causasportnews.com – 91/2026, 2. Oktober 2026

(causasportnews / red. / 2. Oktober 2026) Jetzt geht es an’s Eingemachte. Zumindest, was die Präsidentenwahl der FIFA anlässlich des FIFA-Kongresses am 18. März 2027 in Rabat anbelangt. An jenem Tag ist im Rahmen der Vereinsversammlung des Weltverbandes der neue FIFA-Präsident zu wählen. Ob dies der amtierende Präsident des Welt-Fussballverbandes, Gianni Infantino, sein wird, ist derzeit äusserst ungewiss. Dem Walliser mit drei Staatsbürgerschaften (Italien, Schweiz, Libanon) weht derzeit ein ziemlich frostiger Wind entgegen, vor allem seitens der Europäischen Fussball-Konföderationen UEFA (die am Kongress nicht wahlberechtigt ist) und seitens der Mitglieder dieser Konföderation (nationale Verbände Europas mit Kongress-Wahlberechtigungen; die UEFA-Mitglieder sind auch Mitglieder der FIFA). Seit dem gescheiterten Projekt des FIFA-Präsidenten zwecks Verkaufs von WM-Anteilen, das er kurz nach seiner geradezu triumphalen Bekanntgabe aufgrund umfassender Opposition wieder beerdigen musste, und nach der aufgehobenen «Rot-Sperre» des US-Stürmers Folarin Balogun anlässlich der WM-Endrunde 2026, ist Gianni Infantino massiv angeschlagen. Mit Intransparenz, Alleingängen, Kompetenzmissachtungen in der FIFA, Kungeleien mit dem amtierenden US-Präsidenten, usw., hat sich der 57jährige, gelernte Jurist ins Wahl-Abseits gedribbelt. «Präsident Peinlich» und «Präsident Unbeliebt» hat seine Chancen, im kommenden März nochmal vier Jahre als Präsident der FIFA gewählt zu werden, gleich selber arg kompromittiert.
Insbesondere die UEFA, bzw. deren Mitglieds-Verbände, haben genug von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Das Problem wird allerdings sein, welcher Kandidat oder welche Kandidatin (der mutigen und versierte Juristin und Verbandspräsidentin Norwegens, Lise Klaveness, die Gianni Infantino auch in heiklen Themen immer wieder auch öffentlich Paroli bietet, dürfte aufgrund privater Belange – sie lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung – kaum Chancen eingeräumt werden) dem amtierenden Präsidenten entgegengestellt werden könnte. Zahlreiche Präsidenten Europäischer National-Verbände stellen sich klar gegen den derzeit amtierenden FIFA-Präsidenten. So lässt sich etwa der Präsident des Österreichischen Fussball-Bundes (ÖFB), Josef Pröll, so zitieren: «Es braucht jemanden an der FIFA-Spitze, der eine integrative Persönlichkeit ist … und nicht andere Schwerpunkte persönlicher oder machtpolitischer Natur setzt.» («Tiroler Tageszeitung», 28. September 2026). Das Blatt titelte zu diesem Themen-Komplex unmissverständlich: «Alles möglich – nur kein Präsident Infantino». Soeben hat auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) durch seinen Präsidenten, Peter Knäbel, offiziell erklärt, Gianni Infantino nicht unterstützen zu wollen. Das ist sicher bitter für den Schweizer Gianni Infantino und die FIFA mit Sitz in Zürich, dass der SFV von ihm Abstand nimmt.
Am 8. und 9. Oktober wollen sich die UEFA-Mitglieder an einer Versammlung in Berlin auf einen Kandidaten verständigen, der im März 2027 gegen Gianni Infantino antreten könnte. Es bleibt noch Zeit bis zum 18. November 2026, um einen oder mehrere Gegenkandidaten zum derzeitigen FIFA-Präidenten aufzustellen. Bei den UEFA-Mitgliedsverbänden scheint die Opposition gegen Gianni Infantino massiv zu sein. Auch in anderen Kontinentalverbänden ausserhalb der UEFA ist die Person Gianni Infantino zwischenzeitlich zum nicht mehr akzeptablen Reizwort geworden zu sein. Doch das reicht letztlich nicht, um den Mann mit den drei Staatbürgerschaften vom FIFA-Thron zu stossen.
