitgliedern des Exekutivkomitees der FIFA beschafft worden. Die „wahre Geschichte der WM“ gemäss dem deutschen Nachrichtenmagazin ist zwischenzeitlich zum „Rohrkrepierer“ geworden: Von den drei vom Medium ins Visier genommen Protagonisten Franz Beckenbauer (kann sich an nichts erinnern), Robert Louis-Dreyfus (längst verstorben) und Wolfgang Niersbach (nach unglücklichem Auftritt vor der Presse unter Druck zurückgetreten) ist auch nach Wochen der Mutmassungen, Gerüchte und Verdächtigungen keine Klärung der Behauptung des Magazins zu erwarten. Nachdem sich der mediale Nebel über dem „Sommermärchen“ verzogen hat, steht im Moment einzig ein mickriges Steuervergehen des DFB im Raum. Statt gekaufte Stimmen also das Versagen eines Verbands-Buchhalters.- Für die Medien also höchste Zeit, mit neuen, vernebelten Taten das zahlende Medienpublikum bei Laune zu halten. Perfekt getimt zum Auftakt des „Australian Open“ verkündeten die britische BBC und das amerikanische News-Portal „BuzzFeed“, 16 Top-Tennisspieler seien im Zusammenhang mit Sportwetten in Spielmanipulationen verwickelt. Wie bei solchen „Enthüllungen“ üblich, wurden keine Namen genannt (was nach Bekanntwerden des „Skandals“ etwa der Schweizer Roger Federer zu Recht forderte), sondern die „heisse Kartoffel“ sei der Vereinigung der professionellen Tennisspieler ATP weitergereicht worden – und diese mache nichts bzw. halte die Namen der Fehlbaren unter dem Deckel. ATP bestritt nach Bekanntwerden der „Enthüllungen“ umgehend alle Behauptungen und Verdächtigungen. Mit den Bekanntmachungen von „BBC“ und „BuzzFeed“ ist also eine weitere Nebelpetarde im Dunstkreis des professionellen Sports geworfen worden. Wie im Falle des deutschen „Sommermärchens“ fehlen auch in dem nun lancierten „Tennis-Skandal“ allerdings Beweise. Nicht nur der Medienkonsument darf sich die Frage stellen, ob es Aufgabe der Medien sein kann, für Nebel statt für Klärungen zu sorgen. Ungereimtheiten im organisierten Fussball sind sowenig zu bestreiten wie Sportmanipulationen im Zusammenhang mit Sportwettkämpfen. Medien, die glaubwürdig sein wollen, sollen aber nur Nebelpetarden zünden, die auch Fakten manifest werden lassen, wenn sich der Nebel verzogen hat. So, wie es „BBC“ und „BuzzFeed“ im Tennis machen (und so gleich alle Tennisspieler unter Generalverdacht stellen) und wie es der „SPIEGEL“ im Zusammenhang mit dem „Sommermärchen“ getan hat, wird vor allem der Sport, von dem auch die Medien leben, beschädigt.
(causasportnews / red. / 19. Januar 2016) In einem zwischenzeitlich rechtskräftig gewordenen Urteil vom 27. Oktober 2015 (23 O 58/15) hat das Landgericht Coburg Grundlegendes zum Schadenersatzrecht nach Verletzungen im Zusammenhang mit Fussballspielen bekräftigt. Ein Gegner (Schädiger) muss sich demnach im Spiel schuldhaft, nicht regelkonform verhalten; oder anders gesagt: Nur wenn Spielregeln vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt worden sind und ein Schaden resultiert, kommen Schadenersatz und allenfalls Genugtuung in Frage.